Bei SPD-Versammlung

Wolbergs legt Parteiämter nieder

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Mit einer Attacke auf „die Medien“ verabschiedet sich Joachim Wolbergs von seinen Parteiämtern. Eine mögliche Hintertür zur erneuten Kandidatur um den Unterbezirksvorsitz ließ ihm die Mehrheit der gestern versammelten Vorstandsmitglieder nicht offen.

"Nein." Wolbergs wollte am Montag keine Fragen von Medienvertretern beantworten. Foto: as

„Nein.“ Wolbergs wollte am Montag keine Fragen von Medienvertretern beantworten. Foto: as

„R-OB 100“ steht auf dem Kennzeichen des Privatautos, mit dem Joachim Wolbergs den Ort des Geschehens verlässt. Keine 15. Minuten hat der Auftritt des derzeit suspendierten Oberbürgermeisters bei der Vorstandssitzung des SPD-Unterbezirks Regensburg im Hotel Wiendl gedauert. Wolbergs verlas ein schriftlich vorbereitetes Statement, in dem er erklärt, sämtliche Parteiämter in Landes-, Bezirks- und Unterbezirksvorstand ruhen zu lassen. Defacto bedeutet das: Er legt diese Ämter nieder. Unklar bleibt, ob Wolbergs weiter das Amt des Vorsitzenden des SPD-Ortvereins Süd ausüben will, über den die Wahlkampfspenden liefen, deretwegen die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Für eine Neuwahl zum Unterbezirksvorsitzenden von Stadt und Landkreis Regensburg, als der er seit über zehn Jahren amtiert, stehe er nicht zur Verfügung, falls, so der OB wörtlich „die für Mai geplanten Wahlen so stattfinden sollten“. Ein Zusatz, der während der Sitzung noch von Interesse sein sollte.

„Bewusstes Lügen“

"Persönliche Inszenierung zu Lasten der Partei": Thomas Burger über Joachim Wolbergs. Foto: as

„Persönliche Inszenierung zu Lasten der Partei“: Thomas Burger über Joachim Wolbergs. Foto: as

Auf die aktuellen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ging Wolbergs nach Schilderung mehrerer Teilnehmer der Sitzung, zu der keine Medien zugelassen waren, nicht ein. Jenen, den Medien, warf Wolbergs unter anderem „bewusstes Lügen“ und „permanente Falschmeldungen“ vor. Kritik äußerte er auch – ohne Namen zu nennen – an Parteifreunden, die sich an der „Vorverurteilung“ gegen ihn beteiligen würden.

Gleichzeitig beteuerte Wolbergs zum wiederholten Mal seine Unschuld. Fragen wollte der 46jährige den Anwesenden nicht beantworten. Man könne sich aber privat an ihn wenden, ließ Wolbergs wissen, ehe er die Versammlung verließ.

Bereits im Vorfeld hatten sich mehrere Parteifreunde von Wolbergs deutlich geäußert. Zuvor hatte noch die Sitzung der SPD-Stadtratsfraktion stattgefunden. Mehrere Fraktionsmitglieder verließen noch vor Beginn der Unterbezirkssitzung demonstrativ das Hotel. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Thomas Burger sprach mit Blick auf Wolbergs‘ Auftritt von einer „persönlichen Inszenierung zu Lasten der Partei“, die er nicht noch mit seiner Anwesenheit aufwerten wolle und fuhr weg.

Kontaktverbot? Auch Norbert Hartl nahm nicht teil

Burgers Beispiel folgten die stellvertretende Unterbezirksvorsitzende Katja Vogel und Fraktionschef Klaus Rappert. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer verließ den Saal durch die Hintertür, um den zahlreich anwesenden Medienvertretern zu entgehen. Parteichefin Margit Wild hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass sie nicht an der Sitzung teilnehmen werde und Wolbergs zur Zurückhaltung ermahnt. Auch Norbert Hartl, enger Vertrauter von Wolbergs, und ebenfalls im Fokus der Staatsanwaltschaft verließ das Hotel noch vor dem Eintreffen des Oberbürgermeisters. Gibt es ein Kontaktverbot? „Davon weiß ich nichts. Ich hab keins“, so Hartl auf Nachfrage.

