Viel Freibier, null Einsicht

Großinquisitors Abschied

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Erst Messwein und Hostien, dann Freibier und Bratwurst: Gerhard Ludwig Müller ist am Sonntag nun offiziell aus Regensburg verabschiedet worden. Er hinterlässt eine Diözese mit einschlägigem Ruf.

Joviale Geste: Gerhard Ludwig Müller bei seiner Abschiedsrunde um den Dom. Fotos: as

Er ist nicht eben frenetisch der Applaus, der auf dem Domplatz aufbrandet, als der frisch ernannte Großinquisitor kurz nach 17 Uhr mit seiner Entourage aus Bischöfen, Fahnenträgern von Kolping bis hin zu diversen Burschenschaften und natürlich der nicht wegzudenkenden Domspatzen über den Vorplatz am Regensburger Dom vorbeizieht. Rasch stimmt die Blaskapelle zu einem mitreißenden Marsch („So klingt’s aus Stadt und Land“) an. Bei den Bischofshof-Ständen wird mit der Verteilung von Freibier, Kaffee und Bratwurstsemmeln begonnen. Das lockt auch den einen oder anderen Nicht-Katholiken. Ein Transparent auf der Bühne kündet vom Dank der Kirchen-Brauerei „für die gute Zusammenarbeit“. Das Bischofshof-Bier war in der Vergangenheit schon die eine oder andere Predigt im Dom St. Peter wert.

Dank „für die gute Zusammenarbeit“: Die Brauerei Bischofshof war Müller schon die eine oder andere Predigt wert. Unter seiner Ägide wurde ein Drittel der Belegschaft der kircheneigenen Brauerei ausgegliedert.

Am Sonntag ist Gerhard Ludwig Müller nun auch offiziell aus Regensburg verabschiedet worden – zunächst mit Weihrauch, Hostien und Messwein im rappelvollen Dom, wo am Ende des Gottesdienstes (der per Livestream auch auf eine Großleinwand am Vorplatz übertragen wurde) sogar die Bayernhymne intoniert wird. Im Anschluss daran wird – ebenfalls bayerisch – auf dem Domplatz weiter gefeiert.

Große Abschiedsgala im Dom: Müller im Kreis seiner ehemaligen Amtsbrüder.

 Freibier, Glanz und Gloria

Allerlei Prominenz labt sich an Bier und Bratwurst, macht dem scheidenden Hirten seine Aufwartung: Papstbruder Georg Ratzinger setzt sich gestützt vom streitbaren Prälaten Heinrich Wachter an einen der weiß gedeckten Biertische und beginnt Autogrammkarten zu unterschreiben. Gloria von Thurn und Taxis plaudert einen Tisch weiter mit dem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer (CSU). Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, für die CSU im Landtag und Vorsitzender des Diözesankomitees, hat das huldvollste Lächeln aufgesetzt, das man sich vorstellen kann und plauscht mit der priesterlichen Prominenz.

Heute mal auf einer Bierbank geparkt: Prälat Heinrich Wachter und Papstbruder Georg Ratzinger.

Der ehemalige Staatssekretär und Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken Albert Schmid (SPD) strahlt übers ganze Gesicht – erst vor zwei Wochen war Müller eigens aus dem Vatikan nach Laaber angereist, um dort Schmids Tochter zu trauen.

„Bin froh, dass er endlich verschwindet“

Die Fotografen drängeln sich um den neuen obersten Glaubenshüter, der aus der zuvor noch recht prachtvoll-güldenen schon wieder in die etwas schlichtere Purpur-Soutane geschlüpft ist. Manchmal müssen dabei die einen oder anderen Bewunderer recht rasch zur Seite treten, während der blitzlichternde Tross Müller verfolgt. Ein kleines Kind, das die Eltern zum Empfang des erzbischöflichen Segens in Position gebracht haben, wird fast über den Haufen gerannt.

Polit- und sonstiger Adel: Peter Aumer neben Gloria von Thurn und Taxis und ein lächelnder Albert Schmid.

Die Stimmung im Promi-Pulk trübt das nicht. Stolz, Freude, zum Teil auch Ehrfurcht leuchtet aus den Augen des konservativ-klerikalen Geld- und Kirchenadels. Ein bisschen scheint auch noch die Sonne und das Kamerateam eines katholischen TV-Senders ist sichtlich bemüht, ausschließlich wohlwollende Stimmen beim Regensburger Publikum einzufangen.

„Danke“: Heiß begehrtes Propaganda-Heft der Diözese Regensburg.

Die anderen gibt es freilich auch. Sie kommen nur nicht wirklich zu Wort. „Eigentlich sollt ich hin gehen und ihm dazu gratulieren, dass er endlich verschwindet“, murmelt ein junger Mann im Vorbeigehen seiner Freundin zu. „Dazu sag ich lieber nichts“, meint ein anderer, als ihm Kath-TV das Mikro unter die Nase hält und nach seinen Gefühlen anlässlich des Müller-Abschieds fragt. An einigen Tischen sitzen kritische Laien vom „Aktionskreis Regensburg“ und erinnern mit Flugblättern und Ausgaben der Zeitschrift „Pipeline“ daran, was für Zeichen Müllers zehnjährige Amtszeit in Regensburg gesetzt hat.

Hetzpredigten, Autokratie und Mauern des Schweigens

Die Laiengremien wurden entdemokratisiert (Müller: „Kirche ist keine Demokratie“), unbotmäßige Pfarrer abgesetzt und zum Teil mit Exkommunikation bedroht. Nicht nur Medien, auch Leserbriefschreiber und Laienvertreter wurden unter Müllers Ägide im Namen Gottes vor Gericht gezerrt. Stets erfolglos, aber immer begleitet von markigen und zum Teil in Predigten vorgetragenen Sprüchen. Im Gegenzug kassierte der nun ernannte Großinquisitor nach einer Hetzprdigt gegen den Buchautor Michael Schmidt-Salomon einen Rüffel des Verwaltungsgerichtshofes, der klarstellte, dass das Bischofsamt kein Freifahrtschein für Lügengeschichten ist.

Mit Blick auf den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendliche durch Geistliche hat sich die Diözese Regensburg unter Müllers Ägide einen Ruf erworben, der für Verschweigen und Vertuschen steht. Für Unmenschlichkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Opfern. Nach wie vor hat man nichts darüber erfahren, wie viele Missbrauchsopfer es hier gibt. Es fehlt nicht nur ein Abschlussbericht, es ist nicht einmal bekannt, ob irgendein Entschädigungsantrag aus Regensburg jemals an die entsprechende Kommission der Deutschen Bischofskonferenz weitergeleitet wurde. Stattdessen gibt es Serienbriefe, retraumatisierte Opfer und Rechtsanwälte, die eigens dafür engagiert wurden, diese Opfer abzubügeln.

Glücklich im Kreis seiner Anhänger: Großinquisitor Müller.

Bei einem Empfang, den Müller bereits am frühen Nachmittag gegeben hatte, ist von alledem keine Rede. Auch nicht in dem Abschiedsbrief, den der oberste Glaubenshüter im Anschluss an die Feierlichkeiten veröffentlichen lässt. Kein Wort des Bedauerns oder gar der Entschuldigung. Müller spricht von irgendwelchen „Vorfällen“ und von Medien, die immer nur Negatives berichten würden. Mehr kommt ihm nicht über die Lippen. Schon gar nicht an so einem Freudentag. Immerhin: Dass er Regensburg nun endgültig verlässt, freut auch viele andere…

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Kommentare (61)

  • Oje...

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    Sieht aus wie beim Rheinischen Fasching. Alte Männer mit merkwürdigen Kappen.

  • Marienzweig

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    An die Redaktion von regensburg-digital!

    Ich wurde heute durch einen Link auf Ihre Web-Site aufmerksam und habe bereits einen ersten Kommentar abgegeben.
    Eigentlich erwartete ich nur Information.
    Information als Wissensvermittlung!

    Was Sie dem katholischen TV-Sender vorwerfen, nämlich Kommentare zu sieben und über den Abschied von Bischof Müller nur Wohlwollendes zu berichten, geschieht umgekehrt ebenso auch durch Sie.

    Das habe ich inzwischen gelernt: Die einzelnen Medienprodukte haben ihre ganz spezielle Ausrichtung und ihr Zielpublikum.
    Ob links, rechts, grün, rot, dunkelrot, kapitalistisch, liberal oder sonstwie – auf eine möglichst neutrale, nicht wertende Information darf man heutzutage wohl nicht mehr hoffen.

    Es sind nicht die – je nach politischer Einfärbung – verfassten
    Artikel, die verärgern. Nein, es sind die Untertöne, die gar nicht so unterschwelligen Botschaften, die auf diese Weise vermittelt werden.
    Und ich stelle fest: Sie machen da keine Ausnahme.
    Ich werde weitersuchen.

  • Marienzweig

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    Ein kurzer Nachtrag noch:

    Fairerweise möchte ich in meiner politischen Farbenaufzählung selbstverständlich auch „schwarz“ nicht auslassen.
    Dies nachzuholen, gehört zur Redlichkeit, der ich mich verpflichtet fühle.

  • G.S.

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    Betreff: Ein Birnbaum in seinem Garten stand

    Diese derartige Verabschiedung zum Thema Bischof Müller wirkte für mich schon ein wenig ominös , und bestimmt haben sich heute im Bistum einige mehr auch das Kreuzzeichen auf die Stirn gemacht!

    Die Predigt zum nach lesen:

    http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=5306

    Hos omnes amicos habere operosum est,

    satis est inimicos non habere.

  • Veronika

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    @Marienzweig: Grüß Gott der freundlichen Kommentatorin von kath.net, wenn ich nicht irre?
    Sie haben ja Recht mit den „Untertönen“, aber die braucht es schon, wenn man mit solchen Klerikern zu tun hat. Leider!
    —————————————–
    Dies finde ich besonders toll: „(…) erst vor zwei Wochen war Müller eigens aus dem Vatikan nach Laaber angereist, um dort Schmids Tochter zu trauen.“ Da sieht man mal wieder, wie wenig das „einfache Schaf“ zählt. Freuen wir uns mit dem „Jahr des Glaubens“ (ab 10.10.12 weltweit ausgerufen) auf noch deutlichere Zeichen, als uns diese die DBK mit deren Kirchensteuer-Dekret geben konnte.

