Bei Schlegl-Tourette braucht es keine Entschuldigung

Entschuldigungen. Wer sich entschuldigt, gesteht ein Fehlverhalten ein. Wer sich entschuldigt, drückt ehrliches Bedauern aus. Wer sich entschuldigt, zeigt Einsicht, Anstand, Stärke. Ein Beispiel aus der Praxis: Kanake. Das schreie ich, als gerade ein Kollege von mir das Büro betritt. „Es ist mir ein Bedürfnis, die Situation klarzustellen”, lasse ich meinen Vorgesetzten fünf Tage später wissen. Eine Mitteilung, die ein Graf des Anstands in der Regensburger Politik verfasst hat, nehme ich mir dabei zum Vorbild – und schreibe ab. Kanake. „Mit meiner Äußerung wollte ich niemand persönlich angreifen oder verletzten.” Kanake. „Meine Äußerung war nicht auf einen der Anwesenden bezogen, sondern ein, wenngleich sehr bedauerlicher, Kraftausdruck aufgrund der angespannten Situation.” Bei Schlegl-Tourette braucht es keine Entschuldigung Kanake. „Diskriminierendes Gedankengut oder Verhalten lag mir schon immer fern.” Kanake. „Weshalb gerade er das genannte Zitat auf sich bezieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Denn weder sein Name noch der einer anderen Person fiel in diesem Zusammenhang. Dafür gibt es Zeugen.” Kanake. „Ich bedauere, dass ich mich derart von ihm habe provozieren lassen.” Das wird meinen Vorgesetzten überzeugen. Denn merke: Bei Schleglschem Hau-drauf-Tourette reicht alles als Entschuldigung: Selbst windelweiche Ausflüchte. (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (13)

  • Barbara Junghans

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    Herbert Schlegl hat sich – angeblich – entschuldigt. Die sogenannte Entschuldigung sah keineswegs so aus, wie es unter zivilisierten Menschen üblich ist: Da geht man nämlich zu dem Betreffenden hin oder schreibt ihm einen höflichen Brief und drückt sein Bedauern aus.
    Nicht so Herr Schlegl. Der setzt noch eine weitere Unverschämtheit drauf, indem er behauptet, Dr. Rieger habe ihn „herausgefordert“. Aber selbst wenn das wahr wäre, was ich nicht glaube, weil ich Dr. Rieger als höflichen und besonnenen Menschen kennengelernt habe, besäße Herr Schlegl keinen Freibrief für seine Pöbelei.
    „Wie der Herre, so’s Gescherre“ – Herr Schlegl ist das Abziehbild des derzeit amtierenden OB und spiegelt dessen Stil im Umgang mit Menschen wider. Mir reicht’s jetzt endgültig!

  • Volke(r)s Stimme

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    Na, na, Frau Junghans,

    seien Sie doch nicht so herb in Ihrer Kritik! Schwören geht doch auch ganz gut mit verkreuzten Fingern im Rücken. Und das ist schwieriger als das Sich-entschuldigen-wollen ohne Einsicht und Reue.

  • Daniela Camin - Heckl

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    @Volke(r)s Stimme, korrigieren Sie mich bitte, wenn ich irre, aber in einen Ihrer vorangegangenen kommentare hatte ich gelesen, sie seien gar nicht aus Regensburg. Und denoch scheinen Sie betreffend der Herren Rieger und Schlegl H. sehr gut zu kennen. Und ich muss schon Frau Junghans recht geben, eine Entschuldigung sieht anders aus. Herr H. Schlegl ist ja auch schon im Stadtrat ggü. anderen Stadträten sehr „ausgeartet“. Herr Rieger fiel bisher als besonnen auf.

