Kommentar

Tebartz-van Elst: Das Sahnehäubchen für die Skandal-Diözese

Print page

Franz-Peter Tebartz-van Elst passt perfekt zum Bistum Regensburg. Und: Er hat sich beim Weitem nicht so viel zuschulden kommen lassen wie die Verantwortlichen hier.

bischof7953

Tebartz-van Elst zieht nach Regensburg. Unmittelbar nachdem diese Nachricht heute von verschiedenen Medien vermeldet wurde, kam es in den Kommentar-Foren sozialer Netzwerke zu einer Vielzahl an – schonend ausgedrückt – ablehnenden Meinungsäußerungen. Die Frage ist aber doch: Was hat sich der ehemalige Limburger Bischof denn so Schlimmes zuschulden kommen lassen, was von den Verantwortlichen des nun von ihm zur neuen Heimat erkorenen Bistums Regensburg nicht problemlos getoppt werden könnte?

Der Prasser wird abgesetzt, der Demütiger befördert

Warum soll es denn einerseits so schlimm sein, in einer per definitionem feudalistisch organisierten Institution prasserisch mit Geld umzugehen und andererseits eher vernachlässigbar, wenn man, wie in Regensburg, Opfer von Vergewaltigung, Demütigung und Prügel vor den Kopf stößt, indem man die Taten leugnet, verharmlost oder totschweigt?

Exil in Regensburg: Tebartz-van Elst. Foto: Archiv/ Staudinger

Abgesetzt: „Skandal-Bischof“ Tebartz-van Elst. Foto: Archiv/ Staudinger

Während der eine, Tebartz-van Elst, mit einem bundesweiten medialen Shitstorm überzogen und schließlich vom Papst abgesetzt wird, wurde der andere, Gerhard Ludwig Müller zum Kardinal und obersten Hüter des katholischen Glaubens befördert. Kritik an ihm – sofern es sie noch gibt – lassen sowohl er wie auch die Institution Kirche an sich abperlen. Ihm wurde sogar – was für ein Hohn – die Verantwortung für die Aufklärung von sexuellem Missbrauch übertragen.

Vom Skandal-Bischof zum Skandal-Kardinal: Gerhard Ludwig Müller. Foto: Archiv/ Staudinger

Vom Skandal-Bischof zum Skandal-Kardinal: Gerhard Ludwig Müller. Foto: Archiv/ Staudinger

Brüderliche Gastfreundschaft für van Elst, Arschtritt für Gewaltopfer

Während dem einen, Tebartz-van Elst, die „mitbrüderliche Aufnahme und Gastfreundschaft“ des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer zuteil wird, bekommen andere, Gewaltopfer bei den Regensburger Domspatzen, einen Arschtritt. Sie werden der Lüge bezichtigt und totgeschwiegen. Das geht so weit, dass sie sogar bereit sind, sich inmitten tausender Besucher des Katholikentages zu outen – nur um weiter ignoriert zu werden. Der Generalvikar, der mit seinen Serienbriefen Missbrauchsopfer auf die Therapeutencouch und ins Krankenhaus brachte, verbleibt auch unter Bischof Voderholzer im Amt.

Zeichnet verantwortlich für demütigende Serienbriefe, bleibt bislang im Amt: Generalvikar Michael Fuchs. Foto: Archiv/ Staudinger

Zeichnet verantwortlich für demütigende Serienbriefe, bleibt bislang im Amt: Generalvikar Michael Fuchs. Foto: Archiv/ Staudinger

So sehr sich viele jetzt über den Umzug Tebartz-van Elsts nach Regensburg empören mögen – dass er hierher kommt, ist nur konsequent. Regensburg ist, auch wenn das hier manche nicht gerne hören, eine bundesweit einmalige Diözese. Nirgendwo sonst wird so konsequent versucht, den Missbrauchsskandal – auf Kosten von Opfern – auszusitzen und die Forderung nach Aufklärung, Voraussetzung für jeden Form von Prävention, abperlen zu lassen.

Nette Worte, Betroffenheit und Versprechen, aber kein Handeln: Bischof Voderholzer. Foto: Archiv/ Staudinger

Nette Worte, Betroffenheit und Versprechen, aber kein Handeln: Bischof Voderholzer. Foto: Archiv/ Staudinger

Tebartz-van Elst ist allenfalls das Sahnehäubchen obendrauf auf diesen Eisberg an Skandalen. Und wenn sich dank seiner Anwesenheit wieder eine breitere Öffentlichkeit den Zuständen in diesem Bistum widmet – dann hat er sogar noch etwas Gutes getan.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (73)

  • Veronika

    |

    Lasset die Sünder zu mir kommen! So oder ähnlich heißt es doch in der Bibel. Da muss man erst mal sündigen, um zum Herrn kommen zu dürfen.
    ——————————
    Mensch bin ich froh, diesem Verein nicht mehr anzugehören und zu einer Zeit in Regensburg studiert zu haben, als Regensburgs Bischof noch Manfred Müller hiess. War zwar auch keine besondere „Leuchte“, aber für seine Verhältnisse und sein Wissen richtiggehend „liberal“.

  • Elke

    |

    … da ich immer noch ein Anhänger von den emer. Bischof TvE bin, freue ich mich für ihn, im Bistum Regensburg eine neue „Heimat“ zu finden.. am Besten heute als morgen, Koffer packen und verschwinden aus dem Bistum Limburg. Leider, kann er nichts mitnehmen aus seiner schicken Rezidens… ich wünsche TvE eine glücklichere Zukunft und einen neue Aufgabe.

  • Fr.Streng

    |

    Leider stimmt der positiv lautende Vergleich der Bistümer Regensburg-Limburg so nicht ganz. Auch in Limburg ging man mit Missbrauchsopfern widerwärtig um und verfolgte deren Berichte sogar gerichtlich!

    „Prügel vom lieben Gott: eine Heimbiografie“ (1981) – so lautet der Titel des Missbrauchsopfers des kirchlichen Heims St. Vincenz-Stifts im Bistum Limburg, Alexander Homes.
    http://www.youtube.com/watch?v=llvxa308Hus

    Ein ehemaliger Heimleiter verübte Suizid. Sein Nachfolger, Franz Kaspar, vertuschte sie. Später ging Kasper gerichtlich gegen das o.g. Buch – wg. „übler Nachrede“ – vor und verlor. Franz Kaspar stieg unter Bischof Tebartz zum Generalvikar des Bistums auf, fiel mit diesem und vertuschte weiter!

    Erst im April 2014 entschuldigte er sich für das geschehene Unrecht.
    Dergleichen hat der Regensburger Generalvikar allerdings noch nicht fertig gebracht!

  • Die Stimme aus dem Off

    |

    Was Brüssel für Politiker, ist Rgbg scheinbar für abgehalfterte Kirchenmarionetten…

  • Raimund Nitzsche

    |

    Eine Meldung über TvE ist – abgesehen davon, wenn er ein neues Amt übernehmen würde – eine journalistische Nullmeldung. Schade, dass regensburg-digital sich auf so ein Niveau herunter begibt.

  • Joachim Datko

    |

    Wir dürfen seine Bedeutung für die Aufklärung nicht unterschätzen. Sicherlich hilft er bei der weiteren Erhöhung der Kirchenaustrittszahlen in Regensburg. Das Jahr hat schon sehr gut angefangen.
    Kirchenaustritte aus der ev. und der r.-k. Kirche von Bürgern mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Regensburg:

    01.12 – 04.12 # 252 Austritte
    01.13 – 04.13 # 362 Austritte, Anstieg gegenüber dem Vorjahr 44%
    01.14 – 04.14 # 498 Austritte, weiterer Anstieg gegenüber d. Vorjahr 38%

  • dugout

    |

    Jeder kann im Standesamt seine Meinung zu dieser kath. Kirche zeigen.
    kostet keine 50 € , dauert ein paar minuten..
    danach ist man frei.
    In den ersten fünf Monaten 2014 sind schon wieder 100 Menschen mehr ausgetreten als im selben Zeitraum des Rekordjahres 2013.

  • Mathilde Vietze

    |

    Also, einen großen Gefallen tut Voderholzer seinem Mit-
    bruder nicht: Der sitzt doch hier auf dem Präsentierteller.
    Wenn der durch die Straßen von Regensburg geht, gafft
    ihn jeder an und wenn er z.B. seine Schwester oder seine
    Tante mitnimmt, geht das Getuschel los.
    Es will ihn hier eigentlich – außer Voderholzer und Fuchs –
    keiner und hoffentlich bekommt er bald eine neue Auf-
    gabe fern von Deutschland, dann kann er „ein neues
    Leben“ beginnen.

  • otto wanninger

    |

    meine erste reaktion auf die meldung war ein schock und ich frage mich was haben wir und unsere stadt verbrochen mit so einer zumutung leben zu müssen. ein skandalon ersten ranges. ein bergdorf ohne internet in südamerika oder beim gerhard ludwig im archiev wär doch angemessen aber im schönen regensburg in meiner stadt? gott was haben wir verbrochen dass wir nur mit so einem abgeben müssen? ich bin gespannt wenn ich mein eis auf den stufen von der neupfarrkirche schlecke und das dürre gesicht von terbi sehen muss. mich ekelt es richtig vor dem. und es ärgert mich dass sowas an unseren strand gespült wird… ekelhaft! sind wir das brüssel für unvermögende bischöfe? normal kommen die doch nach rom? oder sind die archieve dort voll? kloster wär auch was. warum nimmt metten ihn nicht? soviel zur benediktinischen gastfreundschaft. … hält der dann in mitra und tamtam gottesdienst?
    der landkreis cham und regen oder so wär doch auch nett. bissl am land bissl gsund?
    morgen trete ich aus der kirche aus, mir langts.

  • Friedrich L.

    |

    @Mathilde Vietze sagte
    „Es will ihn hier eigentlich – außer Voderholzer und Fuchs – keiner und hoffentlich bekommt er bald eine neue Auf-
    gabe fern von Deutschland“

    Halloo Gemeinde, DER will hier nur wohnen. Euer Haberfeldtreiben geht mir allmählich auf den Keks.

  • jetzt reicht´s

    |

    Friedrich, sie sprechen mir aus der Seele! Es wird in unserem freien und demokratischen Land wohl noch erlaubt sein, in eine andere Stadt zu ziehen.

  • Barbara Junghans

    |

    @ elke
    mit Ihrer Zustimmung zu Tebartz-van Protz möchten Sie sich bestimmt schon auf Erden einen Platz im Himmel sichern! Ähnlich wie Dr. Albert Schmidt, der Vorsitzende des Zentralkomitees der Katholiken. Wenn solche Leute da oben rumkrautern, dann überlege ich mir, ob das wirklich ein erstrebenswerter Ort für Christen ist.

