Jubiläum mit "Großkotzprojekt"

Bei den alten Stadtfreunden

Print page

Bei ihrer Feier zum 50jährigen kokettieren die Altstadtfreunde mit ihrer Überalterung und haben einen Festredner, der Klartext spricht.

Stilechtes Rahmenprogramm zum 50.: die Bänkelsänger. Fotos: as

Stilechtes Rahmenprogramm zum 50.: die Regensburger Bänkelsänger. Fotos: as

Der Applaus ist stürmisch. Es scheint für die Anwesenden etwas Befreiendes zu haben, dass Achim Hubel einfach ausspricht, was sich hier viele denken, dass er damit ein Stück weit den unausgesprochenen Konsens gegenseitigen Wohlwollens und allenfalls sanfter Kritik bricht, der über der Feierstunde schwebt, die die Altstadtfreunde zusammen mit der vollzählig versammelten Stadtspitze feiern.

„Großkotzprojekt“ Karmeliten

Dieses Palais Karmeliten ist ein einziges Großkotzprojekt. Es ist ein Schlag ins Gesicht von jedem, der diese Stadt kennt. Das war ein Geschenk für die Investoren zum Schaden der Regensburger Altstadt. Hoffentlich wird so etwas nie wieder passieren.“

Die Altstadtfreunde haben ihn mit Bedacht eingeladen, jenen Professor für Denkmalpflege, der mit seiner Meinung und Expertise selten hinter dem Berg gehalten und dafür auch persönliche Nachteile in Kauf genommen hat. 2008 war Hubel als Mitglied der ICOMOS-Gruppe für Regensburg einer der ersten Offiziellen aus dem Dunstkreis der UNESCO, der offen aussprach, was heute – acht Jahre später – nun auch endgültige Entscheidung der Stadt Regensburg ist: Eine Westtrasse – als Querung für den Busverkehr über die Donau – ist mit dem Welterbe-Titel nicht vereinbar.

Denkmalwächter, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Professor Achim Hubel.

Denkmalwächter, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Professor Achim Hubel.

Damals hatte das für Hubel noch Folgen. Auf Druck des damaligen Präsidenten des ICOMOS-Nationalkomitees, Michael Petzet, musste Hubel sein Amt als Berichterstatter für Regensburg niederlegen. Drei Jahre später allerdings geriet Petzet selbst ins Visier, weil er sich mehrfach über das Urteil von Fachleuten hinweg gesetzt hatte und legte schließlich selbst sein Amt nieder.

Ein nagelneuer mittelalterlicher Geschlechterturm

Heute ist Hubel, der lange Jahre in Bamberg gelehrt und gelebt hat, zurück gekehrt nach Regensburg und erzählt mit einer Leidenschaft und einem Elan von seinem Engagement für Denkmalpflege, lebenswerte Altstädte und der Notwendigkeit von Bürgerinitiativen, dass es den Regensburger Altstadtfreunden wohlige Schauer über den Rücken treibt. Davon, dass sich – bevor es die Altstadtfreunde gab – noch die Abrissbirne durch die Altstadt schlug. So mussten etwa der Pustet-Passage mehrere Renaissance-Häuser weichen.

Das "Großkotzprojekt" in seiner ganzen Pracht.

Das „Großkotzprojekt“ in seiner ganzen Pracht.

Doch dann von dem erfolgreichen Einsatz für eine Bewahrung und Sanierung der alten Stadt. Von den Plänen für eine Stadthalle am Donaumarkt. „Gott sei Dank ist der Schaidinger damit drei Mal auf die Nase gefallen.“ Von den am Ende erfolgreichen Bemühungen für eine Verkehrsberuhigung der Regensburger Altstadt. Oder von Walter Boll, dem als Kulturdezerneten zwar große Verdienste um die Altstadt zugeschrieben werden, der aber so ein leidenschaftlicher Fan der mittelalterlichen Geschlechtertürme war, dass er in der Metgebergasse einfach einen ganz neuen bauen ließ, der aber so aussieht als hätte es ihn schon zur Hochzeit der Patrizier-Geschlechter gegeben.

