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Heute vor 67 Jahren wurde in Regensburg ein KZ eröffnet

Cowboys im Vollrausch

Am Montag ist es auf den Tag genau 67 Jahre her, seit mitten in Regensburg ein KZ eingerichtet wurde. Doch bis heute schaffen es die Verantwortlichen an der Spitze der Stadt nicht, mit dem Thema offen und ehrlich umzugehen. Und hier nicht von Absicht zu sprechen, hieße, diesen Leuten eine Intelligenz im Bereich des Debilen zu attestieren.

Wie ein Wanderprediger in einem US-Western – so fĂŒhlt sich Hans Simon-Pelanda. FĂŒr Liebe, Gewaltlosigkeit und gegen Trunksucht predigen, wĂ€hrend sich im Saloon nebenan sturzbetrunkene Cowboys die SchĂ€del einschlagen. Es ist kein Saloon, in dem Simon-Pelanda das sagt. Wir befinden uns in Regensburg. Am Sonntag sitzt er in der Pizzeria im Colosseum vor gut 40 Zuhörern und erzĂ€hlt zum Xten Mal von der Geschichte des KZ-Außenlagers. Und die Cowboys, an die Simon-Pelanda sich wendet, sind nicht da. Aus dem Stadtrat haben es JĂŒrgen Huber (GrĂŒne), Margot Neuner (SPD), Richard Spieß (Linke) und Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) geschafft, zu kommen. FDP und Freie WĂ€hler haben sich heute entschuldigt, ebenso der Kulturreferent. Und dass die CSU sich tatsĂ€chlich mit dem Thema beschĂ€ftigen wĂŒrde, um dessen Vermeidung und Totschweigen sie sich seit Jahrzehnten verdient gemacht hat, hatte wohl niemand ernsthaft erwartet.

Der PĂ€chter des Lokals hat ĂŒbrigens kein Problem damit, dass hier an die Gefangenen und Toten des Colosseum erinnert wird. Er hat den Raum fĂŒr die Veranstaltung ohne Pacht und ohne große Diskussion zur VerfĂŒgung gestellt (Eingeladen hatten die VVN, Soziale Initiativen, Falken und das BĂŒndnis “Keine Bedienung fĂŒr Nazis). Heute (Montag) sind es auf den Tag genau 67 Jahre, seit das Außenlager von FlossenbĂŒrg in Stadtamhof eröffnet wurde, das in den sechs Wochen, die es bestand, etwa 70 Menschen das Leben kostete: Eine der höchsten Todesraten aller Außenlager des KZ FlossenbĂŒrg – dafĂŒr steht das Colosseum. Nach dem Krieg war das Lager vergessen. Niemand wollte etwas davon gewusst haben, dass tagtĂ€glich 400 MĂ€nner mit Holzpantinen quer durch die ganze Stadt zum Hauptbahnhof liefen, dort beim Bomben rĂ€umen zerfetzt, von Tieffliegern abgeknallt oder von der SS totgeprĂŒgelt wurden, und auf dem RĂŒckweg die Toten des Tages auf einem Karren zurĂŒck nach Stadtamhof brachten.

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Eine GedenkstĂ€tte, die den Regensburgern nach dem Krieg mehr oder weniger zwangsweise auf dem Zentralfriedhof verordnet wurde, verschwand Mitte der 50er. Einem Regierungsintermezzo mit SPD-OberbĂŒrgermeisterin Christa Meier ist es zumindest zu verdanken, dass in den 90ern ein Gedenkstein aufgestellt wurde, der allerdings keinen Bezug zum Colosseum erkennen lĂ€sst.