    Dass der Sympathiträger Tebbi ausgerechnet Regensburg zu seinem neuen Wohnsitz erkoren hat, lag ja fast in der Luft angesichts des Fürsprechers aus dem Lager der Politprominenz und der höchsten Geistlichkeit. Ich hoffe nur, dass ich ihm in den Straßen Regensburgs nie begegne und dass der Papst ihn möglichst bald ans Ende der Welt schickt. Dort kann er dann für andere (statt für sich selbst) „Gutes tun“ – das wird mal eine Abwechslung zu seinem bisherigen Leben sein.

  • Elke

    |

    Meinen Kritikern gegenüber habe ich auch Verstandnis. Ich bin kein Mensch der in das „Horn“ bläst, wie viele andere auch, bin eher ein Neutraliker, Mitte!.. und einen Platz auf Erden für den Himmel sichern , nunja, da gibt es andere Möglichkeiten!.. aber Danke, liebe Barbara, sehe es als Kompliment an!
    Der emer. Bischof TvE, war für das Bistum eine unglückliche Auswahl was an Führungspersonen anbetrifft, er hätte nie Bischof werden sollen!.. Ein Bischof kann kein Bauspezialist in Sachen Technik, Durchführung und Finanzen sein.. ich glaube nicht, das er weisst, was ein Sack Zement kostet!.. Aber er hat sich damit bereits ein “ Denkmal“ gesetzt. In ferner Zukunft, wird der Fall TvE, nur noch eine untergeordnete Bedeutung haben.. gras drüber.
    Sein Führungsstil, ok, der kam nicht bei allen Gläubigen gut an.. Den Herrn TvE aber ständig zu diffamiren ist meiner erachtens nicht sehr anständig, wir sind alle nur Menschen, mit Charakter, Wünschen, Hoffnungen und Träumen.. wie auch Herr Tebartz van Elst… Gruss Elke!

  • Kerstin Lange

    |

    Da ging neulich so ein schönes Brecht- Zitat durch die Presse, natürlich begleitet von medialer Empörung. Aber ich finde, es passt ganz gut auch auf das Skandal- Bistum:
    „Wer die Wahrheit nur nicht kennt, ist ein Dummkopf, wer sie aber kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher“!

  • Barbara Junghans

    |

    @ Elke
    Es geht nicht darum, ob Hochwürden Fachmann ist, der sich mit Preisen für Baumaßnahmen auskennt. Als eine nachträgliche Änderung der Aufhängung des Adventskranzes die Abdeckung des Daches notwendig machte, hätte sich jeder Bauherr allerdings mal nach den zusätzlichen Kosten erkundigt. Und die waren ihm offenbar sehr wohl bekannt, scherten ihn aber den Deubel!

    Haben Sie mal Fotos der bischöflichen Residenz gesehen? Sind im Internet! Das Bad ist ein echter Hit! Mein Kommentar: Vornehm geht die Welt zugrunde!

    Und dass der Tebbi Erster Klasse in die indischen Slums fliegt, zeugt wohl auch nicht gerade von seinem Sinn für Sparsamkeit. Abgesehen davon hat er das ja noch ziemlich lange bestritten. Auch nicht gerade ein Ruhmesblatt für einen Kirchenmann!

    Kein Wunder, dass die Atheisten sich darüber das Maul zerreissen und auch Menschen, die dem Glauben eigentlich nahestehen, sich von der Kirche abwenden!

    Es geht die Rede, dass es hier in Regensburg einen großen Kreis von Anhängern dieses wackeren Gottesmannes gibt. Ich gehöre zum Glück einer anderen „Fraktion“ an und muß nicht mit den Wölfen (und Wölfinnen!) heulen. Aber tuten Sie ruhig in dasselbe Horn wie diese Leute.

  • Bank Angestellter

    |

    Regensburg ist das Sprungbrett für drittklassige Manager, Politiker und Bischöfe.

  • Elke

    |

    Barbara, Danke für Antwort. Gut, wollen wir mal klarstellen, lassen wir an dieser Stelle mal den Namen TvE weg, ob Bischof X oder Y, es sollte nicht oberste Aufgabe oder Vorhaben eines Bischofs sein ,einen prunkvollen, luxeriösen „Palast“ zu bauen für sich. Nun ja, was hat der Gute getan.. jetzt steht die Rezidens, woran wir uns stören ist dieses Wort „PRIVAT“, als wenn der Bischof bis zu seinem Lebensende darin wohnen könnte… und denke nicht , dass sein Nachfolger in eine 2 – Zimmerwohnung im Altbau wohnen möchte, wer auch immer es sein wird, der NEUE!!
    Tebartz v. Elst wollte den „Himmel“ auf Erden, na und!..siehe manche Ausstattung von kath. Kirchen! Ich schaue mir sehr, sehr lieber eine schöne prachtvolle Kirche an, als eine Armselige, in der je keiner geht.

    Wir sollten immer daran denken, es ist letztendlich das gekonnte Handwerk von Menschen ist, egal wer der Auftraggeber ist oder war… alle Paläste , alle Kirchen u.s.w.
    F.-P. Tebartz v. Elst hat in Limburg auf dem Domberg für ALLE ein geistl. Zentrum errichtet und wird es hinterlassen müssen!!….. ich kann nur noch lachen!….

  • Angelika Oetken

    |

    Methode „Glas-halb-voll“ :)

    einige Limburger Bürger sind TvE ziemlich dankbar:

    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/dank-bischof-tebartz-van-elst-tourismus-in-limburg-100.html

    Sogar das von ihm angelegte Gärtchen lockt Touristen an, obwohl er schon von der Bildfläche verschwunden ist
    http://www.rp-online.de/politik/franz-peter-tebartz-van-elst-teurer-privatgarten-lockt-jetzt-touristen-an-aid-1.4266914

    Gut: in Regensburg müsste man erstmal eine Beschäftigung für TvE suchen. Und da er ja diese neckischen bunten Kleidchen und den schnuckeligen Schmuck nicht mehr tragen darf, bräuchte er auch ein bisschen Glamour. In einem anderen Faden hatte ein Forist vorgeschlagen, ihn mit Gloria von TuT bekannt zu machen.

    Also, nachdem ich mir ihren Auftritt in diesem Beitrag angeguckt habe, halte ich das für ne glänzende Idee
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/21530200_der-franziskus-faktor-die-kirche-vor-dem

    Regensburger: fangt schon mal an, entsprechende Mitbringsel zu entwerfen, T-Shirts zu bedrucken und Spezereien nach den beiden zu benennen. Und: Gästezimmer „TvE“ dürfen nicht fehlen. Inkl. goldiger Badewanne mit zwei Kopfstützen und Doppelkloschüsseln ohne Trennwand…

    Und da ich die Frau Fürstin für sehr geschäftstüchtig halte, könnte ich mir sogar vorstellen, dass sie sich an dem Projekten beteiligt.

    Alternativ: der Herr Kaspar kennt sich auch gut in dem Metier aus.

    Viel Erfolg! Ich gönne ihn euch! Lasst euch von denen nix abluchsen ;-) Die nehmen es auch von den Lebendigen.

    Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Elke: Dabei ist es scheinbar noch niemandem aufgefallen, was die MZ im letzten Jahr über die neue Wohnung von Regensburgs Oberhirten V. berichtet hat. Diese kostet auch knapp 900.000 Euro.
    Da nimmt sich des einstigen Passauer Bischofs Schraml vor zwei Jahren absolvierte „Umbauorgie“ in Altötting mit knapp 500.000 Euro läppisch aus.

  • Elke

    |

    @Veronika, die Beiträge sind mir durch die Lappen gegangen, im Grunde genommen belanglos.. was die Kosten anbetrifft, gegen die 31 Mill. von Limburgs Bischofssitz und Nebengelass!.. 900.000 Eur. wird die Badewanne gekostet haben und die 500.000 Eur. die Dusche! bitte ist nur Spass!

    Ich muss mal betonen, dem Bistum ist ja gar kein finanz. Schaden entstanden, viel mehr ein immaterieller Imageschaden, viel auch von ausserhalb gekommen.. TvE war letztendlich der Prügelknabe!… ich hätte TvE nach dem Abschluss des Baus noch ein Jahr Bewährung gegeben, von mir aus zum Aussräumen mancher Problemchens… Ach Gott!

  • Mr. T

    |

    Wie Stefan Aigner in diesem Bericht schon schreibt, ist es wirklich lächerlich, was mit TvE veranstaltet wird. Prunksucht, Protz und Verschwendung waren für die Kirchenfürsten über Jahrhunderte ganz normal. Der Wicht hat nur den Schuss nicht vernommen, dass so etwas derzeit vielleicht nicht ganz so angesagt ist in der Öffentlichkeit. Wenn man mal überlegt, was beispielsweise der Bau eines Regensburger Doms seinerzeit der Volkswirtschaft gekostet hat, kann der zweistellige Millionenbetrag den er verjubelt hat nicht, nicht mal als Peanuts bezeichnet werden. Jedes einzelne Kind, das Mixa vermöbelt hat, den Mist, den Müller in Riekofen gebaut hat, der Umgang mit den Missbrauchsopfern und viele andere Vergehen gegen Menschen wiegen da ungleich schwerer. Wenn auch nur ein so ein Knallhorn irgendwo predigt, man darf keine Kondome verwenden, hat er mehr angestellt, als dieser Gollum. Man sollte ihn in Regensburg nicht mal ignorieren, geschweige denn ein Haberfeldtreiben gegen ihn veranstalten. Der ist es nicht wert. Engagiert Euch gegen die wirklichen Verbrecher in Kutten.

  • Capital-Soziale-Union

    |

    Zur Erhellung mancher sachkenntnisfrei Personenhaß predigender Verschwörungstheoretiker Auszüge aus einem Interview des „härtesten Kritikers des Limburger Bischofs“, H. H. Stadtdekan (von Frankfurt/M.) Johannes zu Eltz, mit einem nichtumstrittenen, politkorrekten, überregionalen Presseorgan unter der Überschrift „Die klerikale Ära ist vorbei“:

    „… bei so einem Desaster gibt es keine Sieger … der Einsturz von Autorität hat ein Systemproblem sichtbar gemacht. Das kriegt man nicht los, wenn man jetzt eine Person austauscht … es ging nur vordergründig um Geld.

    Tebartz war kein Verschwender und kein Protzbischof.

    Es ging um Macht … bei uns nehmen die Menschen die Machtverhältnisse nicht mehr als gegeben hin … ich glaube, die klerikale Ära ist vorbei. Die Amtskirche, wie wir sie kennen, ist erledigt … wir sind in Limburg sechsspännig in die Sackgasse gedonnert … ich habe … viel über die Schweiz nachgedacht, wo die Bischöfe weder Geld noch Macht haben. Wenn sie etwas wollen, dann müssen sie darum bitten und die Gläubigen in den Gremien für sich gewinnen. In Limburg wurde nicht gebeten und niemand gewonnen.

