Fachtagung

Drogenkonsumraum für Regensburg? Die Landes-CSU bleibt hart

Drogenkonsumräume können die Zahl der Drogentoten senken – so die einhellige Meinung bei einer Fachtagung. Auch Drugstop Regensburg spricht sich für solche Räume aus. Der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion zeigt sich davon unbeeindruckt.

1.826 Menschen verstarben im vergangenen Jahr an den Folgen ihrer Drogensucht. Der höchste Wert seit 20 Jahren. Und auch in Regensburg blieb die Zahl mit 18 Drogentoten zum wiederholten Mal auf hohem Niveau. Mehr Hilfe für Suchtkranke angesichts dieser Zahlen, versprach Burkhard Blienert, Drogenbeauftragter der Bundesregierung. „Wir müssen sie früher, einfacher und effektiver erreichen“, so Blienerts Überzeugung Mitte Juli, anlässlich des Internationalen Gedenktags für verstorbene Drogenabhängige.

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Experten üben Kritik am bayerischen Weg

Doch wie kann das funktionieren? Der Freistaat Bayern will vor allem auf die Prävention bei Jugendlichen setzen und bereits Suchtkranken insbesondere über sogenannte Substitutionsprogramme Hilfe leisten. Zu wenig, sagen Fachkreise und fordern schon lange auch in Bayern sogenannte Drogenkonsumräume.

„Wenn man regelmäßig hohe Fallzahlen hat, spricht das gegen das aktuelle System im Freistaat“, konstatiert Dr. Jan Welker vom Klinikum Nürnberg vergangenen Freitag bei einem Fachtag zum Thema Drogenkonsumräume. Zu dieser hybriden Veranstaltung eingeladen hat das Bündnis der bayerischen Suchthilfeträger. In den Räumen der Katholischen Akademie Bayern in München sind neben verschiedenen Experten auch Landtagsabgeordnete von FDP, Grünen, SPD und CSU anwesend.

Das Konzept von Drogenkonsumräumen (DKR) ist schnell erklärt. Die Debatte darum nicht neu. Die rechtliche Lage weniger komplex, als Kritiker immer wieder anführen. So jedenfalls das Fazit der Fachtagung – mit Ausnahme des Vertreters der CSU-Fraktion.

„Der Konsum in der Illegalität ist immer auch gefährlicher.“

Konsumräume sollen einen geschützten Rahmen bieten, in dem unter hygienisch vernünftigen Bedingungen mitgebrachte Substanzen straffrei und unter medizinischer Aufsicht konsumiert werden können. Befürworter sind überzeugt, dass solche Räume eine wichtige Säule bei der regionalen Versorgung von psychisch Suchtkranken wären.

In Bayern sterben jedes Jahr etwa 250 Menschen an ihrer Drogensucht. Damit liegt man in absoluten Zahlen in der Spitzengruppe unter den Bundesländern, bei den Tooten pro 100.000 Einwohnern im Mittelfeld. Meist ist eine Überdosis schuld.

„Der Konsum in der Illegalität ist immer auch gefährlicher“, sagt Maria Heilmeier, Leiterin des Kontaktladens der Drugstop Drogenhilfe Regensburg e.V. gegenüber unserer Redaktion. Drugstop ist Teil des Bündnisses der bayerischen Suchthilfeträger und betreibt in der Landshuter Straße einen Kontaktladen. Neben Duschmöglichkeiten, Internet und Hilfe bei Alltagsfragen, gibt es auch eine Sucht- und Safer-Use-Beratung.

Clean-Up-Projekt gegen herumliegende Spritzen in Regensburg

„Unsere Besucher gehen einmal pro Woche raus und reinigen Plätze von herumliegenden Spritzen“, erzählt Heilmeier auch vom Clean-Up-Projekt, das Drugstop ins Leben gerufen hat. An einigen Stellen im Stadtgebiet hat auch Regensburg ein zunehmendes Problem mit Drogenutensilien. Bei Drugstop wolle man einerseits die Bürger schützen, aber auch die Konsumenten dafür sensibilisieren, „was passiert, wenn Spritzen da am Spielplatz liegen“.

Maria Heilmeier ist überzeugt: Der Druck, der durch die Verdrängung in die Anonymität und totale Illegalität entstehe ist ein „absoluter Suchtbeförderer“. Weil Betroffene im Verborgenen konsumieren müssten, sei bei einer Überdosis oder bei Folgen von verunreinigtem Material schlicht keine Hilfe da.

