"Gefälligkeitsgutachten"

Erster Gegenwind für RKK-Pläne

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Nach der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des Areals zwischen Hauptbahnhof und Ernst-Reuter-Platz kritisiert der Arbeitskreis Kultur die von der Stadt in Auftrag gegebene Bedarfsanalyse für ein Kultur- und Kongresszentrum (RKK) als „Gefälligkeitsgutachten“. „Noch ein Kongresszentrum für Regensburg ist mehr als überflüssig“, schreibt der Verein in einer aktuellen Stellungnahme.

Noch ist das Bahnhofsareal eine Spielwiese. Foto: om

Noch ist das Bahnhofsareal eine Spielwiese. Foto: om

Als „brutal ambitioniert“ bezeichnete Joachim Wolbergs, damals noch in Amt und Würden, im November bei einer Bürgerversammlung die Pläne zur Neugestaltung des Areals zwischen Hauptbahnhof und Ernst-Reuter-Platz. Übertrieben ist das keineswegs: Dort sollen nicht nur ein zentraler Omnibusbahnhof, eine Zusatztrasse für eine eventuelle Stadtbahn und der ewige Dauerbrenner Kultur- und Kongresszentrum, landläufig RKK genannt, entstehen. Das ganze sollte auch noch über eine Bürgerbefragung – möglichst im Konsens mit der Stadtgesellschaft – abgesegnet werden.

„Unkritische Lobeshymne“

Die dafür vorgeschaltete Bürgerbeteiligung – zweit dreitägige Ideenwerkstätten im März und im Mai – ist nun bereits geraume Zeit vorbei und fast ging dabei etwas unter, dass die Stadt im Vorfeld ein jahrzehntelanges Dogma aufgegeben hatte: Erstmals nach fast 20 Jahren Jahren sollte – das bestätigte uns die städtische Pressestelle damals auf Nachfrage – die „Bedarfs- und Wettbewerbsanalyse für ein Regensburger Kultur- und Kongresszentrum“ aus dem Jahr 1998 aktualisiert werden. Nahezu jährlich hatte die ÖDP zuvor entsprechende Anträge im Stadtrat gestellt und war damit regelmäßig und unter allerlei Watschen abgeblitzt. „Braucht’s nicht“, so die ebenso regelmäßig wiederkehrende Begründung.

Denkmalwächter, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Professor Achim Hubel.

Denkmalwächter, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Professor Achim Hubel.

Umso erstaunlicher war es da, dass die nun nach fast zwei Jahrzehnten vollzogene Kehrtwende komplett am Stadtrat vorbei ging. Mehrere verwunderte Anfragen von Stadträten gingen nach unserer Berichterstattung ein. Zeitgleich zeigten sich die interessierten Mandatsträger – zum Beispiel Benedikt Suttner (ÖDP) – aber zufrieden, dass die Notwendigkeit eines Kultur- und Kongesszentrums nun endlich erneut überprüft werden sollte. Bis zum 3. Mai, so die damalige Auskunft der städtischen Pressestelle, sollte das Papier fertig sein, um Interessierten bei der zweiten Ideenwerkstatt vorgestellt zu werden.

Und tatsächlich: Am 4. Mai wurden denn auch Ergebnisse dieser Analyse vorgestellt, die nun für heftige Kritik sorgen. Der „Arbeitskreis Kultur“, traditionsreicher Zusammenschluss von Regensburger Bürgern, die sich in den letzten 50 Jahren immer wieder bei städtischen Planungen (erfolgreich) eingemischt haben, bezeichnet die „angebliche Analyse“ als „eine einzige, in jeder Hinsicht unkritische Lobeshymne auf ein Kongresszentrum“.

„Marina-Forum mit keinem Wort erwähnt.“

Professor Achim Hubel, einst Regensburg-Beauftragter des Internationalen Denkmalpflege-Rats ICOMOS und Mitglied beim Arbeitskreis Kultur, war bei der Vorstellung dabei und spricht gegenüber unserer Redaktion von einem „Gefälligkeitsgutachten, dessen Ergebnis von vornherein feststand: eine völlig unkritische Schönrederei für ein Kongresszentrum“. Nach der Vorstellung des Gutachtens sei – trotz zahlreicher Wortmeldungen – keine Diskussion erlaubt gewesen, „obwohl sich viel Bürger zu Wort melden wollten“.

