Die Tolerantl

Der Held des mittelgroßen Mannes

Toleranz ist eine löbliche Eigenschaft, die den meisten Menschen aber erst mühsam eingeprügelt werden muss. Deshalb soll hier, längst überfällig, eine Lanze gebrochen werden für einen Mann, der uns exakt mit dem gesetzlich vorgeschriebenem Maß an Selbstaufopferung in die Zukunft geleitet.

Ich will das Lied eines unbesungenen Helden singen, eines stillen Streiters, dem keine Denkmäler gebaut und keine Straßen gewidmet wurden. Keine Blume wurde nach ihm benannt, kein Plunderteilchen für ihn kreiert. Bislang jedenfalls noch nicht.

Ich spreche, natürlich, von Franz Rieger, der der guten Regensburger Tradition, trotz Sturm, Hochwasser und Gerichtsurteilen unbeirrt an seinem Weg festzuhalten, ganz neuen Glanz verliehen hat.

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Zur Erinnerung: Seit dem 31. Mai 2022 ist Franz Rieger rechtskräftig der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Erpressung schuldig gesprochen. Die von ihm gezogenen Konsequenzen waren eher symbolischer Natur; er ist aus der CSU-Fraktion ausgetreten und trägt, Gerüchten zufolge, fürderhin sein Seepferdchen-Abzeichen nicht mehr öffentlich auf der Badehose. Ansonsten bleibt er im Landtag, und zwar, weil das nicht verboten ist, und als Jurist weiß er schließlich ganz genau, dass man alles machen darf, was nicht explizit verboten ist.

Anstand ist ein Evolutionshindernis

Und wenn es nicht verboten ist, als Vorbestrafter weiter im Landtag zu sitzen, dann sitzt man da eben weiter herum, denn schließlich wird das Sitzen im Landtag im Gegensatz zu dem im Gefängnis ja recht gut bezahlt, was den Sitzkomfort deutlich erhöht. Juristisch eine eindeutige Geschichte.

Halt ohne Anstand.

Und genau deshalb muss man den Dr. Rieger feiern, weil er uns exakt mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaß an Selbstaufopferung in eine Zukunft geleitet, in der sich Anstand mehr und mehr als Evolutionshindernis darstellt.

Sind wir uns doch einmal ehrlich: Diese ganzen Ehrlichen, Aufrechten und Moralischen, die gehen uns doch alle massiv auf den Sack, weil sie uns so penetrant unter die Nase reiben, wie unehrlich, waagerecht und moralabstinent wir selber sind. Man muss sich doch zwangsläufig jedes Mal, wenn man eine Michael-Buschheuer-Brücke überquert, wie der letzte Nichtsnutz vorkommen, minderwertig in so vielerlei Hinsicht, obwohl man doch vielleicht schon ganz viele Pokemons in seinem Leben gefangen hat.

Was sind schon 50.000 Euro netto

Ich mag über keine Buschheuer-Brücke gehen; ich mag über eine Dr.-Franz-Rieger-Brücke gehen, die mir bei jedem Überqueren deutlich macht, dass wir alle nur Menschen sind, die vor allem darauf pochen sollten, regelmäßig etwas geschenkt zu kriegen, und dass viel Wasser die Donau hinunterfließt, bis mal was gerichtsmassig wird. Vielleicht würde sich ja auch der Brauch entwickeln, von der Brücke hinab eine Münze in den Fluss zu werfen, um die eigenen Prosperität zu fördern; für so etwas würde sich allerdings auch ein Tretzel-Brunnen anbieten.

Ich weiß auch nicht, weshalb weltweit gerade die fähigsten Politiker immer solchen Hexenjagden ausgesetzt sind. Gut, Erpressung, Steuerhinterziehung, das hört sich natürlich schlimm an, aber worum ging’s denn da? Grade mal 50.000 Euro, netto. Das entspricht, auf eine gängige Regensburger Währung umgerechnet, gerade mal einem Zwanzigstel Scheißhaus. Im Bild gesprochen vielleicht etwa ein Waschbecken, für die unschuldigen Hände. Und wegen sowas so einen Aufruhr zu veranstalten!

