Stadtbau: Regensburger Besetzungsfarce steht vor dem Abschluss

neujahr-betz-schaidinger„Ich hatte (…) nie wirklich das Gefühl, dass es bei dem Verfahren um die beste Lösung für die Gesellschaft geht.“ Ein Satz, der die Farce bei der Neubesetzung des Geschäftsführerpostens bei der Stadtbau treffend beschreibt. Er stammt von dem Top-Kandidaten auf die Stelle, Heiko Leonhard. Der hatte am Wochenende „mit großer Enttäuschung und Ernüchterung“ das Handtuch geworfen und tritt andernorts eine neue Stelle an.

In einem Brief an Oberbürgermeister Hans Schaidinger und die Stadtbau-Aufsichtsräte macht Leonhard zudem deutlich, dass er auch ohne diese Alternative Regensburg einen Korb gegeben hätte. Verantwortlich dafür ist nur einer: SPD-Stadtrat Lothar Strehl. Nicht in Leonhards Brief, aber nach übereinstimmender Meinung von CSU-Fraktionschef Christian Schlegl und Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Sie ließen beide am Nachmittag Pressemitteilungen verschicken, die voll von Vorwürfen gegen Strehl sind, den Kern der Sache aber totschweigen: Hätte Hans Schaidinger nicht auf seiner Parteifreundin Petra Betz beharrt, hätte es für Leonhard bereits im Dezember 2008 eine Zusage geben können.

Der Oberbürgermeister nimmt die Absage eines Bewerbers, der seiner Ansicht nach für die Position des Geschäftsführers der Stadtbau-GmbH sehr gut geeignet gewesen wäre und insoweit auch reelle Chancen gehabt hätte, mit Bedauern zur Kenntnis. Presseerklärung des Oberbürgermeisters vom 6. April 2009

Alle Fraktionen – selbst die CSU – waren sich seinerzeit einig, dem besten Bewerber den Vorzug zu geben. Das war von Anfang an Heiko Leonhard. Das war zu keinem Zeitpunkt Petra Betz. Aber sie hatte in Hans Schaidinger einen mächtigen Fürsprecher, der sich nun – wie es aussieht – durchgesetzt hat.

Chronologie einer Besetzungsfarce:

Mitte Dezember 2008 fanden die Vorstellungsgespräche mit sechs ausgewählten Bewerbern statt. Bereits damals war klar: Es gibt einen Favoriten. Bereits damals lief – ohne Namensnennung – die Gehaltsdebatte.

„Die Stadtbau ist ein Unternehmen im sozialen Wohnungsbau. Da wird sonst über jeden Euro, der ausgegeben wird, öffentlich diskutiert“, begründete Schaidinger am 19. Dezember gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung seine Ablehnung für den Top-Bewerber. Seine Favoritin: Petra Betz. Allein an Schaidinger scheiterte seinerzeit eine Einigung.

Es musste ein Personalgutachter eingeschaltet werden. Ende Januar stand das Ergebnis fest: Der beste Bewerber bleibt auch nach Begutachtung derselbe: Heiko Leonhard. Er selbst wusste nichts von seinem Glück. Der Oberbürgermeister zog es zunächst vor, im Presseclub öffentlich darüber zu lamentieren, dass die SPD Petra Betz „politisch verhindern“ wolle. Er beharrte darauf, dass auch die ehemalige Bürgermeisterin dem Aufsichtsrat vorgeschlagen werden müsse. Es gab mehrere Termine des beschließenden Ausschusses, der die Vorauswahl treffen sollte: Die Mitglieder – Schaidinger, CSU-Stadträtin Helgit Kadlez und Lothar Strehl – erzielten keine Einigung.

Der Oberbürgermeister weist auch mit Nachdruck Vorhaltungen aus dem politischen Raum zurück, wonach die Sache nicht konstruktiv genug betrieben worden wäre. Gerade ihm sei es immer wieder ein Anliegen gewesen, die Personalangelegenheit mit einvernehmlichen Beschlüssen voran zu bringen. Presseerklärung des Oberbürgermeisters vom 6. April 2009

Am 27. Februar fand Schaidinger schließlich Zeit, Leonhard über seine aussichtsreiche Bewerbung zu informieren. Seit dem Gespräch Leonhards mit dem Personalgutachter waren zu diesem Zeitpunkt eineinhalb Monate vergangen. So lange hatte sich niemand bei ihm gemeldet. Zuvor war bereits sein Name öffentlich in den Medien diskutiert worden. Ebenso Gehaltsvorstellungen. Laut Leonhard wurden hier zudem falsche Zahlen in Umlauf gebracht. Die Interna kamen aus der CSU.