Der Arbeitskreis Kultur hat nun nachgehakt: 80 Prozent aller zukünftigen Veranstaltungen im RKK hätten der Analyse zufolge demnach eine Teilnehmerzahl von unter 800. Veranstaltungen also, die problemlos Marina-Forum stattfinden könnten, das derzeit im Auftrag der Stadt für teures Geld auf dem Areal des Alten Schlachthofs gebaut wird und zum Jahresende 2017 eröffnet werden soll.

„Das Marina-Forum wurde aber bei der Vorstellung der Analyse mit keinem Wort erwähnt“, so Hubel. Sein Fazit: „Anstelle eines RKK sollte man in Zukunft nur noch von einem Bürgerhaus oder einem Kulturzentrum reden, das nicht für auswärtige Kongressteilnehmer, sondern ausschließlich für die Regensburger Bürger Serviceleistungen aller Art liefern könnte.“ Der solle endlich von dem Beschluss des Kongresszentrums abrücken würde. „Dann wären ganz andere Planungen möglich – und hier sollten die Bürger artikulieren, was sie sich wünschen, ohne den grauenhaften Ballast eines Kongresszentrums im Rücken.“

Bereits Mitte Mai hat unsere Redaktion bei der Stadt um Einsichtnahme in die Bedarfsanalyse gebeten. Von dort heißt es nun, dass bislang nur „Zwischenergebnisse“ einer „Marktanalyse“ vorlägen. Voraussichtlich im Juli gebe es die Endergebnisse, die dann auch dem Stadtrat vorgelegt würden. Irgendwann nach der Bundestagswahl soll dann eine Bürgerbefragung stattfinden, über deren Ausgestaltung sich die Stadtverwaltung derzeit den Kopf zerbrechen darf. Kostenpunkt: 350.000 Euro. Dass das RKK dabei ernsthaft in Frage gestellt werden könnte, ist eher zu bezweifeln. Ein Teil der Kosten soll aus dem Posten „Baunebenkosten RKK“ bestritten werden.

Kommentar: Propaganda statt Information

morgen1Auf den Internetseiten der Stadt Regensburg, wo die Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des Areals rund um Bahnhof und Ernst-Reuter-Platz unter dem wohlklingenden Slogan „Stadtraum gestalten“ vorgestellt wird, finden Interessierte kaum handfeste Informationen. Weder erhalten Interessierte Zugriff auf das artenschutzrechtliche Gutachten, das die Auswirkungen eventueller Baumaßnahmen auf den Baumbestand zeigt, noch gibt es das erwähnte „Zwischenergebnis“ der „Marktanalyse“ für ein RKK. Ja selbst eine Zusammenstellung der gesammelten Vorschläge aus den Ideenwerkstätten fehlt.

Stattdessen gibt es einige wohlklingend formulierte Pressemitteilungen, schöne Fotos und musikalisch unterlegten Kurzvideos mit „Impressionen“ der Ideenwerkstätten sowie Verweise zu einigen Stadtratsvorlagen. Die Stadt nennt das Ganze Bürgerbeteiligung, landläufig ist das, was bisher präsentiert wird, aber lediglich Propaganda.

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Kommentare (22)

  • Peter Lang

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    Aus diesem „Gegenwind“ wird ein Sturm werden!

  • HANS 2nd

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    Wann kommt endlich das Bürgerbegehren „RKK nie und nirgends!“? Es muss einmal endgültig Schluss werden mit diesem Unsinn.

  • Lothgaßler

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    Dann müssen nun Stadträte ran, und die Veröffentlichung entsprechender Informationen bzw. Analysen verlangen. Die Stadträte vertreten uns Bürger und haben eine Bürgerbeteiligung beschlossen, also auch eine Bürgerinformation. Nicht die Verwaltung bestimmt darüber, welche Informationen wir Bürger erhalten dürfen. Das wäre allerdings ein weiteres Indiz für einen Regensburger Verwaltungsapparat, der seine Stadträte und seine Bürgermeister bzw. seinen Oberbürgermeister „lenkt“ und zu diesem Zweck Informationen zurückhält bzw. frisiert.
    Den RKK-Befürwortern ist völlig klar, dass eine veröffentlichte Bedarfs-Analyse mit Freude zerpflückt werden wird. Die Frage ist nun, wie viel Zeit für dieses Zerpflücken eingeräumt werden soll. Je kürzer die Zeit vor einem Bürgervotum desto besser, so ein mögliches Kalkül.

