Brückenbauer spalten

Brücken bauen. Das heißt eigentlich: verbinden, zusammenführen, versöhnen. In Regensburg schafft man es mit Brückenbauten hingegen zu spalten und zu polarisieren. Und dass die Bürger selbst entscheiden dürfen, ob nun ein Bauwerk wie die Sallerner Regenbrücke sinnhaft ist oder nicht, scheuen die mit spärlicher Stimmenzahl gewählten Entscheider offenbar wie der Teufel das Weihwasser. Was so genau gegen ein Ratsbegehren sprechen soll, konnten die „Entscheider“ nicht vernünftig begründen. Es kostet nicht mehr Zeit. Bis der Bau der Sallerner Regenbrücke, so er den überhaupt stattfindet, beginnen kann, werden wohl noch ein paar Jährchen ins Land ziehen. Wer den Befürwortern des Bauwerks etwas anderes sagt, leidet an verzerrter Realitätswahrnehmung. Die Stadt hat ja noch nicht einmal alle notwendigen Grundstücke. Und der Lappersdorfer Kreisel, der ja mit der Brücke zusammenhängt, geht gerade in eine neue Planfeststellungsrunde. Da fließt also noch einiges Wasser den Regen runter, bevor der eine neue Brücke kriegt. Warum lässt man also nicht den Bürger entscheiden, in dessen Sinne die Entscheider ja zu handeln behaupten? Dass weder die Politiker, noch die Stadtplaner stets die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, beweisen diverse Fehlplanungen in der Vergangenheit. Mal von den Bürgern verhindert, mal gegen die Bürger durchgesetzt. Und gerade wenn man, wie unsere werten Stadträte und unser werter Oberbürgermeister sowieso nur noch Repräsentant einer Minderheit ist, sollte man auch mal versuchen, zu der schweigenden Mehrheit, Brücke zu bauen. Das kostet wenig Geld, aber manchen vielleicht viel Selbstüberwindung. (Ent)spannende Lektüre!

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (1)

  • Reinhold Breuer

    |

    Der Umformulierung einer früheren Bewertung des Redakteurs würde kein Kampfhahn, aber jede Stadtmaus zustimmen: Größe beweist, wer über den Bordstein seiner Gasse hinausguckt.

    Zu „Eines dürfte aber feststehen: Für die verkehrsgeplagten Bewohner der Amberger Straße wird die verbreiterte Nordgaustraße den Leidensdruck schon einmal erhöhen.“

    Der Lärmdruck sinkt allerdings, wenn Osttangente und Sallerner Brücke für Entlastung sorgen, wie Plan P7 der Verkehrsuntersuchung zeigt. Dann wird der Gesamtverkehr in der Amberger Straße halbiert gegebüber der Prognose ohne Baumaßnahmen. Das ist deutlich hörbar, da der Lkw-Verkehrsanteil wohl sinkt.

    Zu „Den Einwand der BI LOS, dass der Bau der Sallerner Regenbrücke keinerlei Entlastung bringt, konterten die Marschierer prompt mit einem eigenen Transparent …“

    Die Sandgasse wird durch die geplante Osttangente unbestreitbar verkehrsentlastet. Die Stadt plant diese ja nur in Kombination mit der Sallerner Regenbrücke: Auch die Kombination bringt Entlastung, nur minimal geringer als bei isoliertem Bau der Osttangente (ohne Sallerner Regenbrücke). Aus diesen minimalen Verkehrsunterschieden resultierende Lärmunterschiede sind winzig, fern jeder Wahrnehmbarkeit. Streit darüber wäre unsinniger als über des Kaisers Bart.
    Einen wesentlichen Lärmunterschied könnten eher Unterschiede beim Lkw-Verkehr
    ausmachen – im Falle einer Nordverlängerung der Osttangente. Doch sind Lkw-Prognosen nicht veröffentlicht.

Kommentare sind deaktiviert