Der Haus- und Hofschreiber des Georg Ratzinger

Domspatzen: „Der Rest einer jahrzehntealten Vertuschungskultur“

Print page

Georg Ratzinger will weder etwas von der exzessiven Gewalt noch von Missbrauch bei den Domspatzen gewusst haben. Das behauptet der frühere Domkapellmeister in einem Interview mit PNP-Redakteur Karl Birkenseer – einem Mann, der seine schwindelerregenden Bezüge zu den Domspatzen nicht offenlegt und seine Position als Journalist dazu nutzt, um nur ja nichts auf die Domspatzen-Familie kommen zu lassen. Betroffene sind empört. Sie bezeichnen Birkenseer als Ratzingers „Haus- und Hofschreiber“ und „Rest einer jahrzehntealten Vertuschungskultur“.

Mit vereinten Kräften für die "Domspatzen-Familie": Karl Birkenseer und Georg Ratzinger. Fotos: as/ Staudinger

Mit vereinten Kräften für die „Domspatzen-Familie“: Karl Birkenseer und Georg Ratzinger. Fotos: as/ Staudinger

Von Robert Werner und Stefan Aigner

„Dann schleifte er (Johann Meier, Anm. d. Red.) mich an den Haaren zu seinem Esstisch zurück und hob mich an den Haaren hoch, dass ich über dem Boden schwebte. Anschließend schlug er mich wie besessen, wo immer er mich treffen konnte, bis er nach wohl einem Dutzend Schlägen erschöpft aufhörte. Im großen Speisesaal war es totenstill. Ratzinger saß daneben und das Bild hat sich in mein Gehirn eingegraben wie schlecht verheilte Narben in einem jugendlichen Körper. Er lachte. Er hätte die Autorität gehabt, seinem Kollegen Einhalt zu gebieten. Es war mindestens Feigheit, wohl eher bewusstes kumpelhaftes Einvernehmen. Jetzt zu behaupten in der einzigen Filiale der Domspatzen seinen über zwei, drei Jahrzehnte Dinge geschehen, die ihm „nicht bekannt“ waren ist eine Verhöhnung der damaligen Schüler und Opfer. Da wird die Bitte um Verzeihung zur berechnenden Phrase.“

Diese Schilderung eines Gewaltbetroffenen an der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen aus dem Jahr 2010 hat intern-at, eine Initiative ehemaliger Domspatzen, heute auf ihre Internetseite gestellt. Anlass ist ein Interview in der Passauer Neuen Presse, in dem der frühere Domkapellmeister Georg Ratzinger bestreitet, konkrete Kenntnisse von den Gewalt- und Missbrauchsexzessen bei den Regensburger Domspatzen gehabt zu haben.

Lügen oder Senilität?

Mal behauptet der 91jährige, nichts gewusst zu haben, mal beruft er sich auf Erinnerungslücken, mal erklärt er sich für nicht zuständig und schließlich flüchtet er sich in die altbekannte Aussage, dass „Schläge, das heißt Ohrfeigen, (…) nicht nur bei den Domspatzen, sondern in allen Erziehungsbereichen wie auch in den Familien üblich“ gewesen seien.

Mit diesen Ausflüchten reagiert Ratzinger auf den Zwischenbericht des Rechtsanwalts Ulrich Weber, in dem unter anderem davon die Rede ist, dass bis zu 700 Kinder und Jugendliche bei den Domspatzen Opfer körperlicher Misshandlungen geworden sind. Bislang liegen Weber zudem über 60 Fälle sexueller Gewalt vor. Er müsse davon ausgehen, dass Georg Ratzinger als Domkapellmeister und Mitglied im Stiftungsvorstand der Domspatzen und Kuratoriumsmitglied in der Etterzhausener Stiftung davon gewusst habe, so Weber.

Geführt hat dieses Interview, in dem manche notwendige Frage ausgespart wird, der Journalist Karl Birkenseer, ein Mann mit mannigfachen Bezügen zu den Domspatzen. Einer, der es besser wissen muss.

Birkenseer verschweigt seine Abhängigkeiten und Positionen

Birkenseer war Internatsschüler unter dem Exzess-Täter Johann Maier in Etterzhausen, Dom-Schüler unter Ratzinger in Regensburg (Abitur 1975) und ist seit rund zwanzig Jahren in der Vorstandschaft der Freunde des Regensburger Domchors. Fast genauso lange ist Birkenseer Kuratoriums-Mitglied bzw. Rat in der Stiftung der Regensburger Domspatzen. Dieser durchaus relevante Umstand wird bei dem besagten Interview in der Passauer Neuen Presse mit keiner Silbe erwähnt.

Lange ein hochgeachteter "Freund der Domspatzen", bis zuletzt hochgelobt von Georg Ratzinger: der Gewalttäter Johann Meier. Foto: SWR/ Mona Botros

Lange ein hochgeachteter „Freund der Domspatzen“, bis zuletzt hochgelobt von Georg Ratzinger: der Gewalttäter Johann Meier. Foto: SWR/ Mona Botros

Ratzinger darf denn auch unwidersprochen seine Falschbehauptung wiederholen, derzufolge er keinerlei Einfluss auf die Domspatzen-Vorschule gehabt hätte. Birkenseer, der es besser wissen müsste, konfrontiert Ratzinger auch nicht mit der Würdigung, die er dem sadistischen Gewalttäter Johann Meier 1998 in einer Festschrift angedeihen ließ:

„Hier ist wohl auch der Ort, ein Wort der Würdigung und des Dankes für den Gründungsdirektor der Vorschule Hans Meier anzuführen. Seit 1953 leitete er unter schwierigsten Umständen in einer finanziell und personell angespannten Situation die Institution und war beinahe rund um die Uhr im Einsatz. Er trug auch die Hauptlast bei der Schaffung des neuen Heims und der Übersiedlung dorthin. Nach beinahe 40 Jahren selbstloser Tätigkeit, da seine Gesundheit stark angeschlagen war, zog er sich in den Ruhestand zurück, zudem er spürte, daß sein Erziehungsstil in der modernen Zeit nicht mehr verstanden wurde. Am 13. Juli 1992 rief ihn der Herr über Leben und Tod nach schwerer Krankheit, aber doch unerwartet in die Ewigkeit. RIP.“ 

Welcher Erziehungsstil war es, der „in der modernen Zeit nicht mehr verstanden“ wurde? Was hat Georg Ratzinger, der doch von nichts Ungewöhnlichem gewusst haben will, da wohl gemeint? Für Karl Birkenseer kein Grund zu irgendeiner Nachfrage, geschweige denn, dass er Ratzingers Würdigung von Meier angesprochen hätte. 

Von Domspatz zu Domspatz

Das aktuelle Gespräch in der PNP liest sich wie die aktualisierte Blaupause eines Interviews, das Birkenseer bereits 2010 mit Ratzinger führte, als die Missbrauchsfälle bei den Domspatzen erstmals eine breite Öffentlichkeit erreichten. Auch damals bot er dem „Papst-Bruder“ ein unkritisches Podium, um sich selbst von jedweder Verantwortung freizusprechen und das Ausmaß der strukturellen Gewalt herunterzuspielen. Auch damals verschwieg er seine persönlichen Verquickungen. Während Ratzinger 2010 noch erklärte, nicht einmal gerüchteweise von sexuellem Missbrauch gehört zu haben, räumt er dieses Mal einen Fall aus den 50ern ein, der gerichtlich abgeurteilt wurde. Ein Widerspruch, der Stichwortgeber Birkenseer nicht interessiert, der für ihn kein Grund zur Nachfrage ist.

Es ist davon auszugehen, dass Rechtsanwalt Ulrich Weber auch mit Georg Ratzinger gesprochen hat. Warum er seine mannigfachen Ausflüchte nicht ihm gegenüber, sondern im Interview mit Birkenseer getätigt hat, ist angesichts dessen unkritischen und willfährigen Vorgehens kaum verwunderlich.

„Das letzte Halali“?

Die Betroffeneninitiative intern-at bezeichnet Birkenseer angesichts dessen als „Haus- und Hofschreiber“ Ratzingers. Die beiden seien „Zwillinge im Geiste“, das Interview „Realsatire“.

„Ist das Interview der Einstieg in ein Ausstiegsszenario in Sachen ‚Aufklärung‘? Immerhin ist der ‚Journalist‘ Karl Birkenseer gleichzeitig im Stiftungsrat wie auch im Vereinsvorstand installiert. Vor dem Hintergrund dieses Gefälligkeitsinterviews durch einen Domspatzenfunktionär klingen die Entschuldigungen und Aufklärungsbekundungen der letzten Monate nur noch wie leere Versprechungen. Oder ist das Duo Georg Ratzinger/ Karl Birkenseer tatsächlich nur noch ein zurückgebliebener Rest einer jahrzehntealten Vertuschungskultur in den Institutionen der Regensburger Domspatzen, die mit einem letzten Halali noch einmal die ‚Getreuen‘ um sich scharen wollen?“

Die Initiative hat angekündigt, weitere Betroffene anzuschreiben, mit der Bitte, ihre Erfahrungsberichte veröffentlichen zu dürfen, um die Behauptungen Ratzingers Lügen strafen zu können. Ein Betroffener (Name der Redaktion bekannt) hat sich kürzlich auch regensburg-digital gewandt.

