Sonne, Zauneidechsen, Anfahrtschaos

Stadion soll 2015 fertig sein

Im Herbst soll das neue Jahnstadion bezugsfertig sein. Einzige Einschränkung: „Wenn alles gut läuft“, sagt Oberbürgermeister Hans Schaidinger bei einer Pressekonferenz. Aber immerhin könne man am heutigen Montag „zum ersten Mal seriös“ von Zeitpunkt des Baubeginns und vom mutmaßlichen Ende der Bauarbeiten sprechen.

Aufteilung des Stadions in Teilflächen. Schematischer Bemessungsentwurf der Arbeitsgemeinschaft aus Ernst&Young und Albert Speer&Partner. (Quelle: Stadt Regensburg)

„Dieser Oberbürgermeister“, so Schaidinger in gewohnter Bescheidenheit, sei der Erste gewesen, der vor über zehn Jahren zum ersten Mal ein neues Stadion für den SSV Jahn Regensburg ins Gespräch gebracht hatte. Jetzt sei man endlich an einem entscheidenden Punkt angelangt: Die Verhandlungen mit dem Bezirk und vor allem mit der Autobahndirektion Süd seien weitestgehend abgeschlossen, die Bauleitplanung weit fortgeschritten, die Baufeldfreimachung sei auch fertig, die Ausgleichsflächen wurden festgelegt, und auch die „Zauneidechsen haben wir eingesammelt und über die Straße getragen“. Also alles in Butter.

Schleichwege ausgeschlossen

„Ein Stadion ist einfach“, sagt Schaidinger. Das könne jeder im Handbuch der DFB nachschauen, was man hierfür braucht. Schwierig sei die Erschließung, aber dank Ernst&Young und Albert Speer und Partner habe man auch das in den Griff bekommen. Jetzt kann es also präsentiert werden: das Ergebnis der Erschließungsplanungen für das neue Stadion. Problematisch sei vor allem die Nähe zur Autobahn gewesen. Um einen Rückstau zu vermeiden, werden die Verkehrsströme weitläufig über die Franz-Josef-Strauß-Alle geleitet. „Ein Schleichweg durchs Wohngebiet ist nicht sinnvoll“, warnt Schaidinger schon jetzt alle, die dem Ansturm zu Spielzeiten entgehen wollen. Das Konzept für die Erschließung teilt das Stadion in drei Bereiche auf. Die Teilflächen West und Mitte stehen hauptsächlich für Stellplätze zur Verfügung. Im Teilbereich Ost wird sich das Stadion befinden, zudem ein Parkdeck und weitere Stellplätze. Soweit die grobe Planung. Insgesamt wird Platz für 2.500 Pkw sein, 1.000 Parkplätze kommen durch die Nähe zum Campus dazu. 800 Fahrräder und 25 Busse sollen zudem Platz finden.

VIPs im Sonnenlicht

Auch die Aufteilung des Stadions selbst ist bereits in weiten Teilen beschlossen: Das Spielfeld wird in Nord-Süd-Richtung verlaufen, der Sektor für die heimischen Zuschauer befindet sich am Südende, die Gäste kriegen ein Eck im Nord-Westen. Besondere Aufmerksamkeit hat man dem Funktionsgebäude im Osten des Stadions geschenkt: Hier werden die Mannschaftskabinen und Interviewflächen im Erdgeschoss Platz finden, die Medien, die Gastronomie, der Fanshop, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Ordnungsdienst und Stadionbetrieb kommen in die Stockwerke darüber. Ebenfalls im Funktionsgebäude: die „Hospitalityflächen“. Was das ist? Ganz einfach: „Welcome-Zonen“, der „Businessclub“ und die offenen Logen.

Entwurf des „Innenlebens“ des Stadions. Im Bereich 2 sitzen die sonnenlichtgeplagten Business-Gäste. (Quelle: Stadt Regensburg)

Detailverliebt war man hier offenbar schon ganz zu Beginn: Ist es den Zuschauern, die viel Geld bezahlen, um im „Businessclub“ Platz zu nehmen, tatsächlich zuzumuten, in die Sonne zu schauen? Wo die Spiele doch hauptsächlich nachmittags und abends stattfinden, wo die Sonne bekanntlich im Westen steht? Ja, ist es, haben Schaidinger und die Stadionplaner beschlossen. Denn die Sonne geht ja schließlich auch unter, außerdem habe man den Sonneneinfallswinkel für jeder Uhrzeit und jede Jahreszeit geprüft. Schlimmstensfalls, so des Oberbürgermeisters Rat, müsse man sein Baseballcap einfach ein bisschen weiter runterziehen.

Bisherige Zeitpunkte waren nur „Spekulation“

Aber bis die Sonne über dem neuen Stadion aufgeht, dauert es ja noch ein bisschen. Jetzt folgt erst einmal das Vergabeverfahren an den Generalübernehmer für Teilprojekt 1. Das ist das Stadion selbst. Der Rest werde dann „gewerkeweise vergeben“. Die erste Vergabe soll noch vor der nächsten Sommerpause des Stadtrats abgeschlossen sein, also in etwa bis Juli 2013. Dann sei es realistisch, 2014 den Grundstein zu legen. Bei einer kalkulierten Bauzeit von rund 15 Monaten sei man schließlich beim avisierten Zeitpunkt im Herbst 2015. Alle anderen Zeitpunkte, die bisher durch die Gegend geisterten, seien „reine Spekulation“ gewesen. Eine kleine Watsch’n an die SPD, die – im Vorfeld des St.-Pauli-Spiels etwas stark von Fan-Gefühlen beflügelt – Ende September auf einer Postkarte den Spatenstich des Stadions für Herbst 2013 propagiert hatte.

