Abgehört

„Super“-Angebote am Telefon

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Wie eng waren die Verflechtungen zwischen dem Volker Tretzel und Joachim Wolbergs? Am Telefon sprachen der Bauträger und der Oberbürgermeister recht freimütig über dubios anmutende Geschäfte – selbst nach Beginn der Ermittlungen.

Tritt wieder öffentlich auf: OB Wolbergs. Foto: Archiv/ Staudinger

Tritt wieder öffentlich auf: OB Wolbergs. Foto: Archiv/ Staudinger

Sie müssen sich sehr sicher gefühlt haben. Nach Informationen von regensburg-digital führten der Bauträger Volker Tretzel und Oberbürgermeister Joachim Wolbergs noch Ende 2016 Telefonate, in denen sie offen über dubios anmutende Vereinbarungen sprachen. Damals liefen die Ermittlungen wegen der Spendenaffäre bereits seit einigen Monaten, offiziell allerdings „nur“ wegen Vorteilsannahme bzw. -gewährung und noch nicht, wie schließlich im Januar bekannt wurde, wegen des dringenden Tatverdachts der Bestechung.

Wolbergs soll, mit Unterstützung seines Vorgängers Hans Schaidinger und des damaligen SPD-Fraktionschefs Norbert Hartl dafür gesorgt haben, dass Tretzel den Zuschlag für die Nibelungenkaserne bekam. Nach Unterlagen, die unserer Redaktion vorliegen, versprach der 74jährige sich davon einen Gewinn von 26 Millionen Euro. Im Gegenzug soll Tretzel Wolbergs bestochen haben – mit Parteispenden von annähernd 500.000 Euro, Sponsoring für den SSV Jahn in Millionenhöhe und geldwerten Vorteilen für Wolbergs und dessen privates Umfeld von rund 80.000 Euro.

Wolbergs versprach Einsatz für Tretzel-Bebauung

Im Oktober und November sprachen Wolbergs und Tretzel allen Ermittlungen zum Trotz über ein weiteres Grundstücksgeschäft im Stadtwesten von Regensburg. Die Staatsanwaltschaft interessiert sich dabei insbesondere für drei Telefonate, welche die beiden geführt haben, die im Zuge der Ermittlungen aufgezeichnet wurden und die auch in den Haftbefehlen gegen Wolbergs und Tretzel ausdrücklich erwähnt werden.

In einem ersten, Ende Oktober, soll Wolbergs Tretzel zugesichert haben, sich auch künftig dafür einsetzen, dass das Bauteam Tretzel die Restflächen am Roten-Brach-Weg bebauen könne. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Fläche derzeit noch um Gewerbegebiet. Zwar hat der Stadtrat Anfang 2016 beschlossen, eine Änderung dieses und zweier weiterer Bebauungspläne zu prüfen. Allerdings ist dieses Verfahren noch nicht abgeschlossen. In einem weiteren Gespräch – etwa einen Monat später – soll Wolbergs ein Angebot von Tretzel, ihm „unter die Arme zu greifen“ mit einem lapidaren „super“ beantwortet haben.

Tretzel verspricht 200.000 Euro

Wiederum eine gute Woche später soll Tretzel Wolbergs am Telefon erläutert haben, dass er die betreffenden Flächen zum Schein an seine Mitarbeiter verkaufen und selbst über einem heimlich zu zahlenden Erbbauzins profitieren werde. Dann, so Tretzel weiter, brauche er nichts mehr von Wolbergs und dann erhalte dieser die 200.000 Euro, die diesem noch fehlen würden.

Möglicherweise handelt es sich bei dieser, in dem Telefonat erwähnten Summe um den Kredit, den das Ehepaar Wolbergs aufgenommen und an dessen Ortsverband weitergereicht hat, um das Defizit bei den Kosten für den OB-Wahlkampf zu decken. Unklar ist, ob Wolbergs dieses Angebot schließlich angenommen hat.

„Einseitige Interpretationen“

Wolbergs‘ Strafverteidiger Peter Witting reagiert verärgert auf unsere Anfrage. In seiner Antwort-Mail spricht er von „Halbwissen“, „einseitigen Interpretationen“ und davon, dass die uns vorliegenden Informationen „in einem völlig falschen Zusammenhang gestellt“ würden. Zudem erwähnt Witting einen einstimmigen Stadtratsbeschluss zur Wohnbebauung der Restflächen am Roten-Brach-Weg, der im Zuge eines „Nachverdichtungsprogramms Wohnen“ gefasst worden sei.

Offenbar handelt es sich dabei um den oben erwähnten Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans Rennplatz Nord und zweier weiterer Bebauungspläne. Dieses Verfahren ist allerdings – wie ebenfalls bereits erwähnt – noch nicht abgeschlossen. Ob Wohnbebauung auf dieser und den zwei weiterer Flächen möglich sei, bleibe „vertiefenden Untersuchungen vorbehalten“, heißt es in dem – tatsächlich einstimmigen – Stadtratsbeschluss ausdrücklich.

„Unverschämt“

Tretzels Medienanwalt Dr. Till Dunckel vertröstet uns über mehrere Tage mit einer Antwort, stellt uns, nachdem wir nachgehakt haben, einige Rückfragen und antwortet schließlich gar nicht mehr.

Stattdessen erhalten wir eine Pressemitteilung von Tretzels Anwaltsteam anlässlich von dessen Freilassung, in der unter anderem davon die Rede ist, dass Tretzel vorgeworfen werde, dass seine „seit Jahrzehnten und in erheblichem Umfang an verschiedene soziale, sportliche und kirchliche Einrichtungen geleisteten Spenden (…) nichts Anderes als verkappte Bestechungsgelder“ seien und wie „unverschämt“ dies sei.

Tatsächlich wurde dieser Vorwurf so nie erhoben und was Tretzels Unterstützung für die sportliche Einrichtung SSV Jahn betrifft, bleibt zu erwähnen, dass es sich dabei im Wesentlichen nicht um Spenden, sondern um den Kauf von Anteilen an der Kapitalgesellschaft des Fußballvereins handelt. An dieser SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KG hält Tretzel nach aktuellem Kenntnisstand rund 7,2 Millionen Euro, knapp 90 Prozent.

Tretzel-Vorhaben und die notwendige Jahn-Million

In einem Schreiben aus dem Jahr 2015, das an zwei leitende Mitarbeiter der Stadtverwaltung gerichtet ist, stellt Tretzel sein Engagement beim SSV Jahn ausdrücklich in Zusammenhang mit Forderungen für eines seiner Bauvorhaben. Anders ließe sich die eine Million, die der Verein jährlich von ihm benötige nicht erwirtschaften. Die beiden Mitarbeiter bestreiten, dieses Schreiben jemals erhalten zu haben. Von einem „Entwurf“ ist die Rede. Doch nach Erkenntnissen der Ermittler soll Tretzel diesen Entwurf zumindest an Joachim Wolbergs und Norbert Hartl geschickt haben, versehen mit der Frage, ob das inhaltlich so passen würde…

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Kommentare (40)

  • Christian

    |

    Gilt bei Telefonangeboten nicht ein Widerrufsrecht?

