Ermittlungen gegen Wochenblatt-Redaktionsleiter

„…jeden Meineid schwören“

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Korruptionsaffäre nun auch gegen den Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts wegen des Verdachts der Bestechung. Christian Eckl sieht darin einen „Angriff auf die Pressefreiheit“.

Vertrauliche Unterlagen gegen positive Berichte? Die Regensburger Staatsanwaltschaft verdächtigt Christian Eckl der Bestechung des Oberbürgermeisters. Foto: Archiv/ Staudinger

Vertrauliche Unterlagen gegen positive Berichte? Die Regensburger Staatsanwaltschaft verdächtigt Christian Eckl der Bestechung des Oberbürgermeisters. Foto: Archiv/ Staudinger

„Dass die Polizei Telefonate zwischen mir und Wolbergs abgehört hat, ist ein unerhörter Vorgang. Er wirft die Frage auf, ob der Ermittlungsdruck, den die Behörden aufgebaut haben, mittlerweile so groß ist, dass ihnen mehr Mittel recht sind, als in einer Demokratie erlaubt sein sollten.“

So kommentiert Christian Eckl eine neue Entwicklung in der Korruptionsaffäre, die er selbst am Mittwoch öffentlich gemacht hat: Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat mittlerweile auch Ermittlungen gegen den Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts eingeleitet. Der Vorwurf lautet Bestechung.

Unterlagen gegen positive Berichte?

Eckl soll Oberbürgermeister Joachim Wolbergs im Austausch gegen vertrauliche Unterlagen und Dienstgeheimnisse positive Berichterstattung zugesichert haben. Unter anderem geht es um nichtöffentliche Protokolle aus der Stadtbau-Sitzung, bei der die Einstellung des (zwischenzeitlich inhaftierten) früheren Tretzel-Mitarbeiters Franz Wild als technischer Leiter der städtischen Wohnbaugesellschaft beschlossen wurde.

Der Verdacht stützt sich auf die Überwachung von Telefonaten des Oberbürgermeisters, die das Gericht im Zuge der Ermittlungen angeordnet hatte. Dabei wurde auch mindestens ein Gespräch mit Christian Eckl aufgezeichnet, der erst kürzlich eingeräumt hatte, in den letzten Monaten regelmäßig mit Joachim Wolbergs telefoniert zu haben.

Zusicherung, „jeden Meineid zu schwören“

Nach Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, hatte Wolbergs Eckl in diesem Gespräch offenbar aufgefordert, die Stadtbau-Unterlagen, die er ihm im Zuge des Streits um die Wild-Personalie zugespielt hatte, zu vernichten. Der Redaktionsleiter des Wochenblatts hatte dem Oberbürgermeister demnach zuvor zugesichert, für ihn „jeden Meineid zu schwören“.

Das Telefonat fand unmittelbar nach einer Presseerklärung von CSU-Chef Franz Rieger Ende September statt. Rieger hatte Wolbergs nach einem entsprechenden Wochenblatt-Bericht vorgeworfen, Eckl die vertraulichen Stadtbau-Protokolle zugespielt zu haben. Wolbergs bestritt den Vorwurf und griff offenbar kurz darauf zum Telefonhörer, da er wohl befürchtete, dass die Unterlagen bei einer eventuellen Durchsuchung der Wochenblatt-Redaktion gefunden werden könnten.

Ein Wunsch, der wahr geworden ist…

Zu einer Redaktionsdurchsuchung kam es zwar nicht, doch bereits die jetzigen Ermittlungen erinnern Eckl nach eigenen Worten an Zustände wie in der Türkei. Zu seiner Verteidigung hat der Redaktionsleiter des Anzeigenblatts nun den renommierten und öffentlichkeitsaffinen Strafrechtler Michael Haizmann engagiert, der sich bereits mit markigen Worten gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gewandt und es unter anderem als „politisch motiviert“ bezeichnet hat.

Türkei-Vergleich "passt ganz gut". Christian Eckl über die Ermittlungen gegen Christian Eckl.

Türkei-Vergleich „passt ganz gut“. Christian Eckl über die Ermittlungen gegen Christian Eckl.

Tatsächlich hatte Joachim Wolbergs das Wochenblatt mehrfach öffentlich gelobt, dort eine Kolumne veröffentlicht (die mittlerweile von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer fortgeführt wird) oder sich als Maskottchen für Verlosungen des Anzeigenblatts zur Verfügung gestellt. Wie Ironie mutet es an, dass der Oberbürgermeister in der Jubiläumsausgabe anlässlich des 40jährigen Bestehens des Wochenblatts am 16. Juli 2016 – also zu einem Zeitpunkt als die Ermittlungen bereits liefen – schrieb:

„Wenn ich mir was wünschen dürfte vom Wochenblatt, dann wäre es natürlich eine stets gewogene Berichterstattung über die Stadtverwaltung.“

Strafbefehl gegen Eckl

Die positive Berichterstattung des Wochenblatts über ihn, den Chef eben jener Stadtverwaltung war in den letzten Monaten tatsächlich auffällig. Ebenso stach ins Auge, wie hart Kritiker des Oberbürgermeisters angegangen und mit teils rüden Worten bedacht wurden. Stadträtin Tina Lorenz, die die Koalition Ende Juli mit der Begründung verließ, dass die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr gegeben sei, bezeichnete Eckl in einem Kommentar als „politische Meuchelmörderin“. Unter anderem schrieb er:

„Das nährt den Verdacht, dass Lorenz sich ohnehin nur an den Einnahmen ihres Stadtratsmandates laben wollte, statt Politik zu machen. Kein Wunder: Beruflich steht die Stadträtin, die eine Magisterarbeit über ‚Viktorianische und frühe Stummfilmpornographie‘ schrieb und sich mit Aufträgen des Regensburger Stadttheaters und mithin wiederum vom Steuerzahler über Wasser hält, ohnehin auf dünnen Beinchen.“

Deswegen flatterte Eckl kürzlich ein Strafbefehl über 3.200 (40 Tagessätze) Euro ins Haus. Auch hier findet Eckls Rechtsanwalt Michael Haizmann deutliche Worte: So etwas sei ihm in seiner langjährigen Praxis noch nicht vorgekommen, so der Strafrechtler. Bei übler Nachrede handle es sich um ein „Privatdelikt“, zitiert Eckl seinen Verteidiger. „Das heißt, die Staatsanwaltschaft musste hier gar nicht ermitteln.“ Weswegen der Strafbefehl ausgestellt wurde lässt Eckl in seinem Artikel über Eckl allerdings offen.