Der Oberbürgermeister gibt zu bedenken, dass die intensive, detaillierte und zum Teil auch nicht den Tatsachen entsprechende Berichterstattung in den Regensburger Medien in der Endphase des Bewerbungsverfahrens den Bewerber wohl massiv verunsichert habe. Dafür tragen die Informanten, die die Vertraulichkeit eines Personalauswahlverfahrens verletzt hätten, die Verantwortung. Presseerklärung des Oberbürgermeisters vom 6. April 2009

Anfang März kam es zu einem Treffen zwischen Schaidinger und Leonhard. Offenbar gab es dort eine informelle Zusage. Leonhard selbst spricht in seinem Brief von einem positiven Gespräch. Dann ließ Schaidinger Leonhard circa drei Wochen lang schmoren. Zwischenzeitlich drückte er durch, dass Petra Betz dem Aufsichtsrat als zweitbeste Bewerberin vorgeschlagen wird.

Am 25. März schließlich ließ er Leonhard telefonisch zu einer Aufsichtsratssitzung der Stadtbau für den 9. April einladen. Informationen zur Tagesordnung erhielt Leonhard nicht. Am 31. März wurde Leonhard darüber informiert, dass der Termin für die Sitzung sich verschoben habe. Bezeichnend: Bis heute haben die Aufsichtsräte nichts von diesen beiden angeblich terminierten Sitzungen erfahren. Mittlerweile ist es auch unerheblich: Leonhard hat hingeworfen.

Den Vorwurf „nichts getan zu haben bzw. die Sache habe schleifen lassen“ bezeichnet Schaidinger in Kenntnis der Chronologie als nachweislich nicht zutreffend. Zu Einzelheiten wird der Oberbürgermeister nicht Stellung nehmen. Presseerklärung des Oberbürgermeisters vom 6. April 2009

„Von der SPD bekommt Frau Betz im Aufsichtsrat keine Stimme“, sagt nun Fraktionschef Norbert Hartl. Auch Margit Kunc (Grüne) und Günther Riepl (Freie Wähler), die ebenfalls im Aufsichtsrat vertreten sind, lehnen es ab, jetzt ausschließlich über Betz abstimmen zu können. Das alles ist aber ohne Belang. Die CSU hat inklusive der Stimme des Oberbürgermeisters, die doppelt gewertet wird, die Mehrheit im Aufsichtsrat. Die Koalition wird die SPD an dieser Personalie nicht scheitern lassen. Lothar Strehl muss sich von der CSU sogar noch zum Sündenbock stempeln lassen. CSU-Vertreterin im Aufsichtsrat der Stadtbau: Astrid Freudenstein. Foto: ArchivCSU-Vertreter im Aufsichtsrat der Stadtbau: Erich Tahedl Foto: Stadt RegensburgCSU-Vertreterin im Aufsichtsrat der Stadtbau: Helgit Kadlez. Foto: Archiv

Schaidinger fordert nun eine „Fortführung des Ausschreibungsverfahrens“, CSU-Fraktionschef Schlegl eine zügige Entscheidung des Aufsichtsrats“. Petra Betz wird das Rennen also machen, sofern die CSU-Vertreter im Aufsichtsrat  (Erich Tahedl, Astrid Freudenstein, Helgit Kadlez) bei der Stange bleiben. Hans Schaidinger schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Die treue Parteisoldatin wird versorgt und auf dem Geschäftsführerposten bei der Stadtbau sitzt jemand, von dem er bedingungslose Loyalität erwarten darf. Angesichts mehrerer Ungereimtheiten in der Vergangenheit bei der Stadtbau mag auch letzteres ein Grund für Schaidingers Einsatzbereitschaft sein. In seiner Analyse hatte der Top-Bewerber sicher recht: Um das Beste für die Stadtbau ging es bei diesem Verfahren nicht.

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Kommentare (22)

  • Veits M.

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    Vom „Gesetz des schwarzen Filzes“ – hat es bereits rote Streifen?

    Wer A sagt, der muss auch B sagen. Die Würfel sind gefallen: OB Schaidinger wird in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrats sein doppeltes Stimmrecht – leider? endlich? – ausüben.