"Davon weiß ich nichts." Norbert Hartl zu einem möglichen Kontaktverbot zwischen ihm und Wolbergs. Foto: as

„Davon weiß ich nichts.“ Norbert Hartl zu einem möglichen Kontaktverbot zwischen ihm und Wolbergs. Foto: as

Nach dem Auftritt des Oberbürgermeisters beim Vorstand der Landkreis-SPD, der dort mit einigem Wohlwollen aufgenommen wurde, war spekuliert worden, dass Wolbergs womöglich wieder um den Vorsitz des Unterbezirks kandidieren wolle. Diese Nachricht hatte auch im Vorstand der Bayern-SPD für Unruhe gesorgt, der sich am Wochenende zu einer Sitzung getroffen hatte und Wolbergs im Anschluss riet, seine Ämter ruhen zu lassen. Zwischen den Zeilen schwang dabei auch die Möglichkeit von Parteiordnungsmaßnahmen gegen den Regensburger Oberbürgermeister mit. Sein Rückzug am Montag könnte denn auch als Reaktion auf diesen Gegenwind zu werten sein.

Eine Doppelfunktionärin sucht die Verräter

Nachdem Details von Wolbergs‘ Erklärung noch während der Sitzung nach außen drangen und zunächst von regensburg-digital auf Facebook veröffentlicht wurden, kam es im Frühstückssaal des Hotel Wiendl zu heftigen Auseinandersetzungen. Die stellvertretende Landkreisvorsitzende Ursula Hildebrand begab sich – so schildern es mehrere Teilnehmer übereinstimmend – laut schimpfend und mit dem Handy fuchtelnd auf die Suche nach dem „Verräter“.

Hildebrand, das sei angemerkt, ist neben ihrer Parteifunktion auch Redakteurin beim Regensburger Wochenblatt, das in den letzten Monaten offen Position für Wolbergs ergriffen hatte und gegen dessen Redaktionsleiter die Staatsanwaltschaft derzeit ebenfalls in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre ermittelt. Der Verdacht: positive Berichterstattung gegen vertrauliche Unterlagen.

War anwesend, ging aber den Medien aus dem Weg: Bundestagskandidat Tobias Hammerl. Foto: as

War anwesend, ging aber den Medien aus dem Weg: Bundestagskandidat Tobias Hammerl. Foto: as

Als Reaktion auf die undichten Stelle bei der Sitzung wurden schließlich einfache Parteimitglieder aus dem Saal verbannt. Nur noch Vorstandsmitglieder durften bleiben, mussten aber zuvor ihre Mobiltelefone alle auf einem separaten Tisch deponieren, um weitere verräterische Aktionen zu verhindern.

„Übergroße Mehrheit“ gegen Verschiebung der Neuwahl

Plädierte erfolglos für ein Hintertürchen für Wolbergs: Rainer Hummel. Foto: as

Plädierte erfolglos für ein Hintertürchen für Wolbergs: Rainer Hummel. Foto: as

Zwei Stunden wurde anschließend darüber debattiert, die für den 13. Mai angesetzten Neuwahlen zum Unterbezirksvorstand auf November zu verschieben. Ein Verfechter dieses Vorschlags: Wolbergs‘ Stellvertreter, der SPD-Landkreischef Rainer Hummel. Am Ende blieb aber diese mögliche und im Rahmen seiner Erklärung in den Raum gestellte Hintertür zu einer Wiederwahl für Wolbergs verschlossen.

Mit „übergroßer Mehrheit“ habe die Versammlung nach einer „sachlichen Debatte“ entschieden, die Neuwahl turnusgemäß durchzuführen, erklärte Hummel nach Abschluss der Sitzung gegenüber den ausharrenden Medienvertretern.