  • Dieter

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    Danke, endlich traut sich jemand die Vorwürfe zu konkretisieren.
    In den Haftbefehlen stehen bestimmt noch das ein oder andere pikante Detail drin…
    Alles ein Armutszeugnis.

  • Giesinger

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    Es war gerade wieder Thema auf BR1 sowie den Nachrichten dort.
    Ich weiß ja nicht, was der Auftritt in Regenstauf sollte. Es hat sich dazu auch noch kein Teilnehmer offiziell geaüßert. Haben die auch langsam Angst um ihren Wolbergs?
    Auf dem BR-Photo sieht er schlecht aus, auf dem Photo vom Neujahrs-Empfang sah er sauschlecht aus. Sollten ihn seine Verteidiger nicht lieber auf der Krankenstation in Straubing belassen haben? Nicht, daß er demnächst noch von roten Elephanten erzählt. Das würde ich bestimmt nicht wollen. ( Er auch nicht)

    Giesinger

  • Markus Frowein

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    Mein Herz geht richtig auf, wenn ich das alles lese. So viel Unverschämtheit habe ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Geil, so eine Mentalität. Klatschen …

  • giesinger

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    „geäußert“ sowie „rosa“ gegen rot wäre auszubessern.

  • giesinger

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    Obwohl… die roten Elephanten passen hier tatsächlich besser zur verschrobenen SED/USPD- Knast-Aussitz-Theorie.

  • Schwalbe

    |

    Ich hoffe, dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert; und ich wünsche mir, dass er es nicht sei und dass das alles nicht wahr ist.
    Mal gesetzt den Fall, das stimmt so: da hilft es nicht, zu sagen, der Schaidinger hat damit angefangen, anderswo ist es genauso und die csu ist noch schlimmer – mag ja alles sein, ändert aber nichts an der Verkommenheit und Erbärmlichkeit der handelnden Personen (echte „Macher“ allesamt).
    Das mit dem Jahn habe ich so noch nicht gehört. Heißt das, der Jahn gehört (zu 90%) der Firma Tretzel? Wenn Tretzel den Jahn in Zukunft nicht mehr für die geschilderten Zwecke braucht, was macht er dann mit seinen Anteilen? Kaum anzunehmen, dass irgendjemand Geld für sowas ausgibt (außer evtl. die Stadt Regensburg) und die jährliche million fehlt auch, vielleicht wird dieser sog. „Verein“ dann endlich abgewickelt. Und das schöne Stadion könnte man bereithalten für den nächsten Papstbesuch, im Jahre 2956 müsste es ja schon wieder so weit sein.

  • hörmann

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    Leute, meiner Ansicht nach bahnt sich hier eine absolute menschliche Katastrophe an. Es sei ihm, dem Wolli, bitte geholfen!

  • Leser

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    Laut veröffentlichtem Jahresabschluss der Bauteam Tretzel GmbH (Geschäftsjahr 2015) hält die Firma nicht 7,2 Millionen, sondern 8.190.000,00 Euro und 90 Prozent der Anteile der SSV Jahn 2000 Regensburg GmbH & Co. KGaA.

    Mag jetzt rechthaberisch klingen, aber eine Million mehr ist eine Million mehr :)

  • Momo

    |

    Warum leaked es denn nur bei Wolbergs?
    Es gibt die letzten 20 Jahre genügend skandalöse Bauprojekte in Regensburg aber bei unserem Großen Medienhaus gilt: CSU forever !!!
    Wie viel 100 Millionen Schaden ist unsere Stadt dadurch wohl entstanden ?
    Und ein Canon Bürgern und Firmen die eben keine Baugenehmigungen bekommen haben .
    Kubatur ist übrigens der Umbaute Raum in m3.
    Das ist wohl die lächerlichste Aussage eines Planungsamtes in der Geschichte der Menschheit.
    Die Triebfeder Diese Gefälligkeitsbewilligungen dürfte bei den Mitarbeitern wohl die blanke angst vor einem Widerspruch gewesen sein .
    Die die im Zentrum der Macht stehen sehen diese als völlig normal an und rede natürlich vollkommen frei über ihre Pläne bei Ihnen jede Art von Unrechtsbewusstsein völlig abhandengekommen ist .
    Ein T oder ein Mafia Boss sagt: ich hab doch Millionen gespendet was wollt ihr überhaupt . Außerdem ist das was ich tue das Beste für mich und für alle andern -alles ist eine Unverschämtheit
    Ich wette das in Palermo nicht nicht halb so viel geschmiert wurde wie in Regensburg.
    Und ein Wolbergs glaubt an das Gute in sich und das von ganzem Herzen .
    Immerhin hat Tretzel keinen Sand in den Beton gemischt um Kosten zu sparen .
    Aber besonders ihre ist es und wirklich irre das in Regensburg ein KfW 40 Standart als absolute Sensation gefeiert wird . Ein Zwangs entlüfteter Passivhaus Standard wäre für die 3490 € pro Quadratmeter locker drin . So und die Riesensauerei ist dass alle anderen Baufirmen sich logischerweise an dem fehlenden Qualitätsstandard in Regensburg orientieren können und ihren Schrott locker verkaufen . Danke Schaldinger für Deine genialen Wirtschaftsführer Qualitäten.
    Was ist denn mit dem Ex Präsidenten vom Jahn der sich die Arnulf Platz Tiefgarage genehmigt hat ?
    Der war doch Eigentümer vom Jahre 2000 wieder Tretzel vom Jahn danach.
    Und wir nicht mehr gezahlt hat und der Jahren pleite war hatte er plötzlich eine Klage am Hals da er sich Professor Doktor Ing genannt hatte. Das ist natürlich wie das Geld geflossen ist niemanden aufgefallen .
    Grundstücke am Wörth Hat er wohl danach auch verkaufen müssen da eine weitere Baugenehmigung völlig utopisch wurde . Ein Objekt hat der Bauträger dort aber errichtet und finanziert hat es die Sparkasse. Hätte doch irgend jemand vor 20 Jahren dem Schaidinger einfach 20.000 € überwiesen und zwar im Monat und gesagt bleib du weg vom Rathaus.

  • Tom

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    „Bei der Schilderung seiner Haftbedingungen flossen demnach auch Tränen bei den Zuhörern. „Auch Joachim hatte wässrige Augen“, heißt es.“

    Liebe Sozen bitte lest diesen Artikel, dann habt ihr schon wieder einen Grund für wässrige Augen!

