Mutige Aktion

Katholikentag: Missbrauchte Domspatzen stören Feierstimmung

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„Gegen das Vergessen, Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen.“ Bei der Eröffnung des Katholikentages gingen missbrauchte Domspatzen mit dieser Forderung auf die Straße.

„Im Bistum Regensburg wurde von Anfang an alles getan, um die schrecklichen Geschehnisse kleinzureden und unter den Teppich zu kehren.“ Die ehemaligen Domspatzen Udo Kaiser, Georg Auer, Alexander Probst und Michael Sieber. Foto: as

„Im Bistum Regensburg wurde von Anfang an alles getan, um die schrecklichen Geschehnisse kleinzureden und unter den Teppich zu kehren.“ Die ehemaligen Domspatzen Udo Kaiser, Georg Auer, Alexander Probst und Michael Sieber. Foto: as

„Was sollen wir jetzt mit denen machen?“ „So lange sie friedlich sind, dürfen die das.“ Auch wenn es etwas kühl ist, als der 99. Katholikentag auf dem Regensburger Domplatz eröffnet wird, laufen die Funkgeräte der Polizei am Mittwochabend für einen kurzen Moment fast heiß. Dabei ist die Stimmung trotz des nasskalten Wetters gut. Joachim Gauck ist da und Horst Seehofer. Die „Sechs lustigen Fünf“ und ein Domspatzen-Chor haben eben „Wer glaubt, ist nie allein“ gesungen.

„Mehr als 60 Fälle von sexuellem Missbrauch“

Aber gerade als Bischof Rudolf Voderholzer die Anwesenden begrüßt und stolz die Frage stellt, „welcher andere Event“ es denn vermöge, „Jugendliche und Greise, Unternehmer und ­Angestellte, Linke und Rechte, Konservative und Fortschrittsenthusiasten, Behinderte und Nichtbehinderte, Nerds und Ballprinzessinnen, Klassikfans und Rapper, Philippinos und Norweger, Juden und Muslime zu einer großen Feier unter einen Hut zu bringen“, bahnen sich vier Domspatzen, die man gerne vergessen würde, ihren Weg durch die Massen. Begleitet werden sie von einem Kamerateam und ihre Botschaft ist kaum misszuverstehen.

„Event, der alle zu einer großen Feier unter einen Hut bringt.“ Bischof Rudolf Voderholzer (eingerahmt von ZdK-Präsident Alois Glück, Joachim Gauck und Horst Seehofer). Foto: Staudinger

„Event, der alle zu einer großen Feier unter einen Hut bringt.“ Bischof Rudolf Voderholzer (eingerahmt von ZdK-Präsident Alois Glück, Joachim Gauck und Horst Seehofer). Foto: Staudinger

„Verprügelt und missbraucht“, steht auf der Schärpe von Udo Kaiser. „Der missbrauchte Domspatz“ hat sich Georg Auer auf die Sandwich-Tafeln geschrieben, die er sich umgehängt hat. Fotos aus seiner Zeit an der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen hat er dazu geklebt. Als Beweis sozusagen. In der Vergangenheit war von Stellen im Bistum Regensburg bestritten worden, dass Auer überhaupt an der Schule gewesen sei. Er gehört ebenso wie Kaiser zu den Empfängern eines Serienbriefs, mit dem das Bistum sie und andere Missbrauchsopfer wissen ließ, dass man ihre (eidesstattlich versicherten) Schilderungen von Prügel und Vergewaltigung „nicht nachvollziehen“ könne. „Eine Leistung in Anerkennung von erlittenem Leid erscheint vor diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt“, heißt es in den wortgleichen Briefen, die Generalvikar Michael Fuchs seinerzeit, 2012, unterzeichnet hatte.

„Bis zum Jahr 2006 gibt es nach aktuellem Stand unserer Erkenntnisse mehr als 60 Fälle von sexuellem Missbrauch unterschiedlichster Art bei den Regensburger Domspatzen und in keinem einzigen Fall ist eine Anerkennung bzw. Entschädigung durch das Bistum Regensburg bekannt geworden.“

Aus einem Flugblatt der ehemaligen Domspatzen

Er, Fuchs, sitzt heute selig lächelnd zwischen den Prominenten aus Politik und Gesellschaft. Und Bischof Voderholzer ist heute viel zu sehr mit diesem „Event“ beschäftigt, als dass er sich von ein paar missbrauchten Domspatzen stören ließe. Ohnehin hat er diese „Altlast“ von seinem gen Rom beförderten Vorgänger Gerhard Müller übernommen und das ein Jahr alte und mit viel persönlicher Betroffenheit versehene Versprechen des Bischofs, sich um diese Fälle zu kümmern, hat er vermutlich selbst schon wieder vergessen.

Wenig Unterstützung von Gastronomen und Bevölkerung

Der, Müller, hat in Regensburg offenbar ganze Arbeit geleistet. Im negativen Sinn, aus katholischer Sicht. Innerhalb der Organisationsmaschinerie des Katholikentages stellt man sich nämlich durchaus die Frage, woran es denn liegen mag, dass sich trotz eines breit gestreuten Aufrufs an alle Regensburger Gastronomen lediglich acht bereit gefunden haben, einen vergünstigten „Katholikentagsteller“ für Pilger und Besucher anzubieten. Oder woran es liegen mag, dass sich trotz großflächiger Werbekampagne mit Flashmobs und prominenten Paten in der neueren Geschichte des Katholikentags offenbar noch nie so wenig Privatpersonen bereit erklärt haben, Besucher aufzunehmen wie dieses Jahr in Regensburg.

Nasskaltes Wetter trübte die Eröffnung. Foto: Staudinger

Nasskaltes Wetter trübte die Eröffnung. Foto: Staudinger

„Ich finde es schade, dass viele auch jetzt immer nur die negativen Seiten der katholischen Kirche sehen“, sagt einer der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Er selbst ärgere sich das ganze Jahr über die Kirche, aber hier beim Katholikentag, da kämen doch vor allem „die Guten“ zusammen, um über „alle wichtigen Fragen, die unsere Gesellschaft beschäftigen“ zu diskutieren und sich auszutauschen. „Da muss man es doch auch mal gut sein lassen und lieber mitmachen statt miesmachen.“

Das elfte Gebot…

Tatsächlich sind auch Reformgruppen wie „Wir sind Kirche“ oder die Schwangerenkonfliktberatung „Donum Vitae“ zumindest zum Teil mit eingebunden. Manche munkeln, dies sei der Grund, warum Kardinal Müller seine Teilnahme abgesagt hat.

Tatsächlich stehen auch Themen wie die Solidarität innerhalb der EU, erneuerbare Energien oder der Rassismus gegen Sinti und Roma im Veranstaltungsprogramm.

Kritik an der staatlichen Bezuschussung: Zustimmung auch von Katholikentags-Besuchern. Foto: as

Kritik an der staatlichen Bezuschussung: Zustimmung auch von Katholikentags-Besuchern. Foto: as

Und tatsächlich scheint das Gros der Katholikentagsbesucher mit Kritik ganz gut umgehen zu können. Als Aktivisten – am Donnerstag – einen mahnenden Moses auf dem Domplatz aufstellen und die Zuschüsse für das Katholiken-Event (drei Millionen Euro) kritisieren, ernten sie eher selten Wünsche von Verdammnis und ewiger Höllenqual; weitaus häufiger gibt es sogar Zustimmung.

„Der blanke Hohn!“

Dass man sich aber – abgesehen von einer Veranstaltung mit Bischof Stephan Ackermann (Freitag, 11 Uhr, Kolpinghaus) – dem Thema sexueller Missbrauch so gut wie gar nicht stellt, ist gerade in Regensburg ein Armutszeugnis. Auf den T-Shirts der vier Domspatzen, die am Mittwoch über den Domplatz ziehen, steht, in welchem Punkt dieses Bistum deutschlandweit an der Spitze steht: beim „Vergessen, Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen“. Der zuständige Bischof Voderholzer empfiehlt auch den Gläubigen beim Katholikentag lieber andere Veranstaltungen.

„Echte Hilfe für Betroffene wurde kaum geleistet, in Einzelfällen bestenfalls ein 'seelsorgerisches Gespräch. Für die meisten Betroffenen der blanke Hohn!“ Aus dem Flugblatt der missbrauchten Domspatzen Foto: as

„Echte Hilfe für Betroffene wurde kaum geleistet, in Einzelfällen bestenfalls ein ’seelsorgerisches Gespräch. Für die meisten Betroffenen der blanke Hohn!“ Aus dem Flugblatt der ehemaligen Domspatzen Foto: as

Auf dem Domplatz bekommen die Helfer am Mittwoch irgendwann die Anweisung, die blauen Absperrbänder, die den Durchgang freihalten, wegzunehmen. Dann sammeln sich die Besucher auch auf der Straße und die vier Domspatzen kommen mit ihrem mahnenden Marsch nicht mehr durch. Thema erledigt.

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Kommentare (86)

  • Angelika Oetken

    |

    Glückwunsch zu der Aktion!

    Die große Zurückhaltung der Regensburger Bürger, was die Unterstützung der Kirchentagsveranstaltung betrifft, kann auch als eines der vielen Anzeichen verstanden werden, dass die RKK in Europa implodiert.

    Starke Nerven für die nächsten Tage wünsche ich und bloß nicht von den vielen selbst Ernannten „Guten“ triggern lassen. Mein Mann bezeichnet sie auf Schweizerdeutsch als „Gläubische“. Und behauptet ihnen ihre Doppelmoral an Kleidung, Mimik und Gestik ansehen zu können….

    Aber: es gibt sie, die interessanten Veranstaltungen auf dem Kirchentag. Bsp.:

    http://unheiliger-berg.jimdo.com/aktuell/

    Viele Grüße aus Berlin-Köpenick von
    Angelika Oetken

  • Cicero

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    Das ist mutig von den vier ehemaligen missbrauchten Domspatzen. Und beschämend für die Kirche von Regensburg, die bis heute noch nicht einmal ein Entschuldigung zustande gebracht hat!

  • franz

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    ……………….Linke und Rechte, ………zu einer großen Feier unter einen Hut zu bringen“ da drehte sich mir der Magen um

  • El

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    Hut ab vor diesen vier Männern,
    die der RKK ihre Suppe verhageln !

  • Missbrauchte Domspatzen stören Feierstimmung | netzwerkB

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    […] „Gegen das Vergessen, Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen.“ Bei der Eröffnung des Katholikentages gingen missbrauchte Domspatzen mit dieser Forderung auf die Straße. Weiter lesen…  […]

  • Luzia

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    Es ist übrigens NICHT selbstverständlich, das sich ehemalige sexuell missbrauchte Menschen derart der „Öffentlichkeit“ präsentieren. Fast immer ist das Gegenteil der Fall: Die Scham überwiegt, viele sexuelle Missbräuche werden erst gar nicht angezeigt. Ich ziehe meinen Hut vor den vier mutigen Männern, die sich hier so deutlich der Ignoranz stellen! Das muss man erst mal zu tun überhaupt in der Lage sein!

  • Angelika Oetken

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    @Cicero,

    Müller wurde nicht ohne Grund Kardinal und dann Chef der Glaubenskongregation und Vorderholzer jüngst in eben diese Kongregation berufen.

    Die Missbrauchsfälle rund um die Domspatzen gehören zu den brisantesten Skandalen dieser Art in Deutschland. Vermutlich sogar Europa.

    Falls auch nur ein Teil der Hintergründe offenbar würde, könnte das für die Sache der Opfer und ihrer vielen Unterstützer einen neuen Schub bedeuten.

    Und nicht nur den Implosionsprozess der RKK beschleunigen, sondern auch politisch für große Veränderungen sorgen.

    Wenn man sich nur mal vor Augen hält, was die Edathy-Sache für Staub aufgewirbelt hat. Wie verhält es sich dann bei dem, was den Domspatzenopfern widerfahren ist? Vor allem wenn herauskommt, welchen Zwecken der Missbrauch an ihnen diente.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • martin

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    auch mein hut ist ab!
    die 4 herren auf dem zweiten bild schauen aber auch nicht sehr erfreut. vielleicht weil bei dem verein keine frau mitmachen darf?

