Immer diese Ankündigungen...

Papst-Kult statt Erinnerungskultur

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morgen1„Noch heuer“ soll es nach dem Willen des Oberbürgermeisters ein Papst-Denkmal geben. Den Gegnern sollte ob solcher Versprechen aber nicht bange sein. Das gab es schon öfter.

Manche haben es vielleicht schon mitbekommen: In Regensburg gibt es eine neue Kultur des Gedenkens und Erinnerns. Anstatt entsprechende Anliegen zu ignorieren und deren Diskussion im Stadtrat zu verzögern, anstatt solche Themen einfach auszusitzen und irgendwelche Konzepte in Auftrag zu geben, die dann der Vergessenheit anheim fallen, wird neuerdings rasch gehandelt, gegebene Versprechen werden eingehalten und nahezu unmittelbar umgesetzt. Das könnte man zumindest meinen, wenn man ein aktuelles Beispiel beobachtet.

Die CSU wünscht sich – neben einem riesengroßen Kreuz am Oberislinger Feld, einer Bronzetafel im Dom, einer Büste an der Universität Regensburg und einer Tafel an seinem früheren Wohnhaus in Pentling – nun endlich ein Denkmal für den früheren Papst Benedikt XVI. – „an zentraler Stelle im öffentlichen Raum“, wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet. „Keine anderer Regensburger“ habe nämlich „je eine solche Bekanntheit erreicht“ wie der in Marktl am Inn geborene Joseph Ratzinger, weiß Stadtrat Armin Gugau.

OB begeistert, Koalition skeptisch

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs scheint von der Idee begeistert zu sein. Die Planungen seien schon weit vorangeschritten, so der OB gegenüber der MZ. „Wenn es irgendwie geht, will ich es noch heuer realisieren. Und wenn wir so etwas machen, dann machen wir es natürlich an prominenter Stelle.“ Die Finanzierung sei „überhaupt kein Problem“.

In der Koalition, wo offenbar noch nicht jeder Stadtrat weiß, was „wir“ so alles machen, hält sich die Begeisterung für ein problemlos zu finanzierendes Papst-Denkmal an prominenter Stelle eher in Grenzen. Margit Kunc (Grüne) hält die bisherigen öffentlichen Papst-Erinnerungen für ausreichend. Piratin Tina Lorenz hat via Twitter eine Regentonne, es könnte auch ein Aschenbecher sein, zum neuen Papst-Denkmal erkoren und damit nicht wirklich Zustimmung signalisiert. Ja selbst die Linke – sonst dem Oberbürgermeister und seinen Vorschlägen stets zugetan – lehnt diese Idee ab.

Immer diese Versprechen und Ankündigungen…

Ihnen bleibt die Hoffnung, dass es sich mit der oberbürgermeisterlichen Zusage für ein Papst-Denkmal ähnlich verhält, wie mit seinen Versprechen für Gedenk- und Erinnerungstafeln an anderer Stelle – dem ehemaligen KZ-Außenlager Colosseum in Stadtamhof. Vor ziemlich genau drei Jahren hatte eine Expertengruppe die dort von der Stadt klammheimlich verlegte Bodenplatte als „verschleiernd“ und „fast grotesk“ bezeichnet.

Gesucht: ein würdiges Denkmal an prominenter Stelle. Foto: Wikimedia Commons/ pm

Gesucht: ein würdiges Denkmal an prominenter Stelle. Fotomontage: Martin Oswald mit Wikimedia Commons/ pm

Keine zwei Jahre später versprach Wolbergs gegenüber der MZ, dass die Bodenplatte spätestens im Mai entfernt werden würde – im Mai 2015 wohlgemerkt. Anstatt der Platte solle es eine Gedenktafel am Gebäude für die dort eingesperrten und ermordeten Zwangsarbeiter geben, kündigte der OB weiter an. Der Text werde gerade formuliert.

Das ist zwischenzeitlich auch schon wieder ein Jahr her, die groteske Bodenplatte liegt nach wie vor unberührt herum und den Text für eine Gedenktafel zu formulieren, scheint den Herausforderungen einer Doktorarbeit gleichzukommen. Er harrt weiter seiner Fertigstellung.

Vor diesem Hintergrund sollte den Gegner eines Papst-Denkmals nicht bange sein: Was die Gedenk- und Erinnerungskultur in Regensburg betrifft, sind Aussitzen und Ignorieren dem vollmundigen und folgenlosen Ankündigen gewichen.

„Wer schnell ja sagt, hält selten sein Wort.“ Laotse

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Kommentare (59)

  • Mr. T

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    Soll das dann eine Büste werden oder in ganzer Gestalt? Nackt wie David, in Soutane oder seiner HJ-Uniform? Oder eher was abstraktes, wie es Tina Lorenz vorschlägt?
    Ich bin gespannt!
    Wenn es an zentralem Ort realisiert wird, könnte man dadurch wenigstens die Altstdatbewohner beruhigen, wenn nicht mehr in jeden Hauseingang und an jede Ecke gepinkelt wird, sondern dies auch an zentral gelegenen, dafür attraktiveren Orten geschieht.

  • aucheinehemaliger

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    Tina, so geht das nicht, so ganz ohne Segen und Weihe. Pontifikalamt mit den Domspatzen, hochrangige Vertreter von Politik und Wirtschaft, der Unipräsident, “Fürstin“ Gloria, das Jahnpräsidium, MZ und Wobla, Vereine, Kinder, die Bürgermeister der Partnerstädte, Hundkatzemaus…..
    Kittel als Veranstalter. So geht das!

  • Angelika Oetken

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    Ich möchte die Stadtverordneten und Bürgermeister Wolbergs unbedingt ermutigen, so schnell wie möglich ein solches Papstdenkmal zu errichten. Diese Stätte würde sich vermutlich sehr zügig zu einem Ort der nachhaltigen Aufklärung und des angemessenen Gedenkens an eine Person, die ein gleichsam typischer wie wirkmächtiger Vertreter seines Berufsstandes ist entwickeln.

