Wiederaufnahmeantrag im Internet veröffentlicht

Fall Mollath: So argumentiert die Regensburger Staatsanwaltschaft

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Eine „unechte“ Urkunde, Schlampereien im Gerichtsurteil und eine unglaubwürdige Belastungszeugin: Auf 152 Seiten begründet die Regensburger Staatsanwaltschaft ihren Wiederaufnahmeantrag im Fall Gustl Mollath. Mittlerweile wurde das Dokument vollständig im Internet veröffentlicht (hier als PDF abrufbar). WiederaufnahmeantragSeit 2006 sitzt der heute 56jährige Gustl Mollath in der Psychiatrie. Er soll seine Ex-Frau schwer misshandelt und Autoreifen von Personen in ihrem Umfeld zerstochen haben. Zuvor hatte Mollath seiner Ex-Frau – sie arbeitete damals als Vermögensberaterin bei der Hypovereinsbank – und einigen Kollegen vorgeworfen, illegal Gelder in die Schweiz verschoben zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah sich seinerzeit allerdings nicht veranlasst, deswegen Ermittlungen einzuleiten. Ein interner, aber erst später bekannt gewordener Revisionsbericht der Hypovereinsbank hingegen bestätigt einige von Mollaths Vorwürfen. „Alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt“, heißt es darin. Mollaths Ex-Frau erhielt nach der Prüfung die außerordentliche Kündigung. Das Landgericht Nürnberg attestierte Mollath hingegen 2006, gewalttätig zu sein, unter wahnhaften Vorstellungen zu zu leiden und damit eine Gefährdung für die Öffentlichkeit darzustellen. Er landete in der Psychiatrie. Das Urteil wurde schließlich sogar vom Bundesgerichtshof bestätigt.

Zeuge erschüttert Glaubwürdigkeit der Ex-Frau

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat nun vor knapp zwei Wochen die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Ihren 152 Seiten starken und mit zahlreichen Dokumenten unterfütterten Antrag begründen die Staatsanwälte im Wesentlichen mit neuen Beweisen und einer „unechten“ Urkunde. Vor wenigen Tagen wurde der Antrag durch Mollaths Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate komplett im Internet veröffentlicht. Insbesondere die Glaubwürdigkeit von Mollaths Ex-Frau wird darin angezweifelt. Deren Behauptung, dass Mollath sie am 31. Mai 2002 geschlagen, für rund eineinhalb Stunden eingesperrt und mit dem Tode bedroht habe, sei möglicherweise eine „uneidliche Falschaussage“. Bei dieser Annahme stützt die Staatsanwaltschaft sich auf die Aussage eines gemeinsamen Bekannten der Familie Mollath. Der hatte – belegt durch Aufzeichnungen in seinem Terminkalender – in der Vernehmung durch die Regensburger Staatsanwaltschaft erklärt, just an jenem Tag mit Mollaths Ex-Frau telefoniert zu haben. Dabei habe sie ihm gegenüber geäußert:
„Wenn Gustl meine Bank und mich anzeigt, mache ich ihn fertig. Ich habe sehr gute Beziehungen. Dann zeige ich ihn auch an, das kannst Du ihm sagen. Der ist doch irre, den lasse ich auf seinen Geisteszustand überprüfen, dann hänge ich ihm was an, ich weiß auch schon wie. Wenn der Gustl seine Klappe hält, kann er 500.000 Euro von seinem Vermögen behalten, das ist mein letztes Wort.“
Von den angeblichen Misshandlungen durch Gustl Mollath habe sie nichts erwähnt. „Im Hinblick darauf, dass sie ansonsten sehr offen zu mir war, (…), ist es für mich sehr erstaunlich, über diese Tätlichkeiten keine Info von ihr erhalten zu haben“, so der Zeuge.

Anzeige erfolgte erst nach Revision der Bank

Mollaths Ex-Frau habe ihn erst angezeigt, nachdem die Hypovereinsbank besagte interne Prüfung eingeleitet hatte. Sie habe also die gegenüber dem gemeinsamen Bekannten gemachte „Ankündigung, sie zeige dann auch Gustl an, hänge ihm was an, wahr gemacht“, so die Staatsanwaltschaft. Dies alles stelle „neue Tatsachen“ und „neue Beweismittel“ dar und begründeten eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Es gebe „erhebliche Zweifel“ an der Annahme des Landgerichts Nürnberg, dass Mollaths Ex-Frau ihre Aussagen „ohne jeden Belastungseifer“ gemacht habe. Weiterer Grund für die Wiederaufnahme ist ein ärztliches Attest über Verletzungen, die Mollath seiner Ex-Frau bereits im August 2001 beigebracht haben soll. Es wurde erst ein knappes Jahr später ausgestellt und war vor Gericht ein wichtiges Mittel, um Mollaths Gewalttätigkeit zu beweisen. Das Landgericht Nürnberg hatte seinerzeit auf eine Vernehmung der unterzeichnenden Ärztin verzichtet und sich mit der Verlesung des Attests begnügt.

Attest: Gute Freundin in der Arztpraxis

Die Staatsanwaltschaft Regensburg sieht in diesem Attest nun eine „unechte“ bzw. „verfälschte“ Urkunde. Es stammt demnach nicht von der Ärztin, die es unterzeichnet hat, sondern von deren Sohn, der damals als Weiterbildungsassistent in ihrer Praxis beschäftigt war. Dies haben beide bei den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft bestätigt. Es mache durchaus einen Unterschied, ob das Attest von einer langjährig praktizierenden Allgemeinmedizinerin oder von einem Weiterbildungsassistentin ausgestellt werde, so die Staatsanwaltschaft. Das Gericht sei nicht nur über die Identität des Ausstellers, sondern auch über dessen Qualifikation getäuscht worden. Darüber hinaus sieht die Staatsanwaltschaft die Glaubwürdigkeit des Attests auch dadurch erschüttert, dass eine gute Freundin von Mollaths Ex-Frau als Arzthelferin in der fraglichen Praxis beschäftigt war und der ausstellende Mediziner dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit wusste, wofür das Attest benötigt wurde.

