Gespräch mit dem Missbrauchsbeauftragten

„Es gibt noch viel Gesprächs- und Aufarbeitungsbedarf“

Im Gespräch mit unserer Redaktion wirbt Dr. Marin Linder um Vertrauen bei den Opfern. Zu den Serienbriefen, mit denen Betroffene in der Vergangenheit abgespeist wurden, sagt der neue Missbrauchsbeauftragte des Bistums: „Das war vor meiner Zeit.“ Er selbst lege größten Wert darauf, alles im persönlichen Gespräch zu klären.

Martin Linder„Betroffene können sich einfach mal an mich wenden und fragen, was ich vorschlagen würde, ohne gleich alle Details zu erzählen“, sagt Dr. Martin Linder. Der 68jähriger Kinder- und Jugendpsychiater ist seit einem Jahr neuer Missbrauchsbeauftragter des Bistums Regensburg. Am Montag hat er seinen ersten Bericht vorgelegt, in dem – ein Novum – auch Zahlen zu Entschädigungen genannt werden (unser Bericht).

Betroffene indes üben weiter Kritik am Verhalten der Diözese Regensburg. Alexander Probst, Mitglied einer Initiative ehemaliger Domspatzen, bezeichnete den Bericht gegenüber der Süddeutschen Zeitung als nicht ausreichend. „Für unsere Seelen und unsere Herzen hätten wir uns etwas anderes erwartet“, sagt der 54jährige zu SZ. Er sehe denn auch keinen Sinn darin, das Gespräch mit Linder zu suchen.

„Wenn ich das jetzt lese, kommt mir fast das Kotzen.“

Zwei weitere Opfer, die vor zwei Jahren von der Diözese mit einem Serienbrief abgespeist wurden, in dem ihre Schilderungen als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnet wurden, haben trotz gegenteiliger Versprechungen des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer, nichts mehr vom Bistum gehört. „Wenn ich das jetzt lese, kommt mir fast das Kotzen“, sagt einer von ihnen zu unserer Redaktion. Ihm war damals von einem Rechtsanwalt, den die Diözese beauftragt hatte, erklärt worden, dass der an ihm begangene sexuelle Missbrauch kein sexueller Missbrauch im juristischen Sinne sei (mehr darüber). Derselbe Rechtsanwalt ist nach wie vor zuständig, wenn die Schilderungen mutmaßlicher Opfer juristisch auf ihre Plausibilität geprüft werden.

„I„Für unsere Seelen und unsere Herzen hätten wir uns etwas anderes erwartet.“ Die ehemaligen Domspatzen Udo Kaiser, Georg Auer, Alexander Probst und Michael Sieber demonstrierten gemeinsam bei der Eröffnung des Katholikentages in Regensburg. Sie haben das Vertrauen in das Bistum schon längst verloren. Foto: as

„Für unsere Seelen und unsere Herzen hätten wir uns etwas anderes erwartet.“ Die ehemaligen Domspatzen Udo Kaiser, Georg Auer, Alexander Probst und Michael Sieber demonstrierten gemeinsam bei der Eröffnung des Katholikentages in Regensburg. Sie haben das Vertrauen in das Bistum schon längst verloren. Foto: as

Linder indes versucht, um Vertrauen bei Opfern sexueller Gewalt im Bistum Regensburg zu werben. „Ich kenne diese Fälle leider nicht“, sagt er. „Das war vor meiner Zeit. Aber der Eindruck, dass wir uns hier nicht bemühen würden, den Betroffenen zu helfen, ist falsch.“ Wenn er sehe, dass es einen Fall gebe, in dem ein Geistlicher wegen sexuellen Missbrauchs an 25 Minderjährigen verurteilt wurde, sich aber nur eines der Opfer gemeldet habe, dann sei klar, dass hier noch viel Gesprächs- und Aufarbeitungsbedarf bestehe.

„Es wäre schade, wenn sie dieses Angebot nicht nutzen.“

„Mein Wunsch und meine Hoffnung wäre, dass die Berichterstattung Betroffene dazu ermutigt, sich an den Missbrauchsbeauftragten zu wenden. Es wäre schade, wenn sie dieses Angebot nicht nutzen. Ohne ihr Einverständnis gebe ich auch keine Daten an irgendjemanden weiter.“ Wenn es um Straftaten von Tätern gehe, die noch am Leben seien, brauche er eine schriftliche Bestätigung der Betroffenen, dass sie keine Weitergabe an Staatsanwaltschaft und Diözese wünschten. Wenn es sich um aktuelle Straftaten handelt, müsse aber auch der Schutz möglicher anderer Opfer bedacht werden.

In aller Regel sei es aber das Ziel der Gespräche, einen Antrag auf Anerkennung des erlittenen Leids und die damit verbundene Entschädigung zu stellen. Dies sei immer mit der Prüfung der Schilderungen auf deren Plausibilität verbunden. Und dies sei häufig schwierig – insbesondere für die Betroffenen.

Manchmal seien die Erinnerungen extrem verdunkelt, meist gebe es keine Zeugen und weil die meisten Fälle verjährt seien gebe es am Ende auch kein staatliches Gericht, das eine Entscheidung treffe. In Fällen, in denen die mutmaßlichen Täter noch am Leben seien, müsse zudem, wenn es Priester oder Ordensleute sind, die Kirchengerichtsbarkeit eingeschaltet werden. „Und das kann oft lange dauern.“

„Am Ende kann tatsächlich ein unauflöslicher Widerspruch bleiben.“

Ohne die Praxis der Serienbriefe zu kommentieren, erklärt Linder, dass er persönlich Wert darauf lege, alles im persönlichen Gespräch zu klären. „Betroffenen wird nämlich der Boden unter den Füßen weggezogen, wenn ihre Schilderungen als nicht plausibel eingestuft werden. Das kommt bei ihnen an, als würden sie zum Lügner abgestempelt.“ Dabei gehe es aber nicht zwangsläufig darum, dass man den Betroffenen nicht glaube, dass aber die konkrete Tat nicht mehr aufzuklären sei. „Manchmal ist es einfach nicht möglich, eine Entscheidung zu treffen.“ Da könne am Ende tatsächlich ein unauflöslicher Widerspruch bleiben.

Wie viele Anträge es insgesamt gab, weiß auch Linder nicht

Linder merkt in seinem Bericht an, dass er die von ihm veröffentlichten Zahlen vom Bistum bzw. Generalvikar Michael Fuchs zur Verfügung gestellt bekommen und nicht selbst erhoben habe. Genannt wird darin die Zahl von 30 Entschädigungsanträgen, die zwischen 2011 und 2014 positiv beschieden wurden und für die insgesamt rund 160.000 Euro ausbezahlt worden seien. Die Höhe der Einzelentschädigungen liege zwischen 2.000 und 15.000 Euro. Wie viele Betroffene sich tatsächlich an seine Vorgängerin, die 2013 verstorbene Dr. Birgit Böhm, gewandt haben, könne er selbst leider nicht mehr nachvollziehen. Böhm selbst hatte sich kurz vor ihrem Tod noch bei einem der Empfänger des erwähnten Serienbriefs entschuldigt.

