SOZIALES SCHAUFENSTER

Protest gegen "rassistische Ignoranz"

Ankerzentren: Sitzblockade gegen Innenminister Joachim Herrmann

Die Stadt Regensburg ist mit der Flüchtlingspolitik der Bundes- und bayerischen Staatsregierung nicht einverstanden. Das ist das eine, was beim beim Besuch des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) am Montag wieder einmal deutlich wurde. Doch auch die Betroffenen – Bewohner des bereits bestehenden Transitzentrums – haben sich dieses Mal zu Wort gemeldet.

„Spontaner Protest gegen rassistische Ignoranz“: Am Montag blockierten circa 40 Bewohner des Transitzentrums in der Zeißstraße die Abfahrt von Innenminister Joachim Herrmann. Foto: pm

Herrmann war gekommen, um das neue „Ankerzentrum“ vorzustellen, das ab August in den Gebäudekomplexen in der früheren Leopold-Kaserne (Zeißstraße) und der Bajuwarenkaserne seinen Betrieb aufnehmen soll. Die Erstaufnahmestelle und das bereits bestehende Transitzentrum – bayerischer Vorläufer der Ankerzentren – werden dafür zusammengelegt. Insgesamt wird es sieben AZs in Bayern geben, eines pro Regierungsbezirk. Das erklärte Ziel: die Beschleunigung der Asylverfahren generell, vor allem aber: mehr und schnellere Abschiebungen.

Eine Pressekonferenz beginnt mit Verspätung

Während der Pressekonferenz, die der Innenminister in Räumen in der Bajuwarenstraße am Montagnachmittag abhält, drängeln sich einige Kinder von außen an die Glasscheibe, um zu sehen, was da vor sich geht. Sie kommen vom nahegelegen Spielplatz, der sich im weitläufigen Innenhof des früheren Kasernenareals befindet und wären nicht die bewachte Eingangsschleuse und der Stacheldrahtverhau auf der Umzäunung rund um das künftige Ankerzentrum würde diese Szenerie auch kaum bedrückend wirken. Man sieht kaum Bewohner auf dem Gelände der jetzt noch als Erstaufnahmestelle dienenden Einrichtung.

Kein schöner Termin: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Joachim Herrmann bei der Vorstellung des „Akerzentrums“. Foto: as

Die befinden sich zum größten Teil in der Zeißstraße, dem bereits bestehenden Transitzentrum, wo Herrmann kurz zuvor ohne Pressevertreter einen begleitenden Rundgang gemacht hat, ehe er – mit fast einer Stunde Verspätung – zur Pressekonferenz eingetroffen ist. Hier, in der Zeißstraße gibt es die große Schlafhalle mit Sperrholz-Abtrennungen, der geteerte und von außen einsehbare Innenhof wirkt weit weniger freundlich, als jener in der Bajuwarenkaserne und hier leben bislang die Menschen, denen vom BAMF kaum eine Bleibeperspektive zugerechnet wird.

Innenminister „auf Sightseeing-Tour“

Was der Grund für diese Verspätung war, erfahren die anwesenden Medienvertreter am Montag nicht. Erst am heutigen Donnerstag wird durch eine Presseerklärung von linken Aktivisten bekannt, dass der Besuch des Innenministers offenbar von Protesten begleitet wurde – nicht von Parteien oder Initiativen, sondern von Bewohnern, die dort größtenteils auf ihre Abschiebung warten. Die meisten von ihnen stammen aus Moldawien und Äthiopien.

Die Schlafhalle in der Zeißstraße.

Sie hätten eigentlich erwartet, dass Herrmann auch das Gespräch mit ihnen suchen werde, heißt es in einer Erklärung, die das Bündnis „no deportation nowhere“ nach eigenen Angaben für Bewohner der Zeißstraße übersetzt hat. Den Besuch des Innenministers habe man als „Sightseeing-Tour“ empfunden, erklären sie darin unter anderem. Herrmann habe wohl vergessen, „wer wir sind: Menschen, nicht zu verwaltende Zahlen, die am Ende gegen Null gehen sollen“.