Manches unzutreffend, aber „keineswegs wahnbedingt“

Mit Blick auf seine Schwarzgeld-Vorwürfe bescheinigt die Regensburger Staatsanwaltschaft Mollath ein gewisses „Insiderwissen“. Auch wenn sich manche Annahme Mollaths im Nachhinein als falsch herausgestellt habe – unter anderem deshalb hatte das Landgericht Nürnberg Mollath ein Wahnsystem attestiert – sei dies „keineswegs wahnbedingt“ zu erklären, „sondern lediglich eine unzutreffende, objektiv betrachtet durchaus auch abwegige, aber zumindest logisch erklärbare Schlussfolgerung Herrn Mollaths aus realen Begebenheiten“.

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Kommentare (38)

  • Gondrino

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    Vermutlich unschuldig 7 Jahre in der Geschlossenen, und das in unserem Rechtsstaat, nicht in irgendeiner Diktatur in Afrika. Vermutlich wird der Fall nur wegen dem öffentlichen Druck wieder aufgerollt.

    Wie viele sitzen noch unschuldig in der geschlossenen Psychiatrie, um die sich niemand kümmert?

  • Student

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    @Gondrino

    Erfahrungsgemäß würde ich sagen, in der geschlossenen Psychiatrie sind „fälschlicherweise Untergebrachte“ eine absolute Rarität. In die forensische Psychiatrie (wie bei Herrn Mollath) fehlt mir der Einblick, aber auch da halte ich so etwas für ausgesprochen unwahrscheinlich bzw. selten.

    Weniger Sorge bereitet mir allerdings auch viel weniger die Psychiatrie hierzulande, in die ich recht großes Vertrauen habe, als das Justizsystem bzw. die Staatsanwaltschaft. Die Psychiatrie – und insbesondere Fehlentscheidungen dort – mögen für die Gesellschaft zwar besonders „gruselig“ oder „schlimm“ wirken; die WIRKLICH gruseligen und schlimmen Dinge finden meinem Empfinden nach aber eher im Gerichtssaal bzw. im Bereich von Justiz- und Strafverfolgungsbehörden statt – wo ich folgenschwere Fehlentscheidungen für WEITAUS häufiger halte. Vielleicht auch gerade deshalb, weil diese weit mehr der Politik unterstehen als die – wie ich meine – doch deutlich unabhängigeren psychiatrischen Kliniken.

  • Max

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    @Gondrino da ich bald dort bin also zum arbeiten sagen ich ihnen bescheid wie viele es sind :-)

  • Gaston

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    @ Student

    Wenn Du mit Deiner Aussage:
    „Erfahrungsgemäß würde ich sagen, in der geschlossenen Psychiatrie sind “fälschlicherweise Untergebrachte” eine absolute Rarität.“

    nicht völlig falsch liegst. Schon in den 70ern haben sich z.B. in Köln Interessengruppen mit psychisch Weggeschlossenen beschäftigt. So kenne ich persönlich etliche Menschen, die „befreit“ worden sind. Manche führen vielleicht nicht das Leben, das der Mainstream für das „richtige“ hält.
    Aber selbst ehemalig Entmündigte und mit Psychopharmaka vollgepumpte Menschen können wieder seit etlichen Jahrzehnten eigenständig leben.

    Und ich denke nicht, das die Psychiatrische Abteilung (z.B.) von Köln-Mehrheim da ein Einzelfall ist, in dem Wegsperren und Ruhigstellen als probates Mittel angesehen wird, sich nicht mit dem Mensch als solches zu beschäftigen und noch satte Unterbringungsgelder zu kassieren.
    Da halte ich die Esoterik doch für Vertrauenswürdiger. ;-)

  • Student

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    @Gaston

    Seit den 70ern hat sich in der Psychiatrie sehr viel getan. Und erst recht seit der Einführung von Psychopharmaka. Davor – noch in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts – war das „Wegsperren im Irrenhaus“ die Regel; denn Therapieformen, die ein weitgehend eigenbestimmtes Leben der Kranken Patienten ermöglicht hätte, gab es da so gut wie nicht. Nicht zuletzt dem Einsatz der Neuroleptika (aber auch anderer Medikamente) ist es zu verdanken, dass psychiatrische Aufenthalte (wir reden hier nicht von Unterbringungen in der Forensik wie bei Herrn Mollath!) auch auf der geschlossenen Abteilung in der Regel selten länger als drei, vier oder fünf Wochen dauern. Das „Verschwinden in der Endstation Irrenanstalt“, das vormals tatsächlich nicht selten vorkam, ist inzwischen vergleichsweise kurzen Aufenthalten zur Krisenintervention gewichen. Selbst schwerkranke Patienten leben heute oft in weitgehender Autonomie, oftmals sogar in eigenen Wohnungen, ggf. auch in betreuten Einrichtungen. Viele, die früher als „unheilbar“ gegolten hätte, können heute nach durchgemachter Krankheit wieder ihrem Beruf nachgehen.
    Der Ruf der Psychiatrie ist leider deutlich schlechter, als sie tatsächlich ist – wie man herausfindet, wenn man sich dort einmal persönlich ausgiebig umgesehen hat.
    Während der Ruf esoterischer Angebote erschreckend oft deutlich besser ist, als das, was sie wirklich bieten. Wie man ebenfalls herausfindet, wenn man sich damit einmal etwas mehr beschäftigt hat. Ich habe das jedenfalls in beiden Bereichen getan.

    Das mit den Unterbringungsgeldern halte ich auch für ziemlich abwegig. Im Gegenteil: meine Erfahrung ist, dass aufgrund der leider auch in der Medizin und in der zeitintensiven (u.a. da mehr gesprächslastigen) Psychiatrie stattfindenen Ökonomisierung eher zu KURZE Liegezeiten der Fall sind und Patienten schon entlassen werden, denen ein längerer Aufenthalt ganz gut tun würde (und die den nicht selten übrigens auch selbst wünschen). Aber BWL rules.

