Gewaltopfer in der Diözese Regensburg: „Erpresst, bedroht, genötigt”

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Das Podium im Haus Heuport: Bistumssprecher Neck, Professor Osterheider, Moderator Gottschalk, Monika Halter und Regionalbischof Weiss.

Das Podium im Haus Heuport: Bistumssprecher Neck, Professor Osterheider, Moderator Gottschalk, Michaela Halter und Regionalbischof Weiss.

„Die Wahrheit, die sie hier versuchen zu verkünden, ist eine Lüge.” Es ist das Publikum, von dem am Dienstag die deutlichsten Worte kommen. „Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche – ist das Fundament erschüttert?”, lautete das Thema des „Stadtgesprächs”, das der Lokalsender TVA und die Volkshochschule Regensburg gemeinsam organisiert haben. Schon das Zustandekommen des Podiums für die Fernsehdiskussion ist bezeichnend. Eine Person fehlt trotz Ankündigung.

Vor den Kameras stehen Professor Dr. Michael Osterheider, der in Regensburg das erste ambulante Beratungs- und Therapieprojekt für Pädophile in Bayern aufbauen will, Bischofssprecher Clemens Neck, Michaela Halter vom Diözesankomitee des Bistums und der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss.

„Irritationen mit dem Ordinariat”

Ursprünglich hatte TVA auch Sigrid Grabmeier, Vertreterin von „Wir sind Kirche”, aufs Podium geladen. Das konnte das bischöfliche Ordinariat erfolgreich verhindern. Weder Clemens Neck, noch Michaela Halter würden in diesem Fall an der Diskussion teilnehmen, ließ man den Fernsehsender wissen.

Auf Nachfrage aus dem Publikum, wo denn nun Frau Grabmeier sei, räumt Moderator Martin Gottschalk ein, dass es „Irritationen mit dem Ordinariat” gegeben habe. Man habe Grabmeier stattdessen angeboten, dass Vertreter von „Wir sind Kirche” an einem gesonderten Tisch im Publikum sitzen und sich von dort an der Diskussion beteiligen könnten. Das hatte wiederum Sigrid Grabmeier abgelehnt. So fehlen also kritische Laienvertreter auf dem Podium.

Als Mitglied des fast ausschließlich im Sinne des Regensburger Bischofs agierenden Diözesankomitees ergeht Michaela Halter sich meist in ausweichenden, substanzlosen oder schlicht unverständlichen Aussagen. Immer wieder liest sie vom Blatt ab.

Ebenso bezeichnend ist, dass sich Bischof Gerhard Ludwig Müller – im Gegensatz zu einigen seiner Amtsbrüder in anderen Bistümern – nicht persönlich der Diskussion stellt, sondern Medienprofi Clemens Neck schickt, um in seinem Namen zu sprechen.

Und so ist es Neck, der den Willen zur Aufklärung immer wieder bekräftigt, der Entschuldigungen und „ehrliche Gesprächsangebote” an die Betroffenen von Gewalt in kirchlichen Einrichtungen ausspricht. Neck ist es denn auch, der mit Vorwürfen aus den Publikum konfrontiert wird, die zu diesen Angeboten nicht so recht passen wollen.

Betroffene zur kirchlichen Aufklärung: „Erpresst, bedroht, genötigt”

Ludwig Christ, Opfer von Gewalt im katholischen Kinderheim St. Leonhard, bezeichnet die Erklärungen Necks als Lüge. Drei Mal habe er das Gespräch mit Verantwortlichen der Diözese gesucht. Beim ersten Mal, 1995, sei er „von der katholischen Kirche erpresst” worden. Er solle sich das gut überlegen, er sei schließlich Selbständiger habe man ihm nahe gelegt, so Christ. Auch zwei weitere Versuche – in den Jahren 2000 und 2002 – seien fruchtlos geblieben. Zehn Jahre war Christ im Kinderheim St. Leonhard untergebracht. 30 Jahre habe er gebraucht, um die Erfahrungen dort zu verarbeiten. Allein. „Das habe ich nur geschafft, weil ich ein sehr willensstarker Mensch bin.” Fünf Freunde aus seiner Heimzeit hätten sich dagegen umgebracht.

Ein aktuelleres Beispiel für den Umgang der Diözese mit Gewaltopfern liefert eine Frau aus dem Landkreis Regensburg. Sie sei von ihrem Lebensgefährten, einem „völlig überarbeiteten Pfarrer”, misshandelt worden. Sie wandte sich an die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Dr. Birgit Böhm. Während sich Böhm für sie eingesetzt habe, kam von höherer Stelle keine Hilfe. Im Gegenteil: Von der Kirche werde sie „genötigt und bedroht”, erzählt die Frau vor laufenden Kameras. Tatsächlich befindet sich die Missbrauchsbeauftragte in keiner unabhängigen Position. Sie arbeitet seit Jahren für die katholische Jugendfürsorge.

Clemens Neck ist angesichts dessen fast sprachlos. „Ich kann Ihnen nur raten, sich bei Straftaten an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden”, lautet sein knappes Statement. Warum dies bislang nicht mit Unterstützung der Diözese möglich war, bleibt am Dienstag offen.

Notwendige Auseinandersetzung wird weiter vermieden

Kaum verwunderlich ist es vor diesem Hintergrund, dass Neck fast erleichtert wirkt, als sich der Rest der Diskussion fast ausschließlich um den Zölibat dreht. Zwar muss er auch hier – im Namen seines Dienstherrn – eine mittlerweile selbst in der katholischen Kirche umstrittene Position vertreten: Der Zölibat sei in unserer übersexualisierten Gesellschaft ein gutes Signal. Die Gefahr gehe lediglich vom Missbrauch des Zölibats aus – „so wie man den Beruf des Lehrers missbrauchen kann, so wie man eine Vaterrolle oder die Rolle als Trainer missbrauchen kann”.

Abgesehen davon, dass Neck trotz dieser Position eine relativ gute Figur macht, wird damit aber weiter von der berechtigten Kritik am Aufklärungsgebahren der Diözese Regensburg abgelenkt und eine längst fällige Auseinandersetzung darüber weiter vermieden.

Am kommenden Samstag, um 20 Uhr, zeigt TVA das „komplette Stadtgespräch”.