    Man verbleibt nur noch mir unvorstellbarer Fassungslosigkeit!!!!

  • christian

    |

    @ Schwalbe
    Wem gehört der Jahn? Da scheinen sie wenig Ahnung von diesem „sogenannten“ Verein zu haben oder?
    Der Verein hat den Lizenzspielerbereich in eine GmbH & Co KGaA ausgegliedert. Geschäftsführend ist der Komplementär nämlich die SSV Jahn GmbH Marketing & Verwaltung. Diese gehört zu 100% dem Verein SSV Jahn Regensburg. Das weitere hier zu erläutern ist denke ich zu trocken aber um es kurz zu machen: In Deutschland sind die Konstrukte wie in England wo ein einzelner Gönner Eigentümer eines Clubs sein kann nicht möglich. Denn in der BRD ist es eben ein VEREIN! in GB gibt es etwas derartiges nicht. Es sind immer juristische Personen welche unternehmerisch tätig werden und einen Club führen.
    Kurzum der Jahn hat eine Vereins- und Firmenstruktur welche nahezu jeder Profiverein hat.
    Ich kann nichts besonderes erkennen. Es gibt einen Geschäftsführer und Aufsichtsräte. Mehrzahl weil der e.V. einen AR hat und die KGaA.
    Volker Tretzel hat mehr als 90% der Aktienanteile der Kommanditgesellschaft auf Aktien.
    Wo ist das Problem. Beim FC Bayern München haben Audi 11% Aktienanteil. Ausserdem die Allianz Versicherung und Telekom. Adidas ebenfalls. Zugegeben mehr und andere nämlich Global Player aber wir vergleichen ja gerade auch einen Ferrari mit einem Damenfahrrad. Aber dem Grunde nach ist es gleich!
    Was also mit Tretzels Anteilen?
    Nichts!!!! Er wird sie behalten müssen. Wer soll sie ihm zu Lebzeiten noch abkaufen? Und ein Eigentümer von Gütern die er nicht verkaufen oder verschenken kann bleibt eben Eigentümer davon. Er wird die Anteile vererben müssen. Was ist daran problematisch. Jeden Tag werden Aktien vererbt.

    Ich kann diese Gehässigkeit gegenüber dem lokalen Verein nicht verstehen. Der Verein und die Protagonisten dort waren zwar begünstigt aber weit weg davon Drahtzieher zu sein.
    Mich würde interessieren welche Strippen in den 70er und 80er Jahren von Uli Hoeneß gezogen wurden um den Verein dort hin zu bekommen wo er jetzt ist. Nur jubeln sie diesem Konstrukt wahrscheinlich zu. Es durchaus untersuchenswert ob alle Spieler damals sozialversicherungspflichtig beschäftigt wurden. Und welche Zugeständnisse wurden von der Stadtverwaltung für den Stadionneubau gemacht. Autobahnausfahrt U-Bahnstation etc. Hier wurden hunderte Millionen von kommunaler und staatlicher Seite zugeschossen bzw. verausgabt. Das würde ich ebenso per se nicht kritisieren. Denn es ist auch eine kommunale Pflicht den Sport und die Kultur zu fördern.
    Nur diesen Selbstzerstörungstrieb den manche Bürger hier in Regensburg entfalten kann ich nicht nachvollziehen. Die Fussballprojekte bzw. in Augsburg und Ingolstadt werden wahrscheinlich noch mit Hochachtung beäugt. Ambitionierte Versuche in Regensburg werden kommentiert mit „sog. Verein der hoffentlich bald abgewickelt wird….“.
    Vielleicht erstmal die Firmen- und Vereinsstruktur verstehen und dann kritisieren. Wär doch mal was.

  • Lothgaßler

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    Sollte die Staatsanwaltschaft tatsächlich oben geschilderte Absprachen gesichert haben, und dann auch bei den nachfolgenden Ermittlungen noch einschlägig fündig geworden sein, dann sollte es das gewesen sein. Die Rechtsbeistände von Wolbergs und Tretzel werden zum Mittel der Desinformation greifen, insbesondere Tretzel muss, wird und kann viel Geld dafür ausgeben. Das nächste halbe Jahr dürfte interessant werden.

  • Hans (1st)

    |

    Momo: „Warum leaked es denn nur bei Wolbergs?“

    Vllt. wird gegen Scheidinger nicht ermittelt?

    Vllt. sind die an der Flüsterpost Beteiligten aber auch einseitig gefüttert.

    Da oben im Artikel sind mir zuviele Konjunktive, als dass ich das so einfach mal „glauben“ würde. Ich nehme an die Konjunktive dienen der juristischen Unangreifbarkeit, falls es nicht stimmen SOLLTE (sic!).

    Eigentlich braucht Wolbergs keinen Richter mehr, er hat ja regensburg digital.

    Stehts schon in der SZ?

  • blauäugig

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    @Hans(1st) Sie sind wohl der einzige, der hier kommentiert, ohne die Meldungen zu den Ermittlungen gegen Schaidinger mitbekommen zu haben. Sie müssen bei der Suche halt den Namen richtig schreiben – so viel Respekt müssen Sie schon mitbringen.

  • mkveits

    |

    @momo – wenn Sie bitte Ihre Statements nach Fertigung nochmals Korrektur lesen wollten, dann wäre das, was Sie an Wichtigem uns mitzuteilen haben, auch leichter und unzweideutig (!) verständlich. Vielen Dank.

  • joey

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    @Christian
    Gehässigkeit?
    Sie haben schon recht: für Fußball ist immer Geld da – so viel Geld! Auch Steuern und sonstige Vorschriften (z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen) mußten Hoeneß und Beckenbauer und… nicht berücksichtigen. Wir sind ja Kaiser. Kaiser in Deutschland, der seinen Wohnsitz in Österreich hat und dafür in Oberbayern mit deutschem Geld Winterspiele…

    Die Zeit des quasireligiösen Sportfanatismus ist eigentlich schon vorbei. Die ÖR Medien sind hier nicht mehr Trendsetter, München (und viele andere Orte) haben demokratisch entschieden: so viel Geld und Umwelteingriff ist es nicht wert, wieder ein Beweis für den Segen direkter Demokratie. Längst hat sich durchgesetzt, daß nicht Deutschland, Bayern oder Regensburg am Start stehen, sondern Geschäftemacher im Hintergrund.