  • Veronika

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    Vielleicht sollte ich auch noch ergänzen, dass mir dieser, nunmehr Erzbischof Müller während seiner Jahre in Regensburg (im Gegensatz zu seiner Professorentätigkeit in München) gezeigt hat, dass die Röm.-Kath. Kirche nur noch ein Unternehmen ist, welches neben vielen anderen, sogar höchst fragwürdigen Produkten (siehe Weltbild-Skandal) auch noch das Produkt „Jesus Christus“ in der exklusiv patentierbaren, als Geschmacksmuster schützbaren Form der Dreifaltigkeit verkauft. Die Verhaltensweise gegenüber den Medien etc. war einfach an Deutlichkeit nicht zu toppen. So etwas hätte sich kein Aufsichtsratsvorsitzender eines DAX-Konzerns erlaubt. Dies will was heissen!

  • Wisiki

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    Bischof Müller Paradebeispiel römischer Personalpolitik

    Dieser selbstherrliche und karriereorientierte Kirchenfürst, mimosenhaft empfindlich gegenüber Kritik an seinem Verhalten und feindselig gegenüber Kritikern, führte sich auf nach dem Motto „Herr Lehrer, Ich weiß was!“ und wurde dafür belohnt mit dem Posten des Großinquisitors. Dafür hatte er schon in Regensburg fleißig geübt.

    Seine „wissenschaftliche“ Qualität hat er mit einem Aufsatz in der „Tagespost“ bewiesen. Kurz danach wurde er Bischof von Regensburg, obschon er sehr schnell auch in dieser Funktion den Nachweis erbrachte, nicht mit erwachsenen Christen umgehen zu können. Kein Wunder, dass er vorher in München viermal vergeblich versuchte, Dekan der Theologischen Fakultät zu werden. Seine Kollegen kannten ihn.

    Mit dem Adel (z.B. Fürstin Gloria, Ph.zu Lerchenfeld usw) und unkritischen Gläubigen kam er gut aus und verstand es, auf der Hompage seines Bistums sich in abstoßender Weise ständig zu positionieren.

    Ich konnte nicht erkennen, was ihn als Seelsorger qualifiziert und bin entsetzt über eine vatikanische Personalpolitik, der es offensichtlich nur um Absicherung bzw. Mehrung zentraler Machtpolitik geht. Wo bleibt da die Orientierung an Jesus Christus?

  • Wisiki

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    Ergänzung zu meinem eben verfassten Beitrag:

    Im 2. Abs. soll es heißen:

    Seine „wissenschaftliche“ Qualität hat er mit einem Aufsatz über die Frauenordination in der „Tagespost“ geliefert.

  • Christa

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    Danke Bischof Müller, dass Sie treu zu Papst und Kirche stehen und den Zeitgeistlern und Reformern keine Plattform bieten. Ich hoffe, dass Rom einen ebenso würdigen Nachfolger bestimmt.

  • Christa

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    Veronika: Marienzweig: Grüß Gott der freundlichen Kommentatorin von kath.net, wenn ich nicht irre?

    Was haben Sie gegen kath.net, eine sehr seriöse Internetzeitung. Hier wird man gut informiert, denn was in der allgemeinen Presse hinterlegt wird, eben mit entsprechenden Untertönen, ist unglaubhaft.

  • hanbav

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    Per ‚gar nicht so unterschwelliger Botschaft‘ wird vermittelt, was per klarer Ansage lieber nicht geschrieben wird, weil sonst von den notorisch Beleidigten teuere bis vernichtende Klagen notfalls bis vor das Verfassungsgericht getragen werden.

    Ausserdem: *Gut* ‚böse‘ ist es immerhin geschrieben. So ein bisschen satirisch eben. Wie soll man auch sonst solche Wichtigkeitsdemonstrationen beschreiben? Solche unbeschreiblich selbstherrlichen undemütigen scheinheiligen Inszenierungen?

    Ohne eine sprachliche Pufferzone wäre man den kognitiven Dissonanzen beim Aufeinanderprallen höchst unterschiedlicher Wertesysteme und Realitäten schutzlos ausgeliefert. Diese Schmerzen wären jedenfalls mit Bischofshof Bier nicht in den Griff zu bekommen.

    #erwartete ich nur Information. Information als Wissensvermittlung#:
    Ich vermute, wenn hier die in diesem Umfeld relevante Information und Wissen ungebremst losgelassen würden, hätte einerseits Stefan Aigner ein existentielles Problem und andererseits würde Marienzweig regensburg-digital wieder nicht amüsant oder informativ finden.

    Im Umfeld von Kirche nach Wissen und Information zu suchen und auch noch mit dem Anspruch auf keine ‚gar nicht mal so unterschwelligen Botschaften‘ ist wohl ein … frommer Wunsch?

  • Marienzweig

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    Liebe Veronika!

    Sie haben richtig kombiniert. Ich bin tatsächlich die „freundliche“
    Kommentatorin von kath.net und ich hoffe, Sie haben dieses positive Attribut auch in diesem Sinne und nicht ironisch gemeint.

    Ich wende mich nicht gegen eine gewisse „Einfärbung“ der Berichterstattung.
    Sie ist wohl unvermeidlich, da bestimmte Dinge durchaus aus je nach politischer Ausrichtung und persönlichem Blickwinkel unterschiedlich gesehen und beurteilt werden können, sollen und dürfen.
    Als sehr störend empfinde ich nur die oft bewusst gewählte, kühl kalkulierte Formulierung, die persönlich herabsetzen soll.

    Aber vielleicht hänge ich einem längst vergangenen Bild des korrekt berichtenden Journalismus an, den es so nicht mehr gibt oder vielleicht in dieser Weise nie gegeben hat.
    Ein erstrebenswertes Ideal bleibt es dennoch.

  • Mathilde Vietze

    |

    Die Event-Katholiken, die sich bei Bratwurstsemmel und
    Kracherl versammelt haben, lassen nicht darüber hinweg-
    täuschen, daß die Mehrzahl der ernstzunehmenden Katho-
    liken im Bistum froh ist, diesen „Hirten“ endlich los zu sein.

  • Der Gute Hirte

    |

    Also mal ehrlich:
    Was kommt einem bei dem Begriffepaar Hirte/Schafe als erstes in den Sinn? Genau: Ein Mensch(Mann), der drauf aufpasst, dass die dummen Schafe nicht frühzeitig wegrennen, damit sie am Ende ihres Lebens noch genug Profit abwerfen.
    Klasse. Hät’s selbst nicht besser erfinden können.
    Dazu bedient sich die Frau in den lustigen Männerklamotten in Rom eines riesigen Apparates in Form von ebenso lustig gekleideten Hunden, die immer dann, wenn eines der Schafe mal einen Schritt beiseite macht, drohgebärdlich klar macht, wie hier mit Abweichlern umgegangen wird.
    Was für ein entzückendes Bild.

  • Der Fotograf

    |

    Das letzte Foto ist sensationell. Zeigt es doch auf entlarvende Weise die Alterstruktur des Fanclubs dieses Erzkatholen.
    In 10 Jahren, so meine vorsichtige Schätzung, hat sich das Phänomen „Massenentmündigung durch Drohung und Entdemokratisierung“ gerontologisch erledigt.
    Freu mich drauf.

  • Angelika Oetken

    |

    „Wenn ein junges Mädchen, nach der Teilnahme am Weltjugendtag im blühenden Alter von 16 Jahren nach einer letzten Phase körperlichen Leidens und seelischer Not sein Gesicht schon „in Finsternis und Todesschatten“ (Lk 1,79) zum Heiland am Kreuz erhebt und sagt: „Jesus ich liebe dich“, dann spürt man die Gewissheit, dass der Tod doch nicht das Leben als absurd überführen kann“

    @G.S. Angesichts der aggressiven Kaltschnäuzigkeit und der Arroganz, die Hochwürden gegenüber den Missbrauchsopfern an den Tag gelegt hat, ist das Bild, das er in seiner Abschiedspredigt gewählt hat, von besonderem Hohn. Womöglich ein Zeichen von grenzwertig pathologischem Sarkasmus.

    Diesmal hat wohl nicht nur ein Schafhirt den Abgang gemacht, sondern ein ausgemachter „damnatus pastor suum“ („verdammter Schweinehirt“ : für Nicht-Lateiner)

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    Ich vertraue da ganz auf die Prophezeiung des im Heiligenstand verehrten Bischof Malachias, der für Mitte Dezember den Untergang der Welt, vielmehr aber sicher den Untergang der Röm.-Kath. Kirche geweissagt hat. Man kann sich auch in Kirchenkreisen nicht aussuchen, ob man nun der einen Aussage eines Heiligen glaubt, und der anderen Aussage nicht. Also ertragt es gelassen, denn diese Predigt kann wirklich ein Zeichen sein. Wie sagte mir mal jemand, der auch in Kirchenkreisen nicht zu beanstanden ist: „Auch der Teufel kann das Gewand eines Geistlichen tragen!“

  • Veronika

    |

    Es muss ja nicht gleich der „Untergang“ sein, aber Ihr werdet sehen, dass es so gewaltig „scheppert“, dass „Vatileaks“ wirklich nur ein ganz kleines Zwischenspiel gewesen sein dürfte. Im Vatikan könnten sich Kreise befinden, welche Can. 149 § 3 CIC (1983) sehr sehr wörtlich nehmen und interpretieren könnten.

  • Wolfgang Dettenkofer

    |

    Regensburger Strudellied aktuell

    Wenn wir jetzt nach Regensburg schauen,
    mag sich dort Unheil abbauen.
    Doch es kommt kaum Besseres nach,
    war Müller schon groß Ungemach.
    Römische, päpstliche Weisung ohje ohje
    muß ein Christ ertragen.
    Wo der schon zehn Jahr gewütet,
    wie ein Wolf die Schaf gehütet,
    hoch zu Roß geritten kummt.
    Hoch erfreut er, die verdummt.
    Römische, päpstliche Leere ohje ohje
    muß ein Christ aushalten.

    Da er jetzt der Glaubenshüter,
    teilt er aus die Gnadengüter.
    Ob was wahr ist überall,
    entscheidet er von Fall zu Fall.
    Römische, päpstliche Willkür ohje, ohje,
    kann der Christ erwarten.

    Bis dass dann ist der Papst gestorben
    hat Gerhard Ludwig Macht erworben,
    die ihn macht papabilis
    weil dort nichts unmöglich ist.
    Römische, päpstliche Finten ohje, ohje
    ach, die werden leer ausgehen.

    Papst werde ein schlichtes Männlein,
    das vorlebt einfaches Christsein.
    Der Kirchenpomp mag fahrn zur Höll.
    Das Kirchenschiff fahr wieder schnell.
    Römische, päpstliche Gschichten juche, juche
    muss man jetzt erzählen.

    Wem die Gesinnung Jesu blieben,
    die Lauterkeit nicht ausgetrieben,
    der wird kindlich glücklich sein,
    und sich ohne Müller freuen.
    Römische, päpstlich Warte ohje ohje,
    ist nicht alles in der Welt.

