SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 10. Mai 2009

Immer lustiger wird die Posse um die Gedenkinschrift, die Kulturreferent Klemens Unger in Stadtamhof hat fabrizieren lassen. Seit kurzem ziert sie das Pylonentor. „1809 Schreckenstage durch Napoleon – Zum Gedenken an die Opfer 2009“ wurde dort ins historische Gestein gemeißelt. Das hat Kritiker auf den Plan gerufen. War es doch nicht Napoleon, sondern die Österreicher, die 1809 Stadtamhof in Brand geschossen haben. Der Historiker Dr. Marcus Junkelmann befürchtet nun gar eine Belastung der deutsch-französischen Beziehungen. Als ob sich in Frankreich tatsächlich jemand etwas darum scheren würde, was eine Regensburger Kulturverwaltung sich in die Gebäude meißeln lässt. Das interessiert allenfalls das bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Von dort hatte Unger verschiedenen Medienberichten zufolge keine Genehmigung für seine denkwürdige Gedenkattacke. Ein Verstoß gegen das Denkmalgesetz. Jetzt droht dem Kulturreferenten sogar ein Bußgeld. Schlimm, schlimm. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum über eine vernünftige Gedenktafel für die Opfer des KZ-Außenlagers Colosseum seit über 25 Jahren erfolglos diskutiert wird. Da wird verständlich, warum der Kulturreferent nach einem neuerlichen Vorstoß für eine Gedenktafel am Gebäude seit Monaten ergebnislos nach einem vernünftigen Standort fahndet und den existierenden Gedenkstein derweil im hinterletzten Eck von Stadtamhof stehen lässt. Es soll schließlich kein Fehler passieren. Nicht, dass nachher noch „Colosseum“ auf der Colosseum-Gedenktafel steht. Nicht, dass nachher noch einer weiß, wo dieses KZ-Außenlager eigentlich gewesen ist. Und nicht, dass die Tafel nachher noch dort hängen könnt, wo sie eigentlich hingehört: am Gebäude. (Ent)spannende Lektüre!

Bürgerverein: Kritischer Vortrag zum Jubiläum

Zwei Passagen wurden am 12. Mai nach einer Klarstellung von Professor von Schmädel korrigiert. Die Redaktion entschuldigt sich für die missverständlichen bzw. verkürzten Formulierungen.Nicht nur die Weißwürscht waren knackig beim Empfang des Bürgervereins Regensburg Nord (BRN) anlässlich seines 15jährigen Jubiläums am Samstag. Der Ehrenvorsitzende Helmut Meier und Vorsitzende Armin Gugau konnten mit dem Soziologen Professor […]

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01