SOZIALES SCHAUFENSTER

Mittelbayerische Zeitung

Babymord reloaded

So berichtete die Mittelbayerische Zeitung am 22. Dezember 2006 über das vermeintliche Tötungsdelikt in Kumpfmühl. Die Verpixelung stammt von uns.

Am ersten Weihnachtsfeiertag wurde in Regensburg ein Neugeborenes tot in einer Mülltonne aufgefunden. Die Mittelbayerische Zeitung erinnert aus diesem Anlass an zwei „getötete Säuglinge“ in Kumpfmühl im Jahr 2006. Doch diese „getöteten Säuglinge“ gab es gar nicht.

Es klingt nach einem tragischen Fall. Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz am 26. Dezember mitgeteilt hat, wurde am ersten Weihnachtsfeiertag in Regensburg ein totes Neugeborenes in einer Mülltonne aufgefunden. Erste rechtsmedizinische Untersuchungen „deuten auf einen nicht natürlichen Tod des Kindes hin“, heißt es. Die Kripo ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Die Mutter wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

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Die Mittelbayerische Zeitung hat dazu mittlerweile ausführlich und mehrfach berichtet und in diesem Rahmen auch – man kann es kaum anders nennen – ein Best of „Kindsmorde in der Vergangenheit“ veröffentlicht. Unter anderem heißt es in einem online-Bericht vom 26.12.2020:

„Der Fall erinnert auf tragische Weise an Ereignisse in der Vergangenheit. 2006 fanden Ermittler die Überreste von zwei getöteten Säuglingen in einem Garten in Kumpfmühl. Die Kindsmutter hatte sie dort vergraben.“

Ein flankierender Link führt zu einem entsprechenden Artikel vom 21. Dezember 2006 über den „Horror-Fund in Regensburg“.

Vermeintliches Tötungsdelikt war ein Abgang

Stöbert man im Archiv der Mittelbayerischen nach der damaligen gedruckten Ausgabe, stößt man auf die Titelseite vom 22. Dezember 2006 mit einem unverpixelten Foto des vermeintlichen Vaters, der Mutter wurde ein knapper Augenbalken verpasst.

Führt das Best of Tötungsdelikte beim Online-Bericht der MZ an: die zwei “getöteten Säuglinge”. Doch in diesen zwei Sätzen stimmt so gut wie nichts. Screenshot: mittelbayerische.de

In der Folge erschienen weitere Berichte, in denen das Privatleben der Mutter lustvoll ausgewalzt wird und allerlei Gerüchte über sie verbreitet werden. „Ihr Auto wurde damals von Unbekannten demoliert“, erzählt uns ein Zeitzeuge. Dabei kann man bereits aus dem ersten Bericht herauslesen, was sich am Ende auch so bestätigte: Die Säuglinge waren keine Säuglinge, sondern Föten, und sie wurden nicht getötet, sondern es war ein Abgang – eine Fehlgeburt im vierten Monat, die der Mann auf Wunsch seiner Frau im Garten begraben hatte. Übrigens ein weitaus pietätvollerer Umgang als er zum damaligen Zeitpunkt vorgesehen war: Totgeburten unter 500 Gramm galten rein rechtlich als Müll.

Am 16. Januar 2007 teilte die Regensburger Staatsanwaltschaft mit, dass die Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts eingestellt wurden, da die gerichtsmedizinische Untersuchung der (180 Gramm schweren) Föten ergab, dass diese bereits tot waren, als sie „auf die Welt kamen“, sprich: als die Frau (in der 17. Schwangerschaftswoche) den Abgang hatte.

Widerlegter Tötungsverdacht wird wiederholt

In der heutigen Printausgabe wiederholt die MZ die offensichtliche Falschbehauptung von „getöteten Säuglingen“ im Kumpfmühler Garten erneut, der verlinkte Artikel aus dem Jahr 2006 stellt weiterhin unwidersprochen den Tötungsverdacht gegen das Paar in den Raum, das von der MZ damals skrupellos an den Pranger gestellt wurde. Vielleicht war die eigene kleine Meldung zur Einstellung des Verfahrens vom 17. Januar 2007 ja zu klein, um vom aktuell zuständigen Redakteur gefunden zu werden, vielleicht war es ihm einfach auch egal.