Er schreibt:

„Ich selbst habe 1971 Ratzinger dreimal auf die Gewaltexzesse bei den Domspatzen in Etterzhausen sowie auf mindestens einen (von zwölf) sexuellen Übergriffen des Direktors Monsignore Johann Meier aufmerksam gemacht. Ratzinger floh jedesmal vor meinen Berichten in seine Gemächer und schloss die Türe hinter sich. Ich war damals ungefähr zehn Jahre alt. Wäre er damals nicht geflohen, ich hätte ihm das ganze Ausmaß schildern können.“

Lebenslügen bei Ratzinger und Birkenseer

Hoffnung, dass der 91jährige noch zur Einsicht kommen könnte, hegt dieser Betroffene nicht:

„Domkapellmeister a.D. Georg Ratzinger, Bruder des Papst Emeritus, wird zu keiner ernst zunehmenden Reue oder gar eines Eingeständnisses von Schuld mehr fähig sein. Zu viele Unstimmigkeiten säumen seinen Lebensweg. Die Aufarbeitung einer solchen Lebenslüge schafft man mit 91 Jahren nicht mehr.“

Der wesentlich jüngere Karl Birkenseer zeigt allerdings ähnliche Verhaltensmuster. Seine mannigfachen Bezüge zu und Einblicke bei den Domspatzen hat er bislang nicht genutzt, um journalistisch zur Aufklärung aller Vorwürfe beizutragen. Stattdessen gefällt er sich weiter in der Rolle eines Ehemaligen, der seine einflussreiche Funktion als Kirchenjournalist nutzt, um sich als PR-Profi schützend vor die „Domspatzen-Familie“ zu stellen, auf die man nur ja nichts kommen lassen darf. Das PNP-Interview mit Ratzinger wurde am heutigen Dienstag auch in der Mittelbayerischen Zeitung veröffentlicht – immerhin mit einem kleinen Hinweis auf Birkenseers Domspatzen-Bezüge.

Nachtrag: Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk hat Georg Ratzinger die Aufklärung bei den Domspatzen mittlerweile als „Irrsinn“ bezeichnet und spricht von einer „Kampagne“. Die Lebenslüge geht weiter…

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (65)

  • Ralf Bart

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Alberto Knox

    |

    Georg Ratzinger ist also der Lüge überführt. Er ist Mitwisser von hundertfachen Gewaltexzessen und sexuellem Missbrauch von Buben und jungen Männern. Das Bistum – Generalvikar und Bischof – machen sich zu Komplizen der Vertuschung, Verharmlosung und Retraumatisierung der Opfer. DAS IST WIDERLICH.
    G. Ratzinger muss alle Auszeichnungen und Orden abgeben – das ist das symbolisch Mindeste. Er steht für eine teuflische Fehlform der Kirche, die kategorisch auspurgiert werden muss. Am besten setzt man Generalvikar Fuchs und Bischof Voderholzer, dessen persönliche Götzen die Ratzingers sind, als Komplizen und Mitverantwortliche mit ab. Und schließt das Gymnasium.

  • talberg

    |

    Ähnlich wie die Folter, die Sklaverei, die Genitalverstümmelung und die Ausrottung Andersgläubiger war die körperliche Züchtigung historisch gesehen ein vollkommen übliches Verhalten staatlicher und religiöser Instututionen und auch im privaten Bereich der Kindererziehung normal. In den letzten zweihundert Jahren und vor allem in jüngster Vergangenheit wurde aufgrund fortschreitender psychologischer Erkenntnisse über die katastrophalen Folgen der körperlichen Züchtigung von Kindern, diese Zug um Zug zuerst aus den Schulen verdrängt und in zunehmendem Maß auch im privaten Bereich eingeschränkt bzw. verboten. Nachdem man schon immer wusste, dass es besser ist, einen Hund nicht mit der eigenen Hand, sondern mit einem Gegenstand zu züchtigen (damit die streichelnde und die schlagend Hand nicht dieselbe sind), wurde dies auch mehr und mehr auf die Erziehung von Kindern übersetzt und erkannt, dass diese chronischen Stress erleiden, wenn Schutz und Bedrohung aus derselben Quelle kommen. Man verstand und versteht diese Schädlichkeit immer mehr. Inzwischen ist eindrucksvoll wissenschaftlich belegt, dass körperliche Züchtigung deutlich lebensverkürzend wirkt und als Spätfolge die Entstehung der meisten Alterskrankheiten fördert. Auch in Bayern wurde 1980 – als letztem deutschen Bundesland – die Prügelstrafe an Schulen verboten. Auffallend ist hier, dass in allen weitgehend zivilisierten Ländern und bei jedem einzelnen Schritt die Prügelstrafe gesetzlich zu verbieten, christliche und vor allem katholische Bidlungsinstiution hartnäckigsten Widerstand leisteten und leisten. In England wurde dies mit Religionsfreiheit begründet und als vor kurzem in Frankreich die Züchtigung von Kindern im privaten Bereich verboten wurde, waren es wiederum katholische Bildungsinstitutionen die heftig dagegen opponierten. In dem genannten Interview wird von Erziehungsmethoden gesprochen, die man heute nicht mehr versteht. Dem kann ich nicht zustimmen. Man versteht die katastrophalen Effekte dieser Erziehungsmethoden inzwischen sehr gut, aber vielleicht weiß der Interviewte mehr darüber zu sagen, warum gerade christliche Institutionen so sehr darauf bestehen, Kinder verprügeln zu dürfen bzw. dieses traditionelle Recht zumindest für den privaten Bereich „retten“ wollen. Auf eine Änderung seiner Einschätzung hoffe ich allerdings nicht. Üblicherweise will man seinen Kindern unbedingt genau das antun, was einem selbst angetan wurde.

  • Dieter

    |

    Es wäre langsam an der Zeit über die Umbenennung der Dr. Johann Meier Straße und wohl auch der Theobald Schrems Straße zu diskutieren.

    Außerdem vermisse ich eine klare Ansage des OB. Das ist allerdings nichts Neues und meine Erwartungshaltung diesbezüglich auf Schaidinger Niveau.

  • Angelika Oetken

    |

    „Üblicherweise will man seinen Kindern unbedingt genau das antun, was einem selbst angetan wurde.“

    @talberg,

    ja leider. Man bezeichnet das Phänomen auch als „Traumatischer Wiederholungszwang“. Der durch in der Kindheit erlittene Misshandlung psychosozial geschädigte Erwachsene versucht den inneren Druck dadurch abzubauen, dass er das Erlebte reinszeniert. Sadisten und Gewalttäter fallen deshalb häufig schon als Kinder auf, weil sie dazu neigen, Tiere zu quälen. Manche legen auch Brände.

    Insofern ist es interessant, sich die Kindheit der Täterpriester und ihrer UnterstützerInnen anzusehen. Wer weiß, vielleicht wird auf dieser Homepage hier http://kriegsursachen.blogspot.de/ über die Gebrüder Ratzinger und andere Beteiligte demnächst mal was eingestellt?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Christian Feldmann

    |

    @ Dieter, 12. Januar 2016 um 16:55

    Das ist ein schlimmes Missverständnis, diese Straße ist nicht dem Gewalttäter Dr. Johann Meier, sondern dem Domprediger und Religionslehrer Dr. Johann Maier gewidmet, der in den allerletzten Kriegstagen 1945, als sich die Nazi-Bonzen bereits absetzten, auf einer Frauen-Demo die kampflose Übergabe der Stadt an die heranrückenden US-Truppen forderte, um Regensburg vor einem Bombardement zu retten, und dafür auf dem heutigen Dachauplatz gehenkt wurde. Maier, der für seine Mitbürger stirbt: das hundertprozentige Kontrastprogramm zu Meier, der kleinen Menschen die Menschenwürde nahm und sich daran weidete.
    (Alles nachzulesen in meinem Buch „Der Domprediger“, das sich auch mit der ambivalenten Haltung der Regensburger Kirchenführung beschäftigt.)
    Christian Feldmann

  • joey

    |

    Ich denke auch, daß die Sache halb so interessant wäre, wenn Ratzinger Hunzinger heißen würde und sein Bruder nicht Papst und wiederum dessen Karriereschatten nicht Müller wäre.
    Das ändert aber an der offenkundig traurigen Wahrheit wenig.