    Nach der zu erwartenden Pleite in Regensburg wird sich wohl auch in anderen Städten durchsetzen, daß man solche Sportstätten besser nicht baut. Ein Haufen Wohnungen wäre besser gewesen. Ok, man kann nicht grölend mit Schals rumlaufen „Stadtbau, Staaadtbauuu…“

  • KeinRegensburger

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    @Momo: heißt es nicht immer, Regensburg wäre die nördlichste Stadt Italiens? Also kann hier allemal mit italienischen Wirtschaftsmethoden gearbeitet werden.
    Aber insgesamt gesehen: wenn man jetzt die ganze Malaise in einem Drehbuch als bspw. „Tatort“ verfilmte oder einen regionalen Wirtschaftskrimi schreiben wollte, würden nicht wenige sagen, so eine unrealistische Handlung, völlig an den Haaren herbeigezogen, sowas gibt es in hundert Jahren nicht!

  • Momo

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    Wut und ein hilfloses Korrekturprogramm sorry ja und durchlesen vor dem Posten hilft wirklich sorry.

    Warum leaked es denn nur bei Wolbergs?
    Es gibt die letzten 20 Jahre genügend skandalöse Bauprojekte in Regensburg aber bei unserem Großen Medienhaus gilt: CSU forever !!!
    Wie viel 100 Millionen Schaden ist unsere Stadt dadurch wohl entstanden ?
    Und Bürgern und Firmen die eben keine Baugenehmigungen bekommen haben .
    Kubatur ist übrigens der Umbaute Raum in m3.
    Das ist wohl die lächerlichste Aussage eines Planungsamtes in der Geschichte der Menschheit.
    Die Triebfeder dieser Gefälligkeitsbewilligungen dürfte bei den Mitarbeitern wohl die blanke Angst vor einem Widerspruch gewesen sein.
    Die die im Zentrum der Macht stehen, sehen dieses als völlig normal an und reden vollkommen frei über ihre Pläne, da Ihnen jede Art von Unrechtsbewusstsein völlig abhandengekommen ist .
    Ein T oder ein Mafia Boss sagt: ich hab doch Millionen gespendet was wollt ihr überhaupt . Außerdem ist das was ich tue, das Beste für mich und für alle andern. Jede andere Deutung ist in den Augen der Macht eine Unverschämtheit.
    Ich wette das in Palermo nicht halb so viel geschmiert wurde wie in Regensburg.
    Und ein Wolbergs glaubt sicher fest an das Gute in sich und das von ganzem Herzen .
    Immerhin hat Tretzel keinen Sand in den Beton gemischt um Kosten zu sparen .
    Aber besonders irre ist es,- und wirklich irre, das in Regensburg ein KfW 40 Standard als absolute Sensation gefeiert wird . Ein Zwangs entlüfteter Passivhaus Standard wäre für die 3490 € pro Quadratmeter locker machbar. So und die Riesensauerei ist das alle anderen Baufirmen sich logischerweise an dem fehlenden Qualitätsstandard in Regensburg orientieren können und ihren Schrott locker überteuert verkaufen .
    Danke Schaldinger für Deine genialen Wirtschaftsführer Qualitäten.

    Was ist denn mit dem Ex Präsidenten vom Jahn der sich die Arnulf Platz Tiefgarage genehmigt hat ?
    Der war doch Eigentümer vom Jahre 2000 wie dann Tretzel vom Jahn danach.
    Und als er nicht mehr gezahlt hat ??? und der Jahn pleite war, hatte er plötzlich eine Klage am Hals da er sich Professor Doktor Ing genannt hatte. (Geldbusse über 20000€
    Wie das Geld geflossen noch geflossen ist, ist dies niemanden aufgefallen .
    Grundstücke am Wörth hat er wohl danach auch verkaufen müssen da eine weitere Baugenehmigung wohl völlig utopisch wurde . Ein Objekt hat der Bauträger dort aber errichtet und finanziert hat es die Sparkasse.
    Hätte doch irgendjemand vor 20 Jahren dem Schaidinger einfach 20.000 € überwiesen und zwar im Monat und gesagt bleib du weg vom Rathaus.

  • Giesinger

    |

    „Aber insgesamt gesehen: wenn man jetzt die ganze Malaise in einem Drehbuch als bspw.
    „Tatort“ verfilmte oder einen regionalen Wirtschaftskrimi schreiben wollte, würden nicht wenige sagen, so eine unrealistische Handlung, völlig an den Haaren herbeigezogen, sowas gibt es in hundert Jahren nicht!“

    @KeinRegensburger

    Du glaubst es nicht, aber die gleichen Gedanken bezüglich eines guten Drehbuches hatte ich auch gerade. Aber als Satire oder Komödie wird es leider nicht taugen. Dazu ist es zu sehr bitterer Ernst.
    Ich erinnere mich noch an gut an die satirische Komödienreihe „Kir Royal“ vor 30 Jahren, des leider verstorbenen Helmut Dietl.

    Der Spruch des Kleber Fabrikanten (Mario Addorf) zu seinem sich wehrenden Bestechungs-Opfer Schimmerlos (wohl AZ- Journalist) damals:

    “ Du, ich scheiß Dich zu mit meinem Geld! “

    …so wenigstens habe ich es in Erinnerung

  • KeinRegensburger

    |

    @momo: komisch, dass dein Beitrag nach hinten gerutscht ist??
    @Giesinger: hmm, spontane Gedankenübertragung klappt sonst nur bei meiner Frau; da setze ich lieber meinen Alu-Hut wieder auf; ja das Dietl’sche Epos „Kir Royal“ wäre schon bedingt geeignet als Blauphase und jetzt nach 30 Jahren habe ich den Witz auch kapiert: ein Kleber-Fabrikant schmiert.
    Aber noch was „Fachliches“: das ehemalige „Nibelungen-Kasernen“-Grundstück hat die Stadt ja wohl vom „Bund“ (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) erworben? Wenn ja: sind da Zahlen bekannt?

  • Helga Traublinger

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    Nibelungenkaserne Euronen-Zahlen? Ich erinnere mich, von einigen Bürgern wurde anläßlich einer SPD Bürgerversammlung in den noch schönen Zeiten der Groko diesbezüglich nachgefragt. Die Leute wurde mit wenig freundlich Worten informiert das ihnen das nichts angeht. Einige der Personen haben momentan noch weniger dem Bürger zu sagen…That’s live.

  • Momo

    |

    @KeinRegensburger

    das Posting ist nicht nach hinten gerutscht. Ich habe das erste Posting wütend und hirnlos schnell runtergetippt- und ohne auch nur noch einen Blick darauf zu werfen abgeschickt.
    mkveits hat dies sehr nett kritisiert.
    Bei nochmaliger Betrachtung musste ich einen Brechreiz unterdrücken und habe das Posting korrigiert.
    ….
    Aber noch was „Fachliches“: das ehemalige „Nibelungen-Kasernen“-Grundstück hat die Stadt ja wohl vom „Bund“ (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) erworben? Wenn ja: sind da Zahlen bekannt?
    ………………….
    Soweit ich weiss hat die Stadt 2011 für 40ha für 13 Mio gekauft macht sagenhafte 32 € den qm. Dann verramschte die Stadt das an einen Bauträger.
    Ansich schon ein Verbrechen, die Flächen nicht selber bebauen zu lassen.