Wir veröffentlichen aus diesem Anlass mit freundlicher Genehmigung des Autors eine Glosse, die im Anschluss an dieses Kesseltreiben im Februar 2007 in der „Konkret“ erschienen ist und die sich die verantwortlichen Kollegen bei der MZ zumindest heute hinter die Ohren schreiben mögen.


Neues aus Popetown

Von Oskar Wolf

Was wäre das Jesuskindlein ohne den skrupellosen, blutrünstigen Herodes, der hinter ihm her ist? Den richtigen Kick erhält das hochheilige Weihnachtsfest erst durch einen anständigen Kindsmord. An diese ultimative Verfeinerung hat man sich jetzt im bayerischen Regensburg erinnert, einer Kleinstadt an der Donau, wo seit dem Papstbesuch vergangenen September einige Schrauben noch lockerer sitzen als zuvor. Zwei Tage vor Heiligabend präsentierte die Lokalzeitung den geilsten Aufmacher, der ihr je glückte: „Horror-Fund in Regensburg: Polizei gräbt zwei verscharrte Babys aus“ Fotos zeigten als angeblichen Tatort einen Reihenhausgarten, dazu wie Fahndungsfotos die Porträts der mutmaßlichen Mördereltern. Im Innenteil erfuhr man dann, daß ein Großaufgebot an Polizei „samt THW, Hunden und Beamten in schwarzen Uniformen und kugelsicheren Schußwesten“ unter persönlicher Beaufsichtigung des Oberstaatsanwalts einen Garten umgepflügt hatte. „Aus dem Bekanntenkreis“ habe man „einen Hinweis erhalten“.

Im Kleingedruckten wurde dann am nächsten Tag die Wahrheit nachgeschoben: Die „Babys“ waren Föten, es handelte sich um einen Abgang von Zwillingen, die hier im Mai 2005 begraben wurden. Man kann getrost davon ausgehen, daß Staatsanwaltschaft, Polizei und Medien von Anfang an wußten, daß der Denunziation nichts anderes zugrundelag.

Aber wenn man Lokalredakteur in popetown ist, lügt man das locker zurecht:

„Am 24. feiern wir voll Freude die Geburt eines Kindes, das in Bethlehem in einer Krippe in Windeln lag. Vier Tage vorher wurden nun im Stadtsüden die kleinen Leichen zweier neugeborener Kinder ausgegraben, die in schwarzer Gartenerde lagen. Die Nachricht schockierte die Menschen…“

Der Geifer der Selbstgerechtigkeit rinnt zwischen den Zeilen heraus, entsetzte Nachbarn drücken voller Wonne ihren Abscheu aus, ein Forensik-Professor erklärt fachmännisch, wieso Eltern ihr Kind töten – daß das hier allein in der Phantasie eines Denunzianten geschehen ist, spielt längst keine Rolle mehr. Es geht um die Ungeheuerlichkeit, daß sich die Frau als solche auch im 21. Jahrhundert der totalen Kontrolle entzieht:

„Eine Frage beschäftigt die Menschen: Merken Ärzte oder offizielle Stellen es nicht, wenn ein Neugeborenes plötzlich fehlt? Fakt ist: Wenn eine Frau selbständig daheim entbindet, erfährt das niemand.“

Von einer selbständigen Entbindung kann zwar keine Rede sein, aber das reale Geschehen interessiert nun wirklich niemand mehr. Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner Mord, so schön, als man ihn nur verlangen tun kann, wir haben schon lange so kein gehabt! Tote Babys im Garten verscharrt! Das bedeutet Platz zwei nach dem neunfachen Babymord von Brandenburg! Und da waren keine Zwillinge dabei! Ist das nicht geil? Eine leibhaftige Kindsmörderin in unsrer kleinen Stadt!