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Kommentare (41)

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich finde es als Unverschämtheit, daß Frau Sigrid Grabmeier nicht mit aufs Podium durfte, sondern als
    „Vertreter der Kirche “ nur diejenigen, die das, was ihnen der Bischof vorsagt, gehorsamst nachbeten
    müssen, sonst werden sie eiskalt abserviert.
    Ich freue mich aber, daß „das Volk“ sich von diesen Ja-Sagern nicht einschüchtern ließ und alles, was
    es bedrückte, ungeschminkt gesagt hat.
    Ich bin selbst Mitglied von „Wir sind Kirche“ und verbitte es mir, als kirchenfeindlich bezeichnet zu werden.
    Diejenigen, die das tun, machen sich keinerlei eigene Gedanken, sondern beten nur das nach, was
    ihnen die reaktionären Scharfmacher vorsagen. Sie lasssen sich manipulieren, merken es noch nicht einmal und gehen dann blindwütig auf diejenigen los, die ihren gesunden Hausverstand anwenden
    und das Spiel durchschau’n.
    Ich bin ja gespannt, wer sich jetzt wieder – natürlich anonym – bemüßigt fühlt, mir Dreck um die Ohren
    zu schlagen.

  • Vathilde Mietze

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    Zunächst mal: Ich bin ein ganz armer Wurm und ein schlechter Mensch, weil ich mich hier nicht mit meinem vollen Namen äußere und laut Frau Vietze auch sehr feige. Ja, eingeschüchtert und fertig gemacht von den obrigkeiten dieser Welt leide ich unter meinem mikrigen kleinen Leben und werde ständig manipuliert und einer Gehirnwäsche unterzogen. HA HA HA

    So, jetzt mal ernst. Gute Frau Vietze, ständig die Kirche angreifen(ach neee nur den bösen Bischof, aber der ist ja nicht die Kirche sondern Leute wie Frau Grabmeier, die sind von Gott berufen und geweiht;-)) aber dann immer wieder betonen müssen, man sei nicht kirchenkritisch grenzt entweder an Schizophrenie oder an Altersschwäche. SORRY

    Der Papst sagt da ganz eindeutig über Wsk dass deren Forderungen „der christlichen Lehre widersprechen und in offenem Gegensatz zur kirchlichen Ordnung stehen“

    Und es tut mir wirklich leid aber ich sehe als Katholik nunmal den Papst als Autorität und nicht die 5-10 Hanseln die da gerne mal „5 vor 12″ vor dem Dom stehen oder gar Frau Grabmeier. Und wenn sie einfach nicht kapieren wollen oder können dass nunmal der Papst etwas zu melden hat und nicht jeder da ankommen kann wie er möchte mit seinen wirren Verlautbarungen dann empfehle ich ihnen eine eigene Sekte zu Gründen meinetwegen “ Sekte der frustrierten Nörgler „, statt dem Evangelium werden dann ihre Gedichte vrgetragen. Also, treten SIe doch aus der Kirche aus, wenn sie immer was zu nürgeln haben, um sie is es ned schad und auch kein Verlust für die Kirche

  • Aktenzeichen XY

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    Höchster Respekt vor Opfern, die sich deutlich zu Wort melden!
    Umso peinlicher ist der Druck des Bistums, Kritiker vom Podium fernzuhalten.

    @TVA
    Lässt sich TVA erpressen und ist für TVA das Thema erledigt, oder bietet TVA nun „Wir sind Kirche“, Rechtsvertretern von Missbrauchsopfern und erfahrenen Opfertherapeuten eine entsprechende Bühne?

  • Thomas Bauernfeind

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    Konnte aus beruflich Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.
    Daher hab ich mir sie gestern im Fernsehe angeschaut.
    Ich fand, die Aufzeichnung sehr langweilig und nicht den Opfer gerecht. Ich selbst bin auch ein Betroffener, Bei mir waren es nicht die Paffen, die mich körperlich missbraucht haben, sondern die Pinguine (Nonnen). Von denen redet keiner. Sie waren Sadisten, die sich beim prügeln wahrscheinlich ihren Orgasmus holten! Daher traue ich der Kirche und den Leuten, die für sie arbeiten nicht über den Weg. Es geht ihnen nur um Machterhalt und Unterdrückung. Zum Schluss sind die Täter noch die Opfer. Weil sie ja alle Kranke sind
    Thomas Bauernfeind

  • Aktenzeichen XY

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    Sehr geehrter Herr Bauernfeind,

    können sie noch Kontakt finden zu anderen Betroffenen?
    Vielleicht haben manche die Erinnerung auf Dauer weniger gut ausgehalten als Sie.
    Ihr Mut könnte anderen helfen.

    Google zeigt kirchenunabhängige Beratungsstellen.
    Wären Sie bereit, Ihre Erfahrung (evtl. begleitet von Beratern) konkreter zu dokumentieren?
    Ich bin auf diesem Feld ahnungslos, aber dankbar, dass Sie zur Aufklärung solcher Ausläufer des Mittelalters beitragen.

    Herzliche Wünsche!

  • Veits M.

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    Die Kirche wird – trotz aller derzeitigen Bekundungen – ALLES aussitzen. Nichts wird sich WIRKLICH ändern. Die Unionisten haben dieses Aussitzen übernommen; es hat bereits nicht wenige demokratische Institutionen erreicht – bisweilen unterstützt von schweigenden Mainstream – konsensuelles Beschweigen mithin, eine Kultur des Wegsehens. Amen.

  • Jens

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    @Vathilde, ein ganz armer Wurm und ein schlechter Mensch, eingeschüchtert und fertig gemacht von den Obrigkeiten dieser Welt leidend unter seinem mikrigen kleinen Leben, ständig manipuliert und einer Gehirnwäsche unterzogen. HA HA HA“

    Von „geistlos“ zu „geistlich“? Amen:
    Im Geist nix „los“, viel „ich“.

  • Florian Eckert

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    @ Jens

    ???

  • Mathilde Vietze

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    Lieber Jens und Liebe Va…..
    wenn ich Ihren richtigen Namen wüßte, würde ich Ihnen mein Gedicht vom
    Einfaltspinsel zuschicken, das paßt genau für Sie!
    Für weitere Kommentare ist mir meine kostbare Zeit zu schade!