Der Geschlechterturm, den es nie gab...

Der Geschlechterturm, den es nie gab…

Nach so einem Schlussvortrag da stürzt man sich doch gerne anschließend aufs Buffet, um dann bei Wein und Sekt gemeinsam zu feiern.

Die Altstadtfreunde haben groß aufgefahren für ihr Jubiläum – Speisen aus den letzten 50 Jahren werden serviert. Zur Begrüßung gibt es denn auch Erdbeerbowle und auf den Tischen stehen Käseigel. Der Vorsitzende Peter Morsbach, seit elf Jahren an der Spitze, zelebriert seine Begrüßungsrede mit sichtlicher Lust und weiß zu jedem Ehrengast, den er begrüßt – und es sind einige – eine kleine Anekdote oder zumindest einen guten Kalauer zu erzählen.

Morsbach plagen keine Nachwuchssorgen

„Wir sind noch alle rüstig und können uns in der Regel auch noch selbst versorgen“, kokettiert Morsbach – einerseits mit dem Alter der Altstadtfreunde im Allgemeinen – mit 50 Jahren dürfte es sich um eine der ältesten Bürgerinitiativen Deutschlands handeln – anderseits aber auch mit dem Altersschnitt der Mitglieder, der – das zeigt ein Blick in die Runde – wohl schon jenseits der 50 liegen dürfte.

„In der Stadtverwaltung nannte man uns zuletzt immer ‚die alten Stadtfreunde’“, erzählt er später. Allerdings sei ihm nicht bange, dass es die Altstadtfreunde auch in 50 Jahren noch geben werde. „Einige meiner Studentinnen sind an unserer Arbeit sehr interessiert“, sagt der Professor für Denkmalpflege an der OTH Regensburg und zeigt stolz auf zwei junge Damen in der Runde.

"Herr Schaidinger bekam einen roten Kopf, Herr Wolbergs ärgert sich schwarz." Peter Morsbach, Vorsitzender der Altstadtfreunde und heimlicher König des Kalauers.

„Herr Schaidinger bekam einen roten Kopf, Herr Wolbergs ärgert sich schwarz.“ Peter Morsbach, Vorsitzender der Altstadtfreunde und heimlicher König des Kalauers.

Auch an der Stadtspitze habe sich zwischenzeitlich Erhebliches im Umgang mit den Altstadtfreunden geändert. „Herr Schaidinger war schwarz und bekam wegen uns oft einen roten Kopf, Herr Wolbergs ist rot und ärgert sich wegen uns oft schwarz.“

„Eine coole Truppe“

Der so Bekalauerte lässt das natürlich nicht auf sich sitzen. Auch wenn man „gelegentlich anderer Meinung sei“, halte er die Altstadtfreunde für eine „coole Truppe“, so Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Denn schließlich seien sie diejenigen, die den Regensburgerinnen und Regensburgern das bewahrt haben, was ihnen gemeinsame Identität und Zusammenhalt gibt: „ihre Altstadt“. Er gelobe, dass er auch in Zukunft den Altstadtfreunden gut zuhören werde.

Zumindest auf der Bühne war mit Kela K. auch die Jugend vertreten.

Zumindest auf der Bühne war mit Kela K. auch die Jugend vertreten.

Und als anschließend Hubels Festvortrag folgt und er über das Karmeliten-Palais das sagt, was sich viele denken, verzieht Wolbergs zwar das ein oder andere Mal die Miene, darf aber dann doch zur Kenntnis nehmen, dass auch Hubel versöhnlich einräumt: „Heute ist ja endlich eine partnerschaftliche Diskussion mit der Stadtspitze möglich.“