„Relevante Entlastung“ für das Gesundheitssystem

Diejenigen, die es zumindest in die Notaufnahme der Krankenhäuser schaffen, binden dann über einen längeren Zeitraum gleich mehrere Pflegekräfte. Welker vom Klinikum Nürnberg sieht aus diesem Grund Drogenkonsumräume als „relevante Entlastung“ für das ohnehin überlastete Gesundheitssystem. Und weil in solchen Räumen Sozialarbeiter und Mediziner rechtzeitig intervenieren könnten, käme es dort zu deutlich weniger medizinischen Notfällen und Drogentoten, so der Mediziner.

Seit 1995 wurden in Frankfurt am Main vier Konsumräume eröffnet. Die drogeninduzierten Todesfälle gingen laut offiziellen Angaben seitdem deutlich zurück – von noch bis zu 150 Drogentoten pro Jahr Anfang der 1990er auf aktuell 20 bis 30.

Corona ließ die Zahlen steigen

Laut einem aktuellen Bericht des Bayerischen Rundfunks sollen die Fallzahlen in Frankfurt im ersten Corona-Jahr, als aufgrund der Abstandsregelungen weniger Konsumplätze angeboten werden konnten, wieder um knapp ein Drittel gestiegen sein.

Dabei sind auch die Konsumräume nicht frei von lebensbedrohlichen Fällen. In den vier Frankfurter Räumen kam es 2019 zu 386 akuten Notfällen. Das schnelle Eingreifen von medizinisch geschultem Personal konnte hier aber Schlimmeres verhindern.

„Diese Notfälle wären im öffentlichen oder privaten Bereich ohne sofortige Hilfe wahrscheinlich tödlich verlaufen. Allein dieser Umstand müsste dazu führen, auch in Bayern eine entsprechende Rechtsverordnung zu schaffen“, so die Haltung von Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe im April 2021. Damals hatte die bayerische Staatsregierung ein Pilotprojekt in München untersagt, dem selbst die CSU-Stadtratsfraktion zugestimmt hatte.

CSU vor Ort nicht immer einig mit Landes-CSU

Neben München besteht auch in Nürnberg und Regensburg Interesse, einen Konsumraum zu eröffnen. Im Sommer 2020 stellte Linken-Stadträtin Irmgard Freihoffer einen Antrag im Stadtrat, sich mit einer Petition an den Freistaat zu wenden. dieser wurde abgelehnt. Ungeachtet dessen gibt es, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, teils Zustimmung – selbst von örtlichen CSU-Vertetern. „Wir könnten mit relativ wenig Aufwand sofort ein solches Angebot einrichten“, sagt Heilmeier. Es sei ein „bestelltes Feld, das an der gesetzlichen Schranke hängen bleibt“.

Das Problem liegt dabei beim Freistaat. Im Jahr 2000 hat die damalige rot-grüne Bundesregierung per Bundesrahmengesetz den Bundesländern die Möglichkeit gegeben, Drogenkonsumräume durch entsprechende Länderverordnungen zu gestatten. Inzwischen gibt es 29 solcher Stellen in 17 deutschen Städten und acht Bundesländern.

CSU-Vertreter sieht Prävention gefährdet

Der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion, Bernhard Seidenath, ist ebenfalls bei dem Fachgespräch dabei. Wirklich überzeugt zeigt er sich von den vorgebrachten Argumenten nicht – anders als beispielsweise die ebenfalls anwesende Regensburger Landtagsabgeordnete Margit Wild (SPD). Die Punkte seien ihm alle längst bekannt. Er bleibe „weiter ein Gegner“. Ebenfalls nicht neu sind aber auch Seidenaths Gegenargumente.

Während im Chat noch einmal die potentielle Entlastung der öffentlichen Krankenkassen und des Krankenhauspersonals angeführt wird, sagt der CSU-Politiker: Diejenigen, denen durch Drogenkonsumräume geholfen werden solle, seien „ja schon in den Brunnen gefallen“. Solche Räume seien aber „kein klares Signal an die Jugend: Lasst die Finger davon. Sondern: Der Staat unterstützt das schon.“ Die Prävention werde dadurch erschwert.