  • Ehrenamt

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    Hallo,

    es ist schrecklich, was passiert ist und ich habe mir auch die Sendung im Fernsehn angeschaut. Ich muss allerdings sagen, dass ich kritisch auf dieses Thema schaue. Ja, man darf es eigentlich kaum sagen, dass ist die Meinungsfreiheit, die einem von den „Kirchenhassern“ genommen wird. Ich spreche nicht darüber, dass es nicht schrecklich ist, was passiert ist, sondern wie damit umgegangen wird.
    Auch hier gibt es Statements, die quasi alle Menschen, die in der Kirche arbeiten als „nicht vertrauenswürdig“ und „schlechte Menschen“ darstellen. Ich bin weit davon entfernt Täterin zu sein und ich arbeite in der Kirche. Ich bin seit über 15 Jahren in der Jugendarbeit tätig und habe weder selbst irgendjemandem Gewalt (psychisch/physisch) zugeführt, noch haben andere Ehrenamtler dieses getan. Es sind nicht alle schlecht. Wir leisten gute und wichtige Arbeit, die christliche Werte vermittelt. Hinter diesen stehe ich weiterhin, da die Menschen, die im Namen Christi Gewalt verübt haben, für mich keine Gottesvertreter sind. Ich stehe hinter der „Sache Jesu“!

    Die Dame, die im Fernsehn gesprochen hat, kann ich nicht ernst nehmen, Erst genießt sie, öffentlich kund zu tun, dass sie mit einem Priester gegen das heißdiskutierte Zölibat verstößt, dann erzählt sie von ihrem Schicksal. Schlimm, JA, aber das hat doch nichts mit der Kirche zu tun. Es ist weder im Rahmen der Kirche passiert, noch hat da jemand sein Amt missbraucht. Da ist jemand im häuslichen Rahmen ausgetickt, was aber erst mal nicht mit der Kirche selber zu tun hat. Wenn ich von meinem Mann geschlagen werde, schreibe ich doch auch nicht an seinen Arbeitgeber und erwarte von diesem psychologische Unterstützung. Das ist Unsinn. Der Weg ist, Anzeigen, aus der Beziehung raus und wenn sie dann Sorge hat, dass dieser Priester nicht nur gegen sie, sondern auch gegenüber Schutzbefohlenen austicken würde, dann sollte man das entsprechend zu Protokoll geben. Die Frau hat aber ansonsten total die Ebenen verdreht und vermischt.

    Der Kirche wird „Lüge“, „Hilflosigkeit“ etc. vorgeworfen. Ich möchte völlig unkommentiert mal die Fragen in den Raum stellen „Stimmt alles, was diese Menschen(Opfer, Kirchengegner, Kirchenkritiker…) im Fernsehen erzählen?“ „Werden wirklich alle Opfer bedroht und erpresst?“ „Ist es vielleicht eine Folge ihrer psychischen Belastung?“

    Wenn die Menschen das Recht haben, der Kirche Lüge und Verrat zu unterstellen, nehme ich mir das Recht raus, das umgekehrt auch zu tun!

  • Eine relativ gute Figur...

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    soll Herr Neck gemacht haben, so heißt es am Ende des Artikel. Ich war leider nicht dabei. Deshalb eine Frage.
    Ich habe diesen kurzen TV-Asschnitt angesehen:
    http://tvaktuell.com/default.aspx?ID=846&showNews=719322

    Darin sagt Herr Neck: „… wenn genau dieser Priester dieses Vertrauen missbraucht…das ist dann schon eine tiefe Erschütterung wenn man davon hört, das geht mir nicht anders….“

    In diesem einzelnen Satz zeigt sich eine derzeit häufige Täter-Opfer-Verdrehung: Erschüttert ist nicht das Opfer, sondern der, der davon erfährt. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht auf das Leid des Opfers, sondern auf die eigene Erregung. Wir, die wir davon erfahren, sind Opfer einer Erschütterung. Diese Erschütterung wollen wir Zukunft vermeiden. Worum es uns jedoch weniger geht, ist Empathie, Wiedergutmachung, Reue, Sühne. Wir suchen nicht aktiv nach den Opfern und versuchen nicht, sie zum sprechen zu bringen.

    Jetzt meine Frage: War das die Haltung des Herrn oder war das nur ein verzerrender Satz?

  • Helmut Matias

    |

    Zur TVA-Sendung vom 15.5. 20:15 Stadtgespräch.
    Ich erwartete eigentlich ein Streitgespräch, wie bei politischen Diskussionen in den öffentlich rechtlichen Sendern/Anstalten.
    Was kam auf TVA: Eine durch häufige Werbung unterbrochene und vermutlich durch die kath. Kirche gebremste/ vorgegebene Diskussion.
    Arme Moderatoren, armes (bestechliches? TVA). ich kann es kaum glauben und begreifen: Regensburg wird durch Bischof Müller, Fürstin Gloria und (vielleicht noch gering) durch Schaidinger beeinflusst.
    Waren die während des Stadtgespräches in den Werbeteilen erwähnten Unternehmer alle mit der Werbung zu diesem Zeitpunkt einverstanden?
    Hier war ein Profi = Hr. Neck federführend, sonst nur schwache Laien.
    Man musste schon zwischen den Zeilen (dem Nichtgesagten lesen) um einige Aussagen verstehen zu können.
    Kompliment an Hr. Neck. Nur er hat seinen Job (einschliesslich der Geprächsvorbereitun/ Beeinflussung) sehr gut gemacht!
    MfG

  • Herbert W.

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    @ Eine relativ gute F igur:
    Egal ob Herr Neck das so gesagt hat oder auch nicht, man kann anscheinend immer etwas finden um sich darüber zu ärgern!?!?! Was ist daran falsch, wenn jemand sagt, dass er über diese Vorkomnisse erschüttert ist (auch als nicht betroffener) ????
    Oder andersrum: Hätte Herr Neck gesagt: „Nein, mich lässt das kalt, denn nur die wirklichen Opfer darf dieses Geschehen erschüttern“ wärs doch auch wieder nicht recht gewesen…

    @ Helmut Mathias

    Naja, zur Bestechung TVA sag ich nur soviel: Schauen Sie sich doch mal Mittwochs immer die tolle Heimatsendung an, da wird dann gerne mehr als oft das Logo des Geschäfts der Eltern der Moderatorin eingeblendet und Interviews werden auch geeeerne mal in diversen Lokailtäten geführt, die auch zur Familie gehören…Und TVA macht da mit

    @Mathilde Vietze

    Ich meine diese Frage jetzt ernst: Sind für Sie eigentlich alle Katholiken schlecht, oder gar keine richtigen Katholiken weil nicht kritisch, die sagen:Für mich ist nunmal der Papst die oberste Autorität. Oder ggf einzelne Bischöfe? Ist man denn nur katholsich, wenn man was zu kritisieren hat und die Meinung einzelner Abspalter (wsk) höher wertet als die des Papstes? Das ist schon echt ein exotischen Kirchenverständnis.
    Mich würde mal interessieren ob es den Grabmeier-Verein in 2000 Jahren auch noch gibt…

  • Helmut Matias

    |

    Zu: @ Helmut Mathias

    Naja, zur Bestechung TVA sag ich nur soviel: Schauen Sie sich doch mal Mittwochs immer die tolle Heimatsendung an, da wird dann gerne mehr als oft das Logo des Geschäfts der Eltern der Moderatorin eingeblendet und Interviews werden auch geeeerne mal in diversen Lokailtäten geführt, die auch zur Familie gehören…Und TVA macht da mit.