Zwei Tage nach Weihnachten feiert man bei den Katholiken das „Fest der unschuldigen Kinder“. In Regensburg begeht man es traditionell mit einer Lichterdemonstration, die in einen Bußgottesdienst mündet, bei dem der Bischof eine Viertelstunde lang eifert und geifert und belfert und bellt: gegen den „Mord im Mutterleib“. Polizeibeamte sind abgestellt zum Schutz des in der ersten Reihe vorbildlich frömmelnden Thurn und Taxis-Clans. Ein Transparent gibt Bescheid: „Durch Abtreibungs-Holocaust in der BRD seit 1976 mehr Tote als in den KZs der Nationalsozialisten.“


UPDATE

Die Mittelbayerische Zeitung hat den Fehler im „Babymord-Artikel“ nach unserem Bericht korrigiert und mit einer Entschuldigung versehen.

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Kommentare (25)

  • Mr. T.

    |

    So gut wie die Glosse damals, so schlecht die Leistung der Mittelmäßigen – die hier nicht mal mittelmäßg ist – damals und heute.
    Bin gespannt, wie sie damit umgehen …

  • SG

    |

    Oh mei, die MZ, der Platzhirsch,,,,, anscheinend hat man dann nicht richtig recherchiert.
    ( recherchieren ) – [re·cher·chi̱e̱·ren] – untersuchen; nachforschen
    “Zusammenhänge einer Sache gründlich recherchieren” ·
    [Mehr] synonyme:
    Auskunft einholen · einer Sache auf den Grund gehen / nachgehen · erforschen · Ermittlungen / Nachforschungen / Recherchen anstellen ·

  • Andrea Mink

    |

    Traurig, eine Tageszeitung sollte serös recherchieren und berichten und nicht wie ein Hetzblatt dastehen. Lernt die Mittelbayerische irgendwann etwas daraus?

  • SG

    |

    @A. Mink,,,,,,Traurig, eine Tageszeitung sollte serös recherchieren und berichten…
    Muss Ihnen vollkommen Recht geben, die MZ läßt anscheinend zu gewissen Themen etwas weg?
    Zum Thema Aufarbeitung der Domspatzenthemen in Regensburg mit der sexualisierten Gewalt und dem Missbrauch an schutzbefohlenen Buben, ging es ja auch nicht so rein zu=?
    Das Thema mit dieser Institution Regensburger Domspatzen – mit Pielenhofen und Etterzhausen – wurde bis heute nicht anständig aufgearbeitet, bzw. nicht richtig aufgeklärt! – Da fehlt noch einiges……

    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen
    UNTERSUCHUNGSBERICHT ULRICH WEBER / JOHANNES BAUMEISTER 18.JULI 2017
    https://www.uw-recht.org/images/Abschlussbericht_Domspatzen.pdf

  • Mr. T.

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    SG, richtig, aber man muss unterscheiden. Die von Ihnen genannten Beispiele sind einige der vielen politisch, gesellschaftlch oder wirtschaftlich motivierten Unterberichterstattungen der Mittelmäßigen, während es sich bei dem vorliegenden um eine Überberichterstattung handelt – aus Gründen von Schalmpigkeit und Sensationslust.

  • H. Müller

    |

    Diese moralische Orientierungslosigkeit der Mittelbayerischen ist wieder einmal erschreckend.
    Anstatt neutraler Berichterstattung findet sich kaum ein Beitrag ohne den Versuch, von oben herab die Leser mehr oder weniger subtil zu belehren und zu manipulieren. Mit welcher Legitimation?
    Meist hat man den Eindruck, die Redakteurinnen und Redakteure verfügen nicht über die Kapazität, ihr Thema halbwegs zu durchdringen oder gar die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken – trotzdem maßt man sich an, für den Leser “einzuordnen”.

    Die MZ war eines der allerletzten Medien, die sich damals (stillschweigend) vom unsäglichen Begriff der “Dönermorde” verabschiedet haben, und das sagt eigentlich alles über Anstand und Stil des selbstgefälligen “Medienhauses”.
    Dass sich mit dem Engagement eines Dr. Christian Eckl, der schon das “Wochenblatt” zu einem Kampfblatt für Bigotterie und Pseudomoral weiterentwickelt hat, keine Besserung dieser intellektuell und moralisch prekären Lage einstellen würde, war allerdings zu erwarten.

