In eigener Sache: Diözese Regensburg ./. regensburg-digital.de am 11. Januar

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Noch werden Schriftsätze hin und her gesandt, doch mittlerweile steht der Verhandlungstermin fest: Am 11. Januar, 13.30 Uhr, treffen sich regensburg-digital.de und die Diözese Regensburg vor dem Landgericht in Hamburg (Az 325 O 153/10). Derzeit ist es unserer Redaktion bei einer Strafandrohung von bis zu 250.000 Euro (ersatzweise bis zu zwei Jahren Haft) untersagt, in Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall in der Diözese Regensburg und der daraufhin getroffenen „Entschädigungsregelung“ einen bestimmten Eindruck zu erwecken (für den in unseren Augen allein die Diözese gesorgt hat). Konkret wurden wir wegen eines Kommentars vom 7. März 2010 zunächst von der Diözese abgemahnt; eine andere Formulierung, die wir daraufhin als Kompromiss unterbreitet haben und welche die Aussage noch deutlicher als Meinungsäußerung kennzeichnet, traf ebenfalls nicht auf das Wohlwollen der Diözese. Stattdessen erhielten wir vom Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung, über die nun am 11. Januar verhandelt wird (Mehr darüber). Dagegen wehren können wir uns allein aufgrund der breiten Solidarität von Bloggern und Journalistinnen, die über den Fall berichtet und von Leserinnen und Lesern, die uns mit über 10.000 Euro unterstützt haben. Für bemerkenswert hält es unsere Redaktion, dass die Diözese Regensburg es bislang immer noch nicht geschafft hat, wenigstens einen Zwischenbericht zu den Fällen von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt zu veröffentlichen. Stattdessen verweist das Bistum im Internet aktuell auf einen Artikel der katholischen Nachrichtenagentur kath.net und formuliert dazu folgende Kurzfassung: „Forensischer Psychiater und Gutachter Hans-Ludwig Kröber bei Montagsakademie in Paderborn über Missbrauchsdebatte: Bisher nur Altfälle und praktisch keine neuen Vorfälle – Medien mussten bei der Suche immer weiter zeitlich zurückgehen.“ Just von der Diözese Regensburg klingt das wie glatter Hohn – drei Beispiele: 2002 wurde hier der Pfarrer von Georgenberg, Franz K., von Eltern angezeigt, die ihm vorwarfen, ihren Jungen sexuell missbraucht zu haben. Beim folgenden Prozess in Weiden wurde er 2003 wegen Missbrauchs von zwölf Jungen und Veruntreuung von Kirchengeldern zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. 2006 wurde Johann P., ehemals Pfarrer von Falkenberg, wegen sexueller Nötigung eines 16jährigen zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. 2008 wurde Peter K., damals Pfarrer in Riekofen, wegen sexuellen Missbrauchs ebenfalls zu drei Jahren verurteilt. Er war bereits wegen sexuellen Missbrauchs eines Jungen in Viechtach im Jahr 1999 einschlägig vorbestraft.

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Kommentare (27)

  • Dolittle

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    Es bleibt absurd:

    Während Boulevard-Medien lügen und hetzen können, dass es einem schlecht wird, darf die Kommentierung eines typischen Vorfalls, mit dem die Katholische Kirche (vulgo: das Bistum Regensburg in Gestalt seines mit absoluter Macht ausgestatteten Bischofs) Sexualstraftaten vertuscht hat, abgemahnt und gerichtlich verboten werden.

    Diese Katholische Kirche wird sich mit so einer Politik über kurz oder lang wesentlich mehr schaden, als es jede Blasphemie und jeder Laizismus könnte. Sie raubt sich mit ihren Methoden die Existenzberechtigung und entwickelt sich so zu einer radikalen Sekte, deren innere Ordnung und deren Umgang mit Kritikern an Scientology erinnert, die ebenfalls mit Anwälten Kritiker mundtot machen wollen.

    Was bleibt? Eine Kirche, die vorrangig Macht und Pfründe zusammenhalten? Das hat die Botschaft Jesu, das haben die vielen aufrichtigen Gläubigen und Seelsorger nicht verdient, die auch im Bistum Regensburg versuchen, die Lehre von der Nächstenliebe wirklich ernst zu nehmen und nicht nur in Sonntagspredigten zu verkünden.

  • sven

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    @ doolittle
    chapeau
    (vor allem für den 3ten absatz)

  • Wolfgang

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    @ Dolittle
    Die, die Lehre ernst nehmen und trotzdem in der Kirche bleiben sind ein Kern des Problems. Aufgrund dieser Gutmeinenden erhielt sich die Kriche durch die Jahrhunderte dennoch ihren Doppelcharakter. „Die Idee ist doch gut.“ Ein klare Einschätzung und Handlung wird hartnäckig durch Hoffnung und Innigkeit vernebelt.

  • Dolittle

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    @Wolfgang:

    Das Problem haben wir häufig in Organisationen, die sich einer guten Sache verschrieben haben. Egal ob Kirchen, karikative Organisationen wie das Rote Kreuz oder Parteien (egal ob SPD oder CSU):

    Im Laufe der Geschichte setzen sich kontinuierlich die Eitlen und Geltungssüchtigen durch. Oben angekommen, versuchen sie die Mitläufer und Idealisten zu manipulieren und zu kontrollieren. Das klappt besonders gut, wenn man den Leuten einredet, Wohlverhalten gegenüber den Autoritäten werde im Jenseits belohnt. Und wenn eine Organisation eine 2000jährige Geschichte im Verfolgen und Unterdrücken von anderen Meinungen hat und zudem diktatorisch geleitet wird, dann klappt das ganz besonders gut.