    Der Bischof war kein Wüterich, er hatte Manieren und ein gewinnendes Auftreten.

    Aber das war nur der Samthandschuh um die Stahlkralle. In Wirklichkeit hat er gemacht, was er wollte, einfach weil er der Bischof war. Mir ist klargeworden, solche Macht muß weg … aber davon ist der Zynismus als Schmiermittel des kirchlichen Betriebs nicht weg … die offene Mißachtung des Evangeliums … da war keine“ (Limburger Bau-) „Posse. Wir haben in Abgründe geschaut. Auch in die eigenen. Es gibt eine dunkle Seite der katholischen Macht- und Prachtentfaltung, die an Unglauben grenzt … in Limburg fühlten sich die Mitarbeiter beobachtet, bespitzelt und denunziert. Es war am Ende ein totalitäres System … die Macht der Bischöfe macht sich lächerlich, wenn die Zustimmung der Gläubigen fehlt. Dann wird sie zu einer Persiflage … wir haben zu viel geschwiegen. Da war ich dabei. Mein Schweigen war aggressiv, aber ich hätte dem Bischof gleich offen widersprechen sollen. Aus dem Untersuchungsbericht geht hervor, daß es auf kritische Anfragen oft keine Antworten gab. Da haben wir nur die Faust in der Tasche geballt … wir hätten uns mehr einig sein müssen … zur Geschlossenheit fanden wir erst Anfang September 2013, mit dem Mut zur Verzweiflung, zu spät …

    es geht hier nicht um Geldverschwendung, sondern um die Ideologisierung der hohen Ämter.

    Manche finden immer noch: der Bischof ist nicht vom Domkapitel gewählt, sondern vom Hlg. Geist eingesetzt … wer ihn angreift, greift Gott an. Das ist schlechte Theologie und bringt Gott selbst in Mißkredit, wenn der Bischof ersichtlich nichts taugt. Wir brauchen eine Kultur der Fehlbarkeit in der unfehlbaren Kirche …“

  • W.MÜLLER

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Elke

    |

    Bischöfe , Päpste … und die Macht!.. die weltlichen „Fürsten“ wollten sie und sind sie immer noch.

    Das Bistum Limburg steht in naher oder nächster Zeit wieder vor der widerwilligen Wahl eines neuen Bischofs.. aus dem Bistum Limburg lernen.. WAS, WIE????…

    Es wäre hierbei wirklich mal an der Zeit , das die Personalpolitik der kath. Kirche sich ändere. Ich denke z.B. an die Mitsprache des Kirchenvolkes in irgendeiner Form, sei es in Meinungsumfragen, per Internet, Telef. und und… Stimmzettel und Wahllokale muss es hierbei nicht unbedingt geben. Es wäre aber eine gewisse Orientierung , Trendwende für die Bischofswahl.
    Das nächste, wenn ein Bischof ernannt wird und es amtlich ist.. diesen ein sogenanntes “ Novizenjahr“, Probezeit, Bewährungszeit zum Einarbeiten zu geben und nach dieser Frist im Miteinander Kirchenvolk und Ob-Kirchenleitg. den Bischof feierlich in sein Amt zu weihen.

    Der emer. Bischof, war eine “ unglückliche“ Auswahl von Führungspersonal unter den vielen , vielen.. Bischöfen!
    Was ER dann aus sich machte…(allen bekannt).. Machtmissbrauch… um Geld geht es nicht!

    Also!!.. Aus dem Bistum Limburg lernen.. es in Zukunft anders machen!

  • Lothgaßler

    |

    Solange die politische Kaste der (den) klerikalen Kaste(n) ein so bequemes und straffreies Leben gewährt, ist die Trennung von Kirche und Staat nicht vollzogen.
    Diskriminierende Kirchenrechte, Kirchensteuern, Lehrstühle für wissenschaftsferne Kirchenlehren, Besoldung von Bischöfen u.a., all das gehört abgeschafft. Die Kirchen und Relegionsgemeinschaften müssen die Entwicklung der demokratischen Gesellschaft akzeptieren. Nicht sie haben zu bestimmen, was der Staat ihnen gegenüber zu leisten hat (außer die Garantie der Grundrechte, z.B. Religionsfreiheit) und wie die Bürger zu leben haben. Sie bestimmen auch nicht darüber wie ihre Mitglieder zu leben haben, was sie sagen und denken dürfen.
    Der Staat muss endlich die Bürger vor den überzogenen Interessen der Kirchen schützen.
    Das ewige Vertuschen, Verzeihen und Pfründe zuschustern kann sich nur noch über Traditionen erklären: Stiften, Schenken, fürs Seelenheil beten lassen, zur Not auch mal beide Auge zudrücken. So hielten es früher die frömmelnden Adeligen, und so halten es heute die frömmelnden Politiker aller Parteien.

  • Angelika Oetken

    |

    Ich möchte auf eine kleine, aber feine Fehlleistung hinweisen. Angeblich eine Freudsche, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Whistleblower aus der Kirchenadministration hier Teufelchen gespielt hat

    http://www.augsburger-allgemeine.de/community/forum/thema-des-tages/Katholische-Kirche-plant-Reuegebet-als-Entschuldigung-fuer-Sex-Missbrauch-id30182502/30188052–id30188052.html#n30188052

    Und da so jemand die Mentalität seiner Vorgesetzten genau kennt, weiß er oder sie auch genau, dass die vor einem besonders viel Angst haben: Humor, Witze, Spaß!

    http://www.tagesspiegel.de/medien/tv-satire-machen-ard-und-zdf-die-katholische-kirche-laecherlich/9971376.html

    In der Auseinandersetzung mit dem RKK-Führungskader ist Satire tatsächlich die schärfste Waffe.

    Darauf reagieren sie nämlich sofort. Auf freundlich und sachlich formulierte berechtigte Anfragen von Opfern ihrer eigenen Institution dagegen nicht. Oder eben wie im Falle der Domspatzenopfer mit demütigenden Serienbriefen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken:

    Zu wem soll jetzt bei dem „Reuegebet“ eigentlich gebetet weden? Zu den Missbrauchsopfern geht ja wohl gar nich. Zu Gott ist aber auch irgendwie unlogisch, denn er kennt ja seine Pappenheimer, aber so ein Gebet kostet ja auch kein Geld, ausser es wird bei der Kirche beauftragt.
    ———————————————-
    Der Reue muss aber dann auch eine Buße folgen, und die wäre in Anlehnung an die Höhe der Zahlungen in den USA für die deutsche Sektion genau richtig.
    Mal sehen, die UNO hat ja wieder mal ein Auge drauf geworfen.

  • Veronika

    |

    Ergänzung: Naaa, immer noch von Franziskus begeistert?

    „Franziskus weist Pauschalkritik an Pius XII. zurück“
    http://kath.net/news/46366

    Gab es da „Pauschalkritik“?
    Denke eher, dass die Kritik sehr deutlich formuliert, und die Dinge bis heute nicht widerlegt wurden. Pius XII. verfügte über ein bestimmtes Kalkül, das er bereits während seiner Tätigkeit als Nuntius in München verfeinern konnte.
    Aber Pius XII. hat eben auch jede Menge Dogmen und auch das „Reichskonkordat“ durchgeboxt, ohne die es die Kath. Kirche nicht (so) geben würde.
    In finanzieller Hinsicht war er der „Neubegründer der Röm.-Kath. Kirche“. So etwas ist dann auch mal eine Heiligsprechung wert. Israel siehts anders. Ich auch!

    Interessantes:
    „Pacelli wollte jede offizielle Verurteilung des Nationalsozialismus verhindern, die als einseitige politische Stellungnahme wirken konnte, und stimmte diesem Verlangen erst zu, nachdem der Papst eine entsprechende Verurteilung des Kommunismus beschlossen hatte.[20] Er erstellte dann die Schlussfassung der Enzyklika Mit brennender Sorge, die am 21. März 1937 erschien.“ [Wikipedia zu Pius XII]

  • Elke

    |

    @Veronika.. zu Missbrauchsopfern, die gibt und gab es nicht nur unter der kath. Kirche, die gibt es ÜBERALL.
    Ich möchte hierbei die KK nicht in Schutz nehmen, nein, weil man es von denen am allerwenigsten vermutet hat… sind ja alle Gott -„geweihte“…
    Das Thema wird aber so stark auf die KK reduziert, als wenn es an der Hausordnung war, Kinder sex. zu benötigen oder gar zu schänden…
    Es ist auch absurd, sich für Vergehen zu entschuldigen, die Prister x o.y begangen hatten vor zig- jahren. Wer entschuldigt sich heute noch für WEM, was lange zurücklag???

    Ich möchte nicht falsch verstanden werden, dies sind alle Straftäter in meinen Augen… das Schlimme ist: Die Opfer müssen sich erst mal als Opfer beweisen.. die Täter werden meist „gestreichelt“ o. sind nicht zurechnungsfähig.

    So, wie soll denn die Entschädigung aussehen für ALLE bitte!
    ……Sexueller Missbrauch geschieht auch schon in engsten Familienkreisen, auch da wird geschwiegen!

  • Angelika Oetken

    |

    @Elke,

    sexueller Kindesmissbrauch erfüllt so gut wie immer mehrere Zwecke. Andernfalls würden nämlich die Verantwortlichen und das sind in diesem Fall meistens Erwachsene einschreiten.