„Es ist alles gesagt. Ich weiß nichts mehr. Keiner will zuhören. Es fehlt am Willen.“ Hans Simon-Pelanda hier bei einer Rede qam 23. April 2010 in Stadtamhof). Foto: Archiv

Es ist erstaunlich, dass Simon-Pelanda so ruhig bleibt, wĂ€hrend der guten Stunde, die er am Sonntag spricht. Es ist erstaunlich, dass er sich irgendwelche Attacken erspart. Der Vorsitzende der „ARGE ehemaliges KZ FlossenbĂŒrg“ hat diese Geschichte nĂ€mlich schon zigmal erzĂ€hlt. Bei unzĂ€hligen Gelegenheiten. Immer wieder – seit er 1982 Lehrer einer Schulklasse der Berufsfachschule war, die die lange vergessene Geschichte des Colosseum im Rahmen einer gemeinsamen Abschlussarbeit wieder aufdeckte. Gegen den Widerstand stĂ€dtischer Archivare und Politiker, verbunden mit Drohungen, dass er keine Festanstellung bekommen werde, wenn diese Arbeit öffentlich gemacht werden wĂŒrde. Eine Geldspende der SchĂŒler fĂŒr eine Tafel verflĂŒchtigte sich irgendwo in den Weiten des stĂ€dtischen Haushalts. Immer wieder hat er sie erzĂ€hlt – jedes Jahr am 23. April, wenn in Stadtamhof der Gedenkweg fĂŒr die Opfer des Faschismus beginnt. Immer wieder – seit vor vier Jahren die GrĂŒnen im Stadtrat erneut eine Gedenktafel am GebĂ€ude ins GesprĂ€ch brachten.

„Seit vier Jahren Desinformation. Seit vier Jahren Nebelkerzen. Seit vier Jahren Verzögerung. Leute, die sich fĂŒr das Thema engagieren, werden verarscht.“ JĂŒrgen Huber (GrĂŒne) Foto: Archiv

Doch auch heute – fast 70 Jahre nach Kriegsende – scheint es nicht möglich zu sein, offen mit dem Thema umzugehen. Waren es frĂŒher Mauern aus Beton – Drohungen – gegen die Simon-Pelanda gerannt ist, sind es heute solche aus Gummi – UntĂ€tigkeit und Ignoranz. Und will man den derzeit politisch Verantwortlichen nicht eine Dummheit bescheinigen, die im Bereich der DebilitĂ€t liegt, muss man mit Blick auf die zurĂŒckliegenden vier Jahre von absichtlichem Verzögern, Verschleppen und dem Versuch, das einfach auszusitzen, sprechen.

Über die EigentumsverhĂ€ltnisse des Colosseum wurde der Stadtrat schlichtweg belogen. WĂ€hrend Develey-Boss Michael Durach – praktischerweise auch CSU-Gemeinderat in Unterhaching – in internen GesprĂ€chen mit der Stadt bereits geklĂ€rt hatte, dass ihm an sein Haus keine Tafel kommt, erzĂ€hlte Kulturreferent Klemens Unger im Kulturausschuss noch Geschichten ĂŒber eine EigentĂŒmerversammlung, die man erst abwarten mĂŒsse und davon, dass das alles furchtbar kompliziert sei. Nachdem die mittelscharfe CSU-Connection ohne Zutun von Unger oder anderen Vertretern der Stadt öffentlich bekannt wurde, passierte erst einmal nichts. Nach Protesten der Opposition griff Unger schließlich den Vorschlag auf, eine Bodenplatte vor dem GebĂ€ude zu verlegen. Ein Beschluss wurde gefasst und wieder zogen zwei Jahre der UntĂ€tigkeit und AusflĂŒchte ins Land.

Doch plötzlich – im vergangenen April – war sie da, diese Platte. Klammheimlich verlegt, ohne dass der Stadtrat irgendetwas davon erfahren hĂ€tte. Mit einem Text, dessen Verfasser nicht bekannt ist und fĂŒr den auch niemand verantwortlich sein will. Ein Text, der nicht nur bei StadtrĂ€ten, sondern auch bei Historikern Grausen auslöst. Bekannt wurde das erst im August. WĂ­eder gab es Proteste. Schließlich ĂŒbernahm es SPD-BĂŒrgermeister Joachim Wolbergs, Unger, den Text, die Platte, die vier Jahre wĂ€hrende UntĂ€tigkeit und UnfĂ€higkeit zu verteidigen und sich gleich noch als Schutzschild vor den OberbĂŒrgermeister zu stellen, der eigentlicher HauptempfĂ€nger aller Kritik wĂ€re. Erneut wurde ein Beschluss gefasst.

