SOZIALES SCHAUFENSTER

Beiträge mit Tag ‘BTT’

Die niedrigsten Nebenkosten aller Anbieter – sie waren im Oktober 2014 ein entscheidendes Argument für die Vergabe der Wohnbaugebiete auf dem Nibelungenareal an das Bauteam Tretzel. Aktuelle Mietangebote weichen nun deutlich – bis zu 75 Prozent – von den damaligen Angaben ab. Zur Frage, wie sich die Zahlen von 2014 errechnet haben, verweigert die Stadt seit Wochen eine Auskunft. Allerdings werden nun einige Stadträte hellhörig.

1,44 Euro Nebenkosten pro Quadratmeter versprach Tretzel den Stadträten im Vorfeld des Verkaufs der Nibelungenkaserne, aktuell werden bis zu 2,53 Euro pro Quadratmeter als Vorauszahlung verlangt. Foto: Archiv

Über fünf Wochen – so lange ist es her, seit unsere Redaktion zum ersten Mal eine Anfrage bei der Regensburger Stadtverwaltung gestellt hat. Seitdem haben wir mehrfach nachgehakt und uns Anfang des Jahres auch direkt an Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gewandt. Erfolglos. Man verweigert eine Auskunft. Am Montag haben wir schließlich Stadträte aller Fraktionen, neben Maltz-Schwarzfischer auch Bürgermeister Jürgen Huber und die Bauteam Tretzel GmbH angeschrieben. Es geht um die Frage, wie sich die Nebenkosten der rund 550 Wohnungen errechnen, die das Bauträgerunternehmen auf dem Areal der früheren Nibelungenkaserne errichtet (hat) und wie die erheblichen Differenzen zwischen den Angaben, die den Regensburger Stadträten im Vorfeld des Verkaufs präsentiert wurden und Kosten, die nun bei ersten Vermietungen aufgerufen werden, zu erklären sind.

Recherche

Das BTT-Energiekonzept zwischen Leitbild, Propaganda und Korruptionsverdacht

Beim aktuellen Korruptionsprozess gegen den suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Bauträger Volker Tretzel sind eine Vielzahl von Details bekannt geworden, die ungeahnte Einblicke in die städtische Immobilienwirtschaft ermöglichen. Dennoch ist weiterhin ungeklärt, aufgrund welcher Kriterien die Stadtverwaltung die diversen Kaufangebote für das ehemalige Nibelungenareal etwa hinsichtlich der jeweils favorisierten Energiekonzepte verglich und bewertete. Diesbezügliche Nachfragen bei der Stadtverwaltung werden mit Ausflüchten beantwortet. Recherchen haben hingegen ergeben, dass sowohl das städtisches Leitbild Klima und Energie als auch Fachexperten dem angeblich innovativen Energiekonzept des BTT-Konzerns von Volker Tretzel eine Absage erteilen und am Nibelungenareal während der Bauphase sogar Wärmeenergie vernichten werden muss.

Tag 18 im Wolbergs-Prozess

Freunde, Feinde, Schmalspurtechniker

Vom Be- zum Entlastungszeugen: Bei seiner zweiten Aussage am Dienstag bezeichnet CSU-Stadtrat Christian Schlegl das System, über das sowohl er wie auch Joachim Wolbergs Spenden vom Bauteam Tretzel erhalten haben, als „völlig korrekt“ und liefert fast wortgleiche Argumentationsmuster wie der angeklagte Oberbürgermeister. Weitere abgehörte Telefonate gewähren am Dienstag einen Einblick in die Eingeweide der SPD und das Verständnis, das Baumagnat Volker Tretzel von seinen Mitarbeitern hat. 

Tag 17 im Wolbergs-Prozess

Verwendungszweck „Bürgermeisterwahl BTT“

Der 17. Verhandlungstag dürfte Ärger für die Staatsanwaltschaft mit der Landtagsabgeordneten Margit Wild bringen. Bei ihrer Aussage wird die SPD-Politikerin mit einem abgehörten Telefonat konfrontiert, über das sie – entgegen der Strafprozessordnung – nicht informiert wurde. Wenig Neues brachte die Aussage eines weiteren Mitarbeiters der Bauteam Tretzel GmbH (BTT), der mehrfach 9.900 Euro spendete – abgesehen von einigen Ungereimtheiten und Widersprüchen.

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