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Scientists for Future

Diskussion in Regensburg über kommunale Wärmeplanung: Gas und Öl sind raus.

Bei einer Veranstaltung der Scientists for Future Regensburg Mitte Juni drehte sich alles um die Wärmewende. Die renommierten Experten Dr. Norwin von Malm und Dipl.-Ing. Franz Waldmann präsentierten die teils erschreckenden wissenschaftlichen Fakten, aber auch die existierenden Lösungsansätze. 

Dr. Norwin von Malm und Dipl.-Ing. Franz Waldmann bei ihrem Vortrag.

Von Markus Feilner

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In der folgenden Diskussion mit weiteren Experten stellten sich auch die Stadt Regensburg und die REWAG den Fragen des Publikums, wobei sich Wissenschaftler, Vertreter der Stadt und Bürgerinnen überraschend einig waren.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Dr. Helene Sigloch (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beantworteten anschließend Dr. Robert Greb (Vorstand REWAG, Energieversorgung Regensburg), Dipl.-Ing. M.Sc. Michael Bachseitz (Stadt Regensburg, Amt für Stadtentwicklung), Dipl.-Ing. Franz Waldmann (Maschinenbauer, Energiereferent BUND Regensburg), Dipl.-Ing. Ole Renner (Energieeffizienzexperte, MyEnergy.Farm GmbH) und Dipl.-Ing. Ramon Arndt (Stadtökologe, Klimarat München) Fragen des Publikums.

Der Tenor dabei: Das Hauptproblem sei nicht die Technik, sondern die Kommunikation in der Öffentlichkeit. Sowohl Bedrohung als auch Lösungsansätze seien bekannt, die einzusetzenden Technologien bewährt und erprobt.

Die Wärmewende – Was kann ich jetzt tun

Doch zunächst lauschte man dem Vortrag „Die Wärmewende – Was kann ich jetzt tun“ von von Malm und Waldmann. Wie immer derzeit beim Thema Klimawandel sind die nackten Zahlen durchaus bedrückend. In den nächsten 25 Jahren müssen wir – im Jahresmittel – mit 2 bis 3 Grad höheren Temperaturen in Deutschland rechnen.

Weite Teile der Erde rund um den Äquator werden unbewohnbar, weil die Anzahl tödlicher Hitzetage bis 2050 massiv zunehmen wird. In Bayern, und damit auch in Regensburg sind wir gleichzeitig durch massive Dürren und ausufernde Überschwemmungen bedroht, falls die aktuellen CO2-Emmissionen nicht sinken.

Überschwemmt: Breiter Streifen längs der Donau, ganze Ortschaften im Osten

Auf den Folien mit dem Titel „Was bedeuten 3 Grad plus?“ erklären die Referenten eindringlich, was auf die Domstadt zukommt. Aktuelles Kartenmaterial des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt: Regensburg gehört bereits heute zu den „weiten Teilen Bayerns, die unter außergewöhnlichen Dürren leiden“.

Damit nicht genug, bei zukünftigen Extremhochwassern sind Überschwemmungen von Straubinger Straße bis zum Gewerbepark zu erwarten, weite Teile der Altstadt drohen dann unter Wasser zu stehen, von Quadratkilometer großen, überschwemmten Flächen von Barbing bis zum Fuß des Brandlberg. Ganz Tegernheim, Schwabelweis und weite Teile von Donaustauf sind auf dem gezeigten Kartenmaterial nicht mehr zu erkennen, von Winzer, Mariaort und den Donau-nahen Vierteln der Stadt ganz zu schweigen.

Hochwassergefahren für Regensburg laut https://atlas.bayern.de

„Ein erträgliches Maß ist möglich“

Doch soweit, so die Experten, muss es nicht kommen. „Eine schnelle und umfangreiche Transformation hin zu einer fossilfreien Energiewirtschaft ist dringend erforderlich, um die Folgen der globalen Erwärmung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.“ Regenerative Energien und Wärmepumpen seien der Schlüssel zum Erfolg, die Technologien seien ausgereift und erprobt, selbst in Europas Norden.

Knapp zwanzig europäische Länder sind da schon weiter, Deutschland ist trotz zwei Millionen bereits installierter Wärmepumpen Nachzügler und muss dringend aufholen. Zum Vergleich: Norwegen? Über 70 Prozent heizen hier mit Wärmepumpen, selbst im Atomland Frankreich oder in Italien nutzt fast jeder fünfte Haushalt eine solche. Deutschland liegt mit einer einstelligen Prozentzahl abgeschlagen auf den hinteren Plätzen, neben der Slowakei, Ungarn und Großbritannien.