Bei den Teilnehmern der Tagung löst der Politiker damit viel Unverständnis aus. „Damit bleibt festzuhalten, dass die Drogenpolitik der bayerischen Staatsregierung tote Menschen sehenden Auges in Kauf nimmt“, meint eine Person. Auch andere Chat-Teilnehmer kritisieren diese Entweder-Oder-Haltung Seidenaths: „Wie wenn gelingender Jugendschutz der Überlebenshilfe chronisch Suchtkranker entgegenstehen müsste.“

Ziehen Konsumräume Jugendliche an?

Es könne überhaupt keine Rede davon sein, dass Drogenkonsumräume Neulinge verführen, betont Eric Kramer. Er ist Leiter des K76 in Karlsruhe, dem 2019 eröffneten ersten Drogenkonsumraum Baden-Württembergs.

In seinem Input während der Fachtagung geht er auf einen entscheidenden Punkt ein. Zu Beginn stehe in allen Drogenkonsumräumen stets ein kurzes Aufnahmegespräch an. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Seidenaths Befürchtung laufe folglich ins leere, erklärt Kramer.

„Die Erfahrung zeigt, da kommen schwerst abhängige Menschen und keine neugierigen Jugendlichen.“ 19 Jahre, das sei die durchschnittliche Suchterfahrung, die die Klienten mitbringen würden. Meist seien es Männer im mittleren Alter.

Konsumräume als Teil einer „menschlichen Drogenpolitik“

Kramer wirbt für Konsumräume als Teil einer „menschlichen Drogenpolitik“, die nah an den Betroffenen ansetze. „Jemand kommt aus der Haft oder der Therapie und wird rückfällig“, nennt Kramer nicht ganz abwegige Fälle. „Wenn er bei uns ist, sagen wir: Mach langsam, deine Toleranz ist nicht mehr so hoch.“ Das könne eine wichtige, aber niederschwellige Intervention sein. Und womöglich auch schwere Folgen wie HIV- und Hepatitis-Infektionen durch verunreinigte Utensilien verhindern.

Aber auch weitere Hilfsangebote könnten so unaufdringlich angeboten werden, meinen die Befürworter. Süchtige, die die Sozialarbeit sonst nur schwer erreiche, hätten hier eine wichtige Anlaufstelle und bekämen eine menschenwürdige Behandlung.

In Karlsruhe zieht man nach den ersten drei Jahren eine positive Bilanz. „Laut Ordnungsamt wurden seit unserer Eröffnung weniger Spritzen im Stadtgebiet gefunden.“ Und obwohl das K76 in einem Wohnhaus ist, habe es laut Kramer bis heute keine Probleme und Beschwerden gegeben.

Fehlt das Vertrauen in Suchtberatungen?

Das habe auch mit dem dort bestehenden Kontaktladen zu tun. „Die Menschen kennen uns schon seit vielen Jahren und wissen, dass sie uns vertrauen können.“ Es gäbe aber auch klare Regeln, an die sich die Besucher zu halten hätten und man stehe von Beginn an in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden.

Das Angebot laufe „ruhig und unauffällig“, so Kramer weiter. Eine oft befürchtete Szeneverschiebung habe nicht stattgefunden. Ebenso wenig sei ein Drogentourismus aus dem Umland eingetreten. Zwei Sorgen, die etwa von der CSU gegen Konsumräume angeführt werden.

Auch Drugstop-Vertreterin Maria Heilmeier hat für derlei Argumente wenig Verständnis. „Wir haben ja Erfahrung im Umgang mit Suchtkranken. „Wir merken schnell, ob jemand Erstkonsument ist oder schon lange an einer Suchterkrankung leidet.” Es fehle schlicht das Vertrauen der Politik in die Suchtberatungen.

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Kommentare (17)

  • Mr. T.

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    Das Gesundheitssystem kann man natürlich auch entlasten, indem man für ein sozialverträgliches Frühableben derer sorgt, die “schon in den Brunnen gefallen” sind. Das scheint die christlich-soziale Methode der Entlastung zu sein.

  • Nesrin

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    Die Wirksamkeit (weniger Tote, besserer Zugang zu Suchtkranken, Infektionsschutz) von solchen Konsumräumen beruht nicht nur auf Erfahrungswerten sondern wurde mehrfach wissenschaftlich untersucht und belegt. Die CSU nimmt also aus ideologischen Gründen Todesfälle in Kauf. Jeder Drogentote ist einer zuviel und geht in Bayern auf das Konto der Konservativen. Beschämend aber nicht verwunderlich bei dem Verein.