  • Betonkopf

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    Das Papstdenkmal ist ja nun nicht das Problem.
    Regensburg steht voller Stauen über deren Sinn man ausgiebig streiten kann. Vielleicht könnte man den König an der ehemaligen Post gegenüber dem Dom wegreißen, dann nimmt der Papst nicht noch mehr Parkplätze weg.
    Die Sache mit der Gedenkplatte am ehemaligen KZ ist sehr viel ärgerlicher, weil ernster und dringlicher.

  • Regensburgerin

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    Pappst hier-Kreuzchen dort! Wie in Polen! Dort kannst an jeder Ecke ein Foto mit Pappst machen und damit bist schon fast heilig.
    21.Jahrhundert und mitten in Europa – brauchen wir das wirklich? Grade haben gestritten, ob die heiligen Kreuze aus den Schulen verschwinden sollen! Und jetzt wieder zwei Schritte zurück. Ärgerlich…Wer beten will, kann doch in der Kirche gehen. Warum soll ich als Atheistin diese Figur mitten in der Stadt sehen? Ich dachte wir haben Staat und Religion getrennt. Die ganze Eile kommt wahrscheinlich daher, dass Flüchtlinge spüren: WIR SIND HIER IM CHRISTLICHEN LAND!

  • Matthias B.

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    Das Papst-Benedikt-Denkmal gibt es bereits. Es ist nicht aus Marmor, es ist nicht aus Bronze, es ist die inzwischen zum gefügelten Wort gewordene „Regensburger Rede“.
    Auch wenn es nicht alle Exegeten korrekt auslegen mögen, mit ihm sind Benedikt XVI. UND Regensburg zusammen in die Annalen eingegangen.

  • JürgenRei

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    Da könnte man doch gleich noch eins für seinen Bruder „Schorsch“ und Manfred Müller dazustellen – dann würden sich die 3 Affen gradezu anbieten.
    Nix hören – nix sehen – nix sagen

  • HutzelWutzel

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    Muß ich schon mal schreiben: Ihr seid alle super ultra böse und gemein. ;-)

    Eine Papst-Statue könnte Regensburg wirklich nicht schaden. So lange die Mißbrauchsfälle nicht geklärt sind, tut eine solche Statue sogar gut, weil man diese wunderbar mit sog. „augmented reality“ mit Online-Informationen zur Mißbrauchssache verknüpfen kann. Ihr werdet sehen wie schnell dann die Fälle aufgeklärt sind, denn „das Internet vergißt nichts“.

  • Dieter

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    Ein berühmter Regensburger aus Marktl am Inn. So so…dann auch noch der ‚mutige‘ Rücktritts-Papst, das religiöse Pendant zu Horst Köhler. So eine Frührentner-Statue hat Regensburg gerade noch gefehlt.

  • Wolfram Heinrich

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    Normalerweise werden einem Menschen erst dann Straßen gewidmet oder Denkmäler errichtet, wenn der Betreffende bereits tot ist. Noch zu seinen Lebzeiten über ein Denkmal für Benedikt (ubi bene ibi patria) auch nur zu diskutieren ist ausgesprochen geschmacklos.

    Ciao
    Wolfram

  • joey

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    Büste an der Uni von mir aus, aber der Dom gehört dem Freistaat und das Feld braucht kein Kreuz. Die Gipfelkreuze braucht man nicht entfernen und Weihnachten ist nicht das Winterfest, und den Dom lassen wir sowohl in Kölle wie in Regensburg – aber Papst Benedikt gehört nach seinem Lebensschwerpunkt einfach nur in den Vatikan.

    Benedikt wäre so ein Riesenkreuz wohl auch persönlich unangenehm. Eine seiner unbestrittenen Tugenden ist (neben einigen großen Fehlern) nämlich eine gewisse Uneitelkeit und Bescheidenheit.

  • Angelika Oetken

    |

    „Noch zu seinen Lebzeiten über ein Denkmal für Benedikt (ubi bene ibi patria) auch nur zu diskutieren ist ausgesprochen geschmacklos.“

    @Wolfram Heinrich,

    dass Stadtrat und Bürgermeister das aber trotzdem tun, um so aufschlussreicher.

    MfG,
    Angelika Oetken

  • Lothgaßler

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    Ich kann nicht erkennen, dass der ehemalige Oberhirte der römisch-katholischen Kirche sich in irgendeiner Weise für Regensburg verdient gemacht hätte. Auch kann ich kein Lebenswerk erkennen, weswegen wir uns an ihn erinnern sollten. Was über sein enges Weltbild hinaus hat er für die Gesellschaft geleistet? Einfach nur in der römisch-katholischen Priesterkaste Karriere zu machen, das reicht nicht!

  • Coffin Corner

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    Die von den „Päpstlichen Geheimnis“ betroffenen Missbrauchsopfer, denen man bis heute Aufarbeitung und Anerkennung verweigert, würden sicher achtungsvoll den Hut ziehen beim Vorübergehen.
    Deshalb macht erst die Dreierkombi Beppi, Schorschi und GLM so richtig Sinn.
    Im Hintergrund dann GV Fuchs und der Bistumssprecher, am Besten auf den Knien und mit dem Weihrauchfass.

  • Angelika Oetken

    |

    Wenn die – echte – Aufklärung, die welche durch Medien, Opfer und Mitbetroffene betrieben wird, weiter so gut läuft wie bisher und irgendwann auch mal zu entsprechenden Konsequenzen führt, dann werden nicht nur die Regensburger CSU-Mitglieder noch lange Zeit jede Menge Gründe haben, an Joseph Ratzinger zu denken.

    Man könnte sich insofern auch das Geld für diese vier geplanten Devotionalstätten sparen und es lieber in Projekte stecken, die den BewohnerInnen der Stadt etwas bringen.

  • Angelika Oetken

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    „Muß ich schon mal schreiben: Ihr seid alle super ultra böse und gemein. ;-)“

    @HutzelWutzel,

    bitte nicht den Inhalt der Botschaft mit deren ÜberbringerInnen verwechseln :) Und: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“.

    VG
    Angelika Oetken

    P.S. Sie sind doch recht sprachkundig: gibt es eine Steigerung von Sarkasmus? Für das, was sich da gerade wieder abspielt, fehlen mir nämlich die Worte. Es haben doch alle Bescheid gewusst. Nur offen gesprochen wurde nicht drüber. Bisher jedenfalls. Was soll das jetzt mit diesen Gedenktafeln und -mälern? Das ist doch nicht mal mehr nur peinlich und für ein Ablenkungsmanöver zu offensichtlich.