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Kommentare (62)

  • Angelika Oetken

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    „Mein Wunsch und meine Hoffnung wäre, dass die Berichterstattung Betroffene dazu ermutigt, sich an den Missbrauchsbeauftragten zu wenden. Es wäre schade, wenn sie dieses Angebot nicht nutzen. Ohne ihr Einverständnis gebe ich auch keine Daten an irgendjemanden weiter.“ Wenn es um Straftaten von Tätern gehe, die noch am Leben seien, brauche er eine schriftliche Bestätigung der Betroffenen, dass sie keine Weitergabe an Staatsanwaltschaft und Diözese wünschten. Wenn es sich um aktuelle Straftaten handelt, müsse aber auch der Schutz möglicher anderer Opfer bedacht werden.“

    Ich glaube Herrn Linder gern, dass es ihm damit ernst ist. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass entgegen aller Vereinbarungen, Erklärungen, Beteuerungen und Verpflichtungen die Namen der Missbrauchsfälle anzeigenden Opfer bei den Verantwortlichen und – schlimmer noch – Tätern ankommen. Manchmal auf offiziellen, häufiger auf verdunkelten Wegen.

    Auf der Seite der Kirchenverantwortlichen geht es um Existenzen, um deren Ruf, letztlich um Geld und Einfluss. In so einer Situation nehmen es Menschen mit Anstand und Recht nicht mehr all zu genau. Und wie sagte ein Angehöriger der kirchlichen Administration so treffend zu einem Opfer: „Wir sind viele, Sie sind allein“.

    Wer also offiziell unter Namensnennung an das Bistum, bzw. deren Beauftragten herantritt, sollte das wenn irgend möglich nur über eine anwaltliche Vertretung tun. Deren Sprache wird einfach besser verstanden ;-)

    Oder eben vorerst anonym Bericht erstatten. Siehe hier: http://www.regensburg-digital.de/missbrauchsbeauftragter-bekam-zahlen-vorgelegt/11112014/#comment-219199

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

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    @Angelika Oetken: Meine Zustimmung, aber …
    wäre es nicht noch besser, wenn sich die Röm.-Kath. Kirche hier einer dieser kritisch gegenüberstehenden Organisation wie SNAP anvertrauen und die Angelegenheit ganz von außerhalb eines zu über 90% von den sog. „christlichen Grundwerten“ geprägten Gesellschaft, z. B. den USA aus, klären lassen würde. Wenn ich betroffen wäre, wäre mir schon daran gelegen, meine Geschichte jemanden mitteilen zu können, der im Fall der Fälle auch die Möglichkeit hätte „ganz groß Rabatz“ zu machen. Man sieht ja, dass in D nichts vorwärts geht. Herrn Dr. Linder gebührt Dank für sein Engagement, aber es gilt auch hier: „Wess Brot ich ess, des Lied ich sing!“ und mir persönlich singen mittlerweile zu viele das Lied der Röm.-Kath. Kirche ohne zu wissen, was diese eigentlich singen!

  • Veronika

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    Ergänzend: Auch wer der RKK – dazu muß ich, da von dieser beauftragt auch Herrn Dr. Linder zählen – auch nur anonym von Dingen berichtet, gibt damit die grds. Möglichkeit die Tragweite und mögliche „politische Aktivitäten“ der RKK gegen eine Aufklärung/ Aufarbeitung in Angriff nehmen zu können.

  • Angelika Oetken

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    „@Angelika Oetken: Meine Zustimmung, aber …
    wäre es nicht noch besser, wenn sich die Röm.-Kath. Kirche hier einer dieser kritisch gegenüberstehenden Organisation wie SNAP anvertrauen und die Angelegenheit ganz von außerhalb eines zu über 90% von den sog. “christlichen Grundwerten” geprägten Gesellschaft, z. B. den USA aus, klären lassen würde. “

    @Veronika,

    was hätte die Römisch Katholische Kirche denn davon?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mathilde Vietze

    |

    Als gläubige Katholikin fordere ich, die Amtskirche mit allen Mitteln
    dazu zu zwingen, die Mißbrauchsfälle bis zum letzten Rest aufzu-
    klären. Es gibt weltweit hunderttausende ehrbarer Priester und deren
    Ansehen gilt es zu wahren.

  • Angelika Oetken

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    „Es gibt weltweit hunderttausende ehrbarer Priester und deren
    Ansehen gilt es zu wahren.“

    @Mathilde Vietze,

    das sehe ich auch so und wundere mich deshalb, dass diese vertrauens-würdigen Priester sich nicht zusammen tun und von innen heraus, aber öffentlich dafür eintreten, dass die multimodale Kriminalität, die sich über Missbraucherseilschaften in ihrer Institution festgesetzt hat aufgeklärt, geahndet und fortan vermieden wird.

    Und den Opfern Gerechtigkeit getan wird. Soweit das im Falle von Missbrauchsverbrechen eben möglich ist.

    Ehrlich: ich kann nicht verstehen, wie man in so einem Laden weiterarbeiten kann.

    Die Zeiten wo Menschen aus rein existentiellen Gründen bei der Kirche Unterschlupf suchten und quasi lebenslang an sie gebunden blieben, sind doch vorbei.

    Ein integerer Priester, eine ganz normale Mitarbeiterin im kirchlichen Dienst findet doch heutzutage auch woanders ihr Auskommen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mr. T

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    Keine Angst, wenn es ehrbare Priester geben würde, würden sie sich schon wehren. Die Tatsache, dass dies von einer Vielzahl der Kleriker und Gläubigen mitgetragen wird, zeigt die Realität.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Mr. T: Offenbar sind Sie sehr einseitig informiert. Es gibt eine
    Vielzahl an Priestern und Laien, die harsche Kritik an ihren Kirchen-
    oberen üben, was letzteren natürlich gar nicht gefällt.
    Auch das ist die Realität.

  • Angelika Oetken

    |

    „Es gibt eine
    Vielzahl an Priestern und Laien, die harsche Kritik an ihren Kirchen-
    oberen üben, was letzteren natürlich gar nicht gefällt.
    Auch das ist die Realität.“

    @Mathilde Vietze,
    aber es ist die RKK, die ihre Leute in den Rundfunkräten sitzen hat. Ein Beispiel:

    Stephan Wahl

    http://www.daserste.de/service/kontakt-und-service/ard-programmbeirat/mitglieder/beirat/ard-programmbeirat-mitglieder-stellvertreter-jutta-pagel-steidl-104.html
    http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/trier/Kurz-Stephan-Wahl-neu-im-SWR-Rundfunkrat;art777,2219387

    Wahl hat das Bonner Aloisiuskolleg besucht. Eine vom Jesuitenorden betriebene Schule mit angeschlossenem Internat, an der Jahrzehnte lang systematisch missbraucht wurde. Insgesamt gab es mehr als 20 Täter. Der prominenteste davon Ludger Stüper SJ.
    http://www.volksfreund.de/nachrichten/welt/themendestages/themenderzeit/Weitere-Themen-des-Tages-Trierer-Fernsehpfarrer-wegen-Begr-228-bnis-in-der-Kritik;art742,2556700

    Stephan Wahl war einer von Stüpers Lieblingsschülern. Es heißt, er sei eng mit Matthias von Wrede befreundet gewesen. Ebenfalls Aloisianer, ein Mann, der als Schüler den Schlüssel zu Stüpers Fotolabor besaß und später wegen Konsums von Kinderpornografie in den USA zu einer Haftstrafe verurteilt wurde
    http://sagharboronline.com/sagharborexpress/page-1/six-year-sentence-in-child-porn-case-130

    http://www.wallstreet-online.de/diskussion/500-beitraege/1118076-1-500/kinderpornographie-m-von-wrede-verhaftet

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/new-york-deutscher-adliger-gesteht-kinderporno-besitz-a-482141.html

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/kinderpornos-bei-adligem-gefunden-man-sah-ihn-immer-mit-schoenen-frauen-1.854015

    Das Aloisiuskolleg galt und gilt als Kaderschmiede der „alten“ BRD. Die Liste der ehemaligen Absolventen und Unterstützer ist lang und illuster http://de.wikipedia.org/wiki/Aloisiuskolleg#Altsch.C3.BCler
    http://www.prmitteilung.de/kostenlosepressemitteilungen/321diskussion-um-vorwuerfe-sexuellen-missbrauchs-am-aloisiuskolleg-alts

    Und das ist nur ein Beispiel, wie es mit den Verstrickungen der RKK in allerlei schäbige Machenschaften aussieht. Wie immer bei solchen Formationen wie zum Beispiel dem Aloisiuskolleg geht es weniger um die Vertuschung von Missbrauchsfällen, als um die Unversehrtheit des Alumninetzwerkes. Das ungestörtes Klüngeln ermöglicht, auch als Wirtschaftskriminalität bezeichnet.

