Frei.Wild in Regensburg

Reaktionäre Rebellen

Rebellen gegen alle Widerstände – so geriert sich Frei.Wild. Dabei würden sich die Südtiroler Deutschrocker beim politischen Aschermittwoch der CSU gar nicht schlecht machen.


„Arschgeigen!“ Als die Böhsen Onkelz zuletzt jemanden so tituliert haben, waren es „die Wichser von der NPD“. Auch am Freitag Samstag hat Ex-Onkel Matthias „Gonzo“ Röhr, dessen Band zusammen mit Frei.Wild auf Tour geht, in der Regensburger Donauarena eine Ansage an „ein paar Arschgeigen“ zu machen: Er meint unter anderem den Journalisten Thomas Kuban, der 15 Jahre lang undercover in der Rechtsrock-Szene unterwegs war, und der wenige Tage zuvor bei Günther Jauch die „nationalistischen, völkischen Texte“ von Frei.Wild kritisiert hat. Eine „Arschgeige“, ein „Arschloch“ ist dieser Kuban deshalb. Er habe seinen Freunden von Frei.Wild „eine schwere Zeit“ beschert, wie Röhr in anklagendem Ton berichtet. Man habe Einiges zu tun gehabt, „damit ihr alle sicher hierher kommt“.

Aber es sei ja klar, warum Frei.Wild derart angegriffen werde: „Wenn man sich der Wahrheit verschrieben hat, wird eben die größte Keule ausgepackt, die es gibt. Und das ist die Nazi-Keule.“ Die Stinkefinger, „Buh“-, „Arschloch“- und Jubel-Rufe der 7.000 Fans folgen wie bestellt, dann spielt Röhr „Sekt oder Selters“, eines der wenigen eigenen Lieder von Gonzo. Ansonsten gibt’s Onkelz-Cover satt. In der Umbaupause läuft ein Tonband mit dem Frei.Wild-Song „Wahre Werte“, ein Lied über Heimatliebe.

„ES WAR SO ÜBELST GEIL, WIE GONZO GESTERN DIESES ARSCHLOCH FERTIG GEMACHT HAT !! DIE SOLLN IHR DUMME FRESSE HALTEN ! FREI.WILD BIS ZUM TOD!
Eintrag von „skipper10“ unter einem Video mit Thomas Kuban auf Youtube

 

Eine Stunde vorher. „Die Leute sind tiefenentspannt“, sagt ein Security-Mann unter dem Geschepper von klirrenden Bierflaschen und dem lauten, aber nicht aggressiven Gegröle der Frei.Wild-Fans, die sich an den Eingängen drängeln. Bierselige Vorfreude herrscht unter den größtenteils Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen an Fans bei einem Derby SSV Jahn – Wacker Burghausen erinnern.

Anders sind nur die Klamotten und dass die Merchandise-Maschinerie der Südtiroler Deutschrocker bestens funktioniert, sieht man daran, dass kaum ein Fan ohne Frei.Wild-Shirt, -Button oder sonstige Devotionalien unterwegs ist. Darunter mischen sich einige Onkelz-Shirts und ein paar wenige Träger einschlägiger Nazi-Klamotten wie „Consdaple“. Sie bleiben aber eher Exoten und die „Todesstrafe für Kinderschänder“-Shirts, wie sie bei anderen Konzerten schon gesichtet wurden, fehlen hier.

Eine Distanzierung von der rechten Szene muss Frei.Wild-Sänger Philipp Burger heute nicht selbst abgeben. An den Seitenbanden hängen einige „Frei.Wild gegen Rassismus und Extremismus“-Banner und als er von der Bühne nur kurz andeutet, was die Medien da in den letzten Tagen veranstaltet hätten, beginnt der Headbanger-Block mit in die Luft gereckten Mittelfingern „Nazis raus“-Rufe zu intonieren, die aber in den hinteren Reihen und auf den Tribünen verebben.

„Wann hört ihr auf, Eure Heimat zu hassen, wenn ihr euch ihrer schämt, könnt ihr sie doch verlassen.“
Frei.Wild: Wahre Werte

Dann dröhnt „Unser Wille, unser Weg“ von der Bühne und das Publikum singt – das ist bei eigentlich jedem Song der Fall – wie ein Mann mit. Die Texte kennt man aus dem Effeff. Unpolitisch ist dieser Abend spätestens seit dem Gonzo-Statement nicht mehr.

Frei.Wild, die Rebellen, die sich durch nichts und niemand unterkriegen lassen. Die Helden, die gegen den Mainstream-Strom schwimmen. Ohne Rücksicht auf Verluste und Ansehen. Gegen alle Widerstände. Neider abwatschen, scheinheiligen Gutmenschen den Krieg erklären oder – immer wieder – die Verbrüderung mit den Fans ausrufen. So geriert sich die Band und dieses Gefühl vermittelt sie auch ihrer Anhängerschaft.

„Lieb uns oder friss uns, wir kennen die Gefahren. Erfinde was, erzähl es rum, du missgeratener Samen.“
Frei.Wild: Unser Wille, unser Weg

„Wir haben hier eine Gemeinschaft geschaffen, die es sonst nirgends gibt“, ruft Burger ins Publikum. Nichts und niemand könne das zerstören. Von niemanden lasse man sich da unterkriegen. Frenetischer Jubel beim schweißtriefenden Publikum in der Arena, wo gepogt und mitgesungen wird, wo Südtirol-Fahnen geschwenkt und immer wieder die Feuerzeuge rausgeholt werden, wenn es mal ein wenig gefühliger von der Bühne klingt.


Dabei sind die „Wahren Werte“, die da besungen werden, so rebellisch nicht. Heimatliebe, Sprache, Glaube – auf den ersten Blick was als Vorband für den politischen Aschermittwoch der CSU. Staatstragend gar. Und Bayern lobt Burger ausdrücklich. „Ihr seid doch sowas wie der Norden Südtirols.“ Niedrige Arbeitslosenquote, gute Wirtschaftszahlen. „Die Leute hier sind einfach fleißig ohne Ende“, meint Burger. „Mia san Mia“-Rufe aus dem Publikum. Dann folgt „Mach Dich auf“. Ein Lied über alle jene, die nur jammern, verbunden mit der Aufforderung sich – irgendwie rebellisch – aufzumachen.