    Aber auch Müntefering/Schröder bewiesen 2003/04 in einer demokratischen Organisation, wie man ein paar huntertausend maulende Parteimitglieder unter die Knute nimmt. „Basta!“ Ein paar hunderttausen Mitglieder suchten dann auch das Weite. Aber der große Aufstand der Mitglieder, denen es nicht einfach nur um den Machterhalt ging, der blieb aus.

    Bei der Katholischen Kirche wird es nicht so schnell gehen. Aber die Erosion ist da. Die Fronleichnamprozession in meinem Dorf ist heute nur noch halb so lang als vor 20 Jahren. Heute bestimmen die Götzen Auto, Geld und Konsum die Lebenswelten, in Bayern angeheizt von einer technologiefetischistischen „christlichen“ Partei. Es ist nur noch eine Minderheit, die sich mit der Kirche indentifiziert, der Rest kümmert sich einfach nicht darum. In welche Richtung sich damit eine Gesellschaft entwickelt, lässt sich gut in Ostdeutschland beobachten.

  • Kritscher Katholik

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    Laßt Euch bloß von denen nicht einschüchtern; wenn Ihr denen den kleinen Finger gebt, greifen
    sie sofort nach der ganzen Hand.

  • W.Müller

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    Verehrte regensburg digital
    Nochmals vielen Dank (ich werde auch was spenden) für ihr Eintreten in dieser absolut gerechten Sache zur Aufdeckung dieser Kinderficker, getarnt als Diener Gottes in der Diözese Regensburg. Die Strategie des Bischofs L. Müller ist identisch mit der des Haudrauf-Bischof Mixa und der Kirche früherer Jahre. ( Da gab es noch den Blasphemie-§) Es wurde zuerst mal versucht, die Leute mit teueren Klageandrohungen einzuschüchtern, als dies Nichts half, kamen die Schwüre des Herrn Mixa in eigener Sache, völlig unschuldig zu sein. Erst nachdem eine kriminelle Sache nach der Anderen aufgedeckt wurde und in die Öffentlichkeit kam ( der Süddeutschen Zeitung sei Dank) und die Kirchenaustritte nochmals massiv anschwollen, war die Kirche endlich gezwungen in der Causa Mixa zu reagieren und dieses Ungeheuer vom Bischofsstuhl zu entfernen.
    Was ich in unserem Rechtsstaat nicht verstehe, ist die Tatsache, dass ein Rechtsstreit mit der Diözese Regensburg, im Landgericht Hamburg verhandelt werden muss. ( Da gab es schon mal einen Richter gnadenlos mit Rechtssprechung nach Gutsherrenart) Nach den Kassieren deutscher Gerichtsurteile durch den Europäischen Gerichtshof, sehe ich in dieser eindeutig durch Tatsachen bewiesenen Sachlage gegen die Diözese Regensburg beste Aussichten in der Verhandlung am 11.1.
    Dass Bischof Müller versucht seine Schuld in dieser Angelegenheit,(in der er seiner Aufsichtspflicht gegen die Kinderficker nicht nachgekommen ist und diese endgültig entfernt hat) abzustreiten ist klar. Ich hoffe für eine massive öffentliche Unterstützung der Regensbur-Digital und glaube, dass die gesamte Presse in Deutschland die Angelegenheit unterstützen wird.
    ( Verehrter Herr Bischof Müller-Dies ist kein Missbrauch der Pressefreihei. Missbrauch fand in großem Umfang vor Allem in der Diözese Regensburg durch ihre Ihnen unterstellten Diener Gottes statt)

    Voll Unterstützung für Regensburg-Digital

    W.Müller

  • W.Müller^

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    Wann zahlt die katholische Kirche endlich auch für die Missbrauchs-Priester der Diözese Regensburg.
    In USA sind schon 7 Diözesen wegen Missbrauch ihrer Priester bankrott, bei uns werden die Aufklärer angeklagt.

    „Pleite nach Missbrauchsfällen: US-Erzbistum Milwaukee beantragt Insolvenz“

    Als Folge des sexuellen Missbrauchs durch Priester hat ein weiteres US-Bistum der katholischen Kirche wegen hoher Entschädigungszahlungen Insolvenz anmelden müssen. Eine Erzdiözese in den USA hat nach Schadenersatzforderungen wegen einer Serie von Missbrauchsfällen an Kindern Insolvenz beantragt. Der Gläubigerschutz solle es der katholischen Kirchenprovinz von Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin ermöglichen, seine Verpflichtungen gegenüber den Opfern „gerecht zu erfüllen“, teilte Erzbischof Jerome Listecki am Dienstag mit. Die Erzdiözese wolle „verfügbare Mittel nutzen, um Opfer mit ungelösten Forderungen in einem von einem Gericht überwachten Prozess zu entschädigen“.
    In der Erzdiözese soll der Priester Lawrence Murphy ab den 1950er Jahren über zweieinhalb Jahrzehnte an einer Schule für Taube 200 gehörlose Jungen missbraucht haben. Die „New York Times“ hatte im vergangenen März berichtet, dass Kardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst, als Präfekt der Glaubenskongregation schon Ende der 1990er Jahre über die Missbrauchsfälle informiert wurde, aber nichts zur Aufklärung unternahm. Murphy war 1998 gestorben, ohne zur Verantwortung gezogen worden zu sein.
    Nach Finanzunterlagen der Erzdiözese aus dem vergangenen Jahr sieht sich der Kirchenbezirk 13 Klagen wegen Missbrauchs gegenüber. Versuche, Vergleiche mit Betroffenen auszuhandeln, scheiterten. Als weiterer Schlag für die Erzdiözese kam im November ein Urteil eines Berufungsgerichts in Wisconsin. Es entschied, dass sich Versicherungsunternehmen an der finanziellen Entschädigung von Missbrauchsopfern nicht beteiligen müssen. Die Erzdiözese muss die Schadenersatzforderungen damit selbst tragen.
    Seit 2002 mussten bereits sieben andere US-Diözesen wegen Missbrauchs-Entschädigungen Insolvenz anmelden. Die Skandale hatten seinerzeit die Katholiken in den USA in eine tiefe Krise gestürzt.
    Was in der demokratischen USA möglich ist, muss auch bei uns möglich sein.
    Keine Schonung mehr für die Kinderficker