  • Anna

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    „Tatsächlich stehen auch Themen wie die Solidarität innerhalb der EU, erneuerbare Energien oder der Rassismus gegen Sinti und Roma im Veranstaltungsprogramm.“

    Tatsächlich sind das gar nicht so wenige – aber schimpft weiter – und zahlt gleichzeitig Kirchensteuer, das kriegt ja außer AG und Finanzamt niemand mit

  • Cicero

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    Diskussionen führen in letzter Konsequenz in der RKK zu nichts. Nur der Austritt und damit der Wegfall der Kirchensteuer hilft.

  • Kerstin Lange

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    Bei Matthäus 7, 15 ff lesen wir:
    „15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
    16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
    17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.
    18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.
    19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
    20 Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
    21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
    22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan?
    23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter“

    Also, wenn ich römisch-katholischer Würdenträger wäre, mir würde da Himmel, Angst und Bange. Aber wozu gibt es die Theologie. Wird schon alles nicht so gemeint sein!

  • Angelika Oetken

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    Als Opfer Gesicht zu zeigen ist sowieso nicht ohne.

    Erst recht, wenn man die Namen von Tätern, Mittätern und Verantwortlichen nennt.

    Denn die meisten Fälle sind verjährt, weil die Fristen bisher so kurz waren. Und danach riskiert man als Betroffener eine Verleumdungsklage seitens der oder dem Täter bzw. der Täterin.

    Das nutzt die Kirchenführung aus, indem immer mal wieder auf wundersame Weise die Namen der Opfer an die Täter weitergegeben werden. Eine weitere Einschüchterungstaktik der sich offenbar als übermächtig ansehenden kirchlichen Administration.

    Deshalb ist es ja so wichtig, dass sich Opfer, die an die Öffentlichkeit treten wollen zusammen tun. Wie Herr Kaiser, Herr Auer, Herr Probst und Herr Sieber es getan haben. Und sei es, um gemeinsam einen guten Anwalt zu finanzieren.

    Denn der ist wichtig. Ich kann im Falle der Opfer der Katholischen Kirche nur dazu raten, kein Gespräch mit den Verantwortlichen zu führen, kein Schriftstück zu versenden und keine Aktion durchzuführen, ohne sich vorher anwaltlichen Rat zu holen. Das macht die Gegenseite auch. Und die hat häufig sehr gut vernetzte und deshalb sehr teure Advokaten. Und nicht selten einen ganz direkten Draht zu Justiz und Polizei.

    Wobei Verfilzungen dieser Art ja in die Diskussion geraten ist: siehe den Fall von Gustl Mollath.

    Viele Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • Veronika

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    Unser Bundespräsident scheint ebenfalls nicht mehr auf der Welle der „Gleichgültigen“ mitschwimmen zu wollen. Faszinierend fand ich dessen gestrige, mehrfach in Ausschnitten bei der ö.-r. Sendern wiederholte Aussage, dass der Hl. Geist nicht nur in Bischöfen und Priestern bzw. über diese wirkt. Da werden einige höhere Geistliche gewaltig geschluckt haben.
    ———————
    @Angelika Oetken:

    „(..:) Ich kann im Falle der Opfer der Katholischen Kirche nur dazu raten, kein Gespräch mit den Verantwortlichen zu führen, kein Schriftstück zu versenden und keine Aktion durchzuführen, ohne sich vorher anwaltlichen Rat zu holen. Das macht die Gegenseite auch. Und die hat häufig sehr gut vernetzte und deshalb sehr teure Advokaten. Und nicht selten einen ganz direkten Draht zu Justiz und Polizei. (…)
    ————–
    Vorher bitte auch noch prüfen, ob der Anwalt in irgendeiner Art und Weise mit der Kirche, dem streitigen Gegenüber „vernetzt“ ist. Auch hier kann man derweilen sehr interessante Dinge erleben. Wenn es in einem solchen Fall nämlich zum Äussersten kommt, springen derartige Anwälte gerne ab, und man steht alleine da. Meist geschieht dies wenn irgendeine Frist einzuhalten wäre, und man sich – juristisch unbedarft – dann auch finanziellen Forderungen gegenüber sieht. Für Bayern der ganz besondere Rat, mögliche Anwälte vorab über den Bund für Geistesfreiheit, den IBKA oder ähnliche Organisationen „abzuklopfen“.
    ——————————-
    Den Herren Auer, Kaiser und Sieber gebührt höchster Dank und Anerkennung, diese Aktion durchgeführt zu haben.

  • Sir Sonderling

    |

    Höchster Respekt für die 4 Männer, die den Mumm hatten, so aufzutreten.
    Höchste Verachtung für die Täter, ihre Kirche und deren Omerta, die Vertuscher und Verharmloser.

    Wer bei diesem Club Mitglied bleibt, macht sich zum Mittäter.
    Innerkirchlicher Protest hält das System stabil, da die Schäfchen sich der Illusion hingeben dass Ihr Engagement „etwas bringt“.
    Das einzige was hilft, ist dieser unheiligen Organisation den Geldhahn zuzudrehen.

    Auch für Euch Gläubige: der Austritt ist der einzige Weg, Eurer Gottesstrafe zu entgehen. Denn dass sich gemäß Eurem Glauben jede(r), der/die diese Organisation durch seine Mitgliedschaft auch finanziell mitträgt vor Gott dafür verantworten werden muss, liegt klar auf der Hand.

    Austreten!
    Austreten!
    Austreten!

    Servus,
    Sir

  • Veronika

    |

    @Lothar:

    „Hat das Wort des Papstes irgendein Gewicht in Regensburg?“
    ————————
    Sicher, genau das Gewicht welches ihm Leute wie Kard. Marx bereits am 27.05. zubilligen, nämlich „eine heilsame Provokation für die bürgerliche Kirche“ zu sein. Wer das Geld hat, schafft an. Der Vatikan hat nur Preziosen und relativ wenig Barvermögen. Jedenfalls im Gegensatz zur deutschen Sektion der Kath. Kirche. Deshalb ist der Vatikan auf das Wohlwollen der RKK,D angewiesen. Sonst gibts kein Geld mehr für Projekte in Afrika und den Krisenländern, der Vatikan müsste die Hosen runterlassen, und die RKK wäre insgesamt unglaubwürdig. Der RKK,D würde aber noch deren Reichtum bleiben und sicher großzügigst auf die Verbliebenen verteilt werden.
    So sieht es sicher aus, und ES WIRD SICH auch unter diesem Papst NICHTS ÄNDERN!

  • Angelika Oetken

    |

    @Sir Sonderling,

    die Kirchenfunktionäre haben was das angeht, Prophylaxe betrieben. Ihre Geschäfte würden auch ohne Kirchensteuer laufen
    http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Gott-hat-hohe-Neben/Das-Erste/Video?documentId=12580180&bcastId=799280

    Darum: Abstimmen mit den Füßen ist ein Weg. Über die Abschaffung staatlich garantierter Subventionen und Privilegien sprechen ein weiterer.

    Dass der Führungskader der Römisch-Katholischen Kirche seinen staatsbürgerlichen Pflichten nicht nachkommt, hat er in den vergangenen Jahren zur Genüge bewiesen.

    Vielleicht sollte man ihm erst dann eine Chance geben, wenn genug Personal mit entsprechender Lebenserfahrung und Reife nachgerückt ist.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    @Veronika,

    genau. Der deutsche Klerus hat fleißig Geld eingeheimst.

    Und es waren nicht zuletzt die kirchlichen Opfer, die dafür bezahlt haben.

    Nicht vergessen: in früheren Zeiten konnte man nicht mal eben so in den Flieger steigen, um im Ausland Kinder zu missbrauchen. Da musste man nehmen, was einem in der Heimat in die Finger geriet. Viele sehr wohlhabende Pädokriminelle zeigten sich dafür mehr als erkenntlich. Neben den Internatszöglingen können Ehemalige Heimkinder davon so manches traurige Liedchen singen.

    Auch die Diözese Regensburg hat davon überreichlich profitiert.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Hildegard Neumeyer

    |

    Möchte mich sehr bedanken an den Domspatzen,für ihren Mut und Ihren Auftritt.

  • Bernd Lauert

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    Ich ziehe meinen Hut vor dem Mut der Vier aus sich rauszugehen und die Thematik öffentlich zu machen.
    Es macht mich traurig zu wissen das die Männer so etwas durchmachen mussten. Ausgrechnet in der Obhut einer Organisation die Liebe und Verständniss etc predigt.
    Auch meine Mutte, nun 74 Jahre alt, wurde als Halbwaise in den Kriegsjahren „betreut“ da mein Opa bei der Reichsbahn einen kriegswichtigen Beruf im Stellwerk(Wir stammen aus dem Ruhrgebiet) hatte und meine Mutter in ein Kloster zur Pflege gab. Sie sprach nie viel darüber und wir Kinder fragten auch nicht nach, schlimm aber zu wissen das es nie, niemals nicht, nur eine einzige Entschuldigung etc gegeben hat.
    Ich frage mich auch woher diese Neigung zur Gewalt kommt, grade wenn man im seelsorgerischen, pflegrischen Bereich arbeitet. Viel Licht, viel Schatten?
    Abhaken wollte ich das mit den Wirren der Kriegsjahre und er seelischen Belastung der Bevölkerung….aber selbst im Jahre 2002 erzählte meine damalige Freundin, eine Niedermünster-Schülerin, davon das es eine Schwester gab die auch mal mit dem Zirkel zustach und Sachen durch den Raum warf.

    Trotz allem werfe ich aber nicht alle Pfarrer und Schwestern in einen Topf, ich habe Pater Clemens kennengelernt den ich sehr schätze, als Mensch und ohne Kirche im Hintergrund. Die sehe ich nicht, sondern sein Tun.

  • Angelika Oetken

    |

    @Bernd Lauert,

    es fällt schon auf, dass gerade die Organisationen, die für sich beanspruchen, einer besonders hochwertigen Ethik oder Moral zu folgen auch diejenigen sind, an denen über Jahrzehnte systematisch Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht und das Ganze sehr angestrengt vertuscht wurde.

    Stellt man z.B. das Bonner Aloisiuskolleg, ein von Jesuiten betriebenes Schulinternat und die Odenwaldschule, eine reformpädagogische Einrichtung in diesem Zusammenhang gegenüber, dann fallen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf.

    Woher das rührt, darüber machen sich schon einige Leute Gedanken.

    Je mehr einige andere Opfer und ich uns damit auseinandersetzen, desto mehr gesellschaftliche Zusammenhänge fallen uns auf.

    Der sexuelle Missbrauch erfüllt auch immer ganz konkrete Zwecke. Und findet unter bestimmten Bedingungen statt.

    Ich gehe deshalb davon aus, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen regelrecht geopfert werden.

    Über den institutionellen Missbrauch an beiden Einrichtungen gibt es im Netz einiges zu Lesen und Veröffentlichungen.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Helmut Matias

    |

    Herzlichen Dank für die mutigen 4. Nicht einmal der BP-Gaugk traute sich (aus Höflichkeit?) etwas zur Misshandlung zu sagen. Also was hilft: Aus der RK austreten, keine Kirchensteuern und keine Spenden den christlichen Kirchen geben. Nicht einmal die Nicht-Katholiken hatten auf dem Kirchentag den Mut die Missbrauchsprobleme öffentlich anzusprechen. Macht nur weiter so, dann ist die RK in 2 Generationen tot.

  • Vertuschung „um der Barmherzigkeit Christ willen“ | Regensburg Digital

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    […] sie vor der Tür auf Michael Sieber. Er ist einer von vier ehemaligen Regensburger Domspatzen, gehört zu denen, die am Mittwoch ihre Sprachlosigkeit endgültig überwunden haben und „gegen das…. Als er seine Flugblätter verteilt gibt es immer wieder Zuspruch und […]

  • Angelika Oetken

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    @Helmut Matias,

    mich ermutigt immer mehr, dass so viele Bedienstete der Römisch-Katholischen Kirche, die auf mittlerer und unterer Ebene arbeiten, die Machenschaften ihrer Vorgesetzten nicht mehr mittragen.
    Der Grad an Klerikern und Laien, die ihrem Führungskader innerlich gekündigt haben muss enorm sein. Etliche dieser Menschen entschließen sich, Whistleblower zu werden. Also Interna preis zu geben. Nur auf diese Weise ist es gelungen, den Machenschaften der Führungsfiguren auf die Spur zu kommen.