Nächstes Projekt: Busbahnhof Albertstraße

Diese Diskussion wird ohnehin nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen. Gegen die städtischen Pläne für einen zentralen Omnibusbahnhof an der Albertstraße hat kürzlich erst das Forum Regensburg, den Altstadtfreunden seit langen Jahren freundschaftlich verbunden, aufgemuckt. Man solle doch über eine Bahnhofsüberbauung nachdenken, hieß es von jenen. Und wenn man bei der Feier in die Runde fragt, dann kündigen auch die Altstadtfreunde an, dass die Stadtverwaltung da wohl „noch Einiges überdenken“ müsse.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (22)

  • Fritz v. Humbug

    |

    Regensburg Bahnhofsüberbauung? Ich krieg die Krise. Wir haben riesige Probleme mit der Feinstaubbelastung und der lnnenstadttemperatur zusätzlich werden die letzten freien Flächen mit häßlichen Bauklötzen zu gesch…..
    Thema Frischluftschneisen ist in R offensichtlich auch ein Fremdwort.

  • hf

    |

    so endgültig ist die westtrasse noch lange nicht vom tisch.

    spätestens wenn ein drittel der einwohner gehbehindert ist und sich kein taxi, geschweige denn ein eigenes auto mehr leisten kann, wird man über eine barrierefreie donauquerung hinüber zum wöhrd wieder ganz anders denken. wers nicht glaubt, kann ja mal selber einen kinderwagen rüber schieben, wenn dult ist oder man ins wöhrdbad möchte… es braucht halt einen klugen und eleganten entwurf; nicht aus klotzbeton sondern aus transparenten stahltraversen. die wären auch im HW100-fall kein problem, weil überspülbar. elektrobus drauf und gut. leider haben die altstadtfreunde bisher jede konstruktive debatte zu dem thema abgewürgt. und leute wie hubel sind ja nun alles andere als objektiv.

    dass man stattdessen – auch noch mit dem argument der verkehrsberuhigung (!) – eine situation aufrecht erhält, in der praktisch jeder mit dem eigenen auto über die donau in den inneren westen fahren MUSS, und zwar mit fast zehn kilometern umweg, inklusive stau auf der nibelungenbrücke und er stadtautobahn, das ist schlechterdings verlogen und heuchlerisch. da werden private besitzstände verteidigt, zum nachteil von eltern, kindern, alten und letztlich auch der historischen substanz.

  • dugout

    |

    Es würde mich schon mal interessieren wie die Altstadtfreunde zum Museum der bay. Geschichte stehen.
    Nachdem man nicht müde wird die Verhinderung der Stadthalle zu feiern wundere ich mich schon das man zum „Betonbierzelt“ so rein gar nichts hört.

  • Rentnerin

    |

    So hektisch die Stadt durch das „Weltkulturerbe“ geworden ist, so sehr vertraue ich den Entscheidungen der Stadtspitze und der Unterstützung der Altstadtfreunde.
    Jeder hat schon einmal erlebt, wie schwieirg es ist, die Meinung von 3 Personen unter einen Hut zu bringen, deshalb wird es immer Gegner und Befürworter geben.
    Trotzdem ist die Stadt gelungen und zwar für alle Generationen.

  • hf

    |

    hier ist die gemengelage fachlich natürlich eine ganz andere. die ansicht von der werfstraße her ist erstens nicht welterbeensemble, das müssen wir einfach einsehen, zweitens ist der bauherr nicht die kommune, die im dieselruß erstickt, sondern das landesamt selbst, welches man als verbündeten gegen die westtrasse nicht verprellen darf. und drittens: wer wohnt denn da schon im ostenviertel oder besitzt dort mietwohnungen; doch keine leute, die irgendwas zu melden haben… :-)

  • da_Moartl

    |

    Da bin ich ja mal gespannt, ob die Altstadtfreunde auch den Standort Emmeramsplatz im Blick behalten. Das ehemalige evangelische Krankenhaus wäre doch ein gefundenes Fressen für Investoren wie im Karmeliten. Man kann es ja dann „Hotel Gloria“ nennen oder (wie in Regensburg so gerne grammatikalisch falsch formuliert wird) „DAS EMMERAM“.