Flucht vor „peinlicher Konfrontation“ durch den Hinterausgang

„Während seiner Runde begrüßte Minister Herrmann uns niemals, sondern unterhielt sich fortwährend mit dem deutschen Personal auf Deutsch über uns. Wir haben trotzdem sehr gut verstanden, was vor sich ging“, wird ein Bewohner des Transitzentrums zitiert. „Die Polizei ließ uns nicht zu ihm, um mit ihm zu reden“, heißt es weiter.

Als Herrmann das Transitzentrum anschließend verlassen wollte, sei es dann zu einer Blockade gekommen. Das belegen auch Fotos, die unserer Redaktion vorliegen. Rund 40 Bewohner hätten „sich vor das Ausgangstor (gesetzt), um ein Gespräch mit ihm zu erwirken“, aber auch, um gegen Herrmanns „rassistische Ignoranz“ zu protestieren. Zu einer Eskalation kam es offenbar nicht. Wohl auch weil dabei von den Betroffenen gefilmt wurde, kam es zu keiner gewaltsamen Auflösung der Blockade. Der Innenminister habe das Transitzentrum schließlich durch die Hintertür verlassen, um „der peinlichen Konfrontation“ zu entgehen.

Zu einer Eskalation kam es am Montag nicht.

In der heute verbreiteten Erklärung der Bewohner heißt es:

„Wir fordern die Schließung der unmenschlichen AnKER-Zentren und eine Umverteilung in dezentrale Unterkünfte sowie eine Perspektive in Deutschland mit der Möglichkeit, zu arbeiten und uns zu bilden. Das Rückübernahmeabkommen mit dem diktatorischen Regime in Äthiopien muss zurückgenommen werden. Ebenso verurteilen wir die Dublin-Abschiebungen, wegen derer wir nachts nicht schlafen können. Wir kamen nach Deutschland, um Schutz zu suchen, doch unser Leben ist fortwährend in Gefahr.“

UPDATE: Hier eine Schilderung der Polizeinspektion Regensburg Süd zu den Vorkommnissen:

„Während des Besuches von Hrn. Staatsminister Joachim Herrmann am Montag, 02.07.2018 kam es zum Ende hin zu einer Blockade der Zufahrt zur Zeißstraße durch Bewohner der Einrichtung. Hierbei wurden Polizei-Einsatzkräfte durch die örtlich zuständige Polizeiinspektion Regensburg Süd hinzugezogen. Ein Einschreiten der Polizei war aber nicht erforderlich. Entgegen dem von Ihnen geschilderten Ablauf, hat Hr. Staatsminister Herrmann die Einrichtung zu Fuß an den sitzenden Personen vorbei, in Begleitung von Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, in Richtung Polizeipräsidium verlassen. Dies wurde von den Protestierenden offensichtlich so nicht wahrgenommen. Die Fahrzeuge des Ministers und die der weiteren Besucher haben die Einrichtung über eine rückwärtige Zufahrt verlassen.

Die Sitzblockade selbst dauerte nur wenige Minuten. Im Anschluss an die Blockade kam zwischen dem Sicherheitsdienst der Einrichtung und einzelnen Bewohnern zu einem kurzzeitigen Gerangel. Hierbei wurden nach den bisherigen Erkenntnissen keine Personen verletzt. Ergänzend sei noch erwähnt, dass der Termin aufgrund der Verkehrssituation auf der Autobahn A3 verspätet begonnen hatte.“

Bürgermeisterin: „Ankerzentren sind problematisch.“

Derzeit sind rund 450 Menschen auf den beiden Arealen im Stadtosten Regensburgs untergebracht – Kapazitäten gibt es laut Herrmann für 1.250. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hatte im Vorfeld schon mehrfach ihre Bedenken darüber geäußert. Sie halte die Trennung in Menschen mit und ohne Bleibeperspektive generell für problematisch, so die Bürgermeisterin in der Vergangenheit. Dass nun so viele Menschen ohne Perspektive und Beschäftigung über einen längeren Zeitraum in einer einzigen Einrichtung untergebracht werden sollen, könne ebenfalls Probleme mit sich bringen.