    Die Gruppe der Unfolgsamen scheint so groß, dass einige Erfahrungsexperten (Kirchenopfer) davon sprechen, es werde vermutlich zu einer Implosion kommen. Dass der Apparat also irgendwann vor dem Druck, der von außen kommt in sich zusammen gestaucht wird. Einfach weil die eigene Substanz nicht reicht.

    Natürlich sind auch diese unzufriedenen Kirchenbediensteten gefordert. Den eingebauten Gehorsamchip entfernen zu lassen und treuen Glauben gegen eine gesunde Skepsis einzutauschen.

    Alles Weitere ergibt sich dann. Ziviler Ungehorsam ist da angebracht, wo man die institutionellen Machenschaften nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Martha

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    Ein riesiges DANKESCHÖN an die 4 mutigen Männer der ehemaligen Regensburger Domspatzen! Sie bereiten den Weg für die vielen „stummen“ Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche, die noch nicht reden können, da die Scham und Todesangst sie bisher immer noch „versiegelt“ hat. Die katholische Kirche sollte Renten zahlen, damit die stark gesundheitlich geschädigten Überlebenden des Missbrauchs ein menschenwürdiges Leben führen können. Sie benötigen Anerkennung und dauerhafte finanzielle Unterstützung, um mit den schwerwiegenden Folgen der Traumata leben zu können. So sollte der Täter-Opfer-Ausgleich aussehen! Göttlicher Frieden, nicht zu verwechseln mit „Scheinfrieden“, kann sich mit solch einer gesunden Konfliktlösung eher einstellen.

  • Robert Aeschbach

    |

    In einem offizieller Bericht steht über die Schwestern von Ingenbohl, Schweiz, dass man ihnen Mord nicht nachweisen kann, wohl aber Verweigerung einer Hilfeleistung mit Todesfolge! Passiert ist danach nichts!

  • Kurt Bamberger

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    Ein guter Text dazu ist der von Rainer Schmid „Keinen Segen für das Militär! Militärseelsorge abschaffen!“
    http://www.imi-online.de/2013/03/25/keinen-segen-fur-das-militar-militarseelsorge-abschaffen/

    Man kann auch Google zur „religiösen Verfolgung in Bayern“ befragen, und wird feststellen es werden aktuell Personen in Bayern verfolgt, die sich dem Erlernen und üben von Töten von Menschen verweigern.

    Wenn christliche Gemeinschaften ernsthaft etwas für Soldatinen und Soldaten tun wollen, dann ist ihnen beim Ausstieg behilflich zu sein. Denn Gewalt ist nie eine Lösung, schon gar nicht Waffengewalt.

  • Ein Missbrauchsopfer

    |

    Ich hab damals geschwiegen, was vorgefallen war, nie etwas gesagt, wollte brav und artig sein.
    Ich hab geglaubt, dass es richtig so ist!

    Meine Angst aber, was da geschah, weinte ich nachts in mein Kissen.

    Heute weiss ich:
    Schützenswert ist der Mensch, nicht das Ansehen.

    Jedes Kind, jeder Mensch ist wertvoll, aus dieser Liebe heraus will ich leben, nicht nach Würde und Ämtern streben,
    sondern die Liebe im Zuhören und Hinhorchen, die ich damals so sehr in der Kirche vermisst hab, heute weitergeben!

    In der Kirche gilt leider bis heute: „Ansehen, Ehre, Ruhm.“
    „Doch wer darin sein Entzücken findet, der füttert sich mit Wind.“ (nach Thomas Morus)

  • W.Müller

    |

    verehrte Diskussionsteilnehmer
    Die Ablehnung dieser maffiösen katholischen Organisation ist in der Bevölkerung nahezu einhellig.
    Leider beeindruckt dies die Entscheidungsträger dieser Organisation überhaupt nicht. Für die KK ist es ein Aufstand der Schafe, da haben sie schon ganz andere Aufstände ausgesessen,
    das beeindruckt sie überhaupt nicht, die Karavanne zieht weiter und kassiert ihre Milliarden vom Staat jedes Jahr seit Bismarcks Zeiten. (gemäß des Wissenschaftlers Karsten Frerk , Violetbuch der Kirchenfinanzen) und fühlt sich dabei noch im Recht, da der Staat ihnen bei der Säkularisation einen Teil ihrer ergaunerten
    Vermögen abgenommen hat. (Deshalb werden die Seelsorger benötigt um den Schafen ständig ordentlich Angst einzujagen
    vor der ewigen Verdammnis, die es nicht gibt) damit sie bei der eigens dafür eingeführten „Letzten Ölung“ ihr Erbe an
    die Kirche vermachten und die eigenen Kinder um ihr Erbe brachten. (Wenn das Gold im Beutel klingt, die Seele aus dem Feuer springt-Ha-Ha, deshalb ist das Glauben das Wichtigste für alle Gauner, Banker eingeschlossen. Darum glauben sie Nix)
    Austreten ist die wirksamste Waffe in einer Demokratie, da geht es nicht um die Kirchensteuer, sondern um jede Stimme für die Wiederwahl der Amtsträger, die zum Teil keinen Beruf haben und ohne politisches Mandat einen massiven sozialen Abstieg erleiden. Darum wird die Kirche von ihnen kompromisslos unterstützt ( Das Ungeheuer Mixa, (gesehen beim Katholikentag) und ähnliche Typen erhalten garantiert monatliche Renten von über 10.000 € von uns Steuerzahlern. (Ludwig Müller konnte durch alle Instanzen streiten auf Kosten des Staates).
    Fragen sie doch mal ihre Abgeordneten, wie lange sie die jährlichen Milliardenzahlungen an die Kirche und die Besoldung der Bischöfe weiter zahlen wollen.
    Wir sind die weltweiten Zahler der katholischen Kirche. Nur wenn kein Geld mehr aus Deutschland kommt, kann die Abzocke durch diese maffiöse Vereinigung gestoppt werden. Die denken niemals daran die Missbrauchs-Opfer zu entschädigen wie in USA. (450 Millionen mussten alleine die Jesuiten zahlen.)
    Ratzinger und Franziskus wollen mit den Opfern beten, dies ist billiger. Es darf nicht sein, dass Kinder zu missbrauchen in Deutschland straffrei ist und Nix kostet)
    Treten sie aus, es geht problemlos bei der Gemeinde, sie müssen nicht mit dem Pfarrer verhandeln und leben gottlos glücklich wie ich .
    W.Müller

  • Angelika Oetken

    |

    @W.Müller,

    es ist ja immer von diesem „Reichsdeputationshauptschlusses von 1803“ die Rede, wenn es um die staatlichen Subventionen für die christlichen Kirchen geht. Also der Tausch Land gegen Unterhalt.

    In der Hoffnung, dass hier unter den Foristen jemand ist, der oder die sich damit auskennt:

    Ist in dem entsprechenden Entschädigungsvertrag aus Napoleons Zeiten eigentlich auch eine Klausel enthalten für den Fall, dass die Katholische Kirche in Deutschland über keine entsprechende Mitgliederzahl mehr verfügt? Gibt es da evtl. eine Nichtigkeitsgrenze oder so etwas?

    Zu mindestens theoretisch müsste das doch vorgesehen sein. Und wenn sich die Katholische Kirche Deutschlands irgendwann mal auflösen sollte: wer ist dann Rechtsnachfolger? Der Vatikan?

    Wenn dem so sein sollte, dann wird mir jetzt Einiges klarer. Immerhin handelt es sich um schöne Sümmchen.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Wolfgang

    |

    Die Kirchen wollen nur das Beste von den Gläubigen: sein Geld! Und da wird gefeilscht und betrogen, jedes Mittel ist
    recht. Das Christentum fälschte in der Vergangenheit und
    verdreht Tatsachen zu seinen Gunsten. Und alles mit dem
    Einverständnis ihres Gottes, den sie nie vorher gefragt haben.
    Der Gott „irgendwo da oben“ bekommt von dem in seinem Namen eingesammeltem Gelde ( natürlich mit Staates Hilfe)
    nie einen einzigen Cent ab. Ein armer Gott, ein armes Würstchen, kann sich niemals selbst ein Würstchen kaufen.
    Lebt der von Gebeten und anderem Gejammere? Seltsam,
    seltsam, Merkwürden!

  • Volker Dittmar

    |

    Liebe Angelika Oetken,

    Sie haben die berechtigte Frage gestellt, ob in dem Vertrag zur Säkularisation auch eine Ausstiegsklausel steht? Die Antwort ist „Ja“. Dazu muss man aber einiges mehr über die Enteignung der Kirche wissen, dann beantwortet sich die Frage von selbst:

    1. Es ist weniger Kircheneigentum als viel mehr der Besitz von Klöstern 1803 enteignet worden. Aller Landbesitz, der Klöstern und Kirche (Klostereigentum ist kein Kircheneigentum!) genommen wurde, ist das, wo das betroffene Kloster oder die (katholische) Kirche keinen legalen Besitz nachweisen konnte. Das kommt vor allem daher, dass die Kirche sich im Mittelalter durch die Konstantinische Schenkung Grundbesitz angeeignet hatte. Diese angebliche Schenkung beruhte auf einer Fälschung der entsprechenden Dokumente durch die Kirche.

    2. Damals waren die Bischöfe Lehnsherren, die vom Staat ein Lehen (= Leihgabe) für ihren Unterhalt bekommen hatten. Der Staat forderte nun diese Lehen bei der Säkularisation zurück. Damit die damals lebenden Bischöfe nicht hungern mussten, wurde ihnen ein monatliches Entgelt zugesprochen, dass der Staat bis an das Lebensende der Bischöfe zu zahlen hatte. D. h., alle Ansprüche aus dem Vertrag sind mit dem Tod der damals alimentierten Bischöfe erloschen!

    3. Durch geschickte Verhandlung und Erpressung hat es die Kirche verstanden, diesen Vertrag wieder und wieder zu verlängern. Irgendwann entstand dann die Idee, dass es sich um ein Gewohnheitsrecht handelt, das bis in alle Ewigkeiten zu gelten habe, und dass es sich um Entschädigungen handelt. Die Kirchenleute und Politiker glauben bis heute diese Propagandalüge.

    4. In unserer Verfassung – seit Weimar – steht seit 94 Jahren, dass diese Zahlungen an die Kirche abzulösen seien – ohne Details, wie das auszusehen hat. Seit 94 Jahren treten unsere Politiker diesen Verfassungsartikel mit Füßen.

    5. Die Kirche meint, dass dies den Anspruch auf eine Ablösesumme beinhaltet, die so groß bemessen sein muss, dass die Kirche von den Zinserträgen bis in alle Ewigkeit ihre Bischöfe bezahlen kann. Das ist aber reine Verhandlungssache, der Staat könnte ebenso gut sagen, dass die Zahlungen durch eine Summe von 0 EUR abgelöst werden.

    6. Momentan zahlt der deutsche Staat ca. 480 Millionen Euro pro Jahr an die beiden Kirchen. Ja, auch an die evangelische Kirche – die damals nichts bei der Enteignung verloren hat. Was bedeutet, dass es nicht um Entschädigungen geht. Außerdem, da nur unrechtmäßiger Besitz vom Staat eingezogen wurde, steht der Kirche ohnehin keine Entschädigung zu. Das wäre, als wenn der Staat Diebesgut einzieht, und dann in alle Ewigkeit an die Nachkommen der Diebe dafür satte Entschädigungen zahlt, die irgendwann ein mehrfaches des ursprünglichen Wertes der gestohlen Waren betragen. Inzwischen dürften die mit Recht enteigneten Grundstücke zu den teuersten Immobilien gehören, die je ein Staat erworben hat.

    7. Die Klöster bekamen nie eine Entschädigung. Wozu auch? Das unrechtmäßig erworbene Land hat niemals ihnen oder der Kirche gehört! An durch Urkundenfälschung in Besitz genommenes Land kann niemals eine Person oder Institution Eigentum erwerben, außer durch späteren Kauf.