    Mögliche Zwecke, aufgelistet je nach Kontext (Tatort), einmal aus Tätersicht und aus Sicht des Täterumfeldes. Bezogen auf die Tatorte „Familie“ und „RKK“

    a) Familie

    Täter: „mein Opfer ist auf die Familie angewiesen, kann nicht entkommen. Ich habe es unter Kontrolle, es steht mir zur Verfügung, ich habe häufig und dauerhaft Zugriff. Ich kann ggf. durch den Missbrauch andere Erwachsene, vor allem meine Partnerin/meinen Partner demütigen, indem ich ihr/sein Kind sexuell ausbeute und misshandle“

    Umfeld (z.B. Mutter/Vater des Opfers): „der Täter/die Täterin benutzt das Kind als sexuellen Blitzableiter und Wärmflasche. Ich muss mich dafür nicht hergeben. Trotzdem kann ich die Vorteile nutzen, die sich aus der Partnerschaft ergeben. Finanzielle Sicherheit, soziale und ganz praktische Bequemlichkeiten. Mein Kind hat es gut. Der Täter/die Täterin tut ihm nichts, was ich als Kind nicht auch ausgehalten hätte. Warum sollte es meinem Kind besser gehen als mir. Außerdem bekommt es Geschenke“
    Falls jemand aus dem Umfeld das Opfer nicht mag/ablehnt:
    „Ich kann X sowieso nicht ausstehen. X leiden zu sehen, mitzubekommen, dass er/sie derart gedemütigt wird, tut mir gut“
    Falls jemand aus dem Umfeld vom Täter/der Täterin erpresst wird: „es ist besser, das Kind wird missbraucht, als dass ich meine Arbeit verliere, die Familie ins Gerede kommt, wir Nachteile im Geschäft erleiden“

    b) Kirche

    Täter/Täterin (auch Nonnen/Ordenschwestern missbrauchen): „ich kann sexuelle Energie ablassen, ohne mich mit einem erwachsenen Partner auseinandersetzen zu müssen. Ich kann dabei sicher gehen, dass das Kind mir nicht entkommen kann. Denn ich kann es genauso wie sein Umfeld moralisch, spirituell oder ganz praktisch unter Druck setzen. Dazu gibt mein Amt mir die Macht. Denn die ist in der Katholischen Kirche ganz klar von oben nach unten verteilt. Andersherum gibt es keine Kontrolle und auch keine Macht. Ich muss nur aufpassen, dass niemand außerhalb meines kirchlichen Einflussbereiches davon erfährt. Falls doch, wende ich mich an Vorgesetzte, damit die mir anwaltliche Hilfe vermitteln und mich deren inoffizielles Netzwerk unterstützt“

    Umfeld (z.B. Vorgesetzte oder Mitbrüder-/schwestern des Täters/der Täterin): „wir geben Pfarrer Y, Schwester Z die Möglichkeit Kinder zu missbrauchen. Im Gegenzug erweist sich sich X oder Z als besonders loyal. Über den Bereich des Üblichen hinaus. Wenn es um Nötigung, Erpressung, Aushorchen, Unterschlagung oder unerlaubte Einflussnahme geht, wenden wir uns bevorzugt an X oder Z weil wir ihn/sie in der Hand haben.
    Wir erwarten darüber hinaus von X oder Z besonderen Einsatz. Vor allem da, wo es um Geld oder politischen Einfluss geht. Grundsätzlich erweisen wir uns als so dankbar, dass wir X oder Z selbst dann, wenn man etwas auffliegt und staatliche Stellen eingeschaltet werden nach einer gewissen Ruhezeit wieder an einen Ort versetzen, wo er/sie in Kontakt zu Opfern kommt.
    Wir gehen davon aus, dass X oder Z uns genauso ausspioniert haben, wie wir das mit ihnen auch gemacht haben. Deshalb sind wir sicher, dass sie etwas gegen uns in der Hand haben. Wir lassen uns deshalb gegenseitig gewähren. Und im Zweifelsfall sorgen wir füreinander.
    Wir haben ein gutes Gewissen. Weil es sich bei den Kindern um schwache Kinder handelt. Sündige Kinder, die durch Sexualität entwertet wurden. Wir akzeptieren nur Kinder, die genauso erscheinen, wie wir früher gern gewesen wären. Wir wurden als Kinder nicht geliebt. Deshalb können auch wir keine echte Liebe für andere Menschen empfinden. Aus diesem Grund brauchen wir mindestens einmal wöchentlich eine Predigt. Damit wir zu mindestens mal davon hören, dass es so etwas wie das Gute oder Liebe gibt.
    Alles, was wir tun, geschieht für die Kirche. Deshalb ist alles richtig und gut“

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @Lothgaßler.. Staat und Kirche, ist wie Gott und Satan an einem Tisch!!… nach deinem Kommentar, sollten sie sich trennen?… Wie eh im Mittelalter, Kirche im Mittelpunkt des Weltgeschehens… wuuh!
    Warum sollte sich der Staat in die Belange und Gesetze der Kirche einmischen und die, ich denke mal, das Kirchenvolk vor ach ha je den bösen Klerikern schützen??.

    Wer ist hier das Schaaf und wer der Wolf… Die beiden Mächte haben sich nichts vorzuwerfen, keiner ist besser als der Andere… beide sind die grössten Sünden der Welt!!…

    Der Dumme, ist immer der kleine Plebs.. das Normalo- volk… Gruss Elke

  • Thomas Mundt

    |

    Ihr Lieben,
    macht Euch doch mal locker:
    wir richten über Menschen, meinen aber das System;
    wir klagen -zurecht!- Schuld an, vergessen aber darüber das Verzeihen, dass uns selbst wieder Ruhe bringt und befreit;
    wir fordern vehement Gerechtigkeit und Sühne ein, damit unsere Kirche wieder Gott zugewandt ist, drohen aber gleichzeitig mit Austritt.
    Ich vermute, dass der unfreiwillige Gründer unserer Glaubensrichtung den Kopf schüttelt und sagt: selbst nach zweitausend Jahren hat sich bei den Menschen nichts geändert – aber ich habe nun mal keine anderen, also sei´s drum.
    Wenn wirklich j e d e r von u n s die Bergpredigt und die Gebote Gottes ernst nehmen würde, gäbe es diese Diskussion nicht und wir würden gemeinsam versuchen, einen Weg aus diesen Problemen und Situationen zu finden.

    Wer ohne Sünde ist….

    Herzliche Grüße an Euch alle, die Ihr streitbar und doch versöhnlich für die Wahrheit eintretet.

  • Angelika Oetken

    |

    „wir richten über Menschen, meinen aber das System“

    @Thomas Mundt,

    das Sonnensystem ist nicht von Menschen gemacht. Das Missbrauchernetzwerk der Diözese Regensburg dagegen schon. Deshalb kann niemand diese System ändern, außer die, die es unterhalten. Und genau dazu tragen solche Foren wie dieses sicherlich bei. Indem sie den Druck, auf diejenigen verstärken, die vom Missbrauchsystem profitieren.

    „vergessen aber darüber das Verzeihen, dass uns selbst wieder Ruhe bringt und befreit“

    Voraussetzung zum Verzeihen ist, dass ein Ausgleich hergestellt wurde. Bzw. derjenige der Schaden zugefügt hat, nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Und derjenige, dem Schaden zugefügt wurde, neue Erkenntnisse über den Schädiger bekommt. Die ihm zeigen, dass allein dessen Existenz so erbärmlich und nichtsnutzig war, dass allein dadurch schon irgendwo ein Ausgleich hergestellt wurde.
    Dem darf dann auch Rechnung getragen werden, indem diese sozialen Schädiger beim Namen genannt werden. Und Hinweistafeln abgeschraubt, nach ihnen benannte Straßen andere Bezeichnungen bekommen, Ehrentitel posthum aberkannt werden usw. usw.

    Im Falle des Regensburger Missbrauchernetzwerkes ist das aber nicht erfüllt.

    Zwar sind einige der Täter tot (Opfer übrigens auch), aber andere leben noch. Und vor allem sind etliche Nutznießer des systematischen Missbrauchs quicklebendig und erfreuen sich guter Gesundheit und eines komfortablen Lebens. Im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen, die in der Kindheit von Angehörigen des Täternetzwerkes, von dem sie, die Nutznießer auch profitierten missbraucht wurden.

    Finden Sie das richtig?

    Und: Täter sind Gewohnheitsverbrecher. Sollten die frei herumlaufen und Gelegenheit haben weiter zu missbrauchen? Nur weil ihr Missbrauchernetzwerk sie schützt?

    Was sich dann sogar noch besser fühlen würde, wenn die Opfer „verzeihen“?

    Ich betrachte es als emotionale Erpressung und aktiven Täterschutz, wenn so etwas einfordert wird. Auch wenn es nur implizit ist.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @Angelika..

    “ Sex. Kindesmissbrauch solle so gut wie immer mehrere Zwecke erfüllen?.. Buuh, die Feststellung ist fast schon strafbar!
    Ich danke dir, für die sehr detailierte Erläuterung zu diesem Thema.

    Das Thema Sex ist schon sooo alt wie die Menschheit. Sie ist so natürlich wie Essen und Trinken, also ein Bedürfnis.
    Das Ausleben von Sex bestimmt unser soziales Umfeld, die Gesellschaftsordnung, Kirche, in der alles deffiniert wird durch Paragraph, Absatz, Punkt, Komma.
    Der Psychoanalytiker, S. Freund, hatte Sex als unser Hauptsteuerungsmechanismus des Menschen beschrieben.

    Dies bedeutet, das das Unterbinden nach sex. Befriedigung zu psychischen Störungen führen kann…
    Das sollte natürlich nicht die Entschuldigung für sex. Missbrauch sein, anderseits ist es eine pausible Erklärung hierfür.
    Sex ist natürlich, solange es Spass macht und es keinem aufgezwungen, genötigt oder gar unter Schmerzen zu gefügt wird sehr schön.

    Nun ja, die kK geht ja nicht gerade sehr liberal mit dem Thema um, schon gar nicht bei seinen Klerikern in gehobenen Positionen… da liegt es doch ganz klar auf der Hand, dass die AUSBRECHEN, die nehmen sich Kinder oder sind homosexuell!, die müssen doch „krank“ werden.. Die sollen mal Klartext reden!… Die müssen sich öffnen, nicht nur reden!
    Mir sind homosexuelle Prister lieber als sex. Kinderschänder.. aber es sind halt alles Menschen!..

    Es gibt unter den Tätern auch Triebkranke, gestörte Persönlichkeiten. oder ganz einfach nur Sexlustige!

    Gruss Elke

  • Angelika Oetken

    |

    Nachtrag:

    „wer ohne Sünde ist“… bezog sich ursprünglich auf ein Opfer von Notprostitution oder Vergewaltigung. Was nach damaliger Sitte gesteinigt werden sollte, weil es den Mund aufgemacht hatte.

    Und „ohne Sünde“: damit war vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr gemeint. Der zwar verboten war, aber statt fand. Vor allem ausgeführt von männlichen Zeitgenossen.

    Auf das Missbrauchsthema übertragen: „wer noch nie ein Kind missbraucht hat, darf anklagen“.

    Ich habe noch nie ein Kind missbraucht. Und unterstützte auch keine Täter. Jedenfalls nicht wissentlich.
    Weiß aber von Leuten, die das getan haben oder die Straftat in der Vergangenheit deckten bzw. das immer noch tun.

    Warum sollte ich darüber nicht berichten?

  • Elke

    |

    @ Lieber Thomas..

    „Wer ohne Sünde ist , der werfe den ersten Stein“.. “ Wer ohne Fehler ist, der werfe am besten mit gar nix, dies könnte die ganze Menschheit umbringen“…(mein Zitat)

    Ich möchte hiermit andeuten, das wir alle, nicht das Recht haben über andere zu richten.. denn wer richtet , wird gerichtet… da wir, jeder von uns denkt, er ist fehlerlos, wird sich auch immer schwer haben mit der Dehmut, Verzeihen, Vergeben bei anderen… “ so wird uns vergeben“..

