Der Spiegel, Diehl und Regensburg

Ist „Punktzielmunition“ tatsächlich so gefahrlos wie die Hersteller behaupten? Auch im deutschen Bundestag hegt man daran Zweifel. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe (Seite 67). Die bisherigen Tests zu SMArt-Geschossen (Hersteller: Diehl und Rheinmetall) seien „intransparent“, werden die Abgeordneten Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Andreas Weigel (SPD) zitiert. Ungeachtet der monierten Intransparenz wurde nicht zuletzt auf Druck Deutschlands „Punktzielmunition“, z.B. SMArt, vom Verbot ausgenommen (regensburg-digital.de berichtete mehrfach). Punktzielmunition: In seiner aktuellen Ausgabe berichtet Der Spiegel über Zweifler. Auch habe die Bundesregierung dafür geworben „diese ‚Smart‘-Geschosse mit selbständiger Zielerkennung nicht mehr Streumunition, sondern ‚Punktzielmunition‘ zu nennen“, so Der Spiegel weiter. Der entsprechende Sprachgebrauch soll nun auch juristisch zementiert werden. Der Spiegel zum bevorstehenden Verfahren des Rüstungskonzerns Diehl gegen regensburg-digital.de: „Diehl will sich deswegen auch nicht mehr als Streumunitionshersteller bezeichnen lassen und ist in diesem Zusammenhang gerade juristisch gegen ein Regensburger Online-Magazin vorgegangen.“ (Die entsprechende Kolumne lesen Sie hier.) Ob auch die UNO verklagt werden wird, die in einem Diskussionspapier bei den Waffenkontrollverhandlungen in Genf die sogenannte „Punktzielmunition“ unter dem Sammelbegriff „Cluster Munitions“ subsummierte? „Cluster Munitions“? Dieser Begriff galt bislang als englisches Pendant zu „Streumunition“. Vielleicht muss aber auch die Übersetzung neu geregelt werden. Am Besten gerichtlich! (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (2)

  • Claudia

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    smart ist das schon, wenn man menschen intelligent umbringt. das bringt umsatz, steuereinnahmen usw. wie war das nochmal: deutschland – drittgrößter rüstungsexporteur. diehl – du bist deutschland

  • Bernhard Segerer

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    Ganz klar ein Thema von überregionalem, ja weltweitem Interesse – zumindest sollte es so sein. Gut das sich nun auch der Spiegel diesem Thema annimmt. Regensburg-Digital gebührt die Rolle des mutigen Vorreiters aber natürlich kann der Spiegel hier mit viel mehr „Durchschlagskraft“ agieren und das ist gut so.

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