„Nein!“

Am heutigen Dienstag will Wolbergs seine Erklärung sämtlichen Parteigliederungen zukommen lassen. Mit den Medien werde er nicht sprechen, ließ der OB verlauten. Auf Nachfragen zu verschiedensten Themen reagierte Wolbergs bei seinem weg ins Hotel Wiendl nur mit einem schmallippigen „Nein“.

SPD-intern wird nun zu klären sein, wer Wolbergs‘ Nachfolge als Unterbezirksvorsitzender antreten wird. Der Landkreis verfügt hier über die meisten Delegierten.

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Kommentare (30)

  • Wolbergs lässt alle Parteiämter ruhen » Regensburg Digital

    |

    […] Kurzer Auftritt, rascher Abgang: Nach einer kurzen Erklärung bei der Sitzung des Unterbezirksvorstands, erklärte der suspendierte OB Joachim Wolbergs, er werde alle Parteiämter ruhen lassen. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier. […]

  • Jutta Engler

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    OB ist doch das Kfz-Kennzeichen von Oberhausen?

  • Stefan Aigner

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    „R-OB 100“ natürlich. Ist ausgebessert.

  • Hans (1st)

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    Dass der Wolbergs da mal sich erklärt wundert ja hoffentlich niemanden. Täte ers nicht bekäme er den Vorwurf, dass er sich nicht erklärt.

    „Jenen, den Medien, warf Wolbergs unter anderem „bewusstes Lügen“ und „permanente Falschmeldungen“ vor.“

    Laut BR: „Am Dienstag wurde dann eine zweiseitige Erklärung Wolbergs‘ publik, die an verschiedene SPD-Gremien verschickt wurde und in der er erneut seine Unschuld beteuert. “ weiter dann mit ähnlichem Inhalt wie oben.

    Was stimmt denn nun? Beim Wiendl oder in einer Erklärung? Das mit dem Come Back zum jetzigen Zeitpunkt war ja schließlich auch ne Ente ;)

    „schmallippig“ hmm ach ja. Klingt alles sehr bemüht den Mann schlechtestmöglich aussehen zu lassen.

    Also ehrlich gesagt: dieses nach Einem Treten der schon am Boden liegt ist völlig überflüssig und sagt am wenigsten über Wolbergs.

  • Stefan Aigner

    |

    @Hans

    „Was stimmt denn nun? Beim Wiendl oder in einer Erklärung?“

    Steht glasklar im Text:

    „Wolbergs verlas ein schriftlich vorbereitetes Statement…“

    Und weiter unten dann:

    „Am heutigen Dienstag will Wolbergs seine Erklärung sämtlichen Parteigliederungen zukommen lassen.“

    Mittlerweile liegt mir die Erklärung vor und der Tenor ist:

    Ich bin unschuldig und niemand will meine Version der Geschichte hören. Diese Version will JEDER hören, allerdings findet sich auch in der Erklärung nicht ein einziges konkretes Detail zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Wolbergs muss auch keine solchen Details bekannt geben, aber immer zu behaupten, dass niemand über das schreiben würde, was er, Wolbergs, zu seiner Verteidigung vorbringt, dann aber nichts vorzubringen ist unredlich.

    Ob das mit dem Comeback eine Ente war, sei mal dahingestellt. Der Landesvorstand ist Herrn Wolbergs bei dem Versuch des Comebacks einfach in die Parade gefahren, ist die näherliegende Variante.

  • blauäugig

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    Ich bin ja auf die Exklusiv-Version des Ablaufs im Wochenblatt gespannt.
    Und ob Herr Hummel oder gar Frau Hildebrand wiedergewählt wird.

  • Hans (1st)

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    Warum so aufgeregt Her Aigner?

    „Ob das mit dem Comeback eine Ente war, sei mal dahingestellt. “

    Freilich war und ist es eine Ente. Ihre Ente Herr Aigner! (da gabs ja auch recht umständliche Erklärungen bezüglich der Quelle)

    Alles andere wäre völlig sinnfrei und unterstellte Wolbergs gleichzeitig unendliche Dummheit und Gewieftheit: zum jetzigen Zeitpunkt ein Comeback versucht zu haben.