  • Schwalbe

    |

    @christian
    Ja, da haben sie recht, ich habe tatsächlich wenig Ahnung von dieser Sache, deshalb frage ich ja. Danke für ihre Erläuterungen. Sie sagen, das was dem Verein Jahn zu 100% gehört, ist eine „SSV Jahn GmbH Marketing &Verwaltung“, die ausgelagerte Lizenzspielerabteilung gehört – zu 90% Tretzel, ja und was macht denn nun einen Proficlub aus, wenn nicht die Lizenzspielerabteilung? Und weil sie so sehr auf ihrem „Verein“ herumreiten: werden die Lizenzspielerabteilungen nicht genau deshalb ausgelagert, damit sie nicht mehr rechtlichen Vorgaben für Vereine unterliegen? Auch wenn es trocken ist, genieren sie sich nicht, erklären sie es ruhig, es interessiert mich wirklich.
    Dass Tretzel seine Anteile nicht mehr wird verkaufen können, habe ich genau so auch vermutet; mit der kleinen Einschränkung, dass sich die Stadt Regensburg möglicherweise die Gelegenheit nicht entgehen lassen wird, nicht nur den Jahn ein weiteres mal zu retten, sondern auch gleich noch dem Tretzel einen Gefallen zu tun, das muss ja nicht gleich morgen passieren.
    In ihrem restlichen Post scheint der Gaul mit ihnen durchgegangen zu sein . Selbst bei gering ausgeprägter Menschenkenntnis hätten sie darauf kommen können, dass Uli Höneß und sein FC Bayern so ziemlich das letzte sind, dem ich zujubeln würde, ebenso wenig bringe ich „Fußballprojekten“ in Augsburg, Ingolstadt oder am Nordpol Hochachtung entgegen. Ihre Frage, warum ich den Profisportbetrieb ablehne (sie nennen es Gehässigkeit), beantworten sie in beeindruckender Art und Weise gleich selber; fast alles drin, danke.

  • Angelika Oetken

    |

    Im Artikel wird das übliche Vorgehen geschildert. Wer es über einen längeren Zeitraum betreibt, braucht genug Mittel und Nutznießer, damit möglichst viele Leute die Klappe halten und es immer genug Personen gibt, die gegen Veröffentlichungen und Öffentlichmacher vorgehen. Wer sein schmieriges Handwerk beherrschen will, muss irgendwo in die Lehre gehen. Wer könnten bei Volker Tretzel, Joachim Wolbergs und weiteren mutmaßlichen Beteiligten die AusbilderInnen gewesen sein? Oder gab es eine Art Blaupause auf die zurückgegriffen werden konnte?

  • hutzelwutzel

    |

    @Momo:

    Warum leaked es denn nur bei Wolbergs?
    Es gibt die letzten 20 Jahre genügend skandalöse Bauprojekte in Regensburg aber bei unserem Großen Medienhaus gilt: CSU forever !!!
    —————
    Dies IST BAYERN!
    Versuchen Sie mal richtig interessante Informationen an irgendeine der großen Medienredaktionen zu leaken, in Bayern oder über Bayern.
    Sie werden sich wundern wie wenig Interesse daran besteht, auch wenn hier wirklich was berichtet werden könnte.

    Zusatz:
    Auch die Staatsanwaltschaften in Bayern interessieren sich meinen Erfahrungen zufolge nur für Dinge, die „politisch genehm“ sind. Nun ja, wer Karriere machen will, versaut sich diese doch nicht dadurch, dass er ohne Rückendeckung irgendeiner in Bayern anwesender Partei Ermittlungen aufnimmt.

  • hutzelwutzel

    |

    Und ruhig mal im weiteren Kreise rumblicken, zur Vertuschung welcher Dinge dieser Wolli-Hype dienen könnte?
    Da ist doch sicher noch was Brenzlicheres im Busch, und dank der Wolli-Sache kann das öffentliche Interesse daran gering gehalten werden.

  • altstadtkid

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    @momo
    Sie verkaufen natürlich an den Bauträger weil
    der Ihnen den Wahlkampf bezahlt und ihre
    desolaten Sportvereine rettet, mit denen Sie sich dann profilieren können.
    „Die Schlange beißt sich in den Schwanz“, und sie hofft dass sie gegen ihr eigenes Gift immun ist

  • Lenerl

    |

    @ Christian: Ich habe von einem Kommentator hier gelernt (schöne Grüße an den „Regensburger Schwaben“ ;-)), dass man den Jahn verschonen möge und unter einem Aspekt betrachten, den Sie sehr schön dargestellt haben: „Denn es ist auch eine kommunale Pflicht den Sport und die Kultur zu fördern.“

    Insofern gebe ich Ihnen Recht und es gibt ja auch noch mehr Sport- oder Kultureinrichtungen, die viel Geld fressen und wenig bringen, aber wir sind ja alle Menschen und ein bisschen Spaß muss und darf natürlich sein… (dann sollte aber auch für jeden etwas geboten sein; im Sinne einer a u s g e w o g e n e n Förderung a l l e r sportlichen und kulturellen Möglichkeiten).

    Ich persönlich mag beim Fußball am liebsten die Eigentore. Und ein solches schießen Sie sich meiner Meinung nach mit der Aussage: „Der Verein und die Protagonisten dort waren zwar begünstigt aber weit weg davon Drahtzieher zu sein. Mich würde interessieren welche Strippen in den 70er und 80er Jahren von Uli Hoeneß gezogen wurden um den Verein dort hin zu bekommen wo er jetzt ist.“
    Das klingt irgendwie genauso wie die Aussagen der SPD in Bezug auf den Schaidinger.

    „Ja, mia warn scho begünstigt, aber g´macht ham ma nix und der Hoeneß mit seim FCB war vui schlimmer!“

    Da misst man sich gleich mal wieder mit den Richtigen, ich hab schon darauf gewartet. In der SPD will auch keiner verstehen, dass der Schaidinger als Maßstab nicht taugt, weil man sich von der SPD halt etwas a n d e r e s und m e h r erwartet hätte.

    Wenn Sie den FCB und den Uli nicht mögen, dann machen Sie es halt anders und eifern denen nicht auch noch nach.

    Was gedenkt der Jahn denn jetzt eigentlich zu tun? Also mal im Ernst? Tretzel forever, wird schon irgendwie weitergehen? Meine (mal wieder total unqualifizierte Meinung): Der holt sein Geld auf jeden Fall da raus, wenn er will. Wer stopft dann die Lücke? Sie wollen wahrscheinlich gar nicht wissen woher das Geld dann kommt, oder? Begünstigt sein reicht ja auch.