Gas und Öl werden unerschwinglich

Wer sich mehr mit Solartechnik, CO2-Preisen und Energieversorgung auseinandersetzt, sieht schnell: Dezentral ist das neue Schlagwort. Die Preise für Öl und Gas werden steigen, was die „Biotreppe“ von Wirtschaftsministerin Reiche noch beschleunigen dürfte.

Das sei reine Marktmechanik und heute bereits absehbar, so die Experten: „Haben Sie sich schon mal gefragt, was es für Sie persönlich bedeutet, wenn die monatliche Heizrechnung dreimal höher ist als nötig?“

Vorgeschrieben: Kommunale Wärmeplanung

Die Notwendigkeit einer vorausschauenden Planung hat der Gesetzgeber bereits 2024 erkannt und das Wärmeplanungsgesetz erlassen, ein Teil des umstrittenen Gebäudeeenergiegesetzes. Dementsprechend müssen alle Städte über 100.000 Einwohner bis Juni 2026, alle anderen Gemeinden bis 2028 eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) erstellen.

Auch Regensburg hat das getan (hier als PDF), und selbst wenn das Ergebnis nicht bindend ist,muss sich die Gemeinde darum kümmern.

In Regensburg ist mehr als genug Energie vorhanden

In der dabei erstellten Bestandsaufnahme kam für Regensburg eine Summe von 490.000 Tonnen C02-Äquivalent alleine für den Endenergieverbrauch an Wärme heraus, als Mittelwert von 2021 bis 2023.

Gleichzeitig rechnet die Regensburger KWP vor, wie leicht die Potenziale der regenerativen Energien eigentlich ausreichen würden, um den Wärmebedarf zu decken. Von den jährlich benötigten 1.900 GWh könnten alleine Solarthermie oder Geothermie 1.200 GWh abdecken – jeweils für sich, nicht zusammen.

Photovoltaik und Flusswärmepumpen an Donau und Regen könnten zusammen ebenfalls über 1.000 GWh bereitstellen, dazu kommen Biomasse, Abwärme, Wind und Wasserkraft, insgesamt mehr als das Doppelte des jährlichen Bedarfs. Für all das hat die Stadt – gemäß Auftrag – ein Zielszenario entworfen, das auf einer Karte „voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete“ darstellt.

Schwierigkeiten macht dabei im wesentlichen die Altstadt, wie bei vielen Bauvorhaben – für Altstadt, Stadtamhof, oberen und unteren Wöhrd ist die künftige Versorgungsart „noch unsicher“. Neue Leitungen verlegen ist dort eben schwieriger.

Vier unverrückbare Fakten

Die Experten schließen ihre Ausführungen mit der Frage, was man denn heute aus dem Vortrag mitnehmen sollten und geben dafür gleich vier Antworten:

  • Die menschengemachte globale Erwärmung ist eine reale Gefahr für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation.
  • Die Erzeugung von Wärme bietet großes Potential für Klimaschutz UND Kosteneinsparungen.
  • Wärmepumpen (und erneuerbar betriebene Wärmenetze) ersetzen Öl und Gas.
  • Die Kommunale Wärmeplanung Regensburg bestätigt: Potenziale der erneuerbaren Energiequellen reichen aus, um den Wärmebedarf zu decken.

Praktische Aspekte in der Diskussionsrunde

Die anschließende Diskussion zeigte viele praktische Fragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt um auf eine Wärmepumpe umzusteigen (Frühe Planung ist das A und O.)? Was muss man beachten, um das Optimum herauszuholen (Gutes Monitoring vor allem im ersten Jahr.)? Welche Haustypen eignen sich (Für Ein- bis Zweifamilien-Häuser sind Wärmepumpen bereits heute überaus ausgereift, bei Mehrfamilienhäusern findet aktuell rasanter Fortschritt statt.)?

Dringender Änderungsbedarf: Auch der Preis für Fernwärme ist an den Gaspreis gekoppelt

In der Diskussion kamen auch weniger bekannte, interessante Aspekte zutage. Fernwärme ist beispielsweise auch deshalb vergleichsweise teuer, weil sie an den Gaspreis gekoppelt ist. Der Energieexperte Renner forderte dabei, die Fernwärmeverordnung müsse angepasst werden – ob Ministerin Reiche das gut findet, ist nicht kolportiert.