  • Sepperl

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    Der erste „Gegenwind“ wäre die bald anstehende Wiederwahl der gescheiterten Baureferentin die das alles zu verantworten hat endlich zu verhindern!

  • Maulaff

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    Ständig diese Miesepeter.
    RKK nie
    Eisstadion omei
    Jahnstadion mies
    RKk net
    Ja was no net?

  • Mathilde Vietze

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    Man muß nur genau hinschau’n, aus welcher Ecke der
    „Gegenwind“ kommt.

  • dünnster Künstler

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    Schon komisch, dass auf der „Stadtraum-gemeinsam-gestalten“ Webseite der Stadt nicht einmal eine Zusammenstellung der gesammelten Vorschläge aus den Ideenwerkstätten zu finden ist. Dabei wurde doch Anfang Mai bei der zweiten „Ideenwerkstatt“ ( die einen Nachmittag und einen Vormittag geöffnet hatte!) bei der abschließenden Abendveranstaltung vor allen Anwesenden betont, dass alle eingebrachten Vorschläge und alle Informationen zu den Planungen bald hochgeladen werden. Wahrscheinlich 2 Tage vor der Bürgerbefragung im Herbst?
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    Hier erklärt die Stadtverwaltung ihre Pläne vor Ort:
    Ich bin gespannt, ob sich Bürgerweister Jürgen Huber auf eine Diskussion einlässt.

    Veranstaltung vom Historischen Verein:
    Freitag 9.Juni 15.00 Uhr Ortsbegehung RKK/ZOB
    Treffpunkt Ernst Reuter Platz Grünanlage (Grünanlage vor Studentenwohnheim)

    Ortsbegehung der geplanten Standorte des Regensburger Kultur- und Kongresszentrums Regensburg und des Zentralen Omnibusbahnhofs

    Veranstalter: Eine Veranstaltung des Stadtheimatpflegers Regensburg in Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jürgen Huber und dem Planungs- und Baureferat der Stadt Regensburg mit Blick auf die Abstimmung der Regensburger Bürger im September 2017 – in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
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    Regensburg muß Kongresstsadt werden! Das ist als Grundlage für alle Planungen gesetzt. Kultur und Soziales, die bei den Ideenwerkstätten gesammelten Anliegen der Regensburger Bevölkerung dienen als Feigenblatt.

    Hier die Preview der RKk Bedarfsanalyse bei der „Ideenwerkstatt“ im Mai (Konkretisierungsphase): http://europabrunnendeckel.de/?p=5740#keplerareal

    Unabhängig von den Planungen zum RKk (mit großem „K“ für K ultur und kleinem“k“ für kongress) werden trotz vergleichweise schlechter Belegungsquoten bereits vier neue Hotels von Großinvestoren gebaut: Zwei am Stobäusplatz, eines in der Landshuterstraße (und noch noch eines im Stadtwesten?), die der einheimischen Hotellerie Konkurrenz machen. Die Stadt könnte dem mit Bebauungsplänen begegnen. Tut sie aber nicht. (http://rechtaufstadt-regensburg.uetheater.de/wollen-sie-das-flugblattaktion-gegen-hotelbau/) Ein RKk soll dann wohl mit großen Kongressen den entstandenen zusätzlichen Bedarf an Übernachtungen decken helfen. Koste es was es wolle.

    Regelmäßig Absurd begründete Kunstverbote im öffentlichen Raum und die geplante Zu-Betonierung des Europabrunnens zum Bodensprenkler-Touristen-Rastplatz mit lebensgroßer rostiger Römerplatte mit eingraviertem nassem Limes (ca 5,60m x 2,70m) per Überraschungsvorlage aus der Verwaltung – ohne Wettbewerb und nennenswerte Diskussion- geben die Marsch-Richtung zu den dezentralisierten Kongressen im Hypogebäude (Maxstraße ca 15 Mio€ Kaufpreis ohne Umbau) und der noch anzukaufenden Räumlichkeiten der IHK vor….Der öffentliche Raum wird schon im Vorfeld (seit 2010) konsequent gegen kulturelle Teilhabe imprägniert und soll entsprechend den vorgeschützten Bedürfnissen von Touristen und Kongressgästen gestaltet werden. Regensburger dürfen dort auch sitzen.