    Positiv: Ratzinger hat selbst ja nicht geprügelt, negativ: also war er sich des Unrechts und der pädagogischen Katastrophe bewußt. Nun, es ist sein Recht zu schweigen – das wäre wohl auch taktisch gut. Das Urteil der Nachwelt kann er ohnehin nicht mehr beeinflussen.

    Übrigens: in vielen Ländern ist Gewalt gegenüber Kindern noch üblich (sogar Papst Franzi hat sich verplappert), in einigen Ländern sogar gesetzlich erlaubt (weil es in einem religiösen Buch irgendwo zu lesen ist…). Neben der Gewalt gegen Frauen und Dienstboten und…
    Es schadet nicht, wenn wir unsere Nachbarschaft genau beobachten, damit man uns nicht nachsagen kann, wir hätten es nicht wissen wollen…

  • lil troll

    |

    @ Dieter: Es wäre langsam an der Zeit über die Umbenennung der Dr. Johann Meier Straße … zu diskutieren.

    Die Dr.-Johann-Maier-Straße ist nach dem Domprediger Dr. Johann Maier benannt, der sich als Gegner des NS-Regimes u.a. für die kampflose Übergabe der Stadt Regensburg eingesetzt hat und im April 1945 von den Nazis hingerichtet wurde.
    Warum sollte man Ihrer Meinung nach über die Umbenennung dieser Straße diskutieren?

  • Alberto Knox

    |

    Selbst auf einem rechtskatholischen Hetz- und Suderportal ist Ratzinger wohl schon zum Abschuss freigegeben: Im sonst strikt kirchenhörigen Forum äußern sich vergleichsweise kritische Stimmen mit allem Recht gegen Georg Ratzinger (http://kath.net/news/53541). JETZT muss überprüft werden, was Joseph Ratzinger von den ungeheuerlichen Vorgängen wusste. Und wenn er Bescheid wusste (wovon auszugehen ist), warum er nicht einschritt. Und auch seine Verstrickung in die Münchnerpädophiliegeschichte in seiner Erzbischofszeit muss Licht gebracht werden. Rudolf Voderholzers Götzen stürzen. Und das mit Recht!

  • Alberto Knox

    |

    Klar wird jetzt auch endgültig:

    Gerhard Müller ist ein Obervertuscher und Abwiegler und Verharmloser. Seine rechte Hand Fuchs ebenso. Dessen Serienbriefe sind – pastoral eine Katatstrophe, moralisch ein einziges Desaster und disqualifizieren ihn als Seelsorger. Seinem Vorgänger Gegenfurtner wäre so etwas nicht passiert. Der hätte auch seine Akten gelesen und nicht verharmlost, sondern die Greuel eingestanden.
    Und auch Bischof Voderholzer macht sich durch seine Götzenverehrung gegen die Ratzingers mitschuldig. Er sollte allein aus Anstandsgründen zurücktreten.

  • Angelika Oetken

    |

    „Positiv: Ratzinger hat selbst ja nicht geprügelt“

    @joey,

    darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Schon 2010 wurde Folgendes berichtet:

    „Dem Papstbruder und ehemaligen Domchef Georg Ratzinger warf der Ex-Schüler überdies vor, „extrem cholerisch und jähzornig“ gewesen zu sein. So habe Ratzinger bei Chorproben erzürnt Stühle nach den Jungen geworfen. Laut „Spiegel“ wollten sich weder der 86-jährige Ratzinger noch das Bistum Regensburg zu den Vorwürfen äußern.“
    http://www.n-tv.de/politik/Vorwuerfe-gegen-Papstbruder-article773794.html

    Und auf BR gibt es aktuell Kommentare wie den hier:

    „39. Ratzinger war aggressiv
    Dass Ratzinger nichts gewusst haben will ist ja klar! Da müsste er ja sich selbst belasten wegen seines aggressiven und schlagenden Erziehungsstils, den er als Chordirektor bereits vor seiner Zeit in Regensburg in Traunstein praktizierte.
    Da sollte der Rechtsanwalt Herr Weber mal recherchieren, damit er den Modus eines Herrn Ratzinger besser nachvollziehen kann. Denn es wäre wohl kaum nachvollziehbar, dass er seit 1964 sein Verhalten verändert hätte. Schon bei uns in Traunstein war er sehr gefürchtet.“
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/regensburger-domspatzen-missbrauch-zwischenstand-100.html

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Hier eine sehr gelungene Präsentation http://slideplayer.org/slide/898140/

    Es geht darin unter Anderem darum, auf welche Weise sich so genannte „Impulskontrollschwächen“ und dissoziale Persönlichkeitstörungen entwickeln. Besonders aufschlussreich dazu die Folie 64.

  • Ehemaliger

    |

    Ergänzung zu dem Kommentar von joey:
    Ratzinger hat selbst geprügelt und Exzesse gebilligt. Hier der Bericht eines Ehemaligen:
    http://www.intern-at.de/original-schuelerberichte/01-misshandlung-im-vorschulinternat/
    Ich selbst (ich bin nicht Autor des verlinkten Artikels) habe ebenfalls Ratzinger bei der Ausführung körperlicher Züchtigungen erlebt. Die Problematik aus der Sicht eines Domspatzenschülers war, dass man damals nie wusste wann es einen trifft. Es gab keine klare Zuordnung von „Vergehen“ zu Strafen, sondern die Bestrafung erfolgte willkürlich oder gar grundlos. Das schafft eine Atmosphäre der permanenten Spannung. Dazu kommt noch, dass es auch zu Übergriffen von älteren Schülern auf die jüngeren kam. Die Familien der Schüler boten oft keinen Rückhalt (in manchen Fällen bis heute). Dies alles erzeugte bei den Opfern zusätzlich zu den körperlichen Qualen permanenten Stress und das Gefühl in ihrer Ohnmacht von aller Welt verlassen zu sein.
    Viele Opfer verfolgen diese Gefühle nach Jahrzehnten bis heute. Dies sind Schmerzen die nur gelindert werden können, aber wohl nie ganz verschwinden werden. Das Bistum und die Domspatzen von heute haben zur Linderung bislang nichts beigetragen und durch Verleumdungen und Diskreditierung der Opfer das Trauma eher noch verstärkt.
    Mich stört, dass immer wieder von Aufarbeitung gesprochen wird ohne die Wünsche der Opfer zu verstehen.
    Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass das heutige Internat und das Bistum Opfer proaktiv eingeladen hätte, um sich deren Erlebnisse persönlich anzuhören und damit die Aussagen zu würdigen. Nur so würde die oft zitierte „Betroffenheit“ vielleicht auch tatsächlich eintreten. Die vielen Gespräche, von denen der Sprecher des Bistums zuweilen redet, haben nie stattgefunden. Das ein oder andere Gespräch gab es auf Initiative der Opfer.

  • Eberhard Baumann

    |

    Man kann eigentlich nur empfehlen, aus einer solch verlogenen Kirche auszutreten. Da fehlen einem einfach die Worte…

  • Angelika Oetken

    |

    „Es gab keine klare Zuordnung von “Vergehen” zu Strafen, sondern die Bestrafung erfolgte willkürlich oder gar grundlos“

    @Ehemaliger,

    eine leider sehr verbreitete TäterInnenstrategie. Je dysfunktionaler das soziale Gefüge, desto leichter können sadistisch gestörte Erwachsene Kinder quälen. In Heimen und Internaten haben es solche schwer in ihrer Persönlichkeit gestörte Menschen natürlich leicht. Kern ist das Bedürfnis des Sadisten, sich am Kind abzureagieren. Die sexuelle Erregung wird dabei vom Erwachsenen meistens nur mühsam kaschiert. Anlässe für die sadistisch motivierten Straf- und Prügelorgien werden willkürlich konstruiert. Kinder spüren die sexuelle Komponente zwar. Da sie aber nun mal Kinder sind, können sie nicht einordnen, was da passiert. Im Untersuchungsbericht zur systematischen, multimodalen Misshandlung in Ettal wurde dieser Zusammenhang relativ gut dokumentiert und erläutert http://dddd.ettaler-missbrauchsopfer.de/130307_ipp_Studie_Ettal.pdf

    Auch einige Opfer anderer Tatorte/Kontexte haben über das, was psychosozial besonders verwahrloste Erwachsene ihnen angetan haben und welche Folgen das hatte berichtet http://www.tagesspiegel.de/berlin/missbrauchsskandal-im-canisius-kolleg-ein-jahr-danach-reise-in-die-freiheit/3736482.html

    Bei den Jesuiten waren wie bei den Domspatzen und vielen anderen katholischen Organisationen Serientäter am Werk. Auch der Jesuitenorden behauptete, dass es sich bei den sadistischen Prügelorgien seiner Mitglieder nicht um sexuellen Missbrauch gehandelt habe. Grotesk dabei: gerade dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Peinlich für einen Orden, dessen Mitglieder sich selbst gern als „Schlaue Jungs“ titulieren lassen, um auf ihren vorgeblichen Intellekt hinzuweisen, so etwas zu negieren.