    8. Eigentlich sollte die Kirche Entschädigungen an alle zahlen, denen sie Land und Besitz weggenommen hat.

    9. Die Zahlungen an die Kirche sind keine Entschädigung für erlittenes Unrecht, denn die Rücknahme einer Leihgabe war weder damals noch heute Unrecht. Es handelt sich vielmehr um ein skandalöses Vertragswerk, das eigentlich gegen unsere Verfassung verstößt.

    10. Solange es einen Filz der Politiker mit der Kirche gibt – so dienen kirchliche Gremien als gut dotierte Endlagerstätte für ausgebrannte Politiker – wird sich daran nichts ändern. Geregelt wird das Ganze übrigens in einem ungemein komplizierten Vertragswerk namens „Staatskirchenrecht“, obwohl die Staatskirche schon lange abgeschafft wurde!

    11. Aus den Mündern von Kirchenvertretern und Politikern ist in dieser Frage nur Desinformation zu erwarten, bei letzteren speziell, wenn diese Mitglieder in rigendwelchen kirchlichen Gremien sind.

    Zu den Einzelheiten siehe auch http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Czermak_Gerhard/Staatsleistungen_Abloesung_o_Ewigkeitsrente_TA2003_6.pdf

    Ich hoffe, damit die Frage hinreichend geklärt zu haben.

  • Angelika Oetken

    |

    @Volker Dittmar,

    Danke für Ihre umfassende und gut belegte Antwort.

    Sie hilft mir sehr weiter.

    Ich hoffe, ich kann mich bei Gelegenheit irgendwie revanchieren ;-)

    Noch eine Frage: wenn sowohl die Rechtmäßigkeit als auch der Anspruch auf eine Ablösesumme strittig ist und der ursprüngliche Vertrag gar nicht mit der Bundesrepublik Deutschland bzw. der Deutschen Demokratischen Republik geschlossen wurde, sondern mit einem Vorläuferstaat, dann wäre das doch ein Fall für den Europäischen Gerichtshof. Denn die Weimarer Republik umfasste ein anderes Staatsgebiet als unser vereinigtes Deutschland heute.

    Und die RKK beansprucht ja, dass sie für aufgegebenen Landbesitz alimentiert werden müsse (auch wenn das Ihren Schilderungen oben zu Folge gar nicht stimmt).

    Ist der Vertrag dann nicht unter Umständen nichtig? Gewohnheitsrecht hin oder her?

    Ich meine die beiden christlichen Kirchen verdienen doch was. Sie sind immerhin der zweitgrößte Anbieter von sozialen Dienstleistungen in unserem Land.

    Nur ob man dann noch Repräsentanten wie zum Beispiel Bischöfe bräuchte, wäre die große Frage.

    Viele Grüße aus Berlin-Köpenick sendet Ihnen
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    Nachtrag: ich stelle mir gerade die Frage, ob uns die Bischöfe der beiden großen christlichen Kirchen 480 Millionen Euro wert sind?

    Ich meine: tun die auch was für ihr Geld?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • P.

    |

    Missbrauchsumfrage wurde gestoppt

    Die bayerische Regierung verhindert eine Schülerumfrage zum Thema Missbrauch, weil sie die Fragen zu drastisch fand.

    Laut Bayerischem Landeskriminalamt wurden im Jahr 2013 allein in Bayern 1607 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern bekannt. Die Dunkelziffer liege „gemäß einschlägiger Literatur vermutlich zwischen zehn- und 30-mal höher, als in der Polizeilichen Kriminalstatistik ausgewiesen wird“.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article128964854/Penis-im-Mund-Missbrauchsumfrage-gestoppt.html

  • Bernd

    |

    @ P. ,

    da könnte man dann schon auch meinen
    dass auch die Herrschaften vom bayerischen Ministerium zum Thema Domspatzen in Regensburg
    und Missbrauchsaufarbeitung schon ein wenig mitmischen…..
    Einen vorläufigen Abschlußbericht zum Thema eben
    müsste man jetzt doch schon einmal vorlegen können.
    Auch müssten heute eben die Opfer in der Gesellschaft viel viel besser geschützt werden. Durch die vorgehensweise des Bistums in ‚Regensburg , wird man eben heute so derart un– höflich behandelt. Auch finde ich es sehr ominös , dass eben die Diözese Regensburg auf seiner neuen Homepage eben in keinster Weise zum Thema Missbrauch und Gewalt heute ausführlich einen Link gesetzt hat. ( da muss man wirklich zum thema auch akribisch danach suchen )

    http://kfn.de/versions/kfn/assets/pfeifferparalleljustice.pdf

  • Angelika Oetken

    |

    @ P. und Bernd,

    was die Mikado-Studie angeht, bin ich auch nicht so ganz glücklich.

    Einmal bezweifle ich, dass man valide Werte über die Häufigkeit von sexuellem Missbrauch ermitteln kann, wenn man Menschen unter 35 dazu befragt. Zwei Phänomene verfälschen die Werte. Zum einen die Abspaltung von Erinnerungen und dann der Wunsch von jungen Menschen so zu sein wie die anderen und eine Zukunft zu haben.

    Wer anerkennen muss, Missbrauchsopfer zu sein, muss auch die Auseinandersetzung mit allen biografischen Folgen und Opfermythen durchstehen wollen.

    Das tun längst nicht alle Menschen. Vor allem nicht bevor sie im Leben gut aufgestellt sind. Beruf, Familie usw.

    Dann: die Befragung wird im Klassenverbund durchgeführt. Über so etwas Intimes einen Bogen auszufüllen, das geht nicht unter der Anwesenheit von Mitschülern.

    Und ganz wichtig: solche Fragen triggern die Kinder und Jugendlichen, die bereits Opfer sind. Und wir müssen davon ausgehen, dass in jeder durchschnittlichen Oberschulklasse mind. drei Schüler sitzen, die wenigstens einmal im Leben Opfer von im strafrechtlichen Sinne schweren Missbrauchs wurden.

    Wer fängt die auf, wenn die dekompensieren? Beratungsstellen? Mangelware. Therapeuten? Wartezeit. Geschultes Personal an der Lehrstätte? Fehlanzeige.

    Grundsätzlich finde ich es aber mehr als angezeigt, dass das Thema sexueller Missbrauch zu einem festen Bestandteil des Lehrplanes wird.

    Wie alle anderen Dinge, die zu unserem Alltag gehören auch.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Rita

    |

    @ Angelika , Bernt , P,,

    Anscheinend Sie die heutigen Verantwortlichen nicht mehr Herr der Lage. Eine Vielzahl von Missbrauchsfällen kommt wie ein Wasserfall eben über das Bistum Regensburg. Auch in den umliegenden kath. Klöstern mit Internaten von Regnsburg , wurden damals kleine Buben geschändet , malträtiert und oder auch derart missbraucht – eben nicht nur bei den Regensburger Domsptazen und Etterzhausen. Opfer von damals sind heute so sehr gehemmt und heiraten heute ihre Liebhaber.Auch viele Missbrauchsopfer von damals arbeiten mit Ihrem schlechten Gewissen heute mit der Diözese Regensburg zusammen und verfälschen somit auch diese heutige Aufarbeitung zum Thema Missbrauch und Gewalt , auch bei den Regensburger Domspatzen!!

  • Angelika Oetken

    |

    @Rita,

    genauso wie Sie es beschreiben funktionieren Missbrauchssysteme. Sie sind ein Teil unserer Kultur und unseres Alltags. Aber das Ganze ist tabuisiert.

    Dass die Verantwortlichen Schweigegelder an Opfer bzw. ihre Angehörigen zahlen oder diese „ruhig“ stellen, indem sie sie durch Posten oder Aufträge an ihren krummen Geschäften teilhaben lassen, ist ebenfalls üblich.

    Die Täter wiederum schanzen sich Kinder zu. Helfen sich, wenn sie in Bedrängnis geraten. Und haben sich so alle gegenseitig in der Hand.

    Da sich so ein korruptes Netzwerk von Gefälligkeiten, Abhängigkeiten, potentiellen und tatsächlichen Erpressern und Erpressbaren knüpft, spreche ich im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch auch von Begleit- und Beschaffungskriminalität. Es bilden sich Täterkartelle und -syndikate.

    So etwas unterhöhlt eine Zivilgesellschaft. Aber ich bin optimistisch: in Deutschland können wir mittlerweile sogar schon vergleichsweise offen über missbrauchende Frauen (Mütter) sprechen. Und die spielen bei dieser Art der Kindesmisshandlung und -ausbeutung eine Schlüsselrolle. Deshalb muss auch hier angesetzt werden, wenn es um Prävention und Aufklärung geht.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Georg Auer

    |

    Der missbrauchte Domspatz – eine unendliche Geschichte

    Wo bleibt der Untersuchungs-Missbrauchsbericht über den sexuellen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen, welchen Bistumssprecher, Herr Neck, schon vor 4 Jahren (2010) versprochen hatte???

    Solange die Bistumsleitung von Regensburg glaubt, dieses heikle Thema durch stoisches Totschweigen aus der Welt schaffen zu können, solange wird aber das Gespenst der „Domspatzen-Missbrsuchsfälle“ um die Bistumsmauern und in den Domspatzen-Internatsräumen herumspuken.

    Und solange in der Causa „Domspatzen-Missbrauch“ durch das Bistum keine ehrliche und offene Aufklärung und der Wille zur Entschädigung der Missbrauchsopfer geschieht, werden die Schülerzahlen für die Domspatzen-Schulen auch in den nächsten Jahren weiterhin in den Keller fallen.
    ———————————–
    Familie vielen Eltern wichtiger: Nachwuchssorgen bei Knabenchören
    http://www.schwaebische.de/…/leute_artikel,-Fa...
    vor 3 Tagen – Familie vielen Eltern wichtiger: Nachwuchssorgen bei Knabenchören. Thomaner vor der … Es gehe darum, Familienleben und Domspatzenalltag besser zu vereinbaren. Von der …
    ———————————–
    Vergelt’s Gott – Das Erste | programm.ARD.de
    programm.ard.de/TV/…/Sender/?sendung…
    vor 1 Tag – 22:45 Uhr Vergelt’s Gott Der verborgene Reichtum der katholischen Kirche | Das Erste Tipp. Bis hin zu …
    ———————————–
    Zu Fragen ist auch, warum für bei gleichzeitig sinkenden Schülerzahlen mit öffentlichen staatlichen Fördergeldern ein Aus- und Neubau von über 25 Millionen Euro dieser Elite-Schule bezuschusst wird, wenn gleichzeitig viele staatliche Grund- und Mittelschulen infolge mangelnder Schülerzahlen aufgelöst werden???
    Solches zu verstehen vermag wohl erst einer, welcher mit höheren Bistumsweihen ausgestattet ist, oder zu den politischen CSU-Granden im bayerischen Kultusministerium zählt.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Pepe

    |

    @ Georg Auer ,
    Sie haben vollkommen Recht,…
    Nach meiner Meinung decken die Herrschaften diese damaligen pädophilen Mittarbeiter, daher verschleppen Sie auch das Thema Aufarbeitungsbericht so sehr.
    Auch hört man zum Thema Etterzhausen überhaupt nichts, obwohl ja schon bekannt ist, dass der damalige Direx Meier sich in der _Nacht die Buben , auch die vom Neubau , sich in die damalige Hauseigene Wohnung genommen hat.
    Vor allem bei den Regensburger Domspatzen gehen so sehr die Schülerzahlen auch ausführlich zurück.
    Auch kann ich mich an den Herrn Neck – Pressesprecher vom Bistum Regensburg erinnern, ,,,
    ,,,Gerechtigkeit für die damaligen Opfer,,,

    http://www.domspatzen.de/de/chor/aktuelles/detail/article/das-neue-domspatzen-schuljahr-beginnt.html

    Von der 5. Klasse bis zur 7. Klasse fehlen jetzt schon so 100 Buben, haben ich mir sagen lassen.
    Stimmt , wenn die Regensburger Domspatzen Millionen an Fördergelder bekommen, dann finde ich das total ungerecht!
    Wieviele Fördergelder bekommen eigentlich die Pindelschulen in Regensburg,,,,

    Georg Auer , die sagen deswegen nichts ,weil wirklich bei denen in den letzten Jahrzehnten sehr sehr viel Unzucht (be)getrieben wurde. Auch in den umliegenden kath. Klöstern mit Internaten wurden damals auch viele Buben malträtiert oder geschändet.
    Auch gibt es schon eine Vielzahl an Hinweisen eben wegen zahlreichen Onanierstunden mit kleinen Schutzbefohlenen
    Buben.

