Glosse zum Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen

Die Asozialen

"Ist auch viel bequemer alles am Bismarckplatz und am Donauufer gesammelt zu haben, als wie der Pleitegeier durch die ganze Stadt vagabundieren zu müssen." Foto: Facebook/Fair Feiern! in Regensburg

„Ist auch viel bequemer alles am Bismarckplatz und am Donauufer gesammelt zu haben, als wie der Pleitegeier durch die ganze Stadt vagabundieren zu müssen.“ Foto: Facebook/Fair Feiern! in Regensburg

Eine Glosse von Flamingo (Maximilian Schäffer)

Einer der größten Empörungsgegenstände meines Vaters sind die „Asozialen“. Die „Asozialen“, das sind Leute, die nachts auf öffentlichen Plätzen sitzen und Bier oder Wein oder Schnaps aus Flaschen trinken. Wer tagsüber auf öffentlichen Plätzen sitzt und säuft, der fällt in eine andere Kategorie und lässt sich eher mit „Punsch-Sepp“ oder „Schnaps-Paula“ paraphrasieren – im Bayerischen herrscht schließlich nicht der Sexismus, in dem jede „Schnaps-Paula“ einfach ungelenk eine „Punsch-Seppin“ wäre.

In Berlin hingegen, übertrüge man das bayerische Figurenkabinett in die unangreifbare Genderneutralität und heraus käme vielleicht der/die/das „Pfeffix-Lann“. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen besteht nun darin, mir den Tag damit zu erheitern, meinem Vater Selfies von mir mit einer Flasche Berliner Kindl am Kurfürstendamm, mit Berliner Pilsner in der U-Bahn oder Augustiner Hell vor dem Brandenburger Tor zu schicken. Denn schließlich ist es mir ein besonderes Plaisir, zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv die Grenze zwischen „Punsch-Sepp“ und „Asozialem“ zu verwischen.

„Alles eine Frage der Ästhetik – meint mein Vater“

Dass ich das Bier dann meist in die nächste Tonne kippe, oder dem nächsten „Punsch-Seppen“ gebe, weil ich um 11 Uhr vormittags noch keinen Alkohol trinken möchte – das weiß er nicht. Intellektuell gesprochen, geht es mir aber vor allem um die bescheidene Freiheit, meine mir vom Recht zugewiesenen, legalen Drogen überall konsumieren zu dürfen. Schließlich wäre ja auch niemand pikiert, wenn ich mir als Grundschullehrer vor den Kindern einen Kurzen Novalgin hinter die Binde kippte. Alles eine Frage des Anstands, alles eine Frage der Ästhetik – meint mein Vater.

Denn früher, da hat es das nicht gegeben. Da war man ein Asozialer, wenn man nachts mit der Bierflasche durch die Straße gelaufen sei. Das Bier gehört schließlich in ein Glas oder einen Krug und in das Wirtshaus, höchstens in den Biergarten. Zu regulieren, zu verbieten sei das, da wäre er sofort dafür. Aber wenn ich dann argumentiere, dass sein ästhetisches Empfinden doch nicht als der Maßstab für die Gesellschaft gelten könne und er nicht zu bestimmen hätte, wer ein „Asozialer“ sei und ob der „Asoziale“ an sich zu verurteilen sei – sieht er das kurz ein und kommt dann mit den harten, rationalen, evidenten Fakten.

Mehr Müll, weniger Konsens

Ob ich schon einmal auf den Bismarckplatz geschaut hätte, fragt er dann. Wie es da jeden Morgen aussieht, erzählt er dann. Und dass die „Asozialen“ ihren ganzen Müll, darunter ein Konvolut aus zehntausenden Flaschen, einfach liegen lassen, schreit er dann. Meistens versuche ich ihn dann zu beruhigen, manchmal plärre ich noch lauter drüber und meine dann, dass das doch geil sei und ich gerne im Müll hause.

Könnte Regensburg auch einmal gut tun, etwas mehr Müll, etwas weniger Konsens. Denn wie es in Berlin aussieht, das weiß jeder in der Welt – überall Flaschen, Abfall und benutzte Spritzen in Kindern auf Spielplätzen. Trotzdem kommen sie alle, aus der ganzen Welt. Da kann sich die Angst um die Donaustadt und ihren Tourismusboom beruhigt legen. Wenn es also um den Müll geht und darum wer ihn aufräumen soll, dann finde ich es eher gut, die Arbeitsplätze der öffentlichen Reinigungskräfte zu erhalten.