  • Ulrich Lechte

    |

    Ein Deutscher wird Papst… Das gab es über 500 Jahre nicht mehr. Ein Papst in Regensburg, das hatte über 1.000 Jahre gedauert! Diesem Regensburg verbundenen Oberhaupt einer Weltreligion von über einer Milliarde (!) Menschen in Regensburg zu gedenken, indem man eine Statue aufstellt, ist nur recht und billig. Dies in Kontext mit unaufgeklärten Missbrauchskandalen zu setzen, ist hingegen nur billig, da der Person des Papstes Benedikt bis heute kein persönlicher Vorwurf zu machen ist. Kein Regensburger oder Regensburg verbundener Mensch hat es in der Geschichte weiter gebracht als Josef Ratzinger. Das ist ein Fakt, den man kaum wegdiskutieren kann.

  • MiReg

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    @Ulrich Lechte:

    Danke für Ihr Statement, es spricht mir aus der Seele.
    So sicher bin ich mir aber nicht bei Ihrer Aussage „Kein Regensburger oder Regensburg verbundener Mensch hat es in der Geschichte weiter gebracht als Josef Ratzinger“: Albertus Magnus war auch mit Regensburg stark verbunden, und sein Genius hat Revolutionäres bewirkt und ist auch 750 Jahre später noch höchst anerkannt.

  • Ulf

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    Es gibt wenig, dass mich so sehr anwidert wie der Lokalpatriotismus mit dem dieser weltentrückte erzkonservative Opa in gewissen Kreisen offenbar immer noch gefeiert wird. Der Ratzinger, des is oana vo uns. Darauf eine Grenzzaun-Halbe.

  • aucheinehemaliger

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    @Ulrich Lech

    Kein persönlicher Vorwurf? Na, sie sind ja toll informiert!

  • Coffin Corner

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    Ist die Anordnung des päpstlichen Geheimnisses und damit die Verhinderung von Strafanzeigen bei den Behörden noch nicht Vorwurf genug?

  • Angelika Oetken

    |

    „Kein Regensburger oder Regensburg verbundener Mensch hat es in der Geschichte weiter gebracht als Josef Ratzinger.“

    @Ulrich Lechte,

    es kommt doch darauf an, welchen Maßstab man anlegt. Die Geschichtsbücher sind voll mit Leuten, denen ihre Heimatstädte keinerlei Denkmäler setzen würden. Und zwar weltweit. Abgesehen vielleicht von Nordkorea.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Eine bekannte Expertin für den katholischen Glauben ist nicht ganz so überzeugt davon, dass Joseph Ratzinger mit seiner Lebensleistung Gutes bewirkt habe
    http://derstandard.at/1361240413329/Uta-Ranke-Heinemann-Papst-Sexualmoral-Kondome

    Auf „derStandard.at“ sind noch weitere interessante Interviews mit Frau Ranke-Heinemann veröffentlicht worden. Der Papst im Ruhestand und sie haben in München an der LMU mal zusammen Theologie studiert und sich gegenseitig dabei unterstützt, ihre Arbeiten ins Lateinische zu übersetzen
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-02/papst-benedikt-ratzinger-ranke-heinemann

  • Coffin Corner

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    Das ist eine herzensgute Frau, aber manche ihrer Auftritte geraten geradezu grotesk.
    (Einfach mal bei youtube suchen). In katholischen Kreisen wird sie selbstverständlich nicht ernstgenommen, sie ist sozusagen ein „enfant terrible“.

  • menschenskind

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    Kommentar gelöscht. Keine Beleidigungen.

  • Suarez

    |

    Christian Feldmann, bekannt durch Wohlwollen gegenüber Ratzinger, schrieb jüngst in Christ&Welt:

    „2010 wurde auch bekannt, dass sich Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation im Jahre 1985 der raschen Entlassung eines pädophilen kalifornischen Geistlichen aus dem Priesteramt widersetzt hatte. Der hatte zwar sechs Kinder im Alter zwischen elf und 13 Jahren missbraucht, schien Ratzinger mit 38 Jahren aber noch zu jung zu sein, um ihn komplett aus dem Verkehr zu ziehen. Auch über den berüchtigten Pfarrer Lawrence Murphy, der in Wisconsin an einer Schule für gehörlose Kinder bis zu 200 Jungen sexuell belästigt und missbraucht haben soll, hielt der Präfekt seine schützende Hand, trotz dringender Vorhaltungen amerikanischer Erzbischöfe, diesmal angeblich aus Mitleid mit Murphys hohem Alter und Gesundheitszustand.“

    Im Ernst, einem Mann, der im rechtsradikalen Aula-verlag (der sogar der FPÖ zu rechts ist) publiziert und Missbrauchstäter IM AMT HÄLT, ein Denkmal zu setzen, das geht nicht.

    Ratzinger ist um keinen Deut besser als Josef Engert oder Hans Herrmann.

  • Angelika Oetken

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    „Ratzinger ist um keinen Deut besser als Josef Engert oder Hans Herrmann.“

    @Suarez,

    die Frage ist doch, ob Joseph Ratzinger aus einer inneren eigenen Überzeugung so argumentiert und gehandelt hat oder aus Einsicht heraus. „Einsicht“ kann auch heißen, dass man(n) das kleinere Übel wählt.

    Ich möchte noch einmal auf Kommentar 142 verweisen https://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/regensburger-domspatzen-missbrauch-zwischenstand-100.html

    VG
    Angelika Oetken

  • menschenskind

    |

    Herr Aigner, Sie sind ganz schön streng, wegen einem einzigen Wort meinen Beitrag zu löschen!
    Ok, das Wort habe ich gestrichen und versuche es jetzt noch einmal:

    Ulrich Lechte schreibt:
    „Dies in Kontext mit unaufgeklärten Missbrauchskandalen zu setzen, ist hingegen nur billig, da der Person des Papstes Benedikt bis heute kein persönlicher Vorwurf zu machen ist.“

    Nein, wirklich nicht, Herr Lechte?