„Südtirol, du bist noch nicht verloren. In der Hölle sollen deine Feinde schmoren.“
Frei.Wild: Südtirol

Und am Ende – vor den Zugaben – muss es natürlich kommen, das von den Fans immer wieder geforderte „Land der Vollidioten“, dem Burger sein Heimatverständnis voranstellt: „Bei uns in Südtirol ist das was Positives. Das ist nicht wie in Deutschland, wo das immer mit Rechtslastigkeit in Verbindung gebracht wird.“ Jubel. Und dann singt man wieder euphorisch mit.

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Das Lied bezieht sich auf Südtirol, aber dass dort noch kaum einer der hier Anwesenden jemals war, hat eine kurze Händchen-Hebe-Runde im Publikum gezeigt. Egal. Ein Land der Vollidioten ist eben – das hat Burger schon vorweg genommen – auch Deutschland, wo manche Arschgeigen dazu kommen, den Texten von Frei.Wild. einen völkischen Nationalismus, eine Scharnierfunktion zum Neonazi-Rock a la Landser, Combat 18 & Co zu bescheinigen.

Die ganze Debatte darüber, ob Frei.Wild nun völkisch-nationalistisch oder nur patriotisch ist, darüber, ob die stets mit Angriffen gegen Kritiker verbundenen Distanzierungen nun klar oder windelweich sind, nutzt in erster Linie Frei.Wild. Bei den Fans wird berechtigte Kritik relativiert, nicht zur Kenntnis genommen oder eben den manipulativen und bösartigen Methoden von Feinden einer Band, die doch nur die Wahrheit – welche auch immer – sagt, in die Schuhe geschoben. Distanzierungen von Frei.Wild werden überhöht und nicht hinterfragt.


Trotz musikalisch eher begrenzter Fähigkeiten kann die Band so ihr Outcast- und Wir gegen alle-Image pflegen, das ansonsten kaum Bestand hätte. Denn wenn man sich nicht gegen Kritik an der Nähe zum Nationalismus wehrt – wo bleibt dann die in ermüdender Wiederholung behauptete Rebellion? Und wogegen lehnt sich Frei.Wild dann eigentlich auf? Es bleibt nichts übrig.

Mit der Zugabe „Halt Deine Schnauze“ wird der Abend beschlossen.

„Leider Gottes, ist Deutschland auf einem Weg, der jedem Verstand mit Bravour den Atem raubt. Ganz ehrlich, das ist die logische Konsequenz dieser ‚Wir alle müssen ewig für die Taten unserer Vorfahren büßen‘-Politik!!! Aber man wollte es so, hat Kinder so erzogen und trägt nun die Konsequenz, selber Schuld!!!

Ich kann mich nicht erinnern, dass sich Italiener, Russen, Amerikaner oder z.B. auch Chinesen ihrer Herkunft geschämt hätten, obwohl deren Diktatoren und Regime gleich viele und um viele Millionen Menschen mehr auf dem Gewissen haben, als es unter Scheiss-Hitler-Deutschland der Fall gewesen ist. (…)

Auch macht man Vergangenes nicht ungeschehen, indem man schon seit Jahrzehnten davon finanziell Profitierende, lächtsend nach einer Daseinsberechtigung für ihr klägliches Dasein weiter unterstützt und ihre Meinung blind unterstreicht nur um ja nicht dagegen zu pissen.“

Frei.Wild-Sänger Philipp Burger im Juni 2012

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Kommentare (57)

  • Matthias Süß

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    Und wo ist ein Anhaltspunkt, ob „völkisch-nationalistisch oder nur patriotisch“ ist? In jedem Land (ausser Deutschland) sind solche Aussagen, wie sie von Frei.Wild kommen, völlig normal bis in das linke Lager.

    Im Grunde ist das Frei.Wild-Liedgut nichts anderes als Volksmusik-Texte zu Rockmusik.

  • Bernhard Segerer

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    Können Sie diese Frage bitte nochmal neu formulieren?

  • Matthias Süß

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    Tommy & David: Das bezieht sich zwar auf Südtirol, aber mitreden darf man ja, auch wenn man nicht einmal das Video dazu angesehen hat. ;) Ich möchte jetzt hier keine Einführung in die Unterdrückung der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit bis Mitte der 1960 Jahre geben.

    Auf was soll sich bitte Patriotismus (Heimatliebe) anderes beziehen als Volk (Menschen), Tradition und Sprache? Die Natur/Landschaft fehlt noch, das stimmt.

    > Als Patriotismus wird eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation bezeichnet. Im Deutschen wird anstelle des Lehnwortes auch der Begriff „Vaterlandsliebe“ synonym verwendet.

    > Patriotismus wird heute allgemein von Nationalismus und Chauvinismus unterschieden, insofern Patrioten sich mit dem eigenen Land und Volk identifizieren, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker implizit abzuwerten.

  • Matthias Süß

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    Und was ist jetzt bitte „nationalistisch“ an Frei.Wild, die übrigens vergangenes Jahr für den Echo nominiert waren.

    Bitte Beispiele, die auch einer neutralen Betrachtung standhalten. Also mal den Antifa-Reader weglegen …

  • Tommy

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    „Wann hört ihr auf, Eure Heimat zu hassen, wenn ihr euch ihrer schämt, könnt ihr sie doch verlassen.“
    Frei.Wild: Wahre Werte

    Eine sog. „Nazikeule“ ist angesicht solcher Zeilen nicht nötig.
    „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ ist eine der populärsten Parolen des historischen und aktuellen Nationalsozialismus.
    Ob die Ideologie die in den Texten dieser „Band“ daherkommt nun organisiert, z.B. durch die gut vernetzte Naziszene in Alto Adige und Bayern, vertreten und propagiert wird oder eben nur „künstlerisch“ verbreitet wird, spielt keine Rolle.

    Nationalchauvinismus und Deutschtümelei sind strukturell verankert in Teilen der Bevölkerung. Eine sehr anschauliche Zusammenkunft dieses Klassentreffen in der Donauarena also. Ob sich die Besucher_innen dieses Konzertes nun als Nationalisten, Patrioten, Frei.Wild-Fans oder Was-auch-immer verstehen ist dabei unerheblich.

    Die aggressive Rethorik gegen Kritiker_innen fungiert natürlich kollektivschaffend: Wir (die echten Deutschen; die echten Südtiroler…) gegen die Anderen (die Nestbeschmutzer; die Vaterlandsverräter; die Intelektuellen;).

    Wenn die Kritik an diesen nationalistischen Scharfmachern denselben nützt, dann ist eben nicht die Kritik zurückzunehmen! Dann ist diese Kritik zu verschärfen und auf breitere Ebene zu stellen.