Die REWAG testet bereits Niedrigtemperaturfernwärme rund um das Westbad. Was die Allgemeinheit seltener diskutiert, sind effiziente Konzepte wie die Kopplung von Wärmepumpen mit Fernwärme oder der Einsatz von Wärmepumpen als Klimanlage, zur Kühlung.

Das sagt die REWAG

Auf die Frage von Regensburg-Digital, was denn bei all den Planungen dann mit dem Gasnetz in Regensburg passiere, wenn bis 2045 (oder früher) nur noch wenige Kunden mit Gas heizen würden, und was beim Rückbau für Kosten anfallen würden, antwortete die REWAG:

„Grundsätzlich gilt, dass es eine politische Vorgabe gibt, ab wann die Versorgung mit Erdgas eingestellt wird. (…) Die Strategie mit Blick auf unser Gasnetz sieht vor, dieses vorerst uneingeschränkt weiter zu betreiben. Eine Stilllegung, auch einzelner Abschnitte, ist also nicht geplant.

Investitionen finden aber ausschließlich insofern statt, als dass das bestehende Netz so ertüchtigt wird, als dass es ordnungsgemäß und nach den geltenden Standards, Gesetzen und Vorschriften betrieben werden kann. Eine Ausweitung des Netzes findet aber nicht statt. Die Länge unseres Gasnetzes beträgt 1.522 Kilometer und es sind 31.114 Hausanschlüsse angeschlossen.“

Die Frage, ob sich Regensburg mit dem Befolgen der Reiche-Vorgabe „Co2-frei 2045“ quasi freiwillig zu einem „Nachzügler“ mache (Mannheim: 2035, Erlangen: 2040, Nürnberg: 2040, Würzburg: 2040, Oslo :1978 Gas abgestellt, Helsinki: 2029 festgelegt, Kopenhagen: ist heute schon zu 98 Prozent abgestellt, Dänemark: 2035), verneint Martin Gottschalk von der REWAG mit Verweis auf die Regensburger Besonderheiten der Altstadt und ohne Fernwärmeversorgung beispielsweise durch ein Müllkraftwerk:

„Nein, Regensburg ist kein Nachzügler. Konkret heizen in Regensburg rund 75% der Haushalte mit Erdgas. (…) Sofern es einen realistischen Pfad gibt, schon vor 2045 mit der Umstellung zu alternativen Heizarten fertig zu sein, so würden wir uns natürlich darauf einstellen. Wir investieren in den kommenden Jahren intensiv in den Ausbau der dezentralen Wärmenetze, die regenerativ betrieben werden.“

Welche Kosten kommen auf die Bürgerinnen zu?

Bei der Frage, was die unterschiedlichen Varianten (2045, 2035 oder wann auch immer) die (Regensburger) Bürger kosten würden, verweist die REWAG auf das Abschreibungsprogramm KANU2.0 der Bundesnetzagentur, das frei verfügbar sei.

Eine konkrete Gegenüberstellung von Kosten, Kostenexplosion durch die zu erwartenden Gaspreise, mehrere Jahre längere Kosten für den Netzbetrieb und andererseits dem Einsparungspotential durch neue Energiequellen muss vermutlich die Politik erfragen bzw. erarbeiten.

Alle sind sich einig: Gas und Fossil sind teuer und werden immer teuerer

Der Experte für Energieeffizienz Ole Renner beantwortete auch die Frage, wie man denn nun konkret vorgehen könne, wenn man seine alte (fossile) Heizung ersetzen möchte: Im Idealfall holt man sich einen Energieberater ins Haus, der sich die Gegebenheiten vor Ort anschaut und die Potentiale verschiedener (fossilfreier) Szenarien genau durchrechnet.

Klar ist: Bei Gas und klassischen, fossilen Energiequellen zu bleiben, wird zunehmend teuer. Frühe Planung ist nicht nur für die Stadt, sondern auch für alle Bürgerinnen wichtig, um keine Unsummen auszugeben, die man sich bei weitsichtiger Planung sparen hätte können. Auch wenn sich in Details Unklarheiten und Meinungsunterschiede verbergen, waren sich am Ende des abends alle einig: Gas und Öl haben keine Zukunft, auch und gerade nicht in Regensburg.

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Kommentare (21)

  • Manfred van Hove

    |

    Diese Art Alarmismus ist seit Jahren bekannt und hat die Grossen Player wie China, USA oder Russland nicht beeindruckt, aber zur Verlagerung deuscher Produzenten ins Ausland geführt. Der deusche Einfluss auf das Weltklima tendiert gegen Null, selbst wenn wir aus Deutchland einen industriefreien Freizeitpark machen.