Die Sozis haben sich verspekuliert: Baubeginn soll erst im Frühjahr 2013 sein, ein halbes Jahr nach dem auf der Postkarte angekündigten Zeitpunkt. (Quelle: Büro Joachim Wolbergs)

Eine Idee zur Gestaltung der Hülle gibt es bislang noch nicht. Das soll Teil der Vergabe sein, was letztlich auch den Kreis der Unternehmen einschränkt, die als Generalübernehmer in Frage kommen: Wer sich um das Stadion bewirbt, darf kein reiner Bauunternehmer sein, sondern muss ein „wirtschaftliches, ökologisches und gestalterisch befriedigendes Konzept“ vorlegen können. Momentan sind fünf Namen im Gespräch, der Stadtplanungsausschuss wird sich demnächst mit der Auswahl beschäftigen.

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Kommentare (55)

  • Lothgaßler

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    Der „bleibende“ Wert dieses Stadions liegt einzig in seinen Parkflächen!

  • Ein Weichser Bürger

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    Hallo,
    super, daß das Stadion kommt, ein bißchen spät aber es kommt. Ich habe noch die Aktion der SPD im Kopf mit 2013 und so. Da ist halt alles heiße Luft wie beim Winterdienst.
    Solche Planungen benötigen halt ein bißchen mehr wie freundlich in die Kamera zu schauen an diversen Geburtstagen.

  • Student

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    Ohgottohgott… für was für einen Rotz die Stadt Geld hat…

    Dass dieses schon von den alten Römern – damals in Form des Circus Maximus – genutzte Instrument der Volksverdummung (oder -ablenkung) auch heute noch – wenn auch leicht abgewandelt – so erfolgreich eingesetzt wird, finde ich erschütternd.

  • Oje...

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    Toll, ein millionenteures Luxuspalastgeschenk für einen zukünftigen Drittligisten mit miserabler Finanzplanung! Das nenne ich nachhaltig, meine lieben Stadträte…

  • Keyser Söze

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    Das ist kein Geschenk an den Jahn. Irgendwo müssen die ja spielen, egal in welcher Liga. Und derzeit spielen sie in einem sanierungsbedürftigen Stadion auf einer Fläche, nach der bereits seit langem die einschlägigen Immobilienentwickler lechzen. Das ist ein Filetstück in der Innenstadt und bietet sich an für weiteren teuren Wohnraum. Dass das Geld anderswo besser angelegt wäre, ist wie bei jedem anderem umgedrehten Cent nicht zu bestreiten, aber unsinnig. Damit kann ich ich genauso auch die letzte Leberkässemmel eines der Fußball-Basher in Frage stellen. Wenn ihr also Eure Wutbürger-Wut rauslässt, dann bitte nicht gegen den Jahn oder den Fußball an sich, sondern besser über die verfilzte Verbindung der Stadt mit den Immobilienfritzen, die sich auch schon bei vielen anderen Objekten, wie Ostermeier-Areal, Schlachthof, etc. als unselig für den Bürger erwiesen hat.

  • iggy

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    Wenn Regensburg dies „gut“ hinbekommt, dann ist das eine wirklich klasse Sache, wird die Stadt insgesamt attraktiver machen und war schon lange ueberfaellig.

    Ich drueck die Daumen!

  • Ejo...

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    Juhu!!! Ich freu mich so!!! Bei der Eröffnung lade ich auch die frustrierte Oje… ein!

  • Oje...

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    „Frustrierte Wutbürger“ – das innovative Neusprechwort für engagierte Mitmenschen, die Entscheidungen ihrer gewählten Vertreter auch mal hinterfragen.
    Danke, meine liebe KeyserSöze, das ehrt mich jetzt eher als dass es mich ärgern würde (was es ja soll, nicht wahr?).

  • Filz schafft Werke

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    @ Keyser Söze 20.11.2012, 08:30h
    Und wie ist das mit der verfilzten Verbindung der Stadt mit den Jahn-Fritzen?

  • NannyOgg07

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    Das wird ein reines Fußballstadion, oder?
    Nur kurz gefragt, wieso wird das Fußballstadion nicht um die Leichtathletik- Option erweitert?
    War dafür kein Platz oder nur keine Lobby?

    Und wird das nur vom Jahn genutzt?

  • Oje...

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    Kommentar NannyOgg07, 11:42 Uhr:
    „Das wird ein reines Fußballstadion, oder? Nur kurz gefragt, wieso wird das Fußballstadion nicht um die Leichtathletik- Option erweitert? War dafür kein Platz oder nur keine Lobby? Und wird das nur vom Jahn genutzt?“

    DAS nenne ich jetzt mal einen konstruktiven Beitrag! Danke! Ich wundere mich ja schon lange, wieso die fußballbegeisterten Sesselpupser Millionen hinterhergeschmissen kriegen, und kein einziger echter Regensburger Sportler sich darüber aufregt… bei einem Leichtathletik-tauglichen Mehrfachstadion, in dem Normalbürger auch Sport trieben kann, sähe die Sache nämlich gleich ganz anders aus.

  • Ejo...

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    Für die wenigen, die sich für Leichtathletik interessieren, reicht die Anlage am Weinweg völlig aus, da können sie ihre Runden laufen, in den Sand hüpfen und ihre Kugeln stoßen. Für die wenigen ein Fußballstadion zu verschandeln (mal abgesehen von den Mehrkosten) wäre der absolut falsche Weg.