    Da wir immer noch auf der „Klatschspalte“ von den emer. Bischof TvE sind,… haben, wir ihm denn im vollen Umfang schon vergeben, verziehen, was und wie er war.???.. es hagelt immer noch Dreck, Verachtung, Pöpelei und und…. hässliche unterschwellige Bemerkungen… buuuuh!
    Mir ist ein eckiger Bischof immer noch lieber als ein…. ?

    In den 2 000 Jahren hat sich der Mensch nicht gewandelt, es sind dieselben Charaktäre wie einst, jetzt und immer.. so alt die Erde wird werden…

  • Angelika Oetken

    |

    ” Sex. Kindesmissbrauch solle so gut wie immer mehrere Zwecke erfüllen?.. Buuh, die Feststellung ist fast schon strafbar!

    @Elke,

    stammt nicht von mir allein… ;-) Ist das Ergebnis des jahrelangen Austausches mit anderen Opferaktivisten.

    Hier ist diese Systematik anhand des Beispieles der Missbrauchsfälle am Bonner Aloisiuskolleg sehr gut dargestellt http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/missbrauch-am-bonner-aloisiuskolleg-system-des-mitwissens/8609106.html

    „Sex ist natürlich, solange es Spass macht und es keinem aufgezwungen, genötigt oder gar unter Schmerzen zu gefügt wird sehr schön“

    So sehe ich es auch. Und da die Täterinnen und Täter genau das nicht können, nämlich Sex haben, ohne ihn jemandem aufzuzwingen, ihn zu nötigen oder ihm Schmerzen zuzufügen, teile ich sie grob in zwei Kategorien ein:

    a) schwer psychisch krank
    b) psychosozial verwahrlost

    Dass die RKK-Führung solches Personal protegiert hat, sollte uns allen zu denken geben.

    Paradebeispiel: Marcial Maciel Degollado. Gründer der Legionäre Christi.

    Dass es bei sexuellem Missbrauch nicht um ein „zuviel“ an Trieb geht, wie immer noch kolportiert wird, beweist die Tatsache, dass es schon immer sehr leicht war, sich sexuelle Dienstleistungen zu kaufen. Oder heimliche, unverbindliche Beziehungen einzugehen.

    Auch Priestern war das möglich. Vielleicht sogar noch leichter. Sie haben ja keine Ehefrauen….

    Dass sie statt dessen Kinder misshandeln, ist doch aufschlussreich.

    Ich bleibe dabei. Es muss innerhalb des Klerus Täterschmieden und -nester geben. Wo die Ziehväter gezielt auf die Suche nach pädosexuellem Nachwuchs gehen. Ihn ausbilden. Und so Seilschaften anlegen.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Leistet TvE eigentlich Schadenersatz?

    Da war doch was im Gespräch?

    Bevor wir hier darüber diskutieren, ob man ihm seine Taten verzeihen kann, sollten wir erstmal ergründen, ob und wenn ja welche Buße er tun will.

    Immerhin hat er viele Millionen Euro verbraten. Nur um es bequemer zu haben bzw. repräsentieren zu können.
    Geld mit dem es heute hilfebedürftigen Menschen besser gehen könnte.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Aus gegebenem Anlass: hier eine Umfrage zu Kirchenaustritten
    http://www.guckinsnetz.de/ufp/

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    Neuer Posten für TvE:

    Nuntius in der Tschechischen Republik, damit man endlich dort wieder anlanden kann. Dies scheint man ja in der Diöezese Regensburg schon länger zu planen, seitdem diese Diözese mit Abtreten von B. Manfred Müller richtig erzkonservativ geworden ist, und Missionierung als „Neuevangelisierung“ bezeichnet wird.

    Zwar ist die Nuntiatur in Tschechien erst 2011 neu besetzt worden, aber EB Erwin Joseph Ender war dort auch nur von 2001 bis 2003 Nuntius. http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bender.html, bis er 2003 Nuntius in Deutschland geworden ist.

    Wartet mal ab, ich traue es ihnen zu!

  • Elke

    |

    @ Angelika

    Also, ich staune immer wieder über die schmutzige Fantasien und Vermutungen von Menschen, entweder sie gehören dazu oder sie tun nur so als ob.

    Zu Deiner Problematik:,

    -Kirchenaustritte gab es ganz massiv im 18. Jahrh. in der Zeit der moderenen Aufklärung und nach Luthers Reformatik.
    Die KA geschahen schon vor dem Erscheinen, von Bischof Tve, nicht nur in der kath. auch in der evang. Kirche.. eine sehr üble, banale Behauptung… Der Glaube an Gott fängt nicht erst beim Papst , Bischof, Prister an, der hat bei jedem selber anzufangen!!.. von unten, von den Schaafen!
    Wenn ich in die Kirche gehe, dann möchte ich mich inspirieren lassen von Gottes Geist und schaue nicht auf den Bischof welche Frisur der heute mal wieder trägt, oder wie auch immer… wir fixieren uns zu sehr auf unser Gegenüber, nee jeder muss bei sich anfangen!!

    Zu Deiner nächsten Problematik:
    Warum soll der Bischof TvE Schadensersatz leisten? .. Dem Bistum sind keine finanz. Schäden entstanden!!.. Es geht nicht ums Geld!… Gut, er hat sich der Kirchenkasse zu sehr bedient, für die Sanierung des Bauobjektes, an dem ihm privat auch gar nichts gehört, das sind kirchliche Projekte, die wiederum zu jeder Zeit andersweitig vermarktet werden können von der Kirche im Bistum…
    Dieses Problematik ist ein Fall für das kirchl. Recht.. geht uns nichts an!!

    Zu dem Thema Geld:, jeder von uns „verschwendet“ in vielfältiger Form Geld… Wir Deutschen sind aber auch grosszügig in Spenden wenn es um gute Zwecke geht!
    Die Kirchen sind alle missionarisch in Sachen humanitäre Hilfen.. alle HELFEN.. und dass es arme Menschen gibt ist Aufgabe eines jeden Staates!.. und der Staat fängt bei jedem selber an, gegenseitige Achtung und Hilfe…

    MfG Elke …

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/ueberregionales/Missbrauchs-Fonds-fehlt-das-Geld-weil-14-Bundeslaender-nicht-zahlen;art5578,248315

    Den Fonds für Opfer von Missbrauch im familiären Bereich fehlt Geld. Und die Katholische Kirche hat sowieso vorab klammheimlich mit der Politik eine Sonderlösung vereinbart: sie zahlen freiwillig ;-) Nachdem die Gremien der Fonds Vorschläge für die Kirchenopfer gemacht haben.

    „Freiwillige Selbstverpflichtung“???? Kenn‘ wa doch oder?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. die Bundesländer, die nicht einzahlen wollen, argumentieren damit, dass die bestehenden Hilfesysteme, allen voran die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und das OEG verbessert werden sollen. Auf derartige Bestrebungen warten Opfer aber nun schon seit dem November 2011. Da wurden die Empfehlungen des „Runder Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch“ verabschiedet und waren ab da jedem Verantwortlichen zugänglich
    http://www.bmbf.de/pub/bmbf_runder_tisch_sexueller_kindesmissbrauch.pdf

    Mein Fazit: der Druck, der vor allem durch die Kirchenmissbrauchsskandale in 2010 und 2011 aufgebaut wurde, war noch nicht stark genug. Die Partei der Grünen hat zwar bei der letzten Bundestagswahl zu spüren bekommen, was passiert, wenn man seine Hausaufgaben nicht macht („Pädophilieskandal), aber auch das scheint keine ausreichende Warnung gewesen zu sein. Deshalb kann ich nur an alle Opfer appellieren: meldet euch zu Wort, sofern euch das irgendwie möglich ist. Wartet nicht auf Hilfe. Die kommt nicht. Bringt euch irgendwo ein. Dies Forum hier ist zum Beispiel dafür sehr gut geeignet.

    Macht euch und den anderen klar: weil ihr missbraucht wurdet, kam ein anderes Kind unbehelligt davon. Das sollten auch die – scheinbar – nicht Betroffenen nie vergessen. Ein schönes Leben und gute Erinnerungen an die eigene Kindheit sind kein Verdienst, sondern ein Geschenk. Manchmal einfach nur Glück.
    Wir Opfer haben dafür mitbezahlt.

    Vergesst diesen Quatsch mit der „Opferpersönlichkeit“. Ein dummdreister, gefährlicher Mythos. Bequem für alle Weggucker, Täterfreunde und Feiglinge

  • Angelika Oetken

    |

    “Also, ich staune immer wieder über die schmutzige Fantasien und Vermutungen von Menschen“

    @Elke,

    leider gibt es überall Erwachsene, die Phantasien haben, was Kindesmissbrauch angeht. Das hat Gründe. Aber auf die gehe ich gern mal an anderer, passenderer Stelle ein.

    Ein besonders krasses Beispiel für jemanden, der Verantwortung trägt, die er lieber abgeben sollte habe ich hier vorgestellt:
    http://www.eckiger-tisch.de/2013/03/14/papst-franziskus-furchten-sie-sich-nicht-offnen-sie-die-akten/comment-page-1/#comment-5360

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @ Angelika

    Zahlungen an Missbrauchsopfern… 14 Bl haben nicht gezahlt!! .. Ja, warum soll der Staat aufkommen? Ist dies nicht Sache der Bistümer?.. Aber auch nur dann, wenn die Sachlage eindeutig ist, also, Name, Adresse etc. von Täter und Opfer!.. es ist hierbei auch eine Frage von der juristischen Eindeutigkeit: Wer kann dies heute noch, wenn die Fälle weit zurückliegen noch beweisen!… Verpflichtet ist keiner!!..
    Möchtest Du zahlen, bei einer VERMUTUNG, ich glaube nicht…
    Hierbei liegt der Hase im Pfeffer, wer soll zahlen?.. Versicherungen!, Krankenkassen!.. event. noch: „Der weisse Ring“.. Entschädigungen an schuldfreien Geschädigte… tut mir leid, entzieht mich meines jurist. Horizonts…
    Das nächste Problem hierbei ist, wieviele Opfer hängen sich hierbei mit dran??… Stimmen denn die veröffentl. Zahlen?… also, Fragen über Fragen.. wenn der Fall, w.o.g. nicht eindeutig geklärt ist, braucht niemand zu zahlen.
    Auch wenn die Opfer durch Geld entschädigt sind, bleibt leider eins für immer zurück, der psychische Schaden, kann der jemals geheilt werden…

    Danke für Deine Beiträge hierfür.. Gruss Elke

  • Angelika Oetken

    |

    @Elke,

    es gibt zwei Teile des Erweiterten Hilfesystems für Missbrauchsopfer.