    Zitat Wiki:
    In den Blick der Öffentlichkeit geriet die Amtszeit Joseph Ratzingers als Erzbischof von München und Freising im März 2010, als bekannt wurde, dass 1980 ein Priester von Essen nach München versetzt worden war, der dort sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurde. Der Priester wurde auf Bitten des Bistums Essen im Januar 1980 als Kaplan in der Erzdiözese München und Freising aufgenommen. Er sollte in München eine Therapie machen. Das Erzbistum München und Freising stellte hierzu in einer Erklärung vom 12. März 2010 fest: „Aufgrund der Aktenlage muss die Arbeitsgruppe des Ordinariates davon ausgehen, dass damals bekannt war, dass er diese Therapie vermutlich wegen sexueller Beziehungen zu Jungen machen sollte. 1980 wurde beschlossen, ihm Unterkunft in einem Pfarrhaus zu gewähren, damit er die Therapie wahrnehmen könne. Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst.“ In den 1980er Jahren hielt man Pädophilie allgemein für durchaus therapierbar. Nach umfangreichen Untersuchungen der Erzdiözese München und Freising wurde festgestellt, dass der damalige Generalvikar, als Personalverantwortlicher der Erzdiözese, den Priester abweichend von diesem Beschluss jedoch „uneingeschränkt zur Seelsorgemithilfe in einer Münchner Pfarrei angewiesen“ hatte. In der Erklärung der Erzdiözese heißt es weiter: „Der wiederholte Einsatz [des Priesters] in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler. [Der damalige Generalvikar Gruber] übernimmt für die falschen Entscheidungen die volle Verantwortung“. Der Psychiater des Priesters hatte die Erzdiözese davor gewarnt, den Geistlichen in der Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen, dies schriftlich jedoch erst 1985. Eine vereinzelt diskutierte Verwicklung des damaligen Erzbischofs in diese Personalentscheidung ist zu verneinen: „Es waren seine Untergebenen, die glaubten, sie hätten [den Priester] im Griff, der Weihbischof, der Generalvikar.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XVI.#Geistliches_Amt:_Diakon.2C_Priester_und_Erzbischof

    Ratzinger wusste spätestens seit 1980 Bescheid über den Missbrauch in seiner Kirche und er hat weder die Verantwortung übernommen noch Präventionsmaßnahmen eingeleitet, um erneuten Missbrauch innerhalb der folgenden dreißig Jahre zu vermeiden. Ratzinger ist Mitschuldiger am Vertuschen von bekannten Fällen und am Zulassen weiterer Missbrauchsfälle.

    Wie kann man so einem (wie Ratzinger), noch dazu in Regensburg, einem der Kulminationspunkte des Missbrauchs in der kath. Kirche, ein Denkmal widmen?

  • menschenskind

    |

    Seit den 1980ern besaß die kath. Kirche Kenntnis:
    The accusations began to receive wide publicity in the late 1980s. Many relate to cases in which a figure was accused of abuse for decades; such allegations were frequently made by adults or older youths years after the abuse occurred.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_Church_sexual_abuse_cases

    Wie Hohn wirken daher die Auslassungen Joseph Ratzingers aus dem Jahre 2010 gegenüber der Presse, obwohl er doch schon seit 30 Jahren allerumfassendst Bescheid wusste über die Verhältnisse in seiner Kirche:

    Zitat Wiki:
    Bei seiner Reise nach Großbritannien erklärte der Papst in der Fragestunde mit Journalisten während des Hinfluges am 16. September 2010, „daß diese Enthüllungen für mich ein Schock waren. Sie verursachen große Traurigkeit. Es fällt schwer zu verstehen, wie diese Perversion des Priesteramtes möglich war.“ Gleichzeitig skizzierte Benedikt XVI. wie er sich den zukünftigen Umgang mit Missbrauchsfällen in der römisch-katholischen Kirche vorstellte: „Was die Opfer betrifft, sind, denke ich, drei Dinge wichtig. Das erste Interesse muß den Opfern gelten: Wie können wir Wiedergutmachung leisten, was können wir tun, um diesen Menschen zu helfen, das Trauma zu überwinden, das Leben wiederzufinden, auch das Vertrauen in die Botschaft Christi wiederzufinden? (…) Das zweite ist das Problem der Schuldigen: die gerechte Strafe finden, sie von jeder Möglichkeit des Kontaktes zu Jugendlichen auszuschließen (…) Und der dritte Punkt ist die Prävention in der Ausbildung und der Auswahl der Priesteramtskandidaten. Wir müssen so aufmerksam sein, daß nach Maßgabe der menschlichen Möglichkeiten zukünftige Fälle ausgeschlossen sind.“ Er räumte ein, dass „die Autorität der Kirche nicht wachsam genug war und nicht schnell und entschieden genug die notwendigen Maßnahmen ergriffen hat. Deswegen befinden wir uns jetzt in einem Moment der Buße, der Demut und der erneuerten Aufrichtigkeit.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche#Pontifikat_Benedikts_XVI.

    Ratzinger spricht von „Prävention“.
    Ausgerechnet er!
    Er, der er ohne Mühe für diese „Prävention in der Ausbildung und der Auswahl der Priesteramtskandidaten“ schon drei Jahrzehnte zuvor hätte sorgen können!
    Er, der lieber vertuschte und Priester versetzen ließ, anstatt sie zu bestrafen oder zu entlassen.

    Entlassen wurden hingegen Geschiedene, oder solche die aus der ‚Alleinseligmachenden‘ ausgetreten waren, Familienväter, alleinerziehende Mütter, Menschen wie du und ich!

    Und so einer wird für würdig befunden, weil er Papst und langjähriger Regensburger
    war, Deutscher und Bayer, und ein Mann der Wissenschaften ist, ein Denkmal zu erhalten?

    In was für einer Welt leben wir nur?

    In einer, in der die sittlichen, moralischen, humanen Werte, wie in George Orwells Romanen, umgekehrt werden?

    Schande, sowas!

  • Bluebeardy

    |

    Man wußte schon seit den 50ern im Vatikan Bescheid, tat aber nichts…..