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  • Mr. T.

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    Anderes Thema, aber sind solche Prognosen für Überschwemmungsgebiete bei der Planung des Hochwasserschutzes auf den Donauinseln eigentlich auch berücksichtigt oder wird dabei davon ausgegangen, dass sich nicht viel ändert mit dem Klima?
    Will man die Donauinseln als einzig bewohnbare Flächen zwischen Winzerer Höhen und Galgenberg erhalten?

    Kaum zu glauben, dass diese Entwicklung von so vielen Leuten noch geleugnet oder komplett heruntergespielt wird. Am Wochenende hat im Zusammenhang mit dem Reichsparteitag in Passau Protschka wiederholt seine Weisheiten zum Klimawandel verbreiten dürfen. Erschreckend! Es gibt ja auch noch genug, die so dermaßen gestrickt sind, um ihm das auch noch zu glauben.

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  • Manfred van Hove

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    Nachdem wir uns von der Abhängigkeit von Russengas ( 60 %) gelöst haben, begeben wir uns in eine noch grössere Abhängigkeit von Wind- und solaranlagen zu 100 % von China. Politik scheint nicht lernfähig.

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  • Konradsiedlungsanwohner

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    Manfred war ja klar, dass das kommt.

    was ist Ihre Lösung ausser genörgle?

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  • Mr. T.

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    Wenn man den Unterschied zwischen Anlagen und Betriebsstoffen nicht überreisst …

    Hätte die Union unter Altmeier nicht die deutsche Wind- und Solarindustrie vorsätzlich kaputt gemacht, könnte man die Anlagen selber bauen.

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  • Giovanni

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    Ich bin sehr dafür, sich von fossilen Energien zu verabschieden und habe das, was das Wohnen betrifft, hinter mir.
    Wenn allein China, Usa, Indien und Russland etwa 70% des weltweiten co2 Ausstoßes repräsentieren und Deutschland weniger als 2% kann man nicht erwarten, dass unser lokales und deutschlandweites Handeln irgend einen Einfluss auf die gerne als Handlungsdruck aufgebauten Drohszenarien haben. Der Zeitdruck, unter dem all die Pläne gezeichnet werden ist daher nicht verständlich und führt zu Vorstellungen über die mögliche Zeitschiene, die nicht einlösbar scheinen.
    In den Kartierungen der kommunalen Wärmeplanung für Regensburg sind großflächige Gebiete für Wärmenetze in bereits vier Jahren ausgewiesen. Mich würde doch sehr interessieren, wer hat das Kapital, diese Investitionen zu stemmen? Die Stadt? REWAG? Wer sonst? Mich würde darüber hinaus interessieren woher wird die Wärme kommen, die in die Netze gespeist wird? Wer wird diese Erzeuger errichten und betreiben? Woher kommt das Kapital? Wie stellt man sich vor in so kurzer Zeit genügend Abnehmer zu finden? Wer finanziert Netze und Erzeugungsanlagen in der Zeit, bis Kapital zurückfließt? Zu welchen Preisen wird man anbieten können? Werden die Anlaufkosten von den Kunden zu tragen sein? (Bei den Gasnetzen macht man den Kunden Angst wegen der steigenden Netzkosten während des Rückbaus, das ist beim Netzaufbau nicht anders) Wird die Idee der dezentralen Netze dazu führen, dass es unterschiedliche Anbieter und Tarife geben wird? Das sind Fragen, zu denen man noch nicht viel hören konnte. Die Steckbriefe in dem Dokument Kommunale Wärmeplanung geben dazu keine Auskunft.

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  • Wiener Bub

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    ich verstehe die Aussage mit dem Hochwasser nicht, vielleicht auch weil ich auf dem Gebiet kein Experte bin.

    Aber das Bild auf der Folie zeigt ganz klar das Szenario HQExtrem welches, nach kurzer Recherche, offenbar einem statistisch 1000-jährigen Hochwasser entspricht.
    Jetzt treten extreme Hochwasser erfahrungsgemäß häufiger ein, als der Name es vermuten lässt, jedoch wäre es zumindest redlich darauf hin zu weißen, welche tatsächliche Wahrscheinlichkeit bei den aktuellen Klimatrends zu vermuten ist anstatt kontextlos Schreckensszenarien zu präsentieren. (Kann ja auch sein, dass es im Vortrag besser präsentiert wurde).

