Bürgerbeteiligung zum RKK

Gelingt der Stadt die Grablegung eines Mythos?

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Die Stadt Regensburg hat einen Bürgerbeteiligungsprozess zur Neugestaltung des Bahnhofsareals und zu einem möglichen Neubau eines Kultur- und Kongresszentrums initiiert. Im Zuge dessen fanden flankiert von einer großen Kommunikationskampagne im März und Mai zwei dreitägige Ideenwerkstätten statt. Letzte Woche wurden erste Entwürfe und mögliche Lösungsvorschläge eines Regensburger Dauerbrenners präsentiert. Gelingt der Stadt damit endlich der große Durchbruch?

Bürgermeisterin Getrud Maltz-Schwarzfischer (Mitte) nimmt Stellung zum Beteiligungsprozess. Foto: om

Bürgermeisterin Getrud Maltz-Schwarzfischer (Mitte) nimmt Stellung zum Beteiligungsprozess. Foto: om

Eigentlich kann man es sich gar nicht vorstellen, dass der jahrzehntelange städtische Rohrkrepierer namens Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) auch nur ansatzweise in Richtung einer Realisierung strebt. Eine fixe Idee, von der alle reden, aus dem aber nie irgendetwas geworden ist. Etwas, das man aber unbedingt bauen müsse, damit es eben gebaut ist. Vielleicht ist das Vorhaben mittlerweile weniger Selbstzweck, als vielmehr die Absicht, diesen Mythos endlich zu Grabe zu tragen. Nicht nur das RKK, sondern ein ganzer Stadtraum soll nun auferstehen.

Die Grab- und mögliche Auferstehungsstätte, sofern sie denn einmal verwirklicht werden sollte, wird sich – so viel scheint allgemeingültig festzustehen – zwischen dem Hauptbahnhof und dem Ernst-Reuter-Platz befinden, dort wo aktuell der brutalistische Kepler-Bau steht und auf breiten Asphaltpisten inmitten dichten Baumbestands fast alle Regensburger Buslinien abgewickelt werden. Wie kann und soll das aussehen?

Planerische Versäumnisse am Bahnhof sollen grundlegend ausgeräumt werden

Die Stadt Regensburg hat sich für einen großen Wurf entschieden. Das ganze Areal rund um den Bahnhof, die Albert-, D.-Martin-Luther- und Maximilianstraße und den Ernst-Reuter-Platz soll in den kommenden Jahren grundlegend um- und neugestaltet werden. Nicht nur das RKK soll dabei realisiert, auch ein neuer Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) sowie eine sinnvolle ÖPNV-Trasse sollen verwirklicht werden.

Wenn man heute aus dem Bahnhofsgebäude auf den Bahnhofsvorplatz tritt, springen einen die bisherigen planerischen Versäumnisse förmlich an. Kreuz und quer schlängeln sich die Überlandbusse durch unlogisch angeordnete Busbuchten, Menschen, so sie sich an die Taktung der Ampelzeiten halten können und wollen, treten unvorhergesehene Pfade in die Ausläufer des Schlossparks und das parkähnliche Grüngelände um das Peterskircherl. Dazwischen schieben sich mehrspurig die gelben Stadtbusse durch Autos hindurch, die damit kämpfen sich richtig einzuordnen.

Beteiligungsprozess unter Einbeziehung professioneller Planer und Kommunikationsstrategen

Ende vergangenen Jahres hat der Stadtrat beschlossen einen Bürgerbeteiligungsprozess hinsichtlich des betroffenen Areals einzuleiten und die Regensburger Bevölkerung bei der Planung und Umsetzung umfassend einzubeziehen. Ende März und Anfang Mai fanden in diesem Zusammenhang im Parkside jeweils dreitägige „Ideenwerkstätten“ statt, die von einer großen Kommunikations- und Imagekampagne begleitet und unter Beteiligung zahlreicher Büros von (Landschafts-)Architekten, Stadt- und Verkehrsplanern und Kommunikationsagenturen ausgerichtet wurden.

Die beteiligten Planer präsentieren ihre Ergebnisse. Foto: om

Die beteiligten Planer präsentieren ihre Ergebnisse. Foto: om

Dabei ging es vorrangig darum Ideen und Vorstellungen zu sammeln, welche Erwartungen an den betreffenden Stadtraum gestellt werden und welche Vorstellungen es hinsichtlich der vier Kernbereiche des Planungsvorhabens gibt. Die Kernbereiche lauten: „RKK, ZOB, ÖPNV-Trasse und öffentlicher Raum und Grünvernetzung“.

Die erste Runde der Ideenwerkstätten wollte und sollte die Aufmerksamkeit auf den Ist-Zustand lenken und Veränderungs- und Verbesserungsvorschläge sammeln, während die zweite Runde die von den beauftragten Büros entwickelten Planungs- und Lösungsvorschläge und Bebauungsmöglichkeiten zur Diskussion stellen wollte.

Maltz-Schwarzfischer: Befragung der Bevölkerung wird „mit Sicherheit“ noch dieses Jahr geschehen

Hunderte Regensburger brachten Ideen ein und beteiligten sich an der Diskussion. Darunter Vereine, Initiativen, Interessenverbände und Schülergruppen. Bei den beiden Abschlussveranstaltungen am 23. März und 05. Mai nahmen unter anderem zahlreiche Stadträte und einige Verwaltungsmitarbeiter teil sowie jeweils auch Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Letztere betonte, dass man anhand der vorbrachten Vorschläge prüfen müsse, was möglich sei. Ferner werde das weitere Verfahren seitens der Stadt „transparent und öffentlich“ gehandhabt.