    Vor dem Problem klerikaler sexualisierter Gewalt warnte seit den 50ern Bruder Fitzgerald von der Congregation of the Servants of the Paraclete (vergleichbar dem Recollectio-Haus von Wunibald Müller) die Bischöfe und den Vatikan vor der Gefährlichkeit klerikaler Pädosexualtäter nebst der Unmöglichkeit einer Besserung durch Therapie und empfahl die Demission (defrocking) der Priester. Durch ständige Rückfälle der Täter entmutigt, wollte er sogar eine isolierte Insel kaufen, um dort ein retreat zu errichten.

    Auch Baars hatte 1971 in seinem „The Role of the Church in the Causation, Treatment and Prevention of the Crisis in the Priesthood “ die Weltbischofssynode in Rom 1970 vor klerikalen Tätern gewarnt.

    von 2001 bis 2014 sind nun insgesamt 384 von 3000 vor der Glaubenskongregation angeklagte Priester laisiert worden, der Rest zu „Einkehr und Gebet“ verurteilt worden.

  • Angelika Oetken

    |

    „Er, der lieber vertuschte und Priester versetzen ließ, anstatt sie zu bestrafen oder zu entlassen.“

    @menschenskind,

    versetzen wir uns doch mal in die Lage von hohen Klerikern vom Schlage eines Joseph Ratzinger: wie würden wohl die Kollegen reagieren, wenn ein notorischer Saulus plötzlich den Paulus mimt? Meinen Sie, die Priesterschaft hätte einen wirklich integeren Mann in so eine hohe Position befördert?

    VG
    Angelika Oetken

  • Mathilde Vietze

    |

    Also, es gibt derzeit in unserer Gesellschaft
    wirklich wichtigere Dinge, als die Frage, ob
    B 16 nun ein Denkmal erhalten soll oder
    nicht. Mich kratzt das überhaupt nicht,
    wohl aber die Tatsache, daß bei uns im
    Lande die Rechtsradikalen derart erstarkt
    sind, daß man sich schämen muß.
    D a s ist ein Thema, mit dem man sich
    auseinandersetzen m u ß .

  • menschenskind

    |

    Nur gut, dass Ratzinger vor allem international mit den Pädophilenskandalen in Zusammenhang gebracht wird, dass er nicht mehr raus kommt, aus seiner Verantwortung.

    Hier einige lesenswerte Webseiten in einer verständlichen Fremdsprache:
    Die römische Kurie antwortet…
    https://en.wikipedia.org/wiki/Curial_response_to_Catholic_sexual_abuse_cases

    Der Kirche Antwort…
    https://en.wikipedia.org/wiki/Ecclesiastical_response_to_Catholic_sexual_abuse_cases#Prevention_efforts

    Die Fälle weltweit…
    https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_Church_sexual_abuse_cases

    Nach Ländern:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Roman_Catholic_sex_abuse_cases_by_country

    Germany:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_sexual_abuse_cases_in_Europe#Germany

    Der Fall Hullermann,

    („His case has attracted particular interest because of the alleged involvement of Cardinal Joseph Ratzinger, then serving as Archbishop of Munich and Freising. Ratzinger later became Pope Benedict XVI.“)

    der wohl am besten belegt, wie lange Ratzinger Bescheid wusste, der zeigt, wie Ratzinger persönlich wie menschlich versagte, wie Ratzinger nach allen Regeln der Sitte und Moral fehlte, wie Ratzinger seiner Verantwortung nicht gerecht wurde.

    Wohl kein Zufall, dass ausgerechnet dieser Fall nur bei en.wiki, und nicht auch bei de.wiki, einzusehen ist (!).
    https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Hullermann

    Siehe auch:
    http://www.spiegel.de/international/germany/sex-abuse-scandal-did-archbishop-ratzinger-help-shield-perpetrator-from-prosecution-a-684970.html

    Der Fall Hullermann in der NYT:
    http://www.nytimes.com/2010/03/16/world/europe/16church.html
    http://www.nytimes.com/2010/03/19/world/europe/19church.html?_r=0
    http://www.nytimes.com/2010/03/26/world/europe/26church.html?hp
    http://www.nytimes.com/2010/04/02/world/europe/02church.html?pagewanted=1

    Regensburg würde sich total blamieren mit einem Ratzinger-Denkmal nach herkömmlichen Muster (etwa wie Ludwig I. Standbild).
    Wenn schon Denkmal, dann eines wie das aus der Fotomontage im Artikel oben, Ratzinger nackt, so nackt wie ihn der liebe Gott geschaffen hat, so nackt wie er vor dem Jüngsten Gericht erscheinen wird, so nackt wie nach Empfang seiner Strafe im Fegfeuer, so wäre ein Denkmal für ihn akzeptabel.

  • Ziander

    |

    _Der Herr Wollbergs haut das Geld zum Fenster raus;Wenn er eine religiöse Notdurft hat dann soll er in den Dom gehen und sie da verrichten.Ich bin sowohl gegen ein Papstdenkmal wie auch gegen die Errichtung von Moscheen.Dieser ganze religiöse Hokuspokus hat in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts zu suchen!

  • Angelika Oetken

    |

    „Wenn schon Denkmal, dann eines wie das aus der Fotomontage im Artikel oben, Ratzinger nackt, so nackt wie ihn der liebe Gott geschaffen hat, so nackt wie er vor dem Jüngsten Gericht erscheinen wird, so nackt wie nach Empfang seiner Strafe im Fegfeuer, so wäre ein Denkmal für ihn akzeptabel.“

    @menschenskind,

    ich glaube, Personen wie Joseph Ratzinger waren schon mal in einer Art Hölle. Nackt, hilflos, vor Angst, Not und Schmerzen schreiend, einem übermächtigen Wesen und seinen Übergriffen ausgeliefert. Einige Individuen wiederholen an anderen, was ihnen selbst einmal angetan wurde. Sobald sie die Gelegenheit dazu bekommen. Die meisten Menschen aber verarbeiten solche Erfahrungen, geben sie eben nicht weiter und verwandeln sie so in etwas Positives. Dazu überhaupt die Gelegenheit zu bekommen, ist nicht nur eine Frage von Charakter und Disziplin. Sondern hat auch mit Glück zu tun. Schicksal eben. Wie war das noch mit den drei Göttinnen… https://de.wikipedia.org/wiki/Parzen

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Bluebeardy

    |

    q menschenskind
    Ich möchte eindringlich davor warnen, die auf wikipedia angebotenen Zahlen ernst zu nehmen – gerade auf den Seiten zur RKK sind langjährige Kämpfe um Deutungshoheiten zu verzeichnen, bei denen die RKK mit entsprechenden spindocs anscheinend gesiegt hat.