  • christian

    |

    @ Schwalbe
    Ihre Schlussfolgerungen gehen irr. Die Lizenzspielerabteilung „gehört“ nicht zu 90% dem Tretzel. Ich fürchte dass ich dies hier schriftlich nicht verständlich erläutern kann. In einem Gespräch wäre dies deutlich einfacher. Schriftlich würde ich Gefahr laufen nur zu langweilen. Bitte lesen sie einfach mal die Erläuterungen auf der SSV Homepage.
    http://www.ssv-jahn.de/der-jahn/struktur/gmbh-co-kgaa/
    Es ist eine GmbH & Co KGaA!!! Diese Firmenstruktur muss man erst verstehen.
    Wenn sie sich das mal zu Gemüte geführt haben werden sie erkennen dass sich ihre Aussagen vielleicht plakativ gut angehört haben aber eben einfach nicht richtig sind.
    Der gewichtigste Grund die Lizenspielerabteilung auszugliedern ist dass der Hauptverein und die gesamte Jugendarbeit unter der U19 nicht mehr an das unternehmerische Risiko des „Profiunternehmens“ leiden müssen. Soll heißen: Vereine gerieten in der Vergangenheit immer wieder in finanzielle Schieflage weil die „Abenteuer“ der ersten Mannschaften einfach zu teuer waren und die Vereinsführer einfach zu sehr ins Risiko gingen. Dies führte zu Zahlungsunfähigkeiten welche wiederum auf den kompletten Jugendunterbau durchschlugen. In dieser Konstruktion den der SSV Jahn (und auch die meisten anderen Vereine) nunmehr haben ist dies anders. Im Falle einer Insolvenz wäre lediglich die GmbH & Co KGaA betroffen. Die Geschädigten wären in erster Linie die Investoren (u. a. Hr. T) und die Gläubiger welche keine Leistungen mehr zu erwarten hätten (z. B. Dienstleister wie Handwerker etc.). Die Jugendmannschaften im e.V. wären davon komplett unberührt. Auch die weiteren Abteilungen im e.V. (z.B. die Leichtathletik oder die Boxabteilung) wären ebenfalls davon unberührt.
    Übrigens waren exakt die kleineren anderen Abteilungen neben dem Fussball stark daran interessiert dass sich die Fussballabteilung mit der Lizenzspielerabteilung aus dem Hauptverein herauslöst. Die anderen Abteilungen haben immer darunter gelitten dass die Beiträge mehrheitlich in die Fussballabteilung abgeleitet wurde. Ich bin seit Jahrzehnten Mitglied in der Abteilung Boxen und kenne die Diskussionen seit langer Zeit. Die Abspaltung hat dies beendet.
    Und mit der Gründung des jetzigen Konstrukts ist hier ein hohes Maß an Handlungsfähigkeit und Absicherung geschaffen worden. Das Risiko ist für wichtige Bereich reduziert worden. Und die die das Risiko nun tragen tun dies bewusst. Denn es ist eine unternehmerische Beteiligung auf Aktien.
    Jedem dürfte klar gewesen sein dass Hr. T. die Anteile nur erworben hat weil ihm von den kommunalen Politikern Zusicherungen gemacht wurden. Es wurde sogar vor 2 oder 3 Jahren eine Kapitalerhöhung durch Hr. T. vorgenommen! Auch dafür dürfte er Zusicherungen erhalten haben. Hr. T. wusste ja auch dass dieser Invest für ihn „verloren“ ist. Aber welche Rolle spielen schon 8 Mio. Euro wenn dafür ein Vielfaches an Reingewinn durch ein 100 Mio. plus x Projekt eingespielt wird? Abgesehen davon kann die Beteiligung an der KGaA auch noch steuerlich genutzt werden denke ich.
    Die Politik wollte und wird auch in Zukunft den Jahn nicht direkt unterstützen. Zu glauben die Stadt würde offiziell Anteile an der KGaA von Hr. T. erwerben ist schon mehr als infantil. Den Bürgern ist dies nicht zu vermitteln. Jeder Politiker müsste um seine (Wieder)Wahl zittern. Genau diese fehlende Zustimmungsbasis in der Bürgerschaft hat die Politiker ja dazu verleitet das Stadtengagement für den Jahn so „betrügerisch“ zu kaschieren. In Rostock wie ich früher mal bereits ausgeführt habe hat der Stadtrat sehr transparent dafür gestimmt Bürgschaften für den hochverschuldeten Verein Hansa Rostock auszustellen. Das mag vielen Bürgern nicht passen. Aber es ist ein sauberes transparentes Verfahren welches der Bürger bei der nächsten Wahl mit seiner Stimme quittieren kann.
    In Regensburg ist das wie in Bayern fast üblich halt ein bisserl anders. Nach aussen werden keine Verbindungen aufgezeigt weil der Bürger es ablehnen würde. Also mauschelt man es hin.
    Ja der Verein hat davon profitiert. Aber niemand im Verein war ein Drahtzieher. Die Drahtzieher saßen u. a. im Stadtrat und auch im AR! Und zu glauben dass diese Personen dieses System wegen dem SSV erschaffen haben wäre der Gipfel der Infantilität. Solche Systeme existieren denke ich weltweit und weltweit werden sie erschaffen um die persönliche Situation zu verbessern bzw. persönliche Vorteile zu erlangen. Mir geht in der ganzen Diskussion völlig unter dass es für Hr. W. ein riesen Vorteil war diesen gut dotierten Bürgermeisterposten zu „gewinnen“. Dies wurde auch durch die gestückelten Spendengelder möglich gemacht. Ein Gehalt dieser Größenordnung hätte Hr. W. mit seiner Ausbildung wohl woanders nicht erhalten. Dazu noch die Pensionsansprüche.

    Zu guter letzt nochmal ein Hinweis. Eine Stadt hat Sport und Kultur zu fördern. Nochmal möchte ich erwähnen dass jeder Besucher im Stadttheater mit 100,- € aus dem Stadtsäckel subventioniert wird.
    Mich stört bei der Unterstützung des SSV nur die Intransparenz und dieses Konspirative. Offenheit und Transparenz wären angezeigt gewesen. Man hätte dem Verein entgegenkommen können. Nicht mit Millionen sondern mit dem stellen von Infrastruktur und anderen Leistungen. Möglicherweise wäre es dann kein Projekt mit der Ambition auf die 2. Liga geworden sondern vielleicht nur Regionalliga. Aber die Politik hätte sich nicht an die Wirtschaft verkauft.