  • Dieter

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    Man hätte noch das “von von” ausbessern können.
    War der Fundort damals wirklich der Garten, ich meine mich an Blumenkübel erinnern zu können?
    Vielleicht war das allerdings auch Schuld der damaligen Berichterstattung – die Dame hatte es ja schon vorher auf die Titelseite des Wochenblatts geschafft.

  • R.G.

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    Bei den großen Plagen, Heuschrecken, Pest, Corona &Co muss man hinter die Ursachen schauen. Wer hat gesündigt, weshalb muss die Menschheit mit Krankheit, Not und Tod büßen?
    Es gibt seit Beginn unseres Zeitalters der Neoinquisition zwei Gründe für alle Plagen, entweder haben liederliche Frauen oder Kinder erwachsene Männer zu Geschlechtsverkehr verführt, oder Frauen ihre ungeborenen Kinder bzw. ein Neugeborenes ermordet.

    Sollten Sie nicht wollen, dass Ihr Kind die Welt später nach dem Muster versteht, schicken sie es auch nicht in Schulen oder Internate, wo hartherzige Erziehung praktiziert wird, und lesen Sie als Vorbild keine Zeitung mit unterschwellig Schwarzpädagogischen Inhalten!

  • Rigobert Rieger

    |

    “Durch Abtreibungs-Holocaust in der BRD seit 1976 mehr Tote als in den KZs der Nationalsozialisten” – Dieses Transparent konnte offensichtlich jahrelang bei der jährlichen “Lichterdemonstration” am 28. Dezember von rechtsextremen Katholiken durch die Regensburger Altstadt getragen werden, wie es in der Glosse von Oskar Wolf am Ende heißt. Der Satz auf dem Transparent ist die mustergültige Definition der “Babycaust”-Theorie, die den seit 1974/1976 unter strengen Voraussetzungen legalen und schon immer legitimen Schwangerschaftsabbruch mit dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte gleichsetzt, dem industriellen Massenmord an den europäischen Juden.

    Wozu gibt es eigentlich den Paragraphen 130 StGB (Volksverhetzung)? Absatz 3 lautet:

    “Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art [gemeint ist Völkermord] in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.”

    Was ist die Gleichsetzung von Abtreibung mit dem Holocaust anderes als eine Verharmlosung des letzteren? Wo war da all die Jahre die Regensburger Staatsanwaltschaft? Achso, die war ja mit dem Ausgraben von “Babyleichen” beschäftigt.

  • Niveau ist keine Creme

    |

    “Das Mittelmäßige ist vortrefflich für die Mittelmäßigen.” (Irgendein Zitat von irgendwem)

    Mein persönliches Stichtwort bei dem erwähnten Tagesblatt: Clickbait, und nix anderes.

    Wer kennt sie nicht, die nach Klicks bettelnden Werbebanner á la ” Als das Mädchen dies sah, geschah unglaublich folgendes..”.

    Wenn man diesen Inhalt dann noch hinter einer Paywall versteckt (“M-Plus” – ein Plus an Inhalt für ein paar Mark fuffzig?), lassen sich zügig ein paar Gedanken formulieren:
    1.) Gar nicht so blöd – ich geifere doch auch danach, zu wissen, warum die Frau das Baby nun nicht in die Babyklappe gelegt hat,
    2.) Die Qualität der Berichterstattung sinkt in der Regel proportional zu zunehmender Emotionalisierung der Überschriften und Fotos (“Symbolfoto: Ein Polizeiauto steht am Straßenrand.”),
    3.) Berichterstattungen/Online-Angebote (ob sie nun hinter Paywalls versteckt sind oder nicht), die mit Emotionalisierung, reißerischen Überschriften, Clickbait oder was auch immer arbeiten, stellen eine solide Gefahr für den Bildungsstand der Zielgruppen dar. Und die Zielgruppen sind leider die Menschen, die man vor dieser Art Suggestion schützen sollte, aber nicht schützen kann oder darf.