Und was die orangenen Männer nicht wegräumen, das kommt unseren obdachlosen Mitmenschen zugute, die sich in der Notstandsküche vielleicht ein Süppchen von Fürstins Gnade vom Flaschenpfand leisten können. Ist auch viel bequemer alles am Bismarckplatz und am Donauufer gesammelt zu haben, als wie der Pleitegeier durch die ganze Stadt vagabundieren zu müssen.

Regensburg und die „Suff-Deppen“

Da ich nun also auch dieses Argument elegant aus der Welt geschafft habe, spielt der Erzeuger den Joker aus: Der Lärm der „Asozialen“. Da würde gegrölt und gerülpst, dass es bis in die Alte Kapelle donnert, es würden Flaschen zerschmissen und das austretende Weihwasser würde lautstark vergeudet.

Ich hole kurz Luft und schildere: Nehmen wir also an, es zieht eine Gruppe von „Suff-Deppen“ (der Begriff „Rausch-Depp“ soll an dieser Stelle nicht verwendet werden, denn er wird in der Oberpfalz historisch abfällig für das Kind einer trinkenden Mutter gebraucht, die ihrem Sproß, durch den Alkoholkonsum während der Schwangerschaft, bleibende geistige Schäden zugefügt hat) durch die Innenstadt und setzt sich gar nicht an den Bismarckplatz, wo der Lärm der „Asozialen“ meist um 0:00 sein Ende findet.

Nein, wie es sich gehört, gehen die „Suff-Deppen“ in die nächste Kneipe und meißeln sich eine Goaßmaß nach der anderen ins Gesicht. Am Klimax ihres Abends, nach dem fünfzehnten Jacky-Cola, greift die Sperrstunde der Stadt Regensburg, es ist 2:00, und der Joe, der Mane und der Muatl stehen auf einmal auf der Straße. Da es tausenden anderen“Suff-Deppen“ genauso passiert, kann man sich vorstellen wie der Lautstärkepegel, die Aggressivität und der Vandalismus in Sekundenbruchteilen von 0 auf 350 schnellen.

Die Vorteile des Nacht- und Bierlebens

Zugegeben – selbst wenn meine derartige Darstellung dieses Problems zu keiner Verbesserung der Lage in den chaotischen Häuserschluchten Ratisbonas führte, vielmehr durch die von mir geforderte Ungezügeltheit des Nacht- und Bierlebens eine Vielverschlimmerung der Zustände aufträte, hätte es immer noch seine Vorteile.

Akut: Das Einpegeln einer dauerhaften Geräuschkulisse (schließlich wird der Schlaf nur von unvorhersehbarem, akutem Lärm gestört). Und langfristig: Regulierung des außer Hand geratenen Tourismus, sowie Senkung der horrenden Mietpreise durch Degentrifizierung. Eine wahrliche Kehrtwende im Klein-München der Profitmaximierung! Eine Stadt für die Menschen! Ein Sieg der Freiheit für Regensburg! Also, wenn es so weit kommt, beneide ich meinen Vater nicht. Zum Glück wohne ich in Wilmersdorf, wo es sauber, schön, grün und ruhig ist und wo ich nicht dauernd irgendwelche besoffenen Asozialen hören oder sehen muss. 

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Kommentare (33)

  • Lothgaßler

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    In seiner Glosse hat Flamingo vergessen die wirtschaftliche Komponente des Saufens zu verspotten. Es freut mich als Flamingos-Vater-Versteher schon auch, dass einige Kneipen ihre Freisitz-Sperrstunde locker durch den Freisitz-niemand-zuständig Bismarckplatz umgehen können, und dann hinterher nicht mal aufräumen müssen. War ja schließlich „Laufkundschaft“. Von der gering ausgeprägten Steuermoral der Wirtsleit bzw. nicht mal vorhandenen Registrierkassen (wie zuletzt beim viertägigen Bismarckplatzfest) mal abgesehen, hilft mir dann die Aussicht auf Pfandflaschenbeute auch nix. Noch nächtens sammeln ausgewiesene Spezialisten mit Fahrrad und vereinzelt sogar mit Fahrradanhänger die werthaltigen Behältnisse ein, ob sie die Noagal dabei selber nutzen mag ich gar nicht wissen. Aber was solls, der Kampf gegen die Povinzialität erfordert freien Suff für im Suff zunehmend deppert handelnde Mitbürger. Als Anwohner stelle ich meine Bedürfnisse gerne hinten an, hilft ja eh nix.