  • Fritz123

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    Gaston hat voellig Recht! Das bestrifft zunaechst seinen Vergleich mit Afrika. Da ich als Anwalt zwei Verfahren in Muenchen mitbekommen habe, denke ich, dass wirklich so ist und dass bayerische Richter jedenfalls seit dem Fortfall des brillanten Bayerischen Oberstenb Landesgerichtes, das es in Afrika nicht gibt und das deshalb von Edmund Stoiber abgeschafft wurde, eine „afrikanische Rechtspraxis“ fuer ihr gutes Recht halten. Man moechte ihnen in die Fresse hauen.

    Die moderne Sozialmedizin hat im Uebrigen gesellschaftliche Gruende. Jahrhundertelang waren die Kranken wie die Arbeitslosen, wenn es sie gab, in die doerfliche Gemeinschaft intergriert. Wir haben eine entsprechende Debatte im Schulbereich. Es haben sich aber nicht nur in Koeln und Italien in den 70ern, sondern auch schon im katholischen Rheinland in den 20er Jahren Gegenstroemungen entwickelt. Es ging allerdings nicht immer gut. Gleichwohl ist im Zweifel die Freiheit besser und zu der gehoert eben auch ein Risiko. Da muss man sich nur fragen, ob das Risiko wegen der Freiheit in Kauf zu nehmen ist. Ein grosses Thema, ueber das sich die Parteien im Bundestag, wenn sie sich nicht einmal einig sind, von morgens bis abends streiten. Hier geht es aber nicht um Krieg und Frieden und deutsche Exporte, etwa den Euro, aus dem man aussteigen koennte, das waere ein in Berlin noch zulaessiges Thema, sondern um das einfache taegliche mitmenschliche Miteinander.

  • Eleonore

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    Ich kenne viele psychisch kranke Menschen und ich kenne die Medikamente, die sie nehmen müssen. Die Nebenwirkungen sind teilweise verheerend und alle mit denen ich gesprochen habe, leiden darunter. Diese Nebenwirkungen sind von außen auch für den Laien erkennbar: Gewichtszunahme innerhalb kürzerster Zeit sowie oft eine große nervöse Unruhe_______Die so Behandelten empfinden dies nicht als Lebensqualität. Alternative Ansätze bzgl. Medikation (zB. homöopathisch) oder andere Möglichkeiten, die Krankheit zu mildern werden anscheinend selten in Betracht gezogen

  • irrer

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    Ich durfte die Psychiatrie schon eingehend erleben, mit allem Komfort, ich wurde wiederholt weggesperrt, fixiert, abgefüllt, unterstützt von Polizei und Justiz. Ich weiß, was es heißt, als irre abgestempelt diesem Apparat ausgeliefert zu sein, und ich beglückwünsche Gustl Mollath zu dieser Chance, da raus zu kommen.

    @Student: Du schreibst „in der geschlossenen Psychiatrie sind ‚fälschlicherweise Untergebrachte‘ eine absolute Rarität“. Das ist Unsinn, es gibt keine „richtigerweise Untergebrachten“. Denn niemand kann ernsthaft glauben, man würde irgendjemandem helfen, indem man ihn wegsperrt. Außer Psychiater, die glauben sowas, und ich frage mich seit Beginn meiner mittlerweile 25jährigen Psychiatriekarriere, ob die erst mit ihrer Ausbildung entsprechend degenerieren.

    @Eleonore: Ich wurde selber schon mit Psychopharmaka gefoltert, aber vermutlich könnten sie, im Einvernehmen mit den Patienten vergeben, durchaus einen Teil beitragen. Es gibt einzelne Beispiele für sinnvolle Behandlungsweisen mit positivem, repressionsfreiem Umfeld, ausreichend verständigem Personal etc., s. z.B. die „Odysso“-Sendung „Pfusch an der Seele“ (SWR 2009). Da heißt es denn auch ungewöhnlich ungeschminkt in der Abmoderation: „Warum es nicht mehr solcher Einrichtungen gibt, kann man nur verstehen, wenn man sich das Ausmaß der Verflechtungen zwischen Pharmaindustrie und Medizin vor Augen führt. Diese Interessen-geleitete Allianz schadet oft den Patienten und geht im wahrsten Sinne des Wortes auf Kosten der Gemeinschaft.“

  • norbert e. wirner

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    aber wo ist der lösungsansatz?

  • Mazi

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    M.E. ein sehr schwacher Wiederaufnahmeantrag der Staatsanwaltschaft. Aber wichtig ist, dass das Gerichtsurteil aufgehoben und die Verhandlung neu geführt wird.

    Danach sollte es nicht in Vergessenheit geraten, dass über die „Unabhängigkeit der Justiz“ eine Qualitätskontrolle in der Justiz eingeführt wird.

    Es würde ein falscher Eindruck erweckt, wenn hier der Eindruck vermittelt würde, als dass es nur in Bayern Fehlurteile gab und gibt. Deshalb sollte die Bundesjustizministerin sich in diesen, dann allgemeinen Fall, so engagiert einklinken, wie sie dies auch berechtigterweise i.S. Kinderschändungen getan hat.

  • Au, Backe

    |

    @ Fritz123 29.03.2013, 13:13h
    Sagen Sie mal, angesichts Ihres Textes, wie war denn das damals, „da Sie als Anwalt in München zwei Verfahren mitbekommen haben“, haben Sie die zwei Verfahren mitbekommen als sachbetroffener Anwalt oder als Anwalt eines sachlich Betroffenen?
    Im letzteren Fall hätte ich nicht Ihr Mandant sein wollen.