    W.Müller

  • Mathilde Vietze

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    In reaktionären Kirchenkreisen gehört es zum „guten Ton“, immer dann, wenn Mißstände, welcher
    Art auch immer, aufgedeckt werden, von der „kirchenfeindlichen Presse“ zu reden, anstatt die Fehler
    bei sich selbst zu suchen. Ich habe hierzu ein Gedicht gemacht, das in der vorletzten „pipeline“ ver-
    öffentlcht wurde:

    Gerhard Ludwig macht schon wieder mal Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Gottlob ist die Presse unbequem,
    enthüllt die Mißstände im autoritäten System.
    Dadurch wird so manch‘ reaktionären Kirchenmann verwehrt,
    daß er diese unter den Teppich kehrt.

  • maddin

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    Frau Vietze,
    mir fällt da nur eins ein:

    Tataaa Tataaa…Wolle mern rein lassen…

    Stefan, viel Glück vor Gericht – zeigts Ihnen!

    Grüsse,
    Maddin

  • Donald Duck

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    an W.Müller
    Das ist in der Tat eine USamerikanische Spezialität.
    Aber langsam kommt auch in der USA die Wahrheit über die „Mißbrauch-Priester“ ans Tageslicht. Es ist nichts anderes als eien riesige Geldmaschinerie.
    Ein US-Rechtsanwalt packt aus: Die Hälfte der Mißbrauchs-Anschuldigungen gegen Priester ist entweder frei erfunden oder so aufgebauscht, daß die Sachlage keine Prozessierung wegen Kindermißbrauchs erlauben würde.

    Schade, daß so viele hierzulande noch reinfallen. Hier mal was zum Nachlesen:

    Am 15. Dezember reichte der Rechtsanwalt Donald H. Steier vor dem Los Angeles County Superior Court – dem Ober-Bezirksgericht von Los Angeles – eine zehnseitige Erklärung ein.

    Das berichtete Dave Pierre am 2. Januar auf der von den Medienbossen unabhängigen Webseite ‘newsbusters.org’. Die Erklärung ist „im Bewußtsein der Strafbarkeit des Meineides“ eingereicht.

    Bei dieser Rechtsposition steht die Person für ihre Erklärung gerade und versichert, daß sie sich der Konsequenzen bewußt ist, die bei einer Falschaussage drohen.

    Lügende Ankläger

    Rechtsanwalt Steier war in über hundert Mißbrauchs-Untersuchungen gegen katholische Kleriker involviert.

    Er kam dabei zur Erkenntnis, daß „viele Anklagen völlig falsch“ sind:

    „Ein pensionierter FBI-Beamter, der mit mir bei der Untersuchung vieler Anschuldigungen gegen Kleriker zusammenarbeitete, sagte mir, daß die Hälfte der Anschuldigungen gegen Priester entweder komplett falsch oder aufgebauscht ist und die Sachlage in diesen Fällen keine Prozessierung wegen Kindermißbrauchs erlauben würde.“

    Als Beispiel nennt Steier angeklagte Priester, die einem Lügendetektor-Test unterzogen wurden:

    „In vielen Fällen zeigte sich, daß sie eine Anklage gegen ihre Person zu Recht zurückgewiesen hatten.“

    Bei diesem Ergebnis forderte Steier die Ankläger schriftlich auf, sich ebenfalls einem Lügendetektor-Test zu unterziehen.

    Doch: „In jedem einzelnen Fall lehnte es der Ankläger ab, seine Wahrhaftigkeit durch dieses Untersuchungs-Instrument überprüfen zu lassen.“

    Gezinkte Aussagen

    Steier berichtet von Anklägern, denen erst einfiel, daß sie „mißbraucht“ worden waren, nachdem sie von anderen Personen – zum Teil Verwandten – erfahren hatten, die von katholischen Institutionen Geld erhielten.

    Er erlebte auch „viele Fälle“, bei denen sich die Erzählungen der Ankläger im Laufe der Zeit stark veränderten.

    Diese Änderungen betrafen die Zeit, den Ort und die angeblichen Handlungen des angeblichen Täters.

    Interessant dabei: „In jedem Fall führten die veränderten Versionen dazu, daß die Anklage gegen meine Klienten erst ermöglicht oder verschärft oder der angeblichen Schaden drastisch erhöht wurde.“

    Immer der gleiche „Sachverständige“

    Steier betont, daß falsche Erinnerungen durch verschiedene psychologische Verfahren in angebliche Opfer eingepflanzt oder in diesen erzeugt werden können – „insbesondere durch Therapeuten, die man als »Opferanwälte«, wenn nicht gar als »regelrechte Scharlatane« bezeichnen könnte.“

    In diesem Zusammenhang erwähnt Steier die sogenannten „Certificates of Merit“.