Eine externe Arbeitsgruppe sollte es nun besorgen, einen Text fĂŒr eine Platte oder Tafel zu erarbeiten, auf der dann irgendetwas steht, das irgendwie so formuliert sein soll, dass man auch die alte Platte, die ja irgendwie doch „historisch korrekt, aber anders gemeint“ (Wolbergs) sein soll, liegen lassen kann. Nicht dass da noch irgendwer sagt, irgendjemand hĂ€tte irgendwas falsch gemacht. Und natĂŒrlich soll es auch etwas mit einem wĂŒrdigen Gedenken und der historischen Wahrheit zu tun haben. Nicht, dass man das noch vergisst. Diese zweite Platte oder Tafel soll dann irgendwo verlegt oder angebracht werden. Irgendwann. Wenn sich dann noch jemand daran erinnert oder dafĂŒr interessiert.

„Ich teile die Empörung darĂŒber, wie mit diesem Thema umgegangen wird. Es ist schade, dass der Eindruck entstanden ist, die SPD wĂŒrde sich hier wegducken. Ich werde das Thema weiter verfolgen.“ Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) Foto: Archiv

Der Kulturreferent, nach diesem Beschluss beauftragt, potentielle Mitglieder dieser Arbeitsgruppe zu einem ersten Treffen einladen, hat das – binnen fast fĂŒnf Monaten – leider noch nicht geschafft. FĂŒr die nĂ€chste Sitzung des Kulturausschusses hat er aber, das ließ er am Sonntag ausrichten, einen „Zwischenbericht“ vorbereitet. Wieder einmal. Vermutlich ĂŒber seine erneute UntĂ€tigkeit. Hans Simon-Pelanda, der – das wurde zumindest dem Stadtrat erzĂ€hlt – ebenfalls bei dieser Gruppe mitarbeiten soll, hat einen Brief an die Fraktionen und die Stadt geschrieben, VorschlĂ€ge fĂŒr einen Text unterbreitet. Das ist auch schon wieder ein Weilchen her. Einige Stadtratsfraktionen haben geantwortet, sagt er am Sonntag. „Manche sehr ausfĂŒhrlich.“ Von offizieller Seite gab es dagegen nicht einmal eine EingangsbestĂ€tigung. Nicht von den BĂŒrgermeistern. Nicht vom Kulturreferenten. Cowboys im Vollrausch lassen sich doch nicht von einem Wanderprediger stören.

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Kommentare (22)

  • Andreas Schmal

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    Anwcheinend ist es halt so, dass ein Stadtratsbeschluss fĂŒr den Kulturreferenten nur so eine Art unverbindliche Empfehlung fĂŒr ein TĂ€tig werden bei Lust und Laune ist.
    Man muss aber nicht wirklich.

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  • Neuromancerro

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    Diese Geschichte lÀsst einen rot werden vor Scham.
    DieseGeschichte sollte eigentlich Auslöser sein, das Pack aus dem Amt zu jagen, dass so etwas zulÀsst.
    Diese Geschichte muss immer und immer wieder erzÀhlt werden.
    Dieser Text lÀsst es an Deutlichkeit nicht fehlen.
    Dieses Jahr muss sich etwas Àndern!

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  • daAnder

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    @Neuromancerro:

    Du hast Recht!

    Tu uns einen Gefallen, Àndere Dein Bild, nicht wegen uns, wegen der Menschen, die drauf sind, Danke!