Zum anberaumten Zeitplan gab die Bürgermeisterin einen vergleichsweise konkreten Takt vor: Diesen Sommer werde es eine weitere Veranstaltung mit der Möglichkeit zum Livefeedback geben, nach der Bundestagswahl sollen die Regensburger per Post zu den dann auf dem Tisch liegenden Vorschlägen befragt werden. „Mit Sicherheit“ werde jedoch alles noch in diesem Jahr geschehen.

Wie könnte das Bahnhofsareal letztlich aussehen?

Doch welche Präferenzen zur Neugestaltung des gesamten Areals haben sich in den Ideenwerkstätten herauskristallisiert? Der anvisierte ZOB könnte sich im Nordosten des Bahnhofs (möglicherweise zweistöckig) am Brückenkopf der Galgenbergbrücke befinden, um die Mobilität kompakter und strukturierter zu organisieren, wie es bei der Abschlusspräsentation hieß. Zudem könnte eine Tiefgarage die bisher schwierige Parkplatzsituation im Bereich des Bahnhofs verbessern. Überlandbusse könnten sich im Nordwesten an der Bahnhofstraße sammeln und nur zum Ein- und Aussteigen vor den Bahnhof fahren.

Kann es funktionieren? Vorstellung der in den Ideenwerkstätten entwickelten Vorschläge. Foto: om

Kann es funktionieren? Vorstellung der in den Ideenwerkstätten entwickelten Vorschläge. Foto: om

Beim Kultur- und Kongresszentrum bevorzugen die Planer ein RKk (mit einem dezidiert kleinen „k“ für die Kongressfunktion – die Kultur wird als wichtiger bewertet), das unter Einbezugnahme anderer Gebäude dezentral gestaltet werden könnte. Das Haupthaus im Bereich des Kepler-Areals solle auf jeden Fall ein „bürgernahes und offenes“ Gebäude mit Alltagsfunktionen wie etwa einem Café, einer Bücherei und Aufenthaltsmöglichkeiten für Reisende sein. Wichtig sei den Planern „ein Haus ohne Rückseite“ zu schaffen, das sich nicht nur baulich in alle Richtungen vernetzen kann.

„Der schönste gemeinsame Nenner“

Man habe insgesamt die starke Hoffnung sich auf den „schönsten gemeinsamen Nenner“ zu einigen. Im Planungsgebiet werde ein belebter Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen, der bei der Regensburger Bevölkerung „positiv besetzt“ sein soll, wie es Baureferentin Christine Schimpfermann zum Abschluss der letzten Ideenwerkstatt formulierte. Es gehe „sehr viel um Emotionen“ und der Wunsch sei spürbar, dass „der von uns problematisierte Raum auch Chancen biete“ und deshalb zu einem „Salon der Stadt“ aufgewertet werde solle und könne, so Schimpfermann optimistisch.

Echte Stadtpolitik oder bloße Spielwiese?

Wie erfolgreich dieses – für Regensburg bisher beispiellose – Beteiligungsprojekt wird, hängt entscheidend davon ab, ob die aus den Ideenwerkstätten hervorgegangenen Vorschläge zu belastbaren, finanzierbaren und umsetzbaren Plänen führen, die der Bevölkerung mit sehr unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Interessen und Erwartungshaltungen vermittelbar sein werden. Die Frage wird sein, ob letztlich nur der Mythos RKK (oder RKk) zugunsten einer endgültigen Realisierung zu Grabe getragen wird oder möglicherweise auch ein neuer und mühsamer Weg des Versuchs einer beteiligungsoffensiven Stadtplanung beerdigt wird.

Noch ist das Bahnhofsareal eine Spielwiese. Foto: om

Noch ist das Bahnhofsareal eine Spielwiese. Foto: om

Bis dahin ist es noch einer weiter Weg. Stadtpolitik lässt sich grundsätzlich nicht durch unverbindliche Events ersetzen. Die bisherige Beteiligungsstrategie ist der Stadt gelungen und könnte auch weiterhin fruchten, sofern sich am Ende nicht alles als scheinbar konsensuale Placebo-Show und bloße Spielwiese entpuppt. Das letzte Wort wird irgendwann im nächsten Jahr der Stadtrat haben. Dann wird es sich zeigen.

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Kommentare (34)

  • dünnster Künstler

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    Streitbares Diskussionspapier mit dem Schwerpunkt RKk und öffentlichen Räume
    zum Kulturfest: (damit wir etwas zum Diskutieren haben)
    http://europabrunnendeckel.de/download/vollcornform/Information_Diskussion_Erklaerung_Kulturfest_13_5_2017.odt

    Bezugnehmend auf den Plan „Besondere Orte und Objekte“ aus der“ Stadtraum-gemeinsam-gestalten“ Bürgerbeteiligung sind beim Kulturfest am Sa 13.5. beispielhaft Kunstwerke und Markierungen zwischen Ernst-Reuter-Platz und Albertstraße zu sehen. Alle Beispiele des kompetenten Raumplaners können, wie vieles andere auch, schon heute 1/1 umgesetzt werden.
    Es steht ausser Frage, dass öffentliche Toilettenanlagen fehlen, das Peterskirchlein kulturell genutzt werden könnte, es Fahradparkplätze bräuchte, die Hochbeetkante der Maxstraße sich zum Sitzen eignet, es schönere Beratungsstellen geben sollte, Freifunk eine tolle Sache ist, der Europabrunnendeckel ein geeigneter Ort für öffentliche Aktionen ist, ….Kunstprojekte aus der Bürgerschaft zur Empfangskultur gehören.