  • Luchs

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    Leichtathletikoption ist super! Die Vielzahl der leichtathletikversessenen Regensburger Breitensportler lechzt geradezu nach Möglichkeiten, endlich ihrer Hammerwurf- , 110m Hürden- und Stabhochsprungleidenschaft nachgehen zu können. Nun sind sie schon wieder außen vor. Nur weil in einem reinen Fußballstadion die Atmosphäre angeblich besser ist. Schlimm ist sowas!

  • frage

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    @Oje

    naja, so ganz konstruktiv ist der beitrag nicht. wurde schon erörtert, dass es ein reines fussballstadion sein wird (mit option für z.b. konzerte). es werden dort auch (so die planung bzw. was bisher auch an diskussionsbeiträgen hier auf rd bekannt gemacht wurde) länderspiele der junioren sowie der damen ausgetragen.

    regensburg hat bereits möglichkeiten für die leichtathletik (sportstätte am weinweg sowie uni-stadion). die nachfrage der besucher bei einer veranstaltung übersteigt aber selten die der athleten.

    ich finde es nur nicht gut, dass man dem jahn den abstieg wünscht. ich finde es eigentlich grundsätzlich nicht gut, dass man jemand etwas schlechtes wünscht, nur damit man selbst in seiner meinung bestätigt wird. aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

    fakt ist derzeit ein zuschauerschnitt von 7.692 bei jahn spielen in der 2ten liga. und das waren bis jetzt nicht nur topspiele und man kann auch nicht unbedingt nur von erfolgsfans sprechen, da die erfolge überschaubar sind. auch wenn diese leute in ihren augen nur „sesselpubser“ sind, sie bringen geld ins haus. bislang kostendeckend.

  • Oje...

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    @Frage:

    „es werden dort auch länderspiele der junioren sowie der damen ausgetragen.“

    Aha. Wie oft wird das denn der Fall sein? Einmal pro Jahr oder noch seltener?

    „die nachfrage der besucher bei einer (Leichtathletik)veranstaltung übersteigt aber selten die der athleten.“

    Guter Aspekt: die Zuschauerzahlen! – Schauen wir doch gleich mal ins (alte) Jahnstadion. Dort betrug die durchschnittliche Zuschauerzahl bei einem Heimspiel 2011/2012 (in der 3.Liga) ca. 3400.

    Die Zuschauerzahlen der aktuellen Saison (2. Bundesliga):
    12.08.12 gg. Duisburg 7818
    02.09.12 gg. Bochum 5912
    22.09.12 gg. Cottbus 5500
    28.09.12 gg. St. Pauli 12183
    20.10.12 gg. Köln 11465
    02.11.12 gg. Paderborn 5410
    18.11.12 gg. Union Berlin 5553

    Die Kapazität (des aktuellen Stadions) beträgt 12.500. Also war es bisher kein einziges Mal ausverkauft; normalerweise bleiben gar 2 von vier Sitzen leer. Noch Fragen?

    „ich finde es nur nicht gut, dass man dem jahn den abstieg wünscht.“

    Ich wünsche dies dem Jahn ganz bestimmt nicht. Nur ist es halt nicht so unwahrscheinlich, dass genau dies passieren wird – werfen Sie doch mal einen Blick auf die Tabelle (Vorletzter mit 10 von 42 möglichen Punkten…!)

    Doch selbst wenn der Jahn in der 2. Liga bleibt: ist es sinnvoll, mit Steuermitteln für einen Profiverein ein überdimensioniertes Stadion zu bauen, wenn selbst jetzt das bestehende Stadion regelmäßig halb leer bleibt? Diese entscheidende Frage haben uns unsere lieben Stadträte ja bereits beantwortet…

  • Verschwender

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    Die halbe Stadt ist mit roter Farbe verschmiert (SSV, Ultras) zum Dank bekommen die Chaoten auch noch 50 Mill. vom Steuerzahler , Gas- und Stromkunden hinterhergeschmissen. Danke CSU,SPD,FW,Grüne, usw.

  • Filz schafft Werke

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    @ Oje 20.11.2012, 13:36h
    Dank für Ihr Zahlenwerk; selbst wenn es vom Jahn-Filz unwidersprochen bleiben sollte, ist es grundfalsch festzustellen „das bestehende Stadion bleibt regelmäßig halb leer“.
    Das ist die falsche Perspektive, denn das Stadion ist ausweislich Ihrer Zahlen regelmäßig halb voll!

  • Ejo...

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    @Oje…

    anscheinend haben Sie es nicht begriffen. Die Zuschauerzahlen des Jahn gegenwärtig sind absolut positiv!
    Wer weiß sind in der Rückrunde die Zuschauerzahlen immer besser, das ist in jeder C-Klasse so bis durch in die 1. Liga!
    Bei neuem Stadion sind die Zuschauerzahlen auch nochmals um ca. 20% höher.
    Also nicht immer alles schlecht reden sondern auf die Frage antworten:

    Warum soll das neu geplante Fußballstadion verschandelt werden für ein paar Leichtathleten??? Bei Leichtathletikveranstaltungen am Weinweg ist nicht mal die 250 Personentribüne voll????
    Für diese paar Hanseln ist selbst das Unigelände zu schade!

  • Jochen Schweizer

    |

    Die Zuschauerzahlen der aktuellen Saison (2. Bundesliga):
    12.08.12 gg. Duisburg 7818
    02.09.12 gg. Bochum 5912
    22.09.12 gg. Cottbus 5500
    28.09.12 gg. St. Pauli 12183
    20.10.12 gg. Köln 11465
    02.11.12 gg. Paderborn 5410
    18.11.12 gg. Union Berlin 5553
    Diese Zahlen sagen alles! Wo sollen die 5000-7000 zusätzlichen Zuschauer herkommen? Aus dem Umland?