  • christian

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    @ Lenerl
    Ihr Einwurf ist selbstverständlich korrekt. Natürlich kann (und wollte ich auch nicht) Rechtsverstöße durch Rechtsverstöße von Dritten rechtfertigen nach dem Motto „die anderen sind doch viel schlimmer“. Die Anmerkungen was in der Landeshauptstadt von einem Verein in der Vergangenheit bisher missachtet wurde war am Ende des Tages sicher fehl am Platz und ohne Zusammenhang zu dem Thema.
    Nicht jedoch die Hilfestellungen durch die Stadt München. Diese sind auch nicht anrüchig oder ähnliches. Die Stadt bietet den Bürgern etwas. Sie erhofft sich auch sicher eine Werbung für die Stadt etc. Da kann man doch schon mal Autobahnausfahrten andere Straßen und U-Bahnstationen zur Verfügung stellen. Ganz abgesehen davon dass das Grundstück praktisch verschenkt wurde. Hierzu ist die Jahn – Posse ein Treppenwitz. Das Stadion dass gebaut wurde (und zugegeben für einen symbolischen Mietzins dem Verein zur Verfügung gestellt wird) gehört der Stadt wohingehend sich die Allianz Arena im Besitz des FC Bayern befindet (hier wurde übrigens auch eine Stadion GmbH gegründet welche dann in der Endkonsequenz dem Verein gehört).
    Welchen Vorwurf strafrechtlicher Art machen sie denn den handelnden Personen beim SSV Jahn Regensburg (weil sie schreiben „man möge den Jahn verschonen“). Wovor sollte der Jahn verschont werden müssen. Es wurden hier keine strafbaren Handlungen ausgeführt. Zumindest Stand jetzt. Sollte nicht irgendwann aufpoppen dass nachträglich Protokolle des AR abgeändert wurden ist alles in Ordnung. Somit auch keine Ermittlungen.

  • Schwalbe

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    @Christian
    Dass es auch das Interesse der Breitensportler ist, nicht mit den Profis in einem Boot zu sitzen, leuchtet ein, schließt aber andere Motive nicht aus.
    Sie kommen an dem Umstand nicht vorbei (auch wenn sie noch hundertmal betonen, wie viel sie noch erklären müssten, sie aber hier keine Perlen vor die Säue werfen wollen…), dass der Jahn die letzten Jahre von Tretzel abhängig war und in Zukunft die jährliche Million fehlt (wenn diese Zahl stimmt); da bin ich mal gespannt, wer das wie löst.
    Glauben sie tatsächlich, dass man sowas auch noch steuerlich nutzen kann? Das fände ich heftig.
    Wo sie m.E. hartnäckig daneben liegen, ist ihre Beurteilung der Beziehungen der Politik zum Jahn. Wie kommen sie zu der Behauptung, die Politik bzw. die Stadt würde den Jahn nicht offen unterstützen? Ist das in der Vergangenheit nicht schon oft genug passiert? Hat man nicht gerade ein 50 Mio-Stadion gebaut für den Jahn? Natürlich liegen die eigentlichen Motive für den Stadionbau ganz wo anders, wobei wir wieder beim Thema Bauträger wären, aber in der Öffentlichkeit hat sich doch nahezu jeder Regensburger Politiker gerne als Jahn-Unterstützer feiern lassen. Momentan wäre dies den Bürgern tatsächlich nicht zu vermitteln, aber wenn erst wieder Gras über die Sache gewachsen ist…
    Noch eine Anmerkung: das Wort „infantil“ scheint ihnen zu gefallen, was sie meinen, ist vermutlich „naiv“; sollten sie wirklich infantil sagen wollen, fände ich das reichlich unverschämt.

  • Momo

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    Nur mal so am Rande
    Bei Trezel liegen die Pläne für seine Häuser in der Schublade.
    Die sehen alle gleich aus.
    1. Anruf OB klappt das dann so —Ja
    2. Anruf bei Bauunternehmen:
    Was wollt Ihr haben Pläne habt Ihr ja schon.
    ………………………..
    oder bei der grünen Mitte, oder …
    http://www.swi-gruppe.de/project/gruene-mitte-regensburg/

    Der OB und der alte OB hatten doch beide Telefon.
    Hätten sie selber die Bauunternehmen anrufen können oder?
    Unfähigkeit und Korruption eine gefährliche Mischung gibt es in ROT und in SCHWARZ.

  • Lenerl

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    @ Christian:

    Entschuldigen Sie, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich meinte keine Ermittlungen oder ähnliches, von denen der Jahn verschont werden soll (das beurteilen andere) sondern eher meine eigene Meinung bezüglich „Profifußball“ und dessen „Konstrukten“. Was ich dieser Art von Sport vorwerfe ist (oh Gott, jetzt kommt bestimmt ein Shitstorm): also es fängt mit „Größen“ an und hört mit „Wahn“ auf. Ganz pauschal und sonst auch schon nix.

    Eigentlich habe ich gelernt, mich nicht mehr dazu zu äußern, da ich keine Menschen unnötig verletzen möchte. Fußball ist ja so eine Art heilige Kuh und daran Kritik zu üben ist ein totales Tabu. Beim Fußball werden eben auch harte Männer weich. Aber egal. Ich versuche dieses Phänomen mittlerweile eher aus der psychologischen und soziologischen Perspektive zu betrachten und zu verstehen und einen Gang runter zu schalten. Aber als Sie dann mit Uli Hoeneß gekommen sind, da hatte ich einen Rückfall, sorry.

    Was mich an Profifußball u.a. sehr stört ist die Kritiklosigkeit mit der seine Fans ihre Funktionäre schalten und walten lassen als gäbe es kein Morgen mehr. Und da werden dann Millionen verschoben und Konstrukte gebildet, für was? Ach ja, Fußball. Wenn ich Fan dieser „Profi“- Sportart wäre, dann würde ich mir schön langsam ein bisschen verarscht vorkommen. Aber bin ich ja nicht. Ich bin eher so für Breitensport und finde, eine kommunale Förderung sollte sich auf diesen fokussieren. Dass am Ende gerade ein „Profifußballverein“ von der ganzen Geschichte hier in Regensburg nicht unerheblich „profitiert“, das passt für mich jedenfalls sehr gut ins Bild und bestärkt meine Meinung, von der ich Sie und den Jahn und alle seine Fans hier verschonen will.

    Scheinbar sind meine Sorgen bezüglich der finanziellen Zukunft des Jahn ohnehin total unberechtigt. Scheint alles im grünen Bereich zu sein. Ich glaube Ihnen jetzt einfach mal, denn Sie sind ja näher dran.