    Im Prinzip alles nichts neues, die Diskussionen zu Clickbait und Ähnlichem laufen schon seit Jahren. Aber immer wieder traurig zu sehen, dass das immer noch so super funktioniert (vgl. Zielgruppen). Und noch trauriger/bedenklicher, dass dahinter regelmäßig Medien verstecken, die mit seriöser Berichterstattung werben.

    Last but not least: Selbst wenn man sich selbst nicht zur Zielgruppe zählt oder sich der Mechanismen halbwegs bewusst ist, fällt man trotzdem auch immer mal wieder darauf herein. Man beruhigt sich aber dann damit, zu hoffen, niemals für diesen Quatsch zu blechen. Hoffentlich..

    Mich würde ja schon mal interessieren, wie man im blauen Hause eigentlich darüber denkt, was nicht wenige über ihr Flaggschiff denken.

  • Mr. T.

    |

    Rigobert Rieger, erwarten Sie ernsthaft eine Strafverfolgung auf einer “christlich-konservativen” Demo (um es mal euphemistisch auszudrücken)? Es ist wahrscheinlich wesentlich weniger gefährlich dort mit einer Knarre rumzuballern, als auf einer “sozialen oder antirassistischen” Demo ein ACAB-Shirt zu tragen. (Für Nichteingeweihte: ACAB = All Colours Are Beautiful)

  • Mathilde Vietze

    |

    A l l e extremen Strömungen, ganz gleich ob von links oder von rechts,
    sind brandgefährlich. Ich als kritisch-gläubige Katholikin war da schon
    immer im “Kampf” gegen rechtsextreme Katholen.

  • Sven Temel

    |

    Das ist ja leicht Prothmann-Niveau, sich auf seiner eigenen Bühne an der Lokalzeitung abzuarbeiten. Steht dem RD nicht gut, finde ich. Und hat das RD auch irgendwie nicht nötig

    Bei der Gelegenheit: Dem Mitgründer hätte es sehr gut gestanden, seinen Lesern auf RD offen und transparent den Austritt von istlokal wie damals auch den Start zu erklären statt die Kommentare zu schließen.

    Aber da fehlte wahrscheinlich dann doch der Schneid.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu “Rigobert Rieger” – Ich teile Ihre Meinung voll und ganz. Jene rechtsextremen
    Katholiken sind mir seit eh und je ein Dorn im Auge. Sie glauben nämlich, ihre
    Ansichten hätten den Stellenwert des Heiligen Evangeliums. Und – diese Leute
    würden sogar der AfD oder den Nazis hinterherrennen, nur um ihre Schauer-
    märchen verbreiten zu können.

  • R.G

    |

    Und da ist immer noch mindestens die Mutter, die vielleicht mit einem Dammriss unversorgt ist und der es jetzt körperlich schlecht gehen könnte…

  • peter

    |

    @ Sven Temel
    das die mz schülerzeitungsniveau selten überschreitet, weiss man als regensburger eigentlich recht bald.
    -deshalb finde ich ihren satz:”…sich auf seiner eigenen Bühne an der Lokalzeitung abzuarbeiten.” lustig, es gibt seit bestehen von RD unzählige artikel, die, sagen wir, einen gewissen dissenz zur meinugsmache der heimatzeitung ausdrücken.
    aber nu mal butter bei die fische-
    was soll mir:
    “Dem Mitgründer hätte es sehr gut gestanden, seinen Lesern auf RD offen und transparent den Austritt von istlokal wie damals auch den Start zu erklären statt die Kommentare zu schließen.”
    sagen?