    Wenn Leute mit „Consdaple“-Kleidung in die Donauarena gelassen werden, dann muss jetzt Druck auf die Arena-Veranwortlichen ausgeübt werden.

    M.Röhr muss von den Betroffenen (oder anderen Anwesenden) wegen Volksverhetzung angezeigt werden.

  • David

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    @Herr Süß: Patriotisch ist das sicher nicht. Zumindest definiert Patriotismus meinem Verständnis nach Heimat nicht als „Volk, Tradition und Sprache“. Da werden mitunter schon sehr frenetisch Klischees und Sprachbilder aus dem rechtsextremen Ideologienspektrum bedient…

  • Matthias Süß

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    „Wann hört ihr auf, Eure Heimat zu hassen, wenn ihr euch ihrer schämt, könnt ihr sie doch verlassen.“

    Das ist der besonderen Situation in Südtirol geschuldet. Hast Du schon einmal was von Optanten gehört? Nur so ein Tipp. (Manchmal erhellt wirklich Google-Suche, wenn das Wissen nicht reicht.)

    Aber wenn ich die Aussage aber so interpretiere, wie Du, was ist dann mit den antifaschistischen „Nazis raus“, das eigentlich identisch mit den „Ausländer raus“ ist?

    „Südtirol, du bist noch nicht verloren. In der Hölle sollen deine Feinde schmoren.“

    Also ich würde es durchaus als legitim bezeichnen, wenn man die Feinde der Heimat etwas derartiges wünscht. Auch dies muss man (wie übrigens das ganze Lied, aber da fehlt es halt an Wissen hinten und vorne) unter Südtiroler Verhältnisse sehen. Und die deutsch-/ladinischsprachige Minderheit in Italien hat genügend Feinde (auch im Staatsapparat, z.B. bei den Carabinieri), leider auch heute noch!

  • Matthias Süß

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    Ich hätte hier ein einige Betätigungsvorschläge, was Südtirol betrifft:

    Schreibt doch mal den zuständigen Ministern in Rom, warum ein monumentales Mussolini-Relief an der Finanzbehörde im Jahr 2012 immer noch nicht abgenommen werden darf.

    Schreibt doch den Bürgermeister in Bozen, den italienischen Fraktionen und den Grünen im Stadtrat von Bozen, warum im Jahr 2012 am faschistischen Siegestor immer noch kein Hinweis auf die Unterdrückung der Bevölkerung angebracht werden darf.

    Schreibt doch mal den Innenminister und Verteidigungsminister, warum im Jahr 2012 immer noch in verschwenderischen Gedenkfeiern den Truppenteilen gedacht wird, die in Algerien Völkermord verübt haben (und das ausgerechnet u.a. in Meran, das nichts damit zu tun hat).

    Schreibt doch mal der kompletten Regierung in Rom, warum Staatsbeamte immer noch Südtiroler als „Scheiss Deutsche“ bezeichnen dürfen – vor Zeugen und ungestraft.

    Warum sind in Südtirol immer noch und ausschließlich die „italienisierten“ künstlichen Ortsnamen aus der Faschistenzeit allein gültig. Wo ist der Aufschrei zum Minderheitenschutz.

    Wo sind die Demos für die Ladiner, die gleich nach der Besetzung auf drei Provinzen aufgeteilt wurden, weil diese als Italiener und nicht als Minderheit anerkannt waren (und dies erst seit 1970? sind).

    Es gäbe viele sinnvolle Betätigungsfelder in Südtirol, aber wahrscheinlich ist das nicht „sexy“ genug für Regensburger Antifaschisten.

  • Tommy

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    @Matthias Süß

    Um Ihrer Webrhetorik genüge zu tun, also noch einmal:

    „Südtirol, du bist noch nicht verloren. In der Hölle sollen deine Feinde schmoren.“

    „Wann hört ihr auf, Eure Heimat zu hassen, wenn ihr euch ihrer schämt, könnt ihr sie doch verlassen.“

    Das IST Nationalchauvinismus in seiner reinsten Form.
    Wenn das für Sie „völlig normal“ ist, dann wird das „neutralste“ aller Beispiele (also das Zitieren der „Band“) nicht weiter helfen.

  • Matthias Süß

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    @Tommy Es sagt schon viel über Sie aus, wenn Sie heute noch das faschistische „Alto Adige“ für Südtirol nutzen, obwohl die Regierung in Rom inzwischen bereits offiziell auf Südtirol bzw. Sudtirol umgestellt hat.

    Ist die Frage erlaubt, ob Sie sich persönlich zu den Anti-Deutschen zählen? Ein „ja “ würde viele Äusserungen erklären.

  • Matthias Süß

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    @Dubh

    Tun sie mir doch den Gefallen und lesen zumindest den Wikipedia-Artikel über die Geschichte Südtirols. Sie haben dann einen minimalen Wissenstand, um sich mit den Thema weiter zu beschäftigen.

    Den Rest kann ich leider beim besten Willen nicht kommentieren, weil er mir einfach zu wirr ist.

  • Tommy

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    @süß

    Gerade im Bezug auf die Situation in Alto Adige sind die Zitate von Frei.Wild als nationalchauvinistisch einzuordnen.
    Das ist natürlich die Ideologie der Scharfmacher von den Südtiroler Landesschützen etc.

    Wie gesagt, wenn Sie das als normal empfinden (gerade im historischen Kontext Alto Adiges!), dann finden Sie daran natürlich nichts verwerflich.

    Ihre Ahnungslosigkeits-Unterstellung Kritiker_innen gegenüber, spricht dabei schon eine deutliche Sprache.

    „Nazis raus“ und „Ausländer raus“ gleichzustellen, lässt dann aber noch weit tiefer blicken, als Sie es wohl beabsichtigt hatten.

  • Dubh

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    M. Süß: „Ich möchte jetzt hier keine Einführung in die Unterdrückung der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit bis Mitte der 1960 Jahre geben.“

    Aha, und wie wird wer HEUTE in Südtirol noch unterdrückt?
    3 Amtssprachen, weitgehend autonom was Gesetzgebung anbetrifft, Steuern bleiben fast vollständig im Lande………..

    „„Südtirol, du bist noch nicht verloren. In der Hölle sollen deine Feinde schmoren.“
    Na ja, das setzt voraus, dass man schwer gläubig ist, will man’s wissen und sicher sein, nimmt man es selber in die Hand.
    Da es heutzutage mit der Schwergläubigkeit nicht mehr so weit her ist………………….