    Wenn sogar ein großer ( damaliger ) ehemaliger Internatsdirektor zu all den vielen Missbrauchsgeschichten schweigt, dann weiß man doch was los ist.

    **Bis zu vier Bibelkreise bot er gleichzeitig an, dazu Gruppen über Pubertätsprobleme für Schüler nach dem Stimmbruch.

    Im Internet wird sein Leben als Internatsleiter auf eine Frage reduziert: Warum hat er zu den Missbrauchsvorwürfen geschwiegen? Auch wenn alle diese Vorkommnisse vor seiner Zeit waren – das weltweite Netz kennt kein Erbarmen **

    ++wenn die Eltern draußen eben heute ihre Buben auch sehr lieben, dann schickt man sie nicht in irgendwelche kath. Knabeninternate.

    Fazit: Der Bischof von Regensburg und die heutige Institution der Regensburger Domspatzen , versäumen es heute eben , nach über 4 Jahre nach Bekanntgabe der zahlreichen Missbrauchsfälle, heute eben die große Reißleine zu ziehen , und heute im Guten einen großen Neuanfang zu wagen. ( zu beginnen )
    Auch hätte ich den heute 61 jährigen DKP schon längst in den Ruhestand geschickt , und dafür auch neutrale Kirchenmusiker ,und auch ein frisches Blut wieder ins Haus der Regensburger Domspatzen geholt.
    „Stimmt , das wird noch eine sehr große unendliche unendliche Geschichte!“

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/regensburg/artikel/priester-war-ein-berufswunsch-wie-lokfuehrer/1091194/priester-war-ein-berufswunsch-wie-lokfuehrer.html#1091194

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10067&pk=1114940

  • Angelika Oetken

    |

    Die Foristin „XYZ“ hat auf der Homepage von „Eckiger Tisch“ etwas wie ich finde Aufschlussreiches zum Thema eingestellt. Und zwar was über so genannte „Paterpressen“.

    So wurden weiterführende Schulen unter katholischer, meistens Ordensträgerschaft genannt, in denen bis in die Wendezeit hinein Jungen aus mittellosem Elternhaus auf ein Priesteramt vorbereitet wurden

    http://www.eckiger-tisch.de/forum/comment-page-14/#comment-6318

    Auch einige engagierte Kirchenopfer und Mitbetroffene berichten Ähnliches bzw. haben darüber was auf ihren Homepages eingestellt.

    Wenn ich das, was „XYZ“ beschreibt, mit dem abgleiche, was ich über Missbrauch an sich weiß, vor allem über das Spezifische bei männlichen Opfern und ihren Tätern, komme ich schnell zu dem Schluss, dass viele Absolventen der „Paterpressen“ innerhalb dieser Einrichtungen missbraucht wurden.

    Und zwar systematisch und vorsätzlich.

    Und wenn ich dann weiter überlege, was mit Opfern passieren kann, die ihre Traumatisierung nicht aufarbeiten wollen, können oder dürfen, dann bin ich ganz schnell bei einer hohen Quote an Klerikern der Jahrgänge 1930 – 70, die

    – ihre eigene Traumatisierung abspaltenden

    – ihre Täter- oder Mittäterschaft leugnenden

    – ihre Untätigkeit verdrängenden

    Mal so grob über den Daumen gepeilt: 1 : 5 dürfte das Verhältnis von nicht-missbrauchten und im strafrechtlichen Sinne in ihrer Kindheit und/oder Jugend schwer missbrauchten Priestern (1) dieser Jahrgänge schon sein. Wenn nicht höher.

    Gestern war ich auf der Tagung „Hilfe-für-Jungs“ http://www.hilfefuerjungs.de/?cat=53

    Dort berichtete der Forscher Dr. Christian Sachse darüber, wie sich unter bestimmten, knastähnlichen Bedingungen ganz systematisch eine Gewaltkultur entwickelt, zu der selbstverständlich sexuelle Gewalt, als effektive Methode andere zu brechen gehört.

    Gut untersucht, was die Spezialeinrichtungen, die vom DDR-Staat betrieben wurden angeht. U.a. wurde die Gewaltkultur in den ehemaligen Jugendwerkhöfen untersucht. Die Gewaltausübung erfüllte dort auch eine wichtige machtpolitische Funktion.

    Da gibt es Parallelen zu den Kaderschmieden der Römisch Katholischen Kirche.

    So betrachtet, muss doch dann die – scheinbare – Ignoranz und das Selbstmitleid der Deutschen Priesterschaft nicht wundern.

    Allerdings sind Opfer und ihre UnterstützerInnen nicht dafür verantwortlich, wenn ein nicht unerheblicher Teil des deutschen Klerus Gegensatz seine Lebenshausaufgaben nicht gemacht hat.

    Ich persönlich, glaube auch nicht, dass sie es noch schaffen werden, ihre Geschichten aufzuarbeiten. Nach dem was ich die letzten Jahre über sie gelernt habe.

    Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Mir tun diese offenbar menschlich überforderten ältlichen Männer, die offenbar nicht aus ihrer Haut können eher.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. hier noch was Interessantes über Rainer Maria Woelki, den derzeitigen Rising Star unter den Deutschen Bischöfen, http://blog.radiovatikan.de/der-elefant-im-raum/#comment-12781 (Kommentar von „Otto“), http://www.ferner-naechster.de/stiftung.html

    (1) StGB 176a: „beischlafähnliche Handlungen“ http://dejure.org/gesetze/StGB/176a.html

  • Ehemaliger Domspatz

    |

    Solange sich diese Institution Domspatzen heute nicht richtig öffnet, die eigene Vergangenheit eben nicht richtig aufarbeiten wollen, dann eben die Schülerzahlen für viele Jahre in den Keller rutschen werden.

    ++
    Knabenchöre haben Nachwuchssorgen
    Die Suche nach neuen Mitgliedern ist schwieriger geworden. Eltern muten ihren Kindern die Belastung nicht mehr zu. Die Domspatzen steuern gegen.

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/knabenchoere-haben-nachwuchssorgen/1117216/knabenchoere-haben-nachwuchssorgen.html

  • Veronika

    |

    Ergänzend: Wo bleibt das Ende vergangenen Jahres/ Anfang diesen Jahres für einen Start im Sommer 2014 angekündigte Forschungsvorhaben von Gregoriana und ZI Mannheim (Prof. Dr. Dreßing)?

    Auch diese Nachfolgeforschungen zu den vormaligen, ad acta gelegten Forschungen von Prof. Pfeiffer (Hannover) scheinen nunmehr auf Eis gelegt zu sein, weil man nicht bis 1945 zurück – schon gar nicht in der Diözese Regensburg bis 1945 zurückforschen – will.
    Da würde sonst endgültig eine künftige Selig- und Heiligsprechung eines einmal auch versterbenden Benedikt XVI. unmöglich gemacht werden.

  • Angelika Oetken

    |

    @Ehemaliger Domspatz,

    ich halte es für sehr ermutigend, dass die Regensburger Eltern nicht mehr so fahrlässig sind und ihre Kinder so einer Vereinigung wie den Domspatzen aussetzen. Sondern sich jetzt sehr genau überlegen, was wirklich gut für ihren Nachwuchs ist.

    Früher mag der Einfluss dieser Domspatzenseilschaft so groß gewesen sein, dass sie Männern, die sich gern blonde, hellhäutige Knaben ansehen, die ihre Münder weit aufreißen entsprechende Vorlagen geliefert hat.

    Und einige dieser Jungen dann Honoratioren für ganz besonders widerwärtige Formen der sexuellen Ausbeutung zur Verfügung gestellt wurden.

    Auch die egoistischsten und böswilligsten Eltern werden ihren Söhnen so etwas nicht mehr antun wollen. Zumal es sich herumspricht. Und dann auf sie, die Mütter und Väter zurückfällt.

    Mag die Domspatzenmischpoke auch noch so schöne Posten für all die Mitglieder ihres sauberen Vereins zu verteilen haben.

    Wer etwas kann und etwas will, schafft es auch ohne sich die Hände derart schmutzig machen zu müssen.

    Eine italienische Initiative, die sich die Bekämpfung der Mafia auf die Fahnen geschrieben hatte, hieß nicht umsonst „mani pulite“ (= saubere Hände).

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Da würde sonst endgültig eine künftige Selig- und Heiligsprechung eines einmal auch versterbenden Benedikt XVI. unmöglich gemacht werden.“

    @Veronika,

    ich würde noch weiter gehen und einen Umkehrschluss ziehen: Personen, die heilig gesprochen wurden, werden sollen sind einen besonders kritischen Blick wert.

    Meistens sind ihre Aktivitäten viel un-heiliger als die ganz normaler Menschen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Ergänzend: Wo bleibt das Ende vergangenen Jahres/ Anfang diesen Jahres für einen Start im Sommer 2014 angekündigte Forschungsvorhaben von Gregoriana und ZI Mannheim (Prof. Dr. Dreßing)?“

    @Veronika: keine Ahnung. Auf der Homepage der DBK ist jedenfalls nix Neues dazu eingestellt. Letzte Meldung ist fast 6 Monate alt http://www.dbk.de/presse/details/?suchbegriff=Sexueller%20Missbrauch%20an%20Minderj%C3%A4hrigen&presseid=2517&cHash=e22c5a55b5662a0e0634b5dac5cc22a8

    Vielleicht geht es denen gerade zu gut. Hier ein Bericht von einem typischen Arbeitstreffen der Herrn Klerikader:

    „Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte, das Gespräch mit Müller habe „in der Sommerpause in Rom“ stattgefunden. Es sei in guter Atmosphäre verlaufen, Ergebnisse habe man nicht festgehalten. Die Delegation sei unter Führung des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode nach Rom gereist. Es habe sich um die von der Bischofskonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe zu diesem Thema gehandelt.“

    Im Klartext: Müller, Marx und Co. trafen sich mehrmals in römischen Luxusrestaurants und nachdem sie sich die Bäuche gefüllt und gehörig einen hinter die Binde gegossen hatten, waren sie nicht mal mehr in der Lage, ein paar Stichpunkte auf irgendeinen Bierdeckel bzw. eine Goldrandserviette zu kritzeln….

    „Die schon fast sprichwörtlich gewordenen Worte des Papstes reißen uns aus einem theologischen, spirituellen und pastoralen Narzissmus heraus und ermutigen uns zu einem Zeugnis in einer Welt, an der man sich die Finger schmutzig machen kann, aber doch das Herz für Gott und die Menschen bewahrt“, so Bischof Bode.
    http://www.domradio.de/themen/bischofskonferenz/2014-09-12/deutsche-bischoefe-im-dialog-mit-kardinal-mueller-ueber-reformen

    „in einer Welt, an der man sich die Finger schmutzig machen kann“

    … na, dann mal schnell die Patschhändchen waschen nach dem Sündigen.. Ringe bitte nicht im Bad vergessen ;-)….Beweismittel :)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Rainer W.

    |

    Solange diese Institution Domspatzen zu den vielen Missbrauchsfällen schwiegen, solange werden auch die Schülerzahlen für das Internat “ Kaff “ in Regensburg zurück gehen.
    Sehr geehrter Herr Domkapellmeister Büchner , bitte ,
    wann begreifen Sie endlich dass eben diese vielen Missbrauchsfälle daran Schuld sind – eben weil die Schülerzahlen auch bei Ihnen in Regensburg gehen zurück.
    Sie müssen bitte alle die Vergangenheit der Domspatzen und die von Etterzhausen auch richtig aufarbeiten und auch ehrlich zu den Leuten sein, dann erst wird wieder alles ins Lot kommen.

    http://www.theologe.de/Inhaltsverzeichnis.htm

  • Sepp

    |

    @ rainer w,

    richtig ,,
    und eines darf man auch nicht vergessen,.,
    diese institution domspatzen arbeitet heute mit dem
    blutgeld von Etterzhausen!
    sollen sie bitte heute damit glucklich werden!!!