    Und ich muss das leider aus eigener Erfahrung so formulieren: wären die Täter, ihre Unterstützer und ihre Nachfolger zur Einsicht, geschweige denn fähig, Mitgefühl mit ihren Opfern zu empfinden, dann hätten sich diese sadistische Missbrauchskultur in den entsprechenden Institutionen gar nicht erst installiert.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Rochus Bunten

    |

    Ich möchte hier mal eins klar darstellen: Ich bin ehemaliger Regensburger Domspatz, ich bin stolz darauf. Mein Jahrgang 1965. Mein Direktor in Etterzhausen war Johan Meier! Ich bin weder geschlagen worden, geschweige sexuell belästigt worden!! Ferner ist es mir nicht bekannt, dass solche „Übergriffe“ stattgefunden haben! Der „Cheef“ wie wir Monsignore Georg Ratzinger genannt haben, hat zu keinem Zeitpunkt in meiner Gegenwart die Hand erhoben. Er hatte für uns und für unsere Probleme immer ein offenes Ohr! Es wäre sinnvoll, auch dies mal zu drucken!

  • Dieter

    |

    @ lil troll und Christian Feldmann:
    Danke für die Aufklärung, das ist tatsächlich ein schlimmer Irrtum.

  • Mr. T

    |

    Rochus Bunten, es ist ja schön für Sie, wenn Sie nicht misshandelt oder missbraucht wurden. Aber was soll die Aussage hier? Wollen Sie damit belegen, dass so etwas nicht stattgefunden hat? Es geht hier nicht um die, die nicht Opfer wurden, sondern um die, die Opfer wurden. Und denen hilft es nicht viel, wenn andere keine Opfer wurden. Wollen Sie nur belegen, das nicht alle Domspatzen misshandelt wurden? Unnötig, denn das hat auch niemand behauptet. Oder wollen Sie diejenigen, die davon berichten, als Lügner hinstellen? Das wäre mehr als schäbig.

  • Coffin Corner

    |

    Hier und auf der Webseite des Bistums treffen wohl diametral gegensätzliche Wahrheiten aufeinander:

    http://www.bistum-regensburg.de/news/praelat-georg-ratzinger-fuer-vorbehaltlose-aufklaerung-4327/

    Zitat: „Mit dem Vorgehen der Diözese sei er uneingeschränkt einverstanden. Es sei richtig, alle Beschuldigungen rückhaltlos aufzuklären.“

    Heisst das für den Laien in der Quintessenz nun: „Georg Ratzinger begrüsst es, wenn sich andere am Irrsinn abarbeiten“ ?

  • Lothgaßler

    |

    Der Journalist Birkenseer ist also alles andere als unparteiisch. Damit fabriziert der Journalist Propaganda. Neben einer Relativierung der Taten und Leiden erfolgt auch noch eine Verteidigung möglicher Täter. Bei der Passauer Neuen Presse wundert mich dieser Journalismus nicht, aber diese Propaganda kommt doch leider bei den Lesern an. Wird bei solcherlei Fehltritten auch mal ein Presserat o.ä. tätig?

  • Mr. T

    |

    Georg Ratzinger hat gestern wohl seine Meinung geändert. War ganz lustig anzusehen in der Abendschau, als über seine negierende Haltung berichtet wurde und der Moderator dann gesagt hat, dass er grad aus der Redaktion die Nachricht erhalten habe, dass Ratzinger die Aufklärung jetzt doch begrüsst. Er ist wohl noch nicht zu alt zum Dazulernen. Hoffentlich ist er auch nicht zu alt, den Abschluss der Ermittlungen noch zu erleben. Das wünsch ich ihm von ganzem Herzen.

  • Renate Richardt

    |

    Ich habe damals einiges mitbekommen, man wurde aber sofort mundtot gemacht, mit der Bemerkung, dass falsche Verdächtigungen strafbar sind. Damals fiel auch immer wieder der Name Schrems – dieser Herr war neben Herrn Ratzinger auch definitiv in die Sache verwickelt.

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.regensburg-digital.de/georg-ratzinger-karl-birkenseer-domspatzen-rest-einer-jahrzehntealten-vertuschungskultur/12012016/#comment-343369

    @Rochus Bunten,

    dass Sie selbst während Ihrer Schulzeit

    – keine Übergriffe erlebt haben
    – kein Zeuge solcher Misshandlungen wurden
    – nichts davon erfahren haben
    – Ihre Zeit in Etterzhausen und in Regensburg als positiv erinnern

    während andere Menschen geradezu Gegensätzliches berichten, ist erklärlich.

    1. Sie waren ein Kind bzw. Jugendlicher. Von Heranwachsenden können wir nicht erwarten, dass Sie die gleichen Bewertungen treffen wie Erwachsene
    2. Für Sie waren die Etterzhausen und die Domspatzenschule ein prägender Lebensmittelpunkt. Vermutlich haben Sie sich sehr an den Wertmaßstäben und Verhaltensweisen Ihrer Lehrer und Betreuer ausgerichtet. Daraus leitet sich etwas ab, was als selektive Wahrnehmung bezeichnet wird http://www.pflegewiki.de/wiki/Selektive_Wahrnehmung
    3. Bipolarität und Willkür sind Kernsymptome für Systeme, in denen Missbrauch und Misshandlung gedeihen. Das angewandte Prinzip nennt man „Zuckerbrot und Peitsche“. Es existiert auch als „Für die Einen nur Zuckerbrot, für die Anderen nur Peitsche“. So war es zum Beispiel an Odenwaldschule. Auch dort fiel es Ehemaligen, die viel „Zuckerbrot“ bekommen hatten, schwer zu glauben, wo bei ihren MitschülerInnen überall die Peitschenstile gelandet waren…
    4. es gibt den Effekt der dissoziativen Amnesie http://dissoc.de/issd11.html Der ist dramatisch. Bekannter und verbreiteter ist das Phänomen der Verdrängung http://lexikon.stangl.eu/657/verdraengung/ Beides kann auch Zeugen von traumatischen Geschehnissen betreffen

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen oder unterlassen sie diese.

  • Alberto Knox

    |

    Derweil relativiert der selbst ernannte Historiker Michael Hesemann die Opferzahlen auf kath.net…

  • joey

    |

    ich habs mittlerweile auch gelesen (da war ich also nicht aktuell): G. Ratzinger hat selbst zugegeben, „Watschn“ verteilt zu haben.

  • menschenskind

    |

    Ganz neu (9.1.16):
    https://www.youtube.com/watch?v=Bd_qbAqUO-A
    Georg Ratzinger 1980, und das Züchtigen von Kindern
    https://www.youtube.com/watch?v=IFnBzUMO_cU
    Urban Priol & Georg Schramm über Missbrauch – Neues aus der Anstalt, Georg Ratzinger und 1980, Abschaffung der Züchtigung in Bayern, 2:14>>
    https://www.youtube.com/watch?v=pIcmBiofEFI
    Georg und der Sängerknabe bei der Arbeit (ohne Watsch’n):
    https://www.youtube.com/watch?v=ecY79W6DPDs
    Pope’s Brother: I Ignored Physical Abuse Reports
    https://www.youtube.com/watch?v=-86ETFzpJoA

  • HutzelWutzel

    |

    Hier gehts ja zu. Fast so schlimm wie im richtigen Leben!
    @joey:

    „Positiv: Ratzinger hat selbst ja nicht geprügelt, negativ: also war er sich des Unrechts und der pädagogischen Katastrophe bewußt. Nun, es ist sein Recht zu schweigen – das wäre wohl auch taktisch gut. Das Urteil der Nachwelt kann er ohnehin nicht mehr beeinflussen.“
    ………………………..
    Ich glaubs ja nicht! Das ist „positiv“? Er ist höherer Geistlicher, will/ soll als „Hochwürden“ angesprochen werden. Mich dünkt, wir haben schon wieder diese „Priesterzustände“ wie ehemals im Mittelalter, nur das die heute Lesen, Schreiben, aber sich trotzdem nicht genügend erinnern können.

  • Angelika Oetken

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie bitte beim Thema.

  • menschenskind

    |

    joey meinte:
    „Positiv: Ratzinger hat selbst ja nicht geprügelt, negativ: also war er sich des Unrechts und der pädagogischen Katastrophe bewußt. Nun, es ist sein Recht zu schweigen – das wäre wohl auch taktisch gut. Das Urteil der Nachwelt kann er ohnehin nicht mehr beeinflussen.“

    „Ratzinger hat selbst ja nicht geprügelt“
    Woher wissen Sie das denn so genau?
    Ich wäre da mal vorsichtig.