    Handeln und Verantwortung wird damit eindeutig zuzuordnen sein. Und das ist gut so.

    Die weiteren CSU-Mitglieder des Aufsichtsrats (Erich Tahedl, Astrid Freudenstein, Helgit Kadlez) werden in gleicher Weise Verantwortung auf sich laden: Wenn es darum geht zu entscheiden, ob Frau Betz – als Fachfremde – das fachliche Rüstzeug hat, die Stadtbau GmbH Regensburg zu führen, insbesondere den „Augias-Stall“ einer spezifischen Kontrolle zuzuführen.

    Die sich nunmehr abzeichnende Entscheidungsfindung wird dann heftig auf die Verantwortlichen zurückfallen, wenn – nicht ausschließbar – OB Schaidinger vorzeitig aus dem Amt ausscheidet und Frau Betz ohne Protektion „dasteht“.

    Was dann, meine Damen und Herren?

    Der Chef-Redakteur der SZ „sprach“ kurz nach der Landtagswahl 2008 vom „Gesetz des schwarzen Filzes“.

    Gibt es ein solches Gesetz in Regensburg und falls ja, worauf gründet es sich und wie lange wird es noch Bestand haben? Welche (un)rühmliche Rolle spielt dabei die SPD?

  • Veits M.

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    Nachtrag und Korrektur

    „Aber bis zu eben jenem 28. September herrschte Hubers CSU mit erdrückend absoluter Mehrheit. Es galt das Gesetz des schwarzen Filzes. Überall in der Gesellschaft saßen aufstiegsorientierte Menschen mit CSU-Parteibuch, vom Bayerischen Rundfunk bis zur Bayerischen Landesbank.“
    Ein Kommentar von – richtigerweise – Hans-Jürgen Jakobs
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/163/315056/text/?page=4

  • Jochen Schweizer

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    Giten Morgen H. Aigner,

    Glückwunsch zu diesem Artikel, der das ganze Kaspertheater um die Besetzung dieses Geschäftführererpostens der Stadtbau GmbH aufzeigt. Es ist schon schamlos und dreist wie hier einer Postenwirtschaft, nach alter CSU Gutsherrenart betrieben wird, unter den Augen der Regensburger Bürger. H. OB Schaidinger will nunmal seine willfährigen Gefolgsleute mit Posten versorgen, Qualifikationen spielen da keine Rolle, vielleicht stören Sie nur! Er hat ja selber auch kaum die notwendigen Qualifikation um z.B. für einen Verwaltungsratsposten bei der LB Bayern. Die Verluste in Milliardenhöhe sind nunmal da und der steuerzahlende Bürger soll für diese aufkommen, nicht etwa die Mitglieder des Vorstandes und des Verwaltungsrates die hierfür verantwortlich sind, diese kassieren weiter!

  • Mündige Bürgerin

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    Derjenige, dem in diesem ganzen Spektakel Lob und Anerkennung zusteht, ist Herr Stadtrat
    Lothar Strehl. Er gehört zu den aufrichtigsten
    und vertrauenswürdigsten Politikern, die ich
    bisher kennengelernt habe. Er fällt auch dann
    nicht um, wenn ihm durch sein Durchhaltever-
    mögen Unannehmlichkeiten entstehen. Hut ab vor
    solchen (leider seltenen) Persönlichkeiten!

  • Adalbert Singhuber

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    Laut MZ hat die SPD an das Ende der Koalition gedacht. Leider hat sie diesen Gedanken wieder verworfen.
    Lothar Strehl gebührt großes Lob. Allerdings scheint er als einziges SPD-Stadtratsmitgled eine Wiederwahl 2012 verdient zu haben, da nur er sich den Machtmanipulationen Schaidingers widersetzt. Traurige SPD! Ein wenig mehr Engagement für die Stadt und den Bürger und die damit notwenidgerweise nötige Aufkündigung der Koalition mit den schaidingertreuen CSU-Ratsherren ist leider von ihr nicht zu erwarten. Profitieren werden davon die kleinen Parteien.

  • Watson

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    Ein Augiasstall (oder auch die Ställe Augias) ist eine noch heute sprichwörtliche Bezeichnung für einen stark verdreckten Raum. Die Redewendung, „einen Augiasstall ausmisten“, ist in der politischen Rhetorik gebräuchlich. In der Regel wird sie bei der Aufdeckung von Korruption oder der Beseitigung missliebiger Zustände verwendet und bedeutet so viel wie „gründlich aufräumen“. Redensartlich ist also ein Augiasstall ein „Riesensaustall“.