„Reine, bösartige Herabwürdigung der Person“

Der OB gab das Maskottchen für Wochenblatt-Verlosungen. Ausriss: Wochenblatt Regensburg

Der OB gab das Maskottchen für Wochenblatt-Verlosungen. Ausriss: Wochenblatt Regensburg

Rechtsanwalt Nils Pütz, der im Auftrag von Tina Lorenz Strafanzeige gegen den Redaktionsleiter des Wochenblatts erstattet hatte, liegt der Strafbefehl bislang noch nicht vor. Die Berichterstattung Eckls darüber bezeichnet Pütz als „verwirrend“ und erklärt: „Wir haben Anzeige erstattet, weil Herr Eckl versucht hat, Frau Lorenz ohne einen Sachzusammenhang und unter Verwendung falscher Tatsachenbehauptungen als Sozialschmarotzerin hinzustellen.“ Es handle sich nicht um eine Kritik an der politischen Arbeit von Tina Lorenz – diese stehe Eckl selbstverständlich frei, sondern um eine „reine, bösartige Herabwürdigung der Person, die nichts mit Pressefreiheit zu tun hat und gegen die man sich strafrechtlich wehren muss“.

Eckl hat Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Zu den Ermittlungen wegen des Bestechungsverdachts hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt, dass man sich hier noch am Anfang befinde und selbstverständlich die Unschuldsvermutung gelte.

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Kommentare (69)

  • altstadtkid

    |

    In einer Stadt in der die Meinung von privaten, kostenlosen Anzeigenblättchen gemacht wird, und die lokale Tageszeitung zu einem privaten Bezahl-Anzeigenblättchen verkommen ist, wundere ich mich über gar nichts mehr!

  • Christian

    |

    @altstadtkid
    Leider gibt Ihrem Kommentar nichts hinzuzufügen :(

  • Zeitgenosse

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    Frei nach Dieter Hildebrandt: „Wer soll denn hier eine FAUST machen, wenn er die Finger überall drin hat????….“

  • Dieter

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    Der Haizmann als Verteidiger ist eigentlich schon ein Schuldeingeständnis.

  • Matthias Beth

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    In Regensburg wird Meinung über Anzeigeblätchen gemacht, die angeblich Journalismus betreiben.
    Die einzige Zeitung vor Ort, die „Mittelmäßige“ die einen unabhängigen und werthaltigen Journalismus betreiben könnte, ist aber seit Jahren auf dem Weg zu einem Anzeigeblättchen.

  • GR

    |

    Sollte sich dies mit der „geschönten Berichterstattung“ bewahrheiten,
    bekäme der Begriff „Fake News“ seitens des Regensburger Wochenblatts,
    aus meiner Sicht, ein neues Gesicht.
    Der Sumpf scheint immer grösser zu werden und vor Nichts und Niemandem
    halt zu machen…….traurig.

  • Lothgaßler

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    Bei der Gelegenheit darf die Staatsanwaltschaft doch einmal nachsehen, ob von der Stadt an Medien vergebene Aufträge (z.B. Anzeigen in Zeitungen/ Werbeblättchen usw.) den in Rede stehenden Verdacht erhärten, und ggf. auf weitere Medien-Akteure mit einbeziehen.

    Die persönlichen Angriffe von Dr.Eckl gegen Fr. Lorenz können kaum von der Meinungsfreiheit gedeckt sein. Im Ton und im Sachzusammenhang war dies keine Berichterstattung, sondern eine als Bericht verkleidete Beleidigung. Auch gegen andere Personen hat Dr.Eckl regelrecht „gewütet“.
    Nach derlei Fehlleistungen darf man sich schon fragen, ob ein Dr.-Titel nicht auch mal wieder entzogen werden kann. Wissenschaftlich arbeiten tut er ja nicht, und scheinbar will er es auch nicht.

  • Regensburger

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    Bei der Hexenjagd gegen Oberbürgermeister Wolbergs bestehen offenbar keine Grenzen mehr. Nachdem meine Beiträge hier in der Vergangenheit schon mehrfach „zensiert“ wurden, greift die Staatsanwaltschaft jetzt auch noch offen die Pressefreiheit an. Ich frage mich wirklich, ob Herr Goger immer noch so tut, als ob er aus rein objektiven Gründen Wolbergs denunziert hat. Öffentlich ist er ja ziemlich abgetaucht. Und auch bei den Planungen der SPD für die Zeit nach Pronold spielt er keine Rolle mehr. Ob er mittlerweile wohl Reue verspürt? Die Fastenzeit wäre dafür ja ein guter Anlass.

  • Albertus Magnus

    |

    Also diese Sache stinkt. Man muss den Wolbergs ja wirklich nicht mögen, aber das System ist ein System Schaidinger. Und dass jetzt der Eckl auch noch bestochen haben soll? Wer ist der nächste? Der Bischof für sein Ratzingerdenkmal? Der Unipräsident für eine nette Straßenumbenennung? Ich will den Wolbergs nicht reinwaschen, wirklich nicht. Aber was wäre wenn denn tatsächliche eine schwarze Staatsanwaltschaft einfach einem Roten der Erfolg missgönnt? Beim Christian Wulff war am Schluss auch nix dran an den Vorwürfen.
    Seien wir doch alle mal ehrlich (wie gesagt, ich kann mir bessere, sympathischere OBs als den Wolbergs vorstellen): Das menschliche Klima in der Stadt war doch 2014-2016 um Längen besser als in den 18 viel zu langen Jahren Schaidinger.

  • Steffi

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    „Schwarze Staatsanwaltschaft“ … das bezieht sich jetzt aber wohl nur auf die Farbe der Robe, oder?

  • mkveits

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    Kennen Sie, @Regensburger, den Wortlaut des die Pressefreiheit schützenden
    https://dejure.org/gesetze/GG/5.html ?

    Nun, wenn diese Freiheit demnach keine absolute, sondern u.a. durch das „Recht der persönlichen Ehre“ eingeschränkt ist, dann ist die StA doch wohl bei der gebotenen Abwägung der beiden Grundrechte (Artikel 5 einerseits und Art. 1 iVm Art. 2 andererseits) zu dem Ergebnis gelangt, dass dem Ehrenschutz Vorrang gebührt – vor einer üblen Verunglimpfung der Frau Stadträtin, die im schäbigen Mantel der journalistischen Berichterstattung niedergeschrieben wird.

    Was StA Goger, der die Versumpfungs-Chose ins Laufen gebracht hat, mit der fraglichen Sachbearbeitung des zuständigen Staatsanwalts zu tun hat, bleibt Ihr , @Regensburger, Geheimnis.

    Gestern auf dem Nockhinberg war der „Ministerpräsident“ zu hören mit dem anti-kantischen Imperativ: „Erst handeln, dann denken!“.

    Folgen Sie beim Posten dieser Prämisse, @ Regensburger?