    Der durch Verbote und Ausflüchte durchgesetzte kulturelle Stillstand und die nur an der Markenbildung Regensburgs (als „Kongresstadt“) orientierten, größenwahnsinnigen Planungen, gehen komplett an den Bedürfnissen der Regensburger Bevölkerung vorbei!

    Es geht in dieser Stadt schlicht und einfach nicht um Kultur im öffentlichen Raum sondern nur um die Kohle, das lässt sich an den Entwicklungen der vergangenen Jahre klar ablesen: Soziokulturelle Nutzung des Evangelischen Krankenhauses?, abgerissene Schenker Gebäude und Hallen an der Bahnlinie, Marina Forum statt Kulturhalle im „Kreativquartier“(hahah), H5, verschollene Maibaumständerunterlagen (geschrededert?), Vertrauensverlust wegen Johannisbeerprojekt, einsturzgefährdeter neuer Europabrunnendeckel etc etc…. Wann kriegt die Stadt endlich die Kurve?

  • dugout

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    @ dümmster Künstler

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!
    Sie haben soeben zum 164.748ten Mal den link zu ihrer Europabrunnendeckelblablabla Seite unters Volk gebracht.(das ist Fakt! ich habe mitgezählt)
    Da dies exakt der aktuellen Einwohnerzahl der Stadt Regensburg entspricht, ist ihre Mission erfüllt und sie sind erlöst von ihrem Fluch.

  • Lothgaßler

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    @Mathilde Vietze: Nun aber mal Butter bei die Fische! Gegen diese Planung ein Kongresszentrum zu errichten formierte sich vor vielen Jahren erfolgreich eine Bürgerbewegung. Die „Ecke“ ist eine falsche Begriffswahl, denn die „Ecke“ hat ihren Rückhalt nicht am Rand.

    @dünnster Künstler: Iss mehr! Davon abgesehen finde ich auch erbärmlich welches Nichtverhältnis zu Kunst im öffentlichen Raum in Regensburg „kultiviert“ wird. Wenn es nicht eine angeschlossene Sauf- und Fressbudenmeile gibt, dann ists scheinbar keine Kunst. Die Lösung wäre, dass Sie bei Kunstaktionen einen Bratwurst- und Bierstand mit aufstellen. Damit wäre es schon mal ein kleines Fest, also in den Augen der Verwaltungshengste eine kulturelle Veranstaltung.
    Es könnte auch sein, dass ihre freie und unkontrollierbare Kunst die Kunstversteher im Rathaus zutiefst verstört und ordentlich Angst einjagt. Sie könnten glatt noch eine Botschaft in Ihrer Kunst verstecken. Kunst soll doch bitte unterhalten, aber nicht zum Denken anregen. Oder etwa doch? Nein, dann doch lieber so etwas wie Shopping-Queen.

  • BKant

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    Gab es nicht schon unter Viehbacher das Ansinnen (Neutrum – unannehmbare Forderung) eine Stadthalle zu bauen und setzte sich das nicht die ganzen Jahre hinweg fort mit dem Ergebnis, dass Regensburg keine hat?
    Es wird so bleiben – ohne.
    Gibt es nicht einen kostspieligen Kulturentwicklungsplan, von dem man nichts mehr hört oder Punkte darin in Umsetzung sind, in dem von der Kulturszene fast nichts oder eigentlich gar nichts zu dem Ansinnen hinsichtlich eines RKK festgehalten wurde?
    Das erst oder zweite K kann dann ja mal gestrichen werden.
    Kann es sein, dass man die dahin darbende Maxstraße über die seit mindestens zwei Jahrzehnten von Einzelhändlerverbänden bis zur Stadtspitze spekuliert wird, was da anders gemacht werden könnte und doch nur 1€-Läden entstanden sind, etwas mehr in die Spekulationen einbezogen worden sind, dass da evtl. dann was anderes sich entwickelt?
    Es wird sich nichts anderes entwickeln, es ist und bleibt eine trostlose Gegend.
    Kann es sein, dass manch ein (auch städtischer) Veranstalter in Regensburg hinsichtlich Kongressen meint, dass er mehr Image (Kohle) machen könnte, wenn da eine Kongresshalle etwas größer wäre und man vll. mal 1000 Leute hätte?
    Leider ist kein Puff daneben ist und Flughafen schon gleich gar nicht, was so manche Kongressbesucher immer schätzen, somit kann man das erste oder zweite K (je nachdem ob vorher schon das erst oder zweite K gestrichen wurde) auch streichen.
    Was bleibt?
    Einen Flughafen bauen, Puffs in die Innenstadt und dann geht das, aber nur dann.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Lothgaßler“ – Vielen Dank für Ihren Beitrag; man lernt nie aus!

