SOZIALES SCHAUFENSTER

Prostituition

Guerickestraße soll kein „Straßenstrich“ mehr sein

Die Stadt Regensburg möchte den aktuell noch bestehenden „Straßenstrich“ in der Guerickestraße abschaffen. Das Gebiet änderte zuletzt rasant und grundlegend seinen Charakter, doch ihren Ruf ist die Straße vor allem bei Freiern noch immer nicht losgeworden. Frauen und Mädchen werden nach wie vor belästigt.

Der ehemalige „Straßenstrich“ Guerickestraße/Zeißstraße. Foto: om

Seit 1974 gibt es in Regensburg eine Sperrbezirksverordnung. Sie regelt, wo in der Stadt Prostitution erlaubt ist und wo nicht. In der engeren Sperrzone, die nach späteren Anpassungen (zuletzt 2014) im Grunde die Altstadt, die Wöhrde und Stadtamhof umfasst, ist jede Ausübung von Prostitution verboten. In der äußeren Sperrzone ist Prostitution im öffentlichen Raum untersagt, darf in Gebäuden jedoch ausgeübt werden. Die äußere Zone ist bis auf zwei Ausnahmen das gesamte Stadtgebiet.

Stadtrat stimmt gegen Guerickestraße als „Strich“

Im Hafengebiet entlang der Wiener Straße und der Äußeren Wiener Straße sowie im Bereich der Guericke- und Zeißstraße ist Straßenprostitution bislang gestattet. Eine dieser Ausnahmen soll nun nach dem Willen des Stadtrats abgeschafft werden. „Das Gebiet Guerickestraße – Kreuzung Zeißstraße/Guerickestraße – Guerickestraße Richtung Nordwesten bis zur Grundstücksgrenze der Flur-Nr. 2367/4 und 2367/5“ (wie es in der Stadtratsvorlage heißt) soll nicht mehr von der äußeren Sperrzone ausgenommen werden. Das beschloss gestern der Regensburger Stadtrat einstimmig. Jetzt soll die zuständige Regierung der Oberpfalz eine entsprechende Verordnung erlassen.

Rechtlich begründet wird eine Sperrbezirksverordnung insbesondere mit dem Jugendschutz und dem Schutz des „öffentlichen Anstandes“. Das Gebiet Guerickestraße, Zeißstraße und Dieselstraße im Regensburger Stadtosten hat in den letzten Jahren grundlegend seinen Charakter verändert, weshalb laut Regierung der Oberpfalz und des Quartiermanagements Soziale Stadt Innerer Südosten „eine Anpassung der aktuell gültigen Verordnung dringend erforderlich sei“. Im Bereich der aktuell großteils verwaisten oder gewerblich genutzten Kasernenbauten entsteht mittelfristig ein ganz neues Stadtquartier.

Viele Frauen und Kinder passieren die Gegend

Die Sperrzonen und Ausnahmegebiete in Regensburg. Bild: Stadt Regensburg

So befinden sich dort schon jetzt mehrere Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Die Stadtratsvorlage spricht von derzeit knapp 650 Personen, darunter 243 Frauen und 249 Minderjährige. In der Gemeinschaftsunterkunft Dieselstraße gebe es zudem einen „besonderen, abgeschlossenen Schutzbereich“ für Frauen und Kinder mit Gewalterfahrungen. Auch „psychisch Schwerkranke oder Menschen mit Behinderung“ seien dort untergebracht.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner, vor allem Kinder, würden auf dem Weg zum Bus, zur Schule oder zum Einkaufen den genannten Bereich passieren. Weiterhin befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft das Jugend- und Begegnungszentrum Guericke und das Quartiersmanagement Soziale Stadt Innerer Südosten. Die Stadt baut dort gerade auch ein Kinderhaus.

Image als „Strich“ ist immer noch präsent

Obwohl die Straßenprostitution in der Guerickestraße zuletzt deutlich abgenommen hat, ist sie den Ruf als „Straßenstrich“ nie losgeworden. In der Beschlussvorlage im Stadtrat heißt es, dass dort zwar kaum noch Prostitution stattfände, doch sei „die theoretische Verfügbarkeit dieser Dienstleistung an diesem Ort auch aufgrund der noch bestehenden Ausnahme vom äußeren Sperrbezirk im Bewusstsein der Freier verankert. Daraus resultieren die bekanntgewordenen Belästigungen durch die milieubedingte Unruhe, das Ansprechen Unbeteiligter und das Anfahren und Abfahren der Freier.“

Dass die Freier das größte Problem sind, bestätigt auch der Projektmanager des Quartiers Thomas Kuhnt gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung. Männer würden „dort regelmäßig durch das Gebiet fahren, weil sie denken, dass es immer noch ein Angebot gibt“. So habe es auf einer Bürgerversammlung im Jahr 2019 Berichte gegeben, wonach Freier wahllos Frauen, darunter auch minderjährige, angesprochen hätten.