  • Angelika Oetken

    |

    @Sepp,

    >>@ rainer w,

    richtig ,,
    und eines darf man auch nicht vergessen,.,
    diese institution domspatzen arbeitet heute mit dem
    blutgeld von Etterzhausen!
    sollen sie bitte heute damit glucklich werden!!!<<

    Wichtiger Hinweis.

    Mit dieser Masche, nämlich der Veruntreuung öffentlicher Mittel haben sich etliche Träger der Jugendhilfe und private, bzw. konfessionelle Internate und Schulen an der Allgemeinheit bereichert.

    Nicht nur katholische und evangelische, sondern auch solche wie der Trägerverein der Odenwaldschule hat mit diesen Methoden gearbeitet.

    Bezahlt haben die kindlichen Insassen.

    Angesichts des hypermoralischen Anstrichs, den sich solche Einrichtungen geben ein besonders vulgäres Verbrechen.

    "Miese Abzocke" würde man das in anderem Zusammenhang nennen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Rupp

    |

    @ Angelika Oetken,,

    Sie haben vollkommen Recht,.

    „“Die feiern heute auch noch ausfuehrlich!“““

    Anstatt diese heutige Institution Regensburger Domspatzen diese bemerkenswerte Vergangenheit einmal endgueltig richtig aufarbeiten wuerden , feiern die heute auch noch ausfuerhlich.

    Fuer mich ist das eine derartige Respektlosigkeit den damalgen Opfern gegenueber.

    http://www.domspatzen.de/de/chor/aktuelles/detail/article/20-jahre-domkapellmeister-roland-buechner.html

  • Angelika Oetken

    |

    Liebe ForistInnen,

    Herr Stephan Ackermann, Bischof des Bistums Trier und Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz
    trat bezeichnenderweise auf dieser Veranstaltung als Experte fürs Schämen auf:
    http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-Scham-hat-viele-Gesichter-Experten-sprechen-in-der-Koblenzer-Rhein-Mosel-Halle-_arid,1208544.html#.VBxVQ_l_tnM

    Man beachte seine Unterscheidung in „gute Scham“ und „falsche Scham“.

    Und das im Artikel gezogene Fazit, bei dem nicht klar ist ob es das der Diskutanten oder das der Autorin ist – „Doch was heraussticht ist die Desensibilisierung der heutigen Gesellschaft, die schnell über Leid hinweg sieht und damit die Verantwortung für den Einzelnen abnimmt“ – liest sich mit dem Wissen über die systematische Missbrauchskriminalität in Etterzhausen und bei den Domspatzen ganz anders.

    Das Ganze war nämlich an ordinärer Schamlosigkeit kaum zu überbieten.

    Einen schönen Feierabend wünscht
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Das bischöfliche Besetzungskarussel dreht sich ja grade.

    Erfurt, Diaspora, wird einen Herrn Neymeyer bekommen.

    Interessant, was er zum Thema „klerikaler Kindesmissbrauch“ zum Besten gibt
    http://www.eckiger-tisch.de/forum/comment-page-19/#comment-6662

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ich glaube der Herr Gänswein passt besser nach Berlin als nach München. Und nach langen Jahren als Krankenpfleger in Rom tut ihm ein bisschen Motzstraßenviertelfrischeluftatmen sicher ganz gut ;-)
    http://www.berlin1.de/berlin-erleben/events/christopher-street-day-berlin-2014-informationen-im-berblick-2014905

    Man kann da übrigens auch vollmaskiert auftauchen. Macht nix, fällt nich auf. Wir sind in Berlin :)

  • Holger

    |

    Wo bleibt denn der Abschlussbericht zum Thema Missbrauch und Gewalt von dieser Institution ( Stiftung )Regensbuger Domspatzen und Etterzhausen…

    Es kann doch wirklich nicht so so schwierig sein , jetzt nach sehr langer Zeit , nach ueber 4 Jahren eben , zum grossen Thema einen vorlaeufigen Abschlussbericht vorzulegen.

    Wollen die nicht , oder duerfen Sie wirklich nicht…

    Der neue Bischof wollte doch auch neue Bruecken bauen,
    aber von all dem hoert man und sieht man leider nichts!

    Zum Thema Datenschutz moechte ich hier auch schreiben, weil man so vieles von diesen Themen draussen hoert.

    111 •Er nimmt eine erste Plausibilitätsbewertung von Hinweisen vor, informiert die Bistumsleitung und berät zum weiteren Vorgehen. 111

    Auch kann man das Thema Dr. Boehm hier nochmals aufgreifen, denn eine Vielzahl draussen fragen sich , was diese Frau damals eigentlich wirklich gemacht hat…

    http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/art1172,180725

    http://www.bistum-regensburg.de/bistum/einrichtungen-a-z/ansprechpartner-fuer-verdachtsfaelle-sexuellen-missbrauchs/#c11346

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Kirche-bietet-Opfern-sexueller-Gewalt-Entschaedigung;art1172,39010

  • Angelika Oetken

    |

    „Es kann doch wirklich nicht so so schwierig sein , jetzt nach sehr langer Zeit , nach ueber 4 Jahren eben , zum grossen Thema einen vorlaeufigen Abschlussbericht vorzulegen.“

    @Holger,

    nein schwierig wäre es nicht. Aber die Konsequenzen bitter. Und zwar für die Verantwortlichen.

    Die Dimensionen der Begleit- und Beschaffungskriminalität im Falle von Domspatzen, Etterzhausen… und, und, und…sind zwar vielen bekannt. Aber keiner möchte sie als erster aussprechen. Effekt: des Kaisers neue Kleider http://wulewuu.blogspot.de/2013/02/des-kaisers-neue-kleider_21.html

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Pep

    |

    @ Angelika Oetken,

    richtig , viele oder alle wissen heute eben Bescheid, aber keiner möchte der Erste sein, die Vergangenheit heute richtig
    zu bearbeiten, oder auch heute richtig anzusprechen!

    Für eine Vielzahl an anderen Themen hat man heute eben die Zeit , auch das Radio mischt da ausführlich mit ….!

    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/domspatzen-g9-100.html

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/domspatzen-eine-rueckkehr-zum-g9/1125626/domspatzen-eine-rueckkehr-zum-g9.html

  • Ehemaliger Domspatz

    |

    @
    Weggehört und weggeschaut – Warum war Missbrauch über Jahrzehnte möglich?

    (bei den Regensburger Domspatzen ist es auch nicht anders)
    Weggehört und weggeschaut wird in Regensburg schon seit über 4 Jahre , deshalb gibt es auch keinen Abschlussbericht!
    _____

    Siehe TV Sendung vom 01.Oktober 2014 , 20.15 Uhr

    http://www.odenwaldschule.de/

    Jahrelang waren mindestens 132 Schüler an der renommierten Odenwaldschule den sexuellen Übergriffen von Lehrern und Schulangestellten, aber auch Mitschülern ausgesetzt. Auch in katholischen Einrichtungen sind Hunderte Kinder jahrzehntelang misshandelt und sexuell missbraucht worden. Laut offizieller BKA-Statistik wurden 2013 etwa 15.000 Kinder in Deutschland sexuell missbraucht. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Im Anschluss an den ARD-Film „Die Auserwählten“ über die Odenwaldschule diskutiert Anne Will mit ihren Gästen über die Frage, was den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch ermöglicht hat. Warum wurde so lange weggeschaut? Und wie muss eine glaubhafte Aufarbeitung aussehen? | mehr …

    http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-kindesmissbrauch/index.html

  • Angelika Oetken

    |

    @Ehemaliger Domspatz,

    ja Klasse oder?

    Und das Kardinal-Lehmann-Zitat, das Adrian Koerfer vorlas, demonstrierte in wenigen Sekunden, dass die Führung der RKK was Einsicht angeht, noch gaaaaanz am Anfang steht.

    Von Aufklärung und Aufarbeitung ganz zu Schweigen. Und wirksame Prophylaxe kann deshalb auch nur auf dem Papier stehen. Die Täterpriester laufen weiterhin frei herum und werden schön von Tatort zu Tatort weitergereicht…. Same procedure as usual.

    Bei der Gelegenheit: als ich mich in die Lage von Herrn Zimmer versetzte, war ich heilfroh, dass ich Chefin bin. Und nicht als Angestellte ausbaden muss, was meine Vorgesetzten verbocken ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ehemaliger Domspatz

    |

    @ Angelika Oetken ,

    , ich fand diese Sendungen gestern Abend auch sehr sehr gut. – Auch die Talkrunde mit Anne Will und Alice Schwarzer , waren für mich auch ok , Auch müssten die TV Anstalten heute eben in der Gegenwart einige viele Missbrauchsfilme mehr zeigen, damit die Bevölkerung heute draußen zum Thema Missbrauch und Gewalt auch richtig aufwachen und die Opfer heute mehr den Mund aufmachen.

    http://www.welt.de/vermischtes/article132837667/Auch-Lehrerinnen-missbrauchten-ihre-Schueler.html

    Fazit: Mit 5 Millionen Einschaltquote beim Film, und über 3 Millionen bei Frau Anne Will , ist das gestrige Thema bei der deutschen Bevölkerung auch ausführlich angekommen!

    Ominös finde ich ich wieder die Handhabung zum Thema bei der Mittelbayerischen Zeitung aus Regensburg.
    Es wurde zum Thema ein Kommentar geschrieben, aber unter der Rubrik Kultur und Panorama einfach “ klein “
    versteckt.

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/panorama/artikel/tv-film-zur-odenwaldschule-bewegt/1128390/tv-film-zur-odenwaldschule-bewegt.html

    Auch fand ich das eine Zitat von Frau Alice Schwarzer zum Thema sehr sehr gut:
    Alice Schwarzer,
    „Emma“-Chefredakteurin:

    „Den Kindern hätte damals niemand geglaubt. Der Missbrauch war eine Art Herrenrecht.“
    _________________________________________

    Stimmt , auch hatten wir damals bei den Domspatzen auch irgendwie so eine Art Herrenrecht.
    Das Recht schutzbefohlene Buben zu malträtieren oder zu missbrauchen.
    Auch finde ich heute noch diese derartige Kasanierung bei den Regensburger Domspatzen wirklich nicht gut !
    _________________________________________

    Ich möchte hier auch einen sehr guten Kommentar von Prof. Dr. Zitlmann mit übernehmen.

    von Prof. Dr. Zitelmann
    1. Oktober 2014 – AnneWillBlog
    http://annewill.blog.ndr.de/2014/09/30/missbrauch/comment-page-1/#comments

    Weggehört und weggeschaut – Warum war Missbrauch über Jahrzehnte möglich?

    Es gibt keine schnellen und simplen Antworten. Hier nur zwei Aspekte, deren öffentliche Diskussion überfällig erscheint. Wir brauchen

    1.) Eine unabhängige Heimaufsicht, die Kindern und auch ihren Betreuern die Chance gibt, ohne Beisein der Leitung oder anderer Kollegen sich in vertraulichen Gesprächen – auch anonym – anzuvertrauen. In Österreich wurde diese Konsequenz aus den Heimskandalen gezogen, hier besucht eine unabhängige Kommission die Heime, bleibt 5 Stunden, redet und hört viel zu und erstattet Bericht an die Aufsichtsbehörden.
    Die Praxis in Deutschland ist eine andere, hier in Hessen ist die Heimaufsicht kommunalisiert, das Landesjugendamt fast ganz aufgelöst. Man soll als Stadt oder Kreis also das eigene Heim (“Eigenbetrieb”) kontrollieren oder das von den Kollegen im Jugendamt belegte Heim des Freien Trägers vor Ort, ein kaum überzeugendes Konzept dessen Akteure sich oft eher als Berater denn als Kontrolleure beschreiben – Ansprechpartner für Kinder müssten in anderer Rolle kommen.
    2.) Im Bereich der Ausbildung und des Studiums fehlt in fast allen Disziplinen (Familienrecht, Sozialarbeit, Lehramt, Erzieherausbildung etc.) die Vermittlung von Grundlagenwissen im Kinderschutzbereich.
    Entsprechende Seminare sind meist nur dem Engagement einzelner Lehrender und nicht den Curricula zu verdanken und erreichen nur einen Bruchteil der entsprechenden Berufsgruppen. Traumata und ihre Folgen, Täterstrategien und das Erleben der Betroffenen sowie professionelles Handeln werden also zur Zeit wenn überhaupt in Fortbildungen als “training on the job” vermittelt.
    Wir brauchen dringend eine flächendeckend verpflichtende Grundausbildung und vertiefende Studienangebote zum Kinderschutz – also z.B. Vernachläsigung, Formen der Misshandlung, Sexuelle Übergriffe. Dies ist in der Diskussion noch nicht angekommen, leider auch heute Abend noch nicht.