    Ja, muss denn das so sein? Haben wir nicht eine „freie Presse“.

    Hr. Neck war wirklich sehr gut (vermutlich auch aus der Sicht von Bischof Müller) -dabei bleibe ich- und hat TVA an die Wand genagelt. Das ist selbstverständlich erlaubt.
    Hr. Neck einzustellen war die einzige Glanzleistung von Bischof Müller. MfG

  • Julia

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    Hallo,

    also ich beobachte eine Indoktriantion die hier statt findet. Nicht von TVa, nicht von Seiten der Kirche, sondern von Seiten der Medien und Anti-kirchlichen Organisationen.
    Allein die Headline dieses Artikels hier. Ungeprüft und nicht hinterfragt, wird hier ein Statement eines Opfers genommen. Ob er wirklich erpresst wird/wurde oder ob er mit der Behauptung seinen Unmut ausdrückt-sei mal dahin gestellt. Man weiß es halt nicht. Die Headline hätte auch lauten können
    „Ich bin tief erschüttert!“
    Hr. Neck hat nicht nur als Medienprofi, sondern auch als Mensch gut reagiert. Wie Herbert W. hier bereits treffend geschrieben hat: Was soll man denn mehr machen, als seine Erschütterung zum Ausdruck bringen, eine Psychologin engagieren und gesprächsbereit sein? Das Opfer im Fernsehen sagt dazu, es sei zu nichts mehr bereit…ja und jetzt? Was soll man denn dazu sagen? Was will dieser Mann dann erreichen? Wollte er sich einfach nur öffentlich produzieren?
    Naja, aber die Psychologin ist ja auch wieder nicht recht, weil die ja von der Kirche bezahlt wird. Dass sie Svchweigep0flicht hat und eine Privatpraxis betreibt, ist egal, hauptsache es gibt wieder etwas um gegen die Kirche zu wettern.

    Zu Frau Grabmeier: Soll da jetzt jeder Schützenverein eingeladen werden? Nein, es gibt qualifizierte Vertreter bestimmter Postitionen. Und Herr Osterheider und Herr Weiss waren ja wohl kritisch genug, oder?

  • Helmut Matias

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    Liebe Julia!
    Ihr Statement disqualiziert sich durch Ihren Satz:
    Zu Frau Grabmeier: Soll da jetzt jeder Schützenverein eingeladen werden? Nein, es gibt qualifizierte Vertreter bestimmter Postitionen. Und Herr Osterheider und Herr Weiss waren ja wohl kritisch genug, oder?
    MfG

  • Bert

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    @julia

    „Ungeprüft und nicht hinterfragt, wird hier ein Statement eines Opfers genommen. Ob er wirklich erpresst wird/wurde oder ob er mit der Behauptung seinen Unmut ausdrückt-sei mal dahin gestellt. Man weiß es halt nicht.“
    „Was will dieser Mann dann erreichen? Wollte er sich einfach nur öffentlich produzieren?“

    Schon klar. Auf den opfern rumhacken, weil die sich endlich nach Jahren trauen, etwas zu sagen. Weshalb sollte man dieser Kirche vertrauen? Gerade in Regensburg? Jahrzahntelang werden die Gewalttaten von Priestern etc. unter der Decke gehalten. Dass so etwas passiert ist das eine. Der größte Skandal ist aber das jahrzehntelange Schweigen und Vertuschen.

    Was ist mit Riekofen? Das war einer der aktuellsten Fälle. Da wird ein verurteilter Kinderschänder wieder mit Kindern in Kontakt gebracht, weil es irgendein Gutachtren gibt, laut dem er „geheilt“ sein sollte. Da werden die Leute in der Diözese im Unklaren darüber gelassen, aus Rücksicht auf diesen Pfarrer. Der Regensburger Bischof hat sich mit formalistischen Begründungen aus jeder Verantwortung gestohlen. Sicher: er war nicht von Anfang an verantwortlich, aber er trägt nun mal als katholischer Obermufti in der Diözese die Hauptverantwortung für das was unter seiner Ägide passiert. Das ist ihm scheißegal!

    Und jetzt kommen solche Leute daher wie Sie und blasen zur Attacke auf die Opfer, die es wagen, Tacheles zu reden. Diese Leute haben JEDES Recht, sich zu äußer und ihren „Unmut“ auszudrücken. Wurden Sie schon mal vergewaltigt, verprügelt, gedemütigt und niemanden hat es interessiert? Hätten Sie dann nicht auch einen gewissen „Unmut“ in sich?

    Müller und Kosorten wären gut beraten, mal ein Weilchen in Sack und Asche zu gehen und ihren Mund zu halten. Das haben sie ja zuvor auch lange genug gemacht. Dasselbe gilt für Leute Ihres Kalibers.

  • gifthaferl

    |

    Julia, 18. Mai 2010 um 9:59 Uhr
    „Ungeprüft und nicht hinterfragt, wird hier ein Statement eines Opfers genommen. Ob er wirklich erpresst wird/wurde oder ob er mit der Behauptung seinen Unmut ausdrückt – sei mal dahin gestellt. Man weiß es halt nicht.“

    Keine Sorge MAN weiß es schon.
    SIE wissen es auch!

    Ob nun konkret in den erwähnten Fällen – das ist wirklich nicht von Belang

    Sie sind Mitglied in einem Verein, von dessen Methoden Sie nicht das geringste wissen?
    Zumal das System hat und jeder der mal näheren Kontakt mit diesem Verein hatte das weiß.