    Das eine ist für Opfer familiären Missbrauchs. Hier wurde eine Fondslösung vereinbart. Die eine Hälfte des Geldes hat der Bund eingezahlt, die andere Hälfte zahlen die Länder. Darauf bezieht sich der Artikel aus dem Wochenblatt, den ich unten verlinkt habe.

    Der andere Teil des Erweiterten Hilfesystems steht unter der Verantwortung von Institutionen. Zu denen die Katholische Kirche gehört. Hier ist aus formalen Gründen kein Fonds möglich, wie im Nachgang festgestellt wurde. Nur mal nebenbei: Vertreter der Institutionen saßen mit am Runden Tisch, der ja genau diese Lösung vorgeschlagen hatte. Aber möglicherweise haben die Funktionäre von RKK, EKD, Sport und der Erziehungshilfe ja in den Kaffeepausen private Absprachen getroffen…. So man es ihnen aufgetragen hatte.
    Kurzum: es sind auch noch längst nicht alle Institutionen mit im Boot. Die Katholische Kirche hat aber vorab mit der politischen Administration vereinbart, dass ihre Zahlungszusage auf keinen Fall verbindlich ist. Auch die Bedingungen wurden offenbar schon im Vorfeld festgelegt.

    Informationen zum EHS-FSM finden Sie hier: http://www.fonds-missbrauch.de/

    Dort steht auch etwas dazu, wie der Antrag ausgefüllt werden muss. Vorab: ein Opfer kirchlichen Missbrauchs muss zustimmen, dass sein Name weitergeleitet wird. Sonst wird der Antrag gar nicht an die RKK übergeben. Da es auch Tatort und Täter benennen muss, läuft es Gefahr vom Täter mit einer Verleumdungsklage konfrontiert zu werden. Aus der Vergangenheit wissen wir nämlich, dass die Verantwortlichen in der RKK durchaus den Tätern die Namen der Opfer mitteilen, die sich gemeldet haben.

    Eine gewohnt trickreiche Lösung: das spricht sich rum und die Opfer werden gar keine Anträge stellen. Die RKK kann dann sagen: „da meldet sich ja kaum einer“.

    Wozu so eine Priesterausbildung alles nützlich ist. Selbst wenn man mal aussteigen will, kann man gleich in einem großen Konzern weitermachen… habe gehört Bayer-Schering hat gerade Probleme mit den Opfern ihrer europaweiten Menschenversuche durch Duogynon. Da wären noch Tätigkeitsfelder für laizierte Priester. Ich wurde informiert, dass die Duogynon-Opfer auf der Aktionärsversammlung auf der sie gesprochen haben, sehr von oben herab behandelt wurden. Das kenne ich irgendwo her…http://www.cbgnetwork.org/2888.html

    Sie sehen: auf die Angehörigen der RKK ist Verlass. Wäre ja noch schöner, wenn Opfer, also Menschen, die schon als Kinder harmlose Priester zu übelster Sünde verführt haben auch noch Geld dafür bekommen ;-)

    Siehe: http://www.eckiger-tisch.de/2013/03/14/papst-franziskus-furchten-sie-sich-nicht-offnen-sie-die-akten/comment-page-1/#comment-5360

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Auch wenn die Opfer durch Geld entschädigt sind, bleibt leider eins für immer zurück, der psychische Schaden, kann der jemals geheilt werden…“

    @Elke,

    genauso wie Sie denken die meisten Menschen, die sich von Missbrauch nicht betroffen wähnen. So von wegen: „na so ein Missbrauchsopfer ist doch eh fertig, da hilft ja auch kein Geld“. Praktisch. Dann muss man ja auch nicht zahlen. Denkste. Denn Opfer geben der Gesellschaft auch etwas zurück, sind keine Bürger zweiter Klasse und an jedem Betroffenen hängen Mitbetroffene dran. Kinder, Partner, Verwandte, Freunde, Kollegen, Nachbarn usw.

    Mein Spruch dazu: „ja so ein Missbrauchsopfer ist mal auf den psychosozialen Biomüllhaufen entsorgt worden. Da wieder runterzuklettern, sich einigermaßen sauber zu machen und sich dann wieder unters Volk zu mischen, das erfordert besondere Kompetenzen“.

    Bestes Beispiel sind doch meine Mitstreiter vom EHS-FSM und ich. Obwohl wir als Missbrauchsopfer gemäß dem herrschenden Opfermythos eigentlich völlig doof und durchgeknallt sein müssten, engagieren wir uns politisch, treten wohlanständig in den Medien und auf Veranstaltungen auf, oder beantworten fast täglich geduldig alle möglichen Fragen in Foren wie diesem.

    Tun wir doch gern :)

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @ Angelika,

    tut mir herzl. leid, dass meine letzter Satz, nicht so richtig verstanden wurde…

    ich wollte damit ausdrücken, finanzielle Entschädigung ist die eine Seite… der psychologische auch körperliche Schaden, der hierbei entsteht… ist nie und nimmer auslöschbar.. der kann nicht entschädigt werden.. höchstens:

    man kann vergessen!.. aber keiner der Opfer wird dies können..
    und wie Du schon schriebst, sich öffentlich in aller Form bemerkbar machen!
    oder, man vergibt in Namen Gottes seine Peiniker.. leider, wir sind nicht Jesus!.. der am Kreuz vergeben hatte…
    oder, man wartet auf die göttl. Gerechtigkeit!.. ist man denn so ein „Schwein“… Hass erzeugt Gegenhass, der ätzend sein kann… wie eine Giftschlange, deren Gift sich in den Adern hineinfrisst…

    meine Achtung vor Dir.. sei kämpferisch und gib niemals auf!.. nichts ist schlimmer, als eine kampflose Niederlage!
    Gruss Elke

  • Angelika Oetken

    |

    @Elke,

    ja das Vergeben und Verzeihen… dieser Vorschlag, fast schon als sanfte, natürlich immer wohl meinende Forderung formuliert, kommt bei manchen Christenmenschen sehr schnell, wenn es darum geht, ob und wie mit Tätern und Verantwortlichen umzugehen ist.

    Es gibt Opfer, die das als emotionale Erpressung bezeichnen. Und ich kann denen nur Recht geben.

    Man kann das mit dem Verzeihen sogar noch weiterdenken, sozusagen auf die Spitze:

    – ist es nicht so, dass wir alle an Schicksalsschlägen und am Leiden wachsen können?
    – dass wir ohne schlechte Erfahrungen, Rückschläge und Schmerzen Gefahr laufen hochmütig zu werden?

    Kann man dann – aus christlicher Sicht wohl gemerkt – nicht auch schlussfolgern, dass die Täter ihren Opfern die Gelegenheit gaben, Erfahrungen zu machen, die im christlichen Sinne wertvoll sind?

    Sollten nicht die Opfer dann ihren Tätern dankbar sein für diese einzigartige Gelegenheit?

    Werden nicht Jesus Christus selbst und seine Mutter Maria gerade darum verehrt, weil sie ihr schweres Schicksal klaglos und dankbar getragen und ihren Peinigern vergeben haben?

    Können sich nicht auch Missbrauchsopfer ein klitzekleines Stückchen davon abschneiden, indem sie großzügig verzeihen?

    Und nicht nur das: jeder gefasste Täter ist einer der keine Kinder mehr missbrauchen kann. Also gemäß der oben von mir angeführten, zugespitzten christlichen Logik auch einigen Kindern die seelenförderliche Erfahrung missbraucht zu werden vorenthält?

    Können Opfer das wirklich beabsichtigen, indem sie darauf beharren, dass Täter und Verantwortliche gestellt, benannt, geschnappt und verurteilt werden?

    Was Schmerzensgeld angeht: wo Schlimmes erleiden und ertragen als wertvolle Erfahrung gilt, eben im Christentum, kann man doch kein Geld dafür verlangen?

    Das wäre ja pervers oder?

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ich habe meinem Täter und auch den Erwachsenen, die damals dafür verantwortlich waren, dass er mich und einige andere Kinder missbrauchen konnte, tatsächlich verziehen. Denn erbärmlichere Menschen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der Täter ist elendig an TBC verreckt. Die anderen sind vorgealtert, vereinsamt und krank.
    Hätte ich so schwere Schuld auf mich geladen wie der Täter und die anderen Verantwortlichen, wüsste ich nicht, wie ich damit weiterleben sollte. Einige von diesen Menschen sind noch am Leben und man sieht ihnen auf den ersten Blick an, dass sie mit damit Schindluder getrieben haben. Sie haben bekommen, was sie verdienen. Ich bin mit ihnen quitt.

  • Thomas Mundt

    |

    @ Angelika
    Liebe Angelika,
    Sie müssen sehr schwer verletzt worden sein. Das tut mir für Sie wirklich sehr leid.
    Verzeihen setzt in uns einen Prozeß frei, der solche Dinge wie Haß und Neid, Vergeltungssucht und Hadern in den Hintergrund treten lässt; besten Falls sogar völlig vertreibt. Diese Regungen verstellen uns den Blick und leiten uns falsch. Kann ich aber ohne Haß einen Menschen oder eine Institution anschauen, so kann ich viel effektiver und meinetwegen auch gerechter bestehendes Unrecht versuchen aus der Welt zu schaffen.
    Ich behaupte nicht, dass es leicht ist. Verzeihen ist nichts für Schwächlinge!
    Grds. daraus eine Unterstützerkultur für Täter abzuleiten, ist wohl doch überzogen.
    Vielleicht spüren Sie, liebe Angelika, in welche Schwierigkeiten wir Menschen kommen, wenn wir solchen Regungen ins uns unreflektiert folgen.
    Allerdings: bestehendes Unrecht darf nicht weiter bestehen bleiben. Da bin ich ganz auf Ihrer Linie.
    Unterschätzen Sie bitte nicht, was Worte in uns und bei unseren Mitmenschen anrichten. Sie schützen sich selbst, wenn Sie durch einen unverstellten Blick und ohne Haß ans große Aufräumen gehen. (und vermutlich finden Sie auch viel mehr Unterstützer in ihrem Tun)
    Mit herzlichen Grüßen
    Thomas Mundt

  • Angelika Oetken

    |

    @Thomas Mundt,

    Ihre Anteilnahmsäußerung in Ehren: aber als Missbrauchsopfer gebe ich mich hier regelmäßig zu Erkennen.

    Was mich wirklich nachhaltig verletzt hat (seelisch), war, dass die Menschen, die für meine Geschwister und mich verantwortlich waren und bei jeder sich bietenden Gelegenheit schwadronierten, wie sehr sie uns angeblich lieben, uns Kinder aus ziemlich banalen Gründen weder geschützt, uns nicht geholfen, noch dem Täter das Handwerk gelegt haben.