Mit ihrer Kritik ist Maltz-Schwarzfischer beileibe nicht allein. SPD, Grüne und Linke im Regensburger Stadtrat haben sich dezidiert gegen die Einrichtung von Ankerzentren ausgesprochen. Ebenso mehrere Initiativen wie zum Beispiel „Ausbildung statt Abschiebung“. Am Montag bekräftigt Maltz-Schwarzfischer ihre Bedenken. Doch nun sei die Gesetzeslage nun mal so wie sie sei und „die Stadt kann keine Gesetze brechen“. Man bemühe sich nun um eine angemessene soziale Betreuung der Bewohner, insbesondere der Kinder, und sei darüber mit der bayerischen Staatsregierung auch im Gespräch.

Joachim Herrmann versucht derweil die Bedenken zu relativieren. Aktuell liege man in Regensburg bei einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von unter drei Monaten pro Asylantrag. Und nach einer Entscheidung sollten die Betroffenen mit Bleiberecht ohnehin ausziehen dürfen und die anderen so rasch wie möglich abgeschoben werden. Generell sei vorgesehen, dass Familien – unabhängig vom Ausgang ihres Asylverfahrens – maximal sechs Monate im AZ bleiben müssten. Ein vergleichsweise überschaubarer Zeitraum. Bei Einzelpersonen sind es laut Herrmann aber immerhin bis zu 18 Monate, während der sie im Ankerzentrum untergebracht sein können.

Print Friendly, PDF & Email

Trackback von deiner Website.

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (69)

  • joey

    |

    @Piedro
    die links gehen am Detailthema Küstenfischerei vorbei.
    Die Meinung, daß die EU oft gar seltsame Positionen vertritt, ist ja Rechtspopulismus und Kriegstreiberei. Wie kann man sowas verhindern – wen muß ich nun wählen, damit sich was in der EU ändert (na, welche Meinung haben denn die französischen und spanischen Sozialisten)?
    Trump erfüllt doch im Augenblick Ihre geheimen Sehnsüchte: er greift die WTO an…

  • auch_ein_regensburger

    |

    @ joey
    „Die Meinung, daß die EU oft gar seltsame Positionen vertritt, ist ja Rechtspopulismus und Kriegstreiberei. “ Auch wenn Ihnen das offensichtlich entgangen ist, gab es Kritik an der EU schon, bevor die Nationalpopulisten auf den Plan getreten sind.

    Sie entwerten ihre eigenen Beiträge, die früher einmal gut zu lesen waren – auch wenn man Ihre Meinung nicht unbedingt geteilt hat – zunehmend durch billige Polemik. Schade.

  • Piedro

    |

    @joey

    Fein, dass sie sich mit meinen geheimen Sehnsüchten beschäftigen, aber glauben Sie mir, die gehen Sie gar nichts an.

    Warum es mit gefallen sollte, warum sich Trump wie eine Gestörter durch die Handelsbeziehungen poltert erschließt sich mir zwar nicht, ist mir aber auch egal. Sie wechseln wieder mal das Thema, bringen das nächste Stichwort und haben eigentlich schon längst mir zu sagen. Sei faseln nur noch. Das ist ja Rechtspolulismus, das träumst du, das willst du, und dann wieder die nächste Parole.

    Auf Dauer langweilig. Ich hatte die Ehre.

  • joey

    |

    @Markus Frowein
    die Brandenburger (und viele andere EU Bürger) kommen schon zu uns, deswegen werden Wohnungen in Bayern knapp. Die Brandenburger dürfen zu uns kommen, weil das Deutsche sind und hier Deutschland ist. Es dürfen auch Brandenburger mit nichteuropäischer oder irgendwie gemischter Abstammung kommen. Sogar Piedro darf kommen.