    Mit dem kirchlichen Arbeitsrecht kann praktisch jeder Mitarbeiter erpresst werden, schließlich hält heute kaum jemand mehr alle Regeln für eine perfekte „katholische“ Lebensführung ein, bei Bedarf wird der jeweilige Verstoß hervorgeholt.
    Und natürlich kann man als Großauftraggeber in vielen Bereichen Selbständige damit erpressen, ihnen keine Aufträge zu geben, und andere Auftraggeber dazu zu bringen, DEM eben keine Aufträge zu erteilen.

    Nie von sowas gehört?
    DAS glaube ich nicht!

    Bei welchen ranghohen Mitgliedern ist nun aktuell offiziell erwiesen, dass gelogen und unter Druck gesetzt wird, was das Zeug hält?

    Sogar ihr Oberboss wurde doch grade ausgesprochen unter Druck gesetzt, den Lügen-, Prügel und Geld-für-arme-Waisenkinder-Veruntreuer Mixa rauszuwerfen.

    Nicht weil der gelogen oder geprügelt hat freilich, sondern weil die Veruntreunung von Geldern unangenehme Diskussionen zur Verwendung der Kirchensteuer hätte auslösen können.

    Die ausschließlich caritativen Werke, die angeblich mit dieser finanziert werden, sind ja bis heute die Hauptlegitimation die automatisch zu kassieren.
    Es gibt genug Zahler, die das bis heute glauben.

    Da bleibt die RKK im Lande der Kirchensteuer aber wirklich lieber bei der Diskussion von sexuellem Missbrauch, als dass es am Ende plötzlich ums Eingemachte ginge.

    So wird also ausgesprochen zeitgünstig – Gottes Fügung vermutlich – schnell mal ein Verdacht dazu nachgeschoben – sogar angezeigt, was sonst überhaupt nie gemacht wurde, obwohl es nichts weiter gab als vage Hinweise aus dem Umfeld eines angeblichen Opfers, das noch dazu schon damals mit Sicherheit kein Kind mehr war, weil nicht unter 14, sondern unter 18.

    Unter 18 – das weiß man in ihrem Verein wohl ebenfalls nicht – sind sexuelle Handlungen durchaus auch einvernehmlich möglich – sogar nichtehelich, und oh Schreck, gar unter Männern.

    Selbst wenn also was gewesen wäre, dann wäre das keineswegs automatisch ein Straftatbestand gewesen.

    „also ich beobachte eine Indoktriantion die hier statt findet.“

    Ich beobachte hier erstens wieder mal Lügen dass die Schwarte kracht, auf so bescheuerte Weise, dass Sie ja offensichtlich der Meinung sein müssen, alle anderen Menschen wären so dumm wie Brot, dazu blind, taub und stumm.

    Zweitens wieder mal Opfer zu Tätern machen, indem ihnen per se unterstellt wird, nichts was sie sagen müsse stimmen, und/oder gar sie seien ja möglicherweise psychisch krank (geworden durch die Tat – was übrigens von unübertroffenem Zynismus ist) – bekloppte Verrückte eben, die und was sie sagen muss man nicht für voll nehmen.

    Und drittens: Immer und grundsätzlich Steine auf alle anderen werfen, obwohl der Dreck vor der eigenen Tür so groß ist, dass niemand, der nur einen Hauch von Ehre hätte, nicht zuerst den Dreck vor der eigenen Türe versuchen würde wegzuräumen – und vor allem würden Leute mit einem Fingerhut voll Ehre und Anstand mal in Demut das Maul halten!

    Ja, o.k. genau das eben sind dann offensichtlich die christlich- katholischen Werte, Steine auf die werfen, die nicht vorbehaltlos alles decken, was unter dem“Schutzmäntelchen“ der Allerheiligsten an Dreck verborgen gehalten werden soll.

    Was einen halt wundert: Fürchten die ihren allwissenden Gott, samt seiner Hölle für Übeltäter, so gar nicht?

    Halten die ihren Gott für so verlogen wie sie es selber sind?
    Billigt dieser Gott all diese Taten, und schert sich selbst nicht um die, die unter diesen Taten leiden?
    Mei, dafür kriegen die halt ein paar Jahre weniger Fegefeuer, und sterben eher?
    Schließlich soll das dumme Volk sich nach dem Jenseits sehnen, und somit muss das Diesseits von Gottesdienern unerträglich gemacht werden?

    Oder glauben sie überhaupt nicht an Gott, und halten sich selbst für Götter?

    DAS ist es, was man nicht weiß.

  • eine Milliarde Dollar Wiedergutmachung ...

    |

    „Da bleibt die RKK im Lande der Kirchensteuer aber wirklich lieber bei der Diskussion von sexuellem Missbrauch, als dass es am Ende plötzlich ums Eingemachte ginge.“

    Das könnte durchaus motivierend sein. Im Sinne der Schadensbegrenzung ist Erschütterung möglicherweise billiger als Entschädigung. Die aktive Suche nach Opfern kann teuer werden.

    In Irland kamen am Ende des Aufdeckungsprozesses 35.000 (35 tausend) Missbrauchsfälle zusammen.
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/sexueller-missbrauch-chronologie?page=4

    In den USA wurden ebenfalls tausende durch katholische Geistliche missbraucht. Die Kirche zahlte mehr als eine Milliarde Dollar zur Wiedergutmachung.
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,676748,00.html

    Wurden diese Zusammenhänge angesprochen?

  • Helmut Matias

    |

    Ich empfehle über die Leserbeiträge eine Dissertation an der 1. Uni Eichstätt oder 2. Regensburg zu schreiben.
    Der Doktorant sollte vorher die Vatikan AG von Gianlugi Nuzzi lesen. MfG

  • Mathilde Vietze

    |

    Also, liebe „Julia“, Sie müssen ja meine Meinung nicht teilen, aber als Mitglied von
    „Wir sind Kirche“ finde ich es schon sehr unfair, die Position von Frau Grabmeier
    mit der eines Schützenvereinsmitgliedes zu vergleichen.
    Gott sei Dank gibt es „Wir sind Kirche“, damit diejenigen, die die Sauereien vertuschen
    wollen, daran gehindert werden.
    Und – ich weiß so gut wie Sie, daß es überall Trittbrettfahrer gibt, die sich wichtig machen
    wollen. Solchen muß man halt auf den Zahn fühlen. Kritiklos hinnehmen sollte man auch
    deren Ausführungen nicht. Und – man sollte die echten Kirchenfende unterscheiden von
    denjenigen, die sich in seriöser Weise und mit angemessener Kritik zu Wort melden.