Auch der empörte Zwangsspender sollte dich da ruhig mal ein bisschen am Riemen reißen. Seit wann kann man denn unabhängig vom politischen Bekenntnis größere Flächen erwerben? In Wirklichkeit ist doch die allgemeine Bekenntnislosigkeit die Pest der Neuzeit, nicht nur religiös, sondern auch politisch.

Wir sollten alle mehr Rieger wagen

Wenn ich für mein Baugebiet erst einmal ein bisschen was spenden muss, dann steigert sich doch ganz automatisch auch meine Wertschätzung dafür; es kann ja auch schließlich nicht sein, dass sich Krethi und Plethi einen Baugrund kaufen wie der Heinz Günther an der Tankstelle ein Hanuta, nur, weil er grad das Geld dafür übrig hat. Aber so, in einem durch eine Spende quasi zertifizierten Bauantrag, wissen Sie, was dabei herauskommt?

Nachhaltigkeit.

Ganz genau. Nachhaltiges Bauen für nachhaltige Immobilieninteressenten. Die gegenleistungsfokussierte freiwilligkeitsmotivierte Geldspende verhindert doch die Anarchie am Bagger und sorgt vielmehr dafür, dass nur verlässliches, weil ausreichend solventes Mietervolk in die neuen Wohnungen einzieht. Man mag sich gar nicht ausmalen, was da sonst für ein Gesindel herumwohnen würde. Alle sind immer für Nachhaltigkeit, aber kaum müssen der Nachhaltigkeit zuliebe eine paar Rechnungen fingiert oder ein paar Beträge gestückelt werden, dann passt’s ihnen auch wieder nicht.

In diesen Zeiten brauchen wir einfach mehr Rieger, mehr Rieger in uns, um uns, und vor allem über uns. Wir brauchen mehr Menschen, die den Stürmen widerstehen, die eine poplige letztgerichtliche Instanz gegen sie entfesselt hat.

Nur nicht hudeln

Dr. Franz Rieger ist ein guter Katholik, und als solcher kennt er sich mit Verfolgung grundsätzlich gut aus, und er weiß auch genau, dass diese Kirche die letzten 2.000 Jahre nicht deshalb so gut überstanden hat, weil sie sich wegen jeder irrtümlich verbrannten Hexe ins Büßerhemd gekleidet hätte, oder wegen jedes Pfarrers, der seine Ministranten über die Maßen lieb gehabt hat. Falls man sich tatsächlich mal entschuldigen sollen müsste, oder von irgendetwas zurücktreten, dann kann man das ja ruhig in zwei-, dreihundert Jahren machen. Nur nicht hudeln.

Wir müssen uns alle ein bisschen mehr durchs Leben riegern, ein bisschen weniger auf das Erlaubte schauen, sondern aufs vielleicht nicht ganz Verbotene; wir müssen auch mehr vom Leben erwarten und dürfen uns dabei nicht von unserem Kleinhäuslerdenken einengen lassen, und wenn uns jemand dabei unterstützen könnte, indem er uns das Verdiente zukommen lässt, dann dürfen wir ihn auch mittels eines kleinen Späßleins darauf aufmerksam machen, dass er das doch macht, bitteschön.

Ich bin fünfzig und habe nicht die geringste Lust, meinen Platz zu räumen, nur weil jemand anders jünger, begabter, fleißiger oder weiblicher ist. Das ist ja übelster Sozialdarwinismus. Ich will schön da hocken bleiben, wo ich es mir gemütlich gemacht habe, und dafür braucht man die sogenannten Friends in High Places. Es ist uns Bayern sowieso tief eingepflanzt, dass eine höhere Instanz uns’rer Städte Bau schirmt, und dass nur deshalb unser Himmel weiß und blau ist. Ein bisschen Dankbarkeit wäre da schon angebracht.