    Ich wundere mich wirklich, dass die ehrbaren Priester, die mit sowas sicher nichts zu tun haben wollen sich nicht demonstrativ organisieren.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mr. T

    |

    Nein, Frau Vietze, einfach nur harsche Kritik üben gereicht noch nicht zur Ehrbarkeit. Es reicht nicht zu sagen: Ich finde das nicht gut, spiele aber trotzdem mit, damit ich keine auf den Deckel kriege. Da muss man sich schon offen dagegen auflehnen.

  • Angelika Oetken

    |

    @Mr. T.,

    „Da muss man sich schon offen dagegen auflehnen.“

    Die Aufrechten, die das hier organisiert haben, leben sozusagen im Sherwood-Forrest des katholischen Kosmos http://www.schafsbrief.de/begleitveranstaltung-vom-18-02-21-02-2013-in-trier/ . Zum Teil stehen sie bei der Katholischen Kirche in Lohn und Brot. Und wurden schon häufiger mal vor ihre Führungskader zitiert.

    Das ist sicherlich nicht sehr angenehm… aber: ist ihnen deshalb der Himmel auf den Kopf gefallen? Nein. Als ich diese Truppe im Februar letzten Jahres anlässlich der Veranstaltungen in Trier besuchte, sahen sie alle recht munter aus. Es herrschte sogar eine gute Stimmung, angenehm das pragmatische Vorgehen, die Offenheit aller Beteiligten und die gute Portion schwarzen Humors http://www.schafsbrief.de/leere-missbrauchsakten-vor-den-dom/

    Sicherlich ist es für jemanden, der traditionell-katholisch erzogen wurde nicht einfach Widerstand zu leisten. Ich kann das gut nachvollziehen, denn auch mir versuchte man in der Kindheit weis zu machen, eigenständiges Denken und non-konformes Handeln seien falsch. Vor allem für ein Mädchen bzw. eine Frau. Aber das ist alles überwindbar. Hier und da muss man da bequeme Überzeugungen über Bord werfen, auch mal Risiken eingehen, aber vor allem: den Pöter(1) in Bewegung setzen.

    Großer Nebeneffekt des Engagements: man bekommt mit, auf wen aus seinem Umfeld man sich verlassen kann.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    (1) Ruhrpottslang für „Hintern“. Hat sich auch in Berlin durchgesetzt…. ;-)

  • Veronika

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    @Angelika Oetken:
    Richtig, und dabei bekommt man dann mit, dass man sich in Kirchenkreisen keinesfalls auf irgendwelche Geistlichen verlassen sollte.
    ———————
    Vielleicht aber ein kleines Zeichen, dass der Regensburger Bischof im wahrsten Sinne des Wortes bei der nachträglichen Einweihung zweier Feuerwehrfahrzeuge in Pentling „setzte“.
    Er platzierte für das Bild – so die Unterschrift – seinen Allerwertesten auf eine Bank, die aus dem Holz des Papstkreuzes gefertigt wurde. Nehme mal an von Papst em. Benedikt XVI. noch selbst gesegnet, zumindest damals aber in dessem Angesichte genutzt [Achtung: Reliquienfaktor sehr hoch!!!]. Also Schlagzeile richtigerweise „Ehemaliges Papstkreuz für den Allerwertesten!“
    http://www.mittelbayerische.de/regensburg-land/artikel/bischof-segnete-geschenk-des-himmels/1148524/bischof-segnete-geschenk-des-himmels.html

  • Nemo Udeis

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    @Veronika: Das Lesen des Beitrages würde helfen … Die Bank ist aus Holz, das bei der Produktion des Kreuzes übriggeblieben ist. Das Kreuz selbst steht immer noch auf dem Islinger Feld. Falls das für Sie überhaupt von Interesse ist.

  • P.

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    Hallo Herr Dr. Lindner ,
    dieser Beitrag oben von REG. Digitagl müsste bitte auch in die Landshuter Nachrichten , denn im Kloster Rohr / Niederbayern , dort wurden damals auch viele Buben missbraucht. Das dortige kath. Internat wurde schon geschlossen!

  • Sepp

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    Dieser Unhold wurde schon vor über 10 Jahren verurteilt , aber er bekam zum ‚S’chluß nur ein Bewährung aufgebrummt , weil das Bistum Regensburg damals auch noch “ Berufung “ eingelegt hatte. Auch haben sich schon damals viele Leute eben gewundert , weil sich zu diesem Thema eben nicht viele Opfer gemeldet haben. Dieser damalige Pater hat anscheinend damals viele viele Buben nicht nur unzüchtig berührt! ( siehe Bericht)
    14. November 2002: Der Ex-Internatsleiter des niederbayerischen Klosters Rohr wird wegen sexuellen Missbrauchs an einem Elfjährigen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Er erhält zudem ein lebenslanges Berufsverbot.

    Fazit.. Anders wo sperren Sie diese Typen für immer weg, nur hier bei uns hier in Bayern oder Deutschland bekommen diese Unholde eben auch noch eine Bewährung.
    cu
    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Sexueller-Missbrauch-durch-Priester-in-Bayern-id3964031.html
    http://www.schwaebische.de/home_artikel,-_arid,628459.html

    http://derstandard.at/1287099815275/Grossbritannien-Priester-wegen-Missbrauchs-zu-21-Jahren-Haft-verurteilt

  • Angelika Oetken

    |

    @Sepp,

    Danke für Ihre Info zu dem ehemaligen Internatsleiter.

    „“Auch haben sich schon damals viele Leute eben gewundert , weil sich zu diesem Thema eben nicht viele Opfer gemeldet haben. “

    Worauf führen Sie es zurück, dass sich damals so wenig Opfer gemeldet haben?

    Und: wissen Sie zufällig was der Täter heute macht?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • P.

    |

    @
    Ein wirklich sehr gut geschriebener Artikel!
    ___
    Vor allem müssen Sie das Thema Regensburger Domspatzen und Etterzhausen auch heute richtig aufarbeiten.

    Die Kirche muss sich den Missbrauchsfällen mit Tätern aus ihren Reihen offen stellen. Sie muss informieren und aufklären. Das ist sie den Opfern und der Gesellschaft schuldig.
    Da es bei sexualisierter Gewalt im Kern um den Missbrauch von Macht geht, muss sich die Kirche aber auch eine Schlüsselfrage stellen:

    Die Kirche muss die Machtfrage beantworten
    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/politik/artikel/die-kirche-muss-die-machtfrage-beantworten/1147778/die-kirche-muss-die-machtfrage-beantworten.html#1147778

  • Angelika Oetken

    |

    „Die Kirche muss sich den Missbrauchsfällen mit Tätern aus ihren Reihen offen stellen. Sie muss informieren und aufklären. Das ist sie den Opfern und der Gesellschaft schuldig.“

    @P.,
    mein Eindruck bisher: auf der mittleren und unteren Ebene der Institution Katholische Kirche Deutschlands sehen das die meisten genauso wie Sie und ich und vermutlich die Mehrzahl der Menschen hierzulande auch.