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  • Kulturpapst

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    Aber ein Kulturfest im Stadtpark ausrichten! FĂŒr 300.000 Euro. Immerhin wird da Verdis Requiem aufgefĂŒhrt – das Wochenblatt meint gar, es sei eine Verdi-Oper – ist es aber nicht – das könnte man doch den Opfern der Außenstelle Colosseum KZ FloßenbĂŒrg widmen. Es ist wirklich nicht zu fassen, was in Regensburg alles möglich und unmöglich ist. Als Gast will ja nicht ĂŒber GebĂŒhr meckern, aber es fehlt m.E. an der vierten Macht in Regensburg, der Presse, die hier korrigierend eingreifen mĂŒsste. MZ voll auf Stadtrats-Koalitionslinie und das Wochenblatt bringt nur mehr Party-Pix, Fotos von besoffenen Weibern und Playboybunnys oder DSDS-Idioten. Da ist ein Rufer in der WĂŒste wie der sehr verdiente Herr Simon-Pelana auf verlorenem Posten. Volk dumm machen, dann kann man mit ihm verfahren nach GutdĂŒnken. Gott bewahre Regensburg vor seinen Medien!

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  • Gondrino

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    Hier im Konkreten zeigt sich, wie wir mit unser Vergangenheit umgehen, in wie weit wir in der Lage sind Schuld einzugestehen. Anscheinend ist VerdrĂ€ngen einfacher. Es ist nicht nur eine Schande der regierenden StadtrĂ€te, sondern eigentlich aller Regensburger, die lieber wegschauen und mit dem “Thema” nix mehr zutun haben wollen. “Ist ja schon so viel gesagt worden…” Doch hier, wie ĂŒbrigens auch an anderen Orten unserer Republik, zeigt sich, dass sich viele mit den Opfern nicht wirklich solidarisch erklĂ€ren können, weil sie nĂ€mlich noch nicht mal die Schuld oder Schande wahrhaben wollen, denn “schließlich hat ja niemand was gewusst” und jetzt will man es erst recht vergessen, doch VerdrĂ€ngen heilt nicht. So bleibt die Schande immer bestehen.

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  • Thomas R.

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    Lieber Gondrino,

    ich werde niemals die Schuld an einem Verbrechen eingestehen, welches ich nicht begangen habe.

    Das Ă€ndert nichts daran, dass man natĂŒrlich und selbstverstĂ€ndlich diese Geschichte immer wieder erzĂ€hlen und der Opfer gedenken muss.

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  • Regensburger

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    Man sollte die Opfer der Nationalsozialismus nie vergessen, aber ich selbst als Deutscher bin ich nicht bereit, diesen (ungerechten) Mitschuld ganzes Leben mit zutragen. Ich fĂŒhle mich fĂŒr die unmenschlichen Taten nicht verantwortlich. Ich bin selbst „noch ein lebender Kriegsopfer“ der durch die Regierungspolitik weiterhin diskriminiert ist. Nicht der Kulturreferent der Stadt Regensburg ist fĂŒr diese MissverstĂ€nde mit der Gedenktafel verantwortlich, sondern die ganze Politik der Bundesrepublik Deutschland. Zitat aus dem Brief des Bundesministeriums fĂŒr Arbeit und Soziales vom 29.November 2007:“ Mit dem Kriegsfolgenbereinigungsgesetz hat der Gesetzgeber einen Schlussstrich unter die gesamte Kriegsfolgengesetzgebung gezogen.“ Ein Satz der sagt mehr als die ganze Diskussion oder die Schuldzuweisungen. In dem Stadtrat sind auch KĂŒnstler die einen Entwurf fĂŒr ein ehrenwĂŒrdigen Denkmal fĂŒr die KZ – Opfer entworfen können.
    Wenn keiner Tafel an dem Haus, so ein Denkmal vor dem Haus.

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  • Fr.Stren

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    Die gedenkpolitische Situation in R. ist widersprĂŒchlich-heuchlerisch, nicht zuletzt da OB Schaidinger – wohl (hauptsĂ€chlich?) aus einem politischen Abgrenzungs- und Selbstdarstellungsinteresse heraus – durchaus in der Lage ist, Verantwortlichkeiten zu benennen.