  • Student

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    @Eleonore

    „ich kenne viele psychisch kranke Menschen und ich kenne die Medikamente, die sie nehmen müssen. Die Nebenwirkungen sind teilweise verheerend und alle mit denen ich gesprochen habe, leiden darunter.“

    Aha, das ist ja mal seltsam. Ich kenne nämlich auch viele psychisch kranke Menschen und kenne die Medikamente, die sie nehmen. Interessanterweise sind die Nebenwirkungen meist gering und leiden tut unter den Medikamenten kaum einer – viele profitieren aber erheblich davon. Eines würde mich dann aber schon interessieren: sie schreiben von Medikamenten, die sie nehmen MÜSSEN. Wie sie sicher sehr gut wissen MUSS KEIN MENSCH ein Medikament gegen seinen Willen – außer in extremen Ausnahmefällen, die dann aber auch gerichtlich angeordnet sein müssen (was selbst in geschlossen psychiatrischen Abteilungen nicht oft geschieht). Wenn diese Medikamente wie Sie behaupten also so viel Leid verursachen und so wenig nutzen – wieso nehmen sie die Patienten dann??? Klären Sie sie doch mal darüber auf, dass sie das gar nicht müssen. Möglicherweise WOLLEN sie diese Medikamente aber ja auch nehmen – weil sie klüger sind und wissen, wie es ihnen ohne diese Medikamente gehen würde!

    Aber ihr Homöopathie-Argument zeigt ja, aus welcher Ecke sie kommen: zu schlichtes Gemüt, um die Komplexität der Welt akzeptieren zu wollen und sich daher möglichst einfache – aber dummerweise grundverkehrte – Erklärungen für die Welt zusammenbasteln.

  • Student

    |

    @irrer

    “in der geschlossenen Psychiatrie sind ‘fälschlicherweise Untergebrachte’ eine absolute Rarität”. Das ist Unsinn, es gibt keine “richtigerweise Untergebrachten”.“

    Und wie bezeichnen Sie dann Menschen, die soeben wild halluzinierenderweise und davon faselnd, dass sie der Teufel sind und darüber hinaus soeben zwei Menschen bewusstlos geschlagen haben, von der Polizei festgenommen und in die geschlossene Psychiatrie gebracht werden mit einem vorläufigen gerichtlichen Unterbringungsbeschluss? Ich bezeichne die als Untergebrachte. Richtigerweise. Ich möchte nicht, dass die weitere Menschen niederschlagen, sondern dass ihnen in der Klinik geholfen wird, bevor sie wieder in Freiheit kommen. Oder was sollte man ihrer Meinung nach mit diesen Menschen tun? Erschießen, wie Tennessee Eisenberg?

    Offenbar schreiben Sie uns heute nicht aus der geschlossenen Psychiatrie, obwohl sie ihren Ausführungen nach schon dort waren. Sie beweisen also wunderbar, dass man dort keineswegs ewig festsitzt sondern nach ausreichender Behandlung wieder entlassen wird. Das heißt leider nicht immer, dass die Krankheitseinsicht groß genug sein muss (auch das demonstrieren sie anschaulich), dass alle Patienten ausreichende Rückfallprophylaxe betreiben (nicht nur, aber auch medikamentös), so dass es zu wiederholten Aufenthalten kommen mag.

  • Eleonore

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    @ Student

    Vielleicht haben wir ja mit verschiedenen Menschen gesprochen, denn : Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont__Mit Homöopathie kennen Sie sich offensichtlich nicht aus; sehr wohl tat das meine Bekannte, die die Diagnose „schizophren“ hatte. Und sie hat, wie bereits geschildert, durch aufmerksame Selbstbeobachtung und mit Hilfe ihrer unkonventionell denkenden Ärzte gelernt, ohne Hammermedikation mit Schizophrenie zu leben.

  • Eleonore

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    @ Student: Was den Zwang zur Medikamenteneinnahme anbelangt, so wird doch seitens der Betreuer tw. erheblicher Druck ausgeübt auf psychisch Kranke Menschen. Druck, bei Nicht-Einnahme der Medikamente in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen zu werden. Betreuer sind auch nur Menschen, sind fehlbar und haben eine subjektive Sicht der Dinge___Sich deren Druck entgegenzusetzen, das schafft nicht jeder-tw. sind Gegengutachten notwendig etc.pp. . ______________Hier ein link , der auf die von mir angesprochenen Symptome verweist. Der Inhalt des Beitrags dokumentiert sehr gut, wie es Menschen unter der Einnahme von Psychopharmaka geht: http://www.symptome.ch/vbboard/psyche-gesundheit/86038-schizophrenie-medikamente-persoenlichkeitsveraendernd.html__________Viele der Menschen, die jahrelang durch solche „Höllen“ gegangen sind, sind nicht selbstbewußt genug, die Medikamente sein zu lassen — Ärzte, Pfleger,Betreuer suggerieren ihnen, daß sie diese dringend brauchen. Das Umfeld ist id Regel nicht geschult genug, um das einschätzen zu können bzw. um nach Alternativen zu suchen. Und das halte ich auch der schulmedizinischen Behandlung von Psychisch Kranken vor: Daß sie nach wie vor keine – oder zu wenige bzw. zu wenig tragfähige Behandlungsmöglichkeiten zu Psychopharmake aufzeigen.

  • Oje...

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    Selten soviel Geschwätz gelesen.

    Student „weiß“, dass in der geschlossenen Psychiatrie fälschlicherweise Untergebrachte eine absolute Rarität sind; dass die Nebenwirkungen der verordneten Medikamente „meist gering“ sind und dass unter den Medikamenten „kaum einer leidet, viele jedoch erheblich davon profitieren“.

    Wie wäre es mit drei Pfund weniger Ego und mit drei Gramm mehr Selbst- bzw. Fremdzweifeln?