    Heute sind z.B. hinter der Albertstraße zu sehen:
    z.B. die 2,10m x 5m rostige Römertafel (nasser Limes) des geplanten Touristenrastplatz als Sitz-Eck-Versteck mit Flaschenöffner
    Ein Dixie Klo als Readymade.

    http://europabrunnendeckel.de/?p=5740#ergaenzung_Kundgebungsmittel

    Samstag 13.5.2017 von 14-22Uhr, Eigeninitiative ist auch beim Feiern gefragt.

    z.B. 21-22 Uhr: Möglichkeit beim Rückbau mitzuhelfen. Danke!

    Einen Blick ins Brunneninnere, auf den Boden der Realität (3m tief, lichtdurchfluteter Werkzeugkasten der Interessierten ein alltägliches und entspanntes Arbeiten mit dem Umfeld ermöglichen würde), kann der Öffentlichkeit leider wieder einmal nicht gewährt werden, da der Deckel laut Tiefbauamt einstürzen würde, wenn die seitliche Sicht-Verplankung abgeschraubt würde. (Tatsächlich Zusammenbrechen würden die unsäglichen Touristenrastplatz Bodensprenklerpläne die unhinterfragt von der Vorgängerregierung und dem Kulturreferat übernommen wurden). Einbrechen würde der neue Deckel von 2015 laut einer aktuellen Stellungnahme der Stadtverwaltung auch, wenn eine 4köpfige Band darauf und nicht daneben spielen würde…. 2 paar neue Europabrunnendeckel-Schlüssel für Regensburg, das wären zwei Schritte nach vorne! So könnte mit selbstorganisierter Kultur zwischen Ernst Reuter Platz und Albertstraße die Situation zwischenmenschlich ergründet und bearbeitet werden.

  • Petra Schnappel

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    Schade. Leider enthält der Artikel mind. soviel Lufthülsen wie die Absicht der Verwaltung die über einen Bürgerbeteiligungsprozess schwärmt. Nicht nur die Wahl 2014 haben den Bürger gezeigt wie ein Votum verstanden werden kann.
    Jahrhundertprojekt, nein danke.

  • Lothgaßler

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    Ein kleines „k“ für die Kongresse, Planungsversäumnisse, und ein „von uns problematisierter Raum“, ach nee! Hätte ich nicht vermutet. Ich dachte das war alles „von Experten geplant“ bzw. von „Experten prognostiziert“. Das war wohl ein Irrtum.
    Natürlich muss sich etwas ändern, denn das Gemurkse der letzten Jahrzehnte ist zum Grausen. Nachdem ich zeitbedingt nicht an den Veranstaltungen teilgenommen habe, will ich nicht uninformiert kritisieren. Meine Erwartungen sind nahe der Bodenkante, also kann ich kaum noch enttäuscht werden. Schaun ma mal, was den Mastermind´s im Hintergrund genehm ist. Radfahrer, freie Kulturschaffende und Alleengürtel-Freunde sollten mit Enttäuschungen rechnen.

  • HANS 2nd

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    Wann kommt die Bürgerinitiative „Kein RKK in Regensburg“? Damit endlich Schluss ist mit diesem Unsinn.

  • eingeborener

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    Viel Meinung, ganz wenig Information.
    Gibt es denn im Feld von rd keinen Fachmann, keine Bürgerinitiative, die zur Stadtentwicklung etwas zu sagen hat ?

  • der Binsenweise

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    Ich würde es wie bei der Hamburger Elbphil. machen:
    Einen Gebäudeaufsatz vom Keplergebäude bis zum Bahnhof mit Erweiterungsoption zu den Arcadiern. Darin kann dann getagt werden, Busse und Bahnen können direkt vor den Einlasstoren halten, zeitgleich findet ebenerdig aber eben überdacht ein kleines Bürgerfest statt, auf dem abgestimmt werden darf, ob man mit der kompetenten Lösung einverstanden ist. Das Ergebnis wird dann im Museum der Bayer. Geschichte ausgestellt und multimedial unterfüttert.
    Ach ja, und diese alten Römermauern könnte man endlich mal abtragen. Die Quader werden von anderen Städten als Sitzsteine gekauft.

  • Ignaz Wrobel

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    …. in einer Stadt, die in der bereits weitgehend für Individualverkehr gesperrten Altstadt noch eine „Umweltzone“ einrichten will, dafür aber den PKW-Verkehr aller Schmutzklassen durch die Frankenstrasse und rund um die Altstadt zuläßt und durch Marketingmaßnahmen auf den Altstadtplätzen fördert, gibt es keine nachhaltige Stadtplanung und die Bürgerbeteiligung ist nur Augenwischerei …

  • T.Braven

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    Hier wäre es doch ideal, wenn der Dietlmeier vom Immobilien-Zentrum das ganze Areal für eine schwarze Null erwirbt und bebaut, die Stadt zahlt den Abbruch und die Altlasten und pachtet das RKk für 30 Jahre. Dafür darf Dietlmeier da auch mit Luxuswohnungen mit BLick auf Dom und T&T den ganz großen Reibach machen. Und wenn der’s nicht will, könnte es ja der Schmack oder Knacki-Tretzel machen. So wär der Deal mit Schaidinger und Wolbergs gewesen.