  • Ralph Schwabenbauer

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    Mir ist es schlichtweg unbegreiflich , wie man gegen eine Lösung sein kann, die nur Vorteile bringt. Nicht nur theoretisch , sondern in der Praxis bestätigt.
    Wer in der Innenstadt wohnt bzw.arbeitet und oft mitbekommt, wie Suchtkranke sich in Hofeinfahrten, Hinterhöfen, Gehwegen ect. Spritzen setzen, verscheucht werden, dann am Gehweg zusammenbrechen, der kann diese christlich-sozial-Meinung nicht nachvollziehen . Konsumraeume haben nur Vorteile.
    Und noch dazu werden Notarzt und Polizei entlastet , die dann mit Sicherheit weniger zu solchen Einsätzen gerufen werden müssen.

  • Günther Herzig

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    Mr. T.
    Sie haben vollkommen Recht.

  • Hanz

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    Die gibt es bereits. Nennt sich Wirtshäuser.

  • St. Schrödinger

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    Guter Artikel, vielen Dank!
    Jetzt werden gleich reflexhaft Abendessenvorbereitungen getroffen – Kartoffeln kochen…

  • Spartacus

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    Derartige, rein ideologisch, anti- wissenschaftliche Entscheidungen sind meiner Meinung nach schlicht und ergreifend ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Alle Beteiligten Politiker*innen entscheiden sich wissentlich dafür kranken Menschen Hilfe vorzuenthalten die ihnen ggf. das Leben rettet.
    Darauf eine Maß, einfach krank!

  • R.G.

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    @Spartacus
    Ich glaube inzwischen an gewollte Unbildung.
    Man sah sich offensichtlich keine Berichte von solchen Räumen an.

    In meiner vorigen Wohnumgebung lebten auffällig angepasste Nachbarn.
    Wie ich erfuhr, waren sie in Drogenersatzprogrammen. Den Mut zum Entzug holten sie sich in einem niedrigschwelligen Beratungszentrum mit Konsumraum.
    Er arbeitet inzwischen seit Jahren sehr schwer in einem gefährlichen Beruf, sie führt ihm den Haushalt und unterstützt ihn in seinem Leistungssport.
    Damit sind sie Ansporn für aktuell von der Beratungsstelle Betreute.

  • Horst

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    Wer der Union vorwirft sich gegen die Wissenschaft zu stellen, der unterstellt schon mal im voraus, dass der Union Leben und Gesundheit der Abhängigen wichtiger sind, als die Nachfrage nach Drogen, Beschaffungskriminalität und Finanzierung der Drogenkriminalität zu reduzieren, indem die Anzahl der Abhängigen durch früheren Tod abnimmt. Diese Unterstellung trifft vermutlich nicht zu.

  • Lutherer

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    Die Ablehnung der Konsumräume ist für die CSU schwierig, da sie einer Konversion gleichkäme. Der Konsum in der Ostenallee mit Spritzen im Spielplatz ist zwar schon besch… auch wenn man es nicht sagen darf, aber Drugstop hat mit der Wahl der Örtlichkeit in einem Wohngebiet wenig Sensibilität bewiesen. Irgendwo muss den armen Leuten geholfen werden. Gerade weil nicht nur die Drogenkranken leiden, sondern auch die anderen, sollte der Herr dem Landtag wieder einmal den Aloisius schicken der den Großköpfen sagt: Konsumräume aber schnell!! Leider bleibt es eine Glaubensfrage, denn es wäre viel viel einfacher als man glaubt, Konsumräume einzurichten, nämlich in dem man es einfach macht.