    Die Zahlen und Fälle liegen in weitaus höheren Dimensionen!

    Nehmen Sie die Seite http://www.bishop-accountability.org/
    und immer aktuell http://www.bishop-accountability.org/AbuseTracker/

    Danke aber für die links zur NYT!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Ziander“:
    Mit Ihren Aussagen sind Sie „ein leuchtendes
    Vorbild“ an Toleranz!

  • menschenskind

    |

    @Frau Oetken

    „Wie war das noch mit den drei Göttinnen… “

    In unserem Lateinunterricht wurden die Parzen immer mit dem Tod in Verbindung gebracht. An Abbildungen im Lehrbuch von Wesen in langen Gewändern mit entrückten, durchscheinenden, ätherischen Blicken, schon halb im Jenseits angekommen, erinnere ich mich…
    Darauf wollen Sie hinaus?

    Ratzinger hat nie richtig fröhlich dreingeblickt, auf keinem einzigen Foto, in keinem TV-Mitschnitt. Er kann zwar lachen und er kann lächeln, aber Fröhlichkeit, die aus dem Herzen kommt, sieht doch anders aus. Bei ihm sieht’s aus, als ob sich eine Latex-Maske verformen würde. Ich begreife nicht, dass das so wenigen Menschen auffällt.

    So viele sind geblendet von der Tatsache, ein Bayer, ein Deutscher, einer von uns – und der war mal Papst; so einen muss man doch einfach liebhaben, super finden, verehren…

    Ich kann es nicht, konnte es nie. Kenne auch wenige, die mir je derart fremd, kalt, abweisend, fern, vorkamen wie Ratzinger. Kein Wunder, dass sich in Rom Memorabilia dieses Papstes schlechter verkaufen als die irgendeines anderen Katholimams.

  • Angelika Oetken

    |

    „bei denen die RKK mit entsprechenden spindocs anscheinend gesiegt hat.“

    @Bluebeardy,

    nehmen wir es sportlich: ein Hinweis mehr darauf, dass diese Burschen zu viel Geld, Zeit, Einfluss und wohl auch Langeweile haben. Ich möchte ihnen fast zurufen: „Jungs, es gibt doch auch so viele ordentliche Berufe“ ;-)

    Im Ernst: ich nehme Ihren Hinweis zum Anlass, auf eine weitere der doch recht zahlreichen seriösen und aussagefähigen Quellen für Informationen zu verlinken
    https://skydaddy.wordpress.com/

    VG
    Angelika Oetken

  • Bluebeardy

    |

    @ Angelika Oetken
    Nun, ich finde es schon sehr wichtig dass möglichst viele leser wissen, dass den Zahlen nebst Vollständigkeit der wikipedia gründlich zu misstrauen ist.

    Ja, skydaddy ist eine wichtige Quelle – und für katholisch Geschädigte bietet sich auch die täglich aktualisierte Seite von Frau Kerstner an, die auch eine Überlebende klerikaler sexueller Gewalt ist: http://www.gottes-suche.de/A.Aktuelles.html
    Der Seitenname sollte nicht abschrecken! Ausprobieren!

  • Angelika Oetken

    |

    @Bluebeardy,

    genauso hatte ich meine Anmerkung auch gemeint.

    Was Wikipedia angeht: das Eintragsprozedere ist ja nicht ohne und geriet zunehmend unter Kritik. Was auf Wikipedia selbstkritisch ausgeführt wird https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia#Ursachen_f.C3.BCr_r.C3.BCckl.C3.A4ufige_Partizipation.2C_Gegenma.C3.9Fnahmen
    Dort heißt es u. A.:
    „Die zunehmende relative Macht der als Gruppe aufgefassten, sich sozial abschließenden Administratoren und Experten, der häufig verletzende Tonfall auf den Diskussionsseiten und in Projektdebatten, die brüske Behandlung von anonymen Mitarbeitern („IPs“) und neuangemeldeter Benutzer könnten, so eine Untersuchung von 2009,[115] eine problematische Entwicklung kennzeichnen, wie sie als typisch für Expertennetzwerke dargestellt wurde“

    Über die genauen Gründe dafür, dass in den Wiki-Einträgen falsch negative Zahlen zur kirchlichen Missbrauchskriminalität auftauchen, können vermutlich nur Wiki-ExpertInnen und die BetreiberInnen was sagen. Falls es so ist, dass sich die Wikimedia-Foundation verantwortlich zeichnet, müsste sie dazu angesichts der Brisanz des Themas doch mindestens eine Stellungnahme abliefern https://de.wikipedia.org/wiki/Wikimedia#Wikimedia_Foundation

    VG
    Angelika Oetken

  • Rentnerin

    |

    Egal wie man zu Herrn Ratzinger steht, es gehört ihm ein Denkmal.

    Es wird in Deutschland, geschweige denn in Bayern kaum mehr eine kirchliche Person geben, die Papst wird.

    Egal wie man über die Kirche denkt, ein Denkmal für Papst Benedikt in Regensburg ist ein Muss.

    Ausserdem wissen wir nicht, ob wir eines Tages die herrlichen Kirchen dieser Stadt noch aufsuchen können.

    Gerade die vielen schönen Kirchen in dieser Stadt haben mich vor 45 Jahren veranlasst mich nach Regensburg zu orientieren und ich habe jeden Tag in dieser Stadt genossen, vor allem die herrlichen Altstadtkirchen und die wunderbaren Gottesdienste auch unter Bischof Müller.

    Man muss nicht immer gegen alles protestieren, sondern darf auch mal loben.

    Der zukünftigen Generation wünsche ich weniger Konflikte in religiösen Dingen.

    Es ist nicht absehbar, ob sich nicht noch mehr religiöse Konflikte entwickeln, die das Leben unseren zukünftigen Generationen eher erschweren.