    Ukrainer dürfen nicht zu uns kommen. Oder nehmen wir die Moldawier aus dem Artikel da oben. Ja, ihr Land ist geplagt von Korruption und Inflation, ganz wie die ganze Ex Sowietunion. Wer unbequeme Artikel über korrupte Politiker schreibt oder sich für jüngere Geschichte interessiert oder gar zur politischen Opposition gehört, lebt gefährlich, Autounfälle und so. Zumindest so weit ist Regensburg noch nicht. Homosexuelle werden in christlich orthodoxen Ländern praktisch benachteiligt, stigmatisiert, …

    Das hat mit Rassismus nichts zu tun, sondern mit Sozialkasse und Wohnungsmarkt.
    Wir können nicht allen Bedürftigen helfen, weil 1+1 nicht 10 ist.
    Das Bevölkerungswachstum in Afrika ist eine Katastrophe, aber keine „Klima“. Unser Boot ist jetzt nicht voll, aber deutlich zu klein für Afrika oder auch nur die Ukraine.

  • mkv

    |

    Jüngst Griechenland, früher ganz Afrika

    Wie sich der Norden aufkosten des Südens sanierte und warum der Norden daher verpflichtet ist, im Wege einer globalen konzertierten Milliarden-Aktion (nach Abwahl Trump) den afrikanischen Ländern im Sinne von win-win zu helfen.

    Zitat/ auch Audio
    https://www.deutschlandfunk.de/jason-hickel-die-tyrannei-des-wachstums.1310.de.html?dram:article_id=422158

    Der Autor beschreibt die Rolle der reichen Länder im armen Süden: Etliche progressive Regierungschefs in Entwicklungsländern wurden gestürzt oder ermordet: Mohammad Mossadegh im Iran, Thomas Sankara in Burkina Faso oder Patrice Lumumba im Kongo. Der Westen verhalf reihenweise Diktatoren zur Macht.

    Explodierende Staatsschulden

    Zu Pass kam dem Westen dann – so eine zentrale These des Autors – die Schuldenkrise der Entwicklungsländer. Zum Aufbau ihrer Industrien hatten sie begierig Kredite aufgenommen, die ihnen westliche Banken offerierten, die wiederum händeringend nach Anlagemöglichkeiten für die Petrodollars der Ölscheichs suchten. Kredite gab es mit variablen Zinsen, die sich an den US-Zinsen orientierten. Als die US-Notenbank Mitte der 70er Jahre zur Inflationsbekämpfung daheim die Zinsen auf bis zu 21 Prozent anhob, explodierten die Staatsschulden im globalen Süden.

    Jetzt traten der IWF und die Weltbank auf den Plan. Hilfskredite gewährten sie nur gegen die Umsetzung sogenannter Strukturanpassungen. Was harmlos klingt, waren sozial folgenreiche Einschnitte. Die Länder mussten Märkte öffnen, Ausgaben kürzen und öffentliche Unternehmen veräußern.

    „Das heißt, dass staatliche Vermögenswerte und Sozialausgaben rückwirkend als Sicherheiten für die Tilgung von Auslandsschulden herangezogen wurden – ein Arrangement, dem der Kreditgeber natürlich nicht zugestimmt hatte, als er den Kreditvertrag unterschrieb. Letztlich lief das Ganze auf einen riesigen Wohlstandtransfer aus den Staatskassen der verarmten Länder des Globalen Südens an die reichen Banken des Westens hinaus. Außerdem wurden sie gezwungen, ihre Volkswirtschaften auf Export auszurichten, um mehr Devisen für den Schuldendienst einzunehmen. Das heißt, dass sie die Importsubstitutionsprogramme aufgeben mussten, die sie während der developmentialistischen Ära so erfolgreich umgesetzt hatten.“

  • mkv

    |

    „Stimmen zu gewinnen, indem man Zäune errichtet und
    die internationale Flüchtlingskonvention verletzt, das
    ist der letzte Ausweg für Politiker, die bereit sind, Recht
    und Anstand ihrer Nationen für ihre eigenen kleinlichen
    Vorteile zu opfern.“
    Yanis Varoufakis
    https://diem25.org/2-kampagne-fluchtlinge/

  • joey

    |

    @mkv
    ja, die Politik der ehem Kolonialmächte war nicht immer menschenfreundlich, sondern machtpolitisch – wie auch die grundlegende Konfiguration der Staaten und Grenzen, die nur wenig Fokus auf Ethnien, Kulturen und Sprachen legen. In z.B. Nigeria gibt es 15 Sprachfamilien und demnach unzählige Sprachen. Die Probleme sind ziemlich komplex, Kolonialmächte aber auch Sowjetunion haben diese mit Diktaturen scheinbar einfach „gelöst“.