  • Schwalbe

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    Seltsamer Artikel. Oder sollte es ein Kommentar werden?
    Aber vielleicht gebiert die Sache selber genau solche Luftblasen-Ansammlungen.
    Das Traurige ist: mir wird inzwischen schon angst und bange, wann immer die Stadt Regensburg irgendwas plant; „lasst es bleiben“, denk ich mir, „lasst es einfach bleiben, es wird nicht besser“.

  • Obelinchen

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    Seit ich mich in einer Mittagspause tatsächlich an der Bürgerbeteiligung beteiligt habe, warte ich auf eine echte kompetente Einschätzung, wer ein (weiteres) Gebäude für Kultur und Kongresse brauchen soll. Die entsprechende Studie sollte am Donnerstag 04.05. vorgestellt werden und wurde bisher NIRGENDS erwähnt. Gab es sie nicht?
    Dann mal ne ernsthafte Frage: welche Kultur soll denn da drin stattfinden?, für die es bisher keine Flächen gibt? Popkonzerte mit 1000 bis 2000 Zuschauern? Oder eher Klavierkonzerte? Und wie will man die unterschiedlichen Anforderungen (Tanzfläche versus Tribüne) unter einen Hut bringen? Mal ganz ehrlich: für 8 Mio. Euro Verlust jährlich kann die Stadt jedem Einwohner einen Konzertbesuch in München samt Busfahrt spendieren!

    Frage an rd: wurde die (Rumpf)studie vorgestellt wie versprochen?

  • Der Turmbau zu Ratisbabel

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    Genesis 11,1-9

  • GröRaZ

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    Gibt es überhaupt den „schönsten gemeinsamen Nenner“?
    Auch noch so schöne sinnfreie Wortblasen:
    „positiv besetzt“
    „sehr viel um Emotionen“
    „der von uns problematisierte Raum auch Chancen biete“
    „Salon der Stadt“
    so Schimpfermann optimistisch,
    können vielleicht einen Bericht aufhübschen aber niemals Grundlage für ein (100 ?) Millionen Projekt sein.
    Oder wurden wesentlichen Aussagen nicht dargestellt?
    Nach den tollen News der letzten Monate interessiert den Bürger auch gibt es überhaupt noch eine Deadline?

  • Lothgaßler

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    @Ignaz Wrobel:
    Die Altstadt für Individualverkehr weitgehend gesperrt? Ich merk nix, und ich wohn da. Ja, es gibt ein paar Gassen, aber sonst strömt der Verkehr über die Prüfeninger-Straße fleißig durchs Jakobstor in die Altstadt, und die Autos passen nie und nimma in die Parkgarage am Bismarck.
    Ist wieder Autofrühling? Ach ja, ich habs gesehen und beschlossen dieses Wochenende nicht in der Altstadt einzukaufen.
    Wie schreibt das Stadtmarketing (schämt euch) so schön zu dem Schmarrn:
    „..Kleinwagen für die Stadt, komfortable Limousinen, praktische Kombis und SUV oder auch sportliche Cabrios haben die Händler im Angebot. Allen gemeinsam ist, dass sie auf sparsame und saubere Motoren setzen, egal ob Benzin oder Diesel..“ (http://www.stadtmarketing-regensburg.de/projekte/regensburg-mobil.html).
    SUV und saubere Diesel für die Stadt: copy & paste von der VW-Homepage? Der grüne Bürgermeister ohne Ambitionen erhebt sein Wort auch nicht.

  • Rosalia Genoveva

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    Leut, ich verstehe es nicht, ihr seht die Ziele vor lauter Kulturwillen nicht, mein Bonifaz dagegen schon:
    Regensburg braucht nur drei Dinge:
    Einen Wegweiser zum Dürerhaus hinüber und einen zum Gloria-Schloss herbei.

    Außerdem einen Ausstellungsraum, wo die Fürstin ihre hohe gloriase Malkunst präsentieren soll.
    Zum Lohn beim Ausgang Bons echte Regensburger Würstel.

  • dünnster Künstler

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    Das Wort zum Sonntag:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=5740#wort_zum_sonntag

    WAS IST im Umfeld des Keplerareals bereits WEGGEBROCHEN?

    Das Cafe Insel kann sich nicht mehr mit der Theaterakademie befruchten; das Cafe Insel befindet sich jetzt Abseits des Zwischenraums Bahnhof und Europabrunnendeckel in der Luitpoldstraße 17 und nicht mehr im Wirsingbau im Zwischen Bahnhof und Europabrunnendeckelprojekt.
    Die Theaterakemie zieht bald in neue Städtische Räume in der Kreuzgasse…
    Es gibt keine Skatebank und auch keine alltägliche Kunst mit der Brunnenanlage mehr.
    Kunstwerke im öffentlichen Raum wurden abgesägt und nicht durch Nachfolgekunstwerke ersetzt.

    Architektur wird nutzlos gemacht. Bewährte Soziale und kulturelle Projekte wurden längst verdrängt und Kunst konsequent abgesägt… Gewachsenes zertört.

    Wird der nutzlos gemachte jedoch voll funktionstüchtige Europabrunnendeckel auch dieses Jahr wieder hinter Blumenkübeln versteckt?

    Erfreulich:

    Die Studentenappartments im Lutherhochhaus werden weiterhin regulär vermietet auch wenn Stadträten in der Vergangenheit bereits anderes Glauben gemacht wurde.

