Sieht so eine Stadthalle für Regensburg aus?

Print page
Einst wurde es zu einem für Regensburg fast schon überlebenswichtigem Thema hochstilisiert, heute ist es auf der politischen Agenda sehr weit nach hinten gerutscht: ein Kultur- und Kongresszentrum. Seit der ewige Standortfavorit Donaumarkt 2006 auch beim dritten Bürgerentscheid abgelehnt und stattdessen zwei Jahre später der Ernst-Reuter-Platz erkoren wurde, hört man dazu kaum noch etwas aus dem Rathaus. Doch nun ist etwas geschehen, was Stadtrat Günther Riepl (Freie Wähler), der den Ernst-Reuter-Platz über Jahrzehnte propagiert hat, jubilieren lässt: Ein Architektur-Student der Bauhaus-Uni Weimar hat sich des Themas angenommen und im Rahmen seiner Diplomarbeit einen Entwurf für ein Kultur- und Kongresszentrum an ebendiesem Standort vorgelegt. Die Arbeit von David Hammer, übrigens ein Regensburger, wurde von den Professoren mit Bestnoten bewertet (. „Die geplante Stadthalle bildet eine neue Attraktion an diesem Ort, neue öffentliche Plätze entstehen, die den Park erfahrbar machen und so ein neues Tor zur Stadt bilden“, heißt es unter anderem. „Jetzt sieht man zum ersten Mal, was dort möglich ist“, freut sich Riepl, der wieder Morgenluft für „seinen“ Standort wittert.

„Jetzt kann man endlich wirklich diskutieren“

Attraktiv sieht der Entwurf mit dem Titel „Pavillons im Park“ tatsächlich aus: Die drei Baukörper werden in den Park integriert, es wird viel mit Holz gearbeitet, die Fußgängerzone würde vergrößert werden und auch eine Neuordnung des Auto- und Busverkehrs scheint berücksichtigt worden zu sein. Ob und wie dieser Entwurf allerdings umgesetzt werden kann, wer ein solches Zentrum im Fall des Falles bezahlen und betreiben wird und wie es mit der Zustimmung aus der Bevölkerung aussieht, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Nach wie vor gehört das Grundstück der evangelischen Kirche und abgesehen davon, dass sich die Stadt vor drei Jahren ein Erbaurecht auf dem Gelände gesichert hat (Kosten: 1,4 Millionen Euro) scheinen die weiteren Verhandlungen ins Stocken geraten zu sein. Günther Riepl beeindruckt das nicht. „Mit diesem Entwurf ist zum ersten Mal eine echte öffentliche Diskussion mit den Bürgern möglich“, sagt er. Und ohnehin sei die Frage, ob nicht besser ein Privatinvestor und nicht die Stadt Bau und Betrieb des Kultur- und Kongresszentrums übernehmen sollte. Eines kann man jedenfalls schon jetzt festhalten: Trotz der intensiven und jahrelangen Bemühungen insbesondere der CSU, ein Kongresszentrum am Donaumarkt durchzusetzen, gab es dafür nie einen so detaillierten Entwurf wie jetzt für den Ernst-Reuter-Platz. Eine genaue Vorstellung des Entwurfs beim Magazin baunetz.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (17)

  • Leopold von B.

    |

    Was ist das denn für ein dilettantischer Entwurf? Stadthalle? Da sind ja die Klohäusln am Neupfarrplatz größer. Ein Konzertsaal? Ein Tagungszentrum? Was hat der Student geplant? Wenn ein Nudelbrett als Bühne reicht, dann mag der Entwurf hingehen. Aber ein 2000-er Saal ist in einem so dimensionierten Rahmen nicht realisierbar.
    Wo sind die Anfahrten für Technik etc.? Prima vista ist diesem Entwurf zu bescheinigen: Lincoln Center lässt grüßen. Ob die Dachschrägen dem Gestaltungsbeirat gefallen würden, darf berechtigt angezweifelt werden. Insgesamt alles sehr altbacken, dem Regensburger Mustermann würd’s sicher gefallen, wie Herrn Riepls Euphorie ja schon deutlich zeigt.
    Ceterum censeo: Regensburg braucht KEINE Stadthalle. Und kein Investor schenkt Regensburg eine Stadthalle, wie sich Herr Riepl das in seinen Milchmädchen-Träumen immer so schön ausmalt.

  • Pragmatiker

    |

    Nanana, Herr Leopold, bitte nicht immer an allem rummäkeln.

    Natürlich braucht Rgbg. eine Stadthalle ebensowenig wie ein neues Luxusfußballstadion, aber mir gefällt der Entwurf gut, schon wegen der Integration in den bestehenden Park und der vielen Grün-/Fußgängerflächen. Und die Details wie „Anfahrten für die Technik“ (ginge doch – entweder unterirdisch oder auf dem Foto rechts, entlang der Lutherstraße) kann man ja dann im Einzelnen diskutieren, wenn’s ernst wird.

    Aber prinzipiell muß es nicht ernst werden, das stimmt schon. Keiner meiner Freunde und Bekannten hat jemals eine Stadthalle in Rgbg. vermisst.

  • Andreas

    |

    Hässlich und ohne Pfiff. Zuviel Bauhaus, zuwenig Eleganz.

  • Bau

    |

    1. Es wäre erstaunlich, wenn eine Studienarbeit umgesetzt würde! 2. Der Entwurf nimmt Anklang in gotischen und romanischen Elementen. Die Außenhülle bleibt als modernes Objekt unauffällig um nicht das historische Gesamtbild im Umfeld zu stören (Gegenbeispiel Kaufhof). Insofern besticht er auf jeden Fall. 3. Da sich ein solcher Entwurf immer an den genauen Vorgaben der Studienaufgabe orientiert, ist davon auszugehen, dass die Kritikpunkte des Leopolds bei näherem Hinschauen ausgeräumt werden. 4. Ist auch nicht das Thema, da der Entwurf lediglich eine Diskussionsgrundlage bietet. 5. Über Geschmack läßt sich streiten!