    Kredite sind Leihe und nicht Geschenk. Auch Sie und ich kriegen einen Kredit nur, wenn wir schlüssig darlegen, wie wir das wieder zurückzahlen bzw wo wir das investieren. Kredite sind nicht dazu da, bestehende Defizite zu behalten, das führt erst recht in den Untergang. Deswegen die Idee von Reformen. Falls wir zwei beschließen würden, der Kreditvertrag zu brechen das Geld einfach zu behalten, würde man uns irgendwie „zwingen“.

    Afrika ist aber ein Musterbeispiel für gescheiterte Pläne. Was in Deutschland bestens funktioniert, ist ja schon in Südeuropa eine Katastrophe.
    Viele „reiche“ Banken werden deswegen ganz schön zusammenbrechen, deswegen möchte Macron die deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen anzapfen.

  • mkv

    |

    Über menschliche Kälte und das Gebot der Umverteilung

    schreibt Daniela Dahn, Journalistin und Schriftstellerin, laut wikipedia: offizielle Mitunterstützerin der überwachungskritischen Datenschutzdemonstration Freiheit statt Angst. Sie ist ebenfalls stellvertretende Vorsitzende des Willy-Brandt-Kreises und Mitglied der internationalen Untersuchungskommission „Grundrechte und Globalisierung“.

    In ihrem verlinkten Essay schreibt sie:
    „Man muss miteinander reden….“

    Um die Gefahren des heraufziehenden Faschismus deutlich zu erkennen rate ich dazu, jedenfalls die letzten drei Absätze des Essays zu lesen. Dort macht Dahn konkrete Vorschläge, was zu tun ist … etwa „eine wohlbedachte Zwangsanleihe bei den 5,7 Billionen Euro deutschem Privatvermögen. Vergleichbar dem Lastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg.“

    https://www.freitag.de/autoren/daniela-dahn/willkommen-und-abschiebung

  • Markus Frowein

    |

    @ joey (9. Juli 2018 um 20:23)

    „die Brandenburger (und viele andere EU Bürger) kommen schon zu uns, deswegen werden Wohnungen in Bayern knapp.“

    Ich meinte in meiner fiktiven Geschichte nicht ein paar Brandenburger Touristen,
    sondern 6 Millionen Brandenburger (incl. Berlin, weil das mittendrin liegt), die nach
    einer Katastrophe gezwungen sind, nach Bayern auszuwandern. Würden Sie dann
    auch „das Boot ist voll“ oder ähnliches schreien oder wären die Ihnen willkommen?
    Bitte eine klare Antwort, ohne Ausflüchte und ohne Ablenkungsmanöver. Danke.

  • Piedro

    |

    „ja, die Politik der ehem Kolonialmächte war nicht immer menschenfreundlich, sondern machtpolitisch.“

    Und sie ist es noch. De Politik der ehem. Konialmächste ist nicht menschenfreundlich, sondern machtpolitisch.

    Wie auch im Folgenden vermisse ich irgendeine Erkenntnis. Sind wir doch froh, dass unsere Kredite nicht an den Index der USA gekoppelt ist. Wir haben ja keine Zinseszinsen abzuzahlen , für Geld, das sonstwem geflossen ist. Wer die Musi bestellt muss zahlen, das steht fest. Aber wer hat das getan? Und konnte der sich wenigstens aussuchen was aufgespielt wurde?

    Vor allem darf man gar nicht erst hinterfragen, wo hier eine Lösung zu finden wäre. In Griechenland wie bezüglich afrikanischer Uraltkredite spielt die Weltbank mit, deshalb stehen die Interessen von Banken immer ganz vorn, ehe das Überlegen erst anfängt.

    Der Verweis auf die Zahlungspflichten bei Privatkrediten ist so unkonstruktiv wie er wohl sein soll..