    Eigentlich ist schon die Unterstellung keine Glanzleistung wenn mal in Ruhe nachdächte.

  • Lenerl

    |

    @ Hans (1st):

    Ich habe in Ruhe nachgedacht. Schon seit Ihrem vorletzten Kommentar. Ich denke nicht, dass das mit dem „Comeback“ eine Ente war. Zumindest nicht für RD. Mit der in Betracht gezogenen Verschiebung der Wahl des Unterbezirksvorstands und dem dazugehörigen Satz in der Erklärung von Herrn Wolbergs wird die Strategie doch jetzt überdeutlich. Finden Sie nicht? Wobei diese Strategie nicht Herrn Wolbergs Dummheit unterstellt, sondern uns, in diesem Fall den Lesern.

    Wenn man die Erklärung liest, dann kann man sich vieles denken, was man hier nicht ausbreiten muss. Jeder zweite Satz schreit nach Widerspruch, vorausgesetzt man ist nicht auf der Brennsupp´n daher g´schwumma und
    e i n i g e r m a ß e n politisch und rechtlich auf der Höhe.
    Wirklich ein brilliantes rhetorisches Talent, das hat Herr Wolbergs. Hilft halt auch nicht unbegrenzt weiter.

    Aber ich habe auch kein Interesse daran gegen jemanden zu argumentieren, der argumentativ quasi erledigt ist. Warum ich darauf komme, dass er das sein könnte? Im Wochenblatt schrieb uh letzte Woche so schön, dass Herr Hummel es für richtig halte, Wolbergs die Möglichkeit zu geben „über die Korruptionsaffäre darzustellen“. (Ich weiß nicht, ob der Fehler im Satzbau beabsichtigt war, d a m i t der Satz keinen Sinn ergibt). Diese Gelegenheit war gestern. Aber irgendwie war absehbar, dass es so enden wird wie es geendet hat. Das Einzige was weiter über die Korruptionsaffäre aufklärt, ist Punkt 4 und der ist quasi eine Wiederholung ganz von Anfang an. Scheint also argumentativ nicht viel los zu sein.

    Ach und weil Sie mir immer vorgeworfen haben, dass ich nicht zur UB- Sitzung gehen wollte, weil sich mir der Sinn nicht erschlossen hat: Sehen Sie, es wäre sinnlos gewesen! Das war so klar wie Obstler! Herr Wolbergs wollte nicht m i t den Genossen reden. Er wollte sich k e i n e Fragen stellen lassen. Ihr Vorwurf ging also von Anfang an ins Leere. Ich hätte gar nicht m i t ihm reden können. Aber ich kann ihn ja jetzt „privat“ erreichen. Schon wieder so ein Hinweis, dass hier einiges durcheinander gebracht wird.

    Ich würde sagen: Mit der Presse reden, nicht über! Man muss dann halt was zu sagen haben oder etwas sagen dürfen. Andernfalls sollte man sich einfach ruhig verhalten und sich zurückziehen. Zurücktreten nicht vergessen, schon klar. Dann hat man ein w i r k s a m e s Argument gegen weitere Berichterstattung, kann sich rehabilitieren u n d dann weiter Politik machen.

    Aber egal jetzt, die Dinge werden ihren Lauf nehmen. Aus is.

    PS: Was ich Sie schon immer mal fragen wollte:
    Hans first!- Lenerl second?

  • Hans (1st)

    |

    @lenerl

    Wo ist der Inhalt Ihrer vielen Worte?

    „Aber ich habe auch kein Interesse daran gegen jemanden zu argumentieren, der argumentativ quasi erledigt ist. “

    Aha. Darum Zig Kommentare von Ihnen genau gegen diesem Menschen. Ähem Mensch darf man „ihn“ schon noch nennen?

    Die SPD war schon immer ganz gut darin sich selbst zu erledigen. Und durch Sie verstehe ich ein bißchen besser wie sich das zum einfachen Mitglied durchzieht.