    Das finde ich sehr beruhigend. Das war nicht immer so, aber die Missbrauchsdebatte, die 2010 einsetzte, hat das offenbart.

    Das Problem sind die Kleriker selbst. Es fehlt ihnen mehrheitlich sowohl an Unrechtsbewusstsein, als auch an Verantwortungsgefühl und Mitgefühl mit den Menschen, denen im Namen ihrer Institution schweres Unrecht angetan wurde.

    Wir sollten uns durch öffentliche Erklärungen, in Auftrag gegebene Untersuchungen und Präventionsprogramme nicht täuschen lassen. Der Teufel steckt hier im Detail. Und er ist nicht zufällig dahin geraten ;-)

    Warum die Priesterschaft insgesamt so empfindet, urteilt und handelt ist ein interessanter Punkt und sollte unbedingt wissenschaftlich untersucht werden. Selbstverständlich unter Beteiligung der Opfer.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Doppelkopf

    |

    Das, was ich jetzt sage, bezieht sich ausdrücklich nicht auf Herrn Linder, aber auf die Probleme mit der Aufarbeitung in der RKK. Mir ist es wichtig, fest zu halten, dass bisher in der Diskussion um Aufarbeitung in der katholischen Kirche eine Schwachstelle nie benannt wird: ich als Täter in der RKK, ob aktueller Täter oder Täter vor 20, 30 oder mehr Jahren, würde alles dafür tun, um selbst Einfluss auf die Aufarbeitung zu gewinnen, um dort zu verwirren und gute Ergebnisse zu torpedieren. Kann es sein, dass irgendwo in der RKK sogar guter Wille vorherrscht, aber das, was dann unten herauskommt und das oft genug einem die Haare zu Berge stehen lässt, einem fremden Plan entspringt, einem Täterhirn? Kann es sein, dass genau dieses Chaos- Ergebnis das von Tätern gewünschte ist? Sie verbringen ihr ganzes Dasein damit, die Taten unsichtbar zu machen (Täterstrategien). Wie kommt man eigentlich auf das schmale Brett, dass dann Schluss damit ist, wenn die Gefahr besteht, dass ein Täter auffliegen könnte. Der Teufel steckt wie oben gesagt im Detail und wie Franziskus sagt, auch in den Missbrauchstätern- wirklich.

  • Angelika Oetken

    |

    @Doppelkopf,

    Sie führen einen sehr wichtigen Punkt an.

    Was Sie schildern betrifft Täter, Menschen im Umfeld der Täter und die Opfer.

    „Normale“ Menschen können oder wollen sich so etwas Dämonisches, nämlich dass da praktisch jemand, mit dem sie Seite an Seite arbeiten oder sogar leben quasi vor ihren Augen ein Doppelleben führt gar nicht vorstellen.

    Aber sich mit der Möglichkeit, dass man Täter in der Nähe hat, die eine Gefahr für die Kinder und Jugendlichen, die einem anvertraut sind verkörpern müssen sich alle Erwachsenen, die für Heranwachsende Verantwortung tragen vertraut machen.

    Und hat man das getan, wird die Angst, die Unsicherheit, die Anspannung und der Abwehrreflex einem Gefühl der Kompetenz weichen.

    Ich möchte im Folgenden schildern, was Täter, Verantwortliche und Opfer bewegt.

    Weil das Thema so komplex ist, werde ich das in vier verschiedenen Beiträgen tun.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    @Doppelkopf,

    zu den Tätern:

    Es gibt ja verschiedene Tätertypen und auch unter Priestern werden wir deshalb unterschiedliche Motivationen finden, Kinder und Jugendliche sexuell auszubeuten.

    Die Art von Tätern, die Sie oben beschreiben ist allerdings besonders gefährlich. „Soziopathen-vor-dem-Herren“ könnte man auch sagen.

    Diese Menschen haben in der Tat etwas Teuflisches an sich. Das liegt an der frühen und damit besonders hartnäckigen Störung, die die Ursache ihrer komplexen kriminellen Handlungen ist.

    Der Therapeut Hans-Hagen Haase beschreibt diese Menschen in seiner sehr lesenswerten Abhandlung http://www.karger.de/Article/Pdf/46756

    Haase schreibt: „Die innere Spannung, verstanden als psychotischer Kern, ist bei diesen Patienten so gross, dass eine Psychotherapie fast nur unter äusserem Druck (z.B. Strafverfolgung) möglich erscheint. Je mehr der Patient in der Lage ist, Schuld zu erleben, desto günstiger die Prognose, unter Umständen ist dann auch eine Psychoanalyse denkbar. Die Prognose entspricht der von schweren Abhängigkeitserkrankungen.“

    Diese innere Spaltung kommt beim psychisch kranken Täterpriester dadurch zum Ausdruck, dass er ein Doppel-, oft sogar Dreifachleben führt:

    1. als Priester
    2. als Täter
    3. als sozial engagierter Mensch in einem entsprechenden Beruf

    Überhaupt finden wir diesen Typus in Helferberufen erschreckend häufig.

    Was sich zuerst paradox anhört, gleichzeitig „Priester, Täter und Helfer“ zu sein, stellt den Versuch des Pädokriminellen dar, den Verbrechen, die er unter Einfluss seiner Introjekte begeht, etwas entgegen zu setzen. Sie abzumildern, sein falsches Selbst vor sich und anderen zu erhalten.

    Viele werden sich so etwas nicht vorstellen können, aber es gibt Menschen, die von ihren eigenen Eltern so früh und so umfassend missbraucht wurden, dass ihre Seele sich buchstäblich in einen Dämon verwandelt hat. Sexuelle Misshandlung ist dabei ein Teil der Deformierung der kindlichen Persönlichkeit. Emotionale und physische Gewalt kommt dazu. Auch „Ver-Wöhnen“ und das Kind in fortwährende „Dankbarkeit“ nötigen, kann sehr schädliche Folgen haben.

    Das Kind erlebt seine Mutter (Eltern) in einer Doppelrolle, nach außen korrekt und fürsorglich, in Wirklichkeit übergriffig. Es ist ein Kind und identifiziert sich. Lebt das also quasi nach. Manchmal eben indem es selbst beginnt zu manipulieren und zu missbrauchen. Häufig schon, wenn es selbst noch nicht erwachsen ist.

    Wenn wir uns mit den Hintergründen von Pädokriminalität beschäftigen, stoßen wir schnell auf einen Mythos, mit dem sich unsere Gesellschaft stabilisiert. Und das ist der von der fürsorglichen, wohlmeinenden, asexuellen Mutter. „Frauen missbrauchen nur im Ausnahmefall“ heißt es oft. Ich bezweifle das. Wenn sie es tun, hat das ganz besonders krasse Folgen für das Kind.

    Und formuliere es mal bewusst etwas überspitzt: im Englischen gibt es nicht umsonst den Begriff „Motherfucker“. Und ich mutmaße, dass die sexuell ausbeuterische Mutter in was Sexualität, Rollenverhalten und soziale Normen betrifft besonders strengen Milieus noch weiter verbreitet ist als andernorts. D.h. sie wäre im reaktionär-katholischen Milieu genauso häufig zu verorten, wie z.B. bei den Evangelikalen.

    Psychotherapeuten, die mit TäterInnen arbeiten, berichten, dass dieser Teil der Therapie, nämlich die Auseinandersetzung mit der „bösen“ Mutter, der schwierigste ist. Das Kind in uns weiß, dass wir ohne die Mutter (Eltern) aufgeschmissen sind. Es wird sich dagegen wehren, anzuerkennen, dass es eigentlich nie richtige Eltern hatte. Sondern nur Missbraucher.