  • Günther Herzig

    |

    Was soll das Gefeixe. Es ist schlimm genug, dass solche Fehler in der Berichterstattung vorkommen. Was bei der MZ mit dem Täter oder der Täterin passiert ist, möchte ich gar nicht wissen.
    Wir sollten akzeptieren, dass r-d anders berichten kann, es auch tut als die MZ, die versuchen muss alles was an Themen möglich ist, abzudecken. Dabei kommt es eben auch zu Fehlern, was nirgendwo Triumphgeheul auslösen sollte.
    Fehler, wie den hier besprochenen zu vermeiden, ist bei derart unterschiedlichen strukturellen Voraussetzungen, auch in finanzieller Hinsicht, eine Aufgabe, die nicht immer gelingt.
    Ich bin froh, dass es r-d und die MZ gibt. Und ich glaube auch, dass man bei dem großen Konkurrenten schon genau die Leistungen von r-d sieht und sicher auch schon im einen oder anderen Fall versucht hat, etwas zu übernehmen. Die innerbetriebliche Disziplin in der MZ wird durch erfolgreiches Arbeiten bei r-d wahrscheinlich gefördert.

  • R.G.

    |

    “Bei der Gelegenheit: Dem Mitgründer hätte es sehr gut gestanden, seinen Lesern auf RD offen und transparent den Austritt von istlokal wie damals auch den Start zu erklären statt die Kommentare zu schließen.”
    Im übertragen Sinn kann Ihre persönliche Enttäuschung über eine halbberufliche Auseinandersetzung mit dem Autor auf einen wichtigen Punkt hinweisen. Wir haben verbindliche Riten und Bräuche für den feierlichen Beginn von glücklich gedachten Beziehungen, und je unterschiedliche, strikte Muster, wie wir über Trennungen berichtet haben wollen.
    Als Teil der literarischen Form für die Beschreibung von Familienkatastrophen in der “Presse” pflegt man neben den Text einen Kasten mit Hinweisen auf ähnliche Taten und Unglücke zu setzen. Das bringt Leser.
    Aus noch unbekanntem Grund – ich vermute ihn bei der Pressestelle der Polizei – bricht ein sich sonst an die Klischees haltender Online – Pressetext der Tiroler Tageszeitung in der Überschrift plötzlich das Tabu, ein möglicher und geständiger Täter wird nicht als Monster, sondern in seiner Überforderung dargestellt.
    https://www.tt.com/artikel/30770470/zwei-kinder-im-oetztal-getoetet-vater-gesteht-tat-motiv-ueberforderung

    Herr Sven Temel, die Art wie jetzt über Verzweiflungs- und Unglücksgeschehnisse berichtet wird, kann präventiven Charakter entfalten; Menschen sollen wissen, wo man sich in der Zeit der allgemeinen Überlastetheit durch die Corona-Einschränkungen, spätestens wenn noch zusätzliche Probleme hinzukommen, kostenlos hinwenden kann, noch bevor man etwas Ungewolltes tut.

  • Sven Temel

    |

    @peter

    Bemühe auf RD die Suche nach Ist lokal. Wenn hier ein Kommentar von Stefan Aigner ausbleibt,ist das nicht mein Thema.

    Ich finde es halt grundsätzlich unprofessionell, sich als Nedium an anderen abzuarbeiten. Man sollte sein eigenes Ding machen und das möglichst besser. Ein Schuster hängt in sein Schaufenster nun mal seine eigene Leistung. Und nicht Fotos von schlechten Schuhen anderer Schuster. Sollte zumindest so sein…

  • Günther Herzig

    |

    @Sven Temel
    Darüber kann man reden.
    Natürlich sollte r-d den Fehler benennen, was ja auch geschehen ist.
    Hämische User-Beiträge erinnern mich an einen Kinderspielplatz!
    Nix für unguat!

  • Stefan Aigner

    |

    @sven temel

    Wir kritisieren gelegentlich die MZ (vielleicht vier, fünf Mal im Jahr, wenn man den Durchschnitt seit 2008 nimmt), ein Stück weit gehört das auch zu unserer Rolle. Sie werden gegenseitige Kritik auch bei anderen Medien finden. In einem gewissen Rahmen nutzt so etwas allen Beteiligten.

    Bei Herrn Prothmann ist/war das irgendwann der nahezu alleinige Schwerpunkt (hab das mal vor ein paar Jahren verglichen; es war mindestens das Zehnfache von RD) – von seinem Ton will ich gar nicht reden.