  • B.

    |

    Ach Herr Aigner, schon klar, warum sie diesen Ton anschlagen, schließlich ist mit dem Abgang des Bischofs zu befürchten, dass sie und ihre Seite nun nichts mehr zutun haben. Ihre Seite bestand zu 80% daraus, ein Bischofsbashing zu schüren bzw Ihren persönlichen Kirchenhass zu verbreiten. Jetzt, wo der Bischof weg ist haben Sie nichts mehr zutun. Tja, und deswegen werden Sie auch nie ein Journalist sondern leidiglich ein Blogger bleiben, weil sie zu einseitig berichten und nur ihre persönliche Meinung unter die Leute bringen wollen.
    Okay, weitere “ Opfer“ wie zB das Stadtarchiv könnten diese Lücke schließen, bin mal gespannt…

  • Oje...

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    Also ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass fast nur über die KathKirch und BischMüll berichtet wurde. War mir im Gegenteil eher zuwenig als zuviel bislang, die Pfaffenberichterstattung – und trotzdem war mir auf diesen Seiten selten mal langweilig.

  • Luna Schneck

    |

    Hallo „B“, tiefster Neid spricht aus deiner Seele. Aber sollte diese Seele katholisch sein, wäre es ja klar, diese leiden ja gerne und grämen sich viel ob ihrer ganzen schweren Sünden. Aigner schreibt köstlich. Hab lauthals gelacht bei dieser Wortwahl die mir wie Schokolade mundet. Aber keine Angst, ich und viele andere Schäfchen haben noch genug Geschichtchen, teilweise sehr böse, rund ums Kreuz mit dem Kreuz und vor allem wahr.
    Und liebes Zweiglein von Mariechen, war das nicht die ungepo…..te? Locker bleiben, nur nicht zu sehr verkrampfen.
    Müller ist weg, jubelt alle!

  • Julia Glaubensstark

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    @Luna Schneck,

    als ich Ihren Kommentar las, viel mir ein Sprichwort ein:

    „Wo der Teufel sich nicht hintraut, schickt er das Weib“.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine recht gute Besserung. Es ist nie zu spät …………………

  • Veronika

    |

    @B: Sie sind wohl doch ein klein wenig neidisch auf Herrn Aigner. Schliesslich hat er die einzige Veröffentlichung in der über solche Dinge berichtet wird. Damit kommt Regensburg jedenfalls nach aussen hin viel besser weg, als durch die bischöfl. Aktivitäten der letzten Jahre! Seit dem Buch von Altmann über Altötting will man wenigstens überhaupt wieder mal dorthin fahren, um immer wieder mal zu testen, ob es immer noch so ist.

    Kleine Belustigung: Weltbild weigert sich das „Vatileaks“-Buch von Nuzzi zu verkaufen, weil da die Gesellschafter schlecht wegkommen. Jetzt wird es mir immer klarer: Die RKK-D ist ein Unternehmen. Ein Sado-Maso-Roman wird aber verkauft. Manchmal ist es doch (sehr) gut, dass es kath.net gibt. http://www.kath.net/detail.php?id=38180

  • Angelika Oetken

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    Seid ohne Sorge….

    RKK, OSO, Sportverbände, Pfadfinder… das ist nur der Anfang.

    Wirtschaftskriminelle, Politiker- und Juristenverbünde werden folgen.

    Macht und Missbrauch bedingen einander und sind zwei bislang fest in unserer Kultur verwurzelte Phänomene. Ebenso wie das ritualisierte, kollektive Wegschauen, Leugnen und „Opfern“ was aber im Rückgang begriffen ist.

    Darauf müssen sich „Täterverbünde“ aber erst einstellen. Sie konnten bisher fast ungehemmt missbrauchen, weil sie sich auf die Angst der Opfer vor Ausgrenzung und Diffamierung und die Scham, die aus der Sorge vor Schuldzuweisung entsprang verlassen konnten.

    Ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt und so gesehen und beurteilt zu werden, wie es der Realität hinter dem schönen Schein entspricht, wie das innerhalb der vergangenen zwei Jahre passiert ist, damit haben diese Täterinstitutionen und ihre Repräsentanten nie und nimmer gerechnet.

    Die Menschen in Deutschland wollen solche Existenzen nicht mehr. Vor allem wollen sie sie nicht in verantwortungsvollen Positionen sehen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, Betroffene sexualisierter Misshandlung in der Kindheit

  • Angelika Oetken

    |

    Jetzt wird es mir immer klarer: Die RKK-D ist ein Unternehmen.
    ——————————————————————–

    @Veronika:

    da ist was dran. Streng genommen und rein sachlich betrachtet handelt es sich bei der RKK und der EKD um Ritualdienstleister.
    Die wichtigsten und größten Akteure auf dem Sozial- und Gesundheitsmarkt sind sie allemal.

    Einen Geschäftsvorteil haben sie dabei: es gelingt ihnen immer noch, ihre Mitarbeiter, ihre Vereinsmitglieder und die jenigen, die sie eigentlich kontrollieren sollen, zu täuschen und emotional zu erpressen.

    Aber innerhalb der vergangenen zweiunddreiviertel Jahre ist ja das wahre Antlitz dieser Organisationen zu Tage getreten.

    Es liegt nun an den vernünftigen Menschen, die ja zu Hauff in den Kirchen organisiert sind, zumeist mit gutem Grund an der Basis, innerhalb dieser Institutionen aufzuräumen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Joachim Datko

    |

    Indoktrination statt Vernunft

    Zu Angelika Oetken 24.09.12 – 19:31 „Es liegt nun an den vernünftigen Menschen, die ja zu Hauff in den Kirchen organisiert sind, zumeist mit gutem Grund an der Basis, innerhalb dieser Institutionen aufzuräumen. “

    Glauben hat nichts mit Vernunft zu tun. Das Christentum hat über Jahrhunderte die Menschen in Europa unterdrückt und für dumm verkauft, man denke nur an die Teufelsvorstellung, so ein unaussprechlicher Unsinn. Es sind die Nachbeter, die meist von klein auf, immer wieder die selben Texte wiederkäuen. In den Kirchen dreht man sich gedanklich seit Jahrhunderten im Kreis, immer wieder die selben alten Texte und Riten, Manipulation von klein auf, Generation für Generation.

    Heute verlangt der Mensch nach Begründung, die Naturwissenschaften erziehen zu rationalem Denken. Humanismus und naturwissenschaftliche Weltsicht sind wesentlich besser als religiöse Weltanschauungen.

    Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien zum Unterschied zwischen religiöser Weltsicht und rationaler Welterklärung Stellung zu nehmen.

  • Angelika Oetken

    |

    „Glauben hat nichts mit Vernunft zu tun.“

    @Joachim Datko: Da pflichte ich Ihnen zu 100 Prozent bei. „Glauben“ folgt emotionalen Bedürfnissen, die letztlich jeder Mensch hat.
    Ob er/sie dabei an den Humanismus glaubt, an Gott, Jahwe, Allah, Lichtwesen oder was auch immer: trotzdem kann und sollte bei Allem, was nicht direkt mit dem emotionalen Glaubensimpuls zu tun hat vernünftig gehandelt werden.

    Und das, was uns die „christlichen“ Kirchen, allen voran die RKK angesichts der Missbrauchsskandale geliefert haben, ist keine Folge des Glaubens, nicht mal etwas, was die einfachen Gläubigen betrifft, sondern wurde von den Menschen verschuldet, die innerhalb der Kirchen vorantwortliche Posten bekleiden und Macht ausüben.

    Innerhalb von vielen Jahrhunderten haben die „Kirchen“ in Europa einen semipolitischen, in weiten Teilen mit Sonderrechten ausgestatteten Apparat aufgebaut.

    Und ihr Personal maßt sich immer noch Eigenschaften an, die wir an sich nur abgehobenen, von Allem entrückten „Göttern“ zubilligen würden.

    Allerdings ist speziell die RKK in ihrem Ansehen zeitweise hinter das der Deutschen Bank zurückgefallen. Das zeigt, dass sie von den Menschen in Deutschland genauso pragmatisch und realistisch beurteilt wurde wie die Börsenzocker.

    Das lässt hoffen. Ohne Mitglieder sind auch die christlichen Kirchen in Deutschland – nichts.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Auer Georg

    |

    @Angelika Oetken
    „Glauben hat nichts mit Vernunft zu tun“

    Diese Aussage will ich so nicht stehen lassen, so ich der Meinung bin: Glaube ohne Vernunft ist nur Wahn und Phantasterei. Wie auch die Vernunft ohne den Glauben den Menschen existentiell fundamental einschränkt. Infole meiner Lebenserfahrung, bedarf der Glaube um glaubhaft zu sein, seiner beiden Schwester mit Namen Vernunft und Verantwortung. Denn nur in diesem geschwisterlichen Dreiklang erwirkt der Glaube überhaupt seine Daseins-Berechtigung im menschlichen Denken und Sein.
    Denn dieses geistige Dreigespann verleiht erst der sonst vernunftlosen „Liebe“ Sinn und Zweck im menschlichen Dasein und Zusammenleben.
    Denn ohne den Glauben (Ideale, Gott, oder sonstigen Heils- und Erlösergestalten aller Hochreligionen wie auch aller Naturreligionen und aller philosophischen Geisteskonstrukten) ist die Vernunft alleine nur ein den Menschen lebensberaubendes Gesetzbuch; wie auch die alleinige Verantwortung den Menschen unterjocht und versklavt. Denn nur die törichte und zwecklose Liebe macht den Menschen erst liebenswürdig im menschlichen Zusammensein, welches aber nur gelingen kann beim Gleichklang der Geistesgaben von „Glaube, Vernunft und Verantwortung“.

    Deshalb mein Rat an alle Kirchenkritiker und Agnostikereiferer. „Laßt die Kirche im Dorfe!“ und den Gläubigen ihren Glauben. Weil nur der Mensch als Humanist glaubhaft und glaubwürdig ist gegenüber anderen Menschen. So lasst doch jedem Menschen seinen Glauben und seine geistigen Ideale, sind sie auch noch so naiv oder weltfremd und irreal.
    Aber die Kritik an der Institition Kirche -aller Religionsgemeinschaften- und an deren weltlichen Vetreter ist legitim, wo deren Lebensregeln und – Vorschriften und dass öffentliche Verhalten der Religionsvertreter den Menschenrechten und der Würde des Menschen allgemein entgegensteht und den einzelnen Menschen seiner persönlichen Würde und Freiheit beraubt.