    Ich frage mich inzwischen welcher Stall wohl der größere Saustall ist… es gibt offensichtlich mehrere von dieser Sorte.

  • desiderata

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    Soviel Aufregung! Es war doch eine tolle Strategie ganz nach Kohlschem Muster.
    Es gibt dochnur zwei Erklärungen, dass so kam, wie es gekommen ist. Entweder hat sich die SPD übertölpeln lassen, dann ist sie mitverantwortlich oder sie hat mitgewirkt, dann ist sie erst recht mitverantwortlich.
    Was haltet ihr davon?
    Es war von Anfang an klar, wie die Besetzung des Geschäftsführerpostens ausgeht, die Verantwortlichen der SPD-Fraktion wollten sich aber nicht als Steigbügelhalter für eine politiche Besetzung der Position outen, weil sie der partei nicht zu vermitteln gewesen wäre. Also wurde Stadtrat Strehl bestärkt im bechließenden Ausschuss gegen die vorgesehene Personalie zu votieren. Ein ernsthafter Bewerber , der uaf sich hält, konnte über kurz oder lang nur seinen Rückzug erklären und damit den Weg für die auserkorene Besetzung frei machen. Eine erneute Ausschreibung, wie sie derzeit gefordert wird, ist unrealistisch, weil sie nur ein schlechteres Ergebnis bringen kann. Wer wird sich als kompetente Persönlichkeit auf ein vergleichbares Spiel einlassen? Die Tatsache, dass die SPD nun „zähneknirschend“ böse Miene zum schauerlichen Spiel macht, bestärkt michin meiner Auffassung.
    Was mich mehr verwundert ist, dass sich niemand aus dem 50-köpfigen Stadtrat der Sache angenommen hat, annimmt. Also um des lieben Frieden willens sollte ein Schlussstrich unter die „Affäre“ gezogen werden.
    Es bleibt nur eins: Im Gedächtnis behalten und bei der nächsten Wahl entsprechend entscheiden! Vom Wahlrecht bewußt Gebrauch machen!

  • Nachdenken

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    Schaidinger steht bei der nächsten Wahl nicht mehr zur Disposition. Mit dem CSU-Kreisverband hat er auch nichts mehr am Hut.
    Man sich schon ernsthaft fragen, warum er sich so für Frau Betz einsetzt. Schaidinger ist ein berechnender Stratege, der nichts ohne seinen eigenen Vorteil unternimmt. Ist er Frau Betz noch etwas schuldig oder will er mit Ihrer Hilfe etwas vertuschen?
    Seine Erklärung, dass Frau Betz die nunmehr beste Bewerberin ist, glaubt doch sowieso keiner (Banklehre) Bei der Stadtbau sind mit Sicherheit alle Mitarbeiter besser qualifiziert und haben zumindest eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann, einige sogar eine akademische Ausbildung und besondere Sachkunde.
    Norbert St. wurde wegen einer Äußerung über ein angebliches Beziehungverhältnis der beiden an den Pranger gestellt.
    Was soll man da noch glauben!!

  • Hans-Jürgen Kosch

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    Der objektive und unentwegte Einsatz des Stadtrates Lothar Strehl (SPD)zum Wohle der Stadtbau verlangt mir hohen Respekt ab.
    Hut ab!!!!!!!

  • Manfred Krosch

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    Die CSU hat es selber in der Hand.
    Es müssen im Aufsichtsrat nicht alle CSU´ler mit einem „Ja“ für Frau Betz stimmen.

    Diese Sache riecht heute, sie riecht morgen und sie riecht auch noch in 4 Jahren.
    Ideales Thema für Biergarten, Cafe, Friseur, …
    Hallo Aufsichtsräte, ratet mal über wen die Leute reden werden ;-)))

    Den Politikern möchte man zurufen:
    Wenn schon der Ackermann jetzt auf einen Bonus verzichtet, dann könnt auch ihr mal auf einen Fleischtopf verzichten.