    Wo ist eigentlich Ihr eigener konstruktiver Ansatz als SPD-Mitglied in der SPD?

  • Lothgaßler

    |

    @Hans(1st): Wolbergs hat versucht seinen Posten im Unterbezirk zu erhalten. Das zu leugnen wäre unwürdig. Dazu gaben einige SPDler positives Feedback, andere hielten das für keine gute Idee. Nun haben ihm auch höhere SPD-Etagen die Rote Karte gezeigt: Stop und abwarten bis die Sache geklärt ist!
    Gegen Wolbergs findet keine Hexenjagd statt und er wird auch nicht Entmenschlicht! Was ihm passiert, dass bringt sein Amt mit sich. Allen Politikern muss das klar sein! Das Recht für die Gesellschaft zu entscheiden geht einher mit der Verpflichtung zur Rechenschaft und Rechtschaffenheit.
    Es gab und gibt Skandale und Skandälchen in dieser Stadt, und nun ist es einmal gelungen die Decke etwas zu lüften. Pech für Wolbergs u.a., Glück für uns Regensburger.

  • Mathilde Vietze

    |

    Auch ohne all diese Vorfälle würde ich mir wünschen, daß Wolbergs sich nicht freiwillig
    alle möglichen Ämter aufhalst, sondern sich mehr Freizeit gönnt. Und – vonwege „schönes
    Leben“ – d e n Posten möchte ich nicht geschenkt!

  • Dieter

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    Natürlich war es ein Comebackversuch Wolbergs, bei dem er feststellen musste, dass der Rückhalt in der eigenen Partei doch nicht so groß war wie erhofft. Daher wurden jetzt ein paar Konsequenzen gezogen.

    Mir fehlt komplett eine Stellungnahme des OBs an die Bürger – das hätte der erste Schritt sein können und aus meiner Sicht auch müssen.
    Mit diesen internen Auftritten hat er sich und Regensburg jedenfalls keinen Gefallen getan. Souverän, kämpferisch oder an Transparenz bzw. Aufarbeitung interessiert sieht auf jeden Fall anders aus.

    Die Medien werden als Buhmann inszeniert…auch das ist peinlich. War es nicht Wolbergs selbst, der sich ausser gegenüber dem Wochenblatt abgeschottet hat – und das lange vor dem Skandal?
    Eckl hält sich aktuell auffällig still, er bzw. seine Rechtsberatung werden schon wissen wieso.

  • Lenerl

    |

    @ Mathilde Vietze:

    Bei allem Respekt: Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie es nicht wüssten:

    Den Posten kriegt man auch nicht geschenkt. Für den kandidiert man. Das tut man nicht zufällig oder beliebig, man weiß in der Regel, worauf man sich einlässt. Da hängt viel dran. Z.B. Verantwortung oder Öffentlichkeit. Ist bei einem OB- Posten dasselbe. Darüber sind wir doch einer Meinung, oder?

    Und von einem „schönen Leben“ hat in diesem Zusammenhang niemand geredet. Was meinen Sie damit?

    Mich interessiert Ihre Meinung wirklich. Schon mal beste Grüße und einen schönen Frühlingstag!

  • Alfred Meier

    |

    Anlässlich der Entlassung Wolbergs aus der Untersuchungshaft erklärte die Staatsanwaltschaft, dass sie noch nicht wisse, ob sie am Ende der Ermittlungen („Mitte des Jahres“) Anklage erheben oder das Verfahren einstellen werde. Das beeindruckt die Gegner Wolbergs nicht: Sie haben schon längst den Stab über ihn gebrochen und wollen ihn hängen sehn.

    Der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg empfehle ich, diese äusserst interessanten gruppendynamischen Vorgänge zum Thema einer Doktor- oder Diplomarbeit zu machen.