  • Hubertus Wiendl

    |

    Das Problem liegt lediglich darin, daß der Klerus auch nur einen representativen Querschnitt der Bevölkerung abgibt, das aber wiederum nie zugeben wird.
    Das ist wirklich ein „Glaubwürdigkeitsproblem“.
    Sollten lieber mal die Bibel studieren und mir zeigen wo ein Geistlicher über den Menschen steht.
    Bald bekommen wir wohl XXXgeld Kollekten.

  • Joachim Datko

    |

    Ticken Priester anders?

    Zu “ Hubertus Wiendl 18. Mai 2010 um 19:03 Uhr
    Das Problem liegt lediglich darin, daß der Klerus auch nur einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung abgibt, das aber wiederum nie zugeben wird.“

    Priester leben meiner Meinung nach in einer anderen gedanklichen Welt als der Normalbürger. Man sehe sich das nur an:
    http://www.summorum-pontificum.de/bilder/papst_kreuz.jpg
    http://www.graz-seckau.at/priesterseminar/Priesterweihe/Fotos/Priesterweihe_2006.jpg
    http://www.st-katharina.de/aktuelles/firmung/priester.JPG

    Meiner Ansicht nach handelt es sich in der Regel bei rk Priestern um Menschen mit einem Hang zum Theatralischen. Das christliche Weltbild kommt mir wie ein Wolkenkuckucksheim vor, in dem sich Priester eine fiktive Welt aufgebaut haben.

    Vielleicht findet man eines Tages eine wissenschaftliche Erklärung für das Verhalten:

    Beispiel: 28.04.2010 Siehe: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1030408

    „Hirnreaktion auf charismatische Gebete gemessen
    Was im Hirn strenggläubiger Probanden geschieht, wenn sie den Gebeten eines vermeintlich mit Heilkräften ausgestatteten Predigers lauschen, haben Forscher der Universität Aarhus nun mit Hilfe von Gehirnscans untersucht. Wie Studienleiter Uffe Schjødt erläutert, würden die Gläubigen Teile ihres Frontallappens regelrecht abschalten. Die Hirnregion gilt als Sitz höherer kognitiver Funktionen.“

  • Julia

    |

    Hallo,

    also zunächst mal, ich arbeite nicht bei der Kirche.

    So, ich hacke auf niemandem herum. Ich sage einfach nur mal meine Meinung. Eine kritische Meinung, die neben allem Mitgefühl für die Opfer etc. auch gesagt werden darf!

    Ich hinterfrage einfach nur kritisch, was in den Medien so verbreitet wird. Keine Sorge, die Kirche bleibt da nicht außen vor, aber da gibt es ja offensichtlich hier und auch sonst überall genug Menschen die Kritisch auf die Kirche blicken…

  • Herbert W.

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    @Julia

    ja, aber „kritisch“ heißt laut Frau Vietze anscheinend nur „Kritisch der Kirche gegenüber“. Wer aber Wsk kritisch betrachtet, wird als „unfair“ bezeichnet. Hm…

    Ich bin auch der Meinung man muss diesem Hinterbänklerverein keine Lobby geben. Und zu dieser Diskussion müssen nicht Hinz und Kunz eingeladen werden. Frau Grabmeier besitzt auch gar nicht das Mandat da großartig ihre tolle Meinung zu verbreiten Ist sie Kirchenfunktionär? Nein. Opfer? Auch nein. Psychologe? Nein. Also bitte- und alle anderen „normalen“ Gläubigen waren ja trotzdem herzlich zur Diskussion eingeladen.

    Oder anders gesagt: Ich gründe jetzt auch keinen Verein der wirre und utopische Vorstellungen hat wie zum Beispiel, dass das Abitur abgeschafft werden soll, dass man schon mit 12 Jahren studieren soll und dass man im Fach Weißwurst-Wettessen promovieren kann und dann verlange ich, dass ich im Zuge der Diskussion um die Hochschulreform als ernst zu nehmender Gesprächpartner zum Unirektor vorgelassen werde…

  • Jens

    |

    Von „Wir sind Kirche“ würde ich in Medien gern viel mehr finden.

    „Vathilde“ äußerte sich wie ein geistloser Geistlicher – so ist eine Deutungsmöglichkeit meines durchaus angreifbaren Wortspiels.

    Wer nur ernst kann, schaue weg (Sicher gibt es auch geistvolle Kirchenangestellte).
    „Herbert W“s Funktionärsgläubigkeit wirkt auf mich ebenso wie „Vathilde“ statt geistig hoch, eher ordinaria-tief.

  • Herbert W.

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    Tja, interessant, laut „Jens“ und anderen Teilnehmern hier gibt es anscheinend nur 2 Arten Menschen: DIe die „kritischen Christen“ und eben solche, die an der Kirche nicht gleich ständig was zu bemängeln haben aber letztere sind dann auch immer gleich Kirchenmitarbeiter
    Oder wie?
    Da wollen wohl einige nicht verstehen dass auch das „normale Volk“ eine andere Meinung haben kann.

    Aber schon recht, wer nicht ständig gegen Kirche, Priester oder Bischöfe stänkert ist automatisch gleich unterdrückter Mitarbeiter der Kirche oder sonst wie involviert.

    SO kann man sich seine Meinung natürlich auch schönreden…

  • gifthaferl

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    Julia, 18. Mai 2010 um 23:03 Uhr

    „also zunächst mal, ich arbeite nicht bei der Kirche.“

    Tatsächlich?
    Ja ich auch nicht, nie!
    Da seien aber auch alle jemals angebeteten Göttinnen vor!

    Das aber habe ich auch nicht gesagt, und es ist zudem vollkommen belanglos.
    Ich habe lediglich erklärt, wie das so funktioniert in der RKK mit dem Erpressen übers kirchliche Arbeitsrecht, oder eben auch bei Selbständigen.

    Sie haben es ja angezweifelt, und geben vor von nichts zu wissen.
    „Näher mit dem Verein zu tun“ – dafür reicht doch wohl die Mitgliedschaft, oder ehemalige Mitgliedschaft.
    Sagen Sie bloß, Sie sind oder waren nie Mitglied?

    Dann tut Information wohl dringend Not!