    Ich denke, dass die Stadtbau nicht unbedingt eine neue Geschäftsführerin/ einen Geschäftsführer braucht. Die Stadtbau braucht einfach nur einen soliden Verwalter. Betraut einen braven Beamten aus der Stadtverwaltung mit der Sache!
    Sachverstand (Immobilienwirtschaft) findet sich i.d.R. in der Stadtbau selber, und wenn nicht, dann kann man sich so etwas zur Not auch zeitweise einkaufen.

  • Christlicher und Sozialer Mitbürger

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    Wie lange kann sich die CSU diesen OB noch leisten?

    Liebe CSU Aufsichtsräte schaltet mal das Hirn ein, seid ihr selbstdenkende Menschen oder die Abnick-Kasperln dieses OB´s.

    Warum lasst ihr euch von dem so vorführen. Schaidinger ist eine lahme Ente, d.h. er hat für 2014 nix mehr zu sagen in der CSU. Rettet endlich euer eigenes Fell für die kommenden Wahlen.

    Handelt für die Bürger, für die Stadt, für euch selbst und nicht für den selbstherrlichen Oberbürgermeister.

    Warum stützt Schaidinger die von der eigenen CSU abgesägte Ex-Bürgermeisterin?

  • Veits M.

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    Was bild.de von den „Bayern“ fordert (Sie bräuchten „Eier“, um zu gewinnen), gilt das auch für den Regensburger Stadtrat?

    In der Vulgärsprache steht „tener cojones“ für „mutig sein“. Man wünscht sich das auch für den Stadtrat,um den Chef des Aufsichtsrats der Stadtbau Regensburg aus seinem – jedenfalls diesem – Dilemma zu befreien.

    Hatte er doch öffentlich bekundet, von seinem doppelten Stimmrecht im Aufsichtsrat keinen Gebrauch machen zu wollen.

    Der Stadtrat – als gewähltes Vertretungsorgan der Bürgerschaft und als alleiniger Gesellschafter der Stadtbau GmbH – hat das jederzeitige Eintrittsrecht, im Wege des Beschlusses selbst (!) über das Verfahren zur Bestellung eines neuen Geschäftsführers zu entscheiden.

    Man wird sehen, ob aus der Mitte dieses demokratischen Gremiums noch (aus Eiern zu gewinnende)Energie fließt, um der nirgends in der Gemeindeordnung enthaltenden „GROSSEN KOALITION“ Paroli zu bieten.

    Die mit den Cojones – bitte nach vorne und mutig Anträge stellen!

    Eine öffentliche – auch rechtmäßige, also eine solche, die zuerst sichtbar nach den „JA“-Stimmen fragt – Abstimmung wird den Bürgern dann schon zeigen, wer ihre Interessen vertritt und wer nicht.

    P.S:
    Kleine Übersetzunglehre: los cojones (malsante)=die Hoden; los cojones=die Eier(vulgär); tener cojones=mutig, tapfer sein (vulgär)

  • Nachdenken

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    Respekt über das standhafte und ehrenwerte Verhalten des Stadtrates Strehl. Solche Politiker findet man in der CSU nicht.
    Die CSU glaubt immer noch mit der Betonmehrheit, zumindest im Aufsichtsrat, Mehrheit mit Demokratieverständnis zu schaffen.
    Welche Vorteile stehen für die CSU bzw. dem OB dahinter, wenn Frau Betz installiert wird.
    Schaidingers Äußerungen, dass niemand den Posten aus der Verwaltung/Stadtrat erhält ist nicht wahr. Ist der OB überhaupt noch glaubwürdig?

  • Barbara Junghans

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    @ Nachdenken vom 7.April

    „Wem soll man da noch glauben?“ Sie haben völlig recht – es muß doch einen Grund geben, dass der OB so zwanghaft an Frau Betz festhält, obwohl das Gerücht geht, dass sie in ihrer eigenen Firma kein ganz so glückliches Händchen gehabt haben soll. Aber sei’s drum – dem Herrn Schaidinger gehen die ganzen Diskussionen (auch die unsere hier) doch am A… vorbei. Er wurde nochmal OB und das war ihm das Wichtigste. Pecunia non olet (lat. Geld stinkt nicht).
    Wenn man allerdings die SPD anschaut, dann können wir sicher sein, dass wir mit dem lieben Wolli auch nur vom Regen in die Traufe kommen würden. Um des Vergnügens willen, mit zu regieren, schlucket die SPD sämtliche Kröten, die ihnen der OB auftischt. Der aufrechte und emsige Lothar Strehl dagegen bleibt auf der Strecke, erfährt wenig bis gar keine Unterstützung von seinen Parteifreunden. Schade – aber offensichtlich nicht zu ändern.
    Eine Frage stellt sich mir in diesem Zusammenhang mal wieder: Verdirbt eigentlich die Politik den Charakter oder verderben die Charaktere die Politik?