  • erich

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    Menschenansammlungen fürchten sie halt wie der Teufel das Weihwasser und wenn sie womöglich durch Alkohol enthemmt sind um so schlimmer für die Etabliertheit. Menschenansammlungen, Alkohol, Unzufriedenheit so könnte es in der Ukraine auf dem Majdan-Platz in Kiew auch begonnen haben und wie ist es für die dortigen Politiker geendet? wohl ein Alptraum für jeden Politiker auch in Westeuropa und Deutschland.

  • Dieter Lassleben

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    Den kenn i doch? Gehts da um a Wahlkampfspende?

  • Magnus

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    Puh, was für eine ungelenke Sprache und wie wenig amüsant zu lesen.

    Wer immer das geschrieben hat: Kurzweil ist immer besser als Langeweile.

  • Stadtbürger

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    Das Foto lässt Spielraum für Interpretation… Räumt der OB wirklich auf? In der Flasche ist noch was drin… Was hat der OB in der schönen Tüte?

  • Angelika Oetken

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    „In Berlin hingegen, übertrüge man das bayerische Figurenkabinett in die unangreifbare Genderneutralität und heraus käme vielleicht der/die/das „Pfeffix-Lann“.“

    Lieber Herr Schäffer,

    Meldung aus der Hauptstadt: das Berliner Pendant ist eigentlich der „Touri“ (dieser Begriff umfasst alle denkbaren Geschlechter) jüngeren Alters, irgendwelchen Ländern entstammend, in denen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit:

    a) teuer
    b) verboten
    c) aus klimatischen Gründen beschränkt

    ist.

    Die KonsumentInnen versammeln sich das ganze Jahr über auf der Warschauer Brücke und trinken Dosenbier. Bevorzugt das eines großen Discounters. Ohne Unterlass. Nicht alle Berliner sind darüber erfreut http://www.tagesspiegel.de/berlin/ballermann-in-berlin-partyvolk-in-friedrichshain-geraet-ausser-kontrolle/10312520.html

    Unser Oberbürgermüller, der übrigens eine geniale Wahlkampagne macht, wurde dort allerdings noch nicht gesehen http://www.michael-mueller.de/

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Flamingo

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    Liebe Frau Oetken,

    bin mir dessen im Bilde.
    Herrn Müller würde ich allerdings nichtmal erkennen, wenn er neben mir sitzen würde.
    Ich glaube allerdings, er arbeitet im Autohaus, die Straße runter…

    VG
    Flamingo, Berlin-Wilmersdorf

  • Peter Lang

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    Die Arroganz des Hauptstädters ist insofern berechtigt, weil es immer noch viele Regensburgerinnen und Regensburger gibt, die mit Gewalt Regensburg „voranbringen“ wollen. Ja wohin denn? Breiten- und Längengrad werden die bleiben, die sie sind. Auch mit Mega-Event-Arena, Museum der bayerischen Geschichte und anderen „Segnungen“, die von der Politik angeschafft werden. Bezahlen darf sie ohnehin der Steuerzahler! Und „urbaner“ wird Regensburg dadurch auch nicht! Realistisch bleiben: Regnsburg ist und bleibt eine 125.000-Einwohner-Stadt. (Alle Studentinnen und Studenten mitzuzählen, ist reine Augenwischerei!)
    Aber, und hier hat der Vater des Kolumnisten recht: Die Asozialen haben das Szepter in der Altstadt fest in der Hand. Kommentator Lothgaßler hat es schon erwähnt, das viertägige Fest am Bismarckplatz, das zumindet drei Tage lang unter dem Motto „Fair feiern“ stand, ist ein schönes Beispiel für asoziales Verhalten. Da hilft es auch nicht, wenn die „Silent Disco“ von der Stadtverwaltung wieder als großer Erfolg apostrophiert wird. Ein großer Erfolg für die Brauerei Hacker-Pschorr, die Getränkeindustrie, die Wirte der Neuen Filmbühne und andere anrainende Gastronomen war sie mit Sicherheit.
    Wenn mehr als 2000 Leute auf dem Bismarckplatz feiern, ist automatisch ein gewisser Lärmpegel gegeben. Da kann die Disco via Kopfhörer noch so „silent“ sein, Anwohner werden automatisch in Mitleidenschaft gezogen. 2000 Personen sind nicht „silent“!
    Am ditten Tag des Fests, am Samstag, 30. August gegen 23.45 Uhr rief ich die Polizei, weil auf den Stufen der Dominikanerkirche in der Predigergasse (Einmündung Poetengässchen), wunderbar beleuchtet von der Straßenlaterne an der Staatsbibliothek, vier Minderjährige lautstark feierten. Es handelte sich um 12-, 13-, maximal 14-Jährige, die je mit einer Sektflasche in der Hand und am Mund lärmten, lachten, weinten, riefen und stritten. Von mir aufgefordert, nach Hause zu gehen, wurde ich von den vier betrunkenen Jugendlichen beschimpft: „Alter Nazi, geh ins Altersheim!“
    So geht also FAIR FEIERN!
    Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass den ganzen Abend und die ganze Nacht über etwa im 10-Minuten-Takt Gruppen von mehreren Personen (beiderlei Geschlechts) ihre Notdurft im Schutz der parkenden Pkw an der Nordmauer der Dominikanerkirche verrichteten. FAIR FEIERN IN REGENSBURG!
    Ein großer Erfolg. Hierzu der Stadtverwaltung und dem Hotel- und Gaststättenverband meine herzliche Gratulation!