    Geldverschendung in unfassbarer Größe, mehr kann man hierzu nicht sagen!

  • Filz schafft Werke

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    @Jochen Schweizer 20.11.2012, 14:40h
    Zahlen, Zahlen, immer nur Zahlen, nichts als schnöde Zahlen …
    Der Blick fürs Ganze fehlt, Mut, Entschlossenheit zum Neuen, zum Großen, Schaidingersche Weitsicht, Hartlsche Adaptanz, Wolbergsche Koalitionstreue, Schleglsches Auch-dabei-sein, Maierhofersche Weitsicht und dergleichen mehr, das braucht’s, aber keine Zahlen. Vor allem keine Zahlen mit vielen Nullen, die verstören nur und verstellen den Blick aufs Ganze, aufs Machbare.
    Die Nullen zum Zahlenmachen, die haben wir schon in irgendeinem kommunalen Gremium, oder so.

    Und falls es dann doch mal ans Zahlen gehen sollte (Schaidingers worst-case), ja dann, dann gibt’s die REWAG und deren Kunden: das Geld zum Zahlen der Zahlen ist da.

  • iggy

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    Kleingeister – ist doch nur Geld!
    Dieses schnell auszugeben und in zukünftige Infrastruktur zu investieren ist in der gegenwaertigen Situation in Europa nicht ganz doof.

    „Das schöne Gefühl, Geld zu haben, ist nicht so intensiv, wie das Scheißgefühl, kein Geld zu haben.“ (Herbert Achternbusch)

  • Oje...

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    Lieber Iggy, Ihr Beitrag ist jetzt aber schon als Satire gedacht, nicht wahr?!

  • dugout

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    @ Ejo:

    “ Bei Leichtathletikveranstaltungen am Weinweg ist nicht mal die 250 Personentribüne voll????
    Für diese paar Hanseln ist selbst das Unigelände zu schade!“

    Blöd nur das hald zu gerne als Argument für ein neues (Fußball)Stadion herhalten muß:“ mit einem neuen Stadion kämen auch mehr Leute“

    Sie selber machen es ja auch drei Zeilen darüber:

    „Bei neuem Stadion sind die Zuschauerzahlen auch nochmals um ca. 20% höher.“

    Ein Stadion mit Leichtathletikanlage ist nicht mehr Zeitgemäß und wird wohl nicht mehr gebaut. Selbst das Stadion einer der erfolgreichsten Leichtathletikveranstaltungen überhaupt, das Stuttgarter Gottlieb-Daimler- Stadion wurde zum reinen Fußballstadion umgebaut. Meines Wissens sogar mit Steuermitteln.

    An anderer Stelle gab es schon eine Diskusion um „ein paar Hanseln“ die eine Randsportart ausüben und um die man sich auch deshalb nicht sonderlich kümmern braucht.
    Das ist eine sehr arrogante Argumentation.

    Mal über den Regensburger Tellerrand geschaut sind die Jahnfans die das Stadion besuchen aber auch nur „ein paar
    Hanseln“
    Natürlich braucht es ein neues Stadion allein schon weil man im jetzigen in absehbarer Zeit keinen Profifußball mehr spielen darf!
    Und nicht weil das Alte aus allen Nähten platzt.

    Aussagen wie: “ Für diese paar Hanseln ist selbst das Unigelände zu schade! “
    klingen aus dem Munde, ich unterstelle jetzt mal, eines Fußballanhängers in Regensburg immer noch relativ selbstüberschätzt. Aber das ist ja nichts neues: Ein paar Hanseln die Baseball schaun da, ein paar Hanseln die Leichtathletik schaun dort, ein paar Hanseln die Marathon laufen…… usw.
    Nur der Jahn strahlt über der Stadt.

  • grace

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    das wird das erste stadion, das für einen c-klasse verein gebaut wird.
    eine verschwendung!

  • dugout

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    @ Luchs :

    “ Die Vielzahl der leichtathletikversessenen Regensburger Breitensportler lechzt geradezu nach Möglichkeiten, endlich ihrer Hammerwurf- , 110m Hürden- und Stabhochsprungleidenschaft nachgehen zu können. “

    Da haben wir wohl was falsch vestanden :) Das ist nicht zum selber laufen das neue Stadion.
    Sondern um DEN SPORTLERN bei der Arbeit zu zu schauen. Und da gibt es in Regensburg mit der LG Regensburg einen Verein der ganz oben mitspielt in Deutschland.

  • iggy

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    @oje
    Satire? Ein kleinwenig eventuell aber schauen Sie doch mal welche Forderungen aktuell bereits an BUND, Land und Kommunen herangetragen werden.

    Die aufgetürmten existierenden Schulden können nur auf zweierlei Weise beglichen werden – Verzicht des Gläubigers oder Tilgung duch Schuldner. Beides bedeutet angesichts der Summe dieser Schulden: Kollaps.

    Und jetzt nochmal ganz im Ernst:
    Solange es aktuell noch „wertvolles“ Geld existiert ist es nicht die schlechteste Idee dieses in zukünftige Infrastruktur zu investieren. Besser ein Fussballstadion fuer den SSV als weitere Transferleistungen ins Nirgendwo.

    Zugegeben. Es gibt gewiss sinnvollere Infrastrukturvorhaben. Aber ein Stadion fuer den SSV find ich als Fan und Regensburger trotzdem toll. Meine Meinung. Im Ernst.

