Donaumarkt: Wer bietet mehr?

Wird abgerissen: Die Ostermeier-Ruine.
Proteste hin, Proteste her: Nun stehen das Ostermeier- und das Brüchner-Areal am Donaumarkt auch offiziell zum Verkauf – insgesamt geht es um 5.500 Quadratmeter Baugrund. Am Mittwoch verschickte die Stadtbau GmbH die Ausschreibungsunterlagen – laut eigener Aussage an „rund 50 Investoren“. Ziel sei eine „Revitalisierung des Quartiers“.Verkauft werden die beiden Grundstücke einzeln oder gemeinsam meistbietend zum Festpreis. Investoren, die sich für beide Flächen interessieren, „erhalten die Möglichkeit, ihre Chancen dadurch zu verbessern, dass sie (…) ein Aufgeld bieten“, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen. Die Stadtbau garantiert Baurecht über zwei vom Stadtrat abgesegnete „Bauvorbescheide“, wird noch in diesem Jahr die verbliebenen Gebäude auf den beiden Grundstücken abreißen und Altlastenentsorgung und archäologische Untersuchungen übernehmen. Auch damit verbundene Gebäude an der Ostengasse stehen „zur Disposition“. Bis November können Angebote abgegeben werden. Ende März soll der Verkauf abgeschlossen sein und das Geld in die Stadtbau-Kasse fließen.
Wird abgerissen: Der Brüchner-Block. Foto: as
Liest man die Ausschreibungsunterlagen wird klar, dass Kritiker der momentanen Planungen ihre Hoffnungen auf eine etwaige Umgestaltung wohl begraben können. Die umstrittene Ufertrasse und die damit verbundene Rampe von der Eisernen Brücke werden in der Ausschreibung ausdrücklich als gegeben angeführt. Auch die bislang vorgestellte Dimension der Baumassen – dazu würde etwa ein zwölf Meter hoher Hotelbau auf dem Ostermeier-Areal zählen – wird sich allenfalls vergrößern, denn verkleinern. Kleinere Bauwerke als in der Bauvoranfrage genehmigt sind „ausdrücklich nicht gewünscht“. Insgesamt rechnet die Stadtbau für Investoren mit einer vermarktbaren Bruttogeschossfläche von rund 14.000 Quadratmetern. Folgt man den Vorgaben der Ausschreibung, ist spätestens 2013 mit einem Baubeginn zu rechnen: Der Käufer, der den Zuschlag erhält, verpflichtet sich, noch im ersten Halbjahr 2012 einen „nicht offenen“ Planungswettbewerb „mit angemessener Teilnehmerzahl“ durchzuführen, spätestens sechs Monate später einen Bauantrag einzureichen und anschließend für einen „zügigen Bauablauf“ zu sorgen.

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Kommentare (4)

  • Joachim Datko

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    Schade, da wird wohl nichts aus einer Grünfläche am Donaumarkt.

  • DAS...

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    -wird sich erst noch zeigen. So einfach sollten die unsere Wiese nicht bekommen!

  • ava

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    Komisch, dass man einmal mehr als Regensburger das Gefühl nicht los wird, dass hier unter der Hand Stadteigentum in typischer Vetternwirtschaft verschachert wird. Was da an (zukünftigem) Geld über den Tisch geschoben wird, ist unglaublich- eine wahre Goldgrube. Welche Regensburger wollen denn da noch ein Hotel oder Wohnungen zu unbezahlbaren Preisen???Welcher Regensburger will den Donaumarkt missen? Wenn es dieser Stadt an etwas fehlt, dann sind es Orte für den einfachen Bürger in einem einfachen Alltag an denen sich auch einfache Bürger aufhalten und nicht noch mehr Hotels, Prestigeobjekte, Boutiquen, Feinkostläden für Touristen und die oberen 10 000.

  • Ostermeier geht an Regensburger Bauträger | Regensburg Digital

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    […] Regensburger Bauträger“ habe den Zuschlag für die 3.100 Quadratmeter große Fläche erhalten. Über 50 Investoren hatten Interesse an dem Grundstück gezeigt. Auf dem Gelände soll – laut eines vom Stadtrat abgesegneten Bauvorbescheids – unter anderem […]

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