  • Student

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    @Eleonore

    Beim Fehlen von guten Argumenten gleich mal mit Unterstellungen anzufangen, ist kein guter Stil. Aber ich entkräfte gerne mit einem Beispiel:

    „Mit Homöopathie kennen Sie sich offensichtlich nicht aus; “

    Doch. Ob sie es glauben oder nicht, habe ich mich sogar selbst aufgrund einer psych. Erkrankung – einer schweren Depression – vor über 10 Jahren bei einer klassisch (also nach Hahnemann) arbeitenden Homöopathin behandeln lassen. Auch nicht irgendeine, sondern eine, die mir von einem sehr guten Freund als kompetent empfohlen wurde. Aber ich muss sagen, dass ich das, was diese Frau damals gemacht hat, für so ziemlich das Unverantwortlichste halte, was man machen kann: nämlich schwer Kranke, die dringend behandlungsbedürftig sind, nicht entsprechend dem heutigen Wissensstand und wirksam zu behandeln. Ihnen eventuell wie Sie sogar von einer solchen Behandlung abzuraten. Die arrogante Selbstüberschätzung dieser selbsternannten „Heiler“ halte ich für brandgefährlich. Ich denke ich muss nicht eigens ausführen, dass diese „Behandlung“ – für die ich insgesamt immerhin eine dreistellige Summe hingelegt habe (eine Dummheit, zugegeben, aber wir alle machen Fehler) – nicht die Bohne geholfen hat.
    Gottseidank bin ich dann schließlich auch an einen Psychiater geraten. Habe Medikamente bekommen; war zeitweise auch stationär auf einer geschlossenen Station (freiwillig). Und habe mich im Laufe der Monate – ärztlich begleitet – und mithilfe von Medikamenten, über deren Existenz ich unbeschreiblich froh bin, wieder aufgerappelt. Die Medikamente habe ich gut vertragen, Nebenwirkungen haben sie natürlich (so wie alle Medikamente), aber die waren minimal ausgeprägt und auch nicht störend. An Gewicht habe ich übrigens auch nicht zugelegt. Und nach gut einem Jahr habe ich die Medikamente problemlos abgesetzt. Ich bin meinem damaligen Psychiater unendlich dankbar, dass er mich fachgerecht behandelt hat und nicht wie diese Scharlatanin – die vermutlich (was eigentlich ds Schlimmste ist) auch noch selbst an den Quark glaubt, den sie da tut; Misserfolge werden erfolgreich verdrängt und sämtliche Spontanremissionen (die bei vielen psych. Erkrankungen nach einer Weile eintreten – wenn auch später als mit adäquater Therapie) gedanklich als Erfolge ihres absurden Handelns abspeichern – und dem „Kunden“ auch so verkaufen. Und so die Richtigkeit ihres Tuns auf vollkommen subjektive Erfahrungen stützen, während in sämtlichen objektiven und methodisch einwandreien Untersuchungen keine Wirkung ihrer homöopathischen Verfahren belegt werden konnte.
    Ich bin durch die Medikamente jedenfalls nicht durch die „Hölle“ gegangen, wie sie das darstellen – wohl aber ohne! Und ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Darunter übrigens auch manche, die auch schon mit der Homöopathie keinen Erfolg in der Behandlung ihrer Erkrankung hatten.

    „Druck, bei Nicht-Einnahme der Medikamente in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen zu werden.“

    Die Nicht-Einnahme von Medikamenten ist kein Aufnahmegrund in eine Psychiatrische Klinik, auch diesen Unfug muss ich hier dementieren. Wohl aber – das beobachtet man in der Tat nicht selten in der Klinik – wohl aber werden Patienten nicht selten rückfällig, d.h. sie erleiden einen neuerlichen, schweren Erkrankungsschub, wenige Tage oder Wochen, nachdem sie ihre Medikamente abgesetzt haben, welche als Rückfallprophylaxe wirken. Das ist in manchen Fällen – gerade wenn es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommt und sich der Patient eigentlich wieder gut fühlt – auch nachvollziehbar. Nicht selten geht das aber schief, weshalb man den Patienten natürlich zu einer mittelfristigen (in manchen, schweren Fällen auch langfristigen) Medikamenteneinnahme nachdrücklich rät. Denn die Patienten kommen ganz gewiss nicht deshalb wieder in die Klinik, weil sie ihre Medikamente nicht nehmen. Sondern weil sie Angstschübe haben oder halluzinieren oder fremdaggressiv oder eigengefährdend werden. Oder ähnliches. Und Hilfe brauchen. DESHALB kommen sie. Und nicht ganz selten beobachtet man eben, dass diese Symptome gerade dann auftreten, nachdem ein Medikament abgesetzt wurde, mit dem eben jene Symptome in der Vergangenheit über einen längeren Zeitraum erfolgreich behandelt wurden.

    Zuletzt aber noch etwas Versöhnliches (auch wenn ich das meiste, was Sie von sich geben, für groben bis gefährlichen Unfug halte):
    „Daß sie nach wie vor keine – oder zu wenige bzw. zu wenig tragfähige Behandlungsmöglichkeiten zu Psychopharmake aufzeigen.“
    Zumindest hier gebe ich Ihnen großteils Recht: es ist bedauerlich, dass die Schulmedizin zu wenige Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen abseits von Psychopharmaka nutzt. Und damit meine ich explizit nicht die völlig wirkungslose und absurde Homöopathie, die ebenso wie Horoskope, Hexenverbrennungen oder das ptolemäische Weltbild endlich mal in der finster-mittelalterlichen Aberglauben-Schublade verräumt werden sollte, sondern primär gesprächsbasierte Verfahren, von denen es auch viele gute (und wissenschaftlich in ihrer Wirksamkeit belegte) gibt. Da sie aber sehr zeit- und damit kostenintensiv sind, besteht in Zeiten starker Ökonomisierung des Gesundheitssystems leider ein viel zu geringes Bestreben, diese – in gewissem Umfang auch bestehenden, aber sicher erweiterungsfähigen – Behandlungsangebote auszubauen. Das würde Psychopharmaka zwar auch nicht entbehrlich machen, es aber wohl ermöglichen, ihren Einsatz etwas einzugrenzen und die Patientenversorgung deutlich zu verbessern.