  • Jakob Friedl

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    Ein großes Problem für Drogensüchtige ist, dass es in Regensburg bzw. in der Oberpfalz so wenige Ärzt*innen gibt, die Substitution anbieten. Würden mehr Ärzt*innen Substitution und entsprechende Betreuung anbieten, könnten sich die Rückfallgefährdeten und die was auch immer Beikonsumierenden am Anfang des Tages aus dem Weg gehen, würden sich nicht zwangsläufig täglich gegenseitig triggern und als einigermaßen ruhig gestellte Drogen-Szene unter sich bleiben. Wichtig wäre es diesen Menschen unmittelbar im Anschluss an die tägliche Substitution mehr Angebote zu machen, die es ihnen ermöglichen ihren Tag zu strukturieren, schöne Erfahrungen zu machen, auf freiwilliger Basis Nützliches zu tun und in der Mitte der Gesellschaft Wertschätzung zu erfahren, psychisch stabiler und resilienter zu werden, soziale Ängste abzulegen und ihre Traumata im Alltag zu bearbeiten. Solche sozialen oder kulturellen Angebote täten im Übrigen uns allen gut! Substitution sollte noch viel intensiver von sozialpädagogischen und psychologischen Hilfsangeboten begleitet werden – sonst wird sie zur Sackgasse. Die eingesetzten Medikamente führen unter Umständen zu einer lebenslänglichen und unüberwindbaren Abhängigkeit.
    Drugstop leistet mit Beratungsangebot und dem schönen Kontaktladen eine sehr wertvolle Arbeit für die Süchtigen. Zu den Konsumräumen: Sucht ist eine schwere Krankheit und niemand wird zum Spaß in einen Konsumraum gehen. Konsumräume können jedoch, wie im Artikel beschrieben, Leben retten und manchen ein angstfreies Setting und Beratung ermöglichen.

  • Radler33

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    Wenn man mal die Orientierung verloren hat: Schauen, was die CSU machen würde. Dann genau das Gegenteil machen. Passt fast immer.

  • Horst

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    @ Lutherer
    guter Punkt! Keiner kann bei der Diskussion erwarten, dass er auf ganzer Linie durch kommt.
    Wäre ein Konsumraum irgendwo im Hafen, oder im Industriegebiet denn ein so schlimmer Kompromiss wenn die extreme entweder garkeiner, oder einer im Wohngebiet ist?

  • Airbrush

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    Wie sagte unser Ministerpräsident kürzlich : “Illiberales Spießertum”.

  • R.G.

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    @Horst
    Konsumräume müssen zentral liegen.

  • Julian86

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    Sollte man nicht die Dult-Zelte umbenennen? Und bei der Thematik die gleiche “Mass” anlegen? Maßhalten einüben, hier wie dort?

    Aus dem Bundesministerium für Gesundheit:

    “Analysen gehen von jährlich etwa 74.000 Todesfällen durch Alkoholkonsum allein oder bedingt durch den Konsum von Tabak und Alkohol aus.

    In der Gesellschaft herrscht eine weit verbreitete unkritisch positive Einstellung zum Alkohol vor. Durchschnittlich werden pro Kopf der Bevölkerung jährlich rund zehn Liter reinen Alkohols konsumiert. Gegenüber den Vorjahren ist eine leicht rückläufige Tendenz im Alkoholkonsum zu registrieren. Dennoch liegt Deutschland im internationalen Vergleich unverändert im oberen Zehntel. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Alkohol betragen rd. 57 Milliarden Euro pro Jahr (Jahrbuch Sucht 2022).”

    Wie fernliegend ist es, die jährlichen etwa 32 Dult-Tage als Tempel (Gebäude für religiöse Zwecke) des Bier- und Alkoholkonsums, mithin quasi als “Drogenkonsumraum” zu bewerten?

    Hat nicht zur Herbstdult ein bekannter Kommunalpolitiker die Dult als “Perle der Kultur” bezeichnet?

    Alkohol ist, in jeder Form, eine Droge, Gift halt.

    https://www.spektrum.de/magazin/alkohol-das-unterschaetzte-gift/827481

  • Julian86

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    https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/assets/Jahresbericht_2020/DSB_2020_final_bf.pdf

    Jahresbericht 2020, Ziffer 3.3 Drogenkonsumräume, Seite 55

    “Drogenkonsumräume sind extrem wichtige
    Anlaufstellen, um riskante Folgen des Kon-
    sums zu reduzieren, und zwar sowohl für die
    Konsumenten als auch für die Allgemeinheit.
    Ich stehe ohne Wenn und Aber zu diesem
    Konzept und habe große Hochachtung vor
    allen, die dort arbeiten.“
    Daniela Ludwig, MdB

    Daniela Ludwig ist eine deutsche Politikerin (CSU) und seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie war von 2019 bis 2021 die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

    Sie ist Mitglied im Parteivorstand der CSU.
    https://www.daniela-ludwig.de/

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