    Die Kirchen sind nach dem Staat immerhin der größte Arbeitgeber in Deutschland, und für deren Mitarbeiter gilt das GG praktisch in Teilen nicht.
    GG = Grundgesetz, Verfassung der Bundesrepublik Deutschland.

    Von der Lebensführung die als Mitarbeiter in katholischen Einrichtungen einzuhalten ist (Zusammenleben nur in kirchlicher Ehe, nicht mit Geschiedenen (es sei denn, die waren nur staatlich verheiratet, das gilt ja nicht), keine Scheidung, keine „wilde“ Ehe, Kinder getauft + katholische Erziehung, keine Verhütung, kein Schwangerschaftsabbruch – da ist man ohnehin automatisch exkommuniziert (wenn man nur dran denkt eigentlich) außereheliche Kröschen etc. ……………………) – man kann all sowas aber auch „übersehen“ bis man es aus anderen Gründen brauchen kann – mal abgesehen, gibt es noch so allerlei, was Kirchenmitarbeitern beider Konfessionen verwehrt bleibt.

    Dass man nicht eingestellt wird, sofern man der Konfession nicht angehört – oder noch schlimmer, keiner – und fliegt, sobald man austritt, bzw. fliegen kann – das versteht sich in Deutschland – aber auch wirklich nur hier – von selbst.
    Nett auch, wenn man sozusagen „schuldlos“ keiner Konfession angehört (in der EX DDR geboren beispielsweise, und verspricht einzutreten, DAS geht dann schon.

    DAS widerspricht natürlich extrem der Verfassung, den verbrieften Grundrechten, denn von freier Religionsausübung, wozu auch gehört keine auszuüben, oder eine ganz andere kann da ja nicht entfernt die Rede sein.

    http://jungle-world.com/artikel/2009/48/39835.html

  • Veits M.

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    Zu Hubertus, ein Hinweis auf einen Negativ-Beweis:

    Man lese Hesekiel 34, 1-31

    „… Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? …“

    http://www.combib.de/bibel/ue/hese34.html

  • Das "Aufklärungsgebahren"...

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    … stößt bundesweit zunehmend auf Kritik.
    Opfer gründen einen Internet-Blog „Eckiger Tisch“ und hoffen auf eine offenere und schnellere Bearbeitung als in Irland oder den USA.

    http://www.zeit.de/2010/21/C-Interview-Missbrauchsopfer
    „Ich hatte die Hoffnung, dass man die Opfer ernst nimmt, dass der Orden die Archive öffnet und alles aufarbeitet. Mittlerweile jedoch bin ich tief enttäuscht. Denn bislang ist nichts davon passiert. Ich glaube, wir Opfer sollen hingehalten werden. Ich fühle mich in gewisser Weise erneut missbraucht.“

    http://www.eckiger-tisch.de/

  • Papst klagt Kirche an

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    In der innerkirchlichen Auseinandersetzung zwischen Schuldanerkennung und Medienschelte hat der Papst nun Stellung bezogen. Er sagte diesen Dienstag, wir müssen „erkkennen, dass die größte Gefahr nicht von äußeren Feinden kommt, sondern von Sünden innerhalb der Kirche.“
    http://video.web.de/watch/7534070

    Thema bleibt freilich die Gefahr für die Kirche. Das ist Dreh- und Angelpunkt der Reflexion.

  • grace

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    am wichtigsten scheint zu sein:
    „ne fiat scandalum“

  • Wolfgang

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    @grace
    Prof. Beinert fordert neues Konzil. Das könnte einen Strategiewechsel anzeigen: Offensive statt Heimlichkeit.
    Schuld haben demnach nicht so sehr Einzelne, sondern die Strukturen der Kirche selbst.
    Die NZZ sieht das deutlich: „Wenn ich als ein Vertreter einer Organisation mit moralischem Anspruch, wie es die Kirche ist, eine Untat begehe, dann hat das mit sündigen Strukturen in der Kirche zu tun. Das erkennt der Papst mit dieser Aussage an.“
    http://www.nzz.ch/nachrichten/international/papst_1.5703265.html

  • Veronika

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    Jetzt war ich einmal eine Zeitlang weg, und was muss man über die Diözese Regensburg lesen?
    Immer noch dasselbe Gebahren! Immer noch dasselbe Schweigen! Es mutet sehr komisch an, auch wenn man die Verhaltensweise des Bischöfl. Ordinariats mittlerweile auch anderswo sehr kritisch zu verfolgen scheint. Scheinbar kann man es nicht über sich bringen, endlich einmal mit der Wahrheit herauszurücken!
    @BOR: Seid ehrlich, sonst könnte die Sache dramatisch enden, denn es ist derzeit nicht davon auszugehen, dass jemand von Euch die Nachfolge in Augsburg antritt, auch wenn Ihr Euch derzeit ziemlich viel Mühe gebt, dass einer von Euch Bischof Mixa nachfolgen kann. Solche Leute wie Mixa kann die Römisch-Katholische Kirche nicht (länger) gebrauchen!

  • Simone Roth

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    „Clemens Neck ist angesichts dessen fast sprachlos. „Ich kann Ihnen nur raten, sich bei Straftaten an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden”, lautet sein knappes Statement. Warum dies bislang nicht mit Unterstützung der Diözese möglich war, bleibt am Dienstag offen.“

    Neck war nicht sprachlos, sondern offensichtlich rücksichtsvoll an der Seite der Frau und vollkommen sachlich. Hut ab. Wenn seine Reaktion typisch ist, dann hat die Kirche wirklich einen Paradigmenwechsel vollzogen zur Opferpespektive. Damit ist sie vorbildlich für alle anderen betroffenen Inbstitutionen und Tätergruppen, die immerhin rund 99,9 Prozent der Missbrauchsfälle in Deutschland verantworten und über die wir bisher so gut wie gar nicht gesprochen haben. (http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-drei-promille-aller-taeter-1.24359)

    Neck stellte die Frau, die auf mich psychisch labil wirkte, nicht bloß. Er wies sie auf das Gebotene hin und das ist in der Tat der Gang zur Staatsanwaltschaft. Er verzichtete darauf, der Frau die Tatsachen (stalking) entgegenzuhalten, die ihr jeden argumentativen Boden unter den Füßen weggezogen hätten. Wirklich klasse.

    Zur Erläuterung die Stellungnahme des Bistums, die im Nachhinein veröffentlicht wurde und die hier wohl „übersehen“ wurde (http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=4131).