  • Radlertölpel

    |

    Die gedankenlose Umgestaltung des Dachauplatzes – auch ein Fall für die Altstadtfreunde?

    Hier ein Foto vom Karmeliten am Dachauplatz, durch die Folie der Kunstaktion „Dachauplatz Gestalten“ vom Nov.2015
    http://europabrunnendeckel.de/download/sadachaupl/DSC04494.jpg
    Die Vergasungsanlage des Dachauplatzbrunnens (vergl. http://europabrunnendeckel.de/?p=3028#dachauplatzbrunnen ) war da bereits demontiert, nun befindet sich dort vorübergehend ein Rollrasen (siehe: http://europabrunnendeckel.de/?p=5365 )
    Der Stadtrat hat Mitte Mai 2016 beschlossen, dass ein zweistufiger, !nun offener!, Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Brunnens ausgelobt wird. (Dabei scheint den Räten kaum etwas aufgefallen zu sein…)
    https://srv19.regensburg.de/bi/___tmp/tmp/45081036979443676/979443676/00099676/76.pdf
    Hat der Wettbewerb nun ein Thema – ausser Aufenthaltsqualität?
    „…Das Gartenamt hat ein Jahr später eine (Rahmen-)Planung für die Platzneugestaltung erarbeitet. (Es bleibt sich alles gleich..) Demnach soll das Hochbeet, auf dem sich das Mahnmal für die Opfer der NS-Verbrechen befindet, mitsamt dem Bestandsbaum zurückgebaut werden. …“
    Mit dem Mahnmal für die Opfer des NS ist der kleine mit 3 Namen versehene Ähren-Obelisk von Richard Triebe gemeint: http://jakob-friedl.de/download/baggern_kl/thumbnails/PICT0213_Kopie.jpg
    Das Mahnmal am Dachauplatz war jedoch der alte „hässlichste Brunnen von Regensburg“, das wird auch hier erfolgreich sublimiert.
    (Hier eine Gedenkbüste des selben Bildhauers aus der selben Zeit für einen alten Nazi und Kinderschläger:
    http://www.regensburg-digital.de/wp-content/uploads/2016/02/Dompr%C3%A4bende-2012-003-e1455814090725.jpg
    (siehe Monsignore kirchlich entsorgt: http://www.regensburg-digital.de/monsignore-kirchlich-entsorgt/18022016/ ) )

    Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Stadt auch an dieser Stelle so geschichtsvergessen und beliebig umgestaltet wird. Interessant wäre es hingegen mehr über die Umstände und Intentionen der Dachauplatzgestaltung von 1972 zu erfahren anstatt diese mitsamt der Brunnengestaltung und dem Namen des Platzes „Dachauplatz“ auszublenden… (im Zentralarchiv fand ich zur Gestaltung von 1972 nichts, die Unterlagen liegen wohl noch beim Gartenamt). Der Vergasungsbrunnen sollte mit all seinen Merkmalen als solcher erkannt und benannt werden – erst nachdem man sich dessen öffentlich vergegenwärtigt hat kann dieses Mahnmal auch weggerissen werden, um andere künstlerische Mittel des Gedenkens und der Aufarbeitung auszuprobieren. Ich prognostiziere, dass das Thema NS Regionalpolitik / KZ, nach dem es ausgerechnet am Dachauplatz zunächst jahrelang erfolgreich weggeschaltet wurde, dann zu guter letzt noch als eindimensionaler Anhang in den Wettbewerb reingepresst wird…

    Erst durch den bewußten Umgang mit dem Ort und seiner jüngeren Geschichte kann der geplante Wettbewerb jedoch überhaupt ein Thema entfalten und weiterentwickeln z.B ausgehend von den Antipoden „Dachau / Aufenthaltsqualität“.