    Mit seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag 2008 hĂ€tte er auch in der o.g. Veranstaltung auftreten können und weitgehende Zustimmung bekommen (ĂŒbrigens mehr als die weinerlich-opportunistische Betroffenheitsrede der SPD-StadtrĂ€tin: Wir-von-SPD-waren-auch-NS-Opfer und deshalb sind wir immer schon fĂŒr eine Colosseum-Gedenktafel gewesen).

    Schaidinger 2008:
    „Meine Damen und Herren,
    ich habe mich heute der nicht leichten Aufgabe unterzogen, Ereignisse in Regensburg und auch Namen zu nennen. Damit will ich gerade jĂŒngeren MitbĂŒrgern und MitbĂŒrgerinnen vor Augen fĂŒhren, dass wir auch in unserer friedlichen Stadt nicht gefeit sind, dem Unrecht in die HĂ€nde zu spielen, ja selbst TĂ€ter zu werden.“
    (Siehe: http://www.regensburg.de/rathaus/aktuelles/ansprachen-und-reden/archiv-2008/ob-hans-schaidinger-2008/gedenkveranstaltung-fuer-die-opfer-des-nationalsozialismus/9851)

    Der sachlich verantwortliche Kulturreferent Unger hingegen hat bislang nicht EINE halbwegs stimmige Rede zum Thema NS-Gedenken abgeliefert, nur Nebelkerzen abgefeuert. Ungers Aufgabe und SelbstverstĂ€ndnis ist es vielmehr, die konservative Mehrheit Regensburgs zu reprĂ€sentieren (welche kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit der christlich-judenfeindlichen NS-Geschichte bzw. dem Vernichtungskrieg hat), die Thematik KZ-Außenlager Colosseum solange in Arbeitsgruppen und Zwischenberichten versanden zu lassen, bis sich in Regensburg restlos alles um Welterbe, Touristen und Gastronomie dreht.

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  • JĂŒrgen Huber

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    Wenn die SPD StadtrĂ€tInnen Neuner, Malz-Schwarzfischer und Mayer einmal fĂŒr einen meiner AntrĂ€ge zum KZ-Aussenlager gestimmt hĂ€tten, könnte sich Frau Malz-Schwarzfischer heute die Betroffenheitsgeste (s.o.) sparen. Nur Margit Wild hatte ihre Bedenken, meinen Antrag abzulehnen. DafĂŒr wurde sie dann schnell von Fraktionschef Hartl aus dem Ausschuss genommen. NUR durch die Stimmen der SPD wurde jede meiner Initiativen zum Colosseum abgeschmettert. Von der CSU war nicht mehr zu erwarten, aber die SPD, als Opfer des NS! Der SPD-BĂŒrgermeister Wolbergs hat im Gegensatz zu den StadtrĂ€tInnen (ich hatte darum gebeten) die Platte vor der Verlegung gesehen und sie durchgewunken. Wolbergs hat zugestimmt!!! Und es ist Wolbergs, der Unger bei JEDER Gelegenheit verteidigt, also deckt, was der macht. Die SPD heuchelt in Sachen Colosseum so ungemein, dass ich mich hier erneut zu Wort melden muss. Messt sie an ihren Taten! Jetzt, wo sie seit 4 Jahren an der Macht sind.
    JĂŒrgen Huber

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  • mkveits

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    Was folgt der Empörung?

    Was ist zu tun – nach der Empörung, der sich auch u.a. Frau StadtrĂ€tin Gertrud Maltz-Schwarzfischer anschloss?

    Ich lese:
    “Eine Geldspende der SchĂŒler fĂŒr eine Tafel verflĂŒchtigte sich irgendwo in den Weiten des stĂ€dtischen Haushalts.”

    Wenn, besser: falls das zutrifft, sollte an dieser Stelle ein “Hebel” angesetzt werden. Denn ein solcher Akt hĂ€tte ggf. juristische Bedeutung, Amtswalter, die fĂŒr den Verbleib des Geldes verantwortlich zeichnen, sind auszumachen.

