„Aronia – Unentdeckte Heilpflanze“

Der kleine, aber feine Regensburger Verlag „edition buntehunde“ (Veröffentlichungen u.a.: „Begegnungen mit ehemaligen ZwangsarbeiterInnen“, Hg. Pax Christi u.a., „Der Wurstkuchlhund“ von Helmut Hoehn oder auch „Lisa … und dann kam ich ins Heim“, Hg. Thomas-Wiser-Haus) hat sich auf kleine Projekte mit regionalem Bezug und abseits des Mainstreams spezialisiert. Mit dem soeben in zweiter Auflage erschienenen Buch „Aronia – Unentdeckte Heilpflanze“ von Sigrid Grün und Jan Neidhardt ist erneut eine sehr schöne und beachtenswerte Veröffentlichung gelungen. Die Aronia ist ein hierzulande fast unbekannter Beerenstrauch, ein Verwandter der Eberesche. Besonders interessant ist die Verbreitungsgeschichte: ursprünglich stammt sie aus Nordamerika, fand dann ihren Weg über Russland in viele osteuropäische Staaten und auch in die DDR. Dort gab es mehrere große Aronia-Plantagen, aus deren Ertrag Produkte für das Delikat-Programm hergestellt wurden: eine Fruchtsoße, ein Rahm-Dessert, Aronia-Schaumwein oder Likör. Nach Absatzeinbrüchen infolge der Wende wurden die Plantagen teilweise neu angelegt bzw. auf Bio-Anbau umgestellt. Inzwischen wird die schwarzblaue Beere auch in anderen Bundesländern, u.a. in Bayern, angebaut, gedeiht aber auch in vielen Gärten und Parks. Der Strauch ist recht anspruchslos, aber Blüten, Früchte und besonders das Herbstlaub sind sehr dekorativ, weshalb die Aronia bei uns bisher vor allem als Zierstrauch gepflanzt wird. Das Besondere an der Aronia aber ist ihr hoher Gehalt an Anthocyanen und Procyanidinen, beides Stoffe, die eine hohe gesundheitsfördernde Wirkung besitzen, indem sie die sogenannten freien Radikalen fangen und dadurch zum Schutz vor Krebs, Herzinfarkt und Arteriosklerose beitragen. Erforscht wird diese Wirkung u.a. in einem seit 2006 an der Universität Regensburg laufenden Projekt unter der Leitung von Dr. Philipp Sand, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Das Büchlein von Sigrid Grün und Jan Neidhardt, beide übrigens Kulturwissenschaftler mit Wohnsitz im Raum Regensburg, informiert umfassend über die Aronia: ihre Einordnung in die Pflanzenwelt, Herkunft und Verbreitung, derzeitiger Anbau, medizinische Nutzung und Erforschung der Wirksamkeit und die Kultivierung der Aronia. Abgerundet wird das sehr schön gestaltete und mit vielen Fotos illustrierte Büchlein durch eine Sammlung von Rezepten zur Verwendung der Aronia: getrocknet, als Marmelade oder Kompott, im Kuchen oder auch als Wein und Likör. Sowohl der Aronia wie auch dem Buch ist zu wünschen, dass sie die Aufmerksamkeit und Verbreitung finden, die ihnen gebühren. Ich selbst jedenfalls sehe den bisher kaum beachteten Aroniastrauch in unserem Kleingarten jetzt mit anderen Augen. Sigrid Grün & Jan Neidhardt (2. Aufl. 2010): Aronia – Unentdeckte Heilpflanze. edition buntehunde, ISBN 978-3-934941-60-1.

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Kommentare (10)

  • Helmut Matias

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    Ich bin hin und her gerissen:
    Einerseits ist es Werbung, andererseits ist die „Aroniabeere“ und ihre Varianten doch für unsere Gesundheit vorteilhaft. MfG

  • Sir Sonderling

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    Normalerweise sehe ich so etwas nicht als Werbung. Es ist jedem Journal selbst überlassen, welche Buchbesprechungen es veröffentlicht.
    Da es sich in diesem speziellen Fall allerdings nicht um eine kritische Besprechung sondern um völlig vorbehaltlose, fast schon naive Lobhudelei auf dem Niveau einer Apothekenzeitung handelt und RD auch sonst keine Bücher bespricht, drängt sich bei aller Liebe der Eindruck auf, dass hier Spezln ein Gefallen getan werden soll. Auch in diesem Fall wäre jedoch zumindest der Ansatz einer differenzierten Bewertung hilfreich, denn nicht jedem Leser reichen die netten Thesen von den äußerst bösartigen „freien Radikalen“, die von der so tapfer für uns streitenden GSG9-Pflanze „gefangen“ genommen werden. Da drängt sich doch die Frage auf: Was passiert dann mit diesen Radikalen nach der Festnahme? Bekommen sie wenigstens einen fairen Prozess? Werden Sie in Stammheim eingebuchtet, damit sie unserer Gesundheit nicht mehr schaden können? Oder landen sie im medizinischen Labor der beiden Kulturwissenschaftler? Ich bitte Regensburg digital (mit Unterstützung kritischer, tapezierender KatholikInnen), hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Der Umgang mit Radikalen erinnert nicht nur mich an die üblen Gepflogenheiten in einem Polizeistaat!!
    Oh mann….wenn die Welt nur so schön schlicht wäre, wie sie uns immer erklärt wird…. :-)

    Servus,
    Sir

  • Momentan

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    Also ich werde mir das Buch sofort kaufen denn ich vertraue dem unabhängigen Journalismus!!

  • Helmut Matias

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    Weshalb sind manche Kommentatoren so feige ihren „wahren Namen“ anzugeben? MfG

  • Sir Sonderling

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    >Weshalb sind manche Kommentatoren so feige ihren “wahren Namen” anzugeben? MfG

    Helmut, was würde es denn an den Argumenten ändern?

    BTW: Woher wissen wir eigentlich, dass „Helmut Matias“ kein Pseudonym ist? :-)

  • Helmut Matias

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    An Sir Sonderling:
    Gucke einfach ins Telefonbuch oder suche mich im Internet.
    Das war wohl vermutlich ein Eigentor von dir, arme Fg! MfG

  • Sir Sonderling

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    Mei, Helmut. Hab ich mir mit dem Satz mit Smiley da ein großes Eigentor geschossen, ha?

  • peter sturm

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    dear sir,

    „dass hier Spezln ein Gefallen getan werden soll“

    das war nicht für einen spelzl sondern für den spezl eines spezl.
    diese geschickte konstruktion konnte der herausgeber nicht durchschauen. ihn trifft keine schuld.

    die rezensentin aber fühlt sich durch ihre kritik – auf ranitckihöhe – geschmeichelt, ja geradezu emporgehoben.
    sie will jetzt nur noch rezensionen schreiben und gibt ihren beruf auf.
    die apothekenzeitung ist die auflagenstärkste zeitschrift in deutschland. ihre kritischen worte wird sie der bewerbung beilegen.

  • Sir Sonderling

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    peter sturm, oh mei!

  • Heidi

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    ich find es immer Super Schlau wenn Menschen über was Urteilen wovon sie keine Ahnung haben!Werbung gibts auch für viele Biersorten zB ohne solche Komentare hernach!

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und…….
    Albert Einstein

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