    Die immergleiche Kommission Kunst und Bauen, die hinter verschlossenen Türen nur abnickt was von oben kommt, nichts eigenes öffentlich einbringt, und sich so darum kümmert die Hirarchien und störungsfreien Abläufe zu bewahren wird dann irgendwas als „qualitätvoll“ einschätzen und weiterreichen. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Stadtgestaltung und ein offener Gestaltungsprozess des Probierens und Lernens wird so unmöglich. Das Potenzial der aufgeklärten Bürgergesellschaft wird mißachtet. Zugunsten der Kontrolle scheißt man auf die Qualität. (vergl. auch Touristen-Römerrastplatz am Europabrunnen als Ergebnis jahrelanger Sublimierung )
    Das es anders besser geht zeigen z.B. die Architekten von http://urbancatalyst.net/ auf.

    Ein Erinnerungsimpuls des Fvfu-uüiUf.e.V. findet sich hier auf der Karte: http://europabrunnendeckel.de/download/dachauplatz_flyer-rueckseite.jpg

    Ich hoffe, dass sich hier, direkt vor dem Rathaus, noch etwas tut…

  • dugout

    |

    @hf:
    “ in der praktisch jeder mit dem eigenen auto über die donau in den inneren westen fahren MUSS, und zwar mit fast zehn kilometern umweg, inklusive stau auf der nibelungenbrücke und er Stadtautobahn“

    Äh, wie meinen? Sie meinen bestimmt jeden der zum Knei am Arnulfsplatz will. Ja das ist richtig, soweit er in StadtamHof wohnt.

  • hf

    |

    @dugout: ich unterhalt mich hin schon und wieder mit den leuten, die da wohnen, in dem anwohnerparkplatzbezirk. stichwort parkplatzsuchverkehr: wer abends länger arbeitet, sucht schon mal ne halbe stunde. wohnst in der keplerstrße, parkst aber an der hundsumkehr; ganz normal. da liegen die bushaltestellen schon heute günstiger, aber es gibt einfach keinen park&ride-platz in der nähe… eine halbe stunde parkplatzsuchen, jeden tag, einfach fürn arsch. und das ist nicht bloß einer, das sind dutzende leute. muss man nur mal ne halbe stunde am weißgerbergraben warten und staunen…
    gäbe es den e-bus zum dultplatz hätte man (wenn grad nicht dult ist) keine fünf minuten zu einem immer freien parkplatz. analoges gilt für die ganzen berufspendler aus der oberpfalz. dass die überhaupt in die stadt rein fahren dürfen ist doch vorsinnflutlicher wahnsinn. mal ganz abgesehen, dass früh am morgen die ganzen nachtkalten dieselschlote nicht mitten im wohngebiet loshusten würden…

    ach, mir kann egal sein… und dann hockens wieder im orkan oder anderswo zusammen und freuen sich, dass der eiserne steg bald denkmalschutz hat, diese darwinistisch-anitiintegrative kriegs-missgeburt von einer nahverkehrsbrücke. survival of the fittest. bist a datterer oder a behindi oder a schwachs mutterl? hast halt nix mehr verlorn da… am besten gefällt mir persönlich, wie jeder normalgewachsene buckeln muss, wenn er vom steg aus das welterbe bestaunen will, weil genau auf augenhöhe dieser amerikanische doppel-t-träger prangt. das ist so sinnbildlich für die ganze misere… haha.

  • Bertl

    |

    HF… jetzt hab ich tatsaechlich knapp 25 Jahre „MITTEN DRINN“ gewohnt. Hab meine Ente Jahrelang am Arsch der Welt geparkt, weil am Roemling .. am Weissgerbergraben oder gar beim Taubengaesschen nie ein Platzerl frei gewesen ist. Ja es war nervig aber kein Grund fuer mich fuer eine Trasse zu sein. Den meisten Mutterln… Datterern und Behinderten ist es uebrigens zu bloed, sich wie Rambo durch die Reisegruppen zu kaemfen oder in der Fuzo vom Bus ueberrollt zu werden!
    Waere doch auch laessig die Donau von der Hundsumkehr bis zur Nibelungenbruecke kpl. Einzuhausen oder? Wasserdicht..ERGO Hochwasserschutz inkl. . Die Partei, die die naechste Wahl gewinnen will verspricht jedem Altstadtbewohner seinen eigenen Parkplatz darauf… mit pers. Namensschild! Das Orkan wird zur Parkplatzwaechterkneipe, weil was sollen die voellig realitaetsfernen Oekos den sonst noch machen? Jetzt mal Hand aufs Herz…. wie hat das die ganzen Jahre ueber funktionieren koennen? Waren jetzt meine Eltern damals zu BLIND um die Problematik zu erkennen? Der Rest der Regensburger in den bauwuetigen 60er..70er Jahren? Ich selbst in den 80ern?