    Deutschsprachig?
    Na dann erklären sie mir doch mal, warum diese Südtirol so heiß liebende Band nicht im südtiroler Dialekt – deren es viele gibt – singen, sondern auf schriftdeutsch, das es genau genommen als gesprochene Sprache, historisch schon mal überhaupt nicht gibt, auch nicht in Deutschland.

    „Auf was soll sich bitte Patriotismus (Heimatliebe) anderes beziehen als Volk (Menschen), Tradition und Sprache?“

    Na dann haben Regensburg und die Oberpfalz ja leider schon mal gar nichts miteinander zu tun, denn Regensburger sind kein Volk, und waren nie eines, haben bzw. hatten aber einen ganz eigenen Stadt Dialekt, der mit Oberpfälzer Dialekten nichts gemein hat, wohl aber mit oberbayerischen, niederbayerischen und österreichischen.

    Die jahrhundertelange Tradition als freie Reichsstadt hat ebenfalls keine Übereinstimmung mit dem Umland.

    Ja was mach ma denn do – nix gemeinsame Sprache, nix gemeinsames Volk, „Stadtluft macht frei“ im Mittelalter, was alles mögliche „Volk“ anzog herzukommen , und nix gemeinsame Tradition – Fremdländer aussperren?

  • Natascha

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    So :) wenn man dass so liest ist es schon fast wieder belustigend. Ich war am Samstag auch in der Donau Arena und muss sagen es war ein gelungener Abend! Ich habe auch NIEMANDEN gesehen der auch nur die kleinste Kleinigkeit an sich hatte was man mit der rechten Szene in Verbindung hätte bringen können (aber gut ich kann nicht 7000 Menschen sehen). Beim Einlass ab 18Uhr wurden alle Personen durchsucht und es wurde von jedem ganz genau die Kleidung betrachtet! Ich wurde sogar gefragt ob ich unter meinem Shirt ein anderes verberge, ein bekannter meinerseits musste sogar länger warten weil sein Shirt (krawallbrüder) gecheckt werden musste! Was hätte man mehr tun können? Zudem möchte ich sagen haben allso in Regensburg gute Arbeit geleistet. Ich selbst kenne nicht alle Nazi bands und Shirts und bla weil ich mit solchen Menschen NIE etwas zu tun hatte und niemals haben werde! Dennoch liebe ich mein Land. Dass kann man auch! Es gibt in Deutschland sehr viel schönes und wir können hier Freiheiten genießen die könnten wir nirgends anders so ausleben! (Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit) Frei.Wild ist eine Großartige Band, ob ihr dass genauso seht ist euere Meinung. Aber rechte tendenzen? Warum? Wo werden die gesehen? Weil sie der Meinung sind dass man ja gehen kann wenn es einem nicht gefällt? Ich finde daran nichts verwerfliches oder wäre euch ein DDR lieber in der alle eingesperrt werden? Ich möchte auch sagen Südtirol ist unglaublich schön und jeder der schon mal dort war wird das bestätigen! Sie lieben die Luft dort, Sie lieben es dort zu stehen, gehen, laufen und alles dort! Warum dürfen Sie dass nicht in ihren Liedern klar und deutlich sagen? Ich finde es auch nicht Nationalsozialistisch! In keinster weise! Ich bin aus Bayern und mir geht es auch so :D ich liebe die gegend hier, dass gefühl „ich bin jetzt zuhause!“ Wenn ihr euch darüber aufregt dann habe ich eine frage: Warum regt ihr euch nicht darüber auf wenn eine Bayrische PUNK Band „Mia san Mia“ spielt oder wenn die Broilers das Lied „Heimst“ („.. Heimat ist wo wir geboren sind..“ spielen?
    Ist dass dann auch schon Nazi getue? … xD Ich glaube nicht!

  • Tommy

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    @süß
    Art. 116 Abs.2 Verfassung der italienischen Republik.

    Zu Ihrer Frage:
    Ja, die Frage ist erlaubt. Ich beantworte sie Ihnen allerdings nicht, da ich ungerne über heimatbündlerische Stöckchen springe.

  • Sarah

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    Ich sag euch, wie gut der Artikel auf ner Skala von 1-10 recherchiert ist: 0.
    Das Konzert war nicht am Freitag, in der Umbauphase lief nicht Wahre Werte und fast die ganze Halle war schon mal in Südtirol.

  • Matthias Süß

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    @Tommy

    Dann wandelst Du eben in „guter“ faschistischer Tradition. Sogar die mitte-rechts Regierung unter Berlusconi war da progressiver. Gratulation!

  • Matthias Süß

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    @Tommy

    Jetzt stell Dich nicht dumm.

    Alto Adige ist der von den Faschisten eingeführte Name für Südtirol. Urheber ist der faschistische Vordenker Ettore Tolomei.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ettore_Tolomei

    Die Umbenennung auch aller deutscher Namen sollte alles Deutsche (eigentlich Österreichische) auslöschen. Damals war Südtirol zu über 95 Prozent deutschsprachig.

    Was folgte war eine Zwangsitalienisierung, was u.a. die Ansiedlung von ca. 100.000 Südtialienern in Bozen, ein Verbot der deutschen Sprache und faschistische Denkmäler (heute noch alle unkommentiert vorhanden) in ganz Südtirol beinhaltete.

    Das ganze war natürlich völkerrechts- und völkerbundswidrig.

    Unter der „Achse“ sollten die Südtiroler ausgesiedelt werden – auf die Krim.

    Auch nach dem WK2 ging die systematische Unterdrückung weiter. Italien brach systematisch Menschen- und Bürgerrechte bis hin zur Folter. Internationale Verträge waren das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben waren.

    Die Republik führte – wenn auch in gemäßigter Form – den Vernichtungskampf gegen alles Deutsche fort. Dazu gehört auch die nahtlose Anknüpfung an die „faschistischen Errungenschaften“ wie die faschistischen Ortnamen (die erst durch den Faschisten Tolomei erfunden wurden).

    Die Autonomie von Südtirol wurde in den 1960er Jahren herbeigebombt. Die Republik antwortet mit Folter (nachgewiesen!) und kasernierter Polizei. Eben jene führt sich heute teilweise noch auf wie Besatzertruppen. So kommt es nicht selten vor, dass ein „Scheiss Deutscher“ gemurmelt wird, auch wenn die Beamte offiziell kein Deutsch können (wollen). Selbst erlebt, da könnte ich Dir Sachen erzählen!

    Und die Republik zog auch bei den faschistischen Denkmälern eine kontinuierliche Tradition. Für die Renovierung war immer Geld da.

