Beiträge mit Tag ‘BTT’

War es ein persönlicher Vorteil für Joachim Wolbergs, dass Volker Tretzel gegen verschiedene Medienberichte vorgegangen ist? Nahm der Oberbürgermeister ein Angebot des Bauträgers über 200.000 Euro stillschweigend an oder nicht? Und hat das alles mit der möglichen Wohnbebauung eines Grundstücks im Stadtwesten zu tun? Diese und andere Fragen sollten am Dienstag durch das Abspielen von Telefonaten am Landgericht Regensburg erhellt werden.

„Die 200.000 Euro, die Sie noch brauchen“ hat Volker Tretzel Joachim Wolbergs in einem Telefonat definitiv angeboten. Nur „aus Mitgefühl“? Foto: Archiv/om

„Am 18.11.2016 stellte der Angeschuldigte Tretzel telefonisch (…) dem Angeschuldigten Wolbergs in Aussicht, er werde ihn auch mal ‚ein bisschen unter die Arme greifen‘ was der Angeschuldigte Wolbergs mit dem Wort ’super‘ akzeptierte. Am 25.11.2016 (…) erläuterte der Angeschuldigte Tretzel telefonisch mit dem Angeschuldigten Wolbergs, wie eine Bebauung, weiterhin gefördert durch Diensthandlungen des Angeschuldigten Wolbergs stattfinden könne, ohne dass dies Anstoß in der Öffentlichkeit erregen würde. So kündigte er an, er werde zur Verschleierung der Verbindung des Angeschuldigten Wolbergs mit ihm und der BTT GmbH die im Eigentum der BTT GmbH stehenden Grundstücke an seine Mitarbeiter verkaufen um den Bezug zur BTT GmbH nach außen hin zu beenden und in der Folge von der Bebauung durch einen der Öffentlichkeit nicht ersichtlichen Erbbauzins profitieren. Unmittelbar in diesem Zusammenhang versprach sodann der Angeschuldigte Tretzel wörtlich: ‚Und dann kriegen Sie von mir die 200.000 Euro, die Ihnen jetzt fehlen‘. Der Angeschuldigte Wolbergs nahm dieses Angebot zumindest konkludent an, indem er in dem Gespräch lediglich sinngemäß darauf hinwies, dass der Angeschuldigte Tretzel dies nicht machen müsse. Im weiteren Gespräch vereinbarten die Angeschuldigten einen persönlichen Termin (…) im Alten Rathaus in Regensburg. Dieses Treffen fand statt.“

So steht es in der Anklage, die die Staatsanwaltschaft gegen Joachim Wolbergs und Volker Tretzel erhoben hat. Das Landgericht Regensburg ließ die Anklage in diesem Punkt auch zu und sah aufgrund der erwähnten Telefonate zumindest einen hinreichenden Tatverdacht für zwei Fälle der Vorteilsannahme durch den suspendierten Oberbürgermeister.

Tag 34 im Wolbergs-Prozess

Belastungszeuge im Kreuzverhör

Im Fokus der kommenden Verhandlungstage im Prozess gegen Joachim Wolbergs, Volker Tretzel, Norbert Hartl und Franz W. stehen Preisnachlässe bei Wohnungskäufen aus dem Umfeld des suspendierten Oberbürgermeisters. Die Staatsanwaltschaft spricht von Vergünstigungen von über 100.000 Euro. Am Montag wurde ein hoher Tretzel-Mitarbeiter vernommen, der mit einer Aussage für reichlich Verwunderung nicht nur auf Seiten der Verteidigung sorgte. Volker Tretzel meldete sich erstmals länger zu Wort.

Pressekonferenz der Bunten Koalition

Versprechen zum Wohnungsbau, Schweigen zu Tretzel

Andere Quoten für öffentlich geförderten Wohnraum, neue Regeln und (etwas) mehr Geld für die Stadtbau, ein Programm zur „Sozialgerechten Bodennutzung“ – nach ihrer Klausur verspricht die Koalition (mal wieder) einige Maßnahmen pro bezahlbaren Wohnraum. Zu den Ungereimtheiten der Tretzel-Wohnungen auf der Nibelungenkaserne wollen sich die Fraktionsvorsitzenden nicht äußern – ein bisschen etwas kann man aber zwischen den Zeilen lesen.

Vergabe der Nibelungenkaserne

Tretzels „günstige“ Nebenkosten: „Da wurden wir offenbar hinters Licht geführt.“

Die niedrigsten Nebenkosten aller Anbieter – sie waren im Oktober 2014 ein entscheidendes Argument für die Vergabe der Wohnbaugebiete auf dem Nibelungenareal an das Bauteam Tretzel. Aktuelle Mietangebote weichen nun deutlich – bis zu 75 Prozent – von den damaligen Angaben ab. Zur Frage, wie sich die Zahlen von 2014 errechnet haben, verweigert die Stadt seit Wochen eine Auskunft. Allerdings werden nun einige Stadträte hellhörig.

Recherche

Das BTT-Energiekonzept zwischen Leitbild, Propaganda und Korruptionsverdacht

Beim aktuellen Korruptionsprozess gegen den suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Bauträger Volker Tretzel sind eine Vielzahl von Details bekannt geworden, die ungeahnte Einblicke in die städtische Immobilienwirtschaft ermöglichen. Dennoch ist weiterhin ungeklärt, aufgrund welcher Kriterien die Stadtverwaltung die diversen Kaufangebote für das ehemalige Nibelungenareal etwa hinsichtlich der jeweils favorisierten Energiekonzepte verglich und bewertete. Diesbezügliche Nachfragen bei der Stadtverwaltung werden mit Ausflüchten beantwortet. Recherchen haben hingegen ergeben, dass sowohl das städtisches Leitbild für Klima und Energie als auch Fachexperten dem angeblich innovativen Energiekonzept des BTT-Konzerns von Volker Tretzel eine Absage erteilen und am Nibelungenareal im Sommerhalbjahr sogar Wärmeenergie vernichten werden muss.

Tag 18 im Wolbergs-Prozess

Freunde, Feinde, Schmalspurtechniker

Vom Be- zum Entlastungszeugen: Bei seiner zweiten Aussage am Dienstag bezeichnet CSU-Stadtrat Christian Schlegl das System, über das sowohl er wie auch Joachim Wolbergs Spenden vom Bauteam Tretzel erhalten haben, als „völlig korrekt“ und liefert fast wortgleiche Argumentationsmuster wie der angeklagte Oberbürgermeister. Weitere abgehörte Telefonate gewähren am Dienstag einen Einblick in die Eingeweide der SPD und das Verständnis, das Baumagnat Volker Tretzel von seinen Mitarbeitern hat. 

Tag 17 im Wolbergs-Prozess

Verwendungszweck „Bürgermeisterwahl BTT“

Der 17. Verhandlungstag dürfte Ärger für die Staatsanwaltschaft mit der Landtagsabgeordneten Margit Wild bringen. Bei ihrer Aussage wird die SPD-Politikerin mit einem abgehörten Telefonat konfrontiert, über das sie – entgegen der Strafprozessordnung – nicht informiert wurde. Wenig Neues brachte die Aussage eines weiteren Mitarbeiters der Bauteam Tretzel GmbH (BTT), der mehrfach 9.900 Euro spendete – abgesehen von einigen Ungereimtheiten und Widersprüchen.