    Falls ja, sei mir abschließend der Hinweis auf zwei Oberbürgermeister gestattet, die das Bild der Stadt prägten. Der eine sagt heute in der Presse:

    „Wer aber seine eigene Haltung nicht regelmäßig auf den Prüfstand stellt, der wird zu einer Karikatur.“

    In dem Bericht werden beide Oberbürgermeister, beide Ehrenbürger, mit den weiteren Worten zitiert:
    „Jeder Einzelne ist mitverantwortlich für die Demokratie.“

    Quelle:
    „Erinnerungen zweier Meisterbürger“
    von Lea Frehse
    SZ Nr. 57 vom 9. März 2017, Seite 40

    Tja, leider kann man die beiden Senioren, 70 und 91, nicht mehr für Regensburg als künftiges Stadtoberhaupt gewinnen. Solche Köpfe bräuchte die Stadt Regensburg, Männer (und Frauen) , die den Weg ausleuchten und mutig, nach Selbstverständigung der Stadtgesellschaft, voran gehen.

    Tempi cattivi ! Die guten werden wieder kommen. Schneller durch eine Basisbewegung, in Ingolstadt heißt sie: Bürgergemeinschaft Ingolstadt (BGI).

  • jedermann

    |

    @Regensburger

    Warum, warum bitte lassen sie es einfach nicht.

    Ihre persönlichen Aversionen gegenüber Wolbergs-Kritiker bzw. gegenüber Kritikern des Verhaltens von Herrn Wolbergs und ihre Bewertung des Handelns von Herrn Goger, der als SPD-Schatzmeister und Staatsanwalt nur seine Arbeit gemacht bzw. seine gesetzlich geregelten Aufgaben erfüllt hat, haben sie zwischenzeitlich oft und hinlänglich erklärt.

    Sie blenden in all ihrer Kommentare zu der „Causa Wolbergs“ die Fakten aus und fordern penetrant zur Rechtsbeugung auf.

    Ihr Verständnis für Demokratie, Recht und Ordnung erschließt sich mir nicht.

  • dugout

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    Also vielleicht geht’s ja nur mir so,
    aber der umgekehrte Fall geht mir einfach viel leichter ins Hirn.
    Das nämlich der OB den Eckl „a bisserl gschmiert“ hat mit ein paar Infos aus dem
    Rathaus für eine Gute Presse.
    Stellt sich nur die Frage warum? Hat ein überaus beliebter Bürgermeister das nötig? Das Wohlwollen eines windigen Anzeigenblatts! Darunter kommt doch selbst in Regensburg nur noch das Hochglanzaltpapier des Fürstinnenspezls

  • Jürgen

    |

    @altstadtkid: Absolut richtig.
    Zu Ingo Knotts Zeiten habe ich das Wochenblatt noch sehr geschätzt.
    Da stand so einiges drinnen, was in der Mittelmäßigen, dem von Anzeigenkunden abhängigen Anzeigenblatt, nicht drinnen stand.
    Letztlich ist das Fehlen einer echten Zeitung der Grund weshalb ein Blättchen wie das Wochenblatt „so wichtig“ geworden ist.

  • Ulrich Perchermeier

    |

    Guter Journalismus ist vor allem eines: Neutral. Allerdings in einer ganz anderen
    Weise, als dies bisher als berufliche Norm vorausgesetzt wurde.
    Christian Eckl, 1. Dezember 2010

  • Tom

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    @ Regensburger

    Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass sie ein Troll sind. Leider haben sie als solcher komplett versagt. Mann nimmt sie endgültig nicht mehr für ernst!!!!

  • Lenerl

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    @ Regensburger: Jetzt hören Sie doch bitte mal mit Ihrem Herrn Goger auf, das ist ja wirklich lächerlich und peinlich! Denunzieren nennen Sie sowas? Es gab Zeiten, da wurden SPDler wirklich denunziert. Da gab es auch keine Pressefreiheit. Seien Sie mal froh, dass diese Zeiten vorbei sind! Ich habe einen super Vorschlag für Sie: Treten Sie doch der CSU bei! Da finden Sie bestimmt, was Sie begehren! Nehmen Sie den Rest der Regensburger SPD gleich mit! Dann stimmt zumindest MEIN Weltbild wieder! (Nur für die, die es vergessen haben: SPD steht nicht für Spezl Partei Deutschland).

    @ Dugout: Ich habe da ein bisschen recherchiert: Ja, die SPD in Regensburg glaubt wirklich, das nötig zu haben! Warum, das erschließt sich mir auch nicht. Aber bei den Regensburger Genossinnen und Genossen wundert mich überhaupt nichts mehr. Oder soll ich lieber so sagen: Wenn ein OB oder eine Partei das nötig hat, was sagt das über seine/ ihre politisch- argumentativen Fähigkeiten aus?

    Und: Reden wir hier wirklich über DAS Wochenblatt? Das haben wir (genauso wie die Regensburger Stadtzeitung) schon in der 8. Klasse gelesen, wenn wir in der Mittagspause vor dem Nachmittagsunterricht noch was zu lachen haben wollten. Und wir wurden nie enttäuscht! Heißt aber auch: diese Art von „Journalismus“ konnte ich mit 13 schon nicht mehr ernst nehmen. Lesen das erwachsene Menschen in Regensburg ernsthaft? (= echte Frage)

    @ Tina Lorenz (einfach mal so): Von Ihnen können die Politiker in Regensburg noch viel lernen. Das werden die aber nie kapieren. Egal!
    Lieber finanziell auf „dünnen Beinchen“ stehen als intellektuell! Und unabhängig sein, das ist doch ein gutes Gefühl, oder?

  • Markus Frowein

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    Ich vermute, dass Herr Eckl unschuldig ist, aber ich weiß, daß das Eis, auf dem er steht, sehr dünn ist …

  • franz

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    wenn ichs nicht schwarz auf weiß sehen würde würde ich dem DrEckl nichtmal seine Promotion glauben :D

  • Thoralf Will

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    Wie schön wäre es doch, wenn sich die Leute bei der Kommunalwahl 2020 daran erinnern würden, wer im Stadtrat als einziges konsequent und durchgehend mit Rückgrat agiert hat …
    Die Piraten würden ein zweistelliges Ergebnis einfahren! Zu Recht.