    P.S.: Natürlich war bis gegen 4.00 Uhr morgens kein Streifenwagen frei, die fair Feiernden zu ermutigen, derart fair weiter zu feiern. Die für diesen Tag eingeteilten Beamtinnen und Beamte des Ordungsservice waren vollauf damit beschäftigt, in den von Partylärm geplagten Stadtteilen Irl, Sallern und Großprüfening für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

  • Peter Lang

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    Korrektur: Es muss natürlich heißen: 30. JULI und nicht August, ich bitte diesen Fehler zu entschuldigen.

  • altstadtkid

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    Bitte kommen Sie mal ab 2:00 in die Obermünserstrasse um assoziales Verhalten zu
    genießen , da bilden sich Schreigruppen und es werden in der Zwischenzeit regelrechte Schreiwettbewerbe abgehalten.Und zwar das ganze Jahr von Mi. bis Sa.!Am schlimmsten natürlich nach 4:00 wenn die Clubs dicht machen.
    Das ganze Fair Feiern ist die reinste Augenwischerei,
    es wird immer schlimmer und keiner fühlt sich verantwortlich weil das Nutzen-Guthaben für die Stadt auf Seiten der Feier Biester(verm.Wähler) und der Gastro-Betreiber(Steuern unbAbgaben) liegt.
    Also wegziehen?

  • Lothgaßler

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    @altstadtkind und @Peter Lang:
    Ich habe mir die Freiheit genommen und der Initiative „Fair Feiern“ ein Feedback zum letzten Bismarckplatzfest zukommen lassen (http://www.fair-feiern.de/kontakt). Im Detail galt mein Feedback der 4-tägigen Dauer des Bismarckplatzfestes (negativ), der hohen Lautstärke (nicht aller aber etlicher Beiträge) auf diesem eher kleinen Platz (negativ) und der Silent-Disco (positiv).
    Die Antwort war ernüchternd und verfestigt meine Meinung, dass es sich hier um eine Feigenblatt-Initiative handelt, um den Anwohnern Aktivität vorzutäuschen.

    Hier die Anwort, die ich wegen der nicht personenbezogenen Sachlage veröffentliche:
    „…vielen Dank für Ihr Feedback – nur leider sind Sie damit bei uns an der falschen Adresse. Fair Feiern hat lediglich die Silent Disco am Freitag und Samstag Abend organisiert. Veranstalter des Bismarckplatzfestes und somit verantwortlich für das Programm, die Organisation, den Bühnenaufbau etc. ist die Neue Filmbühne.“ (Aktionsbündnis Fair Feiern, vertreten von
    Stadt Regensburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit).

    Mir ist schon klar, dass dieses Bündnis „Fair Feiern“ nicht die Verantwortung für einzelne Veranstalter übernemen kann, aber sich als Bündnis teilwese von sich selbst (also von Bündnispartnern und Teilen der mitgetragenen Veranstaltung) abzugrenzen und Feedback so abzublocken, das gleicht einem Narrenspiel. Davon abgesehen kann der Veranstalter nicht einfach nach eigenem Gusto den öffentlichen Bismarckplatz für 4 Tage Kommerzfete beschlagnahmen, das hat in der Stadtverwaltung jemand genehmigt.