  • dümmster Künstler

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    @dünnster Künstler 8. Juni 2017 um 11:52
    Jürgen Huber war nicht da (…aber ich). Was hätte er der Meute schon sagen können?
    Inhaltlich abgespeckt:
    @dougut Sie schreiben seit Jahren seltenst zum Thema, sondern begnügen sich für gewöhnlich mit blöden Bemerkungen gegen Personen, deren Meinung ihnen nicht passt. Dafür bekommen sie heute ein großes Lob von mir! Ich möchte trotzdem anmerken, dass der von mir gesetzte Link zur Präsentation der im Artikel thematisierten Bedarfsanalyse führt und nicht zu irgendeinem „…blabla“.

  • Altstadtfreund

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    Vielen Dank für den Link. Ergebnis meiner ersten Sichtung: Fast alles fehlt in der PDF-Datei, was ein Auftrag „Bedarfsanalyse für ein Kultur- und Kongresszentrum“ erfordert.

    Das erste Kapitel „Angebots- und Konkurrenzanalyse“ zeigt schlicht Fotos willkürlich ausgewählter Säle ohne jede Angebotsdaten, wie max. Sitzplätze, Anzahl ausverkaufter Veranstaltungen und Leerstandstage 2010 bis 2016 + Ausblick. Es substantiiert nicht, welche Saalwünsche 2010 bis 2016 erfüllt wurden, welche nicht, und gleicht dies dann mit Leerständen anderer Säle ab. Von „Analyse“ keine Spur. Von „Konkurrenz“ für ein RKK kein Wort.

    Auch das 2. Kapitel „Bedarfs- und Nachfragepotenzialanalyse “ zeigt keine nachvollziehbare Herleitung von Potenzialdaten aus Veranstaltungszahlen mit Teilnehmerzahlen. 98% der Veranstaltungen brauchen demnach jedenfalls keinen Saal für mehr als 1500 Besucher. Der winzige Rest von 2% wird noch kleiner, weil ja typischerweise bei einem Kongress nicht alle Teilnehmer zugleich denselben Saal benötigen. Vom restlichen – sagen wir – 1% werden einige in der Donauarena adäquat unterkommen, andere im Audimax. Nun sind es nur noch 0,…%: Und für die 0,…% gilt es immer noch zu prüfen, welches Qualitätsdefizit an einem der beiden Orte temporär zu mildern wäre (etwa gastronomisch besseres Angebot).

    Kapitel „Bewertung Quantität und Qualität / Struktur der Veranstaltungsstätten in Regensburg“ :
    Völlig im Dunkel bleiben Gründe dieser Bewertung, die ja auf der fehlenden Bestandsaufnahme gefußt hätten.

    Auch zum Kapitel „Defizite im Angebot der Veranstaltungsstätten in Regensburg aus Sicht der Befragten und der Marktteilnehmer“ ist keine faktenbasierende Vorgehensweise dargestellt
    Hat der Analyst eine Vielfalt von Meinungen von Auftraggeber, Unternehmen, Institutionen und Veranstaltern irgendwie passend gemacht und daraus
    eine scheinbar einheitliche Sicht komponiert?

    Die Aussage „Es fehlen adäquate Kapazitäten insbesondere für kleinere und mittlelgroße Konzerte (etwa hochwertige Kammerkonzerte) im Segment bis 800 sowie bis 300 – 400 Sitzplätze.“ ist befremdlich, da ja jede Bestandsaufnahme über verfügbare Saalkapazitäten mit Qualitäten fehlt (s. Kapitel 1). Die wichtigsten für Kammermusik geeigneten Säle sind nicht einmal per Foto nachträglich einbezogen (6 Theatersäle, Konzertsaal der HfKM, Konzertsaal am Nordende des Campus, Schulkonzertsaal der Domspatzen, der Sing- und Musikschule, Antoniussaal, Reichssaal, … auch nicht die im Regensburger Umfeld wie Stadthalle Neutraubling, Aurelium).