Es ist doch schön, wenn es menschelt

Ich habe höchsten Respekt vor der Rieger’schen Promotion, aber ich fühle mich dem Mann so verbunden, dass ich mich hier ein wenig an ihn heranjovialisiere: Mich erinnert der Franz ein bisschen an den liebenswerten Schwerenöter aus einer berühmten Münchner Fernsehserie, auch wenn es ihm, anders als seinem berühmteren Namensvetter, eher um den drallen Briefumschlag als um die dralle Weiblichkeit geht. Aber es menschelt halt hier wie dort, und das ist doch für uns alle schön.

Der Ratisbona Franze bleibt im Landtag, „weil er sich der Region Regensburg und den Menschen hier verpflichtet fühlt.“ Wer mag schon ausschließen, dass er sich zwei oder drei Menschen aus der Region Regensburg ein bisschen mehr verpflichtet fühlt als anderen, und sich als Mann von Ehre bemüht, seinen Verpflichtungen noch nachzukommen. Schließlich gilt nach wie vor: Ein bisserl was geht allerweil.

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Kommentare (34)

  • Loch Ness

    |

    Ach so, wir haben ja ein Sommerloch.

  • Native

    |

    Das Motto und die politische Gestaltungskraft einflussreicher „politischer Heros“ und Großgrundbesitzer im Stadtwesten Regensburg war stehts: „Fette Ernte ohne ackern!“ Wem juckt da die Verantwortung eines Landtagsabgeordneten für regionale Verkehrsinfrastruktur.
    Die entsprechend eindeutige Antwort erhielten die Landkreisbürger mit der Ankündigung einer Wahlkampfveranstaltung am 13.08. 2013 zum Landtagswahlkampf von MdL Dr. Franz Rieger:
    „Wo Brücken fehlen, kommt die Fähre!“ Ich hoffe die Zeiten, wo die CSU einen Hackstock aufgestellt hat und der kritiklos gewählt wurde, sind nun entgültig vorbei.

    Nahverkehrsbrücken – Diskussion im Gemeinderat Sinzing April 2007

    A Bruck … a Bruck – alle woll`n a Donaubruck – und zwar Ruck Zuck

    wieder a mal – im Sitzungssaal – im Donautal

    wias no grod ausgerechnet jetzt drauf kema
    ja – alle braucha halt a Wahlkampfthema

    Des hört se guat o – und Leit hätten`s gern
    aber ich glaub – es wird wieder nix wer`n

    Bei jeder Wahl kocht dieses Thema hoch – des is nix nei`s
    danach liegt`s wieder – wia schon so oft auf Eis

    Es liegt halt leider ned blos an uns – des derf man ned vergessen
    auf der anderen Seit`n der Donau – gibt’s halt andere Interessen

    So sinnvoll es auch für Sinzing wäre – ich fürcht mir fahrn noch lange mit der Fähre

  • Mr. B.

    |

    Eine wahre Begebenheit, keine Geschichte!
    So einen tollen Beitrag habe ich schon lange nicht mehr gelesen!

    Wieder einmal mehr: “Mit RD erfährt man einfach mehr über unsere sog. “Oberen-Besseren”!

    Ich hoffe nur, daß er seiner ehrwürdigen Partei bei der nächsten Wahl nicht schadet?
    Die Grünen lachen jetzt schon, wie man immer wieder hört!
    Irgend wann münden die christlich-sozialen “Vorfälle” in Bayern in der Selbstzerstörung, weil man dem Wähler keinen Glauben mehr vermitteln kann und Anstand/ Respekt sowieso nicht mehr!

  • Christa

    |

    @Loch Nes
    Ja, das ist ein tiefes und dunkles Loch in R. Leider nicht das einzige. Jedoch ein zentrales, ein vieles erklärendes Loch. Ein beispielhaftes Loch!
    Das gehört endlich mal richtig aufgeriegert.

    Danke für die Erinnerung Herr Dr. Stein!