    Vor allem, da es Regensburg sicher nicht in der Hand hält, wie die Zukunft verläuft, da müssen wir leider auf die anderen Länder dieser Welt vertrauen.

    Dabei finde ich die Aussage, dass Regensburg genug Potentiale für erneuerbare Energien zum Heizen besitzt ja eigentlich sehr erfreulich.

    Dringender würde mich noch interessieren, welche guten Ideen es zur Kälteversorgung für die Zukunft gibt. In Wien gibt es z.B. auch ein Fernkältenetz, wodurch nicht jedes Haus eine eigene Klimaanlage benötigt. Gerade für die Dicht bebaute Innenstadt würde sich das sehr gut anbieten, um nicht noch zusätzlich die Außenluft durch Klimaanlagen zu erhitzen.

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  • Regensburger

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    Für mich war die abgebildete Hochwasser-Karte recht alamierend…
    Über den angegebenen Link gelangt man an Informationen, die helfen, die Darstellung einzuordnen:
    (Die rechte der im Artikel abgebildeten Karten zeigt die Situation eines “extremen Hochwassers”.)
    “Ein 100-jährliches Hochwasser wird an einem Standort im statistischen Durchschnitt in 100 Jahren einmal erreicht oder überschritten. Da es sich um einen Mittelwert handelt, kann dieser Abfluss innerhalb von 100 Jahren auch mehrfach auftreten. Es bildet in der Regel auch die Grundlage für den lokalen Hochwasserschutz und die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten. Daneben besteht das verbleibende Risiko eines extremen Hochwassers.”
    https://www.lfu.bayern.de/wasser/hw_risikomanagement_umsetzung/hwgk_hwrk/index.htm

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  • Mr. T.

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    Giovanni, das mit den 2% sollte längst klar sein. Das sind die 2%, die in Deutschland produziert werden. Deutschland produziert mit seinem Überkonsum aber auch sehr viel CO2 in anderen Ländern, wie China und Indien. An deren hohem Anteil hat Deutschland einen bedeutenden Anteil. Deswegen steht auch Deutschland mit seinen “nur” 2% im eigenen Land in der Verantwortung.

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  • Bischof Sailer

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    Den Hochwasserschutz auf die Zeh-o2 Geschichte zu reduzieren, ist aber schon etwas… naja, theologisch, oder?

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  • HS

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    Ich verstehe das Argument mit dem Beitrag von 2% seitens Deutschlands – trotzdem sind diese 2% unsere Verantwortung und genau wie Mr. T. sagt, verursachen wir durch unseren hohen Konsum viel CO2 in anderen Ländern.

    Ganz unabhängig davon ist es ja für uns alle so, dass fossiles Heizen einfach in den nächsten Jahren viel teurer werden wird und es deswegen für uns alle finanziell Sinn macht über Wärmepumpen, Wärmenetze etc. und über erneuerbaren Strom uns von de fossilen zu entfernen. Ich verstehe, dass über die “Klima-Schiene” viele nicht zum Handeln gebracht werden können und da Trotzreaktionen kommen, der eigene Geldbeutel war in Deutschland aber schon immer die höchste Motivation…
    Am Land sieht man diese Entwicklung auch schon – siehe PV-Dachanlagen und Wärmepumpenausbau – seltsam, dass in der modernen zukunftsorientierten Stadt Regensburg immer noch so viele Skeptiker sind.. ;)

    Ich finde super, dass mit den wichtigen Stakeholdern diese Veranstaltung durchgeführt wurde – danke Helene!

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  • Bruckmandlsepp

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    @Mr T.: Ich bin nicht konkret an den Planung beteiligt, aber diese Hochwasserschutzanlagen sind immer “nur” mindestens für ein 100-jähriges Hochwasser (HW100) ausgelegt. HW100 deshalb, weil es was die Kosten betrifft noch im Rahmen ist und gleichzeitig häufig genug eintreten kann, um im Gedächtnis zu bleiben. Oh und für was niederschwelligeres gibt es in der Regel keine Fördermittel vom Freistaat.

    Die Niederlande bauen zum Vergleich mit Anlagen, die einem Hochwasser, das statistisch nur alle 10.000 Jahre vorkommt, standhalten können sollen. Die sind fairerweise aber auch durch das Meer in einer etwas delikateren Lage.