    Aber das willst Du gar nicht wissen. Diese Minderheit sind keine Tibeter, sondern gehören zum deutschen Kulturkreis (offiziell redet man in Rom von der deutschen Minderheit). Dafür darf sich kein Antideutscher einsetzen und schon gar nicht dulden, dass Südtiroler so etwas wie Patriotismus zeigen. So werden die Südtiroler zu Nazis abgestempelt, auch wenn die Menschen durch den deutschen und italienischen Faschismus zu leiden hat. Die von den Faschisten für die Unterdrückung dieser Minderheit geschaffenen Gesetze gelten teilweise bis heute.

  • Matthias Süß

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    @H.Müller

    „Das Problem bei dieser Band scheint mir jedoch darin zu bestehen, dass man diese Heimat nun ständig als etwas in seiner Existenz bedrohtes darstellt, und sich somit gleichwohl zu Opfer und Held stilisieren kann, weil man sich ja nicht unterkriegen lässt und sich nur wehrt.“

    Leider ist das auch so. Aktuell versucht die Regierung Monti die hart erkämpfte Autonomie auszuhebeln – gegen internationale Verträge. Die italienische Justiz kennt immer noch „zweierlei Recht“ etc.

    Und wenn hier geschrieben steht, dass es in Südtirol drei Amtsprachen gebe, dann stimmt das nur begrenzt. Nur auf Landesebene und Kommunal gilt dies. Auf nationaler Ebene gilt dies nicht. Das Land Südtirol hat in etwa die Kompetenzen eines deutschen Bundeslandes und nun frage dich selber, welche Dienste des Bundeslandes zu in Anspruch nimmst. Von der Steuer bis zu höheren Gerichten, die Polizei (die paramilitärischen Carabinieri) … für all das gilt die Dreisprachigkeit nicht.

    Schreib mich ruhig an, wenn Du mehr dazu aus erster Hand erfahren willst.

  • Jan

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    @Tommy;Der Herr Kuban hat ja in meinen Augen auch irgendwie gehetzt,mit den Consdaple-klamotten,das hätte ich nicht mal gewusst das diese Klamotten in rechten Kreisen ja anscheinend getragen werden-wieder was dazu gelernt… Und an Dubh;komm mal in Norden,wir sprechen hier so wie wir auch schreiben,bis auf die paar die noch Platt schnacken ;)

  • Tommy

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    @süß

    Die Verfassung Italiens ist aus dem Jahre 1947 und spiegelt einen antifaschistischen Grundkonsens wieder.
    Das Sie damit nichts anfangen wollen, hatte ich schon befürchtet.
    Sie verhalten sich ja auch positiv zu den im Artikel zitierten Textstellen der „Band“.

    Ihre Unterstellungen (und darauf basiert Ihr hier begonnener Feldzug) zielen ins Leere. Es geht Ihnen offensichtlich hier nur um die Wiedergabe sezessionistisch-nationalistischer Volksbewegungsphantasien.
    „Alles Faschisten, ausser wir!“ Bäm! und Gratuliere!

    (Nein, ich habe kein Interesse an weiteren „Süd-Tiroler-Freiheits“-Pamphleten; Die google ich dann doch lieber.)

  • H.Müller

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    Schützt unsere Heimat (vor rechtsextremem Gedankengut)!

    Ich kenne diese Band nicht, und nach allem, was ich davon mitgekriegt habe, besteht bei mir auch nicht das geringste Bedürfnis, je deren Musik zu hören.

    Meiner Meinung nach hat jeder/jede das Recht, seine Heimat als etwas zu besingen, wo der Himmel besonders blau/grün/rot ist, seine Menschen besonders schlau/fleissig/herzlich/fromm und die Landschaft so rein/weit/lieblich oder was auch immer.

    Das Problem bei dieser Band scheint mir jedoch darin zu bestehen, dass man diese Heimat nun ständig als etwas in seiner Existenz bedrohtes darstellt, und sich somit gleichwohl zu Opfer und Held stilisieren kann, weil man sich ja nicht unterkriegen lässt und sich nur wehrt.

    Jede Kritiker oder Andersdenkende scheint willkommen, da als weiterer Beweis für die eigene Bedrohung umgedeutet wird.

    So wird ein „Wir-Gefühl“ geschaffen, und man hat auf’s wunderbarste einen gemeinsamen Feind („Deutschlandhasser“, „Gutmenschen“, …) auf den man schön seine allgemeine Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit projizieren kann.

  • Tommy

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    @süß

    Wie bereits geschrieben: Wenn ich den Geschichtsrevisionismus von Schützenbund, Hoferbund etc. lesen möchte, dann google ich wirklich.
    Herrlich, Ihr Versuch die alten (deutschnationalen) Eisen selbstgeschmiedet aussehen zu lassen.
    „Herbeigebomt“. Nett umschrieben.

    Sie suchen hier offensichtlich ein Forum für Ihre „Südtirolfrage“ und bedienen sich dabei bekannter Mittel.

    Belästigen Sie mich also nicht weiter und duzen Sie mich nicht.
    Vergebene Liebesmüh: Als Feind Ihrer Heimatphantasie bin ich eh des Teufels.

  • Matthias Süß

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    @Tommy

    Ich gehe jetzt nicht so weit wie Ihre Gesinnungsgenossen, sondern stelle einmal wertfrei in den Raum und unabhängig in von allem in den Raum:

    Wer sich das Erbe des Faschismus verteidigt, die Tradition dieser Ideologie fortführt, der ist für mich ein ganz übler Mensch.

    Die Braunen haben den Faschismus nicht gepachtet, den gibt es auch in anderen Färbungen.

  • halil

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    Nur Basken,Iren,Katalanen,Kosovaren,Kurden,Sarden,Korsen haben ein Recht ihre Heimat zu besingen damit das klar ist.Dort haben keine Nazis gehaust.

    ps:Vaterland oder Tod!(Parole auf Kuba)

  • Dubh

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    M. Süß: „Tun sie mir doch den Gefallen und lesen zumindest den Wikipedia-Artikel über die Geschichte Südtirols“

    Nicht nötig, ich kenne Südtirol samt Geschichte und SüdtirolerInnen seit den 1960er Jahren ganz persönlich. HEUTE aber ist aber 50 Jahre später.
    Da soll sich so einiges auf der Welt, wie auch in Südtirol verändert haben, was Sie offenbar nicht mitbekommen haben.