    Es werden Perspektiven aufgezeigt, wie z.B. die, das Peterskirchlein zu Öffnen und in die umliegenden Freiflächen einzubeziehen.

    Ein erster Schritt Richtung Verbesserung der Situation könnte es sein, die negativen Entwicklungen der Vergangenen Jahre rückgängig zu machen und dort anzuknüpfen wo die Stadt aufgehört hat sich weiterzuentwickeln (vergl. z.B. Projektvorschläge auf dem Plan “Besondere Orte und Objekte” des Planungsbüros Kaczmarek (siehe oben!) für die Konkretisierungsphase der “Stadtraum-gemeinsam gestalten” Bürgerbeteiligung, die von der Kommunikationsagenturen “nonconform” und “UP ” (urbane Projekte) als “Ideenwerkstatt” vom 3.5. bis zum 5.5. durchgeführt wurde.

  • Achim Hubel

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    Die unzureichende Berichterstattung in den Regensburger Medien ist eine Schande! Tatsächlich hat am Donnerstag, 4. Mai ein Vertreter des von der Stadt beauftragten Büros eine Zusammenfassung der neu erstellten Bedarfsanalyse für ein Kongresszentrum vorgetragen. Es war unfassbar – denn die angebliche Analyse entpuppte sich als eine einzige, in jeder Hinsicht unkritische Lobeshymne auf ein Kongresszentrum, das Regensburg nötiger habe denn je! Alle von dem Büro befragten Firmen hätten sich – genau wie die Universität und alle Hochschulen – angeblich begeistert geäußert und einen dringenden Bedarf an Tagungen und Kongressen in Regensburg angemeldet, so dass man über 1000 (!) Veranstaltungen pro Jahr im Kongresszentrum ansetzen könne – die Firmen müssten also mit langen Wartezeiten rechnen, weil das Zentrum wahrscheinlich permanent ausgebucht sein werde. Es gab überhaupt keine Einschränkung, was den Bedarf betrifft – alle Befragten hätten angeblich nur begeisterte Zustimmung von sich gegeben! Natürlich lieferte der angebliche Sachverständige auch ein dickes Bündel an Notwendigkeiten, die alle im RKK vorhanden sein müssten: Das waren ein ganz großer Plenarsaal für 1.800 Personen, ein kleinerer Saal für 800 Personen, weitere Räume für Sektionssitzungen und Workshops, eine perfekte Doppelausrüstung für die Säle bezüglich ihrer Funktion als Kongresssäle und ebenso bezüglich ihrer Akustik für Konzerte, massenhaft Scheinwerfer zur Beleuchtung, optimale Lautsprecheranlagen, große Bühnenflächen für ein Orchester oder für szenische Aufführungen aller Art, hinter der Bühne Räume für die Musiker zum Proben, Schminkräume und Garderoben für die Stars, Büroräume für die Verwaltung und die Organidsation, große Freiflächen zum Flanieren in den Pausen mit entsprechenden gastronomischen Angeboten, außerdem Freiflächen, wenn eine Firma ihren Kongress mit einer Präsentation ihrer Produkte ergänzen möchte, natürlich auch ein großes und gepflegtes Restaurant und – last but not least – eine Tiefgarage – so groß wie möglich – unter dem RKK. Wenn man das alles zusammen rechnet, bräuchte man wahrscheinlich alle Grünflächen, die es zwischen Bahnhof und Ernst-Reuter-Platz gibt!!! Während die sehr guten Architekten, Stadt- und Verkehrsplaner der beauftragten Ateliers beste und überzeugend koordinierte Vorschläge zur Verkehrsberuhigung und zur Erhaltung, ja Vergrößerung der Grünflächen lieferten, brachte das Ergebnis der Bedarfsanalyse für ein RKK das glatte Gegenteil – und hier war nichts, aber auch gar nichts aufeinander abgestimmt.

    Nach dem Vortrag dieses „Sachverständigen“ war keine Diskussion erlaubt, obwohl sich viel Bürger zu Wort melden wollten. Dafür wurden die Teilnehmer von den Moderatoren gezwungen, sich in Sitzkreisen zu versammeln und dort separat über einzelne Themen zu diskutieren. Ich habe mir erlaubt, mich trotzdem zu Wort zu melden. da ich meinerseits genau recherchiert hatte, welche Möglichkeiten für Tagungen und Konzerte es in Regensburg jetzt schon gibt, und z.B. deutlich gemacht, dass es von seiten der Universität keinerlei Interesse an einem Kongresszentrum der beschriebenen Art gibt. Die Moderatorin wollte mir ständig das Wort abschneiden – gottseidank waren viele Bürger hellhörig geworden und haben erfolgreich durchgesetzt, dass ich weiterreden durfte. Aber davon war in der Presse nichts, aber auch gar nichts zu lesen – leider auch nicht bei r-digital.

    Meines Erachtens hat die Stadt da ein Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis vor vornheren feststand: eine völlig unkritische Schönrederei für ein Kongresszentrum! Dabei braucht Regensburg keinewegs ein Kongresszentrum, zumal es die Universität und bald auch das Marina-Forum gibt. Schon das Marina-Forum wird meines Erachtens ein ziemliches Desaster erleben, weil es dort die erwartete Nachfrage nach Kongressen nicht geben wird. Aber die Stadt hat es vom Immobilien-Zentrum für 25 Jahre fest gemietet – das wird garantiert ein Defizitunternehmen größten Ausmaßes.