  • Jochen Schweizer

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    Die SPD sollte über das Ende der Koalition nachdenken und über Ihre eigene poitische Zukunft in Regensburg, da gebe ich H. Singhuber recht. Nur krampfhaft dahrin festhalten umd H. Wollbergs einen Posten zu sichern ist der falsche Weg! Die nächsten Wahlen werden dies Belgen. H. Strehl gebührt Anerkennung für seine Haltung.

  • Veits M.

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    @ Jochen Schweizer

    Da bildet sich ein Konsens heraus.

    Nur „Frühstücksdirektoren“ bzw „Frühstücksbürgermeister“, um das kurzfristige eigene Interesse, auch der jeweiligen Partei, zu stillen scheint mir doch in eine parteipolitische Sackgasse zu führen – zum Schaden der lokalen Demokratie in dieser Stadt. – Doch um die „Herrschaft des Volkes“ müssen wir uns selber kümmern.

    Ein kleiner Anfang ist diese Website und ein Stück „Gegenöffentlichkeit“.

    Lesenswert ist auch heute der Bayernteil der SZ zum gleichen Thema.

  • Südpol

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    Wer wird mal für Schaidinger sorgen, wenn er nicht mehr als OB kann oder darf?

  • Nordpol

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    Und wer wird denn mal für Wolbergs sorgen?

  • Matthias Beth

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    Aus der Ferne betrachtet, ist das Ganze nur blamabel für den H. OB Schaidinger. Der hat der CSU Staatsregierung in den letzten 6 Jahren nur Missmut bereitet. Als Aufsichtsrat bei der LB Bayern hat er doch noch immer Sommer 2008 im BR verkündet, dass der Steuerzahler nie belastet werden wird, mit dem Ergebnis von 50 Mrd Euro Verlust, die nun der Steuerzahler zu tragen hat!
    Ein Jhar vorher hat er angeblich Rechtsradikale in seiner Partei entdeckt. Ergebnis: Parteiausschluss wegen Bildung eines subversiven Netzwerkes, welcher innerhalb von Tagen vom Gericht aufgehoben wurden in einem Eilantrag!
    Eine Stadthalle wollte er den Regensburgern bescheren. Wieder nichts, aber hohe Schulden. Seine Stadtbau musste Grundstücke von dem Sohn und Schiegersohn einer anderen dritten Bürgermeisterinkaufen: Der Schaden geht in die Mill.. Und jetzt die Frau Betz, die untergebracht werden muss.
    Verdient der Gatte sowenig?
    Was steckt dahinter? Herr OB Schaidinger braucht den unmittelbaren Einfluß auf die Immobilienbranche, denn schließlich war er ja vorher beim Bau-Doblinger! Ich wundere mich, dass der Seehofer da solange zuschaut. Das kostet doch ihm die notwendigen CSUStimmen.

  • ehemaliger Mieter

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    Der arme Herr Rieger. Der sitzt in München und kann diese Regensburger Geschichten zu erklären versuchen, denn erklären kann man diese Angelegenheiten nicht wirklich. Noch schwieriger werden die Wahlergebnisse der Europawahl am 7. Juni 2009 und der Bundestagswahl am 27. September 2009 zu erklären sein. Einen signifikanten Unterschied zwischen vergleichbaren Städten könnte es schon geben.
    Der Herr Seehofer sollte im Vorfeld reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann ist es zu spät. Horst hau auf den Tisch. Geschichte wiederholt sich und dieses mal haben wir nicht die Alz, sondern „Die Partei“ als neue Spaßgruppierung.
    Ein Wahlplakat „Wir Kämpfen für die Mietsenkung bei allen Stadtbaumietern“.
    Das Plakat könnte einen gewissen H… und eine gewisse P…. mit Bündeln von Geld darstellen. Ähnlichkeiten mit heute lebenden sympathischen Regensburgern wäre rein zufällig und mir nicht vorstellbar.

  • masterofdesaster

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    GEGEN PRO… ÄH INSTITUTION U MENSCHENHANDEL – ZWINGT BETZ NICHT IN DIE STADTBAU !

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