  • Spartacus

    |

    @Loch Ness
    Richtig, Erpressungen und andere Straftaten von Regensburger Politiker*innen sind so normal, da wird nurnoch im Sommerlich drüber berichtet.
    Und wisst ihr was, der Verurteilte Rieger würde selbst jetzt wieder gewählt werden.
    Schöner Kommentar Hr. Stein!

  • Mathilde Vietze

    |

    Lieber Stefan, ich schlage vor, dem ehrwürdigen Herrn Dr. Rieger eine
    Hochglanzpolitur für seinen Heiligenschein zu schenken. Ich würde da
    selbstverständlich auch mit einem Fünferl beisteuern.

  • Realist

    |

    Dieser Artikel….naja…
    habe den Kriminellen Rieger vor kurzen in der Stadt laufen sehen…er sieht schlecht….sehr schlecht aus……und jetzt noch dieser Artikel…man muß den Kriminellen Rieger doch schonen….das geht doch nicht wie mit dem hier umgeht…
    Was hat der Kriminelle Rieger eigentlich gemacht….er behauptet doch er sei unschuldig….und das man ihn jetzt als Kriminellen Rieger bezeichnen darf….geht doch gar nicht….

    Ja was ich eigentlich sagen wollte….sehr guter Artikel…Danke

  • Günther Herzig

    |

    Der „Stein“ der Weisen ist es nicht, wenn ein Stein an den Stein des Anstoßes erinnert, in der Absicht den Stein mal wieder ins Rollen zu bringen. Er könnte Stein auf Bein versichern, dass es ihm nur um gesellschaftliche Hygiene geht und er könnte beweisen, dass er das Zeilenhonorar an die Ukrainehilfe gespendet hat, oder hat er das gar nicht?
    Alle wissen schon alles. Das hindert niemanden immer wieder neu darauf hinzuweisen, dass ein Verurteilter (und seine Familie) lebenslang und darüber hinaus risikolos an den Pranger gestellt werden können, nein müssen, auch weil die Querdenker im Sommer nichts liefern, denn sie sind alle in Kroatien oder wo es sonst noch schön ist.

    Der Vater des Dr. Rieger hatte Glück, dass die Kommune Regensburg der Meinung war, der Donaubogen könne doch bebaut werden.
    Regensburg hat dadurch nur Vorteile gehabt:
    -Viele Bürger wohnen jetzt dort und werden sich nicht daran beteiligen, die Familie Rieger an den Pranger zu stellen,
    -viele Architekten konnten sich selbst verwirklichen,
    .die Bauwirtschaft, -auch Volker Tretzel gehört dazu-, hat Gelegenheit gehabt Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig an der Stadtentwicklung teilzunehmen,
    -das Volk hat einen “Balg” an dem man immer wieder herumzerren kann,
    -Futter für die Medien, oder bekommen Fälle, wie die des Volker Tretzel, des Dr. Rieger und anderer niemals mehr eine andere Behandlung als im Sommer zu ersetzen, dass auch die Spreewaldgurken knapp werden, weil die Regierenden in Brandenburg einem hundertfachen Milliardär gestattet haben das Grundwasser alleine zu vergeuden,

    Der “Stein” der Weisen hat Gelegenheit sich an der Person des
    Dr. Franz Rieger auszutoben, dieses Jahr, nächstes Jahr, bis in alle Ewigkeit, damit r-d Leser nicht irgendwann frustriert fragen, was ist eigentlich mit dem Rieger, da war doch was?!

    Und es wird gewagte Feststellungen geben: Das haben wir jetzt davon, dass die Landwirte, früher auch als Bauern bekannt, aus der Leibeigenschaft entlassen wurden, ihnen ihr Land gelassen wurde und Sie jetzt sogar marktgerechte Preise für die Flächen erzielen konnten.
    Und alle Linken werden sagen, dass die Erbschaftssteuer erhöht werden muss und Leute, wie der Vater des Dr. Rieger oder seine Erben rückwirkend mit einer Übergewinnsteuer zu belegen sind.