    Ob es so ist, wird die Forschung und Aufarbeitung der nächsten Zeit demonstrieren.

  • Angelika Oetken

    |

    @Doppelkopf,

    Sie schreiben:

    „ich als Täter in der RKK, ob aktueller Täter oder Täter vor 20, 30 oder mehr Jahren, würde alles dafür tun, um selbst Einfluss auf die Aufarbeitung zu gewinnen, um dort zu verwirren und gute Ergebnisse zu torpedieren. Kann es sein, dass irgendwo in der RKK sogar guter Wille vorherrscht, aber das, was dann unten herauskommt und das oft genug einem die Haare zu Berge stehen lässt, einem fremden Plan entspringt, einem Täterhirn? Kann es sein, dass genau dieses Chaos- Ergebnis das von Tätern gewünschte ist?“

    Genauso ist es. Sie nennen das die „Schwachstelle“.

    Der Pathologie des pädokriminellen Priesters entspricht, dass er fast immer besonders viel Einsatz zeigt und auch sehr empathisch ist. Nicht zu verwechseln mit „mitfühlend“. Dazu ist dieser Mensch nicht in der Lage (siehe oben). Aber er kann sich in andere sehr gut hineinversetzen. Und sie so in seinem Sinne beeinflussen. Das war in frühester Kindheit eine seiner Überlebensstrategien.

    Wo das Umfeld trag- und konfliktfähig ist, echte Werte lebt und miteinander auch über Unangenehmes spricht, haben TäterInnen eher schlechte Karten.

    Aber wo Lügen und Betrügen – auch sich selbst- , Schummeln, Klüngeln und ein Mangel an echter Beziehung vorherrschen, finden MissbraucherInnen geradezu paradiesische Zustände vor. Im Therapeutenjargon werden solche Gefüge als sozial dysfunktional bezeichnet. Es gibt dysfunktionale Familien, Freundeskreise, Vereine, Schulen, Gemeinden, Orden, Internate, Heime, Betriebe, Kitas, Krankenhäuser, Parteien usw.

    Gut bekannt ist das von Einrichtungen wie der Odenwaldschule, dem Aloisiuskolleg, verschiedenen von Orden geführten Schulen. Und eben von den Domspatzen und Etterzhausen. Unterschlagung, Lüge, Klüngelei, Täuschung, Egoismus, Nötigung…. all das finden wir neben dem sexuellen Missbrauch vor.

    Selbstverständlich finden Täter da ihren Platz und erfüllen eine wichtige Funktion. Wer eignet sich z.B. besser dafür, Eltern und Behörden das Geld aus der Tasche zu ziehen und gleichzeitig die ihm anvertrauten Kinder nicht nur schlecht zu behandeln, sondern sogar mit Lust zu quälen? Sie und ich? Eher nicht. Aber die hier von den Etterzhauser Opfern hinlänglich gut beschriebenen Täter.

    Das Umfeld, in diesem Fall das Bistum hat davon ganz schnöde wirtschaftlich profitiert. Vielleicht deshalb die Neigung, sich als moralisch besonders vorbildlich und integer aufzuspielen.

    Ich möchte sogar behaupten: da wo die eigene „moralische Überlegenheit“ besonders eifrig protrahiert wird, werden wir auch überproportional Übertretungen finden. Die übliche Begleit- und Beschaffungskriminalität. Und sexuellen Missbrauch.

    Dabei gibt es so viele Geschichten darüber, wie ganz gewöhnliche Menschen diese Honoratioren einschätzen. Auch im Großraum Regensburg. So dass dies Getue im Grunde nur noch lächerlich erscheint. Denn nur besonders einfältige Menschen würden auf sowas noch hereinfallen.

    Ich finde, es gibt ein sicheres Indiz für Täter und ihre Unterstützer: sie tragen immer eine Spur zu dick auf. Und: ja es stimmt. Man kann sie riechen. Denke, es sind die Abbauprodukte der Streßhormone, die sie vermehrt produzieren. Schauspielern ist ja schließlich anstrengend ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Doppelkopf

    |

    Unglaublich gut, wie Sie das jetzt auf den Punkt bringen. Ich schlussfolgere, Sie haben den Nerv getroffen, warum sich die RKK gegen eine wirkliche Aufarbeitung eben immer noch und immer wieder neu wehrt. Das, was sie jetzt mit dem Konsortium veranstaltet, bringt uns nur ganz am Rand weiter. Sie wollen die Person und das Amt „Priester“ aus dem Mittelpunkt der Aufmerksamkeit schieben. Darin sind sie erfolgreich und seit langem trainiert.

  • Angelika Oetken

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    Danke @Doppelkopf :)

    Ich werde nun beschreiben, wie ich die Situation der Kirchenopfer sehe.

    Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich nun doch einige Opfer der RKK kennen gelernt. Die meisten davon sind von Priestern missbraucht worden. Auch über die Strukturen und Mentalitäten in diesem Kirchengefüge habe etwas erfahren.

    Dem Opfern kommt ja im katholischen Kosmos eine besondere Bedeutung zu. Ebenso wie dem Leiden, bzw. klaglosen Ertragen von Leid. Was mitunter auch lustvolle Züge annimmt.

    Beides wird hoch bewertet, entsprechende Protagonisten werden verehrt. Jesus ist das beste Beispiel dafür, seine sich selbst aufopfernde Mutter Maria ist eine Kultfigur. Menschen werden heilig gesprochen, wenn sie eine schwere Krankheit jahrzehntelang fest glaubend ertragen haben. Oder eine Organisation gründen und unterhalten, in der sich HelferInnen für Kranke und Arme aufopfern.

    Einzig ausgenommen vom katholischen Opferhype: Missbrauchsopfer. Betroffene sexueller Ausbeutung und Misshandlung werden gemieden, ausgegrenzt, verachtet, ignoriert. Die sozial etwas Clevereren unter den Verantwortlichen innerhalb der Kirche tun jedenfalls nach außen hin so, als ob sie den Opfern ihrer Organisation von Mensch zu Mensch begegnen wollten. Bei genauerem Hinsehen verhalten sie sich aber genauso ignorant wie ihre Kollegen auch.

    Wie kommt das?

    Ich führe das auf folgende Faktoren zurück:

