SOZIALES SCHAUFENSTER

Herr Stein rät

Der Jingle

Nach längerer Pause ist Herr Stein zurück mit neuen Ratschlägen – außerdem hat er sich jetzt einen neuen Jingle für seinen Podcast machen lassen. Wir veröffentlichen den Jingle, sein Video und haben den Text so gut es ging transkribiert… Foto: Berli Berlinski

Ich hab jetzt einen Jingle. Also, so eine Titelmusik quasi.

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Wie der Thomas Gottschalk früher, oder der Seniorenclub. Das freut mich schon. Also, nicht dass ich jetzt unbedingt einen gebraucht hätte, weil, also, ich sag‘s mal so, die Macht meiner Worte braucht jetzt nicht dringend auch noch ein Schleiferl drumerhum zum hübsch ausschauen. Aber jetzt hat sich grad direkt eine Occasion ergeben, dass ich günstig einen krieg, und ich tu dabei noch was Gutes, und da hab ich dann zugeschlagen.

Es ist nämlich so gewesen: Es kommt ja nicht ein jeder so gut durch die Pandemie wie ich. Und der Mane, der mir den Jingle komponiert hat, der ist halt auch so ein Leidtragender der Seuche. Der Mane hat vor Corona ein sehr schönes Auskommen gehabt, weil der hat nämlich in der Dominikanischen Republik vegane Tantra-Massagen für Touristen angeboten, und dem ist das ganze Geschäft natürlich auf einen Schlag weggebrochen, auch wenn seine Zielgruppe in der Regel die Impfpriorität eins ghabt hat.

Trotzdem: Nix mehr zum Tun für den armen Burschen, da hat er sich halt den Sand aus dem Tangahoserl gebeutelt und ist retour nach Deutschland. Jetzt hab ich gewusst, dass der Mane auch musikalisch sehr begabt ist. Weil, der ist nämlich der, der wo für den Obertraublinger Edeka damals die Melodie zum weißen Presssack komponiert hat; die kennen Sie doch bestimmt auch. Monatelang ein Verkaufsschlager, dieser Pressack, nur zwecks dem Jingle vom Mane. Und da sag ich zu ihm, also, Mane, sag ich, dir ist doch eh fad, und wenn dir zu einem weißen Pressack was einfällt, dann doch bestimmt auch zu mir!

Und da ham Sie’s grad gehört, was ihm eingefallen ist. So ein begabter junger Mann. Das gibt einem direkt ein gutes Gefühl, wenn man so einem hoffnungsvollen Menschen wieder ein bisserl Sinn im Leben geben kann, in dieser schweren Zeit. Vielleicht darf er mir ja auch einmal eine Tantra-Massage geben.

Und diese erotische Stimme, die das „Herr Stein rät“ sagt, das ist auch eine Freundin von mir, und das ist meine zweite gute Tat. Weil, die Kerstin, die hat bei einer großen Zeitung gearbeitet, und da war sie dafür zuständig, dass sie nachträglich die Gendersternderl hineinmacht in die Artikel von die alten Männer, die wo da schon seit hundert Jahr schreiben und sich nicht umstellen können. Die war da richtig gut, auch den Wechsel vom Doppelpunkt damals aufs Sternderl hat’s ganz easy hingekriegt.

Aber jetzt hat die Zeitung gsagt, wir ham jetzt Corona, und dann kommt Klimakrise, und des Geschlechterdings kommt frühesten 2030 wieder, also auf Wiederschaun. Einfach so. Und ich hab mir gesagt, ach geh, das junge Ding verdient doch auch eine zweite Chance, und wenn sie nicht grad mit jemandem schimpft, weil er ein sexistischer alter Sack ist, dann hat sie halt eine sehr schöne Stimme. Und sowas kann man immer brauchen, weil, bei mir, in meinen Ratschlägen, geht’s ja an sich nur um den Inhalt, ohne wenn und aber, aber ich tät lügen, wenn ich nicht auch die Erotik meiner eigenen Stimme in gewisser Hinsicht, äh, instrumentalisieren würde. Oder zumindest dankbar hinnehmen. Es dient ja schließlich der Wahrheit. Meiner Wahrheit.

Und da hab ich mir gedacht, so ein weiblicher erotischer Ansager für mich wäre ja als Gegenpart total gut, zwecks der Ausgewogenheit, zwecks dem Ying und dem Yang, verstehn‘s. Und die Kerstin hat was zu tun, bis sie wieder irgendwo Sternderl in Wörter hineinbazeln darf. Win win halt. Sie hat mich zwar gefragt, ob das jetzt schon künstlerisch ist und nicht wieder sowas Sexistisches von mir, und ob sie sich in der Ansage nicht zu cis anhört. Aber ich hab ihr gesagt, keinesfalls, das geht für mich ganz eindeutig Richtung moll. Und das hat sie dann auch eingesehen, und dann hats auch gepasst.

Und deswegen macht „Herr Stein rät“ jetzt auch quasi den Schritt in die Moderne hinein, wenn ich das so sagen darf, mit so einer leichten unterschwelligen, zeitgemäßen Sexyness, die wo halt trotzdem geschmackvoll ist.

Und warum sag ich das alles? Ich will damit zeigen, wie leicht dass es ist, dass man mal anderen Menschen hilft! Das geht ja manchmal direkt so nebenbei! Und, ganz ehrlich, nie war Helfen so günstig wie heutzutage. Da muss man direkt zuschlagen, meiner Meinung nach. Wenn in ein paar Monaten Helfen wieder teurer wird, dann reut Sie’s, dass Sie nicht früher geholfen haben.

Insofern ist das auch ein Appell an meine werte Zuhörerschaft! Helfen Sie, wenn’s geht! Und wenn Sie können! Und wenn Sie nicht können und eher zu denen gehören, denen geholfen werden sollte, dann melden Sie sich ruhig bei mir mit einem Vorschlag, was Sie für mich machen könnten, dass daraus eine Hilfe von mir für Sie wird.

Und, keine falsche Scheu bittschön, nur weil Sie nicht so begabt sind wie der Mane oder die Kerstin. Ein jeder kann doch irgendwas, was ich brauchen könnte, damit ich Ihnen damit helfen kann. Immer her damit! Konkret hätte ich übrigens grade Verwendung für einen Bodenleger, dem ich helfen könnte. Es sei denn natürlich, der hat kein Material, weil doch momentan auch so eine Baustoffknappheit herrscht; dann wird’s halt auch für mich schwierig. Aber ein bisserl aufräumen ums Haus herum geht ja eigentlich immer.

Sie wissen ja, was der Chinese sagt: Krise heißt Chance, und der Chinese muss es schließlich wissen, weil er mit seinem Virus ja gleich der ganzen Welt einen Haufen neue Chancen eröffnet hat. Und an uns ist es jetzt, diese Chancen zu ergreifen! Wenn’s is, helfe ich Ihnen dabei. Kommt ja oft sowas Schönes dabei heraus! Moment, gleich hören Sie’s nochmal. Auf Wiederschaun derweil!„"

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