    Spendiert Martin Stein ein 9-Euro-Ticket unter der Bedingung, dass er auf Reisen geht und versucht mal was anderes in Deutschland kennen zu lernen und er es unterlässt den gesellschaftlichen Frieden dadurch zu stören, dass er Artikel wie diesen, ohne erkennbaren Mehrwert für r-d und die r-d Leser, absondert.

  • Lena Riess

    |

    Auf’n Punkt. Danke. Für so etwas zahle ich gern.

  • Mr. B.

    |

    Zu Günther Herzig
    30. August 2022 um 08:10 | #

    Sehr geehrter Herr Herzig, bei den Korruptionsprozessen waren wir eigentlich immer der gleichen Meinung.
    So fällt es mir nicht schwer, dass ich auch hier meinen “Senf” dazu gebe, weil ich keiner Partei verpflichtet bin.
    Herr Dr. Rieger wurde als unbescholtener Bürger von den Wählern in den Landtag bestimmt. Soweit so gut!
    Aber müssen es die Bürger und Wähler verstehen, dass er dort nach seiner Verurteilung noch weiter sitzt? Schließlich wissen Sie ja auch, dass es bei der Verurteilung nicht um einen
    z. B. “Kaugummidiebstahl” ging.
    Ich jedenfalls verstehe es nicht, denn in anderen Sparten wäre das längst kein Thema mehr (Vertrauen, Ehre, Anstand usw.).

  • Günther Herzig

    |

    @Mr. B.
    30. August 2022 um 09:37 | #
    wir sind auch weiterhin oft der gleichen oder einer ähnlichen Ansicht. Ich rechtfertige auch nicht strafbares Fehlverhalten. Nachdem Gerichte ihr Urteil gesprochen haben, scheint es mir unanständig auf das Verdikt des Gerichts nochmal und immer wieder etwas draufzusetzen. Niemand muss eine bestimmte Partei wählen. Dass Herr Dr. Rieger MdL ist, war der fehlenden Kenntnis der Wähler über Entwicklungen in der Zukunft geschuldet. Es ist doch müssig immer wieder den gleichen Brei aufzuwärmen und zu servieren.
    Mir, ich bin nur ein einsamer FDP-Ahänger, kommt es vorrangig darauf an, dass durch die konsequente Verfolgung und Sanktionierung des Gewesenen das Vertrauen in der Bevölkerung an die Verfasstheit in diesem Land gestärkt wird zur Vermeidung von Zuständen, gefördert vor allem durch Linke und Grüne, die nahelegen, selbst zu handeln anstelle des Staates, seiner Gesetzgeber und der Justiz. Die “Last Generation” Aktivisten sind solange zu bestrafen, wie sie das nicht begreifen. (Ist Aktivist übrigens ein Lehrberuf?)
    Und mit Blick auf Herrn Dr. Rieger wird der Steine werfende Stein doch kaum glauben machen können, dass von Herrn Dr. Rieger aktuell eine Gefahr ausgeht, mit der die Gesellschaft nicht leben kann, weshalb er von jedem, der zu etwas anderem zu feig ist, ständig angegangen werden darf.

  • Mr. B.

    |

    Zu Günther Herzig
    30. August 2022 um 10:32 | #
    “…gefördert vor allem durch Linke und Grüne, die nahelegen, selbst zu handeln anstelle des Staates, seiner Gesetzgeber und der Justiz. Die “Last Generation” Aktivisten sind solange zu bestrafen, wie sie das nicht begreifen. (Ist Aktivist übrigens ein Lehrberuf?)”

    Herr Herzig, bei d. o. g. Ausführung bin ich natürlich ganz bei Ihnen!