    Es handelt sich um die Erklärung eines Therapeuten, die im US-Bundesstaat Kalifornien notwenig ist, bevor in einem Mißbrauchsfall Klage erhoben werden kann.

    In Kalifornien wurden im Rahmen des Mißbrauchs-Hoax etwa 700 solcher Zertifikate eingereicht.

    Die meisten von ihnen waren – so Steier – immer vom gleichen Therapeuten unterzeichnet.

    Die Fabrikation falscher Anklagen ist einfach

    Steier kritisiert auch die militante sogenannte Opfer-Organisation ‘Survivors Network of Those Abused by Priests’.

    Diese umstrittene Organisation unterhält eine Webseite mit einem Forum, wo angebliche Opfer sich über spezifische angebliche Täter und deren Vorgangsweise austauschen können.

    Steier kommentiert: „Eine Person, die einem Priester einen sexuellen Mißbrauch anhängen will, braucht nur auf diese Webseite zu gehen. Dort wird er eine Vorlage von faktischen Anklagen finden, die er vorbringen kann und die mit den Anklagen andere übereinstimmt.“

    Erwartungsgemäß reagierte die Organisation nicht mit einer Gegendarstellung, sondern mit einem wütenden persönlichen Empörungs-Ablenkungsmanöver gegen den Rechtsanwalt.

    Geld statt Wahrheit

    Bereits im Jahr 2005 erklärte die Journalistin Dorothy Rabinowitz in der Tageszeitung ‘Wall Street Journal’:

    „Man hat inzwischen verstanden, daß ein riesiger Betrug mit Personenschaden-Rechtsanwälten vorliegt.

    Was als ernsthafte Anstrengung begann hat sich heute zu einer riesigen Geldmach-Maschinerie entwickelt.“

  • domiNO

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    Ich wünsche für die Verhandlung viel Erfolg und hoffe, dass das Urteil in unserem Sinne ausgeht.

    Vor Überraschungen sind wir nicht gefeit, denn wie es so schön heißt, vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
    Was wäre die Alternative – würde der Weiterbetrieb dieser Seite überhaupt noch Sinn machen, wenn naheliegende Schlussfolgerungen einfach so verboten werden können?

    Da hoffe ich doch, dass wir diese Frage gar nicht beantworten müssen.

    Ich sehe mich in diesem Punkt mit der überwältigenden Mehrheit der Poster in diesem Forum an einem Strang ziehen, das wäre aber nur ein schwacher Trost!

  • Donald Duck

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    Noch eine kleine Randbemerkung an W. Müller:
    anscheinend sind Sie auch ein Medien-Gläubiger?

    Als 2002 die katholische Kirche in den USA von Missbrauchsfällen erschüttert wurde, veröffentlichte die Zeitung „Christian Science Monitor“ Ergebnisse einer Untersuchung, wonach die Quote pädophiler Seelsorger und Kirchenmitarbeiter in den protestantischen Kirchen der USA um zwei bis drei Prozent höher liegt als in der katholischen Kirche. (Übrigens: Protestantische Pastoren leben bekanntlich nicht zölibatär!) Die protestantischen Kirchen Amerikas sind also noch zu einem höheren Anteil von Pädophilie betroffen als die Katholische Kirche in den USA. Skandalisiert wurden in den USA trotzdem nur die Katholische Kirche!

    In Deutschland ist die Situation auch nicht viel anders: Die mediale Skandalisierung richtet sich nur auf die katholische KIrche… Von den rund 15.000 Kindesmißbrauchsfällen (Landeskriminalämter rechnen mittlerweile mit über 200.000 Fällen jährlich) die pro Jahr staatsanwaltlich in Deutschland erfasst werden, spielten sich die wenigsten in einem kirchlichen Rahmen ab. Aber trotzdem muß die katholische Kirche für dieses Gesamtgesellschaftlichen Problem als Sündenbock dienen. Die mediale Berichterstattung ist schlicht und einfach hetzerisch!

    Kleines Beispiel dazu: So titelte die „Frankfurter Rundschau“ in einem Beitrag „Was wusste Ratzinger? Papst soll zu Odenwald Stellung beziehen“. Ein kleines Detail am Rande hat die Zeitung allerdings übersehen: Die Odenwald-Schule entstammt aus der „reformpädagogischen Bewegung“ am Beginn des 20 Jahrhunderts und hat mit der Kath. Kirche überhaupt nichts zu tun…