    „Nun, es ist sein Recht zu schweigen“
    Nein, Sie irren, es wäre kein Recht, sondern ein Unrecht zu schweigen. Christen sind dem Dekalog (10 Gebote) verpflichtet. Eines dieser Gebote lautet „Du sollst kein falsches Zeugnis gegenüber deinem Nächsten abgeben“, mit anderen Worten ein Verbot der Lüge. Wenn Ratzinger schweigen würde, würde er zum Lügner, würde er eindeutig das Gebot brechen.

    „das wäre wohl auch taktisch gut“
    Auf wessen Seite steht joey? Auf Seiten der Kindsmisshandler, der Pädophilen, also auf Seiten der Täter? Denn für die Opfer kann es doch unmöglich „taktisch gut“ sein, wenn Ratzinger schweigen würde! joey, was sind Sie nur für ein Mensch?!?

    „Das Urteil der Nachwelt kann er ohnehin nicht mehr beeinflussen.“

    Richtig! Und gerade deshalb, sollte es verboten sein zu schweigen. Alle Betroffenen müssen sich outen und ihre Aussagen machen, mag es noch so viel Überwindung, noch so viel Schmerz kosten. Alle Täter in Soutane, die kleinen wie die großen, müssen sich verantworten, verantworten vor ordentlichen Gerichten. Das Ansehen der Kirche ist in diesem Falle ebenso zweitrangig, wie das Ansehen der Geistlichen, bis hinauf zu Ratzinger. Denn es geht um Gerechtigkeit.

    Eine kleine Putzfrau, die ein Packerl Zigaretten klaut, wird, wenn sie erwischt wird, vom Gericht zur Rechenschaft gezogen, sie kriegt soundsoviel Tagessätze aufgebrummt, die ihr finanziell wehtun.
    Ebenso wehtun sollten den kirchlichen Tätern deren Strafen!

  • Charles X.

    |

    Was man in Regensburg wirklich denkt!

    Georg Ratzinger ist Mitglied im Stiftskapitel St. Johann. Der dortige „Chef“, also der Stiftsdekan ist sein Freund Heinrich Wachter. Und der äußert sich gerade in schonungsloser Offenheit.

    – über den jetzigen Papst:
    „Franziskus macht alles anders. Das ist zwar sicher nicht seine Absicht, das muss man Franziskus nicht unterstellen, aber in vielem, wie er handelt, blamiert er seinen Vorgänger.“

    – über Aufklärung der Domspatzenmissbrauchsaffaire:
    „Unnötig. Ich finde, das ist überflüssig. Dass ewig über das selbe geredet wird, da hätte man doch 1.000 andere Fälle wie in Sportvereinen, über die man auch reden müsste. Die Aufarbeitung ist doch längst hinter uns, das brauche ich nicht dauernd wiederholen „(http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Regensburger-Geistlicher-Papst-Franziskus-blamiert-doch-unseren-Papst-Benedikt-dauernd-;art1172,346292).

    Man kann davon ausgehen, dass das letztlich auch die Meinung von Bischof Voderholzer und Georg Ratzinger ist.

  • Arno Nym

    |

    Der Herr Eckl hat anscheinend Prälat und Stiftsdekan Heinrich Wachter interviewt und der hat zum Thema Aufklärung ne eigene Meinung:

    „Der Missbrauch um die Domspatzen wird nun aufgearbeitet. Wie finden Sie das?

    Unnötig. Ich finde, das ist überflüssig. Dass ewig über das selbe geredet wird, da hätte man doch 1.000 andere Fälle wie in Sportvereinen, über die man auch reden müsste. Die Aufarbeitung ist doch längst hinter uns, das brauche ich nicht dauernd wiederholen.“

    Ist wohl nicht jeder glücklich über die viele Ehrlichkeit.

    http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Regensburger-Geistlicher-Papst-Franziskus-blamiert-doch-unseren-Papst-Benedikt-dauernd-;art1172,346292

  • Coffin Corner

    |

    Trotz aller verfügter Maulkörbe plaudert doch hin und wieder ein Kleriker aus dem Nähkästchen.
    (Er lässt dann seine Maske fallen und die hässliche Fratze dahinter wird sichtbar.)

  • Angelika Oetken

    |

    „Ich hab‘ auf jeden Fall keinen Knacks davongetragen! (lacht) Ganz im Gegenteil: Wir hatten dort vor allem in allen musikalischen Bereichen hervorragende Lehrer. Ich wäre ohne diese Ausbildung sicher nicht der geworden, der ich heute bin, schließlich stamme ich aus ziemlich einfachen Verhältnissen aus der Jachenau. Insofern bin ich sehr dankbar. Am meisten gelitten habe ich persönlich eigentlich unter einem entsetzlichen Heimweh, das mich vier Jahre lang plagte – aber dafür konnten die Lehrer ja nichts.“
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/ebersberg-die-ganze-sache-beruehrt-mich-sehr-und-tut-mir-weh-1.2819986

    Herr Orterer hat die moralischen Maxime der Domspatzenkultur gut veranschaulicht

    – Nur die Harten kommen in den Garten
    – Oben buckeln, unten nachtreten
    – Wer sich um jeden Preis anpasst, für den wird gesorgt
    – echte Gefühle werden durch Sentimentalitäten ersetzt

  • Michelle

    |

    Als waschechte Regensburgerin erinnere ich mich noch gut an die 70-er Jahre, damals waren die Missbrauchsfälle bei den Domspatzen schon hinter vorgehaltener Hand präsent, warum das heute erst behandelt wir, ist mir schleierhaft! Ich bin zerrissen, was die Ereignisse betrifft. Selbst wurde ich im Kindergarten St. Emmeram von einer Klosterschwester (Angelika) gedehmütigt und geschlagen. Diese Klosterschwester wurde mir durch Bekannte als äußerst liebenswürdig geschildert gegenüber deren Sohn. Mein Cousin wurde bei den Limburger Domsingknaben gedehmütigt und vielleicht auch missbraucht (er selbst verweigert bis heute die Aussage). Trotzdem habe ich wiederum positives erfahren durch meine Jahre in den Gruppenstunden in Hl. Geist. Hier haben Kaplan Hönig und Chrt uns sehr geholfen. Meine Freundin (evangelisch), die an Nierenversagen starb, wurde von diesen geistl. Herren in der Kapelle auf äußerst einfühlsame Weise verabschiedet. Damals in den 70-ern war das scheinbar leichter.

  • Angelika Oetken

    |

    „Confido-Initiativen“ ist Träger von Einrichtungen, in denen traumatisierte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leben und behandelt werden. Confido GmBH ist in Bad Griesbach angesiedelt und arbeitet eng mit bayerischen Behörden und medizinisch-therapeutischen Institutionen zusammen. Die Vernetzung mit Organisationen, die zur katholischen Kirche gehören ist eng.

    Interessant, was „Confido-Initiativen zur Heilung von traumatisierten Kindern schreibt
    http://www.confido-initiativen.de/

    Man kann das, was dort von ExpertInnen eingestellt wurde, im Falle der Ehemaligen der Domspatzeneinrichtungen auch so lesen: „auch kindliche Zeugen von Gewalt und Misshandlung sind von Traumen Betroffene. Wenn die statt heilende Erfahrungen zu machen, in dem bestätigt werden, was zur Kultur der Übergriffigkeit beitrug: was wird dann aus ihnen?“

  • Haimo

    |

    Im Jahrgangsbericht 1967-68 _ Seite 71 – 76 _ Schuljahres-Schlußfeier , ist von Oberstudiendirektor J. Höfler
    eine Abschlußrede unter der Überschrift :
    Gedanken zu akluellen Schul- und Schülerproblemen
    wiedergegeben . Darin ist von , ich zitiere :
    “ Anwendung von unwürdigen Strafen “ und einer
    Beschreibung derjenigen die Rede .
    Wie auch die ganze Rede vor Schülern , Eltern ua. deutlich
    macht , wie bekannt das Problem damals war . Sonst hätten sie
    die Rede wohl nicht veröffentlicht. Da gibt es immer noch
    Leute die nichts gewußt haben wollen ?