  • Peter Lang

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    @Lothgaßler und altstadtkind

    Wie ich erfahren habe, war die Feier am Donnerstag eine Art Demonstration oder Info-Veranstaltung „gegen Depressionen“, so jedenfalls eine Sanitäterin, die zum Dienst eingeteilt war.
    Ferner glaube ich mich zu erinnern, dass das Bismarckplatz-Fest der NF früher für einen Abend genehmigt war. Dann waren es auf einmal zwei Tage, jetzt sind es drei. Zu dem Lärm, den die Gäste ohnehin das ganze Jahr über verursachen, eindeutig zu viel. Aber das muss man mal den Damen und Herren der Stadtverwaltung mal versuchen zu erklären, die Sondernutzungen nicht so ohne weiteres verweigern können, wollen, dürfen.

    Obermünsterviertel: Ich bedauere jede/n, der hier wohnen muss. Kann aber gut nachvollziehen, was die Bewohner hier leiden müssen.
    Ich dachte immer, die Stadtverwaltung kann hier keine Abhilfe schaffen. heute glaube ich, sie will es einfach nicht. Urban! Das neue Schalgwort.

    Die seit mehreren Tagen währenden Aufbauten zum „Regensburg Challenge“ lassen Schlimmstes erwarten.

  • altstadtkid

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    @lothgaßler
    Vielen Dank dass Sie nachgefragt haben, ich
    habe schon aufgegeben !
    Natürlich ist Fair Feiern eine Augenwischerei,
    und eine Silent Disco ist natürlich von ihrer Art her eine Veranstalltung die viele Besucher anzieht!
    Da kann man leicht Fair Feiern und abkassieren.
    Eine nicht Silent Disco wäre selbst der Stadt Zuviel
    und würde niemals genehmigt.
    Aber glauben Sie mir da stoßen Sie überall auf taube
    Ohren, wir sind als Altstadtbewohner auf diesem
    Gebiet „Verkauft und Verraten“ .

  • Mr. T

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    Die einfachste Maßnahme wäre übrigens das Abschaffen der Sperrstunde damit nicht Hunderte auf einmal auf die Straße gespült werden, die zudem auch noch nicht heim wollen. Da ist Stress vorprogrammiert. Dürfte jeder so lange im Club bleiben bis er heim will, wäre der Trubel auf der Straße deutlich weniger.

  • altstadtkid

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    @Mr.T
    Natürlich wäre das am Besten.
    Werden wir aber nie erleben weil dann auch Gebiete
    betroffen sind wo die wichtigen Personen Ihre Altstadtwohnungen haben, und da soll es natürlich ruhig sein.
    z.b ist in der westlichen Altstadt alles ruhig, warum nur.
    Auch in der östlichen Altstadt ist eigentlich tote Hose.
    Alles was nur in die Nähe der Gründerzeitviertel kommt, wird nie genehmigt, komisch oder?
    Und keine Sperrstunde würde dann natürlich alle Wirte wuschig machen.

  • Lothgaßler

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    @Peter Lang:
    Die Infostände am Donnerstag habe ich auch gesehen, und die waren schön ausgelagert auf die untere Hälfte des Bismarckplatzes (also jene beim Theater). Bühne, Bestuhlung bzw. Biertische und Bewirtungsstände hatten da schon alle ihren Platz eingenommen. Die Bands spielten auch, und die spielten nicht für die etwas verloren wirkenden Infostandbetreiber (zumindest nach 19:00 Uhr).

    @Mr. T:
    Jein, denn natürlich bieten sich Plätze zum Verweilen an, insbesondere wenn die Nächte lau sind. Von mir aus gerne, aber es kommt auch auf das Wie an. Ich glaube auch nicht, dass die Sperrstunde das eigentliche Problem ist, denn an vielen Orten ist die Gaudi ja schon früher im Gange. Regensburg ist für etliche Gäste schlicht der Ort um die Sau rauszulassen, um zu machen was daheim nicht akzeptiert wird. Wieder daheim wollens alle bei Ruhe ihren Rausch ausschlafen, wehe da mäht einer den Rasen. Auch die Wirtsleit wohnen idR. nicht oberhalb ihrer Wirtschaft, sondern anderswo.