    Muttersprache in Südtiol ist aber nach wie vor nicht schriftdeutsch. oder haben Sie nicht mal das gecheckt?
    Lesen Sie doch mal wikipedia……………

    Nochmal: Wie kann es sein, dass die nicht in ihrer heißgeliebten Muttersprache sondern in der Schriftsprache des Landes ihrer vollidiotischen Feinde singen?!

    Das wird doch nicht Geldliebe statt Heimatliebe sein?

    Eine musikalisch gruslige und textlich dumpfgefühlsschwurbelige Band, die 3 Fans hätte, sänge sie nicht Pseudorebellisches gegen imaginäre Feinde – in DEREN Schriftsprache für deren arme, ausgegrenzte unverstandene Opfer Knaben – jammer heul schluchz – die durch Konzertbesuch zu Helden werden……………..

  • Matthias Süß

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    Dubh kennt Südtirol seit 1960. Er weiss also, dass 1960 die Minderheitensprache Deutsch unterdrückt wurde, angefangen bei der Beschilderung bis in den Schiftverkehr mit Behörden. Besser wurde es, aber da kann Dubh als Experte sicherlich mehr dazu ausführen, ab dem Jahr 1971. Hätte es aber sicherlich nach Ansicht von Dubh gebraucht, schließlich sollen sich doch die Südtiroler endlich assimilieren.

    Dubh als Südtirol-Experte weiss natürlich genau, dass ihm Deutsch bei der Staatsanwaltschaft in Südtirol nur begrenzt weiter hilft, genau wie bei den nationalen Einrichtungen, die eben Deutsch (oder gar Ladinisch!) nicht führen müssen. Auch eine Steuererklärung kann er beispielsweise mit seinem perfekten Italienisch ausfüllen. Auch vor höheren Gerichten, aber war schreibe ich, das weiss Dubh alles. Das ist nur gerecht, warum ist man als deutschsprachiger Südtiroler nur in Italien geboren.

    Dubh kann sicherlich auch perfekt in linker Dialektik erklären, warum die faschistischen Denkmäler unbedingt genau so da sein müssen wo sie sind und wie sie sind, nur um die Südtiroler (deutsche Minderheit!) an ihre Schuld (z.B. die Überlegenheit der italienischen Kultur demütig anzuerkennen) zu erinnern. Was wären die italienischen Faschisten nur ohne antideutsche Antifaschisten? Verloren!

    Dubh weiss natürlich auch, dass die Autonomie hauptsächlich auf Minister-Dekrete basiert, also auf wackeligen Beinen steht (bis auf den Kern der Autonomie, aber es wäre doch gelacht, wenn man den nicht sprengen könnte!). Er weiss natürlich auch von den aktuellen Eingriffen der zentralen Regierung in Rom in die Autonomie (wurde ja auch Zeit, oder?).

    Überhaupt sollte man die Schmarotzer in Südtirol, die dauernd gierig an den Zitzen der römischen Wölfin saugen und quasi im Alleingang ganz Italien ruiniert haben, dieses verdammte Festhalten an Traditionen und Sprache endlich austreiben. Vielleicht sollte man Dubh als Regierungsberater einstellen, dann wird alles gut.

    (Wer Zynismus findet, darf daran knabbern.)

  • victor lustig

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    ich war zufällig am abend vor dem konzert in der nähe der donauarena.

    mir sind mehrere gruppen junger männer aufgefallen, die mit ihren t-shirts und autoaufklebern ihr seeehr weit rechts angesiedeltes weltbild zur schau trugen.

    einige davon nicht unerheblich angetrunken. davon mutig geworden pinkelten sie gegen parkende autos am „real“-parkplatz und genossen die furcht der unbeteiligten kunden.

    das hat nichts mit patriotismus oder heimatliebe zu tun, sondern ist einfach ekelhaft. frei.wild mag ja oberflächlich keine naziband sein, aber sie bedient sehr geschickt agressive und rechtsextreme einstellungen.

  • habemusmamam

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    @Süß: Das mit dem Zynismus hat doch iggy in einem anderen Thread erklärt, „Wollen sie also der WAHRHEIT näher kommen dann decken sie einfach konsequent die “LÜGEN” drumherum auf – der Wahrheit sind sie dann schon ganz nahe.

    Meine Vermutung:
    Diesen Mut besitzen sie aber nicht. Wollen sie auch nicht. Am Ende könnte das Ergebnis ja ihr “linkes” Weltbild erschüttern und was dann? Resignativer Zynismus und Polemik eventuell? Sowas passt dann gut an den Wirtshaustresen. “ Ersetzen Sie bloß das „linkes“ durch „wertkonservatives“…
    Ich werde mein Gefühl nicht los, dass Sie hier nur trollen, um auf den eigenen belanglosen Blog hinzuweisen, da ist mir was von „multippler Blogger“ unter „Süß über Süß“ ins Auge gestochen.

  • Holger Mainz

    |

    Die Argumentation ist immer gleich platt und töricht. Patriotismus istgleich Brücke zu Rechtsradikalismus. Mit der gleichen Logik wurde Heinrich Böll von der BILD in die Ecke der RAF geschrieben.
    Langweilig!

  • Matthias Süß

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    @Birte

    Chapeau, was für ein Niveau!

  • Birte

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    Frei.Wild-Fans. Nicht nur auf leere Parolen abfahren, sondern auch noch zu dumm zum lesen. Keine Haltung zu irgendwas, dumm mitgrölen und eine beschissenen Musikgeschmack.

    „Bei den Fans wird berechtigte Kritik relativiert, nicht zur Kenntnis genommen oder eben den manipulativen und bösartigen Methoden von Feinden einer Band, die doch nur die Wahrheit – welche auch immer – sagt, in die Schuhe geschoben. Distanzierungen von Frei.Wild werden überhöht und nicht hinterfragt.“

    q.e.d. (Bedeutet: Quieckende, eklige Dummköpfe)

    Viel Spaß beim nächsten Konzert der Vollidioten (Fans ausdrücklich eingeschlossen).

  • Leit.Hirsch

    |

    Wie kann man sich nur über eine untalentierte Combo, die über das Niveau einer Unterstufenband nicht hinausgekommen ist und deren doch sehr übersichtliches musikalisches Repertoire jeglicher künstlerischen Beschreibung spottet, nur so aufregen.
    Laßt doch diese Volksverdummer und ihre subfontanel sehr übersichtlich möblierte Anhängerschaft dort, wo sie hingehört: im toten Winkel der Aufmerksamkeit.
    Eine dumpfe, wie-auch-immer-tümelnde, braun verschmierte Soße wird nicht dadurch interessanter, dass sich Menschen, deren Weltbild noch einigermaßen kritsch von Gedanken wie Offenheit, Menschlichkeit, Solidarität und Miteinander hinterfragt werden, mit diesem Dreck beschäftigen, sie wird nur bekannter.