    So betrifft meine Kritik an die hohe Geitlichkeit der katholisch römischen Kirche in erster Linie den offenbaren Widerspruch zwischen deren Reden (Offenbarungen) und Taten (Auftretens).
    So wurde ich von ihnen als ehemaliges Domspatzen -Sexualmissbrauchsopfer zum zweitenmal aufs Schlimmste gedemütigt und erniedrigt und als Lügner denunziert. So wünsche ich für den Rest meines Lebens keine Kontakte mehr mit irgendwelchen Kirchenmänner und -Frauen und lehne auch eine kirchliche Beerdigung nach meinem Ableben ab.
    „Denn wer in der Liebe und der Wahrheit stirb, geht niemals verloren“, gleich ob mit oder ohne kirchlichen Segen. Hiermit verweigere ich der katholischen Kirche den Vollzug des letzten Sterbesakraments an mir.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Angelika Oetken

    |

    „So wurde ich von ihnen als ehemaliges Domspatzen -Sexualmissbrauchsopfer zum zweitenmal aufs Schlimmste gedemütigt und erniedrigt und als Lügner denunziert“
    ———————————————————————-

    @Auer Georg:

    Das ist schlimm und bezeichnend. Und eine Erfahrung, die Sie leider mit den meisten anderen Missbrauchsopfern, die sich offenbart haben teilen.

    Mir ist das auch so ergangen (Missbrauch im familiären Nahfeld). Erst vor Kurzem habe ich ungefähr erfassen können, worauf die fahrlässigen und unvergleichlich lieblosen Reaktionen meines damaligen Umfeldes beruhten und immer noch beruhen.

    Ich habe mich mit der Bedeutung des „Opfers“ und des „Opferkultes“ befasst und bin auf eine Veröffentlichung gestoßen.

    „Philosophie des Traums“ von Christoph Türcke.

    Er schreibt darin:

    „Opfer gehen an die Substanz. Man schlachtet nicht Frösche und Schnecken, sondern das Teuerste, was man hat: Menschen, später auch Großtiere. So etwas tut man nicht aus Spaß, sondern nur, wenn man sich anders nicht zu helfen weiß. Offenkundig sucht man sich damit Entlastung zu verschaffen. Nur was ist am Opfern entlastend? Es wiederholt doch Grauen und Leiden, es tut dasjenige, wovon es entlasten will. Das ist absurd. Das Opfer lässt sich überhaupt nicht verstehen, wenn nicht vom traumatischen Wiederholungszwang aus. Es ist der in eine Form gebrachte Wiederholungszwang. Um den Naturschrecken loszuwerden, von dem sie befallen wurde, befällt sich die Hominidenhorde noch einmal selbst. Von den lebendigen Wesen, an denen sie am meisten hängt, wählt sie einige aus uns schlachtet sie gemeinsam. So spielt sie den Naturschrecken herunter, indem sie ihn selbst veranstaltet, einübt, in eigene Regie nimmt und ihm dabei jene festen Regeln gibt, die wir rituell nennen.“

    In meinem Falle war es so, dass Übergriffigkeit, Alkoholsucht und Missbrauch in dem durch den Nationalsozialismus geprägten Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin weit verbreitet waren. Das wurde verdrängt und jede Erinnerung daran geleugnet. Also auch die Tatsache, dass Kindesmissbrauch an der Tagesordnung und weit verbreitet war.
    Insofern ließ man mich nicht über das Sprechen, was mir widerfahren war, denn das hätte ja bedeutet, dass die Erwachsenen sich hätten mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass sie zum Einen ihre Kinder nicht schützen konnten, zum Anderen Täter an jeder Kaffeetafel zugegen waren.
    Missbrauch war und ist in diesem Umfeld Alltag, folgt aber keinem bestimmten Muster. Er wird einfach von Generation zu Generation weiter getragen, so lange niemand „aussteigt“.

    Der Missbrauch, der innerhalb der RKK statt gefunden hat und dem auch Sie als Kind zum Opfer gefallen sind, hat dagegen schon ritualisierte Züge und folgt Mustern, wie sie auch aus den Bereichen „organisierter Missbrauch“ und von sadistischen Zirkeln bekannt sind.

    Die Ursprünge gehen dabei weit in archaische Zeiten zurück. Dahin, wo der Opferkult entstanden ist, den Herr Türcke oben beschreibt.

    Es handelt sich dabei um etwas zutiefst „Heidnisches“. Und das ist vielleicht auch der Grund für das fortgesetzte Leugnen von Seiten der Verantwortlichen in der Institution der RKK.

    Das, dem sie qua „Religion“ etwas entgegen setzen wollen und sollen, eigentlich die Grundlage für jegliche Rechtfertigung einer christlichen Institution, wird dadurch ad absurdum geführt, dass ein brutaler, übergriffiger, sexualisierter Opferkult mitten in ihren eigenen Reihen, vor ihren Augen, durch ihrer eigenen Repräsentanten betrieben wird.

    Insofern: die Versuche, Sie und andere „Kirchenopfer“ zu diffamieren und zu demütigen, kann man auch als die letzten Zuckungen einer spirituellen Obrigkeit verstehen, die nur eines wirklich bewiesen hat – ihr komplettes Versagen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, Betroffene sexualisierter Misshandlung in der Kindheit

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken: Mit dem heutigen Leipziger-Grundsatzurteil und der – vom Bayerischen Fernsehen ausgeblendeten Stellungnahme des DBK-Vorsitzenden Zollitsch – hat sich die RKK in Deutschland deren eigenes Grab geschaufelt. Zollitsch resumierte, dass er das Urteil des BVerwG begrüsse, und die Kath. Kirche in Deutschland nun einmal als Körperschaft organisiert sei, die man von der Kirchensteuer nicht trennen könne. Richtig, dies kommt aus dem Reichskonkordat vom 20.07.1933, in dem man herrschender Meinung nach dem Reichskanzlerkandidaten Hitler den Weg bereitete, und irgendwo um den Art. 30 dieses Konkordats steht auch noch, dass man sich verpflichte nach den sonntäglichen Hauptgottesdiensten für F….er, Volk und Vaterland zu beten. Mehr neuerliche Zustimmung zu diesem „Pakt mit dem Teufel“ (So bezeichne ich dieses, die Konkordate von 1924, 1929 und 1932 inkorporierende Konkordat.) braucht es wohl nicht, um zumindest die RKK-D hinreichend kennzeichnen zu können. Ich erwarte mir nach dieser Aussage Zollitsch’s eine Klarstellung vom Vatikan, und hier von der zuständigen Stelle, nicht der das zurückliegende Dekret verfassenden Bischofskongregation, sondern dem (deutschen) Papst.

  • Rufus

    |

    @ B.

    …schrieb am…
    B. sagte am 24. September 2012 um 17:37 Uhr :
    ….

    Schon klar , aber ich weiss nicht Herr B. was Sie eigentlich
    wirklich in Ihrem Text ansprechen moechten!

    …..

    Ich bin der Meinung…
    Es gibt noch zu den Themen
    Bistum Regensburg , Ordinariat , Bischof , Regensburger Domspatzen , Stiftung Etterzhausen / Pielenhofen, Kirche,
    Missbrauch von Schutzbefohlenen, Missbrauch von Stiftungsgeldern, Paedophile Kleriker..usw.
    noch genuegend Themen im Bistum Regensburg ,
    die eben aufzuarbeiten sind.
    Warum das Bistum Regensburg und die Stiftung der Regensburger Domspatzen eben bis heute nach fast drei Jahren immer noch nicht viele damalige Themen richtig aufgearbeitet haben, weiss ich auch nicht!
    Auch muesste zu diesen ganzen Themen einmal ein ausfuehrlicher Abschlussbericht kommen…

    Der Herr Bischof Mueller sagte:
    ….. und erklärte: “Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle“. Nicht die Kirche, sondern die jeweiligen Täter seien verantwortlich.

    http://www.gavagai.de/gg/HHD0902P.htm

    http://charismatismus.wordpress.com/2012/07/28/zeitdokument-erzbischof-muller-verwirft-den-misbrauch-und-dessen-misbrauch-durch-antikatholische-kampagnen/

    Ich weiss bis heute nicht was Herr Mueller eigentlich wirklich damit meinte.
    Es stellt sich jetzt die Frage der Schuld ?
    Vielleicht sind auch heute gleich noch die Opfer daran Schuld , eben dass Sie alle damals Missbraucht wurden, betrogen wurden, geschlagen wurden…
    Nach meiner Meinung werden immer noch sehr sehr viele brisante Informationen und Details eben von damals zu den Themen
    Missbrauch und Regensburger Domspatzen,
    eigenstaendige ehemalige Stiftung Etterzhausen / Pielenhofen,
    http://www.intern-at.de/links-presse/
    die Brueder Ratzinger,
    Missbrauch von Stiftungsgeldern ,
    Paedophile Angestellte im Bistum Regensburg,
    und einige viele Themen mehr….
    ausfuehrlich unter Verschluss gehalten!

    Fuer mich ist dieses ganze Auftreten vom Bistum Regensburg so derart verwerflich!
    Entweder haben die Verantwortlichen heute dazu wirklich so sehr eine grosse Angst , eben weil vielleicht brisante Geheimnisse hochkochen koennten , oder es liegt vielleicht auch daran dass eben auch der heutige Papst , der Bruder vom Georg Ratzinger- ehemaliger Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen , eben auch in diese vielen Geschichten mit involvert ist!

  • Veronika

    |

    @Rufus: Richtig! Bravo!
    Das mit der Leugnung eines Missbrauchskomplexes ist ja sowieso die Höhe, wenn man immer noch keinen Abschlussbericht vorlegen konnte.
    Ja, es gibt – ich erinnere hier bestimmte Dinge vom Anfang der 1990er Jahre, die ich eher zufällig mitbekommen hatte – noch sehr viele – auch kirchenrechtlich höchst interessante Dinge, die in der Diözese Regensburg einer Aufklärung bedürfen. Ob dies der Diözese Regensburg, vielmehr einigen Verantwortlichen „gut bekommen“ würde, ist eher fraglich. Ich habe mein Wissen jedenfalls jetzt mal woanders „gebeichtet“. Bin gespannt, wie lange eine Aufklärung noch auf sich warten lässt, wenn man ohne solche Aufklärung nahezu handlungsunfähig werden würde.

  • Veronika

    |

    T’schuldigung, aber dieser Zusatz muss nun noch sein:

    Wie hält es dann der Pfarrer bei einem Gespräch mit einem staatlich Ausgetretenen, wenn dieser mehr Theologisches und aus dem Kathechismus weiss und bejaht, wie der Pfarrer selbst, aber dennoch nicht wieder reuig in die „Gemeinschaft der Zahlenden“ zurückkehren will?