  • Mr. T.

    |

    Es ist mir neu, dass Gerichtsurteile einen Mantel des Schweigens und Vergessens hinter sich her ziehen müssen.
    Aber gut, ich bin auch keinem Jurastudium zum Opfer gefallen.
    Ich hoffe, es juckt auch die Quercus ilex nicht …

  • Hr. L

    |

    @Günther Herzig:

    Mal davon abgesehen, dass es in dem Artikel nicht mit einem Wort um die Familie von Hr. Dr. Rieger geht, ist die Ansicht

    „Der Vater des Dr. Rieger hatte Glück, dass die Kommune Regensburg der Meinung war, der Donaubogen könne doch bebaut werden.
    Regensburg hat dadurch nur Vorteile gehabt:
    -Viele Bürger wohnen jetzt dort und werden sich nicht daran beteiligen, die Familie Rieger an den Pranger zu stellen etc…“

    absolut beängstigend.

    Es gab wohl schon andere Herren denen wir Straßen, Häuser, Brücken oder sonst was zu verdanken hatten. Bei diesem Sinn für Gerechtigkeit wird mir Angst und Bange.. Man wende mal selbiges Prinzip bei allen Bürgern im Stadtnorden an, welche sich die Nibelungenbrücke nicht mehr wegdenken wollen.

    Aber um es jetzt kurz zu machen: Sie haben den Artikel nicht verstanden oder verstehen wollen… Das Vorgehen dieses Politikers ist beschämend und bezeichnend zugleich. Leider auch für unsere schöne Stadt Regensburg. Und um nichts anderes geht es in diesem Artikel. Wenn jemand damit nicht mehr konfrontiert werde möchte, dann muss er wohl auch aus der Öffentlichkeit verschwinden, wo er meiner Ansicht nach nichts mehr verloren hat.

    Hr. Stein vielen Dank Dank für diesen hochamüsanten Artikel mit leidigen und traurigen Thema, welches wohl nur einen winzigen Zipfel der Spitze des Eisberges betrachtet.. Hut ab für diese Schreibkunst!

  • Günther Wilhelm Herzig

    |

    @Mr. T
    30.08.2022
    ihr Beitrag gefällt mir, obwohl ich ihn nicht verstehe. Danke, dass Sie mich wahrnehmen!

  • MarcusAntonius

    |

    Danke an RD für den tollen Artikel.

    @Günther Herzig
    Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Herr Dr. Rieger verstand es immer, gut auszuteilen. Dann muss er das auch abkönnen bei so viel christlicher Scheinheiligkeit.

  • Günther Herzig

    |

    @Hr. L
    30. August 2022 um 15:01 | #
    dass ich sie beängstige ist nicht beabsichtigt.
    Kommentare zu schreiben führt gerne dazu, anderen Statements zu entlocken, nicht immer zu deren Vorteil.

  • Spartacus

    |

    Günther Herzig, der Rächer der Täter*innen?
    Viel Verständnis für Täter*innen in Positionen mit Macht haben Sie aufjedenfall.

  • Hthik

    |

    @Mr. T. 30. August 2022 um 13:55

    “Es ist mir neu, dass Gerichtsurteile einen Mantel des Schweigens und Vergessens hinter sich her ziehen müssen.”

    Das geht hier allmählich richtig ins Geld. Schon wieder zwei Bildschirmreinigungstücher nötig, um die Speisereste wegzubekommen.

  • Native

    |

    Es geht nicht darum auf persönlichem Fehlverhalten von Personen herumzureiten und nachzutreten. Bei politischen Mandatsträgern mit juristischer Ausbildung im Background und öffentlichen Auftrag, sieht das etwas anders aus. Es gab Zeiten, da hat Dr. Franz Rieger in Regensburg eifrig im Hintergrund kommunalpolitisch die Fäden gezogen und Entscheidungen beeinflusst. Mittlerweile schwindet sein politischer Einfluss zunehmend. Er hat sich entschieden, den Rest seiner Zeit als MdL in der aktuellen Wahlperiode (bis 2023) im bayerischen Landtag, fraktionslos, auf einer Backe abzusitzen. Ob er dadurch den Auftrag seiner Wähler noch gerecht wird? Man weiß es nicht! Sein Stimmkreis Regensburg-Stadt besteht auch aus drei Landkreisgemeinden (Pentling, Lappersdorf, Wenzenbach). Deshalb wäre der Blick vom Regensburger Donaubogen am nördlichsten Punkt der Donau über den „River“ zur Erfüllung seines landespolitischen Auftrags, hilfreich gewesen. Zumal er jahrelang Mitglied im Ausschuss der Regionen war. Große Verbesserungen in der Region Regensburg waren nicht erkennbar. Nachträgliches „Bauchpinseln“ durch einige Kommentatoren halte ich bei nüchterner, objektiver Einschätzung, für entbehrlich. Mein Verständnis hält sich in Grenzen.

