Bischof Müller: Holocaustleugner raus aus dem Klerikerstand

mullerErneut hat der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller eindeutig Stellung bezogen und den Ausschluss von Holocaustleugner Richard Williamson aus dem Klerikerstand gefordert – „freiwillig oder zwangsweise“. In einem Brief, der auf Bitte von Müller bei allen Sonntagsmessen im Bistum verlesen werden soll, nimmt der Regensburger Bischof aber auch erneut den Papst in Schutz und spricht von einer „beispiellosen Kampagne gegen“ dessen Person. Von der Rehabilitierung – ob nun für Holocaustleugner Williamson oder die Pius-Bruderschaft als Ganzes – könne „überhaupt nicht die Rede sein“. Das würde bedeuten, „die Straftat einer unerlaubten Weihe und alle irrigen und abwegigen Verhaltensweisen nachträglich zu billigen“. Die Wortführer der Piusbruderschaft hätten „der Kirche schweren Schaden zugefügt“. Wenn sie zur vollen Gemeinschaft der katholischen Kirche zurückkehren wollten, „müssen die vier illegal geweihten Bischöfe auf die Ausübung der bischöflichen Weihevollmachten verzichten. Meiner Überzeugung nach können sie allenfalls als einfache Priester eingesetzt werden.“ Über die Öffnung der Kirche durch das II. Vatikanische Konzil „wird es mit der Piusbruderschaft der Lefebvrianer auch keine Verhandlungen geben“, so Müller. Man könne aber den Pius-Brüdern „den Sinn dieser verbindlichen Texte besonders über den Ökumenismus, das Verhältnis zu den Juden und zur Religionsfreiheit besser erläutern“.

„Mit dem Kreuzestod Christi ist der Vorhang des Tempels zerrissen, der Alte Bund abgeschafft, wird die Kirche, die alle Völker, Kulturen, Rassen und sozialen Unterschiede umfasst, aus der durchbohrten Seite des Erlösers geboren. Damit sind aber die Juden unserer Tage nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete; sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig, so lange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren. Im Gegensatz dazu behauptet das II. Vatikanum, man könne die Ereignisse des Leidens Christi weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.“ Franz Schmidberger, Deutscher Distriktoberer der Pius-Brüder, Oktober 2008

„Wir erkennen heute, dass viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen verhüllt haben, so dass wir die Schönheit Deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres erstgeborenen Bruders wiedererkennen. Wir erkennen, dass ein Kainsmal auf unserer Stirn steht. Im Laufe der Jahrhunderte hat unser Bruder Abel in dem Blute gelegen, das wir vergossen, und er hat Tränen geweint, die wir verursacht haben, weil wir Deine Liebe vergaßen. Vergib uns den Fluch, den wir zu unrecht an den Namen der Juden hefteten. Vergib uns, dass wir Dich in ihrem Fleische zum zweitenmal ans Kreuz schlugen. Denn wir wussten nicht, was wir taten.“ Papst Johannes XXIII, 1963

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Kommentare (4)

  • Hl. Pankratius

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    Alle Heiligen, bittet für uns! Und für unseren Gerhard Ludwig, damit er endlich in den Frieden des Vaticans einkehren möge und dort Cardinal und vielleicht später noch Papst zu werden. Das ist unsere letzte Hoffnung. In Ruhe können wir dann unseren Kirchenaustritt besser begründen. Amen!

  • Joachim Datko

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    Zum Zitat „Papst Johannes XXIII, 1963“
    „Wir erkennen heute, dass viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen verhüllt haben …“
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    Meiner Ansicht nach sind die Katholiken an einer eventuellen „Blindheit“ ihrer Päpste schuld. Meiner Meinung nach sind es die Mitläufer, die für die Blindheit der „Führung“ verantwortlich sind. Sie bestätigen durch den Gehorsam die „Führer“ in ihren Vorstellungen und unterdrücken sogar Kritik. Einzelne Kritiker kommen gegen „das Dröhnen des Applauses der Mitläufer“ nicht an.
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    Wie soll ein Mensch reagieren, wenn ihm so etwas passiert:
    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,437357,00.html
    UNI REGENSBURG NACH PAPST-REDE

    “1500 Zuhörer folgten den Ausführungen des Papstes, die Stimmung sei wohlwollend gewesen, berichten Teilnehmer. Am Ende gab es stehende Ovationen.”

  • Mündige Bürgerin

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    Ja, dieses Mal hat Herr Müller wirklich mal et-
    was richtiges gesagt und getan. Hoffentlich
    gereicht ihm das im Vatikan zur Ehre und er
    erhält endlich dort den verdienten Posten mit
    Kardinalshut

  • seppl

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    Der eine leugnet den Holocaust, der andere leugnet die Taten pädophiler Priester der katholischen Kirche an Kindern – Lüge ist Lüge und bleibt Lüge!!

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