OB: „Es wird eine Lösung geben.“

Hoffnung für die Kinokneipe?

Ostentor

Zwei gute Nachrichten hatte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs am Montag zu verkünden: Die Kinopläne fürs Gloria sind unter Dach und Fach. Und bei Kinokneipe und Ostentorkino ist der OB sich sicher: „Es wird eine Lösung geben.“

Eine kleine Bemerkung für den OB, ein großer Schritt für die Regensburger Kultur- und Kneipenlandschaft? Am Rande einer Pressekonferenz verkündete Joachim Wolbergs, dass die Vertragsverhandlungen zwischen dem bisherigen Gloria-Eigentümer Oswald Zitzelsberger und der Namenlos GmbH, also Orphée-Macher Neli Färber, abgeschlossen sind: Färber hat das Gloria gekauft.

Voraussichtlich ab September wird es dort wieder ein Kino unter der Regie von Achim Hofbauer (Garbo & Ostentorkino) starten. Zusätzlich soll es dort auch eine Kleinkunstbühne geben. Damit könne der Kinobetrieb des Ostentorkinos ins Garbo verlagert und auch die Kurzfilmwoche gesichert werden, so Wolbergs. Andererseits sei der Verkauf auch ein Signal für die Anwohner. „Es wird dort deutlich ruhiger und wenn es doch mal zu einer Ruhestörung kommen sollte, dann hoffe ich auf Kulanz.“

Reaper Cover Front

Doch auch in Sachen Kinokneipe und Ostentorkino verbreitete Wolbergs am Montag Optimismus. Er sei seit geraumer Zeit in Gesprächen mit den Eigentümern des Gebäudekomplexes und könne hier – auch von diesen autorisiert – sagen: „Die wollen dort niemanden vertreiben.“ Er sei sich sicher, dass es dort auch in Zukunft Platz für ein Kino und die Kinokneipe geben werde.

Vor knapp zwei Jahren war bekannt geworden, dass Kinokneipe, Chaplin und Ostentorkino 2016 das Aus droht. Die Eigentümer planten eine „Eventlocation“, hieß es damals. Dem Aufschrei und der Empörung, begleitet von Unterschriftensammlungen und Facebook-Gruppen, folgte vor kurzem die CD „Beat the Reaper“, ein Sampler mit Regensburger Bands, die sich alle zur Kinokneipe bekennen und zum Teil sogar dort gegründet haben. „Wir wollen die neuen Eigentümer nicht angreifen, sondern einen Zeichen für ein Ort setzen, an dem viele dieser Bands entstanden sind“, beschrieb Bob Meindl vom „Kinokneipen-Promo-Team“ die Motivation für den Sampler. Man hoffe auf ein Umdenken. Nimmt man Wolbergs‘ Aussagen vom Montag scheint die Kombination aus Empörung, Musik und etwas Oberbürgermeister langsam zu fruchten.

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Kommentare (10)

  • Norbert

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    Man sollte die Eigentümer des Gebäudes, in dem das Ostentorkino untergebracht ist vielleicht daran erinnern, dass dieser Ort einer der wenigen im Osten der Stadt ist außerhalb des Ostentors, an dem überhaupt was los ist.
    Auch wenn das Viertel gerade immer teurer wird, sind gerade dort zur Zeit eine alte schäbige und eine neue prunkvolle Spielothek, eine Bäckerei und eine Hand voll Restaurants.

    Hier etwas neues zu versuchen ist schon sehr riskant, zumal es kaum Parkpätze gibt. Die Qualität der Gegend wird durch das Kino gerade noch hochgehalten, aber es ist egtl. eine ranzige Gegend (meine Meinung, ich wohn da).

  • Orakel vom Donaustrudl

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    -Zwei gute Nachrichten hatte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs am Montag zu verkünden: Die Kinopläne fürs Gloria sind unter Dach und Fach. Und bei Kinokneipe und Ostentorkino ist der OB sich sicher: „Es wird eine Lösung geben.“-
    Orakel
    Hat den der OB nichts anderes zu tun als 3. klassigen Themen zu besetzen?

  • Ratisbonicus

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    Der Wolle schmückt sich doch nur mit fremden Federn. Weder hat er den Deal mit dem Gloria eingefädelt, noch wird er was in Sachen Kinokneipe unternehmen. Aber wenn’s irgendwie gut ausgeht, dann wird er als erste da sein und seinen Senf dazu geben und sich feiern lassen. Nach dem Motteo: Viel blabla und selber ja nix tun!

  • brennherz

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    3-klassig? Für das Orakel vielleicht – für viele viele andere von absoluter Wichtigkeit. Und wenn sowas mal zerstört ist, lässt es sich nicht mehr herzaubern, liebes Orakel. Geschichte und Flair kann man nicht kaufen, das wächst oder wächst nicht. Also nicht drauftreten sondern hegen und pflegen, damit die Stadt Charakter behält – und das gilt nicht nur für die, die diese Locations besuchen – sowas strahlt aus, ohne dass man es merkt.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Ratisbonicus: Ihr Kommentar ist eine Unver-
    schämtheit! Woher wissen Sie denn so genau, daß
    Wolbergs „nichts dazu getan hat“ und sich sozu-
    sagen „mit fremden Federn“ schmückt? Wenn Sie
    schon solch‘ obskure Behauptungen aufstellen,
    sollten Sie auch die Hintergründe ausleuchten.
    Wer gaggert, muß legen!

    Ich jedenfalls bin jedem dankbar, der sich dafür
    einsetzt, daß die Kinokneipe erhalten bleibt.

  • Schröck Hans

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    Was mir bei dieser monatelangen Diskussion zuwenig thematisiert wird, ist doch die Frage, inwieweit die Betroffenen (Kinokneipe, Chaplin, Ostentorkino-Betreiber) mit dem Vermieter ausgelotet haben, unter welchen Bedingungen nach einer (offensichtlich baurechtlich angeordneten) Sanierung ein Mietvertrag abgeschlossen werden könnte – evtl. schon vor der Sanierung. Und dazu braucht es eigentlich keinen Oberbürgermeister . . . Hat jemand zu diesem Punkt (außer Spekulationen, Gerüchte, Unterstellungen) etwas an Fakten beizutragen?

  • Tom

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich.

  • altstadtkid

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    Freu mich schon wenn wieder ein Kino reinkommt ins Gloria, und gute Konzerte wie früher
    wären auch toll.
    Normalerweise wissen die Namenlos GmBH Männer und die Hofbauers was Sie machen,
    und sind auch einigermasen Geschmackssicher :o)
    Das mit der Kinokneipe wundert mich jetzt schon, aber vielleicht stehen die Sterne auf Harmonie

  • Schröck Hans

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    Kann mir mal jemand erklären, wie die Wolbergs-Aussagen zusammenpassen:
    a) Kinobetrieb des Ostentor und Kurzfilmwoche können ins Gloria verlagert werden.
    b) Es wird auch in Zukunft dort (also am Ostentor) Platz für ein Kino geben.
    Wäre hilfreich, wenn sich in diesem Zusammenhang ein Mitbetreiber des Ostentorkino, der dessen Publikum ins Gloria verlagern möchte, zur Sache öffentlich erklären würde. Ist das Ostentorkino also schon abgeschrieben?

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