  • hf

    |

    @bertl: was sich in 25 Jahren geändert hat? echt jetzt? erstens: die demographie, kaum noch familien, dafür tausende wgs und single-haushalte, entsprechend die menge an (diesel)autos, die fast täglich bewegt werden. die stadt ist auch insgesamt gewachsen um so grob das doppelte…

    ich weiß schon, seit erdkunde an der uni abgeschafft ist, schotte man sich eher ab…

  • dugout

    |

    @hf:
    Im Jahr 2000 gab es 592 PKW pro 1000 Einwohner, 2015 nur noch 545.
    Ich habe keine Ahnung wie sie zu ihrer Einschätzung kommen der demographische Wandel wirke sich negativ auf das Verkehrsaufkommen aus

  • blauäugig

    |

    @hf „die stadt ist auch insgesamt gewachsen um so grob das doppelte…“ – ist also jetzt dreimal so groß.
    Regensburg können Sie damit kaum meinen, weder von der Fläche her (kaum verändert) noch von der Einwohnerzahl (+16%) her.

  • hf

    |

    @blauäugig: die fläche ist nicht gewachsen, aber die bebauung darauf; stichwort nachverdichtung. der verkehr hat sich locker verdoppelt. die zahl der arbeitsplätze ist massiv gewachsen. „stadt“ ist ja nicht nur einwohner, sondern auch funktion fürs umland.
    @dugout: 2000 war ein auto im schnitt ein 90 ps benziner mit einer tonne leergewicht, heute ist es ein 150-ps diesel mit fast zwei tonnen. und natürlich ist es zum glück so, dass immer mehr menschen – wie ich auch – immer weniger auto fahren, weils einfach idiotisch ist im urbanen leben. aber dass immer noch mehr als ein auto auf zwei einwohner kommen und dass etwa die „dringend notwendigen“ anwohnerparkplätze an der holzlände unbedingt sein mussten, was war das nicht für ein medienpalaver, beweist ja gerade was ich sage, dass verkehrsberuhigung nicht stattfindet. aus genannten gründen.

  • dugout

    |

    @hf:
    Tut mir leid aber sie machen nach jeden Kommentar ein neues Fass auf. Die Leistung eines PKW hat jetzt nichts mit dem Verkehrsaufkommen zu tun.
    Tatsache ist das es heute weniger Autos/ Einwohner in der Innenstadt gibt als früher.
    Eine Brücke an der Donaulände würde mehr Verkehr in die Innenstadt bringen und ist sowieso nicht mit dem Welterbestatus vereinbar.
    Was soll das ganze also

  • hf

    |

    @dugout: wovon reden sie? lesen sie überhaupt zeitung? die menge von übermotorisierten dieselfahrzeugen mit den daraus resultierenden schäden für die gesundheit ist genau das kernthema, um das es geht. was hat man denn von der schönen altstadt, wenn die luftqualität allmählich wieder in richtiung marlboro light geht? weniger autos? wo denn? vielleicht in den gassen-vierteln zwischen maxstraße und emmeramsplatz. aber sonst ist das wohl wunschdenken.

    und dass eine ausschließliche öpnv-brücke mehr individualverkehr bringt, bitteschön, das ist einfach böswillig gelogen.