Durch die nun angepasste Sperrbezirksverordnung könnte dieses Problem bald der Vergangenheit angehören. Zumindest im Bereich der Guerickestraße.

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Kommentare (14)

  • GSH

    |

    Nö!
    Durch die Guerickestraße fahren Handwerker, die Stadtreinigung, Müllautos, die Security der beiden Unterkünfte, parkende Pendler und Autotransporter. Kinder aus den Unterkünften spielen auf der Straße (Zone 30).

    Bürgerversammlung 2019? Wir haben Ende 2021.

    Lieber Herr Oswald, waren Sie mal vor Ort? Haben Sie die Baustelle des Kinderhauses gesehen? Haben Sie die Anwohner der Daimlerstraße mal gefragt?

  • BlackSheep

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    Die tun so als ob die ganzen Clubs schließen würden dort :D
    Das Einzige was ich rauslese ist, dass anschaffen auf der Straße verboten wird.

  • Günther Herzig

    |

    BlackSheep
    3. Dezember 2021 um 22:32 | #
    …dass Anschaffen auf der Strasse verboten wird. DerGrund: weil es im Winter zu kalt ist.

  • Mika

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    Und wer begrüßt mich dann, wenn ich künftig durchgehe?

  • Mr. B.

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    Da ist doch sowieso nichts mehr los!
    Ich glaube, der Investor wünscht eine “Aufhübschung”?!
    Der Stadtrat hat doch momentan wichtigere Aufgaben!?

  • Hthik

    |

    “… doch sei „die theoretische Verfügbarkeit dieser Dienstleistung an diesem Ort auch aufgrund der noch bestehenden Ausnahme vom äußeren Sperrbezirk im Bewusstsein der Freier verankert.

    Durch die nun angepasste Sperrbezirksverordnung könnte dieses Problem bald der Vergangenheit angehören. …”

    Ja wo samma denn?

    Ich darf also davon ausgehe, dass unsere braven Behörden der Ansicht sind, in Freierskreisen werde fleißig das Amtsblatt gelesen, so dass sich diese ein neues Bewusstsein aus einer dortigen Veröffentlichung bilden.

    Vielleicht sollte man besser dazu ein Schild vor Ort aufstellen um auf das jetzige Gewerbegebiet hinzuweisen.

  • Jakob Friedl

    |

    Ein paar längliche Betrachtungen zum letzten Abschnitt der Guerickestraße meinerseits: Über die gewerbliche Unterbringung von Geflüchteten, über die bestehenden und zukünftigen Gebietskulissen, die (Un)möglichkeit von Tempo 30 im immer noch bestehenden Gewerbegebiet, eine Initiative von bislang 60 Städten für angemessene Geschwindigkeiten im Stadtgebiet und eine schöne Möglichkeit für Kunst im öffentlichen Raum.

    Im letzten Abschnitt vor der Einmündung in die Zeißstraße führt die Guerickestraße an der Mauer der Pionierkaserne entlang durch ein Gewerbegebiet. Hier war früher der Straßenstrich. Heute ist auf dem Areal hinter der Mauer eine neue Grundschule geplant, die u.a. das benachbarte Innovationsquartier auf der PLK mit in ihren Sprengel aufnehmen wird (Teil des B-Plan 277). Das gegenüberliegende Bordell ist schon lange abgerissen und hinter der Puffmauer konnte das IZ 2016 (?) eine sog. GU (=Gemeinschaftsunterkunft) errichten, während 150 m entfernt an der Mündung der Guerickestraße drei zentrale PLK-Gebäude von der Regierung bereits 2014 zum Zweck der Unterbringung von Geflüchteten renoviert worden waren und bis heute ungenutzt leerstanden. Die PLK-Gebäude hätten zudem auch leicht die bis zu 400 Bewohner*innen der GU Dieselstraße aufnehmen können, die ebenfalls 2016 gebaut werden durfte – unmittelbar neben den Lärmemmitenten Bahnlinie und Schrottplatz.
    Vgl. https://ribisl.org/antrag-von-05-06-2020-unterbringung-von-gefluechteten-in-der-prinz-leopold-kaserne/ Die hergerichteten Kasernengebäude wurden dann lediglich einmal genutzt: Im Sommer 2020 wurde hier coronabedingt den Sommer über das städtische UfO untergebracht. Den Obdachlosen scheint es in den großen Zimmern gefallen zu haben.