    Was soll man jetzt – nachdem z. B. die Piusbrüder dem Glaubenspräfekten in Bezug auf die Deutung der Unbefleckten Empfängnis und nahezu einer „Leugnung der Hölle“ Häresie und Schisma vorwerfen wollen – eigentlich noch glauben, und bei einem solchen „Wiedereingliederungsgespräch“ sagen/ antworten?

    Kurz und gut: Ich stelle mir solche Gespräche höchst „interessant“ und gewinnbringend vor, nachdem ich mittlerweile genügend Geistliche (vor allem ältere Geistliche) kenne, denen die „neuen Regeln der Kath. Kirche“ mit Bestimmtheit noch nicht nahegebracht werden konnten.

  • Angelika Oetken

    |

    Die Verantwortlichen im Bistum Regensburg wollen anscheinend nichts von der Wahrheit hoeren und wissen!
    ———————————————————————
    Rufus:

    die haben auch allen Grund dafür.

    U.a. diesen: http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2010-11/missbrauch-kirche-moench

    Wer den Artikel aufmerksam liest, wird feststellen, dass die Beschäftigung von übergriffigem Personal für die Verantwortlichen ein Mittel ist, um ihre Macht zu erhalten.

    D.h. hier wird und wurde schon seit Langem vorsätzlich und damit fahrlässig gehandelt.

    Natürlich passt das nicht zum Image der von Gott persönlich eingesetzten Gutmenschen.

    Da reagiert man schon mal störrisch und aggressiv.

    Immerhin geht es um unser aller Bestes: viel Geld.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Rufus

    |

    @Veronika

    Vielen Dank fuer Deine Muehe und ich glaube ,
    dass das eben nur die Spitze des Eisberges ist!

    http://www.kein-taeter-werden.de/regensburg

    …………………………………………………………………………….

    Der Strafanspruch der Kirche in Fällen von sexuellem Missbrauch von Heribert Hallerman, Thomas Meckel, Sabrina Pfannkuche und Matthias Pulte von Echter (Broschiert – Oktober 2012)
    Broschiert: 480 Seiten
    Verlag: Echter; Auflage: 1., Auflage (Oktober 2012)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3429035384
    ISBN-13: 978-3429035389

    ……………………………………………………………………………

  • Fr. Streng

    |

    @Werte Fr. Angelika Oetken
    Können Sie mir vllt einen Literaturhinweis für die u.g. Thematik – sexualisierte Gewalt und NS – nennen. Gibt es empirische Untersuchungen zu diesem speziellen Thema. Vielen Dank.
    A.O. (26. September 2012 um 15:51 Uhr )
    “In meinem Falle war es so, dass Übergriffigkeit, Alkoholsucht und Missbrauch in dem durch den Nationalsozialismus geprägten Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin weit verbreitet waren.“

  • Angelika Oetken

    |

    Sehr geehrte Frau Streng,

    dieses Institut beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Naziherrschaft auf das Leben in den folgenden Jahrzehnten:

    http://www.dachau-institut.de/

    Etliche Beratungsstellen und Initiativen gegen Neofaschismus haben Informationen zu „Missbrauch des Themas durch Rechte“ gesammelt, z.B. diese http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/sexueller-missbrauch.pdf und http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/broschuere-shukura-antonio-stiftung-2010-webdatei-auflage2.pdf

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken

  • Georg Auer

    |

    Großinquisitor Müllers Abschied vom Bistum Regensburg verdeutlicht die Krise der Katholischen Kirche in Deutschland.
    Viele Gläubige haben es einfach satt, von den Kirchenoberen behandelt zu werden gleich unmündigen Kindern, die man dann bestraft, wenn sie der Kirchenfürstererziehung nicht mehr entsprechen. Weil in der katholischen Kirche der kritische, reformerische und aufgeklärte Geist als Geisteskind Luzifers gilt ( siehe Küng u.v.a.) und solche Glaubenskinder somit von der Mutter Kirche als Glaubenskinder abgetrieben werden müssen und somit nicht mehr als Kinder Gottes zählen.
    Viel lieber hingegen sind der Kirche die geistlosen und willensschwachen Gläubigen, die brav ihre Kirchensteuer zahlen und sonst den Mund halten. Außer natürlich bei der Verabschiedung eines Großinquisitors vom Bistum Regensburg, wo sie gleich der himmlischen Engelschören
    mit cherubischen Gesängen (Domspatzen) und Halleluja-Rufen ihrem leibhaftigen Kirchengötzen das letzte Geleit geben. Ja! – Wirklich! Laut Aussage des früheren Bischofs von Regensburg Müller, hat die Demokratie in der kath. Kirche nichts zu suchen. Der Kirchensteuerzahler hat nur kirchendienliche Pflichten und keine demokratischen Rechte, für welche Zwecke sein Kirchenobulus Verwendung finden soll. Hauptsache, es ist ein vollkommener Sündenerlass damit verbunden. Und wer viel sündigt, hat halt mal viel zu zahlen.

    Mich, als ein Missbrauchsopfern von sexueller, körperlicher und seelischer Gewalt in der Kindheit durch kirchliches Erziehungspersonal, betrifft die Sünde und Schuld der hl. Kirche und Gott gegenüber ein Leben lang, so die Kirchenleitung den Missbrauch an mir verleugnet und als ein Hirngespinst (Serienbrief: „… Wir können ihre Schilderungen eines sexuellen Missbrauchs nicht nachvollziehen und …“) eines kranken Geistes abtut. So lebt das Missbrauchsopfer nach Meinung der kath. Kirche in ständiger Todsünde, so man diese kirchlichen Obiekte der Sünde einfach im nachhinein dann totschweigt. Man sagt einfach: Die Opfer sind die wahren Versucher der Kirche, die es auszumerzen gilt mit dem Schlusssatz des Vaterunsers: „… Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlôse uns vor allem Übel.“

    So bezahlt das Missbrauchsopfern seine angebliche Sündenschuld der Kirche und Gott gegenüber doppelt und zehnfach (ohne kirchlichen Sündenerlass) ein Leben lang.
    Nach dem Motto: „Dummheit wird doppelt bestraft!“

  • DuMeinGott

    |

    Gute Reise und bleib’ recht lange fort . . .

    Zu allererst die gute Botschaft: ER ist weg. Gott sei Dank!

    Über seine Äusserungen, Ansichten, Meinungen, Taten und Untaten ist bereits genug gesagt und geschrieben; daher möchte ich nachstehend ein paar Gedanken zum Ausdruck bringen, die mir beim Betrachten einiger Fotos des Oberhirten gekommen sind, speziell des Gesichtes.

    Das Gesicht gilt bekannter weise als Spiegel der Seele und des Charakters. Was nun sagt uns der Spiegel über dieses Gesicht?

    Meine ganz persönliche Interpretation, natürlich unverbindlich und ohne den Anspruch wahr und richtig zu sein:
    Der schreckliche Hirte Gottes mit dem feisten Pfaffengesicht hat wahrscheinlich nur gute, fette und sorgenlose Jahre gehabt, sonst hätte sich wohl die eine oder andere Falte ins glatte bischöfliche Antlitz eingeprägt, wie bei den meisten Menschen seines Alters auch.
    Die unglaubliche Arroganz, Selbstgefälligkeit, Selbstzufriedenheit, Selbstgerechtigkeit und Selbstherrlichkeit dieses Gesichtsausdruckes ist frappierend.
    Er fühlt sich Gott offensichtlich sehr nahe und glaubt vielleicht, dass Gott und die Menschen Ihn ebenso lieben und bewundern. Aber vielleicht verwechselt er „Gott“ mit „Kirche“ und „Menschen“ mit „Schäflein/Schafen“? Nur Gott selbst weiss es.
    Sie werden es gemerkt haben, in meiner Interpretation fällt das Wort „Selbst“ im Zusammenhang mit seiner Person auffallend häufig.
    Daher möchte ich abschliessend nur noch meiner Hoffnung Ausdruck geben, dass der Selbstherrliche der bewährten kirchlichen Tradition treu bleibt und konsequent nur selbstelt, um künftigen möglichen Schaden von Mietgliedern und Opfern der Römisch Katholischen Kirche fern zu halten.

    Ich wünsche dem Herrn Bischof eine gute Reise nach Rom und einen angenehmen Aufenthalt, und dass es Ihm dort so gut gefällt, dass er für immer da bleiben will und nicht mehr nach Regensburg kommen muss, wo so viele Uneinsichtige und Verblendete seine Weisheit und Genialität, aber auch seine Fürsorge für die Bedürftigen und Menschlichkeit im Umgang mit den Opfern der Römisch Katholischen Kirche nicht erkannt haben.

    Er wollte doch im Namen der RKK immer nur das Beste und hat trotzdem total versagt.

    In Österreich gibt es ein wunderschönes Wort für solche Leute: „A Entbeeehrlicher“.

  • DuMeinGott

    |

    @Angelika Oetken

    Sie haben vollkommen recht.

    Manchmal reicht schon ein einziges Wort, um Alles zu sagen.

    Hoffentlich gibt es die verschiedenen Dialekte noch lange, Hochdeutsch ist eher fad und langatmig.

    Mir würden zum Thema Bischof Müller spontan einige passende Ausdrücke einfallen, die aber nicht unbedingt druckreif wären.

    Schönes Wochende und HabedieEhre!

  • WahreInquisition

    |

    @Rufus: Danke für die Informationen! Wenn Sie hier etwas wissen, was die Wahrheit weiter ans Licht bringen kann, dann senden Sie mir eine email an: hilmarmller@yahoo.de. Vor allem die Dinge „rund ums Geld“ etc. würden sehr interessieren, und könnten sehr bald – zur Verwunderung einiger Leute? – legal und umfassend aufgeklärt werden.

    Besten Dank

    Hilmar Müller

  • Georg Auer

    |

    Vertane Chance der kath. Kirche im Bistum Regensburg zur Aussöhnung mit den früheren Missbrauchsopfern bei den Regensburger Domspatzen:

    Der ehemalige Bischof zu Regensburg ist nun oberster Glaubenshüter im Vatikan in Rom. In seiner neuen Eigenschaft im Vatikan ist Erzbischof Müller zu wünschen, dass er in seinem neuen Amt als Bewahrer der reinen und wahren katholischen Lehre nicht nur (wie früher im Bistum Regensburg) nur seine eigene Lehrmeinung meint, sondern in seiner neuen Funktion in erster Linie die Kirche als Weltkirche im Auge behält und die Verschiedenheit und Vielheit aller christlichen Kirchen nicht auf dem kath. Dogmen-Opferaltar als ein Brandopfer für den „einzig wahren, heilsverheißenden röm.kath. Glauben“ aufopfert.
    Denn wer glaubt, er ist im alleinigen Besitz der allein selig machenden Glaubenswahrheit, der ist entweder ein Wahnsinniger oder ein religiöser Glaubensfundamental(Terror-)ist. So hatte ja schon vor über 2000 Jahren ein wundertätiger Wanderprediger mit Namen Jesus von Nazareth heftigste Auseinandersetzungen mit damaligen Glaubens- und Gesetzeshütern und musste seine Nachsicht und seinen Einsatz für Sünder und Prostituierte sogar mit dem Tod am Holzkreuz bezahlen.