    Dass bei den Artikeln zu istlokal die Kommentare geschlossen sind, liegt schlicht daran, dass die zwischen neun und sechs Jahre alt sind. Über unseren „Austritt“ bei diesem losen Zusammenschluss hätte man etwas schreiben können, da haben Sie recht, aber es musste auch nicht sein. Das Projekt war damals schon so gut wie tot und in erster Linie ging es um ein Zerwürfnis mit Herrn Prothmann, das ich auf anderen Kanälen ausreichend kommuniziert habe.

  • R.G.

    |

    @Sven Temel
    Gehen wir von der fiktiven Zweierbeziehung, hier ein Autor, dort ein anderer, zum wirklichen Thema.
    Obschon die ausgesprochenen Strafen bei eventueller Tötung eines Neugeborenen in Deutschland und Österreich kaum voneinander abweichen dürften, ermöglicht die österreichische gesetzliche Definition doch eher Verständnis für die Lage der Mutter:
    “. Wird das Kind von der Mutter während der Geburt oder während diese noch unter der Einwirkung des Geburtsvorgangs gestanden hat, getötet, gilt die – im Vergleich zum Mord nach § 75 StGB – milde Strafdrohung von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe aufgrund der gesetzlich unwiderlegbar vermuteten Minderung der Zurechnungsfähigkeit während des Geburtsvorgangs. Der Neonatizid ist eine Vorsatztat und als solche von der fahrlässigen Tötung (§ 80 StGB) abzugrenzen.”
    Nachfühlbar verzweifelt auch die Lage der Gebärenden bei (Tot-) Geburten, die entweder zu spontan stattfinden, als dass man noch ins Krankenhaus fahren hätte können oder ohne Hilfe und Beistand in feindlichem häuslichem Umfeld stattfinden müssen, all diese Frauen werden kaum mehr Mitgefühl erhalten, wenn die Presse bereits bei Bekanntwerden eines toten Neugeborenen Vorausstimmung macht, indem es vergleichbare Fälle aufzeigt, während noch gar nicht geklärt ist, was überhaupt passierte.

    Im oben beschriebenen Fall geht es um ein Elternpaar, dass seinen totgeborenen Föten, die damals nur als wertloser Spitalsmüll behandelt worden wären, Würde und Menschenwert geben wollten. Liebevoll begruben sie sie, und dafür standen und stehen die Trauernden landesweit wie Verbrecher da.

    Das Problem ist nicht, ob der MZ-Redakteur ungewollt einen falschen Vergleich erwischte, sondern dass die Kästen mit den Überschriften zu den Vergleichsfällen an sich vorurteilsfördernd wirken.

  • R.G.

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    Verzeihung, Gesetzeszitat entnommen aus Wikipedia, Artikel “Neonatizid”, Absatz: “Neonatizid im österreichischen Strafrecht”.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Neonatizid

  • XYZ

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    Die Presse könnte vl. erst mal nur sachlich berichten, seien es MZ oder rd. Die näheren Umstände sind unbekannt, das PP R teilt nur mit, dass ein totes ‘baby’ aufgefunden wurde und dass die Rechtsmedizin auf einen nicht natürlichen Tod ‘deutet’ – da müssen erst mal nähere Untersuchungen erfolgen, auch zu Alter und Organen. Ist natürlich ein ‘Knüller’, zumal zu diesen Zeiten, wo gerne Artikel mit Fotos von Neugeborenen publiziert werden.

  • XYZ

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    Nachtrag nach Recherche:
    Sogar der ‘Spiegel Panorama’ berichtet am 26.12.2020, 20.06: “Eine 24-jährige soll ihre mutmassliche Tochter getötet haben.” – mutmasslich, wenigstens das Geschlecht wäre doch bei einer ersten Obduktion feststellbar. Der Spiegel hat’s wohl wieder über die dpa – wie auch andere – bezogen, siehe die glorreiche Korruptions-Berichterstattung zu R.

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