    Anstelle eines RKK sollte man in Zukunft nur noch von einem Bürgerhaus oder einem Kulturzentrum reden, das nicht für auswärtige Kongressteilnehmer, sondern ausschließlich für die Regensburger Bürger Serviceleistungen aller Art liefern könnte. Wenn der Stadtrat endlich von dem Beschluss des Kongresszentrums abrücken würde, wären ganz andere Planungen möglich – und hier sollten die Bürger artikulieren, was sie sich wünschen, ohne den grauenhaften Ballast eines Kongresszentrums im Rücken.

  • mkveits

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    Anknüpfend an Prof. Hubel, der auch mit seiner Medien-Rüge ins Schwarze trifft. Darüberhinaus verlinke ich mit dem

    Haus der Demokatie und Menschenrechte in Berlin und empfehle einen Surf-Durchlauf
    http://www.hausderdemokratie.de/artikel/willkommen.php4

    Für eine solche – oder ähnliche – Zweckbestimmung warb schon der ehemalige Neumarkter Landrat mit seinem bürgerschaftlichen Dreiklang:
    Bürgerbeteiligung braucht ein WOLLEN, ein KÖNNEN und ein DÜRFEN und demokratisches Mittun verlangt nach einem DACH, unter dem sich die Menschen greifbar begegnen können, Augenkontakt pflegen, respektvoll mit einander umgehen und von einander lernen.

    Ein solches Zentrum der Demokratie (wie immer man es genau benennen wollte) ist schon deshalb wichtig, weil jenseits unserer aktuellen Korruptionsmisere Prof. Andreas Fisahn in seinem neuesten Büchlein darauf hinwies, dass die „Demokratie sich entleert“ und autoritäre Wirtschaftsregierungen an deren Stelle treten.

    Eine aufgeklärte, sich einbringende und mitgestaltende Bürgerschaft ist der beste Schutz dagegen – natürlich auch gegen Korruption.
    mkv

    Tipp:
    Andreas Fisahn
    Hinter verschlossenen Türen: Halbierte Demokratie
    Autoritären Staat verhindern
    Beteiligung erweitern
    vsa-verlag

  • altstadtkid

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    Lieber Herr Hubel,
    wo denken Sie hin, das ganze wird doch nicht für den Bürger gebaut, sondern ist auf dem Mist der Tourismus AG und der Regensburger Hotellerie gewachsen.
    Damit kann man „Big Money“ generieren, und Regensburg ein zusätzliches Touristisches Standbein angedeihen lassen.
    Und weil Sie schon öfter an Ihm gescheitert sind haben Sie jetzt „Den Bürger“ mit eingebaut. Und alles wird ganz toll.

  • Schwalbe

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    @Achim Hubel
    Vielen herzlichen Dank für ihren Beitrag.
    Auch wenn man nichts anderes erwartet – es haut einen doch jedes mal wieder um, mit welcher Dreistigkeit die „Vertreter“ dieser Stadt und ihre beigeordneten (Verdauungs) -Organe die Bürger belügen und ihnen auf der Nase herumtanzen.
    Wer die Muße und das nötige Archiv hat, sollte doch mal ins Gedächtnis zurückrufen, was die vergangenen 30 Jahre schon alles an fürchterlichen Katastrophen für diese Stadt angekündigt wurde, für den Fall, dass nicht unverzüglich eine Stadthalle bzw. ein Kongresszentrum gebaut würde.
    Diesen Leuten fehlt offenbar jegliches Schamgefühl. Und viele muss man für das, was sie da von sich geben, nicht einmal bezahlen. Manchmal wäre plumpe Korruption insofern tröstlich, als sie immerhin noch rational fassbar ist. Aber die nicht bezahlten – was ist mit denen schief gelaufen?

  • Obelinchen

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    @Achim Hubel
    Herzlichen Dank für die Zusammenfassung des Donnerstags! So etwas hatte ich schon befürchtet. Eine „echte“ Studie dürfte ja nicht v.a. bei potentiellen Kunden fragen („klar können wir uns vorstellen, auch irgendwann in Rgbg einen Kongress abzuhalten“), sondern müsste eher nach der Auslastung anderer Kongresszentren fragen!
    Und das Problem bleibt ja: wenn ich optimal für Kongresse ausstatte, bleibt anderes auf der Strecke – und umgekehrt.

  • Obelinchen

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    Vorsichtig geschätzt hat die Südhälfte des ErnstReuterPlatz etwa 7.000 qmeter zur Verfügung. Wenn ich 1800 Menschen in einen Raum pferchen will, zusätzlich Bühne und Nebenräume, brauche ich bestimmt 3.000 qmeter Grundfläche (kann da jemand Expertenmeinung abgeben?).
    Außerdem noch Vorplatz, Einfahrt Tiefgarage und Fußgängerwege, damit alle 4 Seiten bewundert werden können – mehr als ein bisschen Straßenbegleitgün kann da doch gar nicht mehr übrig bleiben!

  • Matthias B.

    |

    Stadthallen kann man nie genug haben! Kolpinghaus, Universität, RT-Halle, Continental-Arena, bald das Museum der Bayerischen Geschichte, Antonius-Haus, das brachliegende Gloria, Dollingersaal und das Millionengrab Zollinger-Halle im Schlachthof (MarinaForum) – das ist doch lächerlich wenig. Zumal alle o. g. Räume ständig und laufend ausgebucht sind.