    Man kann natürlich auch eine Sidneyoper oder eine Berliner Philharmonie dort hinbauen. Dann zeigt Deutschland den Regensburgern wiedereinmal den Vogel!

    Leider muss immer wieder festgestellt werden, dass viele, die jetzt meckern, aus der Generation stammen, die durch fehlendes Engagement dafür gesorgt haben, dass sich der Eingang zur Stadt mit einem Plattenbau sozialistischer Provinienz präsentiert. (schönen Dank – so nebenbei)

    Ob Regensburg eine Stadthalle braucht? Nein! Aber sehr wohl ein Kongresszentrum! Wo bitte sind die Räume für Veranstaltungen ab 500 Personen? Wo ? Der Neuhaussaal (max. 350 Personen), der Spiegelsaal (12.000 € ohne Stühle) etwa? Nein. Eine solche Veranstaltung ist hier nicht möglich! Ach ja – der Audimax mit zerschlissenem Teppich, vollgekritzelten Stühlen und den Resten von der Mensa unterm Tisch neben den eingetrockneten Kaugummis ist und bleibt eine Spitzenlokation!! Auch führ mehrtägige Veranstaltungen!

  • Neuromancerr

    |

    SO wird das Kultur-&Kongresszentrum jedenfalls nicht aussehen. Das ist sicher.
    Der Entwurf hat zuviel Eleganz und Klasse.

  • grace

    |

    Ich fände ein Beduinenzelt angemessen, aus braunem Kamelhaar.
    Und dahinter ein Mahnmal des Unbekannten Demokraten.

  • Joachim Datko

    |

    Audimax als RKK

    Zitat: „Ach ja – der Audimax mit zerschlissenem Teppich, vollgekritzelten Stühlen und den Resten von der Mensa unterm Tisch neben den eingetrockneten Kaugummis ist und bleibt eine Spitzenlokation!! Auch führ mehrtägige Veranstaltungen!“

    Das Audimax verursacht die geringsten Kosten, da es ja schon vorhanden ist und der öffentlichen Hand (dem Steuerzahler) gehört. Auch hat die Universität die entsprechenden Nebenräume und die sonstige Infrastruktur.
    Dazu kommt das Image der Universität, damit kann man den Betonlook mehr als kompensieren. Einige Veranstaltungen könnte man auch als Gemeinschaftsveranstaltungen von Stadt und Universität durchführen, was die Attraktivität steigern würde.

    Für den Steuerzahler ist es immer gut, wenn die öffentliche Hand die teure Infrastruktur besser ausnützt.

  • Leopold von B.

    |

    Hätte zwar nie gedacht, dass ich Herrn Datko mal beipflichen muss, aber wo er Recht hat, hat er Recht. Außderdem muss man meilenweit gehen, ehe man einen Konzertsaal findet, der eine derart hervorragende Akkustik hat.
    Und Parkplätze gibt es (abends) obendrei gratis! Oben am Uniberg

  • Peter

    |

    Guad gmacht Dave!

  • ich

    |

    oh man…. ein schöner entwurf und doch alle so frustriert!!! SCHADE

  • Lothgaßler

    |

    So ist der Mensch: Lieber grübelt er darüber nach, was er noch haben könnte, statt dass er sich überlegt, wie er das was er hat optimal nutzen und erhalten kann.
    Eine Stadthalle bzw. ein Kongresszentrum ist zwar der Traum gstandender Politiker, aber wenn wirs hätten, wir wüssten nicht viel damit anzufangen. Irgendwie geht es seit Jahren auch ohne.
    Ein Kongresszentrum ist genauso wie das Bundesliga-Fussballstadion eine nice-to-have aber keine must-have Angelegenheit. Mit welcher „location“ will Regensburg eigentlich konkurrieren? Etliche städtische Räumlichkeiten warten vergebens auf Nutzer, auch weil deren Nutzung nicht gerade billig ist. Wäre die Stadthalle für die potenziellen Nutzer bzw. für die Stadt preiswerter? Sicher nicht!

    Zum Entwurf: Na ja!
    Sieht aus der Ferne und auf dem Foto aus wie ein Partyzelt aus dem Baumarkt.
    Wenn schon, dann unter die Erde damit und oben drüber Gras wachsen lassen.

  • Leopold von B.

    |

    Volltreffer! Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Das Lothgässchen hat nur zwei Hausnummern, sag mal, kennen wir uns nicht? Das dürfte die kürszeste Straße Regensburgs sein. Aber vielleicht handelt es sich ja auch um einen Ex-Bewohner des Lothgässchens.

  • grace

    |

    Geht doch!
    Die Räumlichkeiten (z.B. Zentrales Hörsaalgebäude) der Uni Regensburg sind bestens geeignet, um auch grössere Veranstaltungen erfolgreich zu stemmen, wie z.B. die Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vom 21.-26.März 2010 mit 5000 Teilnehmern gezeigt hat.

    Eine Kongress-/Stadthalle zu bauen ist unnötig, das Geld zum Fenster rausgeschmissen.
    Da müssen halt ein paar Provinzpolitiker auf Wahlpropaganda, auf Freibier und Schnittchen
    und FotoFotoFoto verzichten.
    Zum einen sagt man Sparsamkeit, zum anderen Grossmannssucht.

  • Lothgaßler

    |

    Ich wohn noch da.

Kommentieren