    Das „Gutachten“ ermöglicht keine Erkenntnisse, provoziert aber noch vielfach mehr Kritik als hier skizziert. Wenn meine erste Sichtung nicht Wichtiges übersah, dann fehlt fast alles, was ein Auftrag „Bedarfsanalyse für ein Kultur- und Kongresszentrum“ verlangt.

  • dünnster Künstler

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    @Altstadtfreund
    Aha, die von mir abfotografierte Powerpointpräsentation „Zwischenbericht Marktanalyse zu einem Regensburger Kultur und Kongresszentrum“ gibt es nun als PDF auf der „Stadtraum gemeinsam gestalten“ Webseite der Stadt. Wann wird der eigentliche Bericht vorgelegt? Kurz vor oder nach der Sommerpause? Wird dieser öffentlich gemacht? Der Inhalt dürfte gleich bleiben: „Regensburg braucht ein RKK, dringend!“
    Die Bedarfsanalyse für ein RKK stammt von einem Wiesbadener Beratungs Unternehmen. Hier im Blog ein Werbevideo mit Rundflug aus Wiesbaden: http://europabrunnendeckel.de/?p=5740#RheinMain_CongressCenter

    Regensburg soll Kongressstadt werden: Der Bedarfsanalyse folgend soll, mangels genügend großem Bau-Platz im Grüngürtel, das künstlich aufzublähende Kongressgeschehen vom hoch subventionierten und privat betriebenen RKK am Ernst Reuter Platz aus, unter anderem in das städtische Hypogebäude in der Maxstraße und die dann noch anzukaufende IHK in der D.-Martin-Luther-Straße 12 dezentralisiert werden. Der öffentliche Raum zwischen Bahnhof und Altstadt wird unter einer solchen Überschreibung zum hochsubventionierten Kongressbereich leiden. Schon in den vergangenen Jahren durfte sich hier keine Bürgerkultur manifestieren. Bis zu einer sogenannten „Aufwertung“ durch Kongressgäste wird man den öffentlichen Raum weitere 10 Jahre herunterkommen lassen, oder schon mal ohne Diskussion eine Touristen-Bodensprenkleranlage installieren. An den Bedürfnissen und Ansprüchen der Bevölkerung geht dieses undemokratische Vorgehen komplett vorbei.

    Hier eine Visualisierung zum dezentralen Kongressgeschehen aus der „2.Ideenwerkstatt“: http://europabrunnendeckel.de/download/vollcornform/plaene_mai_kl/thumbnails/DSC09452.jpg

    Wiesbaden:
    https://youtu.be/ma1smFQhxM4H

  • Rosalia Genoveva

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    @dünnster Künstler
    Wegem ihrem Link habn der Bonifaz und ich grad eben a Unsimmigkeit ghabt.

    Ich sag, irgendwas da bei dem Plan erinnert mich auf einmal an a typisches katholisches Jugend-Sommerlager aus unserer Zeit, wie man uns lauter Nichtereignisse angschafft hat, so nach der Art:

    Gäste begegnen Einheimischen in einem öffentlichen Raum.
    Gespräche zu zweit beim gesitteten Spaziergang.
    Neugierige schauen.

    Aber der Bonifaz ist glei rot und komisch wordn.
    Er meint, er stellt sich eigentlich ein Drehbuch für an Bayern-Porno so vor:
    Die Gäste in Edel-Jeans und die Einheimischen in Lederhosn tun sich im öffentlichen Raum vermischn, vorm Bahnhof.
    Es kommt zu Zweiergesprächen: Hach, huu, och, gehweita, wirdsbald…
    Voyööre speanzeln rüber.

    Und jetzt streit ma uns, was sich der Architekt eher denkt haben könnt bei die Texte…

    Und ob er schon weiß, dass die Kongresszukunft digital sein soll mit virtuelle Gäst. Die mischen sich dann im Computer.
    Hamms gsagt überall.