  • Peter Lang

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    Die Musikdarbietungen ab ca. 18.30 Uhr am Donnerstag waren laut Aussage der Sanitäterin Bestandteil der Depressions-Demo. Aber egal – es war die Hölle!
    Da für die meisten Areale in der Altstadt kein Bebauungsplan vorliegt, ist der Dezibelzahl (und Feierei samt allen Auswüchsen) Tür und Tor geöffnet.
    http://stadtplan2.regensburg.de/tabs.php?tab=stadtportal

  • Peter Lang

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    Noch ein Vorschlag, den wir vielleicht bei der Stadtverwaltung durchsetzen könnten:
    Bei Jazzweekend, Bürgerfest, Bismarckplatz- und allen anderen Festen im öffentlichen Raum muss der Veranstalter verpflichtet werden, an allen relevanten Zu- und Abgängen zum Festareal mehrere Ordner abzustellen, die für Ruhe sorgen. Beim Umzug der Suite15 in die Erhardigasse hat dieses Modell offensichtlich sehr gut funktioniert.
    Auch sollten die Anwohner im Obermünsterviertel darauf drängen, dass die Clubbetreiber großflächig Security im Areal patroullieren lassen. Klingt zwar nach Privat-Polizei, aber anders ist dem Problem in Regensburg wohl nicht beizukommen.

  • Mr. T

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    Ja klar, das Allheilmittel ist es nicht, aber es wäre schon mal ein erster Schritt. Für Plätze, an denen man eh gerne sitzt, wie den Bismarckplatz oder Donaulände hilfts nicht, aber für den Club-Cluster in der Obermünsterstraße könnte es schon helfen. In den Kneipen der Stadt auch. Kennt man ja, wenn man aus der Kneipe muss und dann noch davor fertig ratscht weils einen noch nicht heim drückt. Auch wenns oft nicht arg laut ist, aber in der Masse summiert es sich eben. Irgendwie müsste man eine Lösung finden, dass „freie“ Saufen außerhalb der Gastronomie zu später Stunde einzudämmen. Vielleicht ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum ab Mitternacht – auch wenn ich kein Freund solcher Verbote bin. Und für die Junggesellenabschiede sollte man einen Umzug anmelden müssen.

  • altstadtkid

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    Danke für die tollen Kommentare und Vorschläge.
    Aber ich glaube auch die Stadt hat bereitwillig die
    „Urbane Kröte“ geschluckt, und sich von der
    Wirte Mafia die gewachsene ,einzigartige Regensburger Feierkultur auf’s Auge drücken lassen.
    Ist ja ach am einfachsten und hört sich gut an!
    Für Alle die trotzdem aufmucken gibt es dann die
    unsägliche und verlogene „Fair Feiern“ Initiative .

  • Mr. T

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    Wirte-Mafia? Was soll das sein und wer soll da dabei sein? Die wenigsten Wirte profitieren von denjenigen, die am meisten Radau machen.

  • Sonja Anderer

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    TOLL, das Sommerloch wird gestopft. Offensichtlich werden die Kommentarfunktion von einer Handvoll Leuten als Plattform der „cityquengler-mia-san-mia“ genutzt.

  • Peter Lang

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    Frau Anderer,
    Die Kommentarfunktion werden von Handvoll Leuten genutzt, weil Handvoll Leuten Kommentarfunktion kann nutzen.
    Sie scheinen wohl in Sallern oder in einer anderen Suburb oder auf dem Lande zu wohnen oder sind Sie eventuell Gastronomin?

  • altstadtkid

    |

    Alle Wirte profitieren von der „Verballermanisierung“
    der Regensburger Altstadt.
    Ich meine damit dass die Leute aus ganz Ost, Nieder und Oberbayern gerne nach Rgbg. fahren um hier die Sau rauszulassen.
    Natürlich ist es den Wirten lieber wenn
    die Feiermeute Ihre Getränke bei Ihnen kauft, als vorher die Taschen im Supermarkt zu füllen.
    Die einen sind mehr die anderen weniger mafiös, aber das die Wirte bei der Stadt gut „mitgschafteln“,und die Meinung gerne in Ihre Richtung manipulieren wollen ist doch klar.
    Das haben sie auch toll geschafft, muss man Ihnen lassen, in anderen Städten sieht das nicht so rosig
    aus. Aber in Regensburg ticken die Uhren anders
    ,da baut die Stadt ihr eigenes Parkhaus noch zu
    einem Multifunktionsclub für 1200 Gäste aus.
    Seit der Parteispendengeschichte werden solche Vorfällle in Zukunft hoffentlich hinterfragt werden!