  • Angelika Oetken

    |

    @Rentnerin,

    das hieße, das Bistum Regensburg würde Ihrer Meinung nach dazu animiert, sein Vermögen unter Anderem in den Erhalt der Kirchen in der Stadt zu stecken. Sofern die Stadt ein Denkmal für Herrn Joseph Ratzinger stellt? Sowas könnte man ja durchaus vertraglich festhalten.

    MfG,
    Angelika Oetken

  • aucheinehemaliger

    |

    @rentnerin

    Amen

  • menschenskind

    |

    „Es ist nicht absehbar, ob sich nicht noch mehr religiöse Konflikte entwickeln, die das Leben unseren zukünftigen Generationen eher erschweren.“

    @Rentnerin
    Also, was Europa anbelangt, so nimmt die Bedeutung der Religionen eher ab, im Westen des Kontinents stärker ab als im Osten; Religion spielt immer weniger eine Rolle, sieht man doch auch an den hohen Austrittszahlen; die jüngere Generation (der 20-25jährigen) weiß zu wenig über die Kirche, identifiziert sich kaum noch mit kath. oder ev. Inhalten, um diese, etwa mit der Waffe in der Hand, zu verteidigen. Die Jugend von heute will vor allem Wohlstand, Konsum, möglichst wenig Ökogedanken und keine Institutionen, die ihnen dreinredet oder ihnen Vorschriften macht. Die Idee einer säkularen Gesellschaft ist bei ihr populärer als die einer religiös reglementierten. Daher sehe ich in unseren Breiten keine religiösen Konflikte auf uns zu kommen.

    In Südamerika erscheint das Christentum fest verankert und es droht kaum Gefahr für den religiösen Status Quo. In Nordamerika, Afrika und Asien mag dies anders sein.

    Ihrem Wunsch nach weniger Konflikten in der Zukunft schließe ich mich gern an, zu Ratzinger hingegen sog i nix mehr. Multum dicere possum, sed longum est.

  • hutzelwutzel

    |

    @Rentnerin:

    „Es wird in Deutschland, geschweige denn in Bayern kaum mehr eine kirchliche Person geben, die Papst wird.“
    ————
    Können wir nur hoffen! Mit Deutschen eines solchen Kalibers gab es immer nur weltweite Probleme, da solche Deutsche immer ein Produkt spezieller deutscher Politik- und Machtinteressen waren.

    Ich würde alleine deshalb auch eine solche Statue(tte) verzichten, weil man diese sicher 365/24/7 bewachen und absichern müßte, würde sich diese im Freien befinden. Man wußte nicht, dass er jemals Papst werden könnte, sehr viele Leute mochten ihn nicht als Papst und mögen ihn bis heute nicht. Als Mahnmal für Regensburg sicher geeignet, als „Aushängeschild“ für eine besondere christliche katholische Verhaltensweise (siehe Mißbrauchsfälle und Animositäten gegen den Islam) sicher nicht. (Leider!)

  • hutzelwutzel

    |

    @joey:

    „Benedikt wäre so ein Riesenkreuz wohl auch persönlich unangenehm. Eine seiner unbestrittenen Tugenden ist (neben einigen großen Fehlern) nämlich eine gewisse Uneitelkeit und Bescheidenheit.“

    Sie scheinen ihn zu kennen, oder glauben dies zumindest. ;-)
    Kleiner Tipp: Über Jesus hatte es noch nie weitere Bücher gebraucht, auch keine „Trilogie“ (eines Dogmatikers!).

  • David

    |

    Warum muss man den Obersten dieser Institution überhaupt ein Denkmal setzen? Die Oberen einer Firma werden für weitaus weniger gravierende „Untaten“ ihrer Mitarbeiter entlassen und müssen sich evtl. vor Gericht verantworten, z.B. VW.
    Der derzeitige Papst gehört zu den Jesuiten.
    Michael Martinez von CNN vom 25.3.2011:
    Die Jesuiten zahlten die weltweit höchste Rekordsumme von 166,1 Millionen Dollar für den Misbrauch an Kindern.
    http://religion.blogs.cnn.com/2011/03/25/jesuits-pay-record-166-1-million-in-child-abuse-case/

  • Better call Janele! » Regensburg Digital

    |

    […] Platz“ zu benennen. Seine Begründung ist, dass die von der CSU seit Jahren wiedergekaute und nun auch städtisch anvisierte Huldigungsbüste für den Stellvertreter Gottes auf Erden a.D. unwürdig sei und Joseph Ratzinger nicht gerecht […]

  • menschenskind

    |

    David meinte:
    „Die Jesuiten zahlten die weltweit höchste Rekordsumme von 166,1 Millionen Dollar für den Misbrauch an Kindern.“

    Die Jesuiten waren und sind ein interessanter und zugleich brutaler Haufen. Sie wurden in Deutschland (und anderswo) lange Zeit über selbst verfolgt und auch verboten —– weil sie so intellektuell und vielen Politikern und Herrschern in der Rhetorik überlegen waren; man fürchtete demgemäß ihren Einfluss.
    Zugleich genießen die Jesuiten den denkbar schlechtesten Ruf in Sachen Toleranz mit einer bestimmten anderen Religion.
    Civiltà Cattolica heißt die, von Jesuiten gemachte, Hauszeitschrift des Vatikan, über die de.wiki fast nix berichtet:
    https://de.wikipedia.org/wiki/La_Civilt%C3%A0_Cattolica

    Schaut man aber bei en.wiki mal rein, dann springt einem folgendes Unterkapitel in die Augen:
    https://en.wikipedia.org/wiki/La_Civilt%C3%A0_Cattolica#Anti-Judaism.2FSemitism
    Das Antisemitismus-Kapitel im CC-eintrag von en.wiki ist ausführlicher (und auch lesenswerter) als der gesamte de.wiki Eintrag zur CC.
    Etwa bei diesen Satz sollte man mal in Gedanken verweilen:
    „As Hitler escalated his anti-Jewish policies during the 1930s, the journal, according to Zuccotti (2000), not only failed to downplay its particular brand of anti-Judaism but repeated it more often.“ — Das heißt nichts anderes, als dass die Vatikanhauszeitschrift den Hitlerschen Judenhass auch noch von sich aus befeuerte! Wen wundert es da noch, dass die katholischen KZ-Wärter ganz besonders brutal mit Juden umgingen!