  • Student

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    @Oje…

    „Student “weiß”, dass in der geschlossenen Psychiatrie fälschlicherweise Untergebrachte eine absolute Rarität sind;“

    Wenn Sie meine Position schon attackieren, dann bitte korrekt und fair. Ich nicht geschrieben, dass ich das WÜSSTE. Halten Sie sich bitte mal an die Tatsachen.

    Ich habe geschrieben „ERFAHRUNGSGEMÄSS würde ich sagen, in der geschlossenen Psychiatrie sind “fälschlicherweise Untergebrachte” eine absolute Rarität.““

    Ich habe bereits als Patient auf einer solchen geschlossenen Station Zeit verbracht als auch – viele Jahre später – dort einige Zeit gearbeitet. Darauf gründen sich meine Erfahrungen. Die in diesem Punkte wohl über die ihren hinausgehen dürften. Vermute ich zumindest mal. Auf wessen Seite die Selbstzweifel da angebrachter wären, überlasse ich Ihnen zu beurteilen.

  • Eleonore

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    @ Student: Es gibt sehr gute und verantwortungsvolle Homöopathen und Homöopathie wirkt; ich lebe seit dreißig Jahren damit und ohne andere Medikamente. Es gibt sicher auch Scharlatane – unbenommen____Es gibt Menschen, denen offenbar die Behandlung mit Psychopharmaka bekommt – Sie zählen dazu. Und es gibt andere – siehe Erfahrungsbericht und andere____Über einen Kamm zu scheren und DIE Wahrheit schlechthin für jeden zu wissen, ist nicht zielführend — da helfen auch Ihre ganzen Abwertungen meiner Person nicht!

  • Oje...

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    @Student („Ich habe bereits als Patient auf einer solchen geschlossenen Station Zeit verbracht als auch – viele Jahre später – dort einige Zeit gearbeitet. Darauf gründen sich meine Erfahrungen.“):

    Sie kennen also ein paar Einzelfälle aus persönlicher Erfahrung und gründen darauf Ihr Weltbild. Gleichzeitig greifen Sie Homöopathen an, die das Verkünden angeblicher Einzelfall-Heilungserfolge perfektioniert haben, weil sämtliche ernstzunehmenden Studien (also N>>1) die Homöopathie für unwirksam erklären.

    Dass Sie sich krass widersprechen, merken Sie nicht? Oder doch?

  • Horst

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    @Eleonore:

    Homöopathie ist Blödsinn. Der Glaube an Potenzieren ist gleichzusetzen mit Dummheit.

  • Eleonore

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    Homöopathie oder nicht steht in dem Artikel über Herrn Mollath ja gar nicht zur Debatte; deshalb möchte ich hier auch keine weitere Diskussion darüber vom Zaun brechen___Allerdings finde ich doch sehr bemerkenswert, wie Menschen mit eine drei Jahrzehnte währende Erfahrung, durchwegs positiv im Übrigen, mit homöopathischer Behandlung absprechen wollen …. ____Wegen mir kann die Diskussion darüber nun beendet sein; wenn Sie mich in die Dummenecke stellen wollen, wohlan denn!___Närrische Grüße___

  • Student

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    @Oje…

    Ojeoje… da haben Sie wohl was missverstanden. Mitnichten plädiere ich dafür, Einzelerfahrungen – seien es nun die anderer, oder meine eigenen – als unumstößliche Wahrheiten aufzufassen. Im Gegenteil.
    Aber da Eleonore so vehement ihre eigenen Erfahrungen zur Untermauerung ihres Standpunkts heranzog, habe ich mir gestattet, meine Erfahrungen den ihren gegenüberzustellen. GERADE um zu demonstrieren, wie subjektiv, wie konträr, wie wenig verallgemeinerbar, wie wenig allgemeingültig diese sein können. Wie wenig sie als BEWEIS für irgendetwas ins Feld geführt werden können.
    Gerade deshalb braucht es ja objektive Beurteilungsverfahren, sprich wissenschaftliche Studien. An denen orientiere ich mich und erfreulicherweise decken die sich auch weitgehend mit meinen subjektiven Erfahrungen.
    Dass Eleonore, deren subjektive Erfahrungen andere sind, solche Studien (die z.B. bis heute keine Wirksamkeit der Homöopathie belegen konnten – ganz im Gegensatz zu den zugelassenen Psychopharmaka) nicht akzeptieren möchte, weil sie andere Überzeugungen hat, ist nachvollziehbar. Aber für mich ebenso bedauerlich wie die sture Überzeugung der Kirche im Mittelalter, an ihrem liebgewonnenen Weltbild festhalten zu wollen, statt den objektiven, wenn auch weniger erfreulichen, Beobachtungen Galileis Gehör zu schenken.

    Und nur am Rande – um Missverständnissen vorzubeugen und auch nochmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen: die Unterbringung von Mollath in der Forensik halte ich – zumindest nach gegenwärtiger Informationslage – für einen Skandal, für ein Versagen von Justiz und Regierung (d.h. Justizministerium, welches für die Kontrolle der Staatsanwaltschaften zuständig ist), welches eines Rechtsstaats nicht würdig ist. Das ärztliche Versagen in diesem Fall – sprich die schlampigen Gutachten von ein oder zwei Psychiatern (es gab immerhin wohl auch psychiatrische Gutachten, die zu einem anderen Schluss kamen! Die Bewertung nimmt aber die Justiz vor!) – ist zwar ebenfalls beschämend, für mich aber weit geringer als das von Politik und Justiz. Denn die hat die Kontrollfunktion inne.

