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Tierschutz bizarr

PETA blau

Was hat der Spitalgarten in Regensburg mit der Überfischung der Meere zu tun? Das wissen auch die Aktivisten von PETA nicht so genau. Sie haben dazu aber trotzdem eine Pressemitteilung geschrieben. Als Bulette, Hähnchenschenkel oder Rindersteak verkleidet legen sie sich in Fußgängerzonen. Sie kritisieren US-Präsident Obama, weil der vor laufenden Kameras eine Fliege meuchelte. Sie wollen die bayerische Gemeinde Finning umbenennen, weil das Haifische diskriminiert und Fischen im Allgäu, weil der Name Massenmord verherrliche. Wenn es um den Schutz von Tieren geht, greifen die Aktivisten der Tierschutzorganisation PETA bisweilen zu – gelinde gesagt – recht grotesken Methoden. Unvergessen ist die Kampagne „Der Holocaust auf ihrem Teller“, bei der auf Plakaten Ferkel in Schlachthöfen neben Juden in Konzentrationslagern gezeigt wurden. Mensch und Tier sind eben ein und dasselbe. Und wer das nicht versteht, der ist ein Speziezist, flapsig ausgedrückt: ein Rassist gegenüber Tieren. Ein Tier, dem sich PETA in einer aktuellen Pressemitteilung besonders widmet, ist die Forelle, beziehungsweise eine ganz speziell zubereitete Forelle. Unter der Überschrift „Forelle macht blau“, hat PETA deutschlandweit über 50 Lokale aufgefordert hat, das Gericht „Forelle blau“ von der Karte zu nehmen und stattdessen doch Tofu anzubieten. Bei den Rezepten sei man gerne behilflich.

Gibt es in Regensburg kein Fischlokal?

Für PETA ist diese Aktion sicher nichts Ungewöhnliches und sogar vergleichsweise harmlos. Dass in Regensburg aber just der Spitalgarten zu den Empfängern des PETA-Schreibens gehört, überrascht dann doch etwas. Ist der doch – gerade jetzt zur Biergartenzeit – weniger für seine Fischkarte, denn für Schweinshaxen, Milzwurst und Nackensteaks bekannt. Offenbar gibt es in Regensburg keine richtigen Fischlokale, auf die diese für bundesweite Zwecke konzipierte Pressemitteilung von PETA passen würde und so schnappt man sich eben einen Biergarten, auf dessen Karte man ein Fischgericht ausgemacht zu haben glaubt. Kein Wehklagen über die gemeuchelten Ferkelchen und Kälber, die dort tagtäglich auf den Tellern landen, nein: der Forelle gilt das Hauptaugenmerk. Deshalb kommt in der PETA-Mitteilung auch eine hauseigene Meeresbiologin zu Wort, die manch Wissenswertes zur Überfischung der Meere mitteilen kann. Von dort kommen die im Spitalgarten – übrigens nur zur Wintersaison servierten – Forellen zwar nicht (die stammen aus Regenstauf), aber wenn Mensch schon gleich Tier ist, dann ist Fisch auf jeden Fall gleich Fisch und Meer gleich Bächlein oder Teich.  Den Fisch wird es – in Form der Forelle – übrigens auch künftig im Spitalgarten geben. Jetzt bleibt das Warten auf die als Forellen und Fischstäbchen verkleideten Aktivisten.
Verwaltungsgericht knöpft sich Flüchtling vor

Drei Stunden Kreuzverhör

Es ist kein schöner Termin für Oberregierungsrat Stahnke. Aber irgendwie ist es auch Alltag. Im Auftrag des Bundesamts für Migration (BAMF) soll er am Dienstag das Asylbegehren eines Flüchtlings abschmettern. In Regensburg läuft das normalerweise recht erfolgreich.

Vortrag: 20 Jahre Rostock-Lichtenhagen

Als Deutschland ein Grundrecht abschaffte

Es waren die größten pogromartigen Ausschreitungen in Deutschland seit der Reichskristallnacht: Ende August jährt es sich zum 20 Mal, dass ein rassistischer Mob in Rostock sich über Tage vor einer Flüchtlingsunterkunft zusammenrottete und schließlich ein Gebäude anzündete. Ein Vortrag am Donnerstag lässt die Ereignisse Revue passieren.

