Der GU-Leiter und Menschen, die sich Gedanken machen sollten

Ich würde mir Gedanken machen. Wenn ich Weitspringer wäre und bei meinem Sprung zur Goldmedaille in einer Sandgrube landen würde, in der wenige Wochen zuvor Menschen hingerichtet wurden. Das wird in chinesischen Stadien vor großem Publikum gemacht, um eine „harmonische Gesellschaft” aufzubauen und „unerwünschte Elemente” loszuwerden. Ich würde mir als Sportler Gedanken machen, wenn mir untersagt wird, die Olympischen Spiele in China „für politische Äußerungen zu missbrauchen”, während die Olympischen Spiele in China selbst schon politischer Missbrauch sind. Der GU-Leiter und Menschen, die sich Gedanken machen sollten Ich mache mir Gedanken, weil in meiner direkten Nachbarschaft 220 Menschen leben, die von einigen Bürokraten wie „unerwünschte Elemente” behandelt werden. Denen 6,76 Quadratmeter pro Person in einer „Gemeinschaftsunterkunft” zur Verfügung stehen – wenn genug Platz ist. Die – wenn überhaupt – 40 Euro „Taschengeld” pro Monat bekommen. Und Essenspakete. Die keine eigene Klingel haben, weil sie in einer „Anstalt öffentlichen Rechts” leben und das „Anstaltsrecht” anscheinend eigene Klingeln verbietet. Die keinen eigenen Briefkasten haben, sondern sich ihre Post beim „GU-Leiter” abholen müssen. Die von heute auf morgen abgeschoben werden können. Ich mache mir Gedanken darüber, dass es nicht nur Gesetze gegen Menschen gibt, sondern auch Menschen, die solche Gesetze umsetzen. An deren Stelle würde ich mir Gedanken machen. …(ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (7)

  • Daniela Camin - Heckl

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    Machen wir uns also Gedanken um Menschen, die glauben unpolitisch zu sein. Sie begegnen nd begegneten mir immer wieder.> Politik, ich weiß nicht, kann ich nicht sagen. Ich bin unpolitisch.>, so oder ähnlich die Aussagen.

    Allerdings, bekennen dann unsere >unpolitischen Mitmenschen>, dass mit der Mehrwertsteuererhöhung, mit der Kilometerpauschale für Berufspendler, die aufgeblähte Bürokratie usw., nun ja, da hätten sie schon eine Meinung dazu. Also doch eine Meinung zur Politik?

    Am besten jedoch gefallen mir nach wie vor die Mitarbeiter in Ämtern und Behörden. Warum, werden Sie sich jetzt sicherlich fragen. Da bekomme ich eigentlich bei Kritik oder Anfragen regelmäßig zu hören: „Wir arbeiten hier, wir müssen die Gestze nur anwenden, die Bestimmungen nur kennen, ob wir das für richtig halten, ist hier nicht gefragt.“
    Und da haben sie recht unsere Mitmenschen, die auf Ämter und Behörden arbeiten.

    Es ist nicht gefragt, was der Gesetze Anwendende oder Umsetzende denkt oder fühlt. Es ist nicht gefragt, ob der GU- Leiter der Ansicht ist, ob ein Mensch ein Recht auf einen eigenen Briefkasten hat oder nicht. Es ist auch nicht gefragt, was die MA in Einrichtungen von „Taschengeldregelungen“ oder „Essenspaketen“ halten. Sie tun, was in den Gesetzen und Leitfäden steht. Dafür und nur dafür werden sie bezahlt.

    Machen wir uns also keine Gedanken über die gesetzumsetzenden Menschen, sondern über die Gesetze selbst.

    Werden wir Gesetze ändern können, dadurch, dass wir uns politisch zeigen, den Gesetzgeber erklären, wir sind mit ihm (in diesem Punkt/ Gesetz) nicht einer Meinung, können wir ganz automatisch auch den Umgang der Menschen mit den Menschen ändern?