  • christian

    |

    Aus dem Strafbefehl wird sicher nichts werden. Meiner Meinung nach ist es nahezu lächerlich dies als ehrenrührige Herabwürdigung zu bezeichnen. Das Stadtratsmitglied ist eine Person des öffentlichen Lebens. Sie ist dadurch natürlich der Kritik ausgesetzt. Die Aussagen sind zum großen Teil sogar im Konjunktiv geschrieben. Was also soll das ganze?
    Ich habe ein rechtskräftiges Urteil vor mir liegen welches die Betitelung als „Vaterlandsverräter“ (ist schriftlich erfolgt und damit ohne Probleme nachweisbar) nicht als Beleidigung wertet. Privatrechtlich ohne Erfolg. Strafrechtlich hat der Staatsanwalt in Berlin über 12 Seiten ausgeführt weshalb er kein Verfahren anstrengen und die Sache einstellen wird. Gut der Beleidigende (ups ist ja keine Beleidigung) ist zwar einer der Top 3 der CDU Deutschland was aber keine Rolle spielen dürfte denn Justizia ist ja bekanntlich blind.

    Dagegen hat Herr Dr. Eckl mit den anderen Vorwürfen echt Stress. So wie ich es interpretiere geht die Staatsanwaltschaft sogar davon aus dass hier sogar eine Unrechtsvereinbarung zustande gekommen ist. Es ist nicht so dass die eine oder andere Partei etwas angeboten hat und es nicht zum agreement gekommen ist. Nein man hat sich wohl geeinigt. Die Telefonmitschnitte dürften dies belegen. Wie sonst wäre der Anfangsverdacht zu erklären welcher für die Ermittlungen notwendig ist.
    Und nochmal! Journalisten genießen keine Immunität! Und die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind nicht in Gefahr wenn gegen Journalisten gegen die ein begründeter Anfangsverdacht besteht ermittelt wird oder es später zur Anklage kommt!
    @ Herr Dr. Eckl
    Bitte nicht diesen Pathos wie eine Dramaqueen. Vertrauen sie doch auf die Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Gerichte.

  • christian

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    @ Thoralf Will
    Gibt ja auch noch andere Parteien die sogar ein ernstzunehmendes Programm haben.
    ÖDP z. B.

  • Jedermann

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    @ christian

    Ich denke ihr Beispiel ist nicht vergleichbar. Die Grundlage des Strafbefehls ist nach den bekannten Informationen nicht „Beleidigung“, sondern „Üble Nachrede“. Das ist sicher anders zu bewerten. Auch bei einer Person des öffentlichen Lebens.

    Ob Frau Lorenz tatsächlich eine Person des Öffentlichen Lebens (unbestimmter Rechtsbegriff) ist, darüber könnte man diskutieren, ist aber in diesem Fall für die Bewertung nicht relevant.

  • mkveits

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    https://dejure.org/gesetze/StGB/188.html ist nicht anwendbar. Der Stadträtin der Piraten sind damit KEINE höhere Duldungspflichten auferlegt als Otto-Normal-Bürger. Es gilt hier also NICHT die Vermutung zugunsten der Meinungsäußerungsfreiheit.

    Denn:
    Ein Stadtratsmitglied ist KEINE Person des öffentlichen Lebens. Es fällt nicht unter den sog. Schutzzweck der Norm. Die Norm schützt NUR Personen, die im politischen Leben stehen, dort führende (!) Positionen innehaben: Neben dem Bundespräsidenten und Bundestagspräsidenten, den Mitgliedern der Bundesregierung und der jeweiligen Landesregierungen zählen dazu auch die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Landesparlamente sowie führende Politiker der Parteien.
    Quelle: Fischer, StGB, § 188, Rn 2, Üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens

    Einschlägig ist für die StA nur
    https://dejure.org/gesetze/StGB/186.html. Dr. E´s verbaler Furor, so wie er hier geschildert ist, erscheint ohne jeglichen Sachbezug zur demokratischen Aufgabe, den die sog. Vierte Gewalt nach dem Landespressegesetz zu erfüllen hat:

    Art. 3 BayPrG
    (1) Die Presse dient dem demokratischen Gedanken.
    (2) Sie hat in Erfüllung dieser Aufgabe die Pflicht zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung und das Recht, ungehindert Nachrichten und Informationen einzuholen, zu berichten und Kritik zu üben.
    (3) Im Rahmen dieser Rechte und Pflichten nimmt sie in Angelegenheiten des öffentlichen Lebens berechtigte Interessen im Sinn des § 193 des Strafgesetzbuchs wahr.

    Was mich so verwundert ist die angebliche Aussage des Dr. E, er wolle für OB Wolbergs „jeden Meineid schwören“. Meineid https://dejure.org/gesetze/StGB/154.html ist ein Verbrechen (kein Vergehen). Es wird nicht unter 1 Jahr bestraft – https://dejure.org/gesetze/StGB/12.html. Ein Beamter würde immer aus dem Beamtenverhältnis fliegen.

    (Freilich: Unter gewissen christlich-sozialen Umständen kann „immer“ relativiert werden durch nacktes Wegschauen und Selbstverleugnung – ein neugieriger Journalist möge beim VG Regensburg Akteneinsicht nehmen die Anfechtung der OB-Wahl 2008 betreffend – ein wahrer kafkaester Fundus).

    Frage: Was muss in einem Wochenblatt-Journalisten vorgehen, der sich auf eine derartige Absichtserklärung, einen Meineid zu schwören, einlässt? Was sind seine Antreiber?

  • Münchner Gsindl

    |

    Ich lach mich schlapp: Jornalismus im WOCHENBLATT „Die Zeitung für Alle“ … neben SZ, FAZ und NY Times offensichtlich DAS politisch investigative Blatt, das neben Anzeigen für Wohnungsauflösungen, atemberaubenden Reportagen über Autohauseröffnungen sooo gerne auch beim Politisieren dabei sein will, auch wenn sein Redaktionsleiter keinen graden Satz zustande bringt und von journalistischer Arbeit ganz offensichtlich wenig bis keine Ahnung hat. Vermutlich legt er sich zur Fortbildung die Mittelbayerische unters Kopfkissen. Diese Edel- oder sollte ich sagen Eckelfeder hat sich jetzt also bei der Gschaftelhuberei erwischen lassen und geriert sich als Opfer der Staatsanwaltschaft, welche die Pressefreiheit mit Füssen tritt. Wenn es nicht so lustig wäre, müßte man sich im Namen all der wirklichen Journalisten schämen, die nicht nur in der Türkei im Knast sitzen…

  • melle

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    @Lenerl
    Ich möchte mich Ihnen anschließen wg. Tina Lorenz und kopier Sie jetzt fast. Ich hoffe das geht i.O.?
    @Tina Lorenz
    Ganz wie Lenerl oben sagt. Sie haben toll und bewundernswert gehandelt!
    Irgendwann habe ich mal von Ihnen sowas gelesen wie „es wird einem halt dauernd erklärt, dass alles, was komisch aussieht, normal ist, und dass man selber komisch ist, wenn man nachfragt“. Wenn nur mehr Leute so klar und so mutig wären wie Sie!