  • dugout

    |

    @hf:
    Wenn es eine reine ÖPNV-Brücke bleibt wird der Individualverkehr nicht mehr. Weniger aber auch nicht. Oder glauben sie ernsthaft daran, die Menschen lassen ihr Auto am Dultplatz stehen und fahren mit dem Bus nach Hause? Das könnte, wer will, man auch jetzt schon vom Autobahndeckel aus. Das ist völlig irreal.

  • hf

    |

    @dugout: seit jetzt wir drehen uns im kreis. dass altstadtfreunde inzwischen die gängigen anti-öpnv-argumente der csu-autolobby auszugraben, zeigt, wie verfahren die lage ist.

    der autobahndeckel ist für ein anderes viertel da, außerdem zu weit weg (ca. 15 minuten per bus zum arnulfsplatz) und er löst vor allem nicht das problem der barrierfreien verbindung zu dult und wöhrdbad.

    was ich ernsthaft glaube (in sachen parpklatzsuchverkehr, barrierefreiheit, landkreispendler) habe ich oben längst geschrieben, wenn sie mir das nicht glauben wollen, machts keinen sinn, mich zu wiederholen. wenn sie mich nicht verstehen können, ebenfalls nicht.

  • dugout

    |

    @hf:
    Linie 1 : Margaretenau – Arnulfsplatz 5min.
    Welches andere Viertel soll das sein?
    Wer will der kann jetzt schon sein Auto da abstellen und in fünf min. am Arnulfsplatz sein.
    Alles andere ist Fantasie. Keiner stellt sein Auto am Dultplatz ab und fährt mit dem Bus in die Altstadt.

  • hf

    |

    @dugout: und wie oft kommt der Einser, am WE zumal? Und wieviele Autos passen auf den Deckel? Natürlich fährt keiner von Dultplatz aus, solange es keine Brücke mit Shuttle gibt. Und dass sie fortgesetzt das Thema Barrierefreiheit ZUM Wöhrd hinüber ignorieren, verleidet mir die weitere Debatte, so dass ihre Ernsthaftigkeit bezweifle. Es bleibt: „Die Alten sterben weg, die jungen werden neu entscheiden. So war es schon immer, so kanns auch weiter bleiben.“

  • Lothgaßler

    |

    Planer sind nicht immer die klügeren Menschen, sie haben nur einen Wissensvorsprung, aber der lässt sich aufholen. Ein Glück, dass es die Altstadtfreunde, das Forum, die Donauanlieger u.a. gibt.

    @hf und @dugout:
    Ich sehe eine Röhre, und es wird die Riepl-Röhre sein.
    Vielleicht, so genau konnte ich das in meiner Vision nicht sehen.
    Was mich tröstet ist die Tatsache, dass auch die verkehrliche Erschließung einer Stadt an Grenzen stößt. Irgendwann ist es von allem zu viel und Lösungen sind kaum noch zu erdenken. Wenn so viele Städter ein Auto unterhalten, dann muss die Frage nach dem Warum gestellt werden. Genauso für die vom Land, die unbedingt ins Herz der Stadt mit dem Auto fahren wollen. Diese Zielkonflikte müssen nicht vollumfänglich befriedigt werden, nicht jeder Verkehr muss gefördert werden. Dann finden halt PkW-Besitzer keinen Parkplatz und verzichten im Idealfall auf eine Wohnung in diesem Quartier, zu Gunsten eines PkW-Verweigerers.
    Diverse neue Donauquerungen wären denkbar und mitunter wünschenswert. Aber im Anblick der Oberpfalzbrücke überkommen einem bei der Westtrasse doch Zweifel an der Argumentation es wäre nur eine Trasse für „ÖPNV“. Es ist dieser Zweifel an der Redlichkeit der Planer, die in der Vergangenheit konditionierte Unterstellung fieser Hintergedanken, die Erinnerung an alte Planungsvorhaben und die Furcht davor diese in Schubläden wieder zu finden.
    Und noch ein Satz zu @hf: Die Alten und Gebrechlichen werden zunehmend nicht mehr in der Altstadt leben, dafür sorgen schleichende Verdrängung sowie Wohn- und Altenheime in Randlagen.

Kommentieren