  • dugout

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    – und die geplante Zu-Betonierung des Europabrunnens zum Bodensprenkler-Touristen-Rastplatz ……..blablabla

    -schon mal ohne Diskussion eine Touristen-Bodensprenkleranlage installieren. ……blablabla

    -Raum mit einer teuren Bodenplatte für eine Touristen-Römerrastplatz-Bodensprenkleranlage …..blablabla

    – der Europabrunnen/Ernst existiert quasi nicht und wird übersprungen weil der Römerrastplatz zwar faktisch gesetzt aber peinlich ist) …….blablabla

    – auf dem unsinnigerweise mit einer Bodensprenkleranlage zubetonierten Europabrunnenraum,……..blablabla

    -nun am Römerrastplatz-Europabrunnen lässt sich gut ablesen in welche Richtung die restliche Gestaltung von RKK und Aussenräumen gehen soll(te)…….blablabla

    -2016 Beschlossener Bodensprenkler-Plan der Verwaltung Brunnenraum: Zubetonieren und Pflastern (der Bodensprenkler läuft dann eh nur die Hälfte des Jahres…..blablabla

    – mit einer austauschbaren Römerrastplatz-Bodensprenkleranlage zementiert und geglättet …….blablabla

    -mit 200 000€ Fördergeldern vom Bayerisch-österreichischen Tourismusverband, die künftige „Römerrastplatz-Bodensprenkleranlage“ zu bauen. …….blablabla

    – die den Bahnhofspark erschlägt und die Umgebung mit repräsentativem Charme kulturell plättet (Römerrastplatzbodensprenkler-Touri Attraktion)……..blablabla

    Die Frage ist wer hier seit Jahren immer wieder das selbe schreibt.
    Vielleicht war im Brunnenloch aber auch zuviel Kohlenmonoxyd. Dann sind sie entschuldigt.

  • Ida

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    @dünnster Künstler
    ‚ im Mai exklusiv hier‘, welcher Mai? Außer Fehlermeldung nix da ;-o

  • herrje, ich hab mein Von verloren...

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    vor allem : und auch das gibt dieses Gefällligkeitsgutachten her : es ist einfach zu wenig Platz da ! Wie schon damals bei der Ideenwerkstatt ein Herr der Altstadtfreunde, wenn ich mich richtig entsinn, richtig anmerkte, ein Kongresszentrum ist mehr als nur ein Saal ( wie im Gutachten gefordert für 1800 Leute ). Foyer, Backstage, Catering, weitere Workshopsäale ( plural ) mit Fassungsvermögen proportional zum Hauptsaal,… Technik, Anlieferung, sanitäre Anlagen,……

    Wenn sich Krones, BMW und Co unbedingt ein Kongresszentrum einbilden, dann macht euch doch ein Gscheites – Draussen, auf der grünen Wiese, zwischen UKR und Contiarena.
    Da is noch Platz, durch Autobahn und Busse eine super Anbindung ( mti dem 6 er über den Galgenberg is man in 0,Nix am HBF ), Blick auf die Walhalla vor der Haustür und für Glasfaser müßte man da auch nicht zu tief buddeln, um fündig zu werden.. die Papstwiese kann dann auch noch mit Hotels zugesch…en werden.. passt eh gut, macht ja auch dort der Ausverkauf nicht halt..( sag nur McKinsey.. https://www.wsj.com/articles/vatican-hires-us-firms-to-modernize-communications-accounting-1387469598 )

  • dünnster Künstler

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    @Ida: Sie müssen den ganzen Link-Text in den Browser hineinkopieren, wegen dem unverdaulichen „&“ Zeichen im Hyperlink….

  • Verbände fordern: „Verschiebt diese Bürgerbefragung“ » Regensburg Digital

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    […] Eine ähnliche Kritik mit Blick aufs RKK hatte bereits Anfang Juni Achim Hubel, ehemals Beobachter… Mit Blick auf die Präsentation der Stadt zum RKK sprach Hubel von einem „Gefälligkeitsgutachten“ und „Schönfärberei“. Trotz zahlreicher Wortmeldungen sei beim Abschluss der Ideenwerkstätten dazu keine Diskussion erlaubt gewesen. Insofern dürften auch die Altstadtfreunde große Teile der Erklärung teilen, wenngleich sie nicht zu den Mitunterzeichnern zählen. Nach Informationen unserer Redaktion gab es aber bereits ein erstes Treffen mehrerer Gruppen und Einzelpersonen, um sich für alle Fälle schon einmal zu vernetzen. […]

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