    Peinlich und furchtbar, erst um das Jahr 2000 befiehl die Jesuiten sowas wie Reue in Bezug auf den über ein Jahrhundert lang weltweit propagierten Judenhass!

    „In his history of La Civiltà Cattolica (2000), Father Giuseppe De Rosa expressed regret at the journals century-long campaign against the Jews and regret that the journal only changed its stance through the influence of the Second Vatican Council which sought reconciliation.“

    Da drehen sich einem doch die Zehennägel auf! Ein anständiger Mensch kann doch da nur noch eins, Rauswollen aus dem Wahn mit den Kreuz.

  • hutzelwutzel

    |

    @Lothgaßler:

    Der Kandidat hat 100 Punkte! Richtig!
    „Was über sein enges Weltbild hinaus hat er für die Gesellschaft geleistet?“
    __________________
    Genau dieses „enge Weltbild“! Nennt man in theologisch-klerikalen Kreisen „Bewahrung der Wesenseigenheit der Röm.-Kath. Kirche, der universalen, einzig wahren von Gott eingesetzten Mutter Ecclesia“.
    Dies ist eine Ehrung wert.
    Ich würde das Denkmal wie auch immer in abwaschbar, vandalensicherer Weise gestalten. Wird dann zwar weltweit heißen, dass sogar vom Denkmal Ratzingers alles abperlt, aber es dürfte auf lange Sicht viel kostengünstiger werden, als mindestens einmal wöchentlich einen Reinigungstrupp loszuschicken.
    Sicher nämlich dürfte auch sein, dass dieses „Denkmal“ Heerscharen an „huldigenden Menschen“ nach Regensburg ziehen wird. Man nehme nur mal die Zahl der noch immer nicht geklärten Mißbrauchten (in) der Oberpfalz.
    NiroStahl / V2-Stahl wäre ein geeignetes Material! ;-)

  • Angelika Oetken

    |

    „Der Islam ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar“ wettert eine Frau Storch von der AfD http://www.tagesschau.de/inland/afd-257.html

    Da fällt mir gleich noch eine religiöse Ideologie ein, deren Paradigmen mit unserer Verfassung kollidieren. Und der unser Staat sogar Sonderrechte einräumt, ein eigenes Arbeitsrecht zum Beispiel. Und für diese Organisation die Steuern eintreibt, deren Vorständen die Gehälter zahlt. Einer Religionsgemeinschaft, deren Priester den Menschen zwar vorschreiben wollen, wie die ihren Sex praktizieren, selbst aber eine erhebliche Anzahl Missbrauchstäter in ihren Reihen beherbergen. Und die nicht nur schützen, sondern deren kriminelles Handeln sogar fördern.

  • Angelika Oetken

    |

    „NiroStahl / V2-Stahl wäre ein geeignetes Material! ;-)“

    @hutzelwutzel,

    aber dann bitte mit einem maßgeschneiderten Verhüterli aus Teflon!

    VG
    Angelika Oetken

  • Jürgen

    |

    Wenn dann sollte da schon Gerechtigkeit walten!
    Damals wurden wir nicht nur Papst, sondern auch Superstar (Elli) und Topmodel (Barbara). Alle drei zwar keine Regensburger, jedoch hatten sie irgend wann mal ihren Wirkungskreis hier bei uns.
    ;-)

  • Angelika Oetken

    |

    @menschenskind,

    wegen der Jesuiten: spielen bei der Missbrauchshistorie der Kleriker eine entscheidende Rolle. Die hier beschriebene Geschichte aus der Zeit der Gründung des Jesuitenordens vor fast 500 Jahren ist sowas wie eine Blaupause für den Missbrauch von Jungen durch Priester, denen sie zur Ausbildung anvertraut wurden
    http://people.virginia.edu/~hbj8n/pedophile.pdf
    Sehr aufschlussreich. In Kürze: der Jesuit Luis Concalves da Camara wird damit beauftragt, sich um die Erziehung des portugiesischen Thronfolgers Sebastian zu kümmern. Und von dessen Großmutter aus dem Haus geworfen, als sie bemerkt, dass der Junge, damals noch nicht mal in der Pubertät von da Camara mit einer Geschlechtskrankheit infiziert worden war. Sebastian von Portugal starb früh, mit gerade mal 24 Jahren. Und die Überlieferungen zu seiner Person lassen auf einen schwer gestörten, von Impulsen getriebenen, in seiner sexuellen Identität verunsicherten, promiskuitiven jungen Mann schließen. Also das, was wir heute bei männlichen Missbrauchsopfern als mögliche und nicht mal seltene Traumafolgestörungen bewerten http://www.missbrauch-opfer.info/main.asp?IDS=14

    Das wäre alles nur eine schlimme, aber kleine historische Fußnote, würde es sich bei dem mutmaßlichen Missbrauchstäter, Luis Concalves da Camara, nicht um einen der engsten Mitarbeiter von Ignatius (Inigo) von Loyola, den Begründer des Jesuitenordens handeln. Luis hat, als Inigo in den letzten Jahren seines Lebens schon schwer krank war, quasi die Geschäfte geführt und alle Schriftstücke verfasst. Und es sollte nicht verwundern, wenn er in die Grundlagen auf die die Jesuiten bauen, seine pädokriminelle Weltsicht eingewoben hätte. Auch dies wäre mal eine Untersuchung wert. Eine unabhängige. Denn bei den Jesuiten handelt es sich um einen Orden, der viel Einfluss hat. Und in einigen Regionen der Welt immer noch das Bildungswesen dominiert. Und bei Pädokriminellen im schlimmsten Fall um Menschen an der Grenze zur Psychose.

    VG
    Angelika Oetken

  • Better Call Janele! | Minima Mortalia

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    […] Platz“ zu benennen. Seine Begründung ist, dass die von der CSU seit Jahren wiedergekaute und nun auch städtisch anvisierte Huldigungsbüste für den Stellvertreter Gottes auf Erden a.D. unwürdig sei und Joseph Ratzinger nicht gerecht […]

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