    Hotels, wir brauchen mehr Hotels! Die zwei neuen, die in der Maximilianstraße geplant sind und das neue, das im DÖRNBERG (!) entstehen soll – die können doch die vielen Kongressteilnehmer gar nicht fassen!

    Die Veräppelung von seiten Stadtspitze und Verwaltung geht weiter wie weiland unter Schaidinger und Wolbergs. Die sechs Tage im Parkside EVENT waren nicht mehr als ein sündhaft teures Feigenblatt. Das Tolldreiste daran: das wird als Bürgerbeteiligung verkauft!

  • joey

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    Regensburg hat eben immer noch zu viel Geld und möchte sich mit einer neuen „Arena“ verausgaben. Ein Großflughafen fehlt noch in Oberhinkofen…

  • espede

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    Machen wir es doch den Wählern in NRWlern nach und schicken die SPD auf die hinteren Plätze. Scheinbürgerbeteiligungen sind dann vielleicht Schnee von gestern, oder irre ich hier?

  • Rosalia Genoveva

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    Der Bonifaz und ich wüssten schon konkurrenzlose Kongressthemen für die neue Halle, die was bisher noch keine Stadt anbieten tut:

    Fürs Volk:
    Beton als Psychopharmakon!
    Hast du heute schon betoniert?
    Kriminelle Bestattungsformen auf Großbaustellen±
    Reinkarnierte Kini Ludwig als in Regensburg?
    Hasse die Lücke!

    Für Experten:
    Grünkaputtmachkurs für Architekten !!!
    Trostlosigkeit als Planungskonzept !

    Wenn Kongresszentren Ableger kriegen…
    Weiterwurschteln wie bisher – Motivationseminar für Politiker!
    Betonieren als Herrscherprinzip!
    Kipp die Altmieter vor der Stadt aus $$$
    Betongrau ist das Neue Grün §
    Deutschlands nextes Betonstädtel!

    usw.

  • Lenzerl

    |

    So viel Häme über die Pläne – aus ganz bestimmt so vielen schlechten Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte!!!
    @ Achim Hubel, ich finde es gut, dass Sie sich zu Wort melden und den (durchaus fragwürdigen, weil stark wirtschaftsgeleiteten) Inhalt des Bedarfsgutachtens für ein RKK der Öffentlichkeit präsentieren.
    Ich bin allerdings TROTZDEM nach wie vor positiv gegenüber dem RKK (und vielleicht noch zu idealistisch). Die eierlegende Wollmilchsau wird Regensburg sowieso nicht kriegen. Aber jetzt wird wenigstens endlich mal über EIN GANZES nachgedacht und nicht nur Puzzlesteine (Römerrastplatz …). Dass das Ergebnis nicht allen schmecken wird, weil am Ende doch zu viele Wirtschaftsinteressen mitspielen, zu viele Bäume fallen oder zu wenig Fahrradparkplätze da sein werden, ist doch eh klar. 49 zu 51%, egal was die Stadt macht. Auch wenn ich mir hier sicher PRügel einhandle: Ich bin fürs RKK und wenn es ein „RKk“ wird – um so besser. Das hat der Beteiligungsprozess ja wohl ergeben. Vielleicht sollte man sich mal fragen, was denn die ALTERNATIVE wäre. Denn ein Weiter so, kommt meiner Meinung nach überhaupt gar nie nicht in Frage. Aktuell: 12-jährige Schülerin, die täglich an der Alberstraße in den Bus steigen muss und jetzt mit dem Fahrrad aus der Innenstadt heimradeln will. Der Ernst-Reuter-Platz und die D.-Martin-Luther-Straße sind verkehrstechnisch in jeder Hinsicht eine KATASTROPHE!
    Also, tun wir was für die nächsten Generationen … Die Zeit wird dann beweisen, ob man in 50 Jahren wieder abreißen muss oder ob es dauerhaft funktioniert, was man heute baut … Eigentlich sollten gerade die Regensburger das doch wissen ;-)

  • dünnster Künstler

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    @Lenzerl: Ich stimme Ihnen zu, dass die Verkehrssituation und die Aufenthaltsqualitäten für zukünftige Generationen verbessert werden sollten.
    Zum Thema „Regensburg muß Kongress-Stadt werden“:
    Hier auf der vollcornform-Zwistelwerkstatt Seite, der abfotografierte Preview-Vortrag zur neuen Wunsch-Bedarfs-Analyse der von der Stadt beauftragten Beratungsfirma aus Wiesbaden: http://europabrunnendeckel.de/?p=5740#keplerareal
    Entsprechend der Bedarfsanalyse, die Planungsgrundlage ist, wird nun an einem dezentralisierten bzw. räumlich erweitereten Kongresszentrum geplant: Ein sehr großer Saal auf dem Keplerareal(RKk), kleinere Räumlichkeiten im für 15 Mio € angekauften (verseuchten) Hypogebäude in der Maxstraße und in dem noch anzukaufenden IHK-Gebäude. Es ensteht ein Kongressstadtviertel. Regensburg wird Groß-Kongresstadt! Der nächte „Kompromissvorschlag“ wird dann lauten: „Die Stadt macht die Sache wieder etwas kleiner und kauft die IHK doch nicht, sondern mietet dort nur nach Bedarf und wird nur noch Kongressstadt.“ Die Bürger dürfen dann jubeln obwohl sie alle garnichts von den prognostizierten zusätzlichen Kongressen haben.