    Zurück in den letzten Abschnitt der Guerickestraße, in dem zwielichtige Geschäftsmodelle Tradition hatten: Im Zeißtower neben der GU-Guericke ist heute ein Teil des Ankerzentrums untergebracht. Vor ein paar Jahren war das Gebäude im Eigentum des Porno-Abmahn-Anwalts Urmann. „[…] Den Büroturm in der Zeissstraße 9, welchem die „Z9 Verwaltungs GmbH“ ihren Namen verdankt, musste Urmann verkaufen, nachdem das Gebäude eineinhalb Jahre unter Zwangsverwaltung gestanden war. Im Grundbuch ist er zwar noch als Eigentümer vermerkt, allerdings gibt es eine Auflassungsvormerkung für die „Zeisstower GmbH“, eine Gesellschaft unter der Ägide zweier bekannter Regensburger Immobilienunternehmer. Sie wollen dort eine Unterkunft für circa 175 Personen unterbringen. Wie viel Geld dabei geflossen ist und ob es reichen wird, um Urmanns Verbindlichkeiten zu decken, ist unbekannt. […]“ https://www.regensburg-digital.de/porno-abmahner-unbekannt-nach-istanbul-verzogen/25022016/

    Wie in der Vorlage „Antrag auf Erlass einer Sperrbezirksverordnung an die Regierung der
    Oberpfalz“ hervorgeht, wohnen hier im Gewerbegebiet „[…] Im Zeißtower und der unmittelbar benachbarten GU […] 60 Kinder, die alle zum Spielen auf den Bürgersteig und oft auch auf die Straße hinauslaufen. […]“ http://europabrunnendeckel.de/download/Erlass_Sperrbezirksverordnung_VO211847632_Nov30_2021.pdf Für weitere Kinder aus der GU Dieselstraße ist die Guerickestraße außerdem der einzig mögliche Schulweg. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt hier im September 2020 bei 8199 gemessenen Fahrzeugen trotz des neuen dreieckigen Gefahrenzeichens 136 StVO (Kinder) 46,1 km/h. https://ribisl.org/tempo-30-auch-vor-der-gu-guerickestrasse-und-dem-ankerzentrum-zeisstower/

    Unmittelbar hinter der GU-Guericke beginnt mit der neuen Wohnanlage der Stadtbau an der Daimlerstraße auch die Tempo 30 Zone. Im noch nicht überarbeiten Flächennutzungsplan ist diese Wohnanlage teilweise noch als Gewerbegebiet eingezeichnet. Gegenüber auf der Nordseite bei der Einmündung zur Sportanlage und zum neuen Begegnungszentrum eröffnet bald die große städtische Kita mit 7 Gruppen (im B-Plan Gebiet 164 – Neuer Technischer Bereich, auf dem auch das Hallenbad und die Leichtathletikhalle mit Zufahrt über die Zeißstraße geplant sind.)

    Vor der GU und dem Ankerzentrum war Tempo 30 allerdings bisher nicht möglich, da dieses zwischen den neuen Bebauungsplänen übriggebliebene Rest-Gewerbegebiet trotz der vielen Bewohner*innen der Flüchtlingsunterkünfte und obwohl sich hier kein Gewerbe befindet – und auch in Zukunft keines mehr angesiedelt wird – immer noch als Gewerbegebiet behandelt wird. Die Unterbringung und Beherbergung von Geflüchteten wird offenbar nicht als Wohnvermietung, sondern als Gewerbe angesehen. Vorteile hat dies nur für die Vermieter.

    Wieder zurück in den letzten Abschnitt der Guerickestraße einem Ort mit Geschichte und Zukunft:
    Früher: Schwerlastverkehr – Heute: Schulweg und Aufenthaltsbereich // Früher: Industrie, Militär, Prostitution – Heute: Beherbergung – In Zukunft: Wohnen und Bildung // Früher: Sperrgebiet – In Zukunft: Spielen, Sport, Erholung, Lebensmittelpunkt

    Eine Aufgabenstellung, die mich interessiert, ist es zukünftige Entwicklungen an der Pionierkasernenmauer vorzustellen. Ein langsamerer Verkehr zugunsten achtsamerer Betrachter berücksichtigt die nahe Zukunft der Umgebung vorausschauend. Eine Durchgangsstraße wird zur Ausstellungsfläche für unterschiedlichste Akteure.