    Was mir in der Thematik fehlt (wenn es sich schon ums Wasser dreht), ist neben den Themen Hitze und Trockenheit (der Frühling brachte nur ca. 39% des durchschnittlichen Niederschlags) die Thematik von Überschwemmungen durch lokalen Starkniederschlag (ich denke da an Landshut 2021). Das kann Regensburg oder Teile der Stadt genauso treffen. Das Schadenspotenzial ist auch hier enorm.

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  • Studi

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    @Manfred van Hove
    23. Juni 2026 um 21:12

    Es gibt keine Abhängigkeit von China bei der Solar und Windenergie. Die Anlagen könnten problemlos auch in Deutschland produziert werden. Dann würden Sie nur eventuell mehr kosten, wie bei fast allen Produkten, die wir aus dem Ausland beziehen. Das ist ja gerade der Effizienzgewinn der Globalisierung von dem wohlhabende Länder massiv profitieren. Fossile Energieträger können wir allerdings nicht in Deutschland abbauen. Es handelt sich hier also um zwei grundlegend verschiedene Probleme.

    Zudem liegen die profitträchtigsten Geschäftsbereiche in grünen Industrien. Der Bedarf an grünem Stahl ist zum Beispiel enorm. Entsprechend kann man da deutlich höhere Gewinne erzielen als mit gewöhnlichem Stahl. Fossile Industrien zu fördern (und so zum bleiben zu bewegen) stände also im Widerspruch zu dem Ziel Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Die einzige Begründung hierfür wäre, dass man nicht an Marktwirtschaft glaubt und wir mehr Planwirtschaftliche Mechanismen in Deutschland bräuchten, also mehr direkte staatliche Eingriffe in die Wirtschaft.

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  • Auch a Regensburger

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    Grüne Energien sind die wirtschaftlichsten Energiequellen. Die Welt hat entschieden. 2025 wären 90% der globalen Investitionen in Energiegewinnung in erneuerbare.

    Natürlich sind wir hier jetzt. vor allem bei PV, in absoluter Abhängigkeit von China. Die blockieren aber nicht, sondern freuen sich über Export. Anders als bei fossilen oder atomaren Technik, wird der Bedarf aber drastisch sinken sobald eine Sättigung eingetreten ist. PV hält 30-40 Jahre und dies bestimmt den Grad der Nachrüstung. Alles keine Rocket Science sondern die Situation in 2026 was Wirtschaftlichkeit betrifft und das was es bedeutet auf das richtige Pferd zu setzen. Derzeit ist in Deutschland nicht doppelt soviel Golfpaltzfläche wie Freiflächen PV.

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  • Realist

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    Das klimatechnisch Veränderungen notwendig sind ist unbestritten und wird in der Zukunft für eine Stadt wie Regensburg in meinen Augen nicht nur interessant sondern auch problematisch. Vielleicht gibt es hier im Forum Leute, die meine Fragen beantworten können.

    1. Gasheizung
    Es gibt ja dieses Gasnetz der Rewag, das zur Zeit für reines Erdgas genutzt wird. Was bringt es wenn man sich eine neue Gasheizung kauft, die H2 ready sind. Es gibt ja nur eine Leitung der Rewag und die kann entweder nur für reines Erdgas oder für Erdgas mit beigemischten H2 verwendet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Rewag hier ein zweites Leitungsnetz aufbaut….oder habe ich hier einen Denkfehler? Und wenn die Rewag hier das ” H2- Erdgas” durchlaufen lässt, was passiert dan mit den normalen Gasheizungen?

    2. Altstadt von Regensburg.
    Mit welcher Engergie sollen die alten Häuser in der Altstadt ausgestattet werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier eine Wärmepumpe funktioniert, da die Energiestandards der Häuse (teilweise wegen Denkmalschutz) wohl nicht geeignet sind.
    Eine Fernwärme kann ich mir hier beim besten Willen auch nicht vorstellen. Wo soll man hier eine Energiezentrale bauen. (Vielleicht direkt am Neupfarr- oder Haidplatz)?
    Also wie sollen diese Häuser beheizt werden?

    Vielleicht kann mir ja jemand die Fragen beantworten.

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  • Oleg

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    @Realist: Wasserstoff hat einen geringeren Brennwert und wird teilweise in Deutschland schon seit längerem zum “Erdgas” dazugemischt.
    Moderne Brennwertgeräte mit adaptiver Brenngüteüberwachung können ein breites Spektrum an Gasarten und deren Brennwert verarbeiten und sich automatisch darauf anpassen. Auch Methan wäre z.B. ein gut produzierbares Gas aus PV- Überstrom.
    Alte Gasheizungen müssen umgerüstet werden, dies funktioniert z.B. mit dem Wechseln von Gasdüsen. Das aber nur, wenn sich der Brennwert ändert.