    a) Sexualität gilt bei den christlichen Kirchen insgesamt als etwas Schmutziges. Folglich wird auch das durch die Sexualität eines anderen Menschen besudelte Kind als verschmutzt und damit minderwertig
    b) in unserer Kultur schreiben wir Opfern bestimmte negative Persönlichkeitsmerkmale zu, die sie angeblich dazu prädestinieren missbraucht zu werden. Mit defizitären Menschen wollen viele aber nichts zu tun haben. Erst recht nicht, wenn sie selbst ihren hohen gesellschaftlichen Status genießen
    c) innerhalb des Klerus ist die Rate an Missbrauchsopfern hoch. D.h. unter den Priestern und damit auch unter den Kirchenfunktionären befinden sich mehr Opfer als innerhalb der Durchschnittsbevölkerung. Der Priesterberuf ist an sich ein idealer Job für eine bestimmte Gruppe an Missbrauchsopfern. Diese Menschen werden ihren Opferstatus zu verbergen suchen, um nicht ausgegrenzt zu werden (siehe die Punkt a) und b) ). Kommen sie mit dem Thema oder sogar direkt mit Opfern in Berührung reagieren sie überfordert und erschrocken. Sicherlich sind etliche Priester, die selbst Missbrauchsofper sind ab 2010 kräftig getriggert worden. Viele haben wahrscheinlich auch dekompensiert. Ich vermute, der Zulauf in Rehaeinrichtungen für Priester (Recollectio-Häuser) war und ist immer noch hoch.
    d) innerhalb des Klerus ist auch die Zahl der Täter hoch. Auch dies eine Folge der beruflichen Besonderheiten und der besonders täterfreundlichen Bedingungen innerhalb der Katholischen Kirche
    e) die Kirchenfunktionäre und etliche der gewöhnlichen Gläubigen zählen sich einer moralisch besonders vorbildlichen Gruppe zugehörig. Opfer, die an die Öffentlichkeit gehen und sichtbar werden belehren aber automatisch eines Besseren. Sie erinnern daran, dass die ethische Vorbildlichkeit nur relativ statt realistisch ist. Man grenzt hier also die Überbringer der schlechten Nachricht aus.
    f) das was die Täter und ihre Unterstützer den Opfern angetan haben, lässt sich eigentlich nur mit Geld wiedergutmachen. Allenfalls noch mit Sachleistungen. Das berührt aber einen wunden Punkt bei den Kirchenfunktionären. Denn Geld ist für sie ganz wichtig, um ihre Macht zu erhalten. Es ist sozusagen der Ersatz Viagra in Papierform für diese ja total keusch lebenden Männer ;-) Davon geben sie nur höchst widerstrebend etwas ab.

    Den Opfern selbst begegnet man also mit – gespieltem – Unglauben, Ablehnung, Zuschreibungen, Hinhalten, Vertrösten, Ausgrenzung. Bis hin zu offenen Drohungen im Sinne von „du bist allein, wir sind viele“. Man lässt sie die eigene Macht spüren, damit man selbst nicht in Kontakt mit der Ohnmacht der Institution und ihrer Angehörigen kommt.

    Insofern können Opfer von Täterorganisationen und der in ihnen verantwortlich Agierenden nur sehr eingeschränkt Verständnis, Unterstützung, den Willen zur Aufklärung oder Wiedergutmachung erwarten.

    Um so wichtiger ist es, dass Opferaktivisten und Mitbetroffene sich an die Menschen innerhalb der RKK halten, die sich nicht vom kirchlichen Mainstream, was den Umgang mit dem Thema angeht mitreißen lassen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Das, was sie jetzt mit dem Konsortium veranstaltet, bringt uns nur ganz am Rand weiter. Sie wollen die Person und das Amt “Priester” aus dem Mittelpunkt der Aufmerksamkeit schieben. Darin sind sie erfolgreich und seit langem trainiert.“

    @Doppelkopf,

    Genau. Eine Strategie der Kirchenkader ist es ja, die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Angehörige des Priesterstandes als Einzelfälle verirrter Kleriker darzustellen. Männer, die durch die Sexuelle Revolution auf Abwege geraten seien. Dabei ist sehr gut belegt, dass der systematische Missbrauch und dessen reflexhafte Vertuschung durch die Kirche(n) bis 500 Jahre und noch weiter zurück reicht.

    Der Kabarettist Volker Pispers sprach in dem Zusammenhang von der „größten Einzeltäterzusammenrottung der Geschichte“ https://www.youtube.com/watch?v=eoAE5q0kcts

    Aber diese Vernebelungsstrategie können die kirchlichen Funktionäre nur so lange aufrecht erhalten, wie sie nicht in die direkte Auseinandersetzung mit Opfern, Mitbetroffenen und Experten gehen müssen.

    Eine gute Gelegenheit, die Schwächen der Protagonisten zu studieren sind Veranstaltungen oder Zusammenkünfte, auf denen alle beteiligten Gruppen aufeinandertreffen. Selbstverständlich auch Mitwisser und natürlich Täter.

    Ich greife mal ein Beispiel heraus:

    „15.11.2014 Missbrauchsopfer beeindruckt durch Fachtagung des Ordens der Redemptoristen gemeinsam mit dem Verein der Betroffenen zum Thema: „Missbrauch- Trauma- Traumafolgen“
    http://www.missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de/aktuelles/

    Ob es den Verantwortlichen mit der Aufarbeitung wirklich ernst ist und ob sie ihr überhaupt gewachsen sind, kann man auf solchen Symposien immer sehr gut erkennen.

    Opfer sind ja gut darin, Täter zu identifizieren. Und Täter werden aufgrund ihrer speziellen Persönlichkeitsstörung von solchen Veranstaltungen magisch angezogen (1).

    Sollten Sie also bei so einem Event keine Täter bemerken, ist das erstmal ein gutes Zeichen. Sind Missbraucher vor Ort, dann ist es aufschlussreich zu analysieren, welche Stellung die dort haben. Werden sie integriert, akzeptiert, womöglich geehrt: sofort zu der ganzen Baggage Abstand einnehmen. Entweder ist die gesamte Organisation als solche schon von Tätern, ihrem destruktiven Gedankengut und ihrer Begleit- und Beschaffungskriminalität durchsetzt oder die Verantwortlichen zu naiv, um mitzubekommen, welche Leute sich da in ihren Reihen breit gemacht haben. Für den Fall kann man auf derart leichtgläubige Kooperationspartner natürlich nicht setzen. Sie sind mit der Aufarbeitung und Ahndung der Verbrechen ihrer Mitbrüder total überfordert.

    Falls Täterpriester, die als solche identifiziert wurden auf solchen Veranstaltungen fehlen, ist es immer sinnvoll, die Entscheidungsträger zu fragen, warum. Die Antworten, die Sie – hoffentlich – erhalten sind ebenfalls aufschlussreich.

    Allen Opfern und Mitbetroffenen, die sich für Aufarbeitung einsetzen, wünsche ich bei dieser Gelegenheit viel Erfolg. Und noch bessere Nerven als sie angesichts ihres Vorhabens eh schon brauchen :)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    (1) Täter, egal ob sie geisteskrank, psychisch deviant oder einfach „nur“ psychosozial verwahrlost sind, eint ihr überzogenes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und ihr Hang zur sozialen Zockerei. D.h. sie strapazieren die Anderen, fordern durch den Kindesmissbrauch ihre Umgebung heraus. Nicht gestoppt und nicht verurteilt zu werden, bereitet ihnen eine besondere Befriedigung. Psychoanalytiker stufen die Pädosexualität als schwerste Form des Narzissmus ein. Dies bedeutet, dass Täter besonders eitel sind. Sie fordern Bewunderung ein, ohne dass es dazu den geringsten Anlass gäbe. Opfer haben Täter so kennen gelernt wie sie meistens wirklich sind: schmierige, aufgeblasene Popanze, feige Kinderfänger, die sich die lächerlichen Dünkel der Erwachsenen im Umfeld der Opfer, die sie erbeuten wollen zu Nutze machen

  • Victims of the Catholic church

    |

    Bin zum Thema Kloster Rohr im Netz noch auf einen Artikel gestoßen.
    Damals schrieb auch die MZ aus Regensburg ausführlich zum Thema Missbrauch und Gewalt

