SOZIALES SCHAUFENSTER

In eigener Sache

Ein Kalender für alle: Der Regensburg Kalender

Unter dem Dach von regensburg-digital gibt es seit kurzem einen unabhängigen, nicht-kommerziellen Kalender für soziale, ökologische und kulturelle Initiativen und Veranstalter. Während der Monate des Corona-Lockdowns hat ein Team von engagierten Spezialisten aus IT, Kultur und Sozialem umgesetzt, was viele Vereine und Veranstalter in Regensburg schon lange herbeigesehnt haben, was aber allzu oft an kommerziellen Interessen scheiterte: Das hat Regensburg noch gefehlt – hier ist der Kalender!

Von Markus Feilner

Weit über die Grenzen der Domstadt hinaus ist es bekannt: Regensburg hat viel zu bieten. Jeden Tag gibt es Unmengen zu sehen, zu hören oder zu genießen. Doch was dieser Stadt fehlt — man glaubt es kaum — ist ein Kalender, der wirklich alle Veranstalter und Veranstaltungen mitnimmt. Ein Kalender für alle, für die und gleichzeitig als Projekt der Zivilgesellschaft, von ihr selbst getragen und breit aufgestellt. Ein Community-Projekt, für alle sozialen, ökologischen und kulturellen Veranstaltungen. Unter dem Dach von regensburg-digital entstand dafür auf www.regensburg-kalender.de eine von den Regensburgern selbst organisierte und gepflegte Terminübersicht, die durch das bunte Miteinander und Mitmachen vieler Menschen wachsen und gedeihen soll.

Lange vermisst – im Lockdown erarbeitet

Der Wunsch nach einem freien und unabhängigen Kalender für Regensburg ist nicht neu, diverse Anläufe wurden unternommen und schlugen fehl. Aber der Ansatz des Regensburg-Kalenders unterscheidet sich gravierend von vorherigen Versuchen: Im Corona-Lockdown-Winter 2020/2021 fand sich eine Gruppe von IT-Experten, Kulturschaffenden und sozialen Initiativen, um einen Kalender für alle zu bauen, getrieben von der Idee, eine nicht kommerzielle Online-Plattform für Soziales, Kulturelles und Ökologisches, für Gruppentreffen, Kunst, Kultur usw. aufzubauen.

Der Kalender soll Veranstaltungen und Angebote aus dem sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich der Zivilgesellschaft bündeln und Menschen eine praktische, übersichtliche und schnelle Anlaufstelle bieten, um im üppigen Veranstaltungsangebot der Initiativen und Kulturschaffenden zu stöbern oder eigene Events einzutragen. Zielgruppe sind alle, die neu in der Stadt sind und sich orientieren und engagieren wollen, alle Alteingesessenen, die den Überblick über alle Gruppen, Initiativen und Veranstaltungen wieder gewinnen wollen, und schlicht alle, die ihre eigenen Events eintragen und veröffentlichen möchten.

Zielgruppen

Wir wollen den politisch Verantwortlichen eine Terminübersicht an die Hand geben, Menschen, die sich engagieren wollen, eine Orientierung anbieten, Termine aus dem bürgerschaftlichen Engagement sichtbarer machen und so die häufigen Termin- und Themenüberschneidungen vermeiden helfen. Damit das gelingt, haben die Techniker umfangreiche Filterfunktionen eingebaut. Mit deren Hilfe können Anbieter und Gäste einfacher den Überblick behalten, und sich nur im jeweiligen Kontext relevante Veranstaltung anzeigen lassen.

Vier thematische Filter (Kultur, Soziales, Ökologie, Kino), 15 Veranstaltungsformate (Demonstration, Film, Gruppentreff, Literatur, Parteiveranstaltung, Selbsthilfe, …), dazu noch Schlagwörter zur weiteren Definition des Events – die Funktionen sind umfangreich. Aus der Filterauswahl entstehen direkt URLs, die verlinkt oder per Mail verschickt werden können. Alle Regensburger können sich da einbringen, die Möglichkeiten der Mitarbeit sind vielgestaltig: Interessierte „Datenpflegerinnen“ können Zugangsdaten erhalten und Termine selbst veröffentlichen, „Dateneinreicherinnen” tragen Veranstaltungstermine über Formulare ein. Bilder, Texte, viele Formate sind möglich.

Die Macher

Die Software dafür entstand in Kooperation mit der Regensburger Firma In-Solution GmbH, wurde aber komplett ehrenamtlich aufgebaut und gepflegt. Die benötigte IT (Server und Support) sind in Form von kostenfreiem Sponsoring für mehrere Jahre vertraglich gesichert, Vertragspartner ist der Förderverein von regensburg-digital.

Mit der Entscheidung, unter das Dach von regensburg-digital zu gehen, möchten die Initatoren aber auch ein Zeichen setzen: „Die Kooperation mit Regensburg-Digital, einer Internetzeitung, die seit 2008 erfolgreich und preisgekrönt unabhängigen Journalismus demonstriert, haben wir ein starkes Zugpferd ausgewählt”, erklärt Armin Schmid aus dem Kalenderteam. „Das Nachrichtenportal ist seit 13 Jahren online, hat beständige Zugriffszahlen, jeder kennt es in der Stadt und es ist ganz klar auf Langfristigkeit ausgerichtet. Der Anteil an der öffentlichen Meinungsbildung in der Stadt, den regensburg-digital einnimmt, ist sehr groß.” Damit sei das der ideale „Hafen“ für das Kalenderprojekt, das heute schon von Soziale Initiativen, EBW, Kulturreferat, DGB, Attac, Alte Mälzerei, Sublime e.V., Campusfest, Turmtheater, Fridays for Future, Garbo, Kinos im Andreasstadl, Ostentorkino, Ghost Town Radio und vielen anderen getragen und befüllt wird.

Print Friendly, PDF & Email

SUPPORT

Ist dir dieser Text etwas wert?

Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer regelmäßigen Spende!
Per PayPal:
Per Überweisung oder Dauerauftrag:

 

Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14 7509 0000 0000 0633 63
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (6)

  • MaSlos

    |

    Sehr schön! Gefällt mir gut.

  • Auch schöööön

    |

    Auch schöööön. Vielleicht könnte man die Buidl etwas kleiner machen, damit der Finger mehr Ruhe hat beim Blättern

  • Roland Hornung

    |

    Gefällt mir auch sehr gut. Danke!

  • me

    |

    Find ich richtig, richtig gut und wichtig! Grad auch in Hinblick auf die Übermacht von Facebook, Instagram, etc., die ja viele auch als eine Art Kalender nutzen, um über aktuelle Veranstaltungen und Demos informiert zu sein. So wichtig, dass wir uns nicht so abhängig von diesen Konzernen machen und Infos auch über Newsletter oder eben solche öffentlichen Kalender verfügbar sind. Vielen Dank fürs Engagement!

  • EbB

    |

    Immer gut zu wissen wie oft ich mir den nächsten Hollywood Blockbuster im Kino um die Ecke ansehen kann.
    Ein “nicht-kommerziellen Kalender für soziale, ökologische und kulturelle Initiativen und Veranstalter”? Ja, das fände ich gut. Auch besondere Veranstaltungen im Kino sollten da enthalten sein.
    Hat sich einer der Kommentarschreiber den “Kalender” mal angesehen?

Kommentare sind deaktiviert

drin