    Fakt aber ist, Bischof Müller hinterlässt im Bistum Regensburg eine total verunsicherte und von der Kirche enttäuschte Glaubensschaar (Kleriker Laien und Katholiken) zurück („- …der Hirte hinterlässt eine zerstreute Herde, so er dann in der Schafherde sich als ein Alpha-Wolf outet…“).
    Mir macht es den Anschein, seine Gegnerschaft zu der erzkonservstiven Levebre-Pius-Bruderschaft besteht nur aus dem Grund, weil das Priesterseminar in Zaitzkofen (Bistum Regensburg) nicht unter seiner Hoheit steht oder stand; ansonsten er aber ihrer gleiches Geisteskind ist.

    Aber Müllers größtes Versagen war und ist seine Rolle hinsichtlich der Behandlung der ehemaligen Domspatzen-Missbrauchsopfer im Jahre 2010 – 2012 durch seinen Arbeitsstab im Diözesanamt (Generalvikar, Leiter des Domspatzen-(Vorschul-)Internats, Pressesprecher und Missbrauchsbeauftragten).
    Zu Beginn der Missbrauchsaufarbeitung im Bistum Regensburg 2010 waren viele Opfergeschädigte noch voller Hoffnung, dass ihr früheres Leid endlich von der kath. Kirche wahrgenommen wird und die Opfer wenigstens.
    noch zu ihrer Lebzeit von der Bistumsleitung einen Akt der Rehabilitierung erfahren dürfen; so ja die ersten Pressestellungnahmen des Bistumssprechers und der Missbrauchsbeauftragten bezüglich des Themas „sexueller Missbrauch von Knaben durch kirchliches Internatspersonal“ Anlass zur Hoffnung gaben. Es war die Rede von voller Transparenz, von einer rücksichtslosen Aufklärung aller Missbrauchsfälle, von Opferentschädigung und von der Erarbeitung eines Zwischen- und Abschlussberichts.

    Aber was blieb von alledem:
    1. Retraumatisierte Missbrauchsopfer, welche man der Lüge bezichtigte hinsichtlich ihrer Missbrauchsschilderungen.
    2. Fehlender Zwischen- und Abschlussbericht über Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg.
    3. Beschimpfungen einer antikirchlichen Presse durch Bischof Müller.
    4. Gleichlautende Serienbriefe an die Opfer über die Ablehnung einer Entschädigungszahlung durch das Bistum.
    5. Eine – durch die Bistumsleitung – schwer beschädigte Domspatzeneinrichtung (Totschweigen statt Transparenz und Prävention).
    6. Ein zerstrittenes und verunsichertes Kirchenvolk im Bistum Regensburg nach der Abberufung Müllers nach Rom.

    So verdeutlicht die Berufung Müllers als zukünftiger Glaubenshüter der kath. Kirche im Vatikan, dass die Krise der kath. Kirche im Bistum Regensburg zur weltweiten Krise der röm.kath. Kirche mutiert. – („Denn vom deutschen Wesen, ist bisher niemals die Welt genesen!“)

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Angelika Oetken

    |

    Ich gestehe…..

    ….bis vor ein paar Jahren, genauer gesagt, bis Anfang 2010 als die Missbrauchsskandale um Canisiusschule und Co an die Öffentlichkeit kamen, habe auch ich der RKK und ihren Vertretern einen Vertrauensvorschuss gegeben.

    Der ist ganz und gar perdu.

    Und wenn man den üblichen Leumundsumfragen glaubt, dann geht es den meisten Menschen, die in Deutschland leben ebenso.

    Und Leute wie Herr Müller tun wirklich alles dafür, dass das so bleibt bzw. die Glaubwürdigkeit dieser Institution noch weiter sinkt.

    Mit Verlautbarungen wie dieser: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10014&pk=836479

    Leidtragende sind die Opfer der organisierten Übergriffe in den Reihen der RKK und Diejenigen, die integer sind.

    Ist wie in einer Klinik: macht die Notaufnahme miese Arbeit, leidet der Ruf des ganzen Hauses.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Georg Auer

    |

    Das Thema „Sexueller Missbrauch von Kindern in Heimen und Bildungsinternaten durch Erziehungspersonal“ ist für den Deutschen Bundestag und für die zur Zeit in Rom stattfindende Bischofskonferenz unter Leitung des deutschen Papstes Benedikt XVI. und dem neuen deutschen Großinquisitor im Vatikan Erzbischof Müller keiner Beachtung (Aufarbeitung und Rede) mehr wert.
    Der Runde Tisch im Bundestag über sexuellen Missbrauch in Heimen und Erziehungsanstalten hat sich ohne ein wirkliches Ergebnis und Schlussdokument stillheimlich aufgelöst.
    Den Abgeordneten ist dieses Thema wohl zu heikel und zu mühsam, um sich längere Zeit mit diesem Gesellschaftsproblem auseinander zu setzen. So auch damit keine schnelle Politprofilierung verbunden ist, sondern im Gegenteil viel Arbeit, Recherche und Studium von einem verlangt.

    Und war das Thema „sexueller Missbrauch von Zöglingen in kirchlichen Erziehungsanstalten“ noch auf der Tagesordnung der diesjährigen deutschen Bischofskonferenz, so ist es aber kein Thema mehr für die gesamtkirchliche Bischofskonferenz zu Rom.
    In der deutschen und römischen Kurie hat man sich zu diesen Kirchenproblem wohl in der Art geeinigt, dass man zukünftig dieses die Kirche beschämende Thema einfach totschweigt. Dazu passt auch die kürzliche Aussage des neuen röm. Erzbischofs Müller in einem Interview mit NDR auf die Frage nach den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche:
    „Er halte aus theologischen Erwägungen nicht für richtig, dass sich die Kirche zur Täterin erkläre und die Täter dadurch entlaste.“
    Das heißt im Klartext, die Kirche hat mit diesem Problem nichts zu tun, sondern es ist ein wirkliches Problem nur zwischen dem einzelnen Täter und dessen Opfer.
    Ja, diese Aussage passt zu den Serienbriefen an die Missbrauchsopfer, welche er als damaliger Bishof von Regensburg von seinem Generalvikar an diese schreiben ließ. Zynischer und niederträchtiger kann man Missbrauchsopfern der Kirche gar nicht umgehen. Man sitzt das Thema einfach aus und spielt auf Zeit – nach dem Motto: „Die Opfer und Täter mögen hoffentlich bald das Zeitliche segnen“.
    Denn eher führt man in der kath. Kirche in deren Waisenhäusern nachträglich noch die Beschneidung aller Jungen ein.

    Kein von sexueller Gewalt betroffener Mensch kann erahnen, wie es einem Opfer gefühlsmäßig dabei ergeht, wenn es sein Kindheitstrauma zu späterer Zeit noch einmal auf diese unwürdige und beschämende Art erleben muß. Man steht wieder völlig nackt – zur allgemeinen Begutachtung – vor einem vermeintlichen Rechtstribunal, wo man aus Mangel an Tätern zuletzt dann das Opfer zum Täter stempelt. Hauptsache, man hat dabei sein animalisches Triebsgefühl oder seine pornographischen Phantasien als ein zugelassener öffentlicher Feyorist befriedigen dürfen.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

    |

    Textkorrektur zu meinem letzten Absatz:
    Kein (nicht) von sexueller Gewalt betroffener Mensch…

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Rufus

    |

    @ Hilmar Müller

    Wenn Sie näheres zu vielen Themen erfahren möchten
    dann sollten Sie den „Reisenden “ ( ehemaliger Domspatz )
    kontaktieren , denn der weiß zu vielen Themen von damals eben sehr sehr viel!
    …………………………………………………………………………………….

    @ Georg Auer

    Bitte ärgere Dich nicht , denn viele haben eben heute zu vielen Themen von damals anscheinend sehr sehr viel Angst,
    eben damit viele viele Geheimnisse von damals eben nicht
    ( nicht mehr ) an
    das Tageslicht kommen!
    Anscheinend darf man ueber diesen damaligen Missbrauch von Schutzbefohlenen , ueber diese damalige brachiale Gewalt und Missbruach von Stiftungsgeldern heute im 21. Jahrhundert wirklich nicht mehr darueber reden!
    Schlimm genug ist was dort damals mit vielen Buben alles angestellt wurde. Wenn ein erwachsener Mann damals kleinen 8 oder 9 jaehrigen Buben sehr sehr oft Zaepfchen in den Po geschoben hat , dann ist das fuer mich auch ein sehr derartiger schwerer Missbrauch von Schutzbefohlenen!
    Die Zahlen schwanken so sehr , aber nach meiner meiner
    Meinung waren damals so ab 1000 bis 1500 Buben in diesem damaligen Internat ( Eliteschule der Domspatzen ) in Etterzhausen. Viele Buben mussten wieder nach Hause gehen , aus denen wurde leider nichts und diese Stiftung Etterzhausen der Regensburger Domspatzen ist nach meiner Meinung eben auch Schuld daran , dass deren Leben so derart verpfuscht wurde!
    Wer kuememrt sich heute nach so langer Zeit um diese derartigen Gewaltschaeden damaliger Schutzbefohlener ?
    Der Kapelllmeister Buechner spricht heute von der Champions League der Domspatzen , aber…..
    Auch muss aber heute beruecksichtigt werden , dass Sie heute schon deren Vermoegen ( der ehemaligen eigenstaendigen Stiftung Etterzhausen / Pielenhofen ) auf dem Konto haben , und auf Bezug den alten Themen von damals keinen Finger ruehren und nach meiner Meinung in keinster Weise das damalige aurarbeiten moechten! ? !
    Es gibt auch einige …… ehemalige Domspatzen ……die sich in den letzten Jahrzehnten eben schon umgebracht haben.
    Die haben Schluss gemacht , eben weil Sie das damalige erlebte von Etterzhausen nicht mehr ertragen konnten!
    Viele damalige Etterzhausener Domspatzen haben damals eben auch nur fuer diese damalige eigenstaendige Stiftung die Betten gefuellt , auch füllen müssen und viele mussten auch die Schulklassen in Etterzhausen noch einmal wiederholen …
    Auch bekamen wir damals duerftiges Essen , und dieses Heim war damals auch schon in einem sehr baufaelligen Zustand. Also muss man sich heute auch fragen , was auch damals wirklich mit diesem ganzen Stiftungsgeld gemacht wurde!?!