  • Angelika Oetken

    |

    “Den Kindern hätte damals niemand geglaubt. Der Missbrauch war eine Art Herrenrecht.”

    @Ehemaliger Domspatz,

    ich weiß, was Frau Schwarzer damit zum Ausdruck bringen wollte. Aber eigentlich ist ihre Aussage ja ein Widerspruch in sich.
    Denn entweder glaubt man etwas nicht, weil man eine andere Auffassung von Wahrscheinlichkeit hat oder man räumt einer bestimmten Gruppe, in diesem Falle Männern Sonderrechte in Bezug auf das ein, was fraglich bzw. unglaublich erscheint.

    Abgesehen davon, dass ich die Befürchtung habe, dass Frau Schwarzer davon ausgeht, die sexuelle Ausbeutung von Kindern gehe nur von Männern aus. Ganz und gar nicht.

    Selbstverständlich wussten auch damals die meisten Erwachsenen um die Missbrauchsrealität. Genauso wie heute. Der geäußerte „Unglaube“ ist so gut wie immer nur vorgetäuscht. Es ist weniger ehrenrührig, so zu tun als halte man etwas für unglaublich, als zuzugeben, dass man von einem schweren Unrecht weiß, aber nichts dagegen unternimmt.

    Herr Koerfer sagte gestern in der Talkshow, dass es bei den Missbrauchsfällen von denen er bisher erfuhr, so gut wie immer Mitwisser gegeben habe.

    Und es sind in seinem Falle bestimmt sehr viele.

    Ich möchte das bestätigen. Ich persönlich weiß von keinem einzigen Opfer, das nicht davon berichtet, dass es deutliche Hinweise auf die an ihm begangenen Verbrechen gab. Bis hin zu Dokumenten, aus denen eindeutig hervorgeht, dass man damals schon genau festgehalten hatte, dass ein Kind missbraucht wurde.

    Fazit: die verantwortlichen Erwachsenen wissen ziemlich genau was los ist. Sie handeln aber nicht.

    Dies ist der springende Punkt. Und eine genaue Untersuchung, was zu diesen Unterlassungen führt, wäre sinnvoll, um eine wirksame Prophylaxe und effektive Interventionsstrategien zu entwickeln.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ich kann gut nachvollziehen, dass auch viele Opfer an der Vorstellung festhalten, man hätte oder habe ihnen nicht geglaubt. Das ist irgendwie angenehmer als anzuerkennen, dass man den Verantwortlichen ziemlich gleichgültig war. Aber so sind Menschen nun mal. Elternschaft ist erstmal ein rein biologischer Vorgang. Über die soziale Befähigung für Kinder Sorge zu tragen sagt das noch rein gar nichts aus

  • P.

    |

    @ Angelika Oetken

    … oder man räumt einer bestimmten Gruppe, in diesem Falle Männern Sonderrechte in Bezug auf das ein, was fraglich bzw. unglaublich erscheint. ….

    Ich finde , dass zum ‚Thema Herrenrecht die Herrschaften in Regensburg eben bis heute machen was Sie wollen.

    Bis heute wird zum Thema Missbrauch und Gewalt bei den ehemaligen Domspatzen geschwiegen. Themen werden so derart in die Länge gezogen, und viele viele warten draußen eigentlich auch heute immer noch auf einen Abschlußbericht von dieser Institution Regensburger Domspatzen.

    Wie bei der Odenwaldschule haben die Regensburger Domspatzen auch heute noch Ihr System. Diese Institution schweigt heute noch immer ausführlich, und Schuld daran sind dann immer immer die anderen. …
    Diese derartige Kasanierung dort in diesem kath. Internat lebt bis heute dort in Regensburg.
    Die , die heute zum Thema Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen ausführlich schweigen, ( siehe auch die Odenwaldschuld ) tragen heute in unserer Gesellschaft dazu bei, das alles , wie seit vielen Jahrzehnten schon , eben heute so ausführlich weiter geführt wird.
    ‚Bemerkenswert sind wieder die Vielzahl der Reisen und Konzerte draußen.

    http://www.domspatzen.de/de/chor/aktuelles/detail/article/domspatzen-magazin-nr-49.html

    DSM_Nr._49_-_August_2014_Online_korrigiert.pdf

    Klar muss man dieser Institution heute auch eine große Chance einräumen, aber dafür muss man heute auch ausführlich etwas tun.
    Man muss auch einmal diese homosexuellen Betreuer oder Präfekten heute endlich auch wirklich austauschen. ( am besten alle Posten mit Frauen besetzen ) Man muss auch einen großen Strich ziehen , und heute auch wirklich neu beginnen wollen.

    Seit über 4 Jahren wird alles so derart in die Länge gezogen.
    Die damaligen Opfer , die Domspatzen heute und deren Eltern, werden auch – bis heute noch belogen und belogen.
    Zitat eines Mitarbeiters der Regensburger Domspatzen:
    Die Domspatzen von Etterzhausen gehören nicht zu uns!
    Leute , bis heute gibt es dort in Etterzhausen immer noch eine Domspatzenstraße!
    Den damaligen Domspatzenopfern sollte man heute ein großes Denkmal setzen, denn diese haben wirklich dafür gesorgt, dass eben die Marke Regensburger Domspatzen
    heute auch noch groß Bestand hat.

    http://idowa.de/zeitung/chamer-zeitung/artikel/2014/09/24/zur-erinnerung-an-den-papst-besuch-regensburger-csu-will-denkmal-in-der-altstadt.html

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/regensburg/artikel/csu-fordert-papst-denkmal/1124956/csu-fordert-papst-denkmal.html

    …ps… vieles erscheint heute unglaublich…und ,
    dort wo ein wille , da auch ein weg..

  • Angelika Oetken

    |

    @P.

    zum Thema „Geld verdienen mit den Domspatzen“: wo fließt das eigentlich hin?

    Was Missbrauchsprävention angeht: die sexuelle Ausbeutung von Kindern ist nicht von der sexuellen Orientierung oder dem Geschlecht eines Menschen abhängig. Sie ist vielmehr ein Ausdruck von schwerer psychischer Krankheit und/oder ernster emotionaler und sozialer Verwahrlosung. Je transparenter sich eine Einrichtung stellt, je mehr tragfähige Kontakte es nach außen gibt, desto besser sind die Kinder, die sie besuchen geschützt.

    Es ist aber gut möglich und sogar wahrscheinlich, dass die „Domspatzen“ pädokriminellen homosexuellen Männern besonders günstige Bedingungen bieten, Kinder sexuell zu missbrauchen.

    Möglicherweise haben die Verantwortlichen einen blinden Fleck was das angeht, da MäzenInnen vermutlich da ganz und gar blind sind. Aus persönlichen Gründen.

    Haben Chor und Schule ein Präventionskonzept was den Schutz der Sänger und Schüler vor Missbrauch betrifft?

    „…ps… vieles erscheint heute unglaublich…und ,
    dort wo ein wille , da auch ein weg..“

    Ich glaube, dass die Menschen sich heutzutage eher erlauben genauer hinzuschauen, da Adel und Kirche an Einfluss verloren haben. Überrascht dürften sie eher davon sein, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern nicht der Vergangenheit angehört. Sondern weit verbreitet. Wie eh und je.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • P.

    |

    @ Angelika Oetken,,

    Man liest hier immer sehr gute Informationen und gute Kommentare hier auf dieser Seite von Regensburg Digital.

    Vielen Dank!

    Hier möchte ich Ihnen allen noch einen guten Bericht ,2014 , ab Punkt 5.2 “ Sexueller Missbrauch “ , und 5.4 “ Sexuelle Gewalt “ hier auch empfehlen.

    Repräsentativbefragung zu Viktimisierungserfahrungen
    in Deutschland

    von Deborah F. Hellmann , 2014

    cu

    http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/FoB122.pdf

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken:
    Mal eine etwas kuriose Frage: Man hörte in der Vergangenheit bereits von sehr begüterten Personen die sich – in den 1960 – 1980er Jahren – mißbrauchsfähige Kinder fast schon „liefern“ liessen. Sollte da Geld geflossen sein, welches ganz besondere „Vermögen“ liegt hier auf Halde, und für welche – die RKK würde sicher sagen „unlauteren“ Zwecke – wurde und wird dieses verwendet? Vielleicht um eine Aufklärung zu verhindern, oder Personen (mund)tot zu machen? Vielleicht sogar um diesem Staat auch in anderer Weise zu schaden?

  • Angelika Oetken

    |

    Vielen Dank!

    Ich habe Ihren Hinweis auf diese sehr interessante Erhebung an andere Opferaktivisten weitergeleitet.
    Schön, dass Herr Prof. Pfeiffer und sein Team sich nicht haben beirren lassen.

    Wir werden demnächst sicher wieder vom Projekt „Missbrauchsstudie“ hören. Wenn nicht durch die Auftraggebern selbst, dann sicherlich über Leute, die sich durch schöne Worte nicht täuschen lassen wollen und müssen… ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • P.

    |

    veronika ,
    verstehe deinen text nicht richtig , meinst du damit vielleicht einen bestimmten Ring ?
    schon der hammer!

  • Angelika Oetken

    |

    Ihre Frage ist überhaupt nicht kurios, sondern nur logisch.

    Das was Sie beschreiben, wird formaldeutsch als „Kinderhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung“ bezeichnet.

    Hintergrund: wer einigermaßen lebensklug ist, wird natürlich den Beteuerungen der Verantwortlichen, man „habe nichts gemerkt“ oder „nichts gewusst“ keinerlei Glauben schenken. Der Missbrauch geschah meistens quasi vor aller Augen. Einige Opfer haben hier im Forum davon berichtet, dass sich ihre Angehörigen damals für sie eingesetzt haben und regelrecht abgeblitzt sind.

    In Wirklichkeit ist es dort, wo in stärkerem Maße missbraucht wird als anderswo so, dass es allerlei Profiteure der sexuellen Ausbeutung gibt. Sei es durch direkte Geldzahlungen oder indirekte Vorteile. Das können geschäftliche oder soziale Bindungen sein, Vermittlung von Posten und Einfluss oder auch eben nicht „verpfiffen“ zu werden.
    Zudem: gibt es begabtere, willfährigere Kriminelle als MissbraucherInnen? Wenn Sie innerhalb einer Organisation etwas erreichen wollen und es mit der Moral und den Gesetzen nicht all zu genau nehmen, dann brauchen Sie genau solche GefährtInnen.

    Falls Sie Zeit oder Lust haben, die Berichterstattung über den Missbrauch an Odenwaldschule durchzulesen: da lief es ähnlich wie bei den Domspatzen und in Etterzhausen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ist das hier Zufall?!?
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/mordfall-baumer-neuer-verdacht-gegen-ex-verlobten-1.2164254 (Christian F. ist ein ehemaliger Domspatzenschüler, der Junge, den er missbraucht haben soll auch)

  • P.

    |

    @ Angelika Oetken,

    wenn das wirklich mit diesem Ring stimmt , eben der Wahrheit entspricht , dann fällt mir zu diesem Thema wirklich nichts mehr ein. Vor vielen JAhren verschwand doch auch dieser Junge Stefan lLamprecht in Berlin , wo demnächst eine Sendung bei Aktenzeichen XY kommt.
    Siehe link..
    Wir jagen den Mörder von Stefan Lamprecht.
    Siehe neue Aktenzeichen XY Sendung im ZDF am 29.10.2014 um 20.15 Uhr
    http://www.mdr.de/kripo-live/lamprecht102.html

  • Angelika Oetken

    |

    @P.,

    nicht jeder aus den Reihen der Institutionen Involvierten muss gleich ein Pädokrimineller sein. Aber bestimmte Strukturen und Einstellungen fördern kriminelles Handeln. In solchen Organisationen und ihrem Umfeld, wie sie beispielsweise die Odenwaldschule, das Aloisiuskolleg oder eben der Domspatzenchor darstellen finden Kindesmissbraucher super Bedingungen vor und rotten sich dort zusammen.
    Weil sich die Ziele und Vorgehensweisen der Pädokriminellen mit etlichen der Akteure in den Institutionen decken, nisten sich die Missbraucher dann dort dauerhaft ein.