    Und damit könnten wir zum Thema zurückkehren. Afrika ist ein Musterbeispiel für gescheiterte Pläne. Sowas aber auch. Welche Pläne mögen da gemeint sein? Afrikanische, europäische, die Pläne von Konzernen? Die Pläne von Waffenhändlern? Von Diplomaten? Wurscht, das Musterbeispiel haben wir ja schon. Und deshalb kommen Menschen nach Europa, oder versuchen es schon wieder. Wegen der gescheiterten Pläne. Oder der Planlosigkeit. Vor allem, weil nicht alle unterwegs verrecken, oder eingesperrt werden, entrechtet, oft sogar verkauft.

    Die Abschottungsstrategie der EU, die sich längst weit von der Küste entfernt entfaltet, gegen Geld und gegen Waffen, gegen Ausrüstung, gegen Absprachen… all das ist machtpolitisch. Die Zahlen der Ankommenden sind rückläufig, und vielleicht erhalten wir bald belastbare Zahlen darüber, wie viele Menschen im Mittelmeer umgekommen sind weil private Rettungsschiffe abgewiesen oder festgesetzt werden.

    Die Tatsache, dass nicht alle Menschen von der EU und den Nationalstaaten abgewehrt werden konnten, und die sich nun mit den Vorgaben und Plänen der freistaatlichen und der Bundesregierung konfrontiert sehen, ist Anlass des Artikels und somit der ganzen Diskussion.

    Was haben wir nicht alles gelernt! Das Boot ist voll und lässt sich nicht ausbauen. Wir können nicht alle… bla bla… auch schon mal gehört. Die kleinen Mädchen bleiben auf der Strecke, weil wir die nicht holen können, weil zu viele andere es zu uns schaffen. Endlich erfahren wir auch, dass die Politik der ehem. Kolonialmächte nicht immer menschenfreundlich war, sondern machtpolitisch.

    Damit ist alles gesagt zu dem was mkv verlinkt hat. Abschließend sind noch die Sparkassen bedroht, von Macron. Weil Afrika ein Musterbeispiel gescheiterter Pläne ist brechen die reichen Banken zusammen, und nur die deutschen Sparkassen können das verhindern.

    Wieder was gelernt.

  • joey

    |

    @Markus Frowein
    wie ich geschrieben habe: die Brandenburger dürfen kommen, weil sie es als Deutsche dürfen („unser/ihr Land“). Sie kommen ja auch – nicht nur als Touristen, sondern als Binnenmigranten. Alle 2,6 Mio Brandenburger könnten wir auch notfalls unterbringen, vor allem weil in Brandenburg keine so hohe Geburtenrate herrscht wie in Afrika, das Problem mit einer einzigen Aktion also lösbar wäre.

    Das Boot ist nicht voll, aber nicht so unbegrenzt. Das schreie ich übrigens nicht.

    Nun aber an Sie: ohne nach Ihrem Wortlaut „Ausflüchte“: wie viel Menschen kann Deutschland aufnehmen? Ist das Boot unendlich?

  • joey

    |

    @Piedro
    gemeint sind Haushalts- und Investitionspläne. Kredite sind daran gekoppelt. Aber sie wollen es vermutlich nicht verstehen.

  • mkv

    |

    Vom Umgang mit der Sprache – Nach BP Steinmeier nun:

    Ex-CSU-Minister Hans Maier hadert mit seiner Partei „AfD-Sprache ungehemmt kopiert“
    https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2018-07-11/afd-sprache-ungehemmt-kopiert-ex-csu-minister-maier-hadert-mit-seiner-partei

    Zitat:

    DOMRADIO.DE: Die heutige CSU rückt nicht nur nach Meinung vieler Kommentatoren nach rechts. Ist der Partei die christliche Wertorientierung abhanden gekommen?

    Maier: Ja, leider. Zunächst einmal in der Sprache. Wenn man heute Menschen aus bedrohten Ländern sieht, die zum Teil ihre Angehörigen verloren haben, die wirklich schlimm dran sind – und wenn man dann von Asyltourismus spricht, wirkt das wie eine zynische Verhöhnung. Also, die Sprache ist der CSU abhanden gekommen und dann auch die spezifische Begrifflichkeit.