  • Bernd Lauert

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    Ich persönlich fange wieder an zu glauben wenn es heisst: Bezahlbare Wohnungen können 2013 bezogen werden.
    Nun wird also für eine Randgruppe viel Geld aus dem Stadthaushalt ausgegeben um Panem et Circensis zelebrieren zu können.
    Wo sind die Sponsoren der litfasssäulen-artig beklebten“Sportler“ der börsennotierten Unternehmen „Sportverein“?
    Meiner Meinung nach ist Sport ein Privatvergnügen was staatlich gefördert werden kann, aber nicht muss. Hier wäre die Privatwirtschaft gefragt das Stadion zu finanzieren und zu bauen. Ich als Musiker würtde auch gerne einen Proberaum günstig bekommen….aber das ist ja kein Breitensport und viel Steuergelder für die Bewachung meiner Fans brauche ich auch nicht.
    Also, soll doch $Firma das Stadion bauen, was geht mich als Steuerzahler das an? O.g Steuern bezahle ich schon genug um die „Fans“ zu bändigen und mein Auto(Arbeitsgerät übrigens) unbeschadet bleibt.

  • MojoRisin

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    Musik machen ist auch ein Privatvergnügen und wenn ich mir nach den Festivals (und ich rede nicht von den Großen) die Plätze anschue wo gecampt wurde, wie verschissen, vermüllt usw. sind, dann denke ich mir auch und bezahlen muss es der Steuerzahler und nicht der Veranstalter (rede von den Plätzen, die nicht auf verantstaltungsgelände sind)…

    So gesehen, Herr Lauert, wird man immer einen finden, der gegen eine Entscheidung ist…
    … stellen Sie sich mal vor es wird ein Proberaum finanziert, und dann regen sich die Leute (die in der Umgebung wohnen) auf, weil sie ständig sich diese falschen Töne anhören müssen, und das ganze auch noch finanziert von „ihren“ Steuergeldern….

  • Oje...

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    Andere sind nicht so schlau:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/alemannia-aachen-steht-kurz-vor-der-insolvenz-a-864019.html

    Zitat daraus:

    „Alemannia Aachen kämpft um die Existenz. Die Stadt hatte dem Verein im Frühjahr ein Darlehen von knapp 19 Millionen Euro gewährt. Gründe für die Finanzmisere sind angeblich Probleme mit der Stadionfinanzierung und ein teurer Spielerkader. Bereits 2010 stand die Alemannia vor der Insolvenz und konnte nur durch eine Bürgschaft der Stadt gerettet werden. Aachen war in der Saison 2006/2007 aus der Bundesliga und in der vergangenen Spielzeit aus der Zweiten Liga abgestiegen. In der Dritten Liga steht der Club derzeit auf Rang 14.“

    Scheint, als ob die Aachener auch nicht klüger sind als die Regensburger – oder besser: genauso dumm.

  • MojoRisin

    |

    @Jahnsinn& Oje…

    Das ist nur die halbe Wahrheit

    Der Ronhof oder besser bekannt als das Playmobilstadion wird seit 1997 permanent saniert und umgebaut, letztmalig 2007 mit dem Abriss der Haupttribüne und Neubau. Es wäre also völliger Quatsch nach Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in den letzten 15 Jahren nun ein neues Stadion am Stadtrand von Fürth zu bauen…
    Man könnte auch in Betracht ziehen, das Jahnstadion zu sanieren, aber ob dies günstiger kommt ist die Frage, und dann haben wir den Fußball und deren Anhänger in der Stadt, jeden zweiten Samstag…

  • Oje...

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    Lieber Mojorisin,
    von mir aus können die zwanzig Stadien bauen, solange Gesetze, Anwohner und Bebauungspläne das hergeben – aber doch bitte nicht durch den Steuerzahler finanziert! Darum geht’s doch: Ob es sinnvoll ist, den Schuldenberg durch Wahlkampgeschenke („Brot & Spiele“) zu erhöhen – oder ob man das nicht vorhandene (da geliehene) Geld lieber für was anderes ausgibt.

    Für echten Sport zum Beispiel (Breitensport, Nachwuchsförderung, weitere Sportarten neben Fußball, etc.). Warum man hochbezahlte Profifußballer und deren Bewunderer auch noch mit Geld unterstützen muss, erschließt sich sehr vielen in Regensburg nicht.

  • Keyser Söze

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    Das ist eben das Los eines Steuerzahlers, dass man auch Infrastrukturmaßnahmen mitzahlen muss, von denen man selber nicht profitiert oder profitieren will. Das gilt für den Konfessionslosen, der die Kirchen stopft, den Kinderlosen, der für Kindergärten, Schulen und Bildungsfernhalteprämien blecht, der Fußgänger, der Autobahnen finanziert, den Nichtschwimmer, dessen Geld in Schwimmhallen fließt und eben auch für den Fußballuninteressierten, dessen schwer verdientes Geld in Fußballstadien verballert wird.
    Es ist ja auch nicht so, dass hier die Stadt einfach so irgendeinem Verein ein Geschenk über viele Millionen Euro macht. In vielen anderen vergleichbaren Städten, in denen Sport auf ähnlichem Niveau getrieben und gezeigt wird, leistet man es sich auch, die dafür notwendigen Sportstätten vorzuhalten. Das gilt nicht nur für so einen „Prolo-Randsport“ wie Fußball, sondern genauso auch für Eishockey, Basketball, Skisport und so weiter. Und genau das ist auch jetzt schon in Regensburg der Fall. Das aktuelle Jahnstadion gehört der Stadt. Die wiederum hat „besseres“ mit dem Standort vor und muss sich nun eben auch bemühen, vergleichbares anzubieten. Natürlich wäre es schön, wenn sich so ein Stadion durch Mieten für Sport und andere Veranstaltungen selber tragen würde, aber da unterscheidet sich ein Fußballstadion nicht von vieler anderer Infratsruktur, deren Existenz deutlich weniger angezweifelt wird.
    Also haltet mal den Ball flach und akzeptiert, dass auch mal Geld für Sachen verschwendet wird, die Euch nicht direkt zu Gute kommen. Wegen mir bräuchte es auch kein neues Stadion, ins alte kann ich wenigstens zu Fuß gehen die paar Mal, die ich den Jahn anschaue, aber trotzdem verzichte ich darauf, anderen deswegen alles madig zu machen.