    Wenn man dieses Lied von diesem ehemaligen
    Domspatzen ausfuehrlich hoert ,

    http://www.jojasper.de/selbstwert.html
    http://www.jojasper.de/uploads/media/_Heim_weh_Jo_Jasper.pdf

    dann hoert man auch die Wahrheit von damals wieder , aber die moechte anscheinend heute niemand mehr hoeren!

    cu

  • Rufus

    |

    Anmerkung….

    Fuer so etwas hat man heute eben die Zeit und
    das Geld , aber zu den vielen Themen aus der
    Vergangenheit kommt leider nicht viel !!!

    Bericht aus der MZ-Online

    Die Domspatzen als Botschafter
    Am Mittwochabend wurde die neue CD der Domspatzen im Kurfürstenzimmer des Regensburger Rathauses vorgestellt. Der Knabenchor soll im November den Freistaat in der chineischen Partnerprovinz Shandong repräsentieren.

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10022&pk=838522

  • Georg Auer

    |

    Großinquisitors Abschied – Bischofsvakanz als Chance für Veränderung:

    Die momentane Bischofslosigkeit im Bistum Regensburg wäre eine große Chance, dass sich in Zukunft in der Leitung des bischöflich. Ordinariats und in den verschiedenen kath. Laiengremien des Bistums wieder vermehrt Reformkräfte etablieren könnten, die der kath. Kirche (zumindest im Bistum Regensburg) wieder mehr Glaubwürdigkeit bei der Bevölkerung und insbes. beim eigenen Kirchenvolk zurück gibt, welches unter der letzten Bischofsregentschaft von Gerhard Ludwig Müller hauptsächlich verloren ging.

    Ich selbst sehe aber überhaupt keine Hoffnung hiefür, so von der Kirchenbasis (Priester-Laien-Gremien) in der letzten Zeit der Bischofsvakanz keine öfftl. Forderungen hierzu gestellt wurden. So wird der nächste Bischof von Regensburg wieder einer aus der Riege der erzkonservativen kath. Geistlichkeit sein. Dies ist auch die einzige Beständigkeit der letzten fünfzig Jahre, welche das Bistum Regensburg in den mehrmalig zurückliegenden Bischofsnachfolgen vorzuweisen hat.

    Denn mir selbst wurden im Jahre 1961 im Vorschulheim der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen durch Direktor M. und einem kirchl. Erzieher (…) die drei göttl. Haupttugenden – Glaube, Hoffnung, Liebe – infolge ständiger Züchtigung und mehrmaligem sexuellen Missbrauchs für viele, viele Jahre ausgetrieben. An das einzige Gute bei diesem Heimaufenthalt, worann ich mich noch erinnern kann, war das ausnahmsweise anständige Essen, welches wir Domspatzen in Etterzhausen nach dem Totenrequiem von dem im Jahre 1961 verstorbenen Bischof von Regensburg, Dr. Michael Buchberger, vorgesetzt bekamen. Was mir sonst aber von diesem Heimaufenthalt bis jetzt blieb ist eine dysthyme Seele und eine unüberwindbare Aversion gegen alles Klerikale.
    Zu Gott habe ich „Gott sei Dank“ wieder gefunden, aber ohne Hilfe der Kirche und deren Männern. Denn ohne Ihn hätte ich die Hölle in Etterzhausen gar nicht überstanden und in späterer Zeit neues Vertrauen zu den Menschen wieder fassen können. Denn der geschundenen und gedemütigten Kreatur ist Gott am aller nächsten, auch wenn diese Erkenntnis der Menschenkreatur erst viel später dann bewusst wird. Denn der leibhaftige -Wunder wirkende- Gott existiert nicht im Tabernakel einer Kirche, sondern in der Seele eines jeden Menschen. Und indem ich als Kind durch Kirchenmännern (Priestern) und Kirchenfrauen (Nonnen) aufs schlimmste gedemütigt wurde, konnte ich erst als erwachsener Mann in der wahren Demut meinem Gott begegnen.

    Nur wenn die hohen und gelehrten Männer und Frauen der kath. Kirche willens werden, den „Lieben Gott“ in jeder einzelnen Menschenseele zu suchen und zu erkennen, können sie erst in der wahren Gottesliebe allen Menschen begegnen und sich von ihrem anerzogenen, krankhaften und obsessiven Missions- und Bekehrungseifer befreien. Aber dieser Akt des Glaubens lässt sich nur mit der Demut bewerkstelligen und zu dieser Demut fehlt vielen Kirchenfürsten der notwendige Mut.

    Möge das Wunder geschehen und das Bistum Regensburg einen wahrhaft demütigen und menschenfreundlichen neuen Bischof bekommen, der endlich mit der Versöhnung der Kirche mit dessen Missbrauchsopfern glaubhaft und zeichenhaft beginnt.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

    |

    Domspatzen singen Jahn-Hymne:

    Mit großer Verwunderung laß ich die neueste Zeitungsmeldung über die Regensburger Domspatzen:
    „Domspatzen singen Jahn-Hymne“.
    Ja, hier trifft dann wohl das Sprichwort zu:
    „Ist die Katze (Bischof) aus dem Haus, tanzen die Mäuse (Domspatzen) auf dem Tisch.“
    Es bedarf schon eines riesen großen Spagats, um sich von den himmlisch tönenden, gregorianischen Gesängen auf die Niederungen von johlenden Fussballfans-Verreinsgesängen herabzulassen.
    Oder müssen gar nun jetzt die Domspatzen für Sponsoren werben, um die im Domspatzeninternat in Regensburg neu erbaute Grundschule finanzieren zu können, deren Kosten von über 13 Millionen € total aus dem Finanzierungsruder lief?

    Zumindest kann man nach der Zusammenlegung der beiden Domspatzenschulen (GS u. Gymn.) ungezogenen Sängerknaben nicht mehr damit drohen:
    „Wenn du nicht parierst, kommst du nach Etterzhausen!“
    Denn die Vorschule in Etterzhausen galt für die damaligen Internatsinsidern (gleich ob bei Schülern als auch bei Lehr- und Leitungspersonal) der Domspatzeninstitution als ein mittelalterliches Erziehungsstraflager.

    Als ich selbst als neunjähriger Knabe im Jahre 1961 zu den Domspatzen kam, verbrachte ich die ersten Tage im Hauptinternat in Regensburg und kam dann erst nach dem erfolgreichen Vorsingen in das Knaben-Domspatzen-KZ nach Etterzhausen. Aber schon damals viel mir der Unterschied bei der Behandlung der Schüler und der Heimausstattung sehr auf und nach den sexuellen nächtlichen Missbrauchsattacken des damaligen Präfekten an mir und den extremen und häufigen Wutausbrüchen des Ltd. Direktors in Etterzhausen, wähnte ich mich dort dann direkt in der Hölle.

    Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Leitung der Domspatzen und insbesondere die Bistumsleitung jetzt diese unselige Zeit in der Geschichte der Domspatzen einfach löschen will.
    – Wer aber aus der Vergangenheit nicht lernt, der wiederholt immer wieder die alten Fehler. –

    Ich hoffe nur, dass die Domspatzen bei aller Hinwendung zur Welt, dabei nun nichts von ihrer bisherigen hohen Singkunst einbüßen und in Zukunft dann nur noch ein besserer „Gotthilf Fischer-Knabenchor“ sein werden. Es wäre schade darum!

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

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    Großinquisitor Müller – Angestellter in der Heiligenfabrik Vatikan:

    Letzten Sonntag, 21.10.12, wurden in der Heiligenfabrik Vatikan in Rom wieder einmal sieben neue röm.kath. Heilige produziert. Unter den sieben neuen hl. geistigen Produkten ist auch eine neue Heilige aus dem Heimatland des Papstes Benedikt XVI. mit dabei und bei der Heimatliebe des Papstes, ist in Zukunft mit noch weiteren Heiligen aus Bayern zu rechnen.

    Schon jetzt wird der Münchner (heilige) Aloisius im Himmel mit seinen „hl. Hosiana-Flüchen“ an seiner Harfe auch den Refrain dazu singen:

    „Ist a Bayer, CSU’ler und katholisch,
    dann ist er wenn er stirbt glei a Heiliga.
    Kruzi… Halleluja!
    Aber olle Sozis san und bleiben diabolisch,
    gleich ob no lebend oder tot.
    Kruzi… Sakrament Halleluja!“

    Aber nun Schluss mit dem bayerischen „Schmäh“ über die Heiligkeit der röm.kath. Kirche.
    Aber es ist schon ein besonderer Akt von weltlicher und persönlicher Aroganz und Ignoranz der kath. Kirchenfürsten, so diese im letzten Jahrzehnt mehr Heilige produzierten als im ganzen Jahrhundert zuvor, die dringensden Fragen und Forderungen der Gläubigen aber für Reformen in der Kirche weiterhin einfach ignorieren. Hier gilt das Motto „Wir sind Kirche“ nur für die kirchl. Institutionen und Vereine und nicht für das gemeine Volk aller Gläubigen.
    Aber noch verwerflicher sehe ich den Umgang der kirchl. Obrigkeit (ehem. Bischof von Regensburg, Gerhard Müller) mit den Missbrauchsopfern in kirchl. Heimen und Internaten, die man noch verhöhnt mit Ablehnungs-Serienbriefen auf die gestellten Anträge auf Entschädigung für sexuellen Missbrauch, indem man einfach sagt: die Kirche ist keine Missbrauchs-Täterin! – oder: … Ihre Schilderung eines sexuellen Missbrauchs kann von uns nicht als solcher nachvollzogen werden … (Diözese Regensburg -schriftl. Ablehnungsbescheid).

    Diesen schriftl. Ablehnungsbescheid erhielt auch ich von der Leitung der Diözese Regensburg auf meinen Antrag auf Entschädigung für sexuellen Missbrauch durch den damaligen Präfekten … in der Vorschule der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen im Jahre 1961.
    Schon in den Neunziger Jahren schrieb ich einen Brief an die Internatsleitung der Domspatzen, auf den ich bis heute keine Antwort erhielt, außer einem kurzen Anruf mit der Frage, was ich weiter zu unternehmen gedenke. Als einzige schriftl. Antwort hierauf erhielt ich dann 6 Jahre später das Entschädigungs-Ablehnungsschreiben durch die Döizese Regensburg.
    In dem 3 seitigen Brief an die Domspatzenleitung schilderte ich meine Erlebnisse als Domspatzen-Vorschüler im Internat in Etterzhausen vom sexuellen Missbrauch durch den damaligen Heimptäfekten des Nachts an mir und von den grausamen Ritualen des damaligen Direktor M…. an uns Sängerknaben.
    So hat man an mir ein besonders demütigendes öffentliches Exempel wegen meiner chronischen Bettnässerei statuiert. Wir Buben waren gerade alle auf dem Heimdpielplatz. Plötzlich kam der Präfekt mit meinem urinfeuchten Bettlaken zu mir, mit der Aufforderung, mich in die Mitte aller Buben zu stellen. Daraufhin stülpte er mit das nasse Betttuch über den Kopf und forderte die anderen Kinder auf, mich wegen meiner Bettnässerei zu verspotten. Von einigen Heimknaben wurde ich auch dann mit Fuß- und Faustschlägen traktiert mit dem zusätzlichen Spottruf. Du Bettseuchler, du Bettbrunzer, sage mir, wer hat dich geschlagen! Das grausame Schauspiel endete dann erst mit dem Läuten der Schulklocke. Ab diesem Tag wollte ich kein Domspatz mehr sein.