  • hyde

    |

    Boa Leute.

    Vorweg: Ich bezeichne mich als linksliberal.

    Meine persönliche Meinung: Freiwild macht schlechte Musik, schreibt grausame, fremdschämverursachende Texte und würde wohl tatsächlich über den Status einer lokalen Schülerband nicht hinauskommen, würde man nicht ausgerechnet im Deutschrockgenre auftreten und eine Menge Wir-gegen-alle-anderen-Gefühl verteilen.

    Und ja, ich wünsche allen Freiwild-Fans, sich allzeit kritisch mit Deutschrock- und anderen Liedtexten auseinanderzusetzen.

    Freiwild aber als Rechtsrockband oder nationalistisch zu bezeichnen und das anhand dreier aus dem Kontext gerissener Textzeilen festzumachen, die man außerdem noch in den Gesamtkontext der südtiroler Perspektive setzen muss (die die allermeisten Kritiker gar nicht nachvollziehen können), das führt wirklich zu weit.

    Was ich mich dann noch frage, ist, warum in deutschen Medien bzw. in der veröffentlichten Meinung in Deutschland Autonomiebewegungen (oder gar Separatistenbewegungen) allerorten goutiert werden (die Katalanen und Mallorqiner in Spanien, die Dänen in Schleswig-Holstein, die Albaner im Kosovo),
    das gleiche Recht (auf Sympathie; NICHT auf Separatismus) aber für Südtiroler nicht gelten soll?

  • Matthias Süß

    |

    @Dubh

    Eigentlich wollte ich ja dem großen Südtirol-Kenner nicht mehr widersprechen, sondern in Ehrfurcht vor seinem Wissen erstarren, aber soweit kann es nicht her sein damit, das hatte ich schon in einem vorherigen Beitrag gezeigt.

    Jetzt wieder einmal ganz dumme (ein wirklich ausgesuchtes Wort an dieser Stelle) Einlassung über die Tastatur von Dubh, die man einfach so nicht stehenlassen sollte:

    „Möglicherweise deswegen, weil Südtirol den Autonomiestatus schon lange hat, und es eine Separatisten Bewegung in der Bevölkerung so wenig gibt wie in Bayern?“

    Zum einen, was die „Separatisten Bewegung“ angeht, sollte der selbsternannte Südtirol-Kenner auf das Wahlergebnis der letzten Landtagswahl und aktuelle Umfragen aufmerksam gemacht werden:

    Im Landtag von Südtirol sind an „separatischen Bewegungen“ vertreten:

    Bürgerunion für Südtirol, die das Kronland Tirol als unabhängigen Staat wieder haben möchte

    Süd-Tiroler Freiheit, die einen Anschluss an Österreich propagiert, alternativ einen eigenen Staat

    Die Freiheitlichen, die einen eigenen Staat fordern und auch schon eine Verfassung ausgearbeitet haben (aktuell bei 25%)

    Die Südtiroler Volkspartei, die mehrheitlich eine Vollautonomie fordert, führende Köpfe aber einen eigenen Staat wie die FS

    Über 60% der im Landtag vertretenen Parteien (ohne die LEGA) sind gemäßigte oder radikale Separatisten. Irgendwie passt das nicht ganz mit den Aussagen des führenden Südtirol-Experten (Seit 1965!) hier.

    Nun zur weiteren Einlassung von Dubh „weil Südtirol den Autonomiestatus schon lange hat“.

    Fakt ist jedoch, dass das zweite Autonomieabkommen 1972 (das sog. 1. Autonomieabkommen war keine Autonomie, aber Papier ist geduldig) unterzeichnet wurde und die Durchführung dessen, d.h. die schrittweise Übertragung der darin festgelegten Punkte, bis 2009 gedauert hat. Eine richtige Autonomie (Vollautonomie) ist das aber noch lange nicht. Zudem basiert diese „Autonimie“ zu großen Teilen nur auf Zusagen der Fachminister (Dekrete), die jederzeit wieder zurück genommen werden können. Wie leicht das geht und wie fragil die Teilautonomie ist, kann man derzeit z.B. anhand der Eingriffe der Finanzministeriums studieren.

    Wieder einmal – man verzeihe mir den Ausdruck – ideologisierter Dünnpfiff ohne Bezug zur Realität.

  • Matthias Süß

    |

    Und damit @Dubh auch mal was aus Südtirol zu lesen bekommt, nicht nur von seinen linken Kampfblättchen, ein Link auf die (noch) Mehrheitspartei im Landtag.

    http://www.svp.eu/de/themen/58.html

    Das ist die gemäßigte Partei, deren Minimalforderung eine Vollautonomie in Verfassungsrang ist, sich aber immer mehr der Flügel durchzusetzen scheint, der für eine Loslösung plädiert.

    Aber es gibt laut Dubh keine Separatismus-Bewegung in Südtirol, weil es die nicht in sein Meinungsbiotop passt.

  • Matthias Süß

    |

    @Leit.Hirsch

    Zumindest sind meine Kommentare nicht sinnfrei, wie soeben ihrer, oder?

    Die Vermutung liegt nahe, da andere hier genau so viel oder mehr schreiben, dass Ihnen meine Kommentare inhaltlich nicht passen. Sie dürfen mich gerne widerlegen, wenn Sie das schaffen, denn zur Diskussion und nicht unbedingt zur Pflege der hier vorherrschenden Ideologie, Sie werden das vielleicht nicht glauben, sind solche Kommentarfelder gedacht.

  • Dubh

    |

    hyde: „Was ich mich dann noch frage, ist, warum in deutschen Medien bzw. in der veröffentlichten Meinung in Deutschland Autonomiebewegungen (oder gar Separatistenbewegungen) allerorten goutiert werden……
    das gleiche Recht (auf Sympathie; NICHT auf Separatismus) aber für Südtiroler nicht gelten soll??“

    Möglicherweise deswegen, weil Südtirol den Autonomiestatus schon lange hat, und es eine Separatisten Bewegung in der Bevölkerung so wenig gibt wie in Bayern?