  • Oje...

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    Und was willst Du damit sagen? Dass abweichende Meinungen zu haben und diese auch noch zu äußern total doof und altmodisch ist? Ok, ist angekommen.

  • Keyser Söze

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    Abweichende Meinungen dürfen und sollen auch gerne geäußert werden. Davon lebt unsere Pluralität. Aber sie sollten dann auch gerne mit Argumenten unterfüttert sein und nicht nur einfach eine plumpe Ablehnung darstellen. „Alles Scheiße außer meins“ bringt keinen weiter.

  • Oje...

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    Wer die bisherigen Beiträge, hier und unter thematisch ähnlichen Artikeln, gelesen hat, der sollte ausreichend triftige Argumente gelesen haben. Allerdings, es stimmt schon, Ironie und deren Verständnis ist nicht die Stärke des Bundesdeutschen…

    Dass die Diskussion zumeist auf die beiden Pole
    „Wir wollen (Fußball-)Spaß, koste es, was es wolle!“ auf der einen Seite beziehungsweise
    „Wir wollen Euren Spaß aber nicht mit unserem Geld bezahlen!“
    hinausläuft, liegt in der Natur der Dinge. Es gibt halt nur die beiden genannten Alternativen, denn ein halbes Stadion kann man eben leider schlecht bauen.

  • Lothgaßler

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    Das Stadion wird dafür gebaut, dass hochklassiger Ligafußball hier in Regensburg gespielt werden kann.
    Genau ab hier darf in Frage gestellt werden, ob es sich um eine Infrastrukturmaßnahme handelt, die von der Öffentlichkeit bezahlt werden muss.

    Warum: Die Deutsche Fußball Liga DFL organisiert und vermarktet 1. und 2. Bundesliga. Im Grunde gehört auch die 3. Liga dazu, denn ohne Auf- und Abstieg funktioniert der Zirkus nicht.
    Die DFL bestimmt die Lizenzvorgaben und damit auch die Ausstattung der Stadien.
    Es wäre die ureigenste Aufgabe der DFL ihre Spielstätten aus den üppigen Einnahmen zu finanzieren. Gleiches gilt für die Verteilung der Einnahmen auf die Vereine.
    Hier gibts ein Verteilungsproblem, eine Verteilungsungerechtigkeit, und dafür wird immer wieder die öffentliche Hand in die Pflicht genommen.

    Die DFL feiert dieses schmarotzerische System mit folgenden Worten:
    „Das Lizenzierungssystem gilt als eines der strengsten und als vorbildlich in Europa. Anhand sportlicher, rechtlicher, personeller, administrativer, infrastruktureller, sicherheitstechnischer, medientechnischer und insbesondere finanzieller Kriterien überprüft die DFL die Voraussetzungen der Clubs für die Teilnahme am Spielbetrieb. Vor allem diesem strikten Verfahren ist es zu verdanken, dass in der 46-jährigen Geschichte der Bundesliga noch kein Club während der laufenden Saison Insolvenz anmelden musste.“
    http://www.bundesliga.de/de/dfl/profil/35442.php

    Klar, weil der Spielbetrieb im Zweifel von der öffentlichen Hand finanziert wird.

    Mehr muss dazu nicht mehr geschrieben werden!

  • frage

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    @Lothgaßler

    man kann es sich natürlich immer drehen und wenden wie man will. aber man sollte schon auch immer auf fakten (auch wenn sie einem nicht in den kram passen) achten. der profi-fussball gibt der gesellschaft schon auch einiges zurück.

    http://www.sport1.de/de/fussball/newspage_224446.html

    warum sollte regensburg nicht davon profitieren, wenn es in dieser stadt einen bundesligisten gibt (ja, sogar 3.te liga, das haben sie richtig erkannt, ist auch bundesliga)? ich vermute mal, dieses portal hier wäre doch eines der ersten, die der stadt vorwerfen würden, hier eine einnahmequelle ungenutzt zu lassen…

  • Oje...

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    Aha, eine McKinsey-Studie, die vom Fußballbund in Auftrag gegeben wurde, hat als Ergebnis, dass der Fußballbund gaaaanz toll ist. Ein Schelm, wer da Böses denkt…

  • frage

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    @Oje…

    nur als info: mckinsey beruft sich in der studie auf die überall nachlesbaren bilanzen der vereine und die gemeldeten steuereinnahmen des finanzamts. da hätts mckinsey nicht dazu gebraucht um das rauszufinden :D

    die studie an sich, befasst sich eher nicht mit zahlen bzw. gezahlten steuern, sondern mit der sozialen verantwortung und auswirkungen des profifussballs und was man noch besser machen kann.

  • Oje...