Morgen, Regensburg!

Bürgermeister Gaga

„Eigentlich ist es egal, weswegen Du in der Zeitung stehst. Hauptsach’, Du stehst in der Zeitung!“ So lautet der Rat, den ein altgedienter Regensburger CSU-Stadtrat in kleiner Runde schon mal jüngeren Polit-Einsteigern mit auf den Weg gibt. „Wenn dei Gsicht koaner kennt, hilft Dir de ganze Politik nix.“

Polizisten: Opfer und Täter

Die Gewalt steigt auf beiden Seiten

Die Statistik ist noch recht neu: Zum zweiten Mal hat das Bayerische Innenministerium am Dienstag das „Lagebild“ zur Gewalt gegen Polizeibeamte vorgestellt. Das Fazit dabei: Die Tendenz zeigt nach oben. Die Oberpfalz liegt dabei weitgehend im Trend. Was allerdings ebenfalls deutlich zunimmt, sind die angezeigten Übergriffe durch Polizeibeamte.

Selbständiger klagt auf Schadenersatz

Brückenbrand soll vors Verfassungsgericht

Der Schuldige ist klar. Darüber gibt es nichts zu streiten. Dennoch bleibt ein Selbständiger auf einem Schaden von 18.000 Euro sitzen, der ihm beim Brand der Protzenweiherbrücke entstanden ist. Schuld sind die Untiefen des Binnenschifffahrtsgesetzes. Seine Rechtsanwältin will bis vors Verfassungsgericht.

LKW mit brauner Ladung

NPD-„Flaggschiff“ säuft in Regensburg ab

Einen Schlägertrupp im Kofferraum, Schirme mit Stahlspitze als Bewaffnung: Die NPD kam am Mittwoch mit ihrem „Flagschiff“ nach Regensburg und stieß auf breiten und friedlichen Protest. Die Nazis zogen nach diversen Blockaden gefrustet ab. Gegen einen wird wegen Körperverletzung ermittelt. Er hat einem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Zentrale Plätze bleiben für Nazis dicht

NPD-Truck: Bürgermeister ruft zu Gegendemo auf/ UPDATE: Auch der OB „prüft Teilnahme“

Am Mittwoch fährt die verfassungsfeindliche NPD mit ihrem „Deutschland-Truck“ in Regensburg vor. Einen zentralen Platz für ihre Propaganda konnten die Rechtsextremisten allerdings nicht ergattern. SPD-Bürgermeister Joachim Wolbergs ist unterdessen aus der Verschwiegenheitsstrategie der Regensburger Stadtspitze ausgeschert: Er ruft auf seinem Blog zum Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch auf.

250 demonstrieren gegen Asylgesetze

„Wenn das keinen Menschen wütend macht, dann ist dies eine tote Stadt“

Etwa 250 Menschen haben sich am Samstag in Regensburg mit dem Protest-Camp der fünf iranischen Flüchtlinge solidarisiert. Bei einer Demonstration durch die Altstadt forderten sie unter anderem eine Abschaffung der Residenzpflicht und das Ende der Lagerpflicht für Asylbewerber. Wir dokumentieren die Reden von Houmer Hedayatzadeh und Omid Moradian.

Reise gegen Residenzpflicht

„Ein Apartheids-Gesetz“

Auf seiner Reise gegen die Residenzpflicht quer durch Deutschland ist der Iraner Mohammad Kalali am Mittwochabend in Düsseldorf eingetroffen. Er sagt: „Ich habe niemanden geschädigt. Ich habe nur ein Apartheids-Gesetz verletzt, das mir meine Freiheit nimmt.“ Ein kurzer Zwischenbericht.

Flüchtlingsproteste weiten sich aus

„Die Residenzpflicht ist mir scheißegal“

Die Forderung ist nicht kompliziert: Gleiches Recht für alle, auch für Flüchtlinge. Am Dienstag wird der Iraner Mohammad Hassanzadeh Kalali von Regensburg nach Bamberg reisen und damit für sein Recht auf Bewegungsfreiheit demonstrieren. Das darf er nicht, sagt der deutsche Staat. „Ich werde öffentlichkeitswirksam zeigen, dass mir die Residenzpflicht scheißegal ist“, schreibt er.

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