  • Renterin

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    Regensburg, die Bürger und seine Politiker sind mit dem schnellen Aufstieg einfach überfordert, müssen es auch sein.
    Jedes Wochenende nur Veranstaltungen, dazu täglich die vielen Touristen, der Immobilienboom, die vielen Reparaturen und Bauveränderungen der Strassen und Häuser.
    Wir Bürger haben davon nichts, nur dass die Stadt sehr teuer wurde.
    Es verdienen daran die Vermögenden, die Gastronomie, die Geschäftswelt und die Stadt durch höhere Steuereinnahmen.
    Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht die Armut der Bürger, hört wie die Menschen in den Stadtbussen über das Chaos der Strassensperren, die hohen Mieten usw. klagen.
    Ich empfehle den Verantwortlichen dieser Stadt mal die Stadt aus dieser Perspektive zu betrachten und einen Tag mit dem Stadtbus durch die Stadt zu fahren und die Menschen zu befragen.
    Wer die Gastronomie benutzt, bekommt nur schlechte und schnell hingekochte Produkte.
    Der Kaffee fürt 1 € schmeckt bei Mc Donalds besser als in jedem
    Cafe der Stadt ab 2.50 € aufwärts die Tasse.
    Nach diesen Problemen werden wir Bürger nicht gefragt.
    Es wird nur überall selbstsüchtiges Eigenlob verteilt.

  • Dani

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    Das gibts aber auch in Regensburg: Kulturjornal-Magazin für Kunst, Kultur, Freizeit und Tourismus(!)
    http://lang61.wixsite.com/kulturjournal/ueber-uns
    Mit obürgermeisterlichen händeschütteln feiern und Preis kassieren, aber das Volk nicht an Regensburg teilhaben lassen (wollen)? So klappt’s halt auch nicht.
    Apropos Suburb. Vielleicht ist es doch besser : „Lies net Sonja, do stengan oiwei so vui Fremdwörter drin!“
    (geklaut bei) https://www.facebook.com/kulturjournal.regensburg/posts?ref=page_internal#

  • Bar-Hocker

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    Isn´t the whole society a Challenge Family?

  • Peter Lang

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    Hallo, Dani. Was wollen Sie (mir) mit Ihrem Kommentar sagen? Was hat der Kulturförderpreis mit der Lärmproblematik zu tun? Gönnen Sie mir den Preis nicht?
    Wie kommen Sie auf die Idee, ich wollte „das Volk“ nicht an Regensburg teilhaben lassen? Wann habe ich dergleichen geäußert?
    Ich habe auch mit keiner Silbe geäußert, dass ich gegen Tourismus bin. Welche Art von Tourismus ich für Regensburg für verträglich und sinnvoll halte und welche nicht, habe ich wiederholt im Kulturjournal Regensburg kommuniziert.

  • Mr. T

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    Immer schön pauschal drauf auf alle Wirte, egal ob aus Neid oder Frust weil man sich selber keinen Spaß gönnt oder gönnen kann. An einem brechvollen Bismarckplatz verdient kein Wirt was außer vielleicht der von der Filmbühne und dem Maradonna. Allen anderen entgeht dieser Umsatz. Abgesehen von der Petersweg-Clique müssen auch viele Wirte einen Kampf nach dem andern mit der Stadt austragen, um noch halbwegs rentabel wirtschaften zu können. Aber auch bei denen mit dem „guten Draht“ kann man noch keine mafiösen Strukturen unterstellen. Und an Subkultur versuchen braucht sich schon gleich gar keiner. Genauso bescheuert, allen Wirten pauschal schlechte Qualität zu unterstellen. Das können sich nur ganz wenige leisten, die eine so gute Lage haben, dass sie sich das erlauben können. Alle anderen sind da schnell weg vom Fenster. Genauso wie viele auch rudern müssen, um kurz vor Monatesende wenigstens die extremen Pachtkosten reinzuholen. Nicht nur die Wohnungsmieten sind gestiegen.
    Zur Klarstellung: Ich bin kein Wirt, ich bin Gast. Und das bin ich gerne. Und ich bin meinem Wirt dankbar, dass er mir die Möglichkeit gibt, mich wohl zu fühlen. Wirt und Wirtshaus sind für mich wie Pfarrer und Kirche für andere. Also macht mir das nicht madig, auch wenn Ihr nicht dran teilhaben wollt; ich beschwer mich auch nicht, wenn früh um Fünf die Kirchenglocken läuten.
    Diejenigen, die Euch nerven, das sind die Wildtrinker und -biesler. Also gebt nicht den Wirten die Schuld an etwas, von dem sie noch nicht mal profitieren.

