SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 29. März 2008

In der Grünfläche vor der „Gemeinschaftsunterkunft” für Asylbewerber in der Plattlinger Straße liegt eine tote Ratte. Alltäglich. Schwerkranke Mutter sitzt seit dem 13. März in Abschiebehaft. Es geht um Gesetze. Die besagen – in den Augen der Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der Ausländerbehörde: Es ist alles rechtens. Deshalb ließ man am 13. März die Verhaftung vornehmen. Es geht um Zahlen. In Regensburg gibt es rund 220 Flüchtlinge. Ein Promille der Stadtbewohner. Wenn alles der üblichen Praxis entsprechend läuft, ist es am Dienstag einer weniger. Eine. Frau J., 42, geschieden, ein Sohn. Vor etwa zehn Jahren ist Frau J. mit ihrem Mann nach Regensburg gekommen. Hier hat sie längere Zeit gearbeitet. Ihr Sohn hat hier geheiratet. Nach ihrer Scheidung ging Frau J. nach Gütersloh. Dort leben ihre Schwester und deren Mann. Vor einigen Monaten dann ist Frau J. untergetaucht. Die aus dem Kosovo stammende Frau hatte Angst vor der drohenden Abschiebung. Am 13. März hat man sie dann in Regensburg bei ihrem Sohn und seiner Frau geschnappt. Seitdem sitzt sie in der Justizvollzugsanstalt Regensburg. Sie teilt sich ihre Zelle mit sechs anderen Frauen. Die wurden wegen Drogen verhaftet. Frau J. hat Angst vor körperlicher Nähe. Sie zittert sehr oft. Eine Mitarbeiterin des Regensburger Frauenhauses, in das Frau J. vor ihrem gewalttätigen Mann flüchtete und in dem sie fast ein Jahr lebte, schreibt: „In der Frauenhaus-Zeit war Frau J. auch weiterhin sehr verängstigt, depressiv und hatte Panikattacken.” Sie habe „Todesangst” vor ihrem Ex-Mann gehabt. Der hat sie jahrelang misshandelt und gedemütigt. Frau J. gilt als stark selbstmordgefährdet, leidet unter Migräne und Bluthochdruck. Das UN-Flüchtlingswerk rät von Abschiebung ab „Die Abschiebung nach Serbien wird sie nicht überleben”, ist sich Marion Puhle vom Regensburger Flüchtlingsforum sicher. Frau J. ist Roma. In Serbien eine Minderheit. Angehörigen dieser Volksgruppe bescheinigt das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen, dass sie dort „in vielfacher tatsächlicher Hinsicht, aber auch unter rechtlichen Aspekten ohne Schutz” sind. „Heutzutage leben viele von ihnen in einer kläglichen Situation, oftmals unterhalb jeglicher menschlicher Würde”, schreibt das UN-Flüchtlingswerk weiter. Von einer Abschiebung nach Serbien wird ausdrücklich abgeraten. Die Abschiebung nach Serbien – so wurde Frau J. am Donnerstag mitgeteilt – findet am Dienstag statt. Wenn alles entsprechend der üblichen Praxis verläuft und die Ausländerbehörde Gesetze vollzieht. Um die geht es nämlich, nicht um Menschen. Mehr lesen Sie am Montag

Der GU-Leiter und Menschen, die sich Gedanken machen sollten

Ich würde mir Gedanken machen. Wenn ich Weitspringer wäre und bei meinem Sprung zur Goldmedaille in einer Sandgrube landen würde, in der wenige Wochen zuvor Menschen hingerichtet wurden. Das wird in chinesischen Stadien vor großem Publikum gemacht, um eine „harmonische Gesellschaft” aufzubauen und „unerwünschte Elemente” loszuwerden. Ich würde mir als Sportler Gedanken machen, wenn mir […]

Bilanz: Mehr Tote und Schnapszahlen

„Im langjährigen Vergleich noch auf einem niedrigem Niveau” sind die tragischen Folgen bei Verkehrsunfällen in den Augen des Leitenden Polizeidirektors Rudolf Kraus. Bei der gestrigen Vorstellung der Verkehrsbilanz 2007 musste Kraus dennoch 59 Verkehrstote vermelden, sieben mehr als im Vorjahr. Auffällig: Der Anstieg bei der Zahl der getöteten Fußgänger, die sich von sechs auf 14 […]

Kunstkammer Hammer

Galerie Hammer –Ein Ausflug ins Regensburger Beauvoir-Zentrum. Es hat sich längst herumgesprochen und erst jüngst widmete „Der Spiegel“ der Tatsache zwei Seiten, und es gehört fast schon ins Kunst-Regensburg wie Donauschule und „Ostdeutsche“ – das künstlerische Vermächtnis von Hélène de Beauvoir, das in der Galerie Hammer in der Unteren Bachgasse 6 verwaltet und gepflegt wird. […]

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