    Ausgehend vom „Kaufladen für Erwachsene“ in der Guerickestraße wird die 370 cm hohen Mauer auf Höhe des ehemaligen Straßenstrichs künstlerisch zu bearbeitet. Offenbar wurde hier der bröckelige Putz von an der Mauer stehenden Menschen über Jahrzehnte so abgeschlagen, dass die Mauern aussehen wie endlose Landkarten. Hier steht Stadtgeschichte eingeschrieben. Die Bewohner*innen der gegenüberliegenden Asylunterkünfte leben auf der selben Welt und in der selben Stadt wie wir.

    Früher war hier der Straßenstrich – jetzt entsteht eine Straßengalerie.
    Die Tapezier-Galerie besteht aus den 19 mit Holzplatten verschraubten Fensterkästen im Querformat (293 cm x 135 cm) auf 190 cm Höhe. Hier können positive Signale gesendet werden.

    Für das Begegnungszentrum Guericke wurde mit „Grafittorama“ als Kunst am Bau übrigens eine halkreisförmige Graffiti-Wand mit gegenüberliegender runder Sitzbank ausgewählt. Hier ist unsere gestaltbare Klinker-Pioniorkasernen-Mauer bereits im Entwurf der ausgewählten Künstler Beate Engel und Christian Engelmann vorgezeichnet. „[…] Das Werk kann und soll im Laufe der Zeit Transformationen erfahren, die dem Ort immer neue Ausdrucksmöglichkeiten ermöglichen und die Nutzer zu einer dauerhaften Auseinandersetzung mit dem Thema „Kunst im Kontext mit der Einrichtung Jugend- und Begegnungszentrum Guerickestraße“ anregen. […]
    Vgl . https://ribisl.org/wp-content/uploads/2021/12/Vorlage_Kunstwettbewerb_Begegnungszentrum_Guericke_VO211800244.pdf

    Kunst an der Mauer erweitert Kunst am Bau
    Kunst kontextualisiert die Mauer
    Kunst korrespondiert mit der Straße
    Kunst im Umgriff des Wohngebiets

    Jetzt habe ich eine Idee!

    Illustrierter Blogeintrag: https://ribisl.org/guericke-gallery/

  • Hthik

    |

    @Jakob Friedl 5. Dezember 2021 um 21:27

    “Vor der GU und dem Ankerzentrum war Tempo 30 allerdings bisher nicht möglich, da dieses zwischen den neuen Bebauungsplänen übriggebliebene Rest-Gewerbegebiet trotz der vielen Bewohner*innen der Flüchtlingsunterkünfte und obwohl sich hier kein Gewerbe befindet – und auch in Zukunft keines mehr angesiedelt wird – immer noch als Gewerbegebiet behandelt wird.”

    Das ist ärgerlich und überflüssig. Wenn der Stadtrat das kurzfristig ändern kann, sollte er es tun, bevor jemand unter die Räder kommt. Über der Bekämpfung der Gefahr, aus einem langsam fahrenden Auto angesprochen zu werden, sollte man nicht die Bekämpfung der Gefahr von einem schnellen angefahren zu werden, vernachlässigen.

    Falls es da mal wieder “rechtliche Probleme” geben sollte, kann man vielleicht für die Übergangszeit kreativ sein. Eine Baustelle könnte rechtfertigen, dass der Bauhof ausrückt und ein temporärers Tempolimit verhängt zum Schutz der auf der Kunstbaustelle agierenden Baukunstarbeiter.

  • Jakob Friedl

    |

    @Hthik: Unsere Tapezieraktionen werden vor Ort nicht so lange dauern…

    Um in einem Gewerbegebiet dauerhaft Tempo 30 ausweisen zu können, müsste eine besondere Gefahrenlage identifiziert werden, die hier laut Verwaltung im Jahr 2020 nicht im erforderlichen Maß erkennbar sei. Spielende Kinder könnten jedoch möglicherweise ebenso wie andernorts querender Verkehr Tempo 30 legitimieren. Tempo 30 ließe sich in einem Gewerbegebiet zudem vor sozialen Einrichtungen durchsetzen, die im Bundesgesetz explizit aufgeführt sind: Kindertageseinrichtungen, Fördereinrichtungen, Schulen, Krankenhäusern und Senioren- und Pflegeheime. Gemeinschaftsunterkünfte oder Ankerzentren sind hier allerdings nicht aufgelistet. Dies sollte die Bundesregierung ändern, da Einrichtungen zur Unterbringung- oder Beherbung von Geflüchteten leider oftmals in Gewerbegebieten angesiedelt sind.