  • Lenerl

    |

    @ melle: Das ist doch eine wunderbare Ergänzung! Vielen Dank! Genauso ist es. Nachfragende junge Frauen erschüttern auch so manches Weltbild ;-)

  • Angelika Oetken

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    „Für CSU-Stadtrat Schlegl ist die Personalie ein Hinweis, „dass das System Wolbergs fortbesteht“‚
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/korruptionsaffaere-ein-schwiegersohn-macht-karriere-in-regensburg-1.3413726

    Ich verstehe nicht, dass Herr Schlegl dieses System der Postenvergabe „System Wolbergs“ nennt. Das wäre zu viel der Ehre. Die Tradition reicht doch viel weiter zurück. Ungewöhnlich am Regensburger Korruptionsskandal ist lediglich, wie VertreterInnen verschiedener politischer Parteien gemeinsame Sache gemacht haben.

    Dass es dann auch noch aufflog, grenzt ja beinahe schon an ein „Wunder“. Eigentlich ein Indiz dafür, dass an den offiziell verlautbarten Zusammenhängen was nicht stimmen kann.

  • xy

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    Unabhängig von der Person des Eckl und unabhängig von der Qualität des Wochenblatts, halte ich das Vorgehen der Staatsanwaltschaft in Anbetracht des Grundrechts der Pressefreiheit doch für recht merkwürdig. „Do ut des“ ist im Presseumfeld keine Bestechung sondern sozialüblich. Es ist ja wirklich gut, dass wir eine strenge Staatsanwaltschaft haben. Die Strenge sollte jedoch nicht an der grundrechtlich geschützten Presse geübt werden, wo man nur verlieren kann.

  • Dr. Rübenach

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    Bei den täglich neuen – auch bundesweit verbreiteten – Meldungen aus dem Regensburger Rathaus und um das Regensburger Rathaus herum scheint langsam aber sicher der vollständige Austausch des hier politisch handelnden verklüngelten Personals anzustehen, also die tabula rasa.

  • reminder

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    @xy: Wir koennen doch bei etwaigen Rechtsverstoessen schlecht mildere Masstaebe anlegen, nur weil sie von grundrechtlich geschuetzten Bereichen ausgehen, oder? Die sind ja nicht geschuetzt, damit sie sich ungenierter daneben benehmen koennen.

  • Markus B.

    |

    „politisch motiviert“ kann man nicht den Staatsanwalt vorwerfen sondern dem Wochenblatt, das kann man doch schon seit Jahren sehen wie Herr Eckl im Wochenblatt den Wolbergs hofiert. Alle Parteien die nicht der bunten Koalition angehören werden dort platt gemacht, zuletzt eben die Frau Lorenz auf übelste Weise. Einem solchem Klatschblatt kann ich in keinster weise mehr Glauben schenken.
    Mit Hilfe des fünf Parteiensystem konnte sich der OB sein Lügen- Korruptionsmodel unbemerkt ausbauen, da die kleinen Parteien nicht in der Lage waren die Zusammenhänge zu erkennen und zu analysieren, für großzügige Postenvergabe politisch und privat drückte man auch gerne mal beide Augen zu.

  • mkveits

    |

    An die letzten Beiträge anknüpfend:

    Unverzichtbar ist ein U-Ausschuss, der die letzten 21 Jahre Regensburger Regierung einer Überprüfung auf Übereinstimmung mit Gesetz und Recht unterzieht !!

    Meine langjährigen Erfahrungen, die durch die Bank aktenkundig sind und für einen U-Ausschuss ein wahre Fund-, wenn nicht „Gold“grube wären, lassen mich daran erinnern, dass die 18 Jahre Schaidinger und sein von ihm geschaffenes SYSTEM in dieser lange Zeitspanne eine ganze Politiker-Generation „sozialisierte“. Sie hatten eine halbe Generation Zeit zu beobachten, wie es geht, wie geschmiert es läuft – und nun wurde und wird? das Schaidinger-System von den wenigen, die wirklich das Sagen haben (mit Unterstützung freilich der seit jeher an hohen Verwaltungshebeln Sitzenden, ohne die es nie ging) unter wohlwollendem Wegschauen der zur Kontrolle Berufenen einfach fortgeführt. Der Krug geht so lange …

    So schlicht scheint es zu sein.

    Der kleine Unterschied liegt in dem Sich-heute-Trauen der StA (was ein anderes Abend füllendes Thema wäre …). Und: Wo gibt es noch grabende Journalisten, die mehr als ein „Medienhaus“ hinter sich haben und wirklich wirklich das (Sonntags) Gerede vom WACHHUND in die Tat umsetzen? In Regensburg jedenfalls nicht. Das kann auch ein mutiger Einzelkämpfer nicht leisten. Und das Versagen der sog. vierten Gewalt war eine weitere Bedingung für das bis heute „gelingende“ System-Schaidinger, das u.U. noch(!), was ihn selber angeht (Zuwarten, nichts tun, aaah: Verjährung!) unter einer christlich-sozialen Patronage stehen könnte, weil die ansonsten abgehende „Lawine“ in ihrer Größe kaum einzuschätzen wäre.

    Wenn als der Kollege Dr. R. hier in Richtung „tabula rasa“ zu votieren scheint, dann, ja dann müste der Blick der Zivilgesellschaft und deren Interessen wahrenden Institutionen – über den aktuellen Rücktritt der gesamten Stadtrats hinaus – auch Justiz- und Medienarbeit entlang der 18 Jahre Schaidinger in den Focus einer „Evaluation“ nehmen.

    Was ist zu tun?

    Eine Aufgabe für ein halbes Dutzend Doktorarbeiten, ein Schub für die Wissenschaft um daraus Start-ups zu formen? Nein.

    Der Stadtrat tritt geschlossen durch einfache Erklärung zurück. Es finden innerhalb von 3 Monaten Neuwahlen statt.

    Ich plädiere für einen Untersuchungsausschuss, der nach der „Entflechtung“ des Grundgesetzes vom Bund, und nur von dort, eingesetzt werden müsste. Der Landtag wäre in Anbetracht der Mehrheitsverhältnisse nur als „befangen“ einzuschätzen; aus der Mitte der dortigen Opposition müsste Berlin angerufen werden (Stichwort: Homogenitätsprinzip, Artikel 28 GG).

    Wo also sind die der Aufklärung verpflichteten, (auf Zeit) gewählten Vertreter, die das Vorstehende in Angriff nehmen. Ich helfe gerne mit einer ersten to-do-Gliederung; andere werden dazukommen. Der 18+3-jährige Sumpf gehört trocken gelegt. Punkt.