    Tatsächlich besteht gar kein zusätzlicher Bedarf an Tagungsmöglichkeiten und es ist fraglich ob, wie und mit welchen Mitteln dieser Bedarf künstlich geschaffen werden kann – und wozu. Ich will in einer sozial und ökologisch orientierten Kulturstadt leben und nicht an einem vom Fremdenverkehr dominierten Kongresstandort mit Bodensprenkler_Rastplatz_Römerkitsch für Schifferltouristen. Produktpräsentationen im öffentlichen Raum, zusätzlichen Innenstadt-Tiefgaragen etc.

    Achim Hubel hat recht:
    „Anstelle eines RKK sollte man in Zukunft nur noch von einem Bürgerhaus oder einem Kulturzentrum reden, das nicht für auswärtige Kongressteilnehmer, sondern ausschließlich für die Regensburger Bürger Serviceleistungen aller Art liefern könnte. Wenn der Stadtrat endlich von dem Beschluss des Kongresszentrums abrücken würde, wären ganz andere Planungen möglich – und hier sollten die Bürger artikulieren, was sie sich wünschen, ohne den grauenhaften Ballast eines Kongresszentrums im Rücken.“

  • Matthias B.

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    @Lenzerl

    Was soll in dem RKk denn passieren?
    Ausstellungen wie im Leeren Beutel, zu denen keiner geht? Kunstforum – auch hier: Besucherfrequenz nicht überragend.
    Theater? Bismarckplatz, Velodrom, Turmtheater, Statt-Theater, Haidplatztheater, Junges Theater am Beraiterweg – hier besteht wohl kein Mangel an Alternativen?
    Konzerte? Audimax, Neuhaussaal, Leerer Beutel, die vielen Kirchen, Alte Mälzerei, Degginger, W1, Antoniushaus – welches Segment gehlt Ihnen denn hier? Topacts (Stones, Pink etc. gehen nur in Hallen weit über 5000 Plätzen!)
    Kino? – In Regensburg hat es zum Glück hier eine hohe Dichte und die Programmvielfalt ist eine der besten in ganz Deutschland.
    Lesungen? Vorträge? Was bitte, soll in diesem RKk passieren?
    Sorry, bitte nicht persönlich nehmen: Eine städtische Kinderbewahranstalt muss an dieser Stelle nun wirklich nicht sein.

  • rock opa

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    Die Stones werden wahrscheinlich die Einweihung des RKK resp. RKk nicht mehr erleben. Die Pink (oder P!nk ?) da bin ich etwas unschlüssig wen sie damit meinen….

  • Matthias B.

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    Lieber rock opa.
    Mit Pink wurde seinerzeit von der MZ für den Stadthallen-Standort Donaumarkt geworben. Das sollte suggerieren, solche Topacts gehen an Regensburg vorüber, wenn die bösen Bürger wieder gegen den Standort votieren! Ich weiß es auch nicht. Vielleicht ist die gute Pink längst aus der Mode und singt für eine warme Suppe auch bei Geburtstagsfeiern oder Möbelmarkt-Eröffnungen.

  • Rentnerin

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    Regensburg hat durch das Weltkulturerbe in vielen Fällen nicht mehr das alleinige Entscheidungsrecht.
    Daher gehe ich davon aus, dass das Gelände um das RKK eine gelungene Sache wird.
    Ausserdem hat es keinen Sinn, wenn sich eine immer mehr aus „Brot und Spielen“ bestehende Gesellschaft einmischt.
    Diese Stadt kann man am Samstag und Sonntag nicht mehr betreten, sondern sucht sich am besten seine Nischen wochentags.

  • Lothgaßler

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    @Rentnerin:
    Das Weltkulturerbe nimmt nichts weg vom Entscheidungsrecht der Stadt, es könnte nur der Weltkulturerbetitel gefährdet sein. So what!
    Gerade weil „Brot und Spiele“ in der Altstadt überhand nehmen, sollte einem Kultur- und -Kongress-Kolosseum in/ am Rande der Altstadt die Zustimmung verweigert werden.
    Kultur wird hier pflichtschuldigst vorgeschoben, weil jedem klar sein muss, dass ein reines Kongresszentrum niemals die Zustimmung der Bevölkerung erhalten wird. Wer an Tagungen und Konzerten verdienen will, der soll auch entsprechend investieren. Die Stadt selbst will bestenfalls über Umwege (Umsatzsteuer aus Übernachtungen, Einkäufen, Speis und Trank) profitieren, aber nicht selber als Ausrichter und Hotelier in Erscheinung treten.
    Die Tourismusbranche und das Stadtmarketing nehmen wenig Rücksicht auf uns Stadtbewohner, wir sind keine Größe in deren Überlegungen. Vieles konzentriert sich alleine auf einen kleinen Teil der Altstadt. Der Rest von Regensburg existiert in deren Köpfen faktisch nicht. Wenn ich mir die Ergebnisse der Stadtplanung ansehe, dann kann ich das sogar verstehen.
    Der Stadtrat als Organ aller Regensburger Bürger und Interessen muss sich mehr einmischen und Grenzen ziehen, sonst verkommt die Stadt zum Selbstbedienungsladen von einflussreichen Lobbykreisen (Auto, Immobilien, Hotellerie)

  • dünnster Künstler

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    @Rock Opa und Rentnerin: Niveau ist eine Hautcreme.

  • dugout

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    @ dünnste Künstler:
    Linke zur Europabrunnendeckelseite vergessen!!!

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