  • R:B:

    |

    @ Betreff: Vertuschungskultur
    Also , da kommt mir gleich die Galle hoch, wenn man diese Berichte von Georg Ratzinger oder dem DKM Büchner liest. DKM Büchner: „“Es ist eine Last, die man mit sich trägt, die einen fast jeden Tag in Briefen oder Telefonaten erreicht. Ich gebe zu, dass mich das selbst schwer trifft und berührt. „“ @ Herr Büchner , seit Jahren weiß man davon , und man findet nicht die richtigen Worte zum Thema. Wann hört endlich diese Scheinheiligkeit auf?
    DKB Büchner: Man hat das Ausmaß der Opferzahl unterschätzt.
    @ Herr Büchner , Seit Jahren wurden die Opfer vom Bistum vergackeiert , und das ganze Thema wurde so sehr in die Länge gezogen. Siehe Frau Böhm! DKM Büchner: Es geht um die Zukunft. Alle hier – Schüler, Lehrer, Chorleiter, Erzieher, Hausangestellte – arbeiten mit und versuchen diesen Schatten zu überwinden, rauszutreten, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und zu sagen: „Schaut her, so ist es heute.“ @ Herr Büchner , Sie können doch nicht nur von heute reden , „““ so ist es heute „“““ wenn Sie , Ihre Institution Domspatzen , seit Jahren nur scheibchenweise die Vergangenheit aufarbeiten wollen. Und , sagen Sie bitte nicht , in Ihren 20 Jahren Dienstzeit in REGENSBURG ist dort nichts passiert. Seit Jahren dort wird aussortiert, wer nicht spurt , der geht eben! ( von den ganzen Liebschaften möchte ich jetzt wirklich nicht schreiben. Und wenn Sie heute sagen: „“ so ist es heute „“ , dann frage ich mich auch persönlich , warum es bei den Domspatzen in Regensburg auch so viele viele Homosexuelle , Bisexuelle und auch einige viele Phädophile Domspatzen gibt. Herr Büchner , mann kann heute nicht so einfach über den Domspatzenschatten springen, denn das muss alles aufgeklärt werden! DKM Büchner: Ja, das ist richtig. Wir würden von den Opfern gerne erfahren, was sie in Bezug auf die Aufarbeitung von uns erwarten. Uns ist bewusst, dass sich die Opfer ein offensiveres Vorgehen von unserer Seite bezüglich der Aufarbeitung gewünscht hätten.
    @ DKM Büchner , Ich verstehe nicht , warum sich der heutige DKM der Domspatzen um irgendwelche Ausgleichszahlungen kümmern sollte. Ich finde, das sollen nur richtige Fachmänner machen , siehe auch Modell Ettal:
    http://uuuuuuuuu.de/20_chronologie.htm
    _
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/domspatzen-das-muss-aufgeklaert-werden-21179-art1329032.html

    DKM Büchner: Das muss aufgeklärt werden:
    @ Herr Büchner , dann weiß auch keiner zum Thema „Drogen “ bei den Domspatzen etwas. Denn Ende der 70s , da gab es etliche Drogentote , auch im Umkreis von Regensburg.
    Ich erinnere mich: Da lag damals sogar ein Lehrersohn Tod im Strassengraben!

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Die-Zahl-der-Drogentoten-bleibt-auch-in-Regensburg-weiterhin-hoch;art1172,329209,H

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Die-Zahl-der-Drogentoten-bleibt-auch-in-Regensburg-weiterhin-hoch;art1172,329209

  • R. Werner

    |

    @R.B.
    Sie fragen sich „warum es bei den Domspatzen in Regensburg auch so viele viele Homosexuelle , Bisexuelle und auch einige viele Phädophile Domspatzen gibt“.

    Ich frage mich, warun ein verkappter Schwulenfeind (wie Sie offenbar einer sind) meint, hier seine Ressentiments abladen zu können.
    Was soll dieses Nebeneinanderstellen von Homo- und Bisexuellen mit „Phädophilen“? Ich finde ihr Gesülze unerträglich, so bescheuert reden nicht einmal die größten Betonköpfe aus der Domspatzen-Institution!

  • R:B:

    |

    @ r.w.

    Guten Abend , ich bin kein Feind zum Thema ,
    und es war auch wirklich nicht böse gemeint!

  • Angelika Oetken

    |

    @R. Werner,

    immer wieder wurde in der Vergangenheit Homosexualität mit Pädo“philie“ gleichgesetzt. Nicht zuletzt von Kirchenfunktionären. Meistens solchen, die es gerade nötig hatten. Ich erinnere an Kommentar 142 : „Erkennbare Muster in der Fam. Ratzinger“
    (1).
    Selbstverständlich ist ein Schwuler genauso wenig ein Mann, der automatisch Jungen missbraucht, wie ein Heteromann sich zwingend sexuell an Mädchen vergeht. Die Homosexuellenszene hat einen sehr langen Kampf gegen Verfolgung und Diffamierung geführt. Ausgrenzungen und regelrechter Terror durch Staat, Kirche und Gesellschaft wichen ja erst sehr langsam und in zähem Kampf einer gewissen Toleranz und Gleichberechtigung.

    Was aber speziell Missbrauchskriminalität angeht, sollten wir eben nicht vergessen, dass Täterschaft keine Frage des Geschlechts und auch nicht der sexuellen Präferenz ist. Oder anders gesagt: die Domspatzeneinrichtungen mit den Jungen jeden Alters, die dazu noch in einem bigotten Milieu kaserniert und isoliert leben mussten, werden ein regelrechtes Täterparadies abgegeben haben.

    Für Priester, die Jungen missbrauchen, weil sie
    a) Sadisten sind
    b) Pädophile sind
    c) Ephebophile sind (d.h. auf Pubertisten und Teenager stehen)

    Und Letzere gibt es unter Homosexuellen sicherlich genauso viele wie unter Heteros. Ich bin nicht sicher, inwieweit sich das inzwischen geändert hat, aber ich musste ab meinem 12. Geburtstag genauso wie meine Altersgenossinnen verstärkt acht geben, nicht von wesentlich älteren Männern sexuell bedrängt zu werden. Vor allem wenn die angetrunken waren oder in Gruppen unterwegs. Und das waren auf keinen Fall alles Pädos. Sondern oft ganz „normale“ Familienväter. Deren Verhalten galt damals als vollkommen in Ordnung. Nach dem Motto „Männer sind eben so“. Darum half uns bedrängten Mädchen von den Erwachsenen auch niemand. Will sagen: so verhielten sich nicht alle Männer, aber es waren genug. Auf dem Straßenstrich in Köln sind mehr als 1000 Jungen und Männer unterwegs. Die haben alle „Kundschaft“. Und die wird sich nicht nur aus Pädo“philen“ zusammensetzen, sondern auch aus Schwulen und Heteros, die eigentlich auf Erwachsene stehen.

    VG
    Angelika Oetken

    (1) http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/regensburger-domspatzen-missbrauch-zwischenstand-100.html

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten/videos/operation-zucker-jagdgesellschaft-video-tgl-ab-20-uhr-100.html

    Sehr guter Film. Mit wenigen Einschränkungen ziemlich authentisch. Vorsicht: erhebliches Triggerpotential. Es wird deutlich gemacht, was „Kindesmissbrauch“ in Wirklichkeit bedeutet und dass Pädo“philie“ nichts mit Liebe zu tun hat. Sondern Ausdruck tiefen Hasses auf Kinder ist.
    Bemerkenswert im Zusammenhang mit dem organisierten Missbrauch in den Domspatzeneinrichtungen: im Film wird gezeigt, dass den Kindern vor dem Missbrauch Medikamente verabreicht werden. Dies berichten auch Betroffene, die in Etterzhausen/Pielenhofen sexuell ausgebeutet werden. Die kindlichen Opfer bekommen Betäubungsmittel, damit sie beim Missbrauch nicht schreien und sich nicht explizit erinnern. Dies ist einer der Gründe, warum es so viele Betroffene gibt, die zwar erheblich unter im Körpergedächtnis gespeicherten Missbrauchserinnerungen leiden, das Geschehen aber nur bruchstückhaft erinnern.

    Im Anschluss an die Sendung folgt ein Expertentalk unter der Moderation von Frau Maischberger.

  • HutzelWutzel

    |

    Berufsbedingt komme ich leider nur zu dieser Zeit zum kommentieren.

    @Charles X.

    Zu Stiftsdekan Heinrich Wachter:
    „Man kann davon ausgehen, dass das letztlich auch die Meinung von Bischof Voderholzer und Georg Ratzinger ist.“

    Da dürfen Sie „Stein und Bein“ drauf schwören! ;-)
    Ändert nur nichts daran, dass nun möglicherweise von zwei konkurrierenden Lagern im Vatikan/ der Kath. Kirche diejenigen Leute das Ruder übernommen zu haben scheinen, denen Papa Franz einst offiziell angehörte.

    Ob es „besser“ wird? Das Werk wird es sich nicht gefallen lassen, was die aktuellen Sticheleien gegen Papa Franz beweisen.
    OD hatte – habe ich mir sagen lassen – den Plan für das „neue christlich-abendländische Europa“ schon fertig, da war die Societas Jesu gerade erst dabei einen neuen General zu wählen.

  • HutzelWutzel

    |

    Empfehle einen aktuellen TV-Zweiteiler in der ARD-Mediathek: „Operation Zucker“ und „Operation Zucker – Jagdgesellschaft“. Es kommt die hier diskutierte Problematik dort zwar nicht zum Tragen, aber nimmt man dies und die entsprechenden Einflußmöglichkeiten der Kath. Kirche dazu, kann man erahnen wie angreifbar dieser Staat – nicht nur die Kath. Kirche – geworden sein könnte. Gute Aussichten, dass sich etwas ändern wird, wollen wir diesen Staat wirklich so er-/ behalten.