    Nur durch Herstellung von Transparenz wird in Regensburg je wieder Vertrauen zwischen Bürgerschaft und Regierung/Verwaltung möglich sein.

    Ein Weiter-so kann es nicht geben. (Das gilt für Berlin wie für die Domstadt)

  • Lenerl

    |

    @ xy:

    „do ut des“, „quid pro quo“, “manus manum lavat”, und dann noch diese ganzen verschiedenen Definitionen des Begriffs „periurium“. Das kann man heute alles bei Wikipedia nachlesen. Muss man nie gelernt haben. Das kann man dann aber alles auch schnell mal falsch verstehen oder durcheinanderbringen: Das eine ist eher so eine „Gegenleistung“, das andere mehr „Spieltheorie“ , das dritte dann so „Korruption“. Egal, Herr Wolbergs und Herr Eckl sind, ähnlich wie einige der Herren Kommentatoren hier, sicher große Lateiner und wissen um die Unterschiede.

    Ich habe es mit dem Lateinischen ja noch nie so gehabt. Ich verbinde damit eher schlechte Noten und ein Null- Bock- Gefühl, weil Latein (außer man möchte z.B. Sprachen, Medizin oder Bio studieren) nur zum Gschaft´ln oder Verschleiern bestimmter „Umstände“ dient, die man eigentlich gar nicht so richtig in muttersprachliche Worte fassen kann.

    Aber nochmal zum „do ut des“: Wenn man sich rudimentär informiert, stößt man auf folgendes: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 320 Einrede des nicht erfüllten Vertrags. Ist echt schnell gegoogelt. Steht da irgendwas von Dienstgeheimnissen oder nichtöffentlichen Protokollen? Ich kapier´s nicht. Aber ich bin auch schlecht in Latein! :-(

    Trotzdem würde ich sagen, xy: Aktenzeichen ungelöst!
    Ich bin gespannt wie sich die ganze Geschichte mit Herrn Eckl und seiner „Berichterstattung“ am Ende –zusammengefasst in schlichtem Beamtendeutsch- anhört.

    Übrigens, nur noch kurz wegen Pressefreiheit und so: Journalismus kann man auch super googeln. Da steht sowas mit drei Ebenen. Versuchen Sie mal da das Wochenblatt einzuordnen. Gar nicht so leicht! Und wenn Sie dann noch zwei Minuten Zeit haben: geben Sie den Begriff „Pressekodex“ ein. Da vergessen Sie jedes lateinische Zitat! ;-)

  • ExRA

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    Mit Abstand der beste Kommentar in diesem thread: „Der Haizmann als Verteidiger ist eigentlich schon ein Schuldeingeständnis“ (oben „Dieter“ am 09.03.2017 /11.33 Uhr). Seltsamerweise auch der kürzeste.
    Johannes! Dein „tabula rasa“ klingt verlockend. Bloß mit wem ersetzen wir all die Rasierten?

  • Christine

    |

    @ Angelika Oetken: Das, worüber die SZ am WE über den Regensburger Korruptionssumpf berichtet, hat es auch schon in der Zeit vor Wolbergs gegeben. Es wurde darüber nur nicht gesprochen. Erinnert sich noch jemand an die Streiterei zwischen dem Kulturreferenten und dem früheren Leiter der Museen, der 2010 diese Position gegen die Stabsstelle „Museumskoordinator“ eintauschen musste und anschließend bis zu seiner Penisonierung krank gemeldet war. Ihm folgte als Leiter der Museen sein Stellvertreter nach, der sich auf die Seite des Kulturreferenten geschlagen und damit die Belohnung „verdient“ hatte. Um eine Stellenausschreibung zu umgehen, behaupteten damals die Verantwortlichen, die Stelle der Museumsleitung sei abgewertet worden. Ein Dreivierteljahr später wurde die Stelle wieder aufgewertet und der Stelleninhaber befördert. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man so etwas Trickserei. Das Vertrauen der Belegschaft in funktions- und sachgerechte Bewertung besteht ohnehin nicht. Der Fisch beginnt vom Kopf zu stinken. Freunderlwirtschaft und Korruption haben fleißende Übergänge und vielfache Ausprägungen. Insider profitieren von diesem System, andere trauen sich nicht etwas dagegen zu unterehmen, weil sie mehr zu verlieren als zu gewinnen haben. In dem von der MZ und der SZ „aufgedeckten“ und dem von mir angesprochenen Fall muss auch die Personalvertretung mitgespielt haben, was nicht für dieses Gremium spricht.

  • Christine

    |

    Zu Herrn Eckl gibt es gute bayerische Lebensphilosophie: Wer austeilt, muss auch einstecken können.

  • Angelika Oetken

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    „Das, worüber die SZ am WE über den Regensburger Korruptionssumpf berichtet, hat es auch schon in der Zeit vor Wolbergs gegeben. Es wurde darüber nur nicht gesprochen.“

    @Christine,

    worauf führen Sie das frühere davon-Schweigen und das aktuelle darüber-Sprechen zurück?

    VG
    Angelika Oetken

  • Zeitgenosse

    |

    Würde gerne mal wissen, ob der in Journalistenkreisen mehr oder weniger geschätzte/gefürchtete?? PRESSERAT zur Frage der Ethik / Seriösität der Informationsgewinnung in der vorgenannten Angelegenheit von sich aus tätig wird oder ob es hierzu einer Anregung / Meldung bedarf. Ich glaube kaum, denn vermutlich ist es ja in allen politischen Ebenen mit der Informationsgewinnung auch nicht unbedingt anders. Das sind dann vermutlich die „gut informierten Kreise“ die aus guten Gründen dem Reporter widerrechtlich Unterlagen überlassen bzw. „was stecken“….
    Glaube kaum, dass strafrechtlich schon im Hinblick auf das Verwertungsverbot was hängen bleibt.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Lenerl“ Gott sei Dank gibt es auch in der SPD Frauen (und Männer) die
    n a c h f r a g e n . Eine Ja-Sage-Truppe wäre der Tod jeder politischen Aktivität.

  • Mathilde Vietze

    |

    Also ich kann mir beim besten Willen n i c h t vorstellen, daß Herr Dr. Eckl dem Herrn Wolbergs Geld gegeben hat. Oder hat Herr Dr. Eckl im Lotto gewonnen?

  • Lenerl

    |

    Ich stimme Ihnen voll zu, Frau Vietze.
    In der SPD gibt es solche Menschen. Leider halt nicht in der Regensburger SPD. Was das für die Partei hier bedeutet, haben Sie ja selbst sehr prägnant beschrieben.