    2. Das ist die entscheidende Frage und auf die gibt die Wärmeplanung auch keine Antwort.

    Wärmepumpen funktionieren bei einem Großteil der Häuser in der Altstadt nicht. Schlicht aus Platzgründen. Lauter “Klima- Außengeräte” an der Fassade geht (hoffentlich) aus Denkmalschutzgründen nicht und weil das Kondensat meist auf das Pflaster tropfen und vereisen sowie veralgen würde.

    Für mich gibt es hier nur die Lösung eines kalten Nahwärmenetzes. Vorteil wäre, dass man hier auch Klimaanlagen sowie Kälteanlagen der Bars z.B. einfügen könnte.
    Hierzu ist auch keine große Energiezentrale notwendig.
    Allerdings baut sich so ein Netz nicht von heute auf morgen und schon gar nicht von alleine.
    Womit ich zu meinen großen Kritikpunkt komme.

    Die ganze Wärme- “Planung” sowie sonstige Vorträge und Studien hätte ich auch auf 10min selber und wesentlich kostengünstiger erstellen können.
    Wenn die Politik nicht immer vor- und zurückrudern würde, hätten wir auch schon wesentlich mehr Wärmepumpen im Bestand.

    Das wir von fossilen Energieträgern so schnell und so weitreichend wie möglich wegmüssen, ist auch lange klar. Wenn nicht aus ökologischen Gründen, dann aus langfristig ökonomischen Gründen und das wir unabhängiger von anderen Ländern werden.

    Das prinzipiell genügend Energie in der Umwelt vorhanden ist, sollte auch ein Schüler in der 5 Klasse beantworten können.

    Was aber grundlegend falsch läuft und uns wichtige Jahre und Jahrzehnte kostet, ist dass von der offiziellen Seite her keine klaren Angaben gemacht werden, was sicher geplant und realisiert wird.

    Wärmenetze sind aber nur da sinnvoll, wo kostenlos Wärme entsteht (wie bei Müllverbrennung oder Rechenzentren) oder sowieso genügend Wärme produziert wird (Bäder) und wo keine Wärmepumpenaufstellung möglich ist.

    Ein Wärmenetz muss m.E. von der Stadt bzw. der städtischen Tochter realisiert und betrieben werden. Mit einem Anschluss- und Benutzungszwang der Anwohner!
    Das ist ein riesiger Invest der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und auch immer nur mit Straßenbaumaßnahmen realisiert werden kann. Das wird ein privater Investor weder realisieren, betreiben noch koordinieren können.

    Und wenn doch, dann passiert so etwas wie am Roither Berg.

    Genauso ist es notwendig, dass die Stromnetze ertüchtigt werden.

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  • Auch a Regensburger

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    @Realist: Wohnungsbau ist ja auch nicht der Kern von Wasserkraft. Da gibt es viele sinnvolleres Abnehmer, bei der die Technik richtig Sinn ergibt. Wärmepumpe und wenn es so weiter geht Klimaanlage. Alles elektrisch.

    Altstadt schätze ich nicht die Dämmung als Hauptproblem. Gegenteilig. Die Wände sind ja eh massivst. Wärmepumpe stellt eher die Unterbringung Aussen vor Probleme. Große für das ganze Haus oft schwierig. Viele kleine optisch im Denkmalschutzkern durchaus fraglich.

    Meine Einschätzung.

    Aber Gas wird dauerhaft natürlich den Unterhalt beim Wohnen in der Altstadt verteuern.
    Perfekte Lösung für diese Nische wird es da nicht geben.
    was ich unbedenklicher finden würde wäre PV. Da es mittlerweile schon optisch passende Lösungen geben würde. Wären wieder Einnahmen um das Gas auszugleichen. Und auch um im Sommer zu kühlen. Da ja die Anlagen Energie aufnehmen und wandeln.

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  • Realist

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    Hallo Oleg, danke für die Ausführungen und noch zwei Fragen an Sie:

    Was glauben Sie ist realistisch: wann (wieviel Jahre) wird die Rewag das normale Erdgas durch das “H2 Gas” im Netz ersetzen, und was kostet eventl. die Umrüstung einer alten Gasheizung mit diesen Gasdüsen?

