SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 1. August 2010

Kinder sind was unglaubliches! Ich habe das erst gar nicht so realisiert – bis mein Neffe kam. Und es ist schon erstaunlich. Kinder verstehen schon sehr früh sehr viel. So mit eineinhalb – zwei Jahren. Auf jeden Fall bin ich mit Hans unterwegs auf dem Weg in die Allee am Schwimmbad vorbei. Hansi darf schon so halb alleine laufen. Da kommt von hinten ein Fahrradfahrer. Und fährt so scharf an uns vorbei, dass er Hans zu Boden schmeißt. Der schürft sich das Knie auf. Der Fahrradfahrer fährt einfach weiter. Ich nehme Klein-Hans in die Arme – Gott ist der schwer – und renne dem Radler hinterher. Zum Glück fährt er nicht so schnell. Hans heult.. Ich beruhige ihn: „Psscht Hans – Goldkind ist ja gut. Psscht Hans HANS, jetzt schnappen wir uns den Radler und wenn wir bei ihm sind dann haust Du ihn ganz feste ins Gesicht! Ganz oft, ja?“ Hans schaut verwirrt. Ich wiederhole alles, allerdings wesentlich keuchender. Der Radler wird schneller. Er droht mir davonzufahren. Gerade noch schaffe ich es ihm gegen das Hinterrad zu treten. Der Radler stürzt böse. Wir gehen zu ihm hin – er rappelt sich gerade auf. Als wir dicht vor ihm sind will er gerade ansetzen, um loszuschimpfen. Da knallt ihm Hans sein Fäustchen ins Gesicht! Damit hat er nicht gerechnet. Er ist so verdutzt, dass er gar nichts mehr sagt. Zur Sicherheit knalle ich ihm auch ein paar. „Leg Dich nicht mit meinem Neffen an“, werfe ich ihm beim Weggehen über die Schulter zu. Danach gehen Hans und ich unbehelligt davon. Der Kleine weint nicht mehr. Und so böse sieht sein Knie gar nicht aus. Fröhlich glucksend patscht er seine Händchen zusammen. „Siehst Du Hansi“, sage ich zu ihm, „so geht man mit Radlern um“.

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