    Mit ähnlichen Argumenten übrigens wie sie immer wieder von Menschen angeführt werden, die sich selbst als christlich bezeichnen. Eine nahezu identische Phrasierung findet sich auch im esoterischen Milieu. Dort, wo der Ideologie des Exmissionars Bert Hellinger gefolgt wird.
    Sie setzt auf den Effekt eines masochistischen Erlebens, das in unserer Kultur denjenigen eingeimpft wird, die als „schwach“ gelten. Nämlich Frauen und Kindern.

    Deshalb gebe ich auf Worte fast nichts mehr. Ums so größer meine Wertschätzung für Taten.

    Und aus dieser meiner Lebenserfahrung heraus, kann ich mich gut in die Domspatzenopfer hineinversetzen. Die anstatt zu erleben, dass die Verantwortlichen konsequent Unrecht aufklären, aufarbeiten und sich um Schadenersatz bemühen, mit katholischer Phrasologie abgespeist werden. Zum größten Teil zwar wohl formuliert, aber die Verachtung nur unzureichend kaschiert.

    Das Bistum Regensburg hat gut an den Domspatzen verdient. Besonders effizient war der Handel mit Missbrauchsopfern.

    Das sollte man auch so benennen. Und ich bleibe dabei: Verzeihen ist gut, Vergeben ist möglich. Aber erst, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, die Täter und die Nutznießer ihrer Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.

    Und das ist im Falle der Domspatzenopfer noch nicht geschehen.

    Zum Glück habe ich Christen kennen gelernt, die zwar der Katholischen Kirche angehören und auch für die RKK arbeiten. Aber trotzdem zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können. Gerade, weil sie ihre Institution und deren Machtmittel nur zu gut kennen.
    Menschen die auch dann noch bereit sind, die natürlichen Widerstände zu überwinden, wenn es heißt, gegen Täter und ihre mächtigen Freunde in den eigenen Reihen anzugehen.

    Ansonsten wäre ich nämlich die erste, die sich dafür aussprechen würde, Vaterkulte jeglicher Art zu verbieten. Sie können nämlich durchaus zur moralischen Verwahrlosung führen.

    QED.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @ liebe Angelika…

    bei allem Respekt, Deinen unachgiebigen Kampf gegen die Missbrauchstäter, lass bitte nie und nimmer in dir Schadensfreude aufkommen.. denn das ist auch nur die Ablenkung der eigenen inneren Schwäche auf Andere… zeugt nicht von Stärke!.. Aber Du bist doch stark!

    Ich muss den Thomas Mundt in vielen Aspekten Recht geben, in dem Satz “ ohne verstellten Blick und Hass ans grosse Aufräumen gehen“.. versuche es mal bei Dir selbst!
    Deinen Mitmenschen dass ein brennen zu wollen, an Gedanken, Gefühle was einen selbst bewegt ist kroteskt!.. man erreicht hierbei gar nichts, vielleicht so was wie,“ ach lass mich doch in Ruhe mit Deinen Mist“.. jeder von uns hat Probleme, mehr oder wenige, selbstgemachte oder schlimme Erfahrungen gesammelt im Laufe des Lebens, JEDER!
    Einen Rat:, Wer einen Wolf zur Strecke bringen will, der muss erst mal mit den Wolf mit heulen!
    .. schaue deinen argsten Feind immer freundlich in die Augen… so erkennst du seine Schwächen!

    Sind die Täter nicht selbst das Opfer der Institution??? ..

    … Gruss Elke

  • Angelika Oetken

    |

    @Elke,

    ich bezeichne mich selbst als betroffenenpolitisch engagiert.

    Aber dass ich irgendwelche außergewöhnlichen Eigenschaften hätte, möchte ich nicht behaupten. Um sich einzusetzen, muss man weder besonders stark, noch klug oder emotional belastbar sein. Der Wille reicht.

    Sicherlich ist das Thema „Missbrauch“ unbequem. Eine Mitstreiterin formulierte es mal so: „wir sind Ruhestörer“.

    Was die Fähigkeit angeht, die Perspektive des Gegners einzunehmen: vorhanden.

    Gerade drum kann ich die kleriken Täter nicht als Opfer der Institution RKK ansehen. Sondern als Teil eines Kaders, der innerhalb dieser Institution ganz bestimmte Interessen vertritt.

    Da diese außerhalb der Katholischen Kirche anders bewertet werden als innerhalb, bezeichne ich die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch weltliches und ordiniertes Kirchenpersonal als organisierte Missbrauchskriminalität.

    Und lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, indem man hier einen Fall vorstellt, wo das nicht so gelaufen ist. Oder läuft.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @ liebe Angelika…

    .. bitte verdrehe keine “ Ratschläge oder Mitgefühle“ von Deinen Mitmenschen… zeigt eigene Unfehlbarkeit an!!

    Pkt.1.. eine sehr gewagte Aussage von Dir, Du bescheinigst die RKK als eine organisierte klerikale Täterschmiede für sex.Kindesmissbrauch, ist sehr banal!.. d.h. alle in der RKK sind Verbrecher!…
    „Eine Krähe hackt der anderen Krähe keine Augen aus“.. Warum auch!… Das Problem liegt im System der KK., die sexuelle Aufklärung, Praxisbezogen wie auch im Theoretischen…Die homosexuellen Prister müssen es nach wie vor heimlich machen… und die anderen nehmen sich die Anderen o. schauen sich Pornos an. Letzteres ist ja nicht so schlimm, wenn es nicht umgesetzt wird!…

    Ein Fall vor 11 Jahren in einer Diözese in A.. da wurde ein ganzes Pristerseminar geschlossen, der dam. Bischof wurde emeriert…

    Ein ganz anderer Fall, betraf in meinem weitläufigen Bekanntenkreis, damals in meinem Land der DDR, als es noch bis 1975 die Todesstrafe gab… der Ehemann von der Bekannten verübte sex. Kindesmissbrauch, wurde vor Gericht gestellt, Urteil: Tod durch Erschiessen.. Die Mitgebranntmarkte war die liebe Ehefrau, soll sie sich heute noch bei dem Opfer entschuldigen.. ich täte es nicht!!

    Wir sind nicht berufen über andere zu richten!!

  • Angelika Oetken

    |

    „Pkt.1.. eine sehr gewagte Aussage von Dir, Du bescheinigst die RKK als eine organisierte klerikale Täterschmiede für sex.Kindesmissbrauch, ist sehr banal!.. d.h. alle in der RKK sind Verbrecher!“

    @Elke,

    bitte geben Sie meine Zitate nicht entstellt wider.

    Ich hatte geschrieben:

    „Da diese außerhalb der Katholischen Kirche anders bewertet werden als innerhalb, bezeichne ich die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch weltliches und ordiniertes Kirchenpersonal als organisierte Missbrauchskriminalität“

    Wie Sie daraus ableiten, dass ich damit alle Kleriker meine, erschließt sich mir nicht.

    „Ein ganz anderer Fall, betraf in meinem weitläufigen Bekanntenkreis, damals in meinem Land der DDR, als es noch bis 1975 die Todesstrafe gab… der Ehemann von der Bekannten verübte sex. Kindesmissbrauch, wurde vor Gericht gestellt, Urteil: Tod durch Erschiessen.. Die Mitgebranntmarkte war die liebe Ehefrau, soll sie sich heute noch bei dem Opfer entschuldigen.. ich täte es nicht!!“

    Ich hoffe nicht, dass Sie mir damit irgendetwas unterstellen wollen.

    „Wir sind nicht berufen über andere zu richten!!“

    Nein zu Gericht sitzen in unserem Land nur berufene Richter.

    Ich habe auch nirgends geschrieben, dass ich vorhabe Richterin zu spielen.

    Und die Entscheidung, ob und wenn ja welches persönliche Urteil ich mir bilde, überlassen Sie doch bitte mir.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Elke

    |

    @ liebe Angelika…

    Wir sind hier auf einer ganz anderen Klatschspalte gelandet, mit dem Thema!..
    Sorry, ich will Dir gar nichts unterstellen!… Je mehr wir über das Thema diskutieren per Wort, um so verzerrter kommt es leider bei mir schon an!

    Ich lass Dich mit diesem Thema in Ruhe, um mich nicht noch selber in Misskritikt zu bringen!… Ich habe versucht, mich diesem Thema mal zu stellen, sehe es differenziert… naja!..

    Viel Erfolg in Zukunft…. Gruss Elke

  • Angelika Oetken

    |

    @Elke,

    das Thema „sexueller Missbrauch“ hat mit dem Artikel oben eine ganze Menge zu tun. Warum wird oben ausgeführt.

    Und organisierte Missbrauchskriminalität spielt in der Diözese Regensburg eine ganz besondere Rolle. Wegen der Begleit- und Beschaffungskriminalität auch weit darüber hinaus.

    Würde man den Opfern zuhören, statt über sie zu sprechen und hätten sie nicht Verleumdungsklagen, eingereicht von Top-Anwälten zu befürchten, wenn sie von sich aus offen reden, wüsste die Öffentlichkeit längst Bescheid. Und vermutlich würde das Manches in Bewegung setzen…nicht nur für die Opfer. In Regensburg und im ganzen Land.

    Die Umstände der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen und in Etterzhausen sind vergleichbar mit denen an der Odenwaldschule. Auch deren Opfer wurden und werden ähnlich behandelt wie die Regensburger. Deshalb kommt nur ein Bruchteil der Zusammenhänge und der entsprechenden kriminellen Machenschaften ans Licht.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Thomas Mundt

    |

    @ Angelika

    Liebe Angelika,
    diese sehr umfangreiche Diskussion wird im dafür falschen Medium geführt. Deswegen hier meine letzte, ihnen sehr mitfühlend gedachte Anregung:
    Das Wesen des Verzeihens ist erst einmal und am wichtigsten für einen (mich) selbst gedacht und von unschätzbaren Vorteil! Damit finde ich ( wenn es aufrichtig sich selbst gegenüber gemacht wird ) in mein erfülltes Leben zurück. Also eine ganz pragmatische Sache – ich brauche diese Erlebnisse, Vorwürfe oder was auch immer, nicht mehr mit mir herum zu tragen. Und ich muss es anderen nicht mehr nachtragen. Dass heißt, ich kann die schönen und wertvollen Dinge des Lebens wieder aufnehmen und mein Blick, mein Erleben wird nicht mehr verstellt.
    Und wie ich schon sagte: das ist nichts für Schwächlinge.

    Und wenn ich wieder das volle Leben in mir aufnehmen kann, dann kann ich auch einen effektiven, sinnvollen und geschliffenen Kampf gegen diese Phalance des Vertuschens und Protegierens führen.
    Schärfen Sie also Ihre Waffen und gönnen Sie sich selbst gleichzeitig ein erfülltes Leben!