    Kloster Rohr:
    Keine weiteren Opfer
    Nach einem Bericht über Schläge und sexuelle Gewalt wurde
    ein Sonderbeauftragter eingesetzt.
    http://www.mittelbayerische.de/region/kelheim/kelheim/artikel/kloster_rohr_keine_weiteren_op/541251/kloster_rohr_keine_weiteren_op.html#541251
    Im Bericht ist die Rede, …..es hätten sich keine (früheren oder aktuellen) Rohrer Schüler oder Internatszöglinge gemeldet.
    Der damalige Rohrer Abt , Abt Gregor, ging damals auch ab 1954 in diese Schule , in dieses Gymnasium . und war auch in diesem Internat. Warum hat der Herr Abt Gregor denn nichts zum Thema gesagt ? Auch verstehe ich nicht, warum auch der leitende Direktor und die gesammte Elternbeiratschaft nichts zu diesen Themen gesagt haben. Allen ist bekannt , auch ganz Rohr weiß´das , das ganze Dorf weiß das, was eben dieser damalige Pädophile Priester / Internatsdirektor dort http://www.schwaebische.de/home_artikel,-_arid,628459.htmldort gemacht hat.
    Geistlicher muss wegen sexuellen Missbrauchs nicht ins Gefängnis

    Regensburg dpa Ein wegen sexuellen Missbrauchs an einem elfjährigen Jungen zu einem Jahr und zehn Monaten verurteilter katholischer Geistlicher muss nicht ins Gefängnis. In einem Berufungsverfahren änderte das Landgericht Regensburg das Urteil des Amtsgerichts Kelheim ab. Der Richter verurteilte den 59-jährigen Ex- Internatsleiter des niederbayerischen Klosters Rohr zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Der Ordensbruder hatte sich im Dezember 2000 nachts an einem Internatsschüler vergangen.

    MAN hat das Schweigen im Walde , und eben auch wieder ein großes Fass ohne Bode.
    Frage : Warum wurde eigentlich im Kloster Rohr das kath. Internat geschloßen?
    Wenn man zu den vielen Themen immer wieder die Hälfte weg lässt , dann klingt natürlich immer alles ganz ganz anders!
    Klar , die wollen dort in Rohr keinen Skandal haben, den Kopf nicht verlieren und Sie wollen eben keine Schlagzeilen.
    Und wenn man eben bis heute nicht über die Vergangenheit reden kann , dann hat das auch seinen Grund;
    – Psychische Traumatisierungen –

  • Doppelkopf

    |

    Danke für den Link zu den Redemptoristen. Erstaunlich, was da abläuft, auf der einen Seite. Auch gefährlich? Wer nutzt dort dieses Forum und seine besondere Performance, um seine Täterschaft zu kaschieren? Oder ist das ausgeschlossen? Oder zwangsläufig? Wenn ich Ihre Kommentierung ernst nehme, eher das letztere.
    Ihren Hinweis „auf die soziale Zockerei“, den finde ich sehr bedenkenswert: heißt im Klartext: bekommen die Zocker keinen Einhalt geboten, zocken sie umso mehr. Sexuellen Missbrauch und seine Vertuschung in diese soziale Spielsucht einzuordnen, bringt tatsächlich weiter. es wird klar, dass Aufarbeitung mehr zu leisten hat als dumme Auflistung böser Taten. Und wer wehrt sich so verzweifelt gegen eine unabhängige wissenschaftlich sauber arbeitende Aufarbeitungskommission? Sie dürfen raten.

  • Angelika Oetken

    |

    „Und wenn man eben bis heute nicht über die Vergangenheit reden kann , dann hat das auch seinen Grund;
    – Psychische Traumatisierungen –“

    @Victims of the Catholic church,

    neben den Folgen emotionaler Manipulation und Erpressung, die dazu beitragen, dass es den Opfern so schlecht geht, dass sie schweigen nutzen die Verantwortlichen in der Katholischen Kirche noch zwei Methoden, um die Angelegenheit zu deckeln: Schweigegelder und Schweigejobs. Es gibt Anzeichen dafür, dass die RKK gerade Letzteres ausgiebig nutzt, um sich die Opfer gefügig zu halten.

    Denn: wenn mir alle Beteiligten suggerieren, ich sei aufgrund der Tatsache, dass ich von einem Priester missbraucht wurde der letzte Dreck, dann ist vermutlich auch mein Selbstbewusstsein soweit reduziert, dass ich leicht von meinem kirchlichen Arbeitgeber abhängig zu machen bin.

    Auf diese Weise haben sich regelrechte Vertuschernetzwerke gebildet, in die auch Opfer verstrickt sind.

    Um so höher ist das Engagement derer einzuschätzen, die sich geoutet haben. Und dieser besonders tückischen Form der organisierten sexuellen Ausbeutung von Kindern damit ein Stück weit Grenzen setzen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    Am 11.11 14 kam vom Bistum Regensburg ein kleiner Bericht zum Thema Missbrauchszahlen. . Der BR hat zu diesem Thema nur so bis eine Minute berichtet, und das bemerkenswerte war auch, dass kein Ton zum Thema Regensburger Domspatzen gesagt wurde. Aber 2 Tage später wurde schon wieder für die Domspatzen geworben.DAS sind auch unsere GEZ Gebühren,,!!!
    Wenn in Bayern ein Schulbus zu voll ist , oder in Bayern ein Schulbus nicht richtig wenden kann , dann macht man gleich einen großen Bericht daraus. Wird jetzt von oben bestimmt , was man senden darf , und was nicht?

    Am 06. Dezember ist dann schon der Bischof von Regensburg 2 Jahre in der Stadt , aber getan hat sich bis heute noch nicht viel. Für mich ist das eine derartige Willkür.
    Der BR sendet zu gesissen Themen eigentlich überhaupt nichts, eben wenn es um die kath. Kirche , oder auch um die Regensburger Domspatzen geht.
    Der BR in München vertuscht nach meiner Meinung auch damit das ganze Thema, weil sie zu diesen Themen nicht ordentlich darüber berichten.
    Sehr gerne könnte der BR bitte ein paar Berichte mehr zum Thema Missbrauch und Gewalt aus Regesburg bringen.

    http://ssl.br.de/mediathek/video/sendungen/oberpfalz/nif-domspatzen-100.html

  • Angelika Oetken

    |

    „Wird jetzt von oben bestimmt , was man senden darf , und was nicht?“

    @Resch,

    offiziell gibt die Richtung ja der Rundfunkrat ab (1). Die Mitglieder des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks stellen sich hier vor http://www.br.de/unternehmen/inhalt/rundfunkrat/rundfunkrat-mitglieder100.html
    Welche Räte davon dem Domspatzenkonsortium und seinen Konsorten (2) verbunden sind, weiß ich nicht. Dazu bin ich mit den Verhältnissen bei Ihnen in Bayern nicht gut genug vertraut. Aber schon der Vorsitzende des BR-Rundfunkrats scheint der katholischen Kirche nicht ganz fern zu stehen ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    (1) „Der Rundfunkrat (beim ZDF: Fernsehrat, beim Deutschlandradio: Hörfunkrat) ist bei deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten das oberste für die Programmkontrolle zuständige Aufsichtsgremium.“ Quelle: wikipedia
    (2) „Konsortium….ein Instrument der Risikostreuung,
    eine Vereinigung mehrerer rechtlich und wirtschaftlich selbstständig bleibender Unternehmen zur Durchführung eines vereinbarten Geschäftszweckes…..Die Mitglieder eines Konsortiums werden Konsorten genannt.“ Quelle: wikipedia

  • Angelika Oetken

    |

    @Doppelkopf,

    „Wer nutzt dort dieses Forum und seine besondere Performance, um seine Täterschaft zu kaschieren? Oder ist das ausgeschlossen? Oder zwangsläufig?“

    Die Motivationen von Tätern solche Veranstaltungen zu besuchen und sich dort ggf. besonders hervorzutun sind unterschiedlich.

    So schwer es fällt, aber es lohnt sich in diesem Fall, zu versuchen sich in Missbraucher hineinzuversetzen.

    Es kommt dabei auf den Tätertyp und die Umstände an.