    Der neue BP sprach Wochen vor seiner Wahl sinngemĂ€ĂŸ auch davon, das GleichgĂŒltigkeit und Verantwortungslosigkeit verschiedene Seiten der gleichen Medaille sind.

    Und ich fĂŒge hinzu: In dem Wort ÂŽVerantwortung` steckt das Wort `Antwort`.

    Eine den historischen Fakten angemessene Antwort zu geben, ist Aufgabe der Regensburger Zivilgesellschaft.

    Gauck am 18. MĂ€rz:
    “Es ist unser Land, in dem wir Verantwortung ĂŒbernehmen, wie es auch unser Land ist, wenn wir die Verantwortung scheuen.”

    Mit der Recherche nach dem verbliebenen Spendengeld mag sich in der Folge leichter Öffentlichkeit herstellen lassen, so dass sich Verwaltung, Stadtrat und BĂŒrgerschaft im Wege des so entstandenen Druckes auf ein gemeinsames Vorgehen verstĂ€ndigen werden (mĂŒssen).

    mkveits

    Hinweis auf Stéphane Hessel: Er sagt:

    “Genug empört, jetzt wird gehandelt!”

    “Wir mĂŒssen handeln, und zwar mit den Mitteln der Demokratie. Dazu gehören die Beteiligung an Protesten, internationale Zusammenarbeit sowie persönliches Engagement im Kleinen. Aber vor allem brauchen wir eines: den Glauben daran, dass unser bĂŒrgerliches Engagement die Welt verĂ€ndern kann.”

    Quellen:
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,749612,00.html
    http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc/buch.php?id=17920

    Gaucks Rede
    http://www.bundespraesident.de/DE/Home/home_node.html

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  • gurgel

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    @ huber

    Wer zwei von 4 Namen von Stadtratskolleginnen falsch schreibt dokumentiert damit auch etwas, lieber Herr Huber.

    Herr Huber hören sie auf mit ihrer selbstdarsellerischen Dampfplauderei.
    Haben sie vor ihrem Kommentar mal zum Telefon gegriffen und beim Kulturreferenten nachgefragt, was mit dem letzten Stadtratsbeschluss passiert ist, oder hatten sie Angst davor dann eine Auskunft zu bekommen, die ihr ArgumentationshĂ€uschen hĂ€tte einstĂŒrzen lassen.

    Die SPD verfolgt seit mehr 20 Jahren das Ziel eines wĂŒrdigen Gedenkens in Stadtamhof. Die Sturheit der diversen Hausbesitzer durch deren HĂ€nde das Colusseum gegangen ist war dabei wenig hilfreich zur Problemlösung.

    Deshalb kam es auch zu dem Gedenkstein in der Amtszeit von Christa Meier (mit ei nicht mit ay Herr Huber)

    Um dieses Thema in Regensburg zu erkennen mußte man nicht warten bis Herr Huber Stadtrat wurde – vorher hat es ihn offensichtlich gar nicht so interessiert, zumindest sind dafĂŒr keine Belege bekannt. Engagierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger außerhalb und innerhalb der SPD waren lange vor Herrn Huber aktiv.

    Jetzt als Stadtrat braucht er halt auch irgendein Thema mit dem er sich öffentlich darstellen kann. Habt VerstĂ€ndnis, der Mann kĂ€mpft um einen guten Listenplatz und ein sicheres Nebeneinkommen fĂŒr/ab 2014. Was interssiert ihn da die Geschichte vor seiner StadtratstĂ€tigkeit, wenn er dem politischen Gegner eine reinwĂŒrgen will.

    Im ĂŒbrigen kann ich mich Thomas R. nur anschließen. Ich lass mir von niemand eine Schuld an Verbrechen einreden die 25 vor meiner Zeit begangen wurden. basta.