    Und sehe ich das richtig, dass es in der Altstadt derzeit keine Alternative zu den bestehenden Gasheizungen in den nächsten 10 – 20 Jahren gibt (so wie Sie es beschreiben funktionieren ja Wärmepumpen so gut wie gar nicht, und der Aufbau eines Fernwärmenetzes würde viele Jahre dauern? ) Viele der Altstadtwohnungen haben ja auch eine eigene Therme in der Wohnung und hier müssten überall ggf. wieder Gasheizungen eingebaut wenn die alten defekt werden.

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  • Oleg

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    Hallo Realist,

    da in der Politik täglich neu gewürfelt wird wohin die Reise geht kann man das mit Sicherheit nie sagen. Auch von der Rewag gibt es m.W. keinen richtigen Plan wie es weitergeht.
    Man kann ja alle möglichen brennbaren Gase auch als Gemisch im Erdgasnetz betreiben und auch verbrennen. Wenn das Gemisch vom Brennwert her in etwa dem des derzeitigen Erdgas-E entspricht, braucht man nichts umrüsten.
    Es kann sein, dass 2040 wenn ein hoher regenerativer Anteil gefordert ist, umgerüstet werden müsste. Derweil sollten alte Gasgeräte aber eher die Ausnahme sein.
    Das der Wasserstoffanteil einmal >65% sein wird, halte ich eher für unwahrscheinlich.

    Wo in der Altstadt keine Wärmepumpe möglich ist, wird der Großteil wahrscheinlich mit der Gastherme die nächsten Jahre noch am Besten fahren.
    Wobei die Gastherme immer mehr elektrisch unterstützt werden wird, zumindest da wo es auch das Stromnetz hergibt. Viele internen Hausverdrahtungen sind ja auch noch aus dem (frühen/ mittleren) letzten Jahrtausend.
    Klimaanlage/ Luft-Luft- Wärmepumpe ggf. als Monoblock mit Luftkanälen nach außen, Warmwasserwärmepumpe bei größeren Wohnungen, Elektroheizungen und vielleicht erleben wir auch noch ein Revival der Nachtspeicheröfen.
    Mit smarten Stromtarifen lässt es sich so zumindest in der Übergangszeit kostengünstig heizen und Erdgas sparen.

    PV wird in der Alstadt m.E. jetzt nicht sooo eine große Rolle spielen, da die Dachflächen oft sehr gering sind und oft durch Fenster und Gauben unterbrochen werden, hinzu kommt der Denkmalschutz und der notwendige Platz für Wechselrichter und Speicher.
    Als Unterstützung für den Hausstrom ja- zum Heizen eher nicht/ weniger.

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  • Giovanni

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    Anschlusszwang… auf diese (naheliegende) Idee kamen schon eine Reihe von Kommunen und haben in ihren kommunalen Satzungen einen Anschlusszwang und die Verpflichtung zur Wärmeabnahme aufgenommen. Dieses Detail wird Gerichte beschäftigen. Wie das ausgehen wird beschreibt allerdings ein aktuelles Rechtsgutachten, welches die Schleswig Holsteinische Landesregierung in Auftrag gegeben hat. Man kann demnach heute schon wissen, dass es Wunschdenken bleiben wird, auf diese Weise zu einer hohen Anschlussquote zu kommen, ein Anschlusszwang wird gegen Alternativen, die das Gebäudeenergiegesetz erfüllen nicht gut durchsetzbar sein.
    Wenn man Wärmenetze und gleichzeitig Erzeugungsanlagen neu und in kurzer Frist errichten will wird die Herausforderung daher sein, für die Abnehmer bereits in der Phase des Aufbaus zuverlässig akzeptable Wärmepreise hinzubekommen. Nicht die Technik, nicht die Einsicht, dass Fernwärme sinnvoll ist, das wird der entscheidende Punkt sein der darüber entscheiden wird, ob Netze oder individuelle Lösungen sich künftig durchsetzen werden. Die Feststellung, dass genügend Energie vorhanden sei hilft da leider nicht darüber weg. Kommunen, die nicht heute bereits über lange Zeit gewachsene Wärmenetze verfügen, tun sich damit schwer wie einige Beispiele bereits zeigen. Sicher gibt es nicht den einen Grenzpreis aber Fernwärme Preise von jenseits der 20 ct/kWh können nur schwer überzeugen wenn man Wärmepumpen Strom für etwa 20 ct/kWh bekommt und die Wärmepumpe sicher mit einem COP > 3 betreiben kann.

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