    Se xueller Missbrauch ist mit Sicherheit im Fall katholischer Geistlicher besonders tragisch und verletzend aufgrund des Anspruches, welches das Amt des Priesters in der Nachfolge Christi erhebt. Aber das Problem des Kindesmißbrauchs nur auf katholische Priester zu fokusieren ist heuhlerisch. Vielmehr müßte die Gesellschaft und vorallem die sogenannten „Experten“ sich fragen was die sogenannte „Kulturrevolution“ der 68-er mit ihrer „s exu ellen Befreiung“ gebracht hat: Eine Gesellschaft, in der Kauf- Rauschgift- und Se x ualsucht boomen, in der die Familie – als Programm! – immer mehr zur Auflösung gebracht worden ist, S extourismus mit weltweit Zigtausende mißbrauchte Kinder, Jugendliche und Frauen… Die, die nun am meistens schreien und mit dem Finger empört auf die Katholische Kirche zeigen, sind aber genau diese sogenannte „alt-68-er „. Daß diese „alt-68-er“ in den 70-er und 80-er selber Päd ophile hätschelten, so z. B. die Grünen 1985 sogar im Vorfeld der Landtagswahlen in NRW für die Legalisierung der Pädo philie kämpften, wird dabei verschwiegen. Anderes Beispiel: So erklärte 1970 der angesehene Se xu alwissenschaftler Eberhard Schorsch, unwidersprochen bei einer Anhörung im Deutschen Bundestag: „Ein gesundes Kind in einer intakten Umgebung verarbeitet nichtgewalttätige se xuelle Erlebnisse ohne negative Dauerfolgen.“ Noch im Jahr 1989 erschien im renommierten ‘Deutschen Ärzteverlag’ ein Buch, das offen für die Erlaubnis kinderschänderischer Kontakten warb. In diesen Zeiten wurde insbesondere die katholische Se xu almoral als repressives Hemmnis für die „Emanzipation der kindlichen Se xu alität“ bekämpft.
    Noch ein Beispiel: Der „Europagrüne“ Daniel Cohn-Bendit am Abend des 23. April 1982 in einer Diskussions-Sendung auf dem französischen Fernsehsender „Antenne 2“ u. a. Sätze wie diese von sich gibt: „Wissen Sie, wenn ein kleines fünf-fünfeinhalbjähriges Mädchen sie auszuziehen beginnt, ist das fantastisch. Es ist fantastisch, weil es ein Spiel ist, ein wahnsinnig er otisches Spiel.
    Im Juli schrieb auch „der „Spiegel“ sehr wohlwollende Artikel zum Thema Pädophilie schrieb .
    Interessant auch: Die Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger ist führendes Mitglied der atheistischen Organisation „Humanistische Union“, die in einem Beschluß des Jahres 2000 bedauert, daß das deutsche S e xual – und Jugendstrafrecht Kinder und Jugendliche schützt. Die „Hum. Union“ betrachtet die – Zitat – „Unterstellung“, daß se xu elle Beziehungen unter altersungleichen Hom ose xuellen von vornherein und typischerweise gewaltbesetzt und erzwungen sind als „fiktiv“. Auf der Basis dieser „verzerrten Wirklichkeitsdarstellung“ würde eine „geradezu kreuzzugartige Kampagne gegen Pädophile“ geführt.

    Laute Widersprüche, die keinem Journalisten auffallen. Wieso?

  • Immanuel K. Anti

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    @Donald Duck

    Vielen Dank für Ihre tiefen Einblicke in katholisch-konservative Denkweisen.

    Der Artikel in der Frankfurter Runschau handelt tatsächlich nicht von der Odenwaldschule. Offenbar hat jemand in der Redakion geistesabwesend „Odenwald“ statt „Missbrauch“ getippt. Der Fehler wurde nach wenigen Stunden korrigiert, was kath.net aber nicht daran hindert, eine Verschwörung der Medien zu konstruieren:
    http://www.kath.net/detail.php?id=25902&print=yes

    newsbuster.org ist laut englische Wikipedia eine konservative PR-Vereinigung. Geld bekommt sie unter anderem von ExxonMobile. Unabhängig das nicht gerade.
    Wenn ich den von Ihnen angeführten Artikel lese (http://newsbusters.org/blogs/dave-pierre/2011/01/02/wheres-media-la-atty-declares-many-abuse-accusations-against-catholic-p), dann stoße ich auf den folgenden Satz:
    „Yes, Catholic priests terribly abused minors, and bishops failed to stop the harm. That’s an undeniable truth. There are few crimes that revolt more than sexual abuse. The abuse of minors is a dark episode that the Church will forever have to live with.“

    Ich helfe Ihnen gern dabei, ihn zu übersetzen und erkläre Ihnen auch gerne, wie sehr „undeniable truth“ im Widerspruch zu Ihren Ausführungen steht.

  • Immanuel K. Anti

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    @Donald Duck

    Nachtrag:
    Interessant ist es auch, nachzuprüfen, was Sie von der Humanistischen Union zitieren.
    Nachzulesen sind die Originalzitate hier: http://www.humanistische-union.de/aktuelles/aktuelles_detail/back/aktuelles/article/sexualpolitik-in-der-humanistischen-union/

    Wichtig ist vor Allem der Gesamtzusammenhang (einleitender Absatz), interessant ist es dann im Detail, wie Sie hier falsch zitieren, indem Sie Ihre Auslassungen nicht korrrekt durch (…) kennzeichnen und nicht wiedergeben, dass darauf jeweils ein Absatz folgt, in welchem den angeführten Thesen klar widersprochen wird bzw. begründet wird, warum hier noch diskutiert werden muss.

    Ihre Täterhitparade („Dieses Jahr die Nummer eins: Die Protestanten! Dicht dran mit nur drei Punkten Abstand…“) ist geschmacklos und tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Es geht nach wie vor um die Haltung der katholischen Kirche zu einem – wie Sie ja selber zugeben – gesamtgesellschaftlichen Problem. Vertuschen oder auf die Anderen zeigen bringt da nichts.