    Von der SPD Regensburg und ihren Akteuren bleibt momentan nur eins hängen: niemand weiß was.
    Gäbe es hier nachfragende Frauen und Männer, dann wüsste man mehr, denke ich.

  • Markus Frowein

    |

    @Mathilde Vietze

    Man kann nicht nur mit Geld bestechen, sondern auch mit immateriellen Dingen.
    In diesem speziellen Fall geht es, wenn ich das richtig verstanden habe, darum, dass Herr Dr. Eckl Herrn Wolbergs wohl einen oder mehrere Gefallen tun wollte bzw. getan hat.
    Zum einen geht es um „positive Berichterstattung“, was ja nicht unbedingt journalistisch korrekt sein dürfte, m.E. nach strafrechtlich aber nicht unbedingt ein Tatbestand, wenn man es einfach so macht, aber wenn man Gegenleistungen dafür erhält, dann wohl doch.
    Zweitens geht es um die Vernichtung von vertraulichen Dokumenten (die o.g. Gegenleistung), die offenbar schon gar nicht in den Besitz von Herrn Dr. Eckl hätten gelangen dürfen.
    Und drittens geht es um die Aussage, „jeden Meineid zu schwören“, was für mich so viel bedeutet, wie die Ankündigung einer Straftat im Fall einer Anhörung von Dr. Eckl unter Eid.
    Die Bewertung überlasse ich den Strafverfolgungsbehörden, die haben mehr Ahnung davon.
    Mit freundlichen Grüßen, Markus Frowein

  • hutzelwutzel

    |

    @Mathilde Vietze:

    Warum soll Dr. Eckl dem Wolli kein Geld gegeben haben? Dazu muß man doch nicht im Lotto gewinnen, sondern kann grds. auch als „Bote“ agieren.

    —————————
    @Markus Frohwein: Ich denke auch, dass Dr. Eckl unschuldig ist, aber irgendjemand scheint man neben W. noch „hängen“ zu müssen. Sonst hat das ganze kein glaubwürdiges Ende. ;-)

    Was ist eigentlich mit Schaidinger? Geht der leer aus, oder kommt da noch was?

  • Markus Frowein

    |

    @hutzelwutzel

    Wir dürfen doch nicht in der Vergangenheit graben, das wollen doch so viele nicht. Denen reicht doch schon, dass einer erwischt wurde, nicht dass noch viel mehr raus kommt. Ich glaube, einige von denen brauchen zur Zeit kein Abführmittel, um sich in die Hose zu … ;-)
    Ob Herr Dr. Eckl schuldig oder unschuldig ist, überlasse ich den Ermittlungsbehörden.

    MfG Markus Frowein (ohne „h“, aber ich habe schon überlegt, ob ich meinen Namen ändern lassen soll, weil ihn eh jeder mit „h“ schreibt, selbst, wenn ich es explizit erwähne)

  • Regensburger

    |

    An die aktiven und kritischen Schreiber und Leser der regensburg-digital. Seit der Zeit als ein Unbekannter Schreiber angefangen hat seine SPD Kommentare unter meinem „Pseudo“ „Regensburger“ zu schreiben, habe ich mich von den Kommentaren des Regensburgers distanziert. So lange ich keine andere „Name“ nicht benutzen kann, halte ich mich mit meinen Kommentaren zurück. Danke für ihr Verständnis.

  • Angelika Oetken

    |

    Lieber Herr Frowein,

    was würde Ihrer Einschätzung nach bei stadtpolitischen Ausgrabungsarbeiten denn so alles zum Vorschein kommen? Sagen wir mal bis zu einer Tiefe von „Ende WK II“?

    Viele Grüße von
    Angelika Oetken

  • hutzelwutzel

    |

    @Markus Frowein:

    Entschuldigen Sie die unfreiwillige Namensänderung! So aber ist wenigstens was Fröhliches bei der Sache zu Regensburg. ;-)
    ————-
    @GR:

    „Der Sumpf scheint immer grösser zu werden und vor Nichts und Niemandem
    halt zu machen…….traurig.“
    —————————————-
    Scheint wirklich so zu sein, sonst wäre nicht gerade eben im ZDF, „drehscheibe“ erstmals ein Bericht zu Wolbergs und Regensburg, mit Pressesprecher OStA Ziegler und Natasha Konen (SPD) gesendet worden.
    Ist doch schon was, wenn jetzt endlich mal die gesamte Republik informiert wird. Wenn ich auch nicht denke, dass diese Sendung allzu viele Leute ansehen werden. ;-) Zu dieser arbeitstechnisch unpassenden Zeit.

  • Jahnsinnig

    |

    Ein Aspekt würde hier völlig übersehen . Es zeugt schon von einer gewissen Charakterlosigkeit ein Stadtrat sMitglied wie die Piratin privat so zu diffamieren , nur weil sie ihre Stimme nicht im Sinne der Protagonisten abgegeben hat .
    Man kann nicht alles auf das System Schaldinger und die Kopie schieben .
    Hier zeigen Eckl und Wolbergs ein großes Maß an:
    CHARAKTERLOSIGKEIT
    Nicht mehr und nicht weniger !

  • Stefan Aigner

    |

    @hutzelwutzel

    ZDF und ARD haben schon mehrfach berichtet.

  • Mr. T

    |

    Das Wochenblatt bietet ja Anzeigen im redaktionellen Umfeld an, also Werbung für ein Unternehmen, die wie ein Artikel ausschaut. Die kostet schon mal was. Wenn dann der DrEckl dem Wolbergs als Gegenleistung für das Durchstechen vertraulicher Unterlagen und Informationen wohlwollende Artikel verspricht, kann man schon den geldwerten Vorteil solcher Artikel abschätzen. Er hätte natürlich auch dem Wolbergs Geld für die Informationen geben können, mit dem der Wolbergs dann wieder seine Artikel hätte kaufen können – für diejenigen, die sonst keine Bestechung erkennen können.

  • Angelika Oetken

    |

    @Mr. T,

    stimmt.

    Aber wozu brauchte Herr Eckl die Unterlagen? Wo doch sein Job beim Wochenblatt kein investigativ-journalistischer, sondern der der redaktionellen Gestaltung von Anzeigen ist?

    VG
    Angelika Oetken

  • Wolbergs arbeitet an seinem Comeback » Regensburg Digital

    |

    […] Auch zu den Vorwürfen gegen den Wochenblatt-Redaktionsleiter Christian Eckl nahm Wolbergs offenbar Stellung. Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Eckl wegen des Anfangsverdachts der Bestechung. Im Gegenzug für interne Unterlagen soll er dem Oberbürgermeister eine wohlwollende Berichterstattung zugesichert haben. In einem von den Ermittlern aufgezeichneten Telefonat soll Eckl Wolbergs zugesichert haben, für ihn „jeden Meineid zu schwören“. […]

  • Mathilde Vietze

    |

    Also, sooooo positiv hat der Eckl, pardon, der
    Herr Dr. Eckl, über Wolbergs auch wieder nicht
    berichtet. Und ich kann mir auch nicht vor-
    stellen, daß Wolbergs vor Eckl einen Kniefall ge-
    macht hat, über ihn „etwas Nettes“ zu schreiben.