  • Mr. T.

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    Hthik, das Tragen von Mund-Nasen-Masken ist nicht nur im ÖPNV oder auf der Dult angeraten. Oder regensburg-digital besser vor dem Essen lesen.

  • R.G.

    |

    Mit Herrn Dr. Rieger verbinde ich zwei Bilder, beide von Wahlplakaten.
    Auf einem, man sieht es oben, scheint er für die Werbung die Stellung, “Mein Name ist Hase” mimen zu müssen,
    beim anderen, dem auf dem Boot, wurde die Sichtachse direkt aufs Gemächt gerichtet.
    Den sinnreichen Botschaften konnte kein Prozess was anhaben.

  • Günther Herzig

    |

    Spartacus
    30. August 2022 um 17:05 | #
    Das unversöhnliche und ewige “Ceterum censeo”……..
    Und wo hat er Macht?
    Hätte man ihm nicht vorwerfen können, was dann abgeurteilt wurde, hätten Sie auch keine andere Sicht auf die Person. Sie könnten ihm dann nur vorwerfen, dass er der ist, dessen Leben gefördert wurde durch Umstände, auf die er selbst keinen Einfluss hatte. Und es hätte natürlich nicht so gut ausgesehen jemanden unter lautem Schreien abzulehnen, nur weil er in Verhältnisse geboren wurde, die andere nicht haben, aber gerne hätten.

  • Phantin

    |

    @Günther Herzig
    “…doch kaum glauben machen können, dass von Herrn Dr. Rieger aktuell eine Gefahr ausgeht, mit der die Gesellschaft nicht leben kann…”

    Die Gefahr ist eine schleichende. Etablierte Lügen, Korruption, Erpressung, Veruntreuung, Steuerbetrug. Wird zunehmend hingenommen? Macht ja jeder. Irgendwie. Was bewirkt da schon eine Verurteilung? Alles kein Schaden, mit der die Gesellschaft ja doch leben kann?
    Ich möchte nicht vertreten werden von jemandem, der dieser Dinge wegen rechtskräftig verurteilt ist. Nirgends. Zumal von Reue/Buße oder ernstzunehmender Konsequenz keine Spur erkennbar ist. Und ja, ich halte es für sinnvoll, immer wieder darauf hingewiesen zu werden, wenn da ein Missstand erkennbar ist.
    Gern auch in eloquenter Weise wie auf regensburg-digital.

  • Dugout

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    Günther Herzig: ” nur weil er in Verhältnisse geboren wurde, die andere nicht haben, aber gerne hätten.”

    Na jetzt wissen wir ja endlich Bescheid, wir sind halt doch nur neidisch auf den Prüfeninger Bauernbuam.
    Wenn nix mehr geht, bleibt noch die konstruierte Neiddebatte.
    A bisserl was geht halt immer

  • Günther Herzig

    |

    Jetzt könnte mal Schluss sein mit dem Verströmen von Geifer, sonst rutscht noch jemand aus.
    Wenigstens zeigt Dugout Einsicht:
    Na jetzt wissen wir ja endlich Bescheid, wir sind halt doch nur neidisch auf den Prüfeninger Bauernbuam.
    Konstruiert ist da aber nichts.

  • Der neidische Spartacus

    |

    Und wenn Günther Herzig nicht mehr weiter weiß, sind am Ende halt doch alle nur neidisch.