    Die Oberbürgermeisterin hat in der Ausschuss- und in der Stadtratssitzung zugesagt, das betreffende Gebiet auch bezüglich der Möglichkeiten für Tempo 30 noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Das ist erfreulich, denn vielleicht gelingt es so die Gebietskulisse zügig und vorausschauend umzucodieren.

    Eine weitere Möglichkeit zur rechtssicheren Etablierung von Tempo 30 Zonen auch in Gewerbegebieten bietet sich mit der Initiative von bisher 60 Städten:

    Die Stadt Regensburg könnte sich in ihrem eigenen Interesseder Initiative von bislang 60 weiteren Kommunen „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten – eine neue kommunale Initiative für städteverträglicheren Verkehr“ anschließen, um mit dafür einzutreten den Handlungsspielraum für die Festsetzung von Geschwindigkeitsbegrenzungen zu vergrößern.

    Antrag von Kollegin Freihoffer am 8.7.2021: https://ribisl.org/wp-content/uploads/2021/11/Lebenswerte-Staedtedurch-angemessene-Geschwindigkeiten_Positionspapier-Modellversuch.pdf

    Offener Brief der Aktionsplattform Verkehrswende im November 2021, mit vielen Unterstützern: https://ribisl.org/wp-content/uploads/2021/11/Brief-Tempo-30-an-D1-D3-RVI-RIII­_Vers.-1.3.pdf

    Kurzpapier der Städteinitiative: https://ribisl.org/wp-content/uploads/2021/11/kurzpapier-staedteinitiative-tempo-30-mit-unterstuetzern.pdf

  • Hthik

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    “Die Oberbürgermeisterin hat in der Ausschuss- und in der Stadtratssitzung zugesagt, das betreffende Gebiet auch bezüglich der Möglichkeiten für Tempo 30 noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Das ist erfreulich, denn vielleicht gelingt es so die Gebietskulisse zügig und vorausschauend umzucodieren.”

    Danke für die Mitteilung. Dann stell ich mein Genörgle mal vorläufig zurück.Hoffen wir, dass das zügig voran geht.

  • joey

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    zu Tempo 30
    Erstaunlich, daß ich meine Kindheit ohne Tempo 30 überlebt habe. Vielleicht liegt es daran, daß man mir beigebracht hat, was eine Straße ist und wie man sich da verhält: vorsichtig!
    Nette Rentner aus der Nachbarschaft waren bereit, die Kleinsten in Gruppen abzuholen und zu führen. Ich fühlte mich beschützt und geborgen. Wir lernten, wozu man einen Bürgersteig hat, wo und wie man über die Straße geht. Im Ergebnis war das viel weniger autoritär als die grünen Verbieter unserer Zeit. Und ich brauche für meine Darstellung auch viel weniger Text…

  • KW

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    @Joey und Ihre Meinung zu Tempo 30:
    Gäbe es auf RD eine Wettbewerb zum Küren des schlechtesten Beitrages des Jahres, so könnten Sie sich damit vermutlich eines Top-Platzes sicher sein.

  • htik

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    @joey 6. Dezember 2021 um 11:45

    Verkehrserziehung ist eine lobenswerte Sache, aber schon die Tatsache, dass es das braucht, zeigt, dass die Technik zur Herstellung autogerechter Kinder noch in den Schuhen selbiger steckt.

    Einen Pluspunkt gibt es aber dafür, dass nicht die Unerträglichkeit der Einschränkung der Freiheit des Autofahrers beklagt wurde, weil das heutzutage sehr in scheint, alles, was einen selbst marginal belastet, anderen aber ein langes, gesundes Leben ermöglicht zum sicheren Weg in die Diktatur zu erklären.

  • Fridolin

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    ‚die Technik zur Herstellung autogerechter Kinder noch in den Schuhen selbiger steckt‘
    Vielleicht liegt es daran, dass die damaligen Kinder heute selbst Autofahren und sich um ihre Nachkommen auch
    nix sch……

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drin