  • Angelika Oetken

    |

    „Das Werk wird es sich nicht gefallen lassen, was die aktuellen Sticheleien gegen Papa Franz beweisen.“

    @HutzelWutzel,

    sollte es sich bei Jorge Mario Bergoglio SJ, aktuell als Papst Franziskus oberster Geschäftsführer der Römisch Katholischen Kirche, etwa um den einzigen Kleriker unter gut 400 000, die es auf der Welt aktuell gibt handeln, den seine Mitbrüder durch keinerlei „Geheimnisse“ zu irgendwas nötigen können, was er ansonsten nicht tun würde?!? Falls ja, wäre das doch ein Wunder oder? Diesmal sogar ein echtes.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • udo kaiser

    |

    noch einmal eine aussage zum wissen der vorfälle durch DKM ratzinger. anlässlich unseres 40jährigen, luden wir den DKM zu einem treffen ein. er kam, hocherfreut, denn dieser jahrgang, war sein erster männerchorjahrgang, der sofort menschlich und musikalisch auf seine seite wechselte. frustriert vom system schrems(theobald, DKM und dem neffen fritz, finanz-undverwaltungschef) dazu der von der familie schrems in diese position geschobene hans schrems, stimmbildner und chorleiter, der einzige mensch in diesem zuchthaus…so entstand im ersten jahr ein konkurrenzkampf um die besten chorsänger, konzerte und meineung der medien…ratzinger, als sogenannter schwacher nachfolger von schrems auserkohren, verbrachte dieses jahr mit großer zurückhaltung und zuschaun…die fam. schrems, dadurch ermutigt, drängte hans schrems, der sich schon auf seine schulmusikerstelle im goethegymnasium zurückmelden wollte, weiterhin in diesen sinnlosen kampf, da ja hans nie oder besser zu der damligen zeit, noch nicht DKM werden konnte. dann, urplötzlich schlug ratzinger mit der faust auf den tisch, nahm sich das ihm angestammte recht der besten sänger und des ersten choren und nach einem verbürgten bericht eines zeitzeugen, verließ hans schrems, an einem morgen, nach einem lautstarken streit mit ratzinger, fluchtartig, ohne mantel, die dompräbende und stürzte sich von der nibelungenbrücke.zurück zu unserem treffen…man erinnerte sich, dass einige von uns den DKM auf der ersten gemeinsamen konzertreise…das muss 67 oder 68 gewesen sein, auf die furchtbaren verhältnisse in etterzhausen aufmerksam gemacht haben. im nachhinei bedauerte ratzinger dies und begründete sein nichthandeln mit dem unglauben und der angst gegenüber dem system und der person dir.maier.
    nun aber noch einmal zum „täter“ ratzinger….gegenüber den furchtbaren schlagorgien seines vorgängers theobald schrems, war ratzinger ein etwas cholerischer, unbeherrschter chorleiter, dem öfters die hand ausgerutscht ist…ich möchte nur an das regiem schrems erinnern…58 vertuschte er zusammen mit der regensburger presse,der (nazi-) justiz und der kirche, die veruteilung des internatsdirektors zeitler, der sich an einer ganzen jklasse domspatzen vergangen hat…sein anschmeissen an den führer, der diese domspatzen als singende sendboten ins ausland schickte…auf der südamerikareise waren die schüler freiwild eines präfekten….dieser große pädagoge prügelte mich eines abend im chorsaal 800 bei einem acapellasingen des gesamten konzertbandes, mit händen und füßen für den geringsten fehler, unter den flügel…
    und diesem mann ist ein denkmal geweiht und gesetzt. wir werden keinen frieden geben, bis dieses denkmal verschwindet, bzw. zwei stehlen oder tafeln daneben angebracht werden im andenken an die gewalt und missbrauchsopfer.

  • Angelika Oetken

    |

    Sie machen auf etwas ganz Zentrales aufmerksam Herr Kaiser. Danke auch für dieses großartige Interview http://www.taz.de/Missbrauchsopfer-bei-den-Domspatzen/!5266396/

    Robert Werner hat zur Rolle und Funktion der Nazis, die sie in der Oberpfalz inne hatten und den engen Verstrickungen zum Klerus und dessen Verbündeten hier auf Regensburg-Digital ja schon viel Erhellendes eingestellt.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.globalpulsemagazine.com/news/cardinal-mller-accused-of-systemic-abuse-cover-up-in-former-diocese/2509

    Ich habe das zitierte Interview, in dem Fritz Wallner von der „Zeit“ interviewt wurde (Ausgabe vom 14.1.2016) leider nicht online abrufen können.

    Eine Zusammenfassung:

    Fritz Wallner, ehemals Vorsitzender des Diözesanrates Regensburg spricht von einem systematisch betriebenen Vertuschungssystem, an dem vor Allem Gerhard Ludwig Müller und Generalvikar Fuchs beteiligt gewesen seien. Er nennt es das „System Regensburg“, was gezielt verhindert habe, dass die Wahrheit ans Licht komme. Wallner betont, wie wichtig der Film „Sünden an den Sängerknaben“ für die Aufklärung war. Erst danach sei die Diözese „aufgewacht“.

    Herr Wallner antwortet in dem Interview auf die Frage, ob er es für möglich halte, dass Georg Ratzinger nichts vom sexuellen Missbrauch in den Domspatzeneinrichtungen gewusst habe: „Nein“.

  • Kanonikus2L

    |

    @udo kaiser:

    Danke für Ihr Engagement, auch das Interview, dass Sie gestern im Bayerischen Fernsehen (Abendschau) gegeben hatten. Respekt, dass Herr Däumling dabei sogar Ihr T-Shirt mit http://www.intern-at.de als Anlaufstelle angesprochen und groß gezeigt hatte.
    Es scheint noch nicht alle Hoffnung verloren, wenn sogar das Bayerische Fernsehen mittlerweile Aufklärung will und ermöglicht.
    Was hat es eigentlich mit diesem Theobald Schrems auf sich? Wie war hier die Rang- und Nachfolge aller dieser Leiter der Domspatzenschule in Etterzhausen und dann auch in Regensburg selbst?
    Gab es da wenigstens einen der Domkapellmeister, der außer was zu wissen, aktiv nichts mit der Sache zu tun hatte?
    Ich hörte vor wenigen Monaten, dass der Fall eines dieser Domkapellmeister dem „Päpstlichen Geheimnis“ unterliegen soll, und deshalb auch von RA Weber nicht geklärt werden kann oder darf. Stimmt das? Wissen Sie etwas davon?
    Das „Päpstliche Geheimnis“ wurde von einem Papst erlassen. Es ist nicht göttliches sondern weltliches Recht der Kirche. Hat es ein Papst erlassen, kann es ein folgender Papst auch aufheben. Warum macht Papst Franziskus das nicht, wenn er ehrlich eine Aufklärung der Dinge und eine Wiederholung solcher Sachen künftig verhindern will?
    Oder ist das „PG“ eine Möglichkeit auch künftig Mißbrauchsfälle verborgen und vertuscht zu halten, eine Art „Strafvereitelung clericale ecclesiae“.

  • Kanonikus2L

    |

    @Mr. T: Danke, hatte ich bereits gelesen!
    Es erschließt sich nur nicht, ob hier „Mißbrauch in Sukzession“ stattgefunden hatte, oder im Laufe des bekannten Zeitraumes nicht wenigstens ein einziger Kapellmeister vorhanden war, der weder geschlagen noch sexuell mißbraucht hatte.
    Galt sukzessiver Mißbrauch, müßte man von einem System, von organisierter Kriminalität sprechen. Der strafrechtliche Begriff der „Bande“ erfordert so ich weiß das zielgerichtete Zusammenwirken von mindestens drei Personen, und organisierte Kriminalität kann noch ein paar mehr umfassen. Das „organisiert“ könnte sich aus der Grundverfassung einer Vereinigung ergeben.

  • Angelika Oetken

    |

    @Kanonikus2L,

    man sollte das, was Sie oben schreiben, in die Fragestellungen bei der Aufklärung der Missbrauchskriminalität bei den Domspatzen einbeziehen. Aber nicht in die vom Bistum als solche bezeichnete, sondern in die eigentliche, d.h. derzeit noch von Betroffenen, Mitbetroffenen und Whistleblowern betriebene. Die mit dem Arbeitstitel „AUA“.