  • blauäugig

    |

    Mensch Meier!
    Wie oft wiederholen Sie die Aussage der Staatsanwaltschaft noch ohne Beleg?
    @Lenerl
    „Und – vonwege „schönes Leben“ – d e n Posten möchte ich nicht geschenkt!“
    Damit hat Frau Vietze wohl den Vorsitz des SPD-OV Stadtsüden gemeint:
    Burger hat mit seinem OV Kumpfmühl/Königswiesen/Ziegetsdorf anscheinend den überschuldeten Wolli-OV Stadtsüden übernommen. Es gibt einen gemeinsamen Internetauftritt der beiden Ortsverbände unter dem Namen http://www.spd-regensburg-stadtsüden.de/, aber nur Inhalte von Burgers Teil.

  • Bert

    |

    @Alfred Meier

    Das Landgericht Regensburg, also ein Richter, hat anlässlich der Entlassung von Wolbergs (der Haftbefehl ist nicht aufgehoben, sondern nur außer Vollzug) unter anderem erklärt:

    “ Das Beschwerdegericht bestätigte die Auffassung der Vorinstanz, dass gegen
    den Beschuldigten dringender Tatverdacht bestehe und der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr vorliege.“

    Dringender Tatverdacht liegt vor, wenn nach dem gesamten bisherigen Ermittlungsergebnis ein hoher Wahrscheinlichkeitsgrad dafür besteht, dass der Beschuldigte als Täter oder Teilnehmer eine Straftat begangen hat. Das kann man zur Kenntnis nehmen oder permanent dasselbe sektenartige Geschwurbel absondern wie Sie es unter nahezu jedem Artikel hier tun. Ebenso wie sie wahrheitswidrig etwas zu Ihrer Beschwerde beim Justizminister behauptet haben. Sie scheinen mir ein typischer „Wollist“ sein

    *Wollisten, die: Angehörige einer SPD-nahen Gruppierung, die sich einen gewissen Joachim Wolbergs („Wolli“) zum Guru erkoren haben und deren zentraler Glaubenssatz die Unfehlbarkeit des „Wolli“ ist

  • hutzelwutzel

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    „Eine mögliche Hintertür zur erneuten Kandidatur um den Unterbezirksvorsitz ließ ihm die Mehrheit der gestern versammelten Vorstandsmitglieder nicht offen.“
    ————————————————-
    Wäre ja auch noch schöner gewesen. Erst wußten die von nichts, dann liessen sie Wolbergs ins offene Messer laufen, und ihm dann noch eine Rückkehr zu ermöglichen?

    Das wäre Masochismus gepaart mit Dummheit. So etwas macht nicht einmal die Regensburger SPD, von der bayerischen SPD ganz zu schweigen.
    Da will Pronold „bleiben wo er ist“. Ob ihn die Wähler lassen?
    Sonst muß der Arme wieder in die Sparkasse nach Hinterhugldupfing zurück. ;-)

  • hutzelwutzel

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    Prognose gefällig?

    Man wird mit W. einen „Deal“ schliessen. Ein paar Järchen auf Bewährung, zumindest so viele „Jährchen“, dass er politisch nicht wieder was machen will.
    Damit wäre die Sache „gegessen“, und man muß keine „Schleppnetz-Fischerei“ betreiben. Wer weiß, was sonst noch alles aufgewirbelt würde, z. B. wahre Gründe warum W. überhaupt zum OB gewählt werden mußte, und warum man dafür mehr Geld locker machte, als je zuvor für einen OB-Wahlkampf in einer Stadt wie Regensburg.

    Sehe ich das richtig, dass die politische Einflußnahme auf Staatsanwaltschaften (in Bayern) nur so lange gilt, so lange ein Ermittlungsverfahren nicht abgeschlossen ist? ;-) Bingo!

  • Angelika Oetken

    |

    „Mensch Meier!
    Wie oft wiederholen Sie die Aussage der Staatsanwaltschaft noch ohne Beleg?“

    Beleg wofür @blauäugig?