  • Rentnerin

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    zu Mr. T:

    Die Regensburger Gastronomie habe ich wiederholt komplett durch.
    D.h., ich habe mir den Spass gegönnt.
    Ich kenne auch die Gatronomie zwischen Markko und dem Nordkap.
    Meine Feststellung bezieht sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis .
    Warum fahren so viele Regensburger auswärts, um essen zu gehen ?
    Glauben Sie mich interessiert eine Schicki-Micki Speisekarte, in der von einem Süppchen gesprochen wird, wenn es in einem Gefäss serviert wird, das wie eine Kaffeetasse aussieht ?
    Glauben Sie mich interessiert eine Schweinebraten, wenn man nicht mehr weiss wie ein Knödel aussieht, sondern nur noch „harte Schusser“ auf dem Teller sind.
    Glauben Sie ich esse einen Kartoffelsalat der aus dem Kübel kommt und kaum nach Kartoffelsalat schmeckt.
    Glauben Sie ich esse ein Stück Kuchen für ca. 3,50 €, das in der Metro gekauft wurde und nur aufgetaut ist. Da haben Aldi, Lidl und Norma oft bessere Qualitäten.
    Da hilft das Lokal nichts, der ganze Aufwand einer Miete usw. wenn am Teller zu kleine Portionen sind oder nicht mehr dem entsprechen was man darunter versteht.
    Sie glauben gar nicht, wie gut mir an einer „Döner-Bude“ ein Döner schmeckt, den ich mit nach Hause nehme, um ihn zu geniessen.
    Da werde ich zumindest nicht von einer Bedienung angeherrscht „Zum trinkn“ !!!!
    Es bietet nur der fürstl. Schlossgarten in Bezug auf Service eine Ausnahme.

  • altstadtkid

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    @Mr.T

    Vielleicht bin ich ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, bezüglich der mafiösen Strukturen.Aber die Hilflosigkeit und die absolute Gleichgültigkeit der Stadt gegenüber dieser Probleme
    lässt einen schon in die Verschwörungstheorie Ecke
    abgleiten.
    @Rentnerin
    sehr interessanter Gedanke dass alles zu schnell geht, und die Stadt vor lauter Touristen und Eventgeilheit seine Bürger vergisst
    Wer sagt eigentlich dass jedes Wochenende
    in der Altstadt irgendein Schwachsinns Event ablaufen muss.Bestimmt nicht der Bürger!
    Sondern der schnelllebige Tourist der dann immer Versorgt ist!
    Und wer hat daran wohl ein Interresse?

  • Mr. T

    |

    Man kann auch nur die Negativbeispiele sehen, die es sicherlich gibt. Ich halte mich lieber an die positiven und erfreue mich daran. Ich bin auch froh, wenn mein Teller überladen ist und rechne mein Schnitzel nicht in €/qm um. Beim Döner gibt’s übrigens noch Luft nach oben in Regensburg – da ist fast überall nur Geflügel aus der polnischen Massenqualhaltung am Spieß.

  • El

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    Ich nehme auch mit viel Zorn wahr, wie die Stadt verhökert wird.

    In Immobilienanzeigen werden Wohnungen wie Juwelen angepriesen
    und ebenso unerschwinglich sind sie teilweise.

    Klar, es ist für Geschäfte, Hotels usw. ein feiner Gewinn, wenn die Touristen sich in Strömen in die Stadt ergießen ;
    von der Stadtspitze wünschte ich mir,
    dass diese Ströme eingedämmt würden.

    Wanderratten

    Die ruhlos wandern hier und dorten,
    sich heimisch fühlen allerorten,
    in Haus und Hof sich einquartieren
    und manches mal am Feld campieren.

    Die meist sofort im Dutzend kommen,
    ein jeder Platz wird eingenommen
    sofern sich dort nur Nahrung findet,
    was sie dann oft für länger bindet.

    Die nächtens ziehen, auch am Tage,
    vermehrungsfroh bis hin zur Plage,
    manch Krankheit und viel Müll verbreiten
    und strotzen vor Begehrlichkeiten.

    Die sich durch Städte zahlreich wühlen,
    sich überall willkommen fühlen,
    in aller Welt ihr Dasein fristen
    wie Rattenvolk – das sind Touristen.

    Josef J. Popp
    (gepostet mit freundlicher Genehmigung des Verfassers – zitiert aus Donaustrudl Nr. 208 / S. 6)

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