    Darüber sollten wir uns Gedanken machen. Veilleicht sollten wir uns aus unserer Trägheit bewegen und uns aufmachen und erklären, dass wir als Bürger schon der Ansicht sind, dass ein Mensch, nach unserer Ansicht, ein Recht auf einen eigenen Briefkasten, eine eigene Klingel und auf eigene Essensgewohnheiten und Geschmäcker sowie auf Privatsphäre hat?

    Oder geht uns das Ganze einfach nichts an, weil wir davon nicht selbst betroffen sind und vielleicht nie betroffen sein werden?
    Wann also beginnt das „Mit – Mensch-liche“?

  • Ulrich Perchermeier

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    @ Frau Camin-Heckl:
    Da haben Sie recht. Die Liste der Nichtdenker können wir erweitern: Die Kreditsachbearbeiter bei den Banken z.B. Die setzen um, was ihre Chefs ihnen vorgeben. (Damit die genügend Geld haben, um das ihrerseits in den Sand zu setzen?)
    Die Olympischen Spiele zu missbrauchen, um politische Diskussionen zu führen ist – aus meiner Sicht – falsch. Die Politik ist gefragt und die Wirtschaft, um Missstände anzuprangern und geeignete Massnahmen zu finden, den Menschen zu helfen. Aber die US-Amerikaner haben China ja gerade erst – betreffend die Menschenrechtsverletzungen – wieder besser eingestuft. Noch ein Versehen? Oder vielleicht gar keine Gedanken darüber gemacht?
    Na, wenigstens nehmen Bu-ka und -prä nicht teil an der Eröffnung: aber nicht, um ein politisches Signal zu setzen, sondern weil sie keine Zeit haben. Klare Aussage für die Chinesen und klare Aussage für den GU-Leiter. Klare Aussage für die Miet-Menschlichkeit

  • Daniela Camin - Heckl

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    Die „Miet- Menschlichkeit“ unserer gesponserten Olympiateilnehmer. Stellen Sie sich doch einmal vor, um wie viele Sponsoren- und Werbeverträge wir unsere Sportler für Olympia bringen würden, würden wir fordern, dass sie zu Hause bleiben, angesichts der chinesischen Politik?
    Wie viele Gelder würden nicht fließen, wenn die Deutschen sagen würden, aber nicht mit uns?
    Teuer erkaufte Übertragungsrechte und keiner schaut Olympia? Stellen Sie sich das einmal vor, keiner kauft Artikel von Sponsoren der Olympiateilnehmer in China? Der deutsche „Kaufboykott“ wegen Menschenrechtsverletzungen in China?

  • Carola

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    Ich muss schon sagen, das ich mich sehr wundern muss, was sie hier schreiben Frau Heckl.
    Wie ich bereits in dem Artikel:
    „Wie Ratten behandelt Frau J. wird abgeschoben“
    gelesen habe, schreiben sie meiner Meinung nach (ohne sie jetzt persönlich angreifen zu wollen)
    ein ziemliches durcheinender. Für mich ist nicht ersichtlich was sie im grunde meinen.

    Wenn jemand abgeschoben werden soll in ein Land, in dem er mit großer warscheinlichkeit sterben würde, in dem er die schlimmsten Dinge erlebt hat die man sich vorstellen kann, oder wie jetzt in diesem Artikel steht, man anscheinend keinerlei Recht auf Meinungsfreiheit hat
    (was man ja in der letzten Zeit oft genug in den Nachrichten gehört und gesehen hat).

    Da kann man froh sein das Leute gibt, die sich um sowas kümmern und nicht nur wegsehen.

    Auch die Kommentare an Frau Puhle sind für mich nicht ersichtlich. Der Verfasser wird als Stefan Aigner angegeben und nicht als Frau Puhle da könnte man meinen das sie blindlinks geraten haben wer dafür verantwortlich sein könnte?

    Von einer politisch aktiven Frau bin ich davon sehr überrascht.

    Mfg Caro

  • Carola

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    Sehr nett,

    Wäre aber besser wenn der Link dann auch funktionieren würde (Fehler 500
    HTTP Web Server: Lotus Notes Ausnahme – Note item not found).

    Mfg

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