  • christian

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    @ Lenerl
    Kann ich schon nachvollziehen. Ich bin jetzt kein unbändiger Fussballfan. Ich habe diesen Sport nie betrieben. Ich gehe im Jahr hin und wieder zum Jahn und schau mir ein Spiel an. Das wars aber auch schon. Interessieren tu ich mich schon dafür. Dass sie dem Profifussball wenig abgewinnen können kann ich schon verstehen. Die traurige Wahrheit dürfte für sie allerdings lauten: Der Fussball als Leistungssport ist eines der größten Kulturgüter der BRD. Es gibt kein Ereignis o. ä. welches die Bevölkerung auch nur annähernd so fesselt. Es ist zudem ein Milliardengeschäft geworden. Aber anyway. Breitensport: Dafür macht die Stadt doch enorm viel. Alle Kommunen übrigens (die es sich leisten können wie in Bayern eigentlich alle). Aber den Leistungssport darüber zu vergessene halte ich für übertrieben. Aus ihrer Sicht vielleicht nicht weil sie diesen möglicherweise vollkommen ablehnen und den Profifussball unterstellt insebesondere. Die Mehrheit der Bevölkerung allerdings nicht. Ab das immer gleich Stadionneubau für über 60 Mio. bedeuten muss ist eine andere Frage. Gegen ihren Standpunkt möchte ich gar nicht argumentieren weil auch für mich absolut tragbar erscheint. Mir ist nur wichtig dass man bei der Betrachtung der Sachverhalte nicht in eine subjektive Ablehnungshaltung gegen irgendetwas verfällt und Dinge überzeichnet und verrückt.

    @ Schwalbe
    Jetzt driftets immer weiter ab. Ja der Jahn war bis vor 2 Jahren von VT abhängig. Der Jahn hatte zu diesem Zeipunkt einen Etat von 2,25 Mio € und so um die 34 Sponsoren. Derzeit hat der Jahn soweit ich weiß einen Etat von 3,5 bis 4,2 Mio € und 130 Sponsoren. Darunter die Firma Netto als Hauptsponsor welche einen Betrag einbringt den der Jahn noch nie abschließen konnte. Dem Jahn fehlen auch keine 1,0 Mio € pro Saison wie von ihnen unterstellt sondern 500.000,- €. Dies war schon im Juni 2016 (bekanntwerden der Ermittlungen und Einstellung des Sponsorings von VT). Somit wurde der Etat schon entsprechend vor Saisonbeginn niedriger geplant.
    Wo ist jetzt das Problem? Ja der Jahn war von VT abhängig ist es aber nicht mehr. „Gehört“ deswegen der Jahn „dem“ Tretzel? Nein! Der FC Bayern München ist ebenfalls abhängig von Unternehmern. Allianz, Telekom, Audi, Adidas! Ingolstadt ist maßgeblich von Audi abhängig (ungefähr in dem Maße wie der Jahn vor 2 Jahren von VT abhängig war). Wolfsburg von VW. Augsburg von Alko und Walther Seinsch! So ist und war das schon immer! Und so wird das auch immer sein. So ist das auch in jeder Sportart. Was glauben sie wie das Damen Volleyball Projekt in Straubing überhaupt machbar ist? Oder DEL Eishockey in Straubing? Informieren sie sich doch mal über kleinste Sportprojekte in der Provinz. Hier läuft im Kleinen was in Regensburg im Mittleren und in München im Großen abläuft. Ohne Geldgeber (bedeutet Abhängigkeit) kein Profisport. Ganz einfach. Das Ziel eines Vereins muss sein dass er sich mittel- bis langfristig so breit aufstellt (im Sponsoring) dass das Wegbrechen einer Säule nicht den gesamten Zusammenbruch bedeutet. Der Jahn denke ich hat dies geschafft. Wären die Ermittlungen vor 2 oder 3 Jahren eingeleitet worden denke ich hätte die Lizenzspielerabteilung Insolvenz anmelden müssen. Jetzt müssten schon 2 bis 3 Premiumsponsoren wegbrechen um den Verein aus den Latschen zu kippen.
    Derzeit ist im Sponsoring des Jahn aber eher ein starker Zuwachs zu verzeichnen. Und bereits unter Vertrag stehende Sponsoren stocken ihren Anteil noch auf. Es kam nach dem Juni 2016 zu einer starken Solidarisierung der Unterstützer.
    Man munkelt auch dass ein großes Unternehmen aus Neutraubling in der kommenden Spielzeit einsteigen wird. Händlmaier steigt ja bekanntlich aus.
    Was spricht eigentlich dagegen dass sie sich mal mit der Gesellschaftsform GmbH & Co KGaA auseinandersetzen und einmal einige „Profisportveranstalter“ mal auf „Abhängigkeiten“ prüfen. Dies ist wie gesagt normal üblich und keineswegs anrüchig. Ein Problem tritt erst dann auf wenn der „Unterstützer“ damit ein Unrechtsgeschäft verbindet und dieses Unrechtsgeschäft mit Lokalpolitikern abschließt.

  • Schwalbe

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    @Christian
    Nachdem sie offenbar beschlossen haben, in immer längeren Posts das immer Gleiche zu sagen, werde ich mich jetzt hier ausklinken.
    Überhaupt scheint mir, sie wollten mir dauernd etwas erklären bzw. mich von etwas überzeugen, das ihnen sehr wichtig, mir aber vollkommen gleichgültig ist, z.B. die positive Zukunft des Jahn (und aller anderen Profisportunternehmen). Macht ja nichts, wenn man in unterschiedlichen Welten lebt, Hauptsache man merkt es rechtzeitig.

  • christian

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    @ Schwalbe
    Will sie von gar nichts überzeugen. Ihre Aussagen erinnerten mich nur sehr stark an plakative Stammtischparolen welche wenig Wahrheit beinhalten.
    Sie haben recht. Hauptsache man merkt es rechtzeitig. Haben sie anscheinend.
    Und erklären will ich keine Sachverhalte die man mit Master Google und Wikipedia innerhalb von 1,9 Sekunden im Internet finden kann und sich so selbst anlesen kann. Wie käme ich dazu ihnen die Geschäftsform zu erklären? Googeln sie und clicken sie Wiki.

  • mkveits

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    DAS SYSTEM – nicht nur in Regensburg

    „Hinter der demokratischen Fassade wurde ein System installiert, in dem völlig andere Regeln gelten als die des Grundgesetzes. Im rechtlichen Untergrund ist aus unseren Volksvertretern die »politische Klasse« geworden, die ein Netzwerk geknüpft hat, das allmählich unsere demokratische Ordnung überwuchert und erstickt.“

    Quelle:
    Hans H. von Arnim
    Das System – die Machenschaften der Macht
    https://www.amazon.de/Das-System-Hans-von-Arnim/dp/3426272229

    Das neueste Buch des Autors, in dieser Woche von Herrn Nürnberger in der SZ besprochen lautet:
    „Die Hebel der Macht und wer sie bedient“
    Parteienherrschaft statt Volkssouveränität
    Heyne

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