  • Markus Frowein

    |

    @Angelika Oetken

    Naja, ich glaube, es wird nicht wirklich schwer sein, das zu bewerkstelligen.
    Ich würde den 08.05.1945 vorschlagen, um auch wirklich alles offenzulegen.
    Für mich persönlich war es nicht besonders schwer, eine Kleinigkeit herauszufinden.
    Was ich dazu gebraucht habe? Google und ein paar Zeitungsartikel aus dem Archiv.
    Ich wiederhole mich ja nicht so gerne, aber für Sie hole ich noch einmal ein Thema in Erinnerung, welches ich in einem anderen Thread schon einmal angeschnitten habe:
    Im April 2000 ist Herr Peter Kulka aus dem Gestaltungsbeirat auf eigenen Wunsch ausgeschieden, um „nicht mit seiner planerischen Tätigkeit in Konflikt zu geraten“, die er nahtlos am Peterstor übernommen hatte. In der Satzung des Gremiums, welche vom Stadtrat abgesegnet und somit auch allen anwesenden Stadträten incl. OB bekannt gewesen sein müsste, steht, dass man nach Ausscheiden aus dem Gremium ein Jahr in Regensburg nicht planen und bauen darf, somit war die Tätigkeit illegal.
    Keiner hat etwas dagegen unternommen außer gewissen Medien, die von Artikel zu Artikel die Fristen immer etwas mehr geschönt haben, um die Illegalität wegzuzaubern.
    Ich finde, dass nicht nur alle Stadträte, die damals weggeschaut haben, sondern auch gewisse (beteiligte) Journalisten genauer unter die Lupe genommen werden sollten.
    Natürlich haben die Ermittlungsbehörden ganz andere Mittel zur Verfügung als ich mit einer Suchmaschine und einem begrenzten Interesse, mich eingehender damit zu beschäftigen, deshalb gehe ich davon aus, dass diese noch viel mehr illegale Dinge zutage fördern könnten, sofern sie nur wollten.
    Und wie man ja jetzt sieht, machen solche Straftaten auch nicht vor Parteigrenzen halt, warum sollte also eine Alt-Bürgermeisterin der SPD nicht mal genauer betrachtet werden oder jemand, der kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs Bürgermeister war?
    Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die Bundesrepublik ausschließlich von total ehrlichen Antifaschisten, Sozialisten und Widerständlern aufgebaut und durchregiert wurde, oder?

    MfG Markus Frowein

  • Mathilde Vietze

    |

    Eine Frage an alle: Hat das, was Herr Eckl sagt und schreibt den Stellenwert
    des E v a n g e l i u m s ?

  • Münchner Gsindl

    |

    @ Mathilde Vietze…
    …ein berechtigter Einwand. So viel Aufmerksamkeit hat dieser Hobbyjournalist weis Gott nicht verdient…

  • blauäugig

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    Pfui! Jetzt schüttet Frau Vietze einen Dreckkübel über ihren Facebook-Freund Eckl aus, nur weil ihr die Berichterstattung über Wolbergs nicht positiv genug ist.
    Wolbergs wurde übrigens vorgeworfen, Herrn Dr.eckl vertrauliche Dokumente gegeben zu haben, von einem Kniefall war bisher nicht die Rede.

  • Liebes Dr. Wochenblatt-Team!

    |

    Bisher habe ich immer das Wochenblatt und Fix & Foxi gelesen, doch seit einiger Zeit merke ich, dass ich mich mehr zu nackten Fakten hingezogen fühle.
    Bin ich normal? Soll ich in eine Partei eintreten oder doch besser gleich die SZ abonnieren?

  • Angelika Oetken

    |

    Erstmal meinen ganz herzlichen Dank an Herrn Frowein für die Hintergrundinfos. Ich werde das mal verstoffwechseln und mich dann wieder dazu melden.

    @blauäugig,
    haben Sie eine Idee, welche Sorte Dokumente Herr Eckl von Herrn Wolbergs bekommen haben könnte und welchen Nutzen die für ihn hatten? „Vertrauliche Sitzungsunterlagen der Stadtbau“: zu welchem Projekt? Und was hat Herr Eckl damit zu schaffen?

    VG
    Angelika Oetken

  • Stefan Aigner

    |

    @Angelika Oetken

    Das steht alles in obigem Artikel.

  • Markus Frowein

    |

    @Angelika Oetken

    Das war ja nur eine Kleinigkeit, die mir jetzt aufgefallen ist. Und das auch nur, weil ich mich (aus ureigenem Interesse) etwas mehr mit der Materie am Peterstor beschäftigt habe.
    Hier ein kleiner Link, da habe ich auch die entsprechenden Zeitungsartikel archiviert, ich „schicke Sie“ mal ins Jahr 1999. Sie können ja nach Belieben vorwärts und rückwärts navigieren, links in der Linkleiste stehen die entsprechenen Jahreszahlen und ganz unten auf jeder Seite gibts einen Link, wo man zum nächsten Jahr kommt … http://www.amaroland.de/1999.htm

    MfG Markus Frowein

  • Angelika Oetken

    |

    Danke Herr Aigner!

    Genau deswegen frage ich ja. Welchen Nutzen kann der Redakteur eines regionalen Anzeigenblattes aus den internen Protokollen einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft ziehen, in denen es um die Einstellung eines technischen Leiters geht?

    VG
    Angelika Oetken

  • Mathilde Vietze

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    Zu „blauäugig“ Es ehrt Sie, daß Sie so offene und kraftvolle Worte finden.
    Ich frage mich nur, ob es unanständig ist zu fragen, ob man gewisse Medien-
    berichte mit dem Evangelium gleichzusetzen hat.. Und was den Herrn Eckl be-
    trifft so stehe ich ihm durchaus auch kritisch gegenüber und wie er über
    Wolbergs schreibt, kann ich doch nicht beeinflussen. Das müssen schon
    die beiden aushandeln.

  • Wolbergs legt Parteiämter nieder » Regensburg Digital

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    […] Wochenblatt, das in den letzten Monaten offen Position für Wolbergs ergriffen hatte und gegen dessen Redaktionsleiter die Staatsanwaltschaft derzeit ebenfalls in Zusammenhang mit der Korru…. Der Verdacht: positive Berichterstattung gegen vertrauliche […]

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