  • Matthias Süß

    |

    @Leit.Hirsch

    „Wie wäre es, wenn Sie sich einfach vor den Spiegel stellen und mit sich selbst reden? Sie sind bestimmt Ihr bester Zuhörer. Und Recht haben Sie dann auch immer.“

    Warum bleiben Sie nicht einfach bei der Wahrheit und schreiben: „Nein, wir wollen hier keine abweichende Meinung, die das geschlossene Welt in unseren Meinungsbiotop ins Wanken bringen könnte.“

  • Matthias Süß

    |

    @Luchs

    Ich bin durchaus in der Lage die Meinung, die ich von mir gebe, ganz öffentlich und im Klarnamen zu vertreten – übrigens als einziger hier.

    Es mag vielleicht in Ihrer Natur liegen, Sockenpuppen zu verwenden, ich habe das nicht nötig.

  • Leit.Hirsch

    |

    Herr Süß, Sie lesen sich schon gerne schreiben, oder?

  • Leit.Hirsch

    |

    Wie wäre es, wenn Sie sich einfach vor den Spiegel stellen und mit sich selbst reden? Sie sind bestimmt Ihr bester Zuhörer. Und Recht haben Sie dann auch immer.

  • rosa

    |

    Das, was Herr Süß schreibt hat im Gegensatz zu dem Gestopsel von Dubh „Hand und Fuß“.
    Neutral betrachtet (auch, wenn das den meisten hier schwer fällt) mit Abstand die besten Kommentare seit mindestens drei Monaten.

  • Leit.Hirsch

    |

    So, Herr Süß, extra für Sie:

    “Nein, wir wollen hier keine abweichende Meinung, die das geschlossene Welt in unseren Meinungsbiotop ins Wanken bringen könnte.”

    Ich habe das mal incl. dem Grammatikfehler übernommen.
    Hab mir schon gedacht, dass Sie intelektuell so einfach zufriedenzustellen sind.

    Wir könnten ja jetzt das Herr-Süß-hat-immer-das-letzte-Wort-Spiel spielen?

    Warum bleiben Sie nicht einfach bei der Wahrheit und schreiben „Ich, Herr Süß, möchte immer das letzte Wort haben.“?
    Einen Satz mit Biotop oder Gesinnung (ein anderes Ihrer Lieblingsworte) fällt mir spontan nicht ein. Hätten Sie einen für mich?

  • Stefan Aigner

    |

    Kein Diskussionsbeitrag, sondern eine Ansage:

    Wenn es hier so weiter geht, wird der Thread einfach geschlossen.

  • Hannibal

    |

    Dass Frei.Wild hier in einer Weise dargestellt wird, die sicher nicht sehr fair ist, sei zugestanden. Aber es ist schon interessant, wie mancher Rechtsausleger dann immer gleich wortgewaltig der Gruppe zur Seite springt und ihr damit einen Bärendienst erweist. Mit so manchem „Unterstützer“ hier wollen die sicher nicht identifiziert werden…

  • Luchs

    |

    Liebe(r) Rosa Matthias Süß:
    „Eitelkeit ist die Gabe, sich noch wichtiger zu nehmen, als man sich fühlt.“

  • Südtirol ist nicht Italien

    |

    @ Matthias Süß
    Warum hüpfpurzelt ein intelligenter Mensch wie Sie auf dem Trampolin herum, das Ihnen hier von antifantischen Dumpfbolzen hingeschoben wird?
    Haben Sie das nötig? S-M veranlagt?
    Die Südtiroler werden’s schon richten, wenn sie’s wollen, wäre ja nicht das erste Mal!
    Und wir hier sollten uns dann vielleicht Gedanken über eine Schwandorf-stämmige Organisation Dingsbums machen …

  • Matthias Süß

    |

    Mit welchen leich zu durchschauenden Methoden die Band Frei.Wild ins „rechte Licht“ gerückt werden sollte, habe ich heute früh kurz umrissen.

    http://www.hirnhatz.de/roland-seiber-frei-wild-rechts

    Damit hat es sich für mich aber auch, vor allem da ausser den freien Tendenz-Journalisten Roland Seiber niemand (ausser die üblichen Abschreiberlinge) auf die Werbetour für Kubans Buch aufgesprungen ist.

  • Dubh

    |

    Südtirol ist nicht Italien: „Die Südtiroler werden’s schon richten, wenn sie’s wollen, wäre ja nicht das erste Mal!
    Und wir hier sollten uns dann vielleicht Gedanken über eine Schwandorf-stämmige Organisation Dingsbums machen …“

    So?

    „Über mehr als ein Jahrzehnt konnte die Zwickauer Terrorzelle in Deutschland morden und dabei Ermittlungsbehörden und Verfassungsschutz an der Nase herum führen. Informationen des italienischen Geheimdienstes belegen jetzt: Die fremdenfeindliche Mordspur sollte auch nach Südtirol exportiert werden. “

    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/121108-quer-nsu-100.html

  • Südtirol ist nicht Italien

    |

    @ Dubh 12.11.2012, 16.29 h
    Danke für den Hinweis. Das habe ich nicht gewußt! Ich bin entsetzt und betroffen!!
    Aber man darf dem Bayerischen Fernsehen nicht trauen: es muß sich hier um eine Falschmeldung handeln, eine Ente oder eine Tatarenmeldung („Ente“ für Normalos, „Tatarenmeldung“ für Faschos).
    Das mit dem „Export der fremdenfeindlichen Mordspur nach Südtirol“ kann doch überhaupt nicht stimmen (deswegen „Ente“ oder „Tatarenmeldung“)!
    Hier auf diesem Blog, in dieser anscheinend unendlichen Artikel-Kommentierung, haben wir doch gelernt: die Südtiroler und die anderen (angeblich!!!) deutschen Stämme sprechen nicht dieselbe Sprache! Wie also, frage ich Sie, mich und das Bayerische Fernsehen, hätte denn die verbale Kommunikation zwischen den sächsischen fremdenfeindlichen Mordspur-Exporteuren und den Südtiroler fremdenfeindlichen Mordspur-Importeuren funkschjonieren (wie die Sachsen sagen würden) sollen?!?
    Sie sehen, mann/frau darf nicht alles glauben, was „die Presse“ von sich gibt.
    Trotzdem finde ich „Schwandorf “ nun gar nicht mehr schön, ganz echt wirklich wahr – dank Ihrer Aufklärung, die mich nun mündig gemacht hat.

  • Bazi

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    Mia san Mia!

  • Blut, Ehre und die Medien | Regensburg Digital

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    […] sondern auch in kleineren und mitunter „lediglich“ kulturpolitisch relevanten Zusammenhängen (wie etwa den Diskussionen um Frei.Wild) hat Kubans Arbeit zweifelsohne Gewicht und […]

  • Konzert der Vollidioten | Regensburg Digital

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