    Insofern:

    „gab es im Untersuchungszeitraum (1945 – 1992) einen Kapellmeister bei den Domspatzen, der die Schüler weder geschlagen noch sexuell missbraucht hat?“

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • johncongleton

    |

    wochenblatt vom 27.01.16 seite 10 zum davonlaufen. erst heisst es ;wir haben nichts gewusst; dann ; vielleicht ja doch son bisschen; aber jetzt muss man auch mal wieder damit aufhören; obwohl wir nichts gemacht haben als angesehene bürger dieser stadtgesellschaft, die genügend einfluss und macht gehabt hätten das ganze an die öffentlichkeit zu bringen, denen es aber an mut gefehlt hatte . das beenden dieser aufklärung nützt einzig und allein den tätern der vergangenheit und künftigen tätern. alles andere als eine kompromisslose aufklärung ,könnte auch die kinder anderer in gefahr bringen in der zukunft. herr eckl durch sie hat sich dass wochenblatt nicht zum positiven verändert. defenitiv nicht. das ganze erinnert einem sehr an die zeit nach dem 2.weltkrieg. shit

  • Coffin Corner

    |

    Auch intererssant beim Wochenblatt:
    „Der Papst lobt Kardinal Müller für dei Missbrauchsaufklärung“. Ich würde gerne mal wissen, wo die das her haben. Denn so etwas würden Kath.net, Domradio etc. sofort hinaus posaunen. Dort findet sich aber immer noch nichts.

  • Angelika Oetken

    |

    Heute traf sich das Kuratorium zum ersten Mal. Angeblich ist es von Rechtsanwalt Weber zusammen gestellt worden http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/domspatzen-guter-start-fuers-kuratorium-21179-art1337015.html

    Es ist ja schon etwas eigenartig, dass dieses Beratungsgremium zur Hälfte aus den Männern besteht, die beraten werden sollen. Wie dem auch sei. Eines hat die beginnende Aufklärung ja offensichtlich schon bewirkt: es wird nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand über die Domspatzeneinrichtungen und die Besatzung des Bistums geredet. Sondern offen. Ein wichtiger Teil der Aufarbeitung. Der Slogan der ersten Kampagne des UBSKM lautete ja nicht umsonst: „Sprechen hilft und bricht die Macht der Täter“!

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de/aktuelles-1/

    Neben vielen anderen ist auch der auf dieser Homepage eingestellte Bericht über ein Treffen der Opfer mit den verantwortlichen Priestern (eingestellt am 29.1.2016) besonders lesenswert. Auch dem dem kleinen Orden der Redemptoristen zeigt sich wieder dieser bemerkenswerte, scheinbare ? Mangel an Unrechtsbewusstsein, Verantwortungsgefühl und Einfühlungsvermögen. Bei der Gelegenheit:

    Die Rate an Priestern, die als Kinder oder Jugendliche selbst sexuell ausgebeutet wurden, muss noch höher sein, als die in der
    Durchschnittsbevölkerung. Schon allein deshalb, weil etliche von ihnen katholische Jungeneinrichtungen besucht haben oder schon früh in Ministranten- und kirchliche Jugendgruppen integriert worden sind. Wie viele Jungen dort sexuell ausgebeutet wurden (von Erwachsenen oder älteren Jugendlichen) und inwieweit das die Entscheidung beeinflusste, sich selbst dem Klerus anzuschließen, ist bisher noch nicht mal annähernd ermittelt. Dass sich aber unter den 14 000 Priestern, die in Deutschland leben, bislang nur der wackere Pfarrer Bruno Ix aus der Eifel als Missbrauchsopfer geoutet hat und das schon im Jahre 2000 ist bezeichnend. Es deutet darauf hin, dass die meisten betroffenen Kleriker anstatt den mühsamen Pfad der Aufarbeitung zu beschreiten, ihre Traumatisierungen verdrängen, verleugnen, herunterspielen. Oder eben selbst zu Tätern werden. Scheinbare Empathielosigkeit oder Selbstbezogenheit kann auch Symptom eines unbehandelten Posttraumatischen Belastungssyndroms sein.

    Mit der Aufarbeitung fängt man immer erst am besten bei sich selbst an. Selbst diesen Schritt hat die große Mehrheit der Priesterschaft noch nicht getan.

  • Angelika Oetken

    |

    Hier ein weiteres wichtiges Indiz dafür, dass das, was die Katholische Kirche in Richtung „Kinderschutz, Aufklärung, Aufarbeitung“ usw. betreibt, den öffentlichkeitswirksamen Inszenierungen entspricht, die sie unter Anderem bei uns in Deutschland auch veranstaltet. Was man ja aktuell sehr gut an der Causa Domspatzen ablesen kann und sich so oder ähnlich überall da wiederholt, wo die Institution Katholische Kirche öffentlich mit ihrer Missbrauchskriminalität konfrontiert wird. „Kinderschutz, Aufklärung und Aufarbeitung“ sind aber zu ernste Themen, um sie der Art Männer zu überlassen, die das bilden, was wir als „Klerus“ bezeichnen. Der katholischen Priesterschaft mangelt es aus bestimmten Gründen an Unrechtsbewusstsein. Die Ursachen dafür sind vielfältig, einer ist meiner Ansicht nach ein gestörtes Verhältnis zur – eigenen – Sexualität. Eine ernste und folgenreiche Pathologie, ein lebensgeschichtliches Versagen, das für institutionelle Zwecke instrumentalisiert wird.

    Peter Saunders, britischer Opferanwalt mit Doppelexpertise (betroffener Experte) soll offenbar aus der päpstlichen Kinderschutzkommission rausgemobbt werden, weil er gegenüber Akutpriestertätern schnelles Eingreifen statt langwierigem Aussitzen fordert.
    „Aber er sagte, die Untätigkeit des Vatikan angesichts der Fälle von Kindern, die weiter vergewaltigt und missbraucht werden „hat mich den Glauben in den Prozess und das Vertrauen in Franziskus verlieren lassen.“’
    http://www.nytimes.com/aponline/2016/02/06/world/europe/ap-eu-rel-vatican-sex-abuse.html?_r=1
    (für alle, die nicht so firm im Englischen sind, mit Hilfe des Übersetzungsprogramms gut zu verstehen)

    Und so stellt der Vatikan die Sache dar
    http://de.radiovaticana.va/news/2016/02/06/anti-p%C3%A4dophilie-aktivist_nimmt_sich_auszeit/1206494

  • Angelika Oetken

    |

    Interessantes Interview mit Kardinal Lehmann, abgedruckt 8 Jahre vorm „Canisiusday“.

    „In meiner Diözese Mainz sind es in den 19 Jahren, in denen ich Bischof bin, insgesamt vielleicht drei oder vier Fälle gewesen. Eine bundesweite Übersicht gibt es nicht. Nochmals: Wir haben das Problem nicht in diesem Ausmaß. Warum soll ich mir den Schuh der Amerikaner anziehen, wenn er mir nicht passt?“
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22955262.html

  • Angelika Oetken

    |

    „http://de.radiovaticana.va/news/2016/03/02/papst_kirche_braucht_offene_herzen,_nicht_schmutziges_geld/1212384“

    „Schmutziges Geld“: aber nicht doch! Es gibt für alles Waschmaschinerien…..

  • Warum Georg Ratzinger Domkapellmeister wurde » Regensburg Digital

    |

    […] Der Rückblick in die Übergangszeit Schrems-Ratzinger zeigt zweierlei: Zum einen waren körperverletzende Strafen und sexuelle Übergriffe systemimmanenter Bestandteil nicht nur in den Einrichtungen der „Domspatzen“, sondern auch in den bischöflichen Knabenseminaren, wo viele Täter sozialisiert worden waren. Die weit verbreitete mediale Fixierung auf die Institution „Domspatzen“ verstellt allerdings den Blick auf die entsprechenden Missstände und Verantwortliche. Indes würde das Ordinariat eines Bischofs Voderholzer die Übergriffe in anderen kirchlichen Einric… […]

  • Angelika Oetken

    |

    „Die Kommission hat sich aus Sicht der Betroffenen kirchlicher Gewalt vor allem für den Schutz der Täter engagiert: „Die Klasnic-Kommission wurde von der Kirche eingesetzt, um teure Klagen abzuwenden und Opfer auszuhorchen“, moniert Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt. „Sie hat den Opfern Almosen ausbezahlt, ihre intimen Daten klammheimlich mit der Bischofskonferenz geteilt und die Täter gedeckt, anstatt ein Justizverfahren gegen selbige zu unterstützen.“ Und sie habe eine Vernetzung Betroffener verhindert und damit eine zivil- und strafrechtliche Verfolgung massiv erschwert.“
    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160423_OTS0031/missbrauch-betroffene-an-bp-fischer-wir-werden-ihnen-keine-traene-nachweinen

    In Deutschland läuft das mit der Katholischen Kirche natürlich gaaaaanz anders.

    LG
    Angelika

    P.S. wie ich heute las, hat unser Bundespräsi nicht vor, noch mal anzutreten. Ob es auch damit zu tun hat, dass er befürchtet, andernfalls irgendwann einen Klerikader oder eine Klerikommission für ihre „Verdienste“ auszeichnen zu müssen?

Kommentieren