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    Häh? Und was wollen Sie uns damit sagen? Dass es edel und gut ist, wenn ein Profifußballverein selbstverständlich auch Steuern zahlt (und dies von McKinsey „herausgefunden“ und sodann als teure Studie verkauft wird)? Ja, was denn eigentlich?

  • Oje...

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    „die studie an sich, befasst sich eher nicht mit zahlen bzw. gezahlten steuern, sondern mit der sozialen verantwortung und auswirkungen des profifussballs und was man noch besser machen kann.“

    – Na, da würde mir schon allerhand einfallen, wie die Profivereine ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden könnten – indem sie zum Beispiel als Allererstes für die millionenteuren Polizeieinsätze aufkommen, die jedes Wochenende in 18 deutschen Städten nötig sind… und dann für die millionenteuren Schäden in dutzenden von Bahnwaggons, in den Fußgängerzonen der betreffenden Innenstädte und so weiter, die jedes Wochenende von sogenannten Fans verursacht werden.

    Aber davor drücken sich die sauberen Vereine ja hübsch. „Soziale Verantwortung“ – was für ein Bullshit. „Soziales Feigenblättchen“ wäre der passendere Ausdruck.

  • FJS

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    Oje…

    Zeigen Sie mir doch mal die Schäden, die die Stadt Regensburg bisher hatte, seit der Jahn in der zweiten Liga ist…
    Oje…, seien Sie nicht so schwer von Begriff (ich denke nicht dass Sie dumm sind, sondern nur dumm tun…)!
    Unterm Strich ist volkswirtschaftlich der Profifußball ein lohnendes Geschäft für den Staatshaushalt!

  • Oje...

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    Oh, mein lieber FJS, da reicht es, wenn Sie mit offenen Augen durch die Stadt gehen und sich das allgegenwärtige Geschmier der Jahn-Fans angucken… wie schrieb nochmal ein anderer Teilnehmer dieses Forums: „Die halbe Stadt ist mit roter Farbe verschmiert, und zum Dank bekommen die Chaoten auch noch 50 Mill. vom Steuerzahler , Gas- und Stromkunden hinterhergeschmissen.“

    Ersteres ist natürlich das kleinere Übel, zweiteres das Problem.

    Ihre volkswirtschaftliche Expertise würde mich übrigens interessieren, werter FJS… wenn Sie schon behaupten, dass sich der Profifußballbetrieb für die Allgemeinheit rechnen würde, dann sollten Sie das schon auch belegen. Also: Was bringt mir ganz persönlich in finanzieller Hinsicht die Zweite Fußballbundesliga?

  • FJS

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    Oje…

    sind die Schmierereien wirklich ihr Ernst?????? Was sagen Sie denn dann zu den ganzen Tenessy-Schmierereien??? Ist das in Ordnung, weil hier ja nur auf den „Unrecht- und Polizeistaat“ bayern hingewiesen wird???

    Sie machen sich lächerlich, also bitte nochmal, welchen Schaden nehmen Sie? Ich als Einzelhändler in der Stadt habe nur zusätzlich ein paar Kunden jeden zweiten Samstag mehr und freue mich darüber, ganz persönlich!!!

    Was Sie ganz persönlich für einen finanziellen Vorteil haben, weiß ich nicht, aber was haben Sie persönlich denn für einen finanziellen Nachteil???

  • Oje...

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    „sind die Schmierereien wirklich ihr Ernst??????“

    Wer lesen kann, der lese („Ersteres ist natürlich das kleinere Übel…“). Daher die Antwort an Sie: Nein.

    „was haben Sie persönlich denn für einen finanziellen Nachteil???“

    Also das wurde jetzt wirklich schon so oft thematisiert… von mir und dutzenden anderen – die Energieverschwendung, jetzt auch noch Sie darüber aufzuklären, das erspare ich mir jetzt. Vielleicht lesen Sie nächstes Mal einfach mal vorher die hier stehenden 45 Kommentare…

  • FJS

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    Das ist so billig und populistisch und und nicht belegbar und somit unseriös, zu behaupten, dass dadurch der REWAgkunde mehr für den Strom zahlen muss…
    … ich bin schon seit drei Jahren kein REWAG-Kunde mehr, also Oje…, wenn Sie glauben, Sie müssen mehr an die REWAG zahlen, dann wechseln Sie!
    Ich frage nochmal: Wo ist Ihr finanzieller Nachteil???

    Keine Antwort? => Ist auch eine Antwort!

  • Oje...

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    Der finanzielle Nachteil von mir, Ihnen und von weiteren 137.000 Regensburger Bürgern sind geschätzte 50 Millionen Euro Baukosten (nach oben offen) aus der öffentlichen Kasse, mindestens weitere 1-2 Millionen Euro jährlich (nach oben offen) für den nicht profitablen Unterhalt sowie bisher nicht bezifferbare weitere Kosten für den Schuldendienst.

    (mal sehen, wann der Nächste tönt „Jetzt spuck’s schon aus: Wieso ist das neue Stadion nicht supertoll??!!“) – ich tippe: spätestens Donnerstag vormittag…)

    Damit ist meine nach oben nicht offene Toleranzskala für (Vorsicht: Polemik) Begriffsgenies wie Sie (Ende Polemik) für heute nacht am Anschlag. Im besten Sinne: gute Nacht, Regensburg!