  • W.Müller

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    Verehrter Donald Duck
    Erstmals vielen Dank an Immanuel K.Anti für seine ausgezeichnete Argumentation gegen ihre Ausführungen. Leider hatte ich noch vergessen zu erwähnen, dass eine weitere bedeutende katholische elitäre Organisation in USA, der Jesuiten-Orden, wegen des massiven Missbrauches ihrer Schutzbefohlenen und der daraus folgenden Schadensersatzzahlungen, Konkurs anmelden mussten. Sie werden doch hoffentlich nicht ernsthaft behaupten wollen, dass diese mächtige Organisation für angeblich ungerechtfertigte Vorwürfe derart hohe Zahlungen geleistet hat, und damit Bankrott ging. Sie benutzen genau die gleiche Strategie wie die Kirche seit Jahrhunderten, den sofortigen Gegenangriff ( früher wurden Kritiker als Ketzer bezeichnet und in der Öffentlichkeit, zur Abschreckung der Schafe, verbrannt)
    Bei ihnen werden die evangelische Kirche und die Humanistische Union (der Hauptfeind) zur Ablenkung eigener Verfehlungen, vorgeschoben.
    Jeder der die Katholische Kirche kennt, weiß mit welcher Aggressivität sie gegen jegliche Angriffe, ob gerechtfertigt oder nicht, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vorgeht. (siehe Vorgehen gegen regensburg-digital) Geld spielt dabei keine Rolle. Dass es bei den Schadensersatzforderungen in USA Trittbettfahrer gibt, ist doch selbstverständlich. Dass die Katholische Kirche wegen solcher ungerechtfertigter Ansprüche Konkurs anmelden musste, ist absolut unglaubhaft.. Mit ihren Behauptungen sprechen sie der USA praktisch den Status eines Rechtsstaates ab, obwohl dort der Tatbestand der Unzucht mit Abhängigen (Kindern ) im Gegensatz zu uns in Deutschland, ausnahmslos hart bestraft wird. Bei uns in der BRD hat die demographiefeindliche Katholische Kirche seit Jahrhunderten absolute Narrenfreiheit. Wenn mal ein Diener Gottes erwischt wird, wird in den meisten Fällen mit den Eltern direkt verhandelt und mit entsprechendem Druck und geringen Geldbeträgen, die schweinischen Angelegenheiten aus der Welt geschafft. (siehe Ausführungen regensburg-digital)
    Wann gibt es die ersten Verurteilungen von Missbrauchspriestern und wirkliche Entschädigungen in der Diözese Regensburg? Kein Pardon mehr mit den Kinderfickern
    Danke fürs Lesen
    W.Müller

  • Immanuel K. Anti

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    @Donald Duck

    Nachtrag, die zweite:

    Sie sprechen bei Ihrem Rundumschlag gegen die seit 68 errungenen Fortschritte von „Pädophilie“ – und sind sich nicht darüber bewußt, dass dieser Begriff seit längerem nicht mehr verwendet wird, da er wörtlich „Liebe zu Kindern“ bedeutet und somit im Zusammenhang mit Verbrechen an Kindern vollkommen unangebracht ist.

    Man ist sich unter Grünen/Linken/68ern sehr wohl inzwischen darüber im Klaren, dass die sexuelle Revolution unter anderem von Pädosexuellen dazu missbraucht wurde, ihre Taten zu rechtfertigen und darüber hinaus im Klima von reformpädagogischen Einrichtungen neue Opfer auszubeuten. Gerne können Sie sich am Beipiel der Odenwaldschule auf der online-Ausgabe der taz einlesen: http://taz.de/1/archiv/detailsuche/?tx_hptazsearch_pi1%5Bsearch_term%5D=odenwaldschule&tx_hptazsearch_pi2%5Bsubmit_button%5D.x=0&tx_hptazsearch_pi2%5Bsubmit_button%5D.y=0

    Sie können sich als Katholik gerne daran ein Beispiel nehmen, wie man Fehler eingesteht, aufarbeitet und so in Zukunft zu verhindern sucht.

  • Nics Bloghaus

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    Prozessbeginn: regensburg-digital ./. Diözese Regensburg…

    Der Versuch der Diözese Regensburg, dem Blog “regensburg-digital” einen Maulkorb zu verpassen, war hier schon mehrfach Thema. (siehe Links am Ende des Textes.) Heute findet vor dem Landgericht in Hamburg die Verhandlung statt. Der hpd …

  • peter sturm

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    die verdi personengruppe „freie und selbständige“ solidarisiert sich mit regensburg-digital.de und stefan aigner.
    hier geht’s zu unserer erklärung: https://oberpfalz.verdi.de/2011/pressefreiheit

  • traumatisiert

    |

    Ich finde es schade, dass diese Auseinandersetzung sein muss. Mit Regensburg verbinden mich eigentlich andere, poitivere Erinnerungen im Zusammenhang mit kirchlichen Missbrauchsopfern. Ich selber gehöre dazu, wurde als Kind in kirchlichen Einrichtungen schwer verletzt, sexuell missbraucht und traumatisiert. Aber im vergangenen Jahr habe ich in einer Regensburger Spezialtagesklinik für kirchliche Missbrauchsopfer Heilung erfahren, ins Leben zurückgefunden – bezahlt durch die katholische Kirche. Es gibt also nicht nur Negatives in diesem Zusammenhang zu berichten.

  • Werner Stern

    |

    @ traumatisiert
    schön, dass Sie in dem dem Erlebten nicht nur „Negatives“ berichtet sehen wollen!

    Was aber ist es genau in den Bemühungen um Wege zur „Heilung“ durch die Verursacher des Missbrauchs, als dass man mehr darüber verlieren müsste, als ein ‚das ist ja wohl das Allermindeste an Hilfeleistung für die Betroffenen auf dem Weg zurück in die „Normalität“?‘

    Vielleicht können Sie ja als erklärtes „Opfer“ mir noch einmal genauer erklären, was für Sie an der ganzen Angelegenheit „Positiv“ war.

