Beiträge mit Tag ‘Wochenblatt’

Tag 23 im Wolbergs-Prozess

Kollektives Kreisen um Hartls Problem-Mail

Der 23. Verhandlungstag im Korruptionsprozess bringt einen neuerlichen Rüffel für die Ermittlungsbehörden: Nach weiteren Schlampereien bei den Protokollen der Telefonüberwachung ordnet Richterin Elke Escher die Neuverschriftung von 111 aufgezeichneten Gesprächen an. Ob die Ausschreibung des Nibelungenareals auf den Bauträger Volker Tretzel zugeschnitten war, bleibt trotz annähernd 30 vorgespielter Telefonate weiter ungewiss. Allerdings offenbaren Gespräche das zweifelhafte Verständnis eines Regensburger Mediums von Journalismus. Joachim Wolbergs legt in diese Zusammenhang seine Sicht der Dinge zur hiesigen Medienlandschaft offen.

War die Ausschreibung für das Nibelungenareal auf den Bauträger Volker Tretzel zugeschnitten? Eine E-Mail von Norbert Hartl steht bei dieser Frage im Fokus. Foto: as

„Wenn er das so bringt, wie er es jetzt geschrieben hat, wird das ein super Artikel.“ Norbert Hartl klingt aufgekratzt, als er nach einigem Klingeln Oberbürgermeister Joachim Wolbergs an die Strippe bekommt. Es ist der 12. Dezember 2016. Seit einem knappen halben Jahr laufen zu diesem Zeitpunkt die Ermittlungen wegen des Korruptionsverdachts gegen Wolbergs. Immer wieder versichern Hartl und Wolbergs einander, dass da nichts herauskommen werde. Und gerade scheint man eine Kuh vom Eis gebracht zu haben. Er komme gerade vom Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts, Christian Eckl, berichtet der SPD-Fraktionschef dem OB. Er, Hartl, habe in dem mit Eckl abgesprochenem Artikel „nur einen Satz“ ausbessern müssen. Ansonsten habe der Redakteur alles geschrieben, was wichtig sei zur Vergabe des Nibelungenareals an den Bauträger Volker Tretzel. Vor allem stehe da drin, „wie super“ das alles sei. „Da kann ich zufrieden sein“, freut sich Hartl. Es sei „vielleicht gar nicht so blöd“ gewesen, „die Geschichte offensiv anzugehen“.

„Bereits bestehende Gewogenheit“

Ermittlungen gegen Wochenblatt-Redakteur eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Christian Eckl, Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts, und Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eingestellt. Ihnen war Bestechung bzw. Bestechlichkeit vorgeworfen worden. Ungeachtet dessen sprach ein Kripobeamter am Donnerstag vor Gericht von einer „engen Zusammenarbeit“ zwischen Wolbergs und dem Wochenblatt und einer „gesteuerten Aktion“ gegen die Staatsanwaltschaft.

OB Wolbergs hat ein Verteidigungsmedium

Spendenaffäre: Schweigen, Dementis und offene Allianzen

Der Ton wird rauer in der Spendenaffäre – das betrifft sowohl den Oberbürgermeister wie auch die Staatsanwaltschaft. Derweil machen Gerüchte die Runde und das Bauteam Tretzel dementiert angebliche Aussagen seines Inhabers gegenüber dem Wochenblatt. Das Anzeigenblatt gefällt sich in der Rolle der kritiklosen Pro-Wolbergs-Fraktion. Das erklärt manche Aktion des Oberbürgermeisters.

Koalitionäre spinnen Theorien, CSU wehrt sich

Spendenaffäre: Ermittlungen ausgeweitet, neue Durchsuchungen, Verschwörungstheorien

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Ermittlungen in der Spendenaffäre um OB Wolbergs ausgeweitet. Nach Informationen unserer Redaktion gab es auch Durchsuchungen beim fürstlichen Haus. Derweil wehrt sich der frühere OB-Kandidat Christian Schlegl gegen Vorwürfe des Regensburger Wochenblatts. Dieses sei ein „SPD-Kampfblatt“.

Wie die MZ mit einem Kampfbegriff umgeht

Mediales Obergrenzen-Tourette

In seiner Neujahrsansprache soll Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eine Obergrenze für Flüchtlinge gefordert und damit CSU-Chef Horst Seehofer „den Rücken gestärkt“ haben. Das behaupten Mittelbayerische Zeitung und Wochenblatt. Gesagt hat Wolbergs allerdings etwas anderes und seine Aussage ist auch nicht neu. Wie eine Obergrenze durchgesetzt werden soll, konnten die Schöpfer dieses Kampfbegriffs bislang nicht erklären.