    >Nachrede gegen Pfarrer
    Bei Aufzeichnungen einer öffentlichen TV-Gesprächsrunde in Regensburg behauptete eine Frau aus dem Publikum, sie sei von einem Pfarrer misshandelt worden. Die Kirche versage ihr Hilfe und nötige sie stattdessen. Der Pressesprecher des Bistum, Clemens Neck, der an der Gesprächsrunde teilnahm, empfahl der Frau, diese Umstände direkt der Staatsanwaltschaft anzuzeigen.

    Diese Frau ist der Diözese Regensburg seit einiger Zeit bekannt. Die Staatsanwaltschaft war in dieser Angelegenheit bereits tätig und hatte entsprechende Ermittlungen gegen den Pfarrer eingestellt, weil keine Gründe vorlagen, ein Verfahren einzuleiten. Der betroffene Pfarrer – nicht die Diözese – hatte der Frau untersagt, ihre Behauptungen zu wiederholen. Die Diözese wird den bestehenden Gesprächskontakt zu der Frau fortsetzen.<

  • gifthaferl

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    „Neck stellte die Frau, die auf mich psychisch labil wirkte, nicht bloß“
    Simone Roth

    Na welch ein Glück, dass Sie das nun nachholen!

    Ich bin immer wieder hoch erstaunt über die tätige Nächstenliebe besonders „guter“ Katholiken – schon seit Kinderzeiten!

  • gifthaferl

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    „Wenn seine Reaktion typisch ist, dann hat die Kirche wirklich einen Paradigmenwechsel vollzogen zur Opferpespektive. Damit ist sie vorbildlich für alle anderen betroffenen Inbstitutionen und Tätergruppen“
    Simone Roth

    Ach die Pressestelle hätte z.B. hier vorbildlich was zu Opfern gesagt in dieser Verlautbarung?
    Ja freilich, dass die Diözese, die armen Katholiken allseits verfolgte Opfer sind……………..

    Zu sexualisierter Gewalt:
    Was dem Artikel der SZ nur implizit zu entnehmen ist, Pfeiffer weiß es wohl und hat das oft genug gesagt, Sie aber belieben nicht das in aller Deutlichkeit zu erwähnen – ganz überwiegender Haupttatort für sexuellen Missbrauch/sexualisierte Gewalt bezogen auf die Häufigkeit ist die (heilige) Familie und deren allernächstes Umfeld.

    Das Dunkelfeld heute mit familiären und kirchlichen Hintergrund ist mit Sicherheit weit größer, als das anderer Institutionen und Einrichtungen, die ebenfalls mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, und somit grundsätzlich auch Gelegenheit zu Missbrauch bieten.

    Wende zur Opferperspektive und gar vorbildlich – ich lach mich kugelig, was Pfeiffer sagt, bzw. der aktuell wissenschaftliche Sachstand kommt in weiten Teilen der abrundtiefgläubigen RKK dann so an:
    „Das zeige deutlich, dass nicht der vieldiskutierte Zölibat das Problem der Kirche sei, sondern die Homosexualität“
    http://www.kath.net/detail.php?id=26797

    Auf kreuz.net erst ……………………

    Haben wir ihn da den Feind aus dem Inneren der Kirche, den sündigen – den der Papst jüngst entdeckt hat?
    Neu wäre der irgendwie nicht.

    Sachlich richtig ist allerdings, dass Homosexualität mit Pädophilie nicht stärker zusammenhängt als jede andere sexuelle Orientierung – wobei Bisexualität der RKK vermutlich nach wie vor vollkommen unbekannt ist – weil nicht sein kann, was nicht sein darf…………..
    Weder sind also Täter die sich sexuell an Kindern vergreifen grundsätzlich pädophil, und schon gar nicht homosexuell,
    Überwiegend sind Mädchen die Opfer sexualisierter Gewalt, das dann mal nebenbei.

    Frauen hingegen haben ja sowas wie Sexualität solche, solche oder jene, eigentlich ohnehin nicht, und wenn, dann weiß man ja was die sind……………….
    Frauenvorbild ist alleine die lebenslang sex- und selbstlose heilige Jungfrau Gottesmutter Maria – o.k. zum Mutterwerden geht es zumeist nicht völlig ohne – obwohl, heute ja doch, aber das mag man auch wieder nicht bei der RKK – ist eben nicht selbstlos……….

    In katholischen Jungeninternaten etc. können/konnten freilich nur Jungen sexuell missbraucht werden.
    In katholischen Mädchenschulen, – einrichtungen bei Nonnen war es aber auch nicht nett, was man so gehört hat.
    Psychoterror, Bosheit und körperliche Gewalt reichlich, ganz katholisch/christlich „fraugemäß“ eher weniger ausdrücklich rein sexuelle Gewalt.

    Wobei es ja sehr schwer ist körperlich sadistische Bestrafungen für Nichtigkeiten wirklich eindeutig von sexueller Gewalt abzugrenzen.
    Das ist meiner Ansicht nach auch nicht nötig, sind es doch nur verschiedene Seiten der gleichen Medaille – Machtmissbrauch und Demütigung der wehrlosen Lämmchen.

    Wirklich Frau Roth, ich seh nichts Neues unter dem katholischen Himmel.

  • Wolfgang

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    @Simone Roth
    Leider das Gegenteil eines Vorbildes. Das ist auch das Fazit des von Ihnen zitierten Absatzes:

    „Die katholische Kirche hat also gegenwärtig kein primär quantitatives, sondern vor allem ein qualitatives Problem. Die Menschen sind entsetzt darüber, dass gerade Priester und Ordensmitglieder, die mit hohem moralischen Anspruch auftreten, sich derart massiv an Kindern versündigt haben. Und sie sind empört über eine Kirche, die die Opfer schlecht behandelt hat, die solche Vorgänge vertuscht hat und die schuldige Priester oft nur versetzt hat, mit der Folge, dass weitere Kinder Opfer des Missbrauchs geworden sind.“

    http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-drei-promille-aller-taeter-1.24359

  • Lang

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    Wie kann Simone R. OHNE Quellenangabe behaupten, was die Staatsanwaltschaft tat und was DER Diozöse (wie viele Menschen meint das eigentlich?) bekannt war?

    „Diese Frau ist der Diözese Regensburg seit einiger Zeit bekannt. Die Staatsanwaltschaft war in dieser Angelegenheit bereits tätig“

    Variiert diese Dame „L‘ etat c’est moi“?

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