  • traumatisiert

    |

    @Werner Stern: Was ist ein „erklärtes“ Opfer? Gibt es auch „unerklärte“ Opfer?

    Was meine positiven Erinnerungen an meine Zeit in der Regensburger Klinik sind? Nun, ich habe mich endlich befreien können von dem, was mich 38 Jahre gehindert hat, Lebensfreude zu empfinden. Und ich habe mein Vertrauen und Glauben an Gottes Liebe wiedergefunden. Wenn das nicht Grund genug ist für mich, an Regensburg auch positive Erinnerungen zu haben?

  • Werner Stern

    |

    @traumatisiert:
    ich meine ja. Ich denke die „unerklärten“ Opfer wären all jene, die z. B. aus Scham (noch?) nicht wie Sie offen damit umgehen können und wollen. Und solche wird es, das kann man nicht ausschließen, geben.

    Ich kann und will ja ihren Ausführungen insofern folgen, als dass Sie den Teil, der ihren Klinikaufenthalt verursachte, hier ausgeblendet sehen wollen. Und es sehr schön, wenn sie das positiv sehen können!

    Aber meiner Meinung nach bleibt es eben nur die eine, wenn Sie so wollen, die bessere Hälfte der Geschichte. Und es ist selbstverständlich Ihr gutes Recht, mit Ihren Erfahrungen so umzugehen, wie sie es tun! Die Auseinandersetzung, die sie in ihrem Beitrag um 15:18 bedauern, ist aber dadurch entstanden, dass die Verantwortlichen für die andere Hälfte „solcher“ Geschichten von Opfern, wie Sie sich dazu bekennen, meinen, Sie hätten ein Anrecht darauf, dass über diesen Teil der Geschichte (und ich spreche hier ausdrücklich nicht von Ihnen!) nicht berichtet werden dürfe.

    Selbstverständlich wünsche ich Ihnen viele positive Erinnerungen an Regensburg!

  • Rena

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    @ traumatisiert
    Ich finde es schön,dass Sie sich mit sich selber auseinander gesetzt haben.Denken Sie bitte auch daran das es Betroffene gibt,die noch nicht soweit wie Sie sind,die Ihre Zeit brauchen.

    Sicher ist es richtig,dass die k.Kirche nicht nur negatives an sich hat.Könnte es sein, dass Sie ein bisschen Werbung für die Regensburger Spezialklinik für kirchliche Missbrauchsopfer machen?Wer möchte kann dort jederzeit Therapie machen und die k. Kirche bezahlt.

  • traumatisiert

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    @Rena: Sie schreiben: „Sicher ist es richtig,dass die k.Kirche nicht nur negatives an sich hat.“

    Dazu habe ich mich gar nicht geäussert. Ich habe meine positiven Erinnerungen an der Stadt Regensburg festgemacht. Kann es sein, dass Sie so verbrasst auf die katholische Kirche sind, dass Sie ein Plädoyer für die k. Kirche rausgelesen haben, wo gar keines stand?

    @Rena: Sie schreiben: „Könnte es sein, dass Sie ein bisschen Werbung für die Regensburger Spezialklinik für kirchliche Missbrauchsopfer machen?Wer möchte kann dort jederzeit Therapie machen und die k. Kirche bezahlt.“

    Ja, könnte ich machen. Wenn ich den Namen genannt hätte. Habe ich aber nicht. Kann es sein, dass Sie Kritik suchen, wo gar keine ist?

    @Rena: Sie schreiben: „Denken Sie bitte auch daran das es Betroffene gibt,die noch nicht soweit wie Sie sind,die Ihre Zeit brauchen.“

    Warum diese Ermahnung? Mit welcher Äußerung habe ich den Betroffenen, die noch nicht soweit wie ich bin und die ihre Zeit brauchen, dies abgesprochen? Der bloße Umstand, dass ich berichtet habe, dass ich in der Klinik Heilung erfahren habe, schmerzt Sie so?

    @Werner Stern: Sie schreiben: „Ich kann und will ja ihren Ausführungen insofern folgen, als dass Sie den Teil, der ihren Klinikaufenthalt verursachte, hier ausgeblendet sehen wollen.“

    Davon habe ich kein Wort geschrieben. Im Gegenteil, ich habe kein Blatt vor den Mund genommen, den Teil, der meinen Klinikaufenthalt verursachte, hier in aller Deutlichkeit zu benennen.

    Kann es sein, dass dieser eine kleine Satz von mir, dass es „in dem Zusammenhang nicht nur Negatives zu berichtet gibt“ hier einige so sehr retraumatisiert hat, dass sie jeden, der nicht richtig böse über die Kirche schreibt, am liebsten gleich dem katholische Kirchenlager zuschlagen?

    Oder – steckt was anderes dahinter?

    Denn bei allem Verständnis für das, was Euch (vielleicht) angetan wurde – das wurde es mir auch! Die Frage ist aber berechtigt, ob Ihr überhaupt selber Betroffene seid?! Denn sonst wäre es Missbrauch mit dem Missbrauch, wenn Leute, die selber gar keine Leiderfahrungen mit der Kirche gemacht haben, das Leid anderer Menschen dafür hernehmen, um ihren möglicherweise völlig anders motivierten Kampf gegen die Kirche zu „legitimieren“. Auch das ist eine Frage von mir, keine Behauptung. Dazu könnt Ihr (die Angesprochenen) ja erst mal Stellung nehmen. Diese Frage aufgeworfen haben Eure Reaktionen, die „Kirche“ bei mir reininterpretiert haben, wo ich gar keine „Kirche“ geschrieben habe. Das macht schon stutzig.