  • Marion Puhle

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    Liebe Leserinnen und Leser,
    langsam sollte man wriklich Überlegungen anstrengen, einige CSU – Mitglieder wegen rassistischer Äußerungen aus dem Stadtrat zu entfernen!
    Da gab es eine Äußerung des Herrn Rudolf Eberwein, der seinerzeit BI- Donaumarkt- Mitglieder im Stadtrat mit den Nazis verglich. Christian Schlegel lässt Ausländer im Flugzeug über dem Mittelmeer aussteigen! Herbert Schlegl attacktiert seine eigenen Mannen als „Kananken“.
    Rassistischer geht es nun wirklich nicht mehr.
    Hätte die CSU nur einen Funken Verstand, dann würde sie diese Elemente aus der Partei entfernen.
    Herrn Kollmer und Herrn Fürst Rechtslastigkeit vorzuwerfen, wobei diese bis heute nicht bewiesen sind, aber selbst rassistische Äußerungen von sich zu geben, läßt den Schluss zu, dass sie selbst Rassisten sind.
    Marion Puhle

  • Parteiloser

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    Wirklich eine tolle, aufrichtige Entschuldigung, die Schuld auf den bösen Franz Rieger zu schieben.
    Die Geschichte, dass Dr. Rieger Herrn Schlegl provoziert hätte ist ebenso glaubwürdig wie die Putenstory.
    Schlegl ist einfach nicht mehr zu helfen.
    Fragt sich nur, wo hier der Aufschrei der 7 Anständigen geblieben ist?
    Sind sie vielleicht einer Meinung mit Dr. Brenninger, dass es ebenso schändlich ist, Strafanzeige zu stellen? Wer weiss, wer weiss?
    Das Neutralitäts-/Moralgefüge ist hier schon sehr speiell gelagert!

  • Volke(r)s Stimme

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    Also, bei Wikipedia steht unter dem Begriff „Kanake (Schimpfwort“ Folgendes:

    „Kannakermann war im späten 19. Jahrhundert unter deutschen Seemännern eine verbreitete Bezeichnung für Kameraden aus Polynesien oder Ozeanien. Da diese im Ruf standen, besonders fähige und treue Kameraden zu sein, wurde dieser Begriff sowohl für diese Gruppe meist im positiven Sinne und oft auch als „Ehrentitel“ für besonders gute Kameraden europäischer Herkunft gebraucht.“

    Ganz sicher wollte der Fraktionsvorsitzende zum Kreisvorsitzenden doch sagen: „Da kommst Du daher mit Deinen besonders fähigen und treuen Kameraden“. Oder?

  • Reiner Gottl

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    Schlegl ist als Fraktionschef zurückgetreten. Als Begründung gab er an, dass er sich wünsche, dass der OB wieder OB wird. War er als Fraktionschef der Verhinderer, so dass er den OB in die Stichwahl geführt hat? Offensichtlich sieht der OB in Schlegl den Verantwortlichen für das Wahldebakel und hat ihn den Rücktritt nahegelegt. Die Gruppe (subversibles Netzwerk) um den OB wird immer dünner. Bald steht er alleine da. Zum Schluß wird er erkennen müssen, dass das auch nichts genützt hat.

  • Daniela Camin - Heckl

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    @Volke(r)s Stimme, nun leben wir aber im 21. Jahrhundert. Und unter „Schimpfwort“ steht:

    Auszug aus Wikipedia als selbe Quelle:
    -Kanake ist in neuerer Zeit allerdings eine extrem abwertende Bezeichnung für als Ausländer wahrgenommene Menschen mit südländischem Aussehen. In der Frühphase der Anwerbung von Gastarbeitern in den 1970er Jahren oft gegen Italiener, Spanier und Griechen verwendet, zielt der Ausdruck heute meist auf die sprachliche Diskriminierung von und die aggressive Abgrenzung gegenüber Menschen arabischer, türkischer, persischer, süd- und südosteuropäischer aber auch südostasiatischer Abstammung.

    Kanake wurde schon um 1900 im Berliner Gaunerjargon synonym zu Hanake verwendet. Unter einem „Hannaken“ verstand man einen groben, plumpen oder sogar niederträchtigen Menschen. Dies war auch eine Bezeichnung für die in Mähren angesiedelten Slawonen. Die Bezeichnung ist aufgrund der kulturellen Abgrenzung der deutschsprachigen Böhmen gegen die Minderheiten der tschechischen Volksstämme negativ besetzt. Es wird vermutet, dass daher die Ähnlichkeit zwischen den Wörtern Kanake und Hanake und die negative Besetzung des Wortes Kanake stammt.

    Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass im Bezug zu dem Wahlergebnis und Hinsichtlich der emotionalen Ergriffenheit des Herrn Schlegl, H. nun unbedingt „treue Weggefährten“ gemeint waren.

  • Barbara Junghans

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    In Norddeutschland lernte ich eine Charakterisierung kennen, die mir – ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum – in letzter Zeit immer wieder in den Sinn kam: „…als Mensch nicht zu gebrauchen – und als Schwein zu kleine Ohren.“ Sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind selbstverständlich rein zufällig und von mir nicht beabsichtigt. Möglichereweise belegt irgend jemand mich jetzt trotzdem mit dem Bannstrahl der „Nettikette“, aber ich habe ja niemanden damit gemeint!!!

  • Volke(r)s Stimme

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    Liebe Frau Junghans,

    oh, oh, ich sehe dunkle Wolken über Ihnen. Hätten Sie doch Ihrem Posting noch die Worte „Entschuldigung“ und „Ehrenwort“ angefügt! Diese sollten Ihnen doch in Regensburg leicht über die Lippen gehen.

  • Powerfull

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    2002 mußte Vanino gehen, weil es dem Erfolg des Chefs gefährlich wurde. Jetzt muss Herbert Schlegl gehen. Grund ist der, er („Hammer-Herbi?“, der Mann fürs Grobe) wurde zur Gefahr für den Erfolg der großen Johann Sch. Hoffentlich schicken die Regensburger am 16.3 den Großen Schaidinger auch in die Wüste.
    Dann muss man sich als Regensburger nicht mehr überall in Deutschland mit den CSU Eskarpaden veralbern lassen.
    Regensburg wird überall nur noch als die Stadt wahrgenommen wo die CSU sich gegenseitig anfeindet.
    Dass wir Papst, Welterbe und 2000 jährige Römersiedlung, die Stadt des Immerwährenden Reichstags, profilierter Industriestandort und Universitätsstadt usw. sind nimmt niemand mehr wahr. Wir werden nur noch mir der CSU-Schlammschlacht identifiziert. Man traut sich nirgend mehr zu sagen, dass man aus Regensburg kommt – das reicht jetzt. „Danke“ CSU. It´s time to say goodbye.

  • Daniela Camin - Heckl

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    @Powerfull, es bleibt die Frage, wer wird der neue Fraktionsvorsitzende? Vanino musste 2002 gehen, come back? Wer sind die eigentlichen Gewinner aus der Stadtratswahl, sprich, wem wurde nach den bisherigen drei Bürgermeistern das größte Vertrauen durch die Bürger bekundet? Nimmt die CSU diesen Hinweis der Bevölkerung wahr?

  • Barbara Junghans

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    An die Adresse von Volke(r)s Stimme
    Um es ein für allemal ganz klar auszudrücken: Ich spreche eine Entschuldigung dann aus, wenn ich einen Menschen, der mir nahe steht oder den ich achte, verletzt oder zu Unrecht angegriffen habe. Den Begriff „Ehrenwort“ spreche ich dann aus, wenn ich eine Aussage so fest untermauern will, dass ich mit meiner persönlichen Ehre dahinterstehe.
    Da hört dann auch jeder Spott auf! Da geht es „ans Eingemachte“ – Wahrhaftigkeit,Glaubwürdigkeit und Anstand – Begriffe, die in den letzten Tagen Dagmar Metzger vorbildlich verkörpert hat.
    Danke für die Warnung mit den „dunklen Wolken“, die Sie über mir sehen. Ich werde für die nächste Zeit ein Selbstverteidigungsspray bei mir tragen und einsame Plätze und Parkanlagen meiden, damit ich nicht mit einem Messer im Rücken mein Leben aushauche.

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