  • Markus Frowein

    |

    Also ich bin da ganz bei Ihnen mit den mindestens 2,6 Millionen Menschen, die wir
    hier in Bayern aufnehmen könnten, das wären bundesweit dann ca. 16.000.000.

    Da hätte ich noch eine kleine Frage: Würden Sie auch Niederländer aufnehmen?

    In meinem anderen fiktiven Szenario werden nämlich 2060 die Niederlande ganz
    überflutet sein und Belgien, Lux sowie Frankreich werden die Grenzen dicht machen.
    Noch was: Wie würden Sie mit dem Anteil dunkelhäutiger Niederländer verfahren?

  • joey

    |

    @Frowein
    Der Geburtenüberschuß in Afrika hat mit fiktiven Klimakatastrophen (Waldsterben und so) nichts zu tun.
    Sie wollen ständig Rassismus in die Debatte bringen und damit Ihr Feindbild pflegen. Hier ist ohnehin alles gesagt, ich verabschiede mich hier höflich von Ihnen.
    Bis zum nächsten Mal.-)

  • Giesinger

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • mkv

    |

    Müchner Bürger haben den Zündlern in den Parteien den Kampf angesagt:
    „Münchner Manifest“ – zum Ausdrucken

    Es erinnert uns an die Gründe, weshalb der Asyl-Paragraph ins GG geschrieben wurde.

    https://www.tz.de/muenchen/stadt/muenchner-manifest-in-fluechtlingspolitik-10027001.html

    Es war die Union, die seit mehr als 25 Jahren das längst fällige Einwanderungsgesetz blockiert. Man lese den von Kanzler Schröder in Auftrag gegebenen Bericht der „Süssmuth-Kommission“ (Kurz- und Langbericht)
    https://www.rita-suessmuth.de/arbeitsschwerpunkte/migration-integration/

    Seit Merkel Kanzlerin ist, geschah insoweit nichts Grundsätzliches. Nun endlich ist das Thema EINWANDERUNGSGESETZ im Koalitionsvertrag verANKERt und soll auf Drängen der SPD noch in diesem Jahr in den Gesetzgebungs-Prozess übergeführt werden.

  • Piedro

    |

    joey
    11. Juli 2018 um 15:19 | #
    @Piedro
    gemeint sind Haushalts- und Investitionspläne. Kredite sind daran gekoppelt. Aber sie wollen es vermutlich nicht verstehen.
    Sie glauben doch nicht wirklich irgendwer würde nicht verstehen was Sie meinen.

    Das Wort Kredite ist, nebenbei bemerkt, in keinem Ihrer vorherigen Posts gefallen.

    Sie langweilen einfach immer weiter. I mog nimmer. Diese endlose Aneinanderreihung von Plattitüden, denen sie zeilenweise nachträglich einen Sinn geben wollen, in dem Sie sich über die intellektuellen Defizitie ergehen, die sie ihrem Gegenüber nach Belieben anlasten… Ich muss da wirklich passen. Bitte haben Sie Verständnis dafür. Wenn sie möchten führen Sie noch den Wasserverbrauch von Flüchtlingen auf oder berechnen Sie den volkswirtschaftlichen Schaden, weil die ohne Kondom masturbieren. Tun Sie sich keinen Zwang an. Sagen Sie ihre Meinung. Aber bitte, verzichten wir bis auf weiteres auf gegenseitige Anrede? Sie können mir nicht helfen, Herr Joey. Es geht mir nicht ein. Aber ich verstehe durchaus was Sie wollen. Vielleicht können Sie Deutschland helfen, dem Volk und der Zukunft, vielleicht sogar Europa oder der Menschheit, wer weiß, am Ende helfen sie noch Arfrika. Aber sagen sie mir bitte nicht mehr was ich denke, was ich meine, was ich will, was mich freut…

    Danke.

  • Stefan Aigner

    |

    Und wieder einmal: Das Forum wird geschlossen. Es geht offenbar nur noch um persönliches Anfeinden.

Kommentare sind deaktiviert

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01