  • Rena

    |

    Sind es Ihre Erfahrungen mit der Spezialklinik in Regensburg die Sie bei dem Verein gegen-missbrauch ausführlich beschrieben haben(da gleicher Nick)Mit einem direkten Link zur „Klinik“.
    Stimmt den Namen der Klinik haben Sie nicht genannt!

    2.Aber im vergangenen Jahr habe ich in einer Regensburger Spezialtagesklinik für kirchliche Missbrauchsopfer Heilung erfahren, ins Leben zurückgefunden – bezahlt durch die katholische Kirche. Es gibt also nicht nur Negatives in diesem Zusammenhang zu berichten.
    ——————————————————
    Hört sich für mich schon wie ein Plädoyer für die Kirche an,eben nur für mich.

    3.Warum diese Ermahnung? Mit welcher Äußerung habe ich den Betroffenen, die noch nicht soweit wie ich bin und die ihre Zeit brauchen, dies abgesprochen? Der bloße Umstand, dass ich berichtet habe, dass ich in der Klinik Heilung erfahren habe, schmerzt Sie so?
    ————————————————————-
    Sicher haben Sie das Recht,Ihre positiven Erfahrungen mit der Klinik in dem sie „Heilung“ erfahren haben,so offen wie möglich mitzuteilen.Ich habe zwar noch Schmerzen in meinem Körper,allerdings schmerzt es mich nicht,dass Sie „Heilung“ erfahren haben.
    ————————————————————–
    4.Die Frage ist aber berechtigt, ob Ihr überhaupt selber Betroffene seid?!
    Also ich für mich kann Ihnen versichern,dass ich eine Betroffene bin!
    ——————————————————————–
    5.Kann es sein, dass dieser eine kleine Satz von mir, dass es “in dem Zusammenhang nicht nur Negatives zu berichtet gibt” hier einige so sehr retraumatisiert hat, dass sie jeden, der nicht richtig böse über die Kirche schreibt, am liebsten gleich dem katholische Kirchenlager zuschlagen?
    ————————————-
    Ich bin nicht retraumatisiert!
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    Was ich noch fragen möchte,wenn Sie „Heilung“ erfahren haben,warum nennen Sie sich dann“traumatisiert“?

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  • traumatisiert

    |

    @Rena: Ja, in dem von Ihnen genannten Board gibt es viele Betroffene, denen ein Erfahrungsbericht aus einer Klinik helfen und Mut machen kann. Dort habe ich die Klinik benannt, hier nicht. Hier gehört das nicht hin. Den Link hier habe ich nicht reingesetzt.

    Nun wird mir aber klar, warum Sie mich ermahnt haben, den anderen Betroffenen doch mehr Zeit zu lassen. Sie haben in anderen Boards schon Beiträge von mir gelesen, und auch die Diskussion anderer User dort, denen es Schmerz bereitet hat, dass jemand, der vor „zu ihnen gehört hat“, nun von seinem Genesungsfortschritt berichtet. Also haben Sie Ihren Eindruck von einem ganz anderen Board hier hinein getragen – denn was ich hier geschrieben habe, gibt zu Ihrer Ermahnung keinen Anlass.

    Eine ganz interessante Demonstration, wie Retraumatisierungen funktionieren. Und damit möchte ich auch Ihre weitere Frage beantworten, die ja auch in dem anderen Board gestellt worden ist, nämlich ob allein die weitere Verwendung meines Usernamens nicht andere User berechtigt, meinen Genesungsfortschritt in Frage zu stellen. Auch das ist aus einem anderen Board hierher rübergeschwappt.

    Die Traumatisierung bleibt lebenslang! Ebenso wie die zugrundeliegenden Verletzungen. Schliesslich habe ich bleibende körperliche Schäden davon getragen, durch Misshandlungen, sexuelle Folter und sexuellen Missbrauch. Was in einer intensiv-traumatologischen Klinikbehandlung erreicht wird, ist, dass die Traumata erkannt werden. Vorallem aber, welche automatisch ablaufenden Reaktionsweisen sie im nachfolgenden Leben verursacht haben. Wenn man die „Sprungfedern“ seiner automatisch auffahrenden „Schubladen“ kennt, in die man seine täglichen Eindrücke reinpackt, kann man viel eigenbestimmter handeln, und wird nicht mehr so sehr von unterbewußten Reaktionsweisen fremdbestimmt. Auch löst sich der diffuse Nebel eines Allerwelts- und Generalschmerzes auf in einzelne, auf konkrete Dinge festmachbare Situationen, mit denen ich nun umgehen kann. Ein solcher Zugewinn an Autonomie schafft enorme Erleichterung und Lebensfreude. Gleichzeitig ist und bleibt es eine lebenslange Auseinandersetzung mit den Traumatisierungen. Die bleiben also, nur dass sie Stück für Stück mehr in der Vergangenheit bleiben können, und sich nicht ständig in der Gegenwart aktualisieren.

    Ich hoffe, ich habe ein wenig zum Verständnis beitragen können. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, schreiben Sie mir doch einfach eine Email unter traumatisiert@wolke7.net – denn hier würde es den Rahmen des allgemeinen Interesses sprengen.

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