  • Arno Nym

    |

    Solange bei den Personen machender Verurteilung keinerlei Einsicht und Reue zu sehen ist, darf man meiner Meinung nach weiter darüber berichten. Das gilt für Herrn Rieger, wie für Herrn Wolbergs.
    Wenn die beiden Konsequenzen gezogen und aus der Politik ausgetreten wären, wäre das was anderes. Aber da beide an ihren Ämtern und Positionen kleben, bleibt nichts anderes übrig als immer wieder darauf hinzuweisen.

  • Mr. B.

    |

    Herr Herzig!
    Mit Neid hat das gar nichts zu tun!
    Neiddebatten hört man immer wieder von Personen, welche sich irgendwie auf nicht ganz ehrliche oder gerechte Weise (wenn es dann an die Öffentlichkeit kommt) groß bereichert haben, damit sie in der Gesellschaft wieder “hoffähig” gemacht werden!
    Wer ehrlich viel Geld verdient und z. B. auch noch Steuern zahlt, muss und braucht sich m. E. auch nicht schämen!

  • R.G.

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    Es ist OK, wenn sich Juristen in Forenkommentaren so verhalten, als verstünden sie wie Beschützer von in den Artikeln besprochenen Öffentlichen Personen.
    Ein bisschen gar nicht so subtile Werbung für das eigene Business geht immer.

  • Hthik

    |

    @Günther Herzig 30. August 2022 um 10:32

    “Mir, ich bin nur ein einsamer FDP-Ahänger, …”

    Wir reden schon von der Partei, die soviele Anhänger hat, dass sie jetzt in der Regierung den ökologischen Wandel blockieren kann und stattdessen die Spritfresser besonders fördert.

    Das wird alles immer sonderbarer. Zuerst musste ich wegen Corona, Merkel, Söder und Bill Gates verteidigen und jetzt lese ich von Prof. Dr. Stefan Kooths zur MWSt-Absenkung auf Gas

    “Dieser Beschluss verwässert einen wesentlichen gewünschten Zweck der Gasumlage: Gas einzusparen. Dafür ist ein steigender Gaspreis ein wichtiges Signal. …. Die Steuersenkung ist kein zielgenaues Instrument, um jenen zu helfen, die durch den Preisanstieg in Nöte kommen.

    … Es ist in einer solchen Situation nicht zweckmäßig, die Preissignale durch staatliche Eingriffe in das Steuerrecht zu verwässern.

    Um soziale Härten abzufedern, wäre es eine bessere Lösung, die Mehrwertsteuer in voller Höhe zu erheben und die Einnahmen dann zielgenau jenen zukommen zu lassen, die durch die steigenden Kosten in existenzielle Nöte geraten.”

    Alles völlig richtig, aber jetzt brauch ich erstmal einen Schnaps: Der ist Vorsitzender der Friedrich August v. Hayek-Gesellschaft. Neoliberaler Thinktank und als wäre das nicht schlimm genug zunehmend AfD-unterwandert. Hat Gscheidhaferl doch recht und ich bin Mitglied bei der Querfront?

    “… kommt es vorrangig darauf an, dass durch die konsequente Verfolgung und Sanktionierung des Gewesenen das Vertrauen in der Bevölkerung an die Verfasstheit in diesem Land gestärkt wird zur Vermeidung von Zuständen, gefördert vor allem durch Linke und Grüne, die nahelegen, selbst zu handeln anstelle des Staates, seiner Gesetzgeber und der Justiz. Die “Last Generation” Aktivisten sind solange zu bestrafen, wie sie das nicht begreifen.”

    Klar, dazu ist die Justiz da. Die nach Gesetz Schuldigen zu verfolgen.

    – rassenschänderische Juden
    – praktizierende Homosexuelle
    – sich zutreffend Sorgende

    Die Deutsche Justiz, wie man sie kennt. Stets zuverlässiger Büttel der Mächtigen.

    “Wenn ich mein Zimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland.” – Fritz Bauer

  • Hthik

    |

    @Mr. T. 30. August 2022 um 21:18

    Die guten Vorsätze scheitern viel zu oft am vita brevis, ars longa.

  • Günther Herzig

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte beim Thema bleiben.

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