    VG
    Angelika Oetken

  • blauäugig

    |

    @oetken Na, für die Aussage an sich. Aus der Formalie, dass erst nach Abschluss der Ermittlungen Anklage erhoben wird, schließt Meier anscheinend, dass es noch völlig offen sei, ob Anklage erhoben werde. Das steht im Widerspruch zu den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, wie sie veröffentlicht wurden. Lesen Sie halt mal die Presseberichte zur Aussetzung des Vollzugs des Haftbefehls gegen Wolbergs. Dieser Haftbefehl ist nach wie vor nicht aufgehoben.

  • Angelika Oetken

    |

    „Sehe ich das richtig, dass die politische Einflußnahme auf Staatsanwaltschaften (in Bayern) nur so lange gilt, so lange ein Ermittlungsverfahren nicht abgeschlossen ist? ;-) Bingo!“

    @hutzelwutzel,

    wissen Sie zufällig, wie weit es mit den Ermittlungen zum Tod von Maria Baumer gediehen ist? Sollte die Staatsanwaltschaft Regensburg mittlerweile genug beisammen haben, um zu entscheiden, ob in der Korruptionssache Verfahren eröffnet werden oder eben nicht, dann müssten doch für den Baumerfall Ressourcen frei werden?

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    @blauäugig,

    das mit der potentiellen Eröffnung des Verfahrens sehe ich so wie Sie.

    Und schätze, dass der Forist „hutzelwutzel“ mit seiner Prognose Recht hat. W. wird mit irgendeinem Posten abgefunden, bekommt ja eh seine Beamtenpension und die CSU kann mit dem Image der „Guten“ offiziell wieder die Führung übernehmen, die K-Bande natürlich hinter sich. T.: dem wird doch eh nix passieren und für weitere mögliche Prügelknaben sollte sich auch noch ein Plätzchen finden lassen. Sofern niemand aus seiner Rolle fällt und alle potentiellen Whistleblower ruhig gestellt werden können, dürfte der Plan gelingen. Geld genug ist ja da.

    Aber: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!“

    Warten wir es also ab.

    VG
    Angelika Oetken

  • Franz

    |

    …..erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Das glaube ich doch auch Frau Oetken. Bei dem alleine bisher von der Staatsanwaltschaft häppchenweise bekanntgegebenen Vergehen des OB in Regensburg, gibt es in unserer Rechtssprechung nicht viel Spielraum – ergo weder Bewährung noch eine Beamtenpension, und welchen „Posten“ Sie meinen erschließt sich mir als Nicht-Regensburger wenn überhaupt nur verärgert, nachdenklich und ein bißchen traurig.

  • Angelika Oetken

    |

    @Franz,

    welchen und wie viel Spielraum man hat, hängt doch davon ab, inwieweit man sich offiziell und informell ermächtigen kann.

    In der Hinsicht bin ich voller Zuversicht, was die für diese Angelegenheiten zuständigen Behörden insgesamt angeht. Gerade weil sie aus unterschiedlichen Menschen bestehen und die Regensburger insgesamt eine gewisse Bodenständigkeit auszuzeichnen scheint.

    VG
    Angelika Oetken

  • Tom

    |

    @ Fr Oetken

    Sie kommen doch aus Berlin, was treibt sie eigentlich dazu, mit einer enormen Inbrunst und vor allem Fantasie die Regensburger Provinzskandälchen zu „beposten“?

  • Angelika Oetken

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    Die Gelegenheit zur Überschau @Tom.

    Die Stadt Regensburg, genauer dessen Bistum, ist ein (Tat-)Ort von zentraler Bedeutung. Insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung von Begleit- und Beschaffungskriminalität.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Und was die Fantasie angeht @Tom: ich suche nach Mustern. Dafür braucht man kein besonderes Vorstellungsvermögen, aber eine gute Brille.

    VG
    Angelika Oetken

  • Spannung vor dem SPD-Parteitag » Regensburg Digital

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    […] einem ersten Auftritt beim Vorstand der Landkreis-SPD, der auch von früheren, engen Weggefährten kritisiert wurde, hatte Wolbergs – wohl auf Druck aus dem Landesvorstand – erklärt, seine Parteiämter […]

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