  • Student

    |

    @Eleonore und Homöopathie-Freunde

    Eine Lektüre, die ich in puncto „drei Jahrzehnte währende Erfahrung, durchwegs positiv im Übrigen“ gerne noch empfehlen möchte, ist die über den „Barnum-Effekt“ in der wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Barnum-Effekt

    Das hat überhaupt nichts mit Homöopathie zu tun. Aber wenn man das Prinzip hinter dem Barnum-Effekt verstanden hat, dann wird einem deutlich, weshalb es so viele (und auch „jahrzehntelange“) positive SUBJEKTIVE Erfahrungen in Bereichen gibt, die sich OBJEKTIV überhaupt nicht belegen lassen: weil der Mensch eine ganz starke Tendenz hat, das zu finden, was er finden MÖCHTE. Ein Phänomen, das in der Wissenschaft gut bekannt ist und vor dem auch Wissenschaftler (die z.B. eine nette Hypothese oder Theorie aufgestellt haben, von der sie sich ungern verabschieden würden), nicht gefeit sind. Drum gibt es in der Wissenschaft ja auch entsprechende Kontrollmechanismen (Peer-Review z.B.) bzw. objektive Untersuchungsmethoden.

    Und der Artikel über Homöopathie in der wikipedia ist sicher auch lesenswert.

  • Menschenrechtsaktivist

    |

    Es sieht schlecht aus für Herrn Mollath, weil bei unserer Gesellschaftsform nicht das Verhalten (der Herrschenden) berücksichtigt wurde. Dadurch kann keine den Menschenrechten entsprechende Rechtspolitik geboten werden. Herr Mollath ist vom Wohlwollen der Gruppe der Psychiater und der Justiz abhängig. Dieses Wohlwollen ist durch die von bekannten Unterjochungsinteressen (vgl. z.B. Milgram Experiment und vom Stanford Prison Experiment – http://www.uni-koeln.de/hf/konstrukt/didaktik/experiment/experiment_beispiel.html ) nicht vorhanden. Außerdem gibt es eine bekannte Selbstliebe, den Narzissmus ( http://de.wikipedia.org/wiki/Narzissmus ), eine Gruppenaggressivität, die Xenophobie (vgl. z.B.http://users.auth.gr/gtsiakal/AcrobatArxeia/Tsiakalos_Xenophobie.pdf ) und das Bestreben, Kritiker zu ächten ( vgl. http://www.quality.de/quality-forum/2003/messages/4400.htm ). Rechtsmittel und auch Petitionen sind übrigens Kritiken. Es gibt auch weitere egoistische Interessen wie auch Neid, Missgunst, Bequemlichkeitsstreben, Geldgier usw.. Dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, ist auch bekannt.
    Das kausale schlüssige Motiv der Justiz ist wie folgt formuliert: „Vorliegend ist das Interesse der Öffentlichkeit an einem hohen Ansehen der Justiz höher zu bewerten als ihr Interesse, der Justiz Fehler nachzuweisen und die Justiz und ihre Personen zu diffamieren“ (vgl. http://www.locus24.de/foc/foc-0002.html ). Ein derartiges, vom Narzissmus geprägtes selbstgefälliges Gruppenverhalten kann z.B. auch bei der Bundesregierung beobachtet werden (vgl. z.B. http://www.gruene-bundestag.de/cms/archiv/dok/294/294128.achtung_der_grundrechte.html ).
    Herrn Mollath sollte gestattet werden, aus der „Staatsbürgerschaft“ der BRD entlassen und ihm überlassen werden, in einem Land politisches Asyl zu bekommen.
    Der Vorwurf der Rechtsbeugung bzw. Strafvereitelung im Amt sollte von unabhängigen Gremien untersucht und beurteilt werden. Einem Untersuchungsgremium zur Untersuchung von Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt sollten keine Richter, Staatsanwälte und Justizangestellte aus dem unmittelbaren Arbeitsumfeld der Beklagten oder aus Ständeorganisationen angehören.

  • Bernd Lauert

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    Hoffentlich kommt Herr Mollath bald frei. Frei, ja frei zu sagen ist dabei seltsam. Er ist kein Verbrecher, ich halte es für eine Methode jemanden mundtot zu machen, ihn in die Psychiatrie bzw Forensik zu schicken. Wer glaubt einem da noch? Für die meisten Mitmenschen ist man stigmatisiert, gilt als Bekloppter.Dabei hat man halt wie Viele einen Bandscheibenschaden, halt nur im Kopf.
    Allerdings bin ich gut informiert und kenne die Problematik aus der Geschlossenen wieder herauszuwollen…Medikamente werden uner Aufsicht ausgegeben um ein Horten und damit einen Suizidversuch zu verhindern. Auch macht das Personal es sich manchmal recht einfach durch Haldol aus der Pferdespritze….wer das bekommt kann nur noch Sabbern und Grunzen, ist pflegeleicht und bald dermassen neben der Spur das sich eine noch schwerere Diagnose rechtfertigen lässt(Fremd- und Eigengefährdung). Mir scheint auch das mithilfe falscher Dosen von Medikamenten Symptome aufrecht erhalten werden um die Liegezeit zu verlängern. Witr alle wissen das ein Krankenhaus ein profitorientiertes Unternehmen ist. Man vergleiche den Aufenthalt von 28 Tagen Durchschnitt mit dem was die Kasse zahlt und wann ein Patient lästig wird und/oder wann man ihn wieder haben will. Mich beschleicht da so ein Gedanke.
    Achja, ich nehme nichts mehr und brauche auch nichts mehr. Geholfen haben diverse Medikamente schon…sie waren aber nur ein Starthilfekabel…den Rest muss man selber machen.

  • Eleonore

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    Ich habe die Petition für Gustl Mollath unterzeichnet; leider hat es nichts bewirken können. Wie die Organisatoren der Petition mir eben per mail mitteilten: “

    es gibt leider schlechte Nachrichten: Das „Landgericht Bayreuth“ hat gestern beschlossen, daß Gustl Mollath mindestens ein weiteres Jahr in der Psychatrie in Bayreuth eingesperrt bleibt. Der nächste Prüfungstermin sei erst am 10. Juni 2014.