    Ich hoffe für Sie und wünsche es Ihnen, dass Sie dieses Verzeihen (nicht Vergessen!) erleben dürfen.
    Leben Sie wohl…
    Thomas Mundt

  • Angelika Oetken

    |

    @Thomas Mundt,

    zum einen: wie kommen Sie dazu, mich hier einfach mit Vornamen anzusprechen und zu duzen?

    Ich empfinde das als unhöflich und distanzlos.

    Dann: wenn ich den Inhalt Ihres Postings richtig verstehe, dann unterstellen Sie mir mein Erleben sei „verstellt“, ich sei ein „Schwächling“ und mein Engagement gegen die „Phalance des Vertuschens und Protegierens“ sei weder effektiv, noch sinnvoll oder geschliffen.

    Und das, ohne viel über das, was ich tue und was es bewirkt zu wissen.

    Ihr an Selbstanmaßung grenzendes Selbstbewusstsein was das angeht, erinnert mich wirklich wie unten schon erwähnt an manche Leute aus der katholischen kirchlichen Administration. Und an die Esoterik-Missionare aus der Hellinger-Szene. Inszenierungen, die ich gern als „Onkel-Berts-Verzeih-mir-Show“ bezeichne. Und die nicht umsonst an Messen erinnern.

    Alles Leute, die ihre Ichbezogenheit nur mühsam mit moralischen und scheinbar fürsorglichen Floskeln kaschieren.

    Im Übrigen ist Regensburg-Digital ein ganz hervorragendes Medium für die gesamte Debatte um sexuellen Missbrauch und sämtliche Todsünden, die mit ihm einher gehen.

    Meine MitstreiterInnen und ich sind Stefan Aigner sehr dankbar dafür, dass er sein Forum dafür zur Verfügung stellt.

    Und sich auch durch juristische Intervention der Machtmenschen auf der Führungsebene der RKK nicht davon abhalten lässt.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Adolpho

    |

    @ Angelika…

    Sehr geehrte Frau,

    .. Sorry… Sie sind sowas von Eingenommen, Überheblich, merken Sie es denn noch?

    Ihre Mitmenschen wollen Sie entgegenkommen mit guten Ratschlägen und Sie lehnen alles ab! Ihr seid schon eine kleine “ radikale Bande“ um des bösen Willens.

    Das o.g. Thema, sex. Missbrauch steht meines Erachtens nur noch so am Rande als Untertitel!

    Was wollt Ihr denn noch!

  • Angelika Oetken

    |

    @Adolpho,

    für gewöhnlich verläuft die Diskussion hier ja sachlich.

    Was gerade hier abgeht ist für sehr wertvoll. Ich bin ja nicht katholisch sozialisiert, bekomme aber eine Vorstellung davon, was einige meiner Mitstreiter unter „katholischer Chip“ verstehen.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • hf

    |

    @angelika oetken: „Ich bin ja nicht katholisch sozialisiert“

    Ein Glück! Nicht auszudenken, was das bedeutete. Sie sind doch genau wie GLM, nur vom andern Ufer…

  • Thomas Mundt

    |

    @ niemanden!

    wenn ich Missstände oder sogar Verbrechen anprangere, unterlaufen mir immer wieder Fehler! Es passiert mir oft, dass ich nicht zwischen der Sache und der Person unterscheide. Dann werde ich diffamierend. Das tut mir aufrichtig leid. Meistens passiert mir das, wenn die Sache eh´schon rum ist, und dann bleiben nur noch Verlierer auf der Strecke.
    Dann gibt es Dinge, die werden vertuscht und geblockt. Dann renne ich dagegen an und werde wieder persönlich. Ein Kollege meinte schon mal zu mir, ich wäre nicht nur verbissen, sondern regelrecht hysterisch und deswegen stellte ich mich ins Aus. Ich wurde nicht mehr ernst genommen. Das hat der Sache am meisten geschadet!!
    Ich habe dadurch schon Freunde verloren. Doch meine Gegner haben sich fürstlich gefreut, bin ich ihnen doch auf den Leim gegangen und sie konnten zu Recht sagen, ich wäre durchgeknallt. Schei… Welt!
    Ich habe keine Lust mehr, hinter jeder Ecke Verrat zu wittern, weil ich meine wahren Gegener dadurch gar nicht mehr erkenne. Schei… Angst!
    Ich hab´keinen Bock mehr darauf, mir sagen lassen zu müssen, wie ich etwas zu tun und zu lassen habe. Vor allem habe ich keinen Bock darauf, dass ich zu allen freundlich sein soll. Schei…Liebe.
    Und überhaupt: Schei…

  • Angelika Oetken

    |

    @Thomas Mundt,

    Danke für Ihre offenen Worte.

    Was TvE angeht: der passt doch zu Gloria von TuT wie der berühmte „A…. auf Eimer“.

    Dieses Dreamteam wird sicherlich noch Anlass für so manchen Diskussionsbeitrag hier geben und wer weiß: durch Satire kommt manchmal mehr Wahrheit über die Hintergründe ans Licht als durch all zu ernst gemeinte Berichterstattung.

    Ich bin gespannt und freue mich auf alles was da kommt.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Adolpho

    |

    @ Angelika…

    Liebe Frau,

    Sie besitzen das Talent, von einer Problematik zugleich auf eine Andere umzuschwenken. Sie wollen diskutieren über den sex. Missbrauchsskandal und gleichzeitig kritisieren Sie die Schlagzeile über den Umzug von TvE nach Regensburg. Machen sich noch lustig über die G. v. TuT, die sie nicht kennen.
    Bleiben Sie mal schön bei Ihrem Anliegen.
    Sie machen sich unglaubwürdig!

  • Angelika Oetken

    |

    @Adolpho,

    ich bemühe mich in meinen Beiträgen, das Thema „sexueller Missbrauch“ mit anderen zu verknüpfen. Denn ich bin davon überzeugt, dass man nur so verstehen kann, wie Missbrauchernetzwerke funktionieren. Und vor allem wie man mit ihnen umgehen sollte, um sie zu zerstören.

    Unter Anderem, um Kinder davor zu bewahren, dass ihr Leben von Kriminellen der übelsten Sorte vorsätzlich und ohne Not schwer beschädigt wird.

    Indem die Täter und ihre Unterstützer benannt und soweit möglich zur Verantwortung gezogen werden.

    Ich folge damit dem Beispiel von Herrn Aigner und vielen Menschen, die sich seit langem und ziemlich unerschrocken im Zuge ihrer beruflichen Tätigkeit für Missbrauchsopfer engagieren.

    Was ich beisteuern kann ist, was meine MitstreiterInnen und ich als „Erfahrungsexpertise“ bezeichnen. Ich weiß, wie sich Missbrauch mit allen Folgen anfühlt. Damit haben wir einigen Experten, die nicht selbst betroffen sind etwas voraus. Zusammen ergeben sich schnell schlüssige Erläuterungen und Lösungswege. Das erlebe ich im Zuge meiner ehrenamtlichen Arbeit häufig.

    Wenn Sie Herrn Aigners Kommentar oben aufmerksam lesen, dann werden Sie bemerken, dass er den geplanten Umzug von Herrn Tebartz van-Elst zum Anlass nimmt, um an den ziemlich rüden Umgang der Herren Gerhard Ludwig Müller, Rudolf Vorderholzer und Michael Fuchs zu erinnern.

    Die, davon bin ich überzeugt, privat ganz sicher sehr interessante und verträgliche Zeitgenossen sind. Sie handeln im Auftrag. Denn es geht hier darum, Informationen von der Öffentlichkeit fern zu halten, die sich auf den Ruf ihrer Institution und deren KooperationspartnerInnen sehr nachteilig auswirken würden.

    Das hätte strukturelle und letztendlich finanzielle Nachteile zur Folge.

    Insofern handeln die drei Kleriker Müller, Vorderholzer und Fuchs so wie ihre Auftraggeber es von ihnen erwarten.

    MfG,
    Angelika Oetken

    P.S. Falls Sie Kontakt zu Frau von Thurn und Taxis haben: ich lebe ja in Berlin. Und falls sie zufällig mal hier ist… ich kenne ein paar Lokalitäten, in die sich selten Touristen verirren. Paparazzi schon gar nicht…Wo wir beide uns aber sicherlich prächtig amüsieren würden ;-)

  • BT

    |

    Zum Glück werden nun alle Mafiosis exkommuniziert. Da kann der Papst gleich mit den obersten Kirchenhirten in und aus Deutschland, wie dem Präfekten der Kongregation für Glaubenslehre, anfangen. Mit der wahren christlichen Lehre hat diese Kirche nichts zu tun, sondern nur mit staatlich organisierten Abkassieren der kleinen Leute. Auch das soziale Engagement der Kirche muss in Frage gestellt werden. Für die meisten kirchlichen Einrichtungen, wie z.B. katholische Kindergärten und Schulen, zahlt fast ausschliesslich nur der Steuerzahler:

    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/kirche-als-arbeitgeber-angestellte-lassen-sich-fuer-den-job-taufen-a-876868.html

    Da diese Glaubensbrüder von höchster politischer Ebene unterstützt werden, kann ihr Einfluss nur auf politischem Wege gemindert werden !

  • Elke

    |

    an @ BT…

    „zum Glück werden nun alle Mafiosis exkommuniziert“

    .. ha, ha, da kann ich nun wieder lachen!.. da werden 1o Wölfe das Fell abgezogen und auf der anderen Seite besteht eine ganze Schafsherde aus Wolfspelzen, kann auch umgekehrt gelesen werden… mass macht das schon für einen Sinn??

    Die Kirche an für sich mit ihren personellen wie materiellen Inhalten sind die Vermittler und Veranschauer zwischen Gott und den Menschen oder Himmel und Erde in all seiner Vielfalt.
    Der Glaube an Gott beginnt nur bei einem selber in seinem Innersten, Herz und Verstand.
    Kirche und Politik sind und waren schon immer eng miteinander befreundet, welche Krähe hackt der Anderen schon die Augen aus!
    Thema Steuergelder und die Verschwendung, ich glaube die Thematik ist sooo ausschweifend.. wo fangen wir an!!

    Gruss Elke.

  • Veronika

    |

    Vielleicht wird TvE von Regensburg aus wirklich ins Nachbarland „gesandt“:

    Zelena Hora könnte noch eine weitere gute Sanierung gebrauchen. Nur muss dies dann die Kath. Kirche zahlen, nachdem Sie dieses Kloster zurückerhalten hat.
    http://www.zelena-hora.eu/

    Gieren dürfte die Diözese Regensburg ja nach dem Kloster und dem Schloß Kladruby:
    http://kladruby.euweb.cz/pages/jazyky/nemecky/fotos.htm

Kommentieren