    Aber eher wird noch der damalige Heimdirektor Monsiniore M…. heilig gesprochen, als dass die Missbrauchsopfer von der Kirche nachträgliche Genugtuung erhalten.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Rufus

    |

    @ Berichtigung zum Thema
    “ Missbrauch von Stiftungsgelder “ ???

    Ich habe mich bei der Wortwahl leider geirrt und meinte
    die damaligen Pensionsgelder , die damals in Etterzhausen
    fuer ein jedes Schuljahr bezahlt wurden!

    Gut , meinen heißt leider nicht wissen , aber der damalige
    Direx Johann Maier hatte eben damals sein eigenes System!

  • Angelika Oetken

    |

    Guten Abend,

    aktuell zu Müller….

    „Spiegel: Kommt nach dem Arabischen jetzt ein katholischer Frühling?
    Küng: Er ist schon da, aber es besteht die gleiche Gefahr von Rückschlägen und einer Gegenbewegung wie beim Arabischen Frühling. Es gibt mächtige Gruppen in Vatikan und Weltkirche, die gerne das Rad zurückdrehen möchten. Die haben Angst um ihre Pfründe.

    ……

    Spiegel: Franziskus hat als Chef der Glaubenskongregation aber auch Erzbischof Gerhard Ludwig Müller bestätigt, einen Hardliner.
    Küng: Ich könnte mir vorstellen, dass Benedikt sich für den Verbleib Müllers stark gemacht hat. Die Bewährungsprobe wird aber sein, ob der neue Papst ihn weiter Glaubensaufseher und Großinquisitor spielen lässt.
    Spiegel: Franziskus hat die Heiligsprechung von Johannes Paul II angekündigt, einem restaurativen Papst, der Gruppen wie Opus Die und die Legionäre Christi stark gemacht hat.
    Küng: Ich kann nicht verstehen, dass dieser Papst heiliggesprochen werden soll. Er ist der widersprüchlichste Papst des 20. Jahrhunderts… Er hat ständig anders geredet als gehandelt. Er hat zum Beispiel auch Pater Marcial Maciel, einen der schlimmsten Knabenschänder und Gründer der Legionäre Christi als seinen persönlichen Freund betrachtet und ihn gegen alle Kritik in Schutz genommen. “

    (Auszug aus „Ich hänge nicht an diesem Leben“, Interview mit Hans Küng, aus „Spiegel 50/2013“)

    Zu Maciel und Johannes Paul II:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/marcial-maciel-degollado-der-falsche-prophet-11696063.html

    http://www.welt.de/politik/article2583123/Johannes-Paul-II-und-das-Ende-der-Sowjetunion.html

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Georg Auer

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    Der missbrauchte Domspatz – eine unendliche Geschichte

    Konservativer Bischof Müller wird Kardinal – Politically Incorrect
    http://www.pi-news.net/…/konservativer-bischo...
    vor 18 Stunden – Müller, ehemaliger Bischof von Regensburg und Präfekt der Vatikanischen Glaubenskongregation, gilt …

    Der Machtkampf im Vatikan tobt.
    Wer wird ihn gewinnen?
    Die Falken-Kardinäle oder die Tauben-Kardinäle?
    Die Fraktion der „Hüter des wahren Glaubens“ oder die Fraktion der Reformer um Papst Franziskus im Vatikan?

    Die Ernennung von Erzbischof Müller zum Kardinal beweist, dass der ehemalige Papst Benedikt XVI. im Hintergrund immer noch die Fäden zieht im vatikanischen Ränkespiel.

    Eine Tatsache ist: Der jetzige oberste römische Glaubenshüter G.L. Müller ließ als ehemaliger Bischof von Regensburg nach seiner Ernennung durch Papst Benedikt XVI zum obersten Glaubenspräfekten im Vatikan im Bistum eine tief gespaltene Christengemeinde zurück.
    Tatsache ist: Kardinal G.L. Müller steht seit seiner Bischofsära in Regensburg für Vertuschung und Verleugnung in Sache von Fällen des sexuellen Missbrauchs von Priestern an Ministranten und von kirchlichen Erziehern an früheren Domspatzenknaben. Sein Credo dabei lautet:?Die Kirche ist schuldlos bei allem sexuellen Missbrauch. Schuldig ist alleine nur der jeweilige Einzeltäter.

    Mir schwand Schlimmes, so mir jetzt noch der Züchtigungs-Ausruf so mancher katholischer Erzieher in meinen vielen Heimaufenthalten im Ohr hallt:
    „Dich werde ich noch katholisch machen!“

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Veronika

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    @Georg Auer:

    Besten Dank für diese Information, die ich beinahe nicht mitbekommen hätte!
    Trösten Sie sich Herr Auer, denn in was für einer Disziplin ist denn der künftige Kardinal weltweit so hervorragend?
    Im Wissen um das grundlegende Kochbuch der Röm.-Kath. Kirche, um diejenigen Dinge die man sich selbst vor Jahrhunderten zusammengesponnen hat, um diese dann – als man noch Weltmacht besass – den Leuten unter Drohung mit Scheiterhaufen und gesellschaftlicher Ausgrenzung „nahezubringen“. Mehr ist es nicht, im Gegensatz zu Atomphysikern oder auch nur jeden einfachen Tierarzt, der mit seinem Wissen und seiner Kunst Lebenwesen neues Leben schenken oder auch Leben bewahren kann.
    ——————
    Man versucht hier im Vatikan eben zu retten, was sicher nicht mehr zu retten ist. Hatte die RKK noch vor fünfzig Jahren nahezu das Monopol auf die Informationsvermittlung weltweit – sass ja schliesslich in jedem kleinsten Kaff dieser Erde ein Vertreter der RKK, der hörte, aufzeichnete und weitermeldete – so wurde dies längst so liberalisiert, dass die RKK mit der modernen Kommunikationsindustrie im Wettbewerb steht. Wissen, aber nachvollziehbares, erklärbares, beweisbares Wissen ist jetzt „Macht“, und hier ist die RKK gewaltig im Hintertreffen. Bis man sich dort über die Loyalität eines Künftigen im Klaren ist, ist dieser schon gut und gern über 60 Jahre alt, siehe Müller. So etwas ist ineffizient, da die Welt auf so etwas nicht warten wird. Wo mittlerweile weltweit schon Geheimdienste zusammenarbeiten, da ist die RKK mit seinem ehem. weltweit gefürchtetsten „Geheimdienst“ hintendran. So etwas wird nicht mehr aufzuholen sein. Gott sei Dank!

  • Veronika

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    … und nicht (ganz) vergessen:

    Es sind wieder einmal eine Reihe Deutscher, die hier in einer weltweit agierenden Organisation das Sagen haben wollen. Auch dies „kommt“ weltweit „gar nicht gut“.

  • Angelika Oetken

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    Guten Tag,

    in der Wochenendbeilage der taz fand ich diesen Artikel
    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a2&dig=2014/03/08/a0165&cHash=5fc5a57e47923fdfcaa572f0abe201da

    Bernhard Pötter beschreibt sehr schön die Macht- und PR-Strategien die Papa Franz nutzt. Um Interessen durchzusetzen. Wessen und welche das auch immer sein mögen.

    Ich denke: „typisch Jesuit oder?!?“ und lese dann diese Passage:

    „“Er macht aber auch klar, dass etwa die Frauenfrage „nicht zur Diskussion steht“. Und das Netzwerk von Opfern sexueller Gewalt durch Priester (SNAP) moniert wie auch die UN, dass die Aufklärung der Missbrauchsfälle zu langsam geht.
    Bei diesen heißen Eisen ist der konservative Reformer sehr vorsichtig. Zwar klingt sein berühmtes Schreiben „Evangelii Gaudium“ streckenweise wie das Wahlprogramm der Linken („Diese Wirtschaft tötet!“), aber seine Betonung von Familie und Gottesmutter Maria kommt bei den Konservativen gut an. Die registrieren erfreut, dass in Rom immer noch Schaltstellen mit ihren Favoriten besetzt sind: der deutsche Erzbischof Georg Gänswein war auch schon Sekretär von Benedikt XVI. und der ehemalige Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, der als konservativer Hardliner gilt – gleichzeitig aber mit dem Papst seine Begeisterung für die Theologie der Befreiung teilt -, bleibt Chef der Glaubenskongregation.“

    Leute wie Gänswein und Müller aus machtstrategischen Gründen an Schaltstellen setzen: „Risiko“ möchte ich Papa Franz da am liebsten zurufen… dann fällt mir aber ein, dass der ja eigentlich auf der anderen Seite steht. Wie schnell man Opfer solcher Imagekampagnen wird…der Typ kommt wirklich positiv rüber… selbst ich, die es wirklich besser wissen müsste, bin drauf reingefallen…

    Aber ich sehe es positiv, jedenfalls was die Sache der Missbrauchsopfer angeht: Papa Franz hat es in innerhalb eines Jahres geschafft, das Vertrauen der Menschen zurück zu gewinnen. Just zu einem Zeitpunkt, wo es zu Recht am Boden lag.

    Eine zweite Chance würde weder er noch irgendein anderer vatikanischer Funktionär so schnell wieder bekommen. Im Gegenteil. Der Leumund der RKK-Führungselite wäre ein für allemal zerstört. Zweimal lässt sich niemand so gerne täuschen.

    Insofern besteht Hoffnung: sollte in absehbarer Zeit auch nur ein Teil der Wahrheit über die Missbrauchsskandale in Regensburg rauskommen, könnten alle Anstrengungen von Franziskus umsonst gewesen sein.

    Und dann wird verhandelt. Diesmal fair und gleichrangig. Da bin ich mir ziemlich sicher. Denn die RKK könnte dabei nur noch gewinnen. Und die Opfer hätten diesmal nichts zu verlieren.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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