    Damit scheint immer deutlicher zu werden: Die bayerische Justiz und die bayerische Politik versuchen den „Fall Mollath“ über die Landtagswahl in Bayern und die Bundestagswahl, beide im September 2013, „auszusitzen“. Umso wichtiger ist es, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Nur wenn der Druck der Öffentlichkeit in Verbindung mit Mollath gewogenen Medien, Politikern und Juristen noch weiter steigt kommt Gustl Mollath 1. frei und bekommt 2. das so dringend nötige Wiederaufnahmeverfahren.

    Bitte helfen Sie ihm!

  • Sale el sol

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    @Student und an alle
    Ich hoffe mein Post erreicht Sie, da Sie ein Arzt sind.

    (Das ist nicht abwertend gegenüber Student gemeint und Student ich sag auch nicht dass sie diese Fakten ignorieren und das Zeug gewissenslos verschreiben. ICh glaube schon Sie sind von dem überzeugt, was sie tun. Sie haben Medizin studiert. Mir tut es leid, dass sie selbst schon mal in der Psychiatrie waren und durch so eine Hölle gehen mussten. Ich hoffe es geht ihnen nun besser. Bei aller Anerkennung…

    ich habe sehr viel Negativwissenschaften über die Psychopharmaka studiert. Ich habe diese „Medikamente“ ebenso zwangsweise verabreicht bekommen und bin durch eine unsagbare unbeschreibliche Hölle gegangen…

    Mich ärgert es, wenn Leute versuchen, Fakten über Psychopharmaka zu ignorieren. (ICh merke hier nicht an, dass Student diese Fakten ignoriert, nur sind mir einige solcher Ärzte persönlich begegnet). Sie geben dann Ausreden von sich und sagen sie glauben der Negativwissenschaft nicht. Eine Wissenschaft ist nur dann eine Wissenschaft wenn sie auch gegenteiliges belegen kann.

    Laut Professor Bleuler und vielen anderen Medizinern (kann man auch u. a. in Packungsbeilage lesen) rufen diese Tabletten erneute Psychosen, Depressionen, Ängste, Schmerzen, epileptische Anfälle, Magenkrämpfe, Krämpfe am Körper, sexuelle Unlust, Suizide, Zyklusunregelmäßigkeiten (was mir vom Gynäkologen persönlich bestätigt wurde) hervor…

    Ich habe all diese Erfahrungen persönlich gemacht und kann über diese Tabletten mehr negatives sagen, das stimmt als jeder Psychiatrieprofessor…eben weil ich selbst zwangsweise draufgesetzt wurde….

    Jetzt nehme ich keine Medizin mehr und ALLE wirklich alle psychiatrischen Symptome (Ängste, Depressionen…) sind weg..Ich bin wieder wie vorher und so dankbar dafür….

    Ich kenne so viele Leute, die seit Jahren unter diesen TAbletten stehen und immer wieder in der Psychiatrie sind. Wieso müssen sie immer wieder in die Psychiatrie wenn die Tabletten ihnen helfen? Viele NEUE Depressionen, Suizidideen werden NUR dadurch ausgelöst. Es wurde sooft wissenschaftlich bewiesen…Nicht nur durch wissenschaftliche Belege sondern auch meine eigene Erfahrung kann hiervon nur so berichten… Ich wünschte mir nur, dass Leute das endlich nicht mehr ignorieren würden…

    ES wäre auch gut für die Psychiater, denn Psychiater haben sehr oft den Ruf „Drogenverschreiber“, „unverantwortliche Tablettenverschreiber“ zu sein. Bei vielen trifft das zu. Viel zu viele Patienten werden OHNE Alternativtherapien auf die mittel gesetzt. Eine Psychotherapie wird oft gar nicht erst in Betracht gezogen. Viele Ärzte wollen dann Geld verdienen und setzen selbst jüngste Patienten auf BENZOS !!!!!!!! Abhängigkeitspotential sehr hoch….

    Selbst Allgemeinärzte, die ich persönlich kenne, bestätigen dass diese Tabletten wie Drogen wirken. Es sind keine Drogen aber sie wirken wie solche. Ich kenne persönlich Leute, die unter diesen Tabletten stehen und ihnen geht es schlecht, sehr schlecht. Sie sind immer wieder in der Psychiatrie. Wenn sie zu schnell absetzen kriegen sie Absetzsyndrome (REboundpsychosen, Rebounddepressionen). Das wird von Psychiatern nicht erkannt und wieder auf eine Krankheit geschoben.

    Ich kenne Mädels, die diese Medizin nicht mehr nehmen, da sie schwanger wurden..Jetzt geht es ihnen ohne Tabletten deutlich besser. Eine Freundin hat mir gesagt, diese MEdikamente machen sie sehr depressiv. Sie hat sie abgesetzt und es geht ihr wieder gut (3 jahre war sie unter tabletteneinfluss)…Sie ritzte sich und wurde in den 3 jahren immer wieder in die Psychiatrie gebracht …Jetzt nicht mehr….

    Ich würde mir so sehr wünschen, dass Psychiater diese Dinge beachten..So wird mehren Leuten effektiver geholfen…, Suizide verhindert und alternative Therapien sollten mehr in Betracht gezogen werden (Psychotherapie, Verhaltenstherapie etc.)….Ich bin dafür, dass jeder Psychiater eine Umschulung zum Psychologen macht (oder Weiterbildung) falls sie eh nicht schon eine ähnliche Zusatzausbildung haben…Und die Tabletten sollten verboten werden, wie es schon viele Mediziner fordern …(siehe Antipsychiatrieverlag und zusätzlich unabhängige Ärzte)….

    Liebe Grüße an alle und eine schöne friedliche, Vorweihnachtszeit :)…

  • sale el sol

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    Ich bin froh, dass es Herr Mollath nun in die Freiheit geschafft heut und ich hoffe er kann sich wieder ein ruhiges, erfülltes LEben aufbauen.

    Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe er wird Gerechtigkeit, Schadensersatz geltend machen können.

  • skeptisch

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    ob er jedoch jemals Ruhe finden wird ist unklar… presse, erfahrungen, Erinnerungen etc. werden ihn noch lange verfolgen

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