SOZIALES SCHAUFENSTER

Beiträge mit Tag ‘Medien’

Anonymes Sterben in Corona-Zeiten

Warum die MZ keine Todesnachrichten veröffentlicht

Seit längerer Zeit erscheinen in der Mittelbayerischen Zeitung lediglich bezahlte Todesanzeigen, aber nicht mehr die üblichen Todesnachrichten. Weil er deshalb erst spät und eher zufällig vom Tod einer engen Bekannten erfuhr, ging ein Leser der Sache nach. „Eine Vorgabe“ aufgrund der Verordnung zum Infektionsschutz sei das, hieß es zunächst. Doch stimmt das?

„Dies wird uns so vorgegeben und wir müssen uns an diese Vorgabe halten und dürfen davon nicht abweichen“, schreibt eine Mitarbeiterin der MZ-Reklamationsabteilung.

„Die MZ? Die lese ich nur wegen der Todesanzeigen.“ Es ist diese, ein wenig gemeine Bemerkung, die gelegentlich fällt, wenn sich jemand gerade besonders über die hiesige Tageszeitung ärgert. Einen wahren Kern hat sie freilich. Denn um zu erfahren, ob und wer gestorben ist, dient die Mittelbayerische Zeitung als wichtige Informationsquelle. Entweder über die (kostenpflichtig geschalteten) Todesanzeigen oder aber die standesamtlichen Todesnachrichten, die Medien auf Anfrage zugeschickt werden (sofern die Angehörigen zustimmen) und die bis vor kurzem auch in der MZ veröffentlicht wurden. Es ist ein Service, den im Grunde jede lokale Tageszeitung bietet. Doch seit geraumer Zeit findet sich unter der entsprechenden Rubrik der MZ anstelle der Namen von Verstorbenen, gegebenenfalls mit Bestattungstermin, lediglich ein kurzer Hinweis:

„Aufgrund der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (…) finden die Bestattungen im engsten Familienkreis statt und können deshalb hier nicht mehr veröffentlicht werden.“

Mittelbayerische Zeitung

Babymord reloaded

Am ersten Weihnachtsfeiertag wurde ein Neugeborenes tot in einer Mülltonne aufgefunden. Die Mittelbayerische Zeitung erinnert aus diesem Anlass an zwei „getötete Säuglinge“ in Kumpfmühl im Jahr 2006. Doch diese „getöteten Säuglinge“ gab es gar nicht.

Tag 23 im Wolbergs-Prozess

Kollektives Kreisen um Hartls Problem-Mail

Der 23. Verhandlungstag im Korruptionsprozess bringt einen neuerlichen Rüffel für die Ermittlungsbehörden: Nach weiteren Schlampereien bei den Protokollen der Telefonüberwachung ordnet Richterin Elke Escher die Neuverschriftung von 111 aufgezeichneten Gesprächen an. Ob die Ausschreibung des Nibelungenareals auf den Bauträger Volker Tretzel zugeschnitten war, bleibt derweil trotz annähernd 30 vorgespielter Telefonate derweil weiter ungewiss. Allerdings offenbaren Gespräche das zweifelhafte Verständnis eines Regensburger Mediums von Journalismus. Joachim Wolbergs legt in diese Zusammenhang seine Sicht der Dinge zur hiesigen Medienlandschaft offen.

„Bereits bestehende Gewogenheit“

Ermittlungen gegen Wochenblatt-Redakteur eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Christian Eckl, Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts, und Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eingestellt. Ihnen war Bestechung bzw. Bestechlichkeit vorgeworfen worden. Ungeachtet dessen sprach ein Kripobeamter am Donnerstag vor Gericht von einer „engen Zusammenarbeit“ zwischen Wolbergs und dem Wochenblatt und einer „gesteuerten Aktion“ gegen die Staatsanwaltschaft.

„Wer in die Küche geht, der muss auch Hitze aushalten können.“

Nach Durchsuchungen: Ein nervöser CSU-Chef und sein „bestens gelaunter“ Wahlkampfmanager

Die Ermittlungen gegen den Regensburger CSU-Chef Franz Rieger und dessen Wahlkampfmanager Peter Kittel sorgen im Vorfeld der heutigen Vorstandssitzung zwar für etwas Nervosität, aber Kittel hat kürzlich in der ihm freundschaftlich verbundenen Mittelbayerischen Zeitung eine erstaunliche Durchhalteparole ausgegeben: „Wer in die Küche geht, der muss auch Hitze aushalten können.“ Kein Wunder, wenn man mit der MZ ein eigenes Süppchen kocht.

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