  • Eleonore

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    Bei Fußball scheiden sich die Geister – und leider hört bei vielen Menschen – insbesondere Männern – die Fähigkeit zu differenzieren auf, wenn die „magische Kugel“ ins Spiel kommt.
    Eleonore

  • frage

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    @Eleonore

    „leider hört bei vielen Menschen – insbesondere Männern – die Fähigkeit zu differenzieren auf, wenn die “magische Kugel” ins Spiel kommt“

    das würde erklären, warum frauen nie gegen einkaufszentren sind… könnte ja ein neuer schuhladen eröffnen…

    sorry, dass konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. die diskussion hier ist irgendwie komisch bis dämlich. ich persönlich gehe nicht freiwillig ins jahnstadion und falls es doch einmal passieren sollte, bin ich kein jahn fan.

    dennoch respektiere ich aber den verein und das bemühen der stadt um einen anderen standort. ich finde es gut, dass das stadion nicht mehr in der innenstadt ist. zum einen (und da greife ich mal Oje´s behauptung auf) ist es mit freier peripherie wesentlich einfacher, störer oder randalierer zu erwischen, als in der stadt. auch ist das verkehrsaufkommen ausserhalb besser zu steuern.

    das die belastung für die bürger so extrem hoch sein soll, erschliesst sich mir auch nicht. es wird ein filetgrundstück in regensburg frei, dass mit sicherheit gut verkauft wird.

    auch hinken die vergleiche mit aachen die Oje angeführt hat. der verein hat sich hier übernommen, nicht die stadt.

    mir kommt die ganze diskussion hier vor, wie die argumentation in donaustauf gegen die asylbewerber: man hat angst dass sich etwas verändert und dass man selbst deswegen nachteile hat.

    es wird einen persönlich nicht betreffen wenn ein stadion gebaut wird. das argument mit der rewag wurde auch schon erläutert. dann wechselt man halt einfach den anbieter.

    warum wird hier so gegeifert?

  • Oje...

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    Wird hier gegeifert? Eigentlich nicht.

    Aber zur Sache: Sie wollen doch wohl nicht im Ernst vermitteln, dass der anvisierte Stadionneubau, der xx Millionen kostet, dem Bürger auch noch finanzielle Vorteile bringen wird? Hört sich ein bisschen so an, wenn ich mir durchlese, was Sie so schrieben – aber nein, DAS können Sie wirklich nicht glauben.

    Oder doch?

  • frage

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    @Oje…

    sachlichkeit ist immer gut. ich behaupte nicht, dass der stadionbau bürgern einen finanziellen vorteil bringt. dann müsste ich das ja beweisen, kann ich nicht. ich kann aber auch nicht beweisen, dass es jemandem einen finanziellen nachteil bringt. diese behauptung müssten sie beweisen. geht aber auch nicht, weil noch keine zahlen verfügbar sind. daher ist das hier eigentlich eine sinnlose diskussion die nur emotional von befürwortern oder gegnern (ich zähle mich im übrigen zu keiner der parteien) geführt wird.

    emotionalität ist schon gut, nur was bringts? dann müsste man sich permanent über etwas aufregen, dessen sinn man nicht sofort begreift. sei es kultur, freizeit (z.b. westbad) etc. . es wurde auch immer behauptet, man braucht kein neues eisstadion. dann kam die donau arena. und wenn man sich die zahlen ansieht, war es keine dumme entscheidung diese zu bauen.

    es wird für jeden etwas gebaut in regensburg. ich finde, nur weil man etwas persönlich nicht für gut hält, dass man das den anderen nicht madig machen muss, die sich dafür interessieren und die es auch nutzen.

    wenn es sachliche argumente mit gesicherten zahlen sind, dann kann man gerne diskutieren. worüber soll man sich aber unterhalten wenn es heisst „alle fussballfans sind randalierer“, „der jahn steigt eh wieder ab“, „wenn männer fussball hören differenzieren sie nicht mehr“, „das stadion wird 1-2 mio miese machen“ etc. ich habe keine glaskugel die mir das sagt.

    ich finde auch das gejaule wegen „unseren steuergeldern“ absolut daneben. da gäbs andere sachen wo man sich tatsächlich aufregen könnte. aber ich glaub nicht, dass sie oder jemand anderer hier in seinem leben so viele steuern bezahlen, dass man davon ein stadion bauen könnte.

    ich respektiere ja, dass einem das stadion nicht gefällt. aber dann dreh ich mich halt um und freu mich über sachen die mich betreffen. ich wette mit ihnen, dass weder sie noch ich jemals einen vor- oder nachteil wegen dem stadion haben.

  • Oje...

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    Alternative A:
    Abwarten und auf die finanzielle Kompetenz unserer Stadtführung vertrauen.

    Alternative B:
    Alles andere.

    Sie wählen A.
    Ich wähle B.

  • Oje...

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    Eine neue Finanzkatastrophe im Fußball:
    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/spanischer-fussball-der-fc-valencia-geht-unter-12033114.html

    (kurz zusammengefasst: 400 Millionen Euro Schulden. Ein Stadionneubau als Bauruine. Versinken ins sportliche Mittelmaß. Die hochverschuldete Region Valencia muss voraussichtlich Mehrheitsaktionär des hochverschuldeten FC Valencia werden, weil eine vereinseigene Stiftung die fälligen Zinsen für einen 81-Millionen-Euro-Kredit nicht aufbringen kann. Die Region Valencia hatte vor drei Jahren beim Geldinstitut Bankia, das 2012 verstaatlicht wurde, die Bürgschaft für das Darlehen übernommen, um den Klub durch eine Kapitalerhöhung vor dem Ruin zu retten.)

    Aber keine Sorge: Regensburg und dem Jahn kann sowas nicht passieren – die haben alles im Griff…

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