    Was den Mord an Stefan Lamprecht angeht: ich hoffe sehr, dass die Ausstrahlung der Sendung dazu beiträgt, den oder die Mörder zu finden. Sicherlich haben sie auch andere Kinder auf dem Gewissen. Und wahrscheinlich laufen sie noch frei herum.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • P.

    |

    @ Angelika Oetken,

    das meine ich , diese Typen laufen noch herum. Es gibt sogar Hinweise vom Geheimhienst
    und so weiter. Auch bin ich zuversichtlich dass da einige Erfolge mit der Sendung Aktenzeichen XY kommen werden,.

    — Für diesen Fall interessiert sich jetzt auch der ehemalige Verbindungsoffizier zwischen dem früheren sowjetischen Geheimdienst KGB und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR, Wanja Götz. «Ich befasse mich deshal mit dem Fall, weil ich der festen Überzeugung bin, dass jene Täter, die an der Verschleppung Manuel Schadwalds beteiligt waren, auch für die Ermordung von Stefan Lamprecht verantwortlich sind. In beiden Fällen spielen geheimdienstliche Interessen eine große Rolle. Es gibt Erkenntnisse, wonach sowohl Manuel Schadwald als auch Stefan Lamprecht von einflussreichen Persönlichkeiten missbraucht worden sind. Entsprechendes Fotomaterial wurde dann zur Erpressung genutzt.»

    Nach Aussagen der Familie des ermordeten Lamprecht hatte sich der Junge in seiner Heimatstadt ein halbes Jahr vor dem Mord verändert. Seine Stiefschwester Nancy: «Er schlitzte plötzlich seine Kuscheltiere auf und klebte Totenköpfe an die Wand.» —–
    -siehe link–

    http://nieuwsarchief.skynetblogs.be/tag/kinderpornographie+manuel+schadwald+morkhoven+vervloesem+stasi

    http://www.duwirstvermisst.de/magic_viewtopic.php?f=39&t=4899

  • Angelika Oetken

    |

    Dass sich pädokriminelle Aktivitäten ganz hervorragend zur Erpressung aber auch zur „Entlohnung“ von irgendwelchen Leuten eigenen, liegt ja auf der Hand.

    Nicht umsonst hatten einige Leute in der Nacht des Mauerfalls nichts Besseres zu tun, als fleißig und ganz allein Akten zu schreddern… wohl wissend, dass die Gegenseite sicherlich auch was gebunkert hat. An neutralen Orten. Da wo man gemeinhin das veruntreute Geld, Kunstwerke oder irgendwelche wertvollen Papiere in Schließfächern aufbewahrt.

    Und wer einer Organisation angehört, die andere entführen, vergiften oder verschwinden lässt, wird natürlich auch nicht davor zurückschrecken, Kinder einzufangen, um sie für solche Verbrechen ausbeuten oder sogar töten lassen zu können. Das wird dann heimlich gefilmt oder fotografiert und schon hat man jemanden in der Hand.

    Es gibt ja grob gesagt zwei Sorten von Pädosexuellen: die einen sind von einer Art Geisteskrankheit befallen, die zwar einen suchtartigen Charakter hat, aber keine physischen Spuren bei dem Gestörten hinterlässt. Der Pädosexuelle befindet sich an der Grenze zur Psychose. D.h. es muss jederzeit damit gerechnet werden, dass er dekompensiert, im Volksmund „überschnappt“.
    Bei der zweiten Sorte handelt es sich um das übliche Gelumpe, das aus seinem kriminellen Charakter heraus Verbrechen begeht. Da etliche der dazu notwendigen Eigenschaften auch an die Spitze der Gesellschaft führen können – und nicht nur in den Knast, wo wir diese Typen auch zu Hauf vorfinden – gibt es Gewohnheitsmissbraucher natürlich auch ganz oben.

    Und: es gibt ja Experten, die die These vertreten, dass wir in Führungspositionen überdurchschnittlich viele Psychopathen finden http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-05/psychopathen-interview-psychologe-jens-hoffmann

    Nun ist natürlich nicht jeder Chef ein Kindesmissbraucher ;-)

    Aber Pädokriminelle kennzeichnet ihr Mangel an Mitgefühl für ihre Opfer. Nicht zu verwechseln mit „Empathie“. Solche Leute fühlen sich gut in andere hinein, aber nur um sie zu manipulieren.

    Und da fallen mir ein paar „Very Important People“ ein, denen ähnliche Eigenschaften zugeschrieben werden…

    Wer Kinder sexuell foltert, um sie dann zu töten, ist auf jeden Fall ein Sadist. Ein sadistisch gestörter psychopathischer Pädosexueller.

    Und solche Leute sind häufig so gut angepasst, dass nur jemand mit viel Erfahrung merkt, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Und dann muss diese Person es auch noch schaffen, andere davon zu überzeugen, etwas gegen den gefährlichen Psychopathen zu unternehmen. Was aber, wenn der eine mächtige Führungsfigur ist?

    Einen hohen Politiker, Wirtschaftsboss, einen Kardinal, einen bekannten Medienhelden, einen gefeierten Sportmanager? Wer soll den stoppen?

    Das können nur Leute, die sich extrem gut vernetzen und absichern. Und die müssen sich erstmal finden.

    Aber die gibt es.

    Übrigens holten sich VIPs in der BRD der 50er- 70er Jahre ihre Opfer aus Kinderheimen. Häufig aus konfessionellen. Denn die dortigen Betreiber redeten sich selbst, ihrem Umfeld und den ihnen ausgelieferten Kindern ein, diese seien „sündig“ und hätten nichts Besseres verdient, als sexuell missbraucht und für übelste Dinge verkauft zu werden.

    Angeblich existierte ein Pendant in der DDR. Dort traf es die Kinder von so genannten „Republikflüchtlingen“.

    Im Westen wie im Osten also Kinder, die niemanden hatten, der sie beschützte.

    In den Foren der Ehemaligen Heimkinder findet man Hinweise darauf. Oder wenn man sich mit Menschen unterhält, die lange in Kinderheimen interniert waren.

    Ich gehe davon aus, dass die gern kolportierte Mär von der „Opferpersönlichkeit“ (1) von den Leuten mit genährt wurde – und wird – die hinter diesem organisierten Kinderhandel stecken. Und der sich bis in die heutige Zeit fortgepflanzt hat.

    Etwas Vergleichbares gibt es heute auch noch. Aber nicht mehr so straff organisiert wie damals.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    (1) ich tausche mich mit etlichen anderen Missbrauchsopfern aus. Und lese nahezu täglich alles Mögliche zum Thema. Die Betroffenen waren sicherlich als Kinder alle sehr unterschiedlich. In Folge der Missbrauchserfahrungen haben dann viele davon eine überdurchschnittliche Skepsis gegenüber anderen Menschen entwickelt. Manche haben auch Zeichen psychischer Krankheiten davon getragen. Aber grundlegende Persönlichkeitsstrukturen, die sie schon als Kinder zu Opfern prädestinierten gab es nicht. Das wird u.U. in Rückschau so wahrgenommen. Denn Kinder sind nun einmal bedürftig, verletzlich und zutraulich. Genauso wie sie alle auch unabhängige, robuste und freche Seiten haben. Was aber so gut wie immer im kindlichen Missbraucherumfeld vorhanden war: fahrlässige, eiskalte, widerlich egoistische oder unglaublich dumme und leichtsinnige Erwachsene, die den Missbrauch zuließen. Oder sogar förderten.

  • Helmut S.

    |

    @ P., @ Angelika Oetken und Mitlesende

    hier noch weitere Artikel, welcher Wolfgang Blaschka (WOB) im Kritischen Werk veröffentlichte.

    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/dokumentation-sexuelle-gewalt-der-katholischen-kirche

    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/katholische-kirchenkriminalitaet-stockschlaege-und-stossgebete

    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/vergewaltigungen-und-pruegelstrafen-bei-den-regensburger-domspatzen

    Auf unserer Seite gibt es zahlreiche kirchen-kritische Artikel.

  • Malis

    |

    Hallo!
    Hut ab und großen Respekt vor den ehemaligen Regensburger- Domspatzen! Das Sie den Mut hatten an die Öffentlichkeit zu treten. Ich würde mir wünschen, das dies erst die Spitze des Eisberges ist. Das all den Jungs den das Gleiche wieder fahren ist, Mut bekommen haben, auch an die Öffentlichkeit gehen und den Sexsullen- und Kindesmissbrauch öffentlich machen. Schließt Euch zusammen! Denn die Masse macht´s. Denn dann kann muss auch der Papst endlich Stellung dazu beziehen. Denn wen Er Sein Gesicht und Seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren will, dann muss Er spätestens dann Stellung dazu beziehen. Dann kann Er nicht mehr den Mantel des Schweigens über das Geschehen decken. Denn im Vertuschen und nur so fiel der Öffentlichkeit preis geben, dass der Hass nicht noch größer gegen Sie wird. Ich vertrete die Meinung, alle Organisationen die das Vertrauen der Bürger(rinnen) genießen, sollten dazu verpflichtet sein, warheits gemäß Rede und Antwort zu stehen! Auch unsere Politiker! Was haben die Kartohlischekirche und unsere Politiker gemeinsam? Immer dann wenn Sie zu Fragen die Ihnen unangenehm sind Stellung zu beziehen, schicken oder verweisen Sie auf Ihre Anwälte. Die Meisten von Ihnen, so wie ich auch, sind dazu erzogen worden, zu Ihren Fehlern zu stehen und Verantwortung zu tragen. Dieses sollte ganz besonders für diese Menschen gelten, die Öffendlicharbeit betreiben. Denn nicht ohne Grund ist der Ausstieg aus der Katolischkirche so groß und das Vertrauen auch in der Politik bei beiden gesunken. Darüber sollten Sie sich Gedanken machen.

    Weihnachten ist noch gar nicht lange her. Die Geburt Jesu Christus der Sohn Gottes ist Mensch geworden. Nicht in einem Schloss ist er geboren worden, als Sohn eines Königs. Ob wohl es Ihm standesgemäß zu gestanden hätte. Der Königssohn des aller Höchsten, der ist als armes

  • Angelika Oetken

    |

    „Schmitt: Nö. In einem Internat mit 400 Jungen passiert auch sehr viel, was mit Disziplin gar nichts zu tun hat. (lacht) Aber viel Musikalität habe ich erfahren. Ich war noch zu Zeiten von Domkapellmeister Georg Ratzinger dort. Der war ein Verfechter großer Reinheit, von Stil und einer ganz großen Piano-Kultur. Es hat sich bis heute tief in mir verwurzelt. Aber man hat bei den Domspatzen ganz klar auch gelernt, dass Kunst sehr viel mit Arbeit, Fleiß, Kontinuität zu tun hat. Für mich war das gut. Das kann man aber bestimmt nicht für jeden sagen.

    Maximilian Schmitt ist Deutschlands Tenorhoffnung – | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
    http://www.derwesten.de/kultur/maximilian-schmitt-ist-deutschlands-tenorhoffnung-id10214414.html#plx634498041

  • Barbara Weideneder

    |

    Ich spreche den 4 mutigen Männern meine Hochachtung aus. Gerade im heutigen Zeitgeist des matriarchats ist ihre Tat doppelt-ehrlich. Welcher Mann („Männlein“) wagt heute so etwas !
    Ich habe letztes jahr die RKK verlassen. Ich habe als Mädchen und auch Frau große Diskriminierung innerhalb der RKK erfahren, v.a. in Niederbayern, meiner Herkunftsfamilie. Die Menschen in Deutschland sind dumm und ignorant, sie müssten
    s o f o r t alle aus der Kirche austreten. Die RKK hat den namen Kirche nicht mehr verdient, auch von staatlicher Seite müßte gegen sie vorgegangen werden. Deutschland duldet und erlaubt gegen jegliches Recht und Gewissen Machmissbrauch auf allen
    Ebenen bei der RKK.
    Mein name ist Barbara Weideneder.

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