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  • Kronenklauer

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    Da hat doch der JĂŒrgen Huber völlig recht. Messt Sie (auch) an ihren Taten! Die sympathischen unter den SPD StadtrĂ€ten stimmen meines Wissens immer nur im Fraktionszwang womöglich gegen ihre eigenen Ansichten.Wer im entscheidenden Moment ausschert wird mit bösen Blicken aus der eigenen Fraktion eingeschĂŒchtert und kreidebleich. Das ist doch durchaus bedauerlich. Das (symbolische) Engagement der SPD StadtrĂ€te ausserhalb des Stadtrats ist dennoch nicht zu unterschĂ€tzen. Sicherlich beeinflußen Sie somit das politische Klima in dem sie leider mitstimmen mĂŒssen. Das wiederum ist absolut verantwortungsvoll, mutig und aufrichtig.

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  • Gondrino

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    Zur Klarstellung: ich meinte nicht persönliche Schuld, sondern gesellschaftliche Schuld und die besteht so lange bis den Opfern wĂŒrdig gedacht ist. Und dass das so lange dauert ist darĂŒber hinaus noch eine Schande fĂŒr alle politisch Verantwortlichen!!

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  • mkveits

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    Mit “… sellerischer Dampfplauderei” kommen wir nicht weiter. Auch nicht mit einer Art doppelten Moral/Haltung, die das jeweilige RĂŒckgrat vor dem stĂ€dtischen Sitzungssaal abgibt, um auf eine Karikatur von Jo Weller anzuspielen.

    “BĂŒrgerbeteiligung als Motor der kommunalen Entwicklung” – heißt eine Veranstaltung der STIFTUNG MITARBEIT, auf die ich gerne hinweisen möchte (Website). Es geht darum, die “Demokratie nachhaltig zu stĂ€rken”, wie es in der AnkĂŒndigung heißt.

    Dazu zĂ€hlt auch, nicht in Gleich-GĂŒltigkeit zu verharren, sondern, wie Huber, auf WidersprĂŒchliches hinzuweisen, wenn der Freiheit der MeinungsĂ€ußerung und Überzeugung im Rat der Stadt entgegengearbeitet wird und fĂŒr ihn dort Erlebtes mit der jetzt nach außen getragenen RealitĂ€t nicht in Einklang steht.

    Wer dieser seiner Darstellung kaum ein Sachargument entgegenhalten kann, der mag sich Gedanken machen ĂŒber die verschenkten FrĂŒchte eines ergiebigen Streites, von dem die Demokratie lebt; sie lebt nicht von einer nach außen getragenen “Geschlossenheit” jeglicher Partei. Wie das “Ab-Nicken” zu innerparteilichen Fehlentwicklungen fĂŒhrt, das exerziert seit Jahr und Tag die CSU (auch in ihren Schattierungen) vor. Die SPD scheint sich dieser Fehlentwicklung seit 2008 anzuschließen und bereitet damit – welch eine FĂŒgung – den Boden fĂŒr neue kommunale bĂŒrgerschaftliche KrĂ€fte, die einer ÖKO-SOZIALEN KEHRTWENDE in R. den Weg bereitet.

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  • Pragmatiker

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    Eigentlich interessiert mich das alles nicht so arg. Ewig Gestrige bleiben halt ewig Gestrige, so what. Hab mir allerdings vor ein paar Tagen zufĂ€llig die DVD “Das schreckliche MĂ€dchen” von Michael Verhoeven angeschaut, und irgendwie erinnert mich die hiesige Diskussion ganz arg an das, was im Film (in “Vilzing”) und in echt (in Passau) abging, als ein MĂ€dchen mal wissen wollte, wie das denn so war im StĂ€dtchen vor 50, 60 Jahren. Naja, und angesichts der Scheinheiligkeit und Pseudo-Engagiertheit der bigotten SPD-StadtrĂ€te könnte ich bloß noch kot.en.

    Wie schon frĂŒher mal geschrieben: Erst fĂŒr allen Sch… dieser Welt stimmen, die Damen Schmalzfischer und Konsorten, immer brav entschuldigt wegen des brutalen Fraktions”zwangs” (ach Gottchen, was fĂŒr ein schlimmer, pöser, unentrinnbarer Zwang…) – und hinterher die dicke Gutmenschenhose markieren. Pfui Teufel.

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