    Ein narzisstisch schwer gestörter Täter, ein Mensch also, der dem Typus des klassischen Pädo“philen“ entspräche, würde so eine Veranstaltung wie eine Bühne nutzen, um sich hervorzutun. Diese Männer sind krankhaft eitel und geltungssüchtig. Ihre schwere Persönlichkeitsstörung kann tatsächlich Züge einer Sucht annehmen. Dann versuchen sie ständig ihr Umfeld und gehen dabei immer stärker das Risiko ein, entdeckt zu werden. Dazu passt auch, dass sie bevorzugt Berufe wählen, in denen sie eigentlich unter Beobachtung stehen. Sie werden also nicht Archivar oder Bruder Botanicus, sondern Lehrer, Seelsorger, Therapeut. Dies meinte ich oben mit „Zockerei“. Der Thrill, der sich aus der ständigen Gefahr des sich Verratens ergibt, wird vermutlich auch stark sexuell motiviert sein. Wir kennen das aus anderen Zusammenhängen: Kleptomanen, Brandstifter, „Flitzer“ und Menschen, die an öffentlichen, stark frequentierten Orten kopulieren. Die Flutung mit Stresshormonen scheint anregend zu wirken.
    Allerdings sind „Flitzer“ und Paare, die sich in Fahrstühlen miteinander vergnügen, an sich harmlos. Was man von Brandstiftern und Pädo“philen“ nicht behaupten kann….

    Ein Ersatztäter, der vielleicht auch noch sadistische oder anderweitig soziopathische Züge trägt, wird solche Treffen von Opfern, Verantwortlichen und Interessierten besuchen, um Informationen zu sammeln, Opfer einzuschüchtern und die Verantwortlichen zu täuschen. So jemand ist leichter zu identifizieren, als der für gewöhnlich schon fast auf schleimige Weise angepasste und ungewöhnlich „nette“ Pädo“phile“.
    Der sadistische Ersatztäter führt sich nicht gegenüber seinen Opfern als „Schwein“ auf. Seine Mitmenschen betrachtet er im Allgemeinen nur als Figuren, die ihm entweder dazu dienen, seine Ziele durchzusetzen oder stören. Der sadistische Ersatztäter ist ein Machtmensch. Übergriffig, dominant, egoistisch, rücksichtslos. In traditionellen Gefügen wird er mit großer Sicherheit eine Führungsposition einnehmen.

    Der Gelegenheitstäter wird vermutlich nicht lange unentdeckt bleiben. Denn er neigt allgemein zur Kriminalität bzw. impulsiven Handlungen. Er trinkt, spielt, stiehlt, zieht andere über den Tisch. Einige Zeit lang ein lustiger Saufkumpan, schließlich aber wegen seiner oft lauten, grenzwertigen Art und Unzuverlässigkeit eine Belastung. Er könnte solche Treffen aufsuchen, um Schönwetter zu machen. Mimt den Reuigen, gelobt Besserung, versucht wortreich seine Tat als „Ausrutscher“ bzw. „Jugendsünde“ hinzustellen. Dabei haben solche Typen so wenig Gewissen, dass sie am selben Abend wieder missbrauchen würden. Böte sich ihnen die Gelegenheit.

    Man sollte also auf diesen von den Orden bzw. von der Kirche ausgerichteten „Aufarbeitungsveranstaltungen“ besonders nach Priestern Ausschau halten, die die oben beschriebenen Verhaltensweisen und Charakterzüge tragen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Victims of the Catholic Church

    |

    @ Angelika Oetken

    Zum Thema “ Ring “ habe ich hier noch einen Text von einer alten
    Gerichtsverhandlung gefunden. ( Dieser Text ist nichts für schwache Nerven )

    Landgericht Kiel
    Kiel211: Prozessauftakt um Verabredung von Sexualmord durch mutmaßliche Pädosadisten
    Kiel211, Polizeimeldungen, Rechtsprechung
    http://breaking-news.de/blog/2010/06/18/kiel211-prozessauftakt-um-verabredung-von-sexualmord-durch-mutmassliche-paedosadisten/

  • Angelika Oetken

    |

    @Victims of the Catholic Church,

    organisierter Missbrauch mit sadistischem Hintergrund ist eine extreme Form der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Auf der Homepage des Vereins „Vielfalt“ wird seriös darüber informiert http://www.vielfalt-info.de/. Beachtenswert auch dieses Kapitel http://www.vielfalt-info.de/index.php/viele-sein/trauma-gesellschaft
    Einige der Kinderquälerzirkel haben ihren Ursprung in der Zeit der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Das Ehepaar Müller-Hohagen hat viel Aufschlussreiches zusammen getragen, was die Auswirkungen der Nazizeit auf die Menschen betrifft http://www.dachau-institut.de/psychologie/sexueller_missbrauch.html.

    Aber nicht nur Faschisten und Sadisten organisieren sich. Auch ganz „normale“ Kindesmissbraucher. Relativ geschlossene Gruppen, die sich einen dünkelhaften Anstrich geben, wie es die „Domspatzen“ getan haben und tun, bieten solchen Banden ein ideales Jagdrevier.

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    Eine allgemeine Anmerkung: laut Buschfunk wird die Unabhängige Aufarbeitungskommission kommen.

    Allerdings wissen wir nicht, unter welchen Bedingungen sie arbeiten kann. Immerhin wird sie von unserer Regierung eingesetzt.

    Aber das soll niemanden davon abhalten, Informationen zum Thema an einen sicheren Ort zu senden.

    Nach wie vor besteht die Möglichkeit, sich an die Geschäftsstelle des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zu wenden. Ich weiß zum Beispiel gar nicht, ob Herr Rörig und sein Stab schon die Hintergründe zur jahrzehntelangen, systematischen sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen bei den „Domspatzen“ und in Etterzhausen kennen.

    Hier die Kontaktdaten des UBSKM:
    http://beauftragter-missbrauch.de/course/view.php?id=110

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    @
    Anscheinend haben sie in Regensburg auch einen guten Grund eben gewisse Themen
    unter Verschluß zu halten.
    …..
    Die Vergehen pädophiler Priester auf 15.000 Seiten
    http://www.welt.de/vermischtes/article134162591/Die-Vergehen-paedophiler-Priester-auf-15-000-Seiten.html

    Missbrauchsskandal erschüttert katholische Kirche
    http://www.schwaebische.de/panorama/aus-aller-welt_artikel,-Missbrauchsskandal-erschuettert-katholische-Kirche-in-Spanien-_arid,10125211.html

  • Angelika Oetken

    |

    „Anscheinend haben sie in Regensburg auch einen guten Grund eben gewisse Themen
    unter Verschluß zu halten.“

    @Resch,

    vermutlich sogar mehrere unterschiedliche. Es lohnt sich, da mal eine Bestandsaufnahme zu machen. Schon weil die Verantwortlichen bei Themen wie Unterschlagung, Veruntreuung oder Steuerbetrug viel weniger Berührungsängste haben als bei „sexueller Missbrauch“.

    Und werden diese Sachen dann untersucht, kommt meist dann wie von selbst auch die Missbrauchskriminalität auf den Tisch.

    Schon allein, wenn all die Beteiligten beginnen sich gegenseitig zu Verpfeifen. In der Hoffnung dann selbst besser davon zu kommen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    @ @ Prävention für Priester
    Kirche bietet Projekt gegen sexuellen Missbrauch
    http://www.tz.de/welt/kirche-bietet-praeventionsprojekt-gegen-sexuellen-kindesmissbrauch-meta-4483533.html
    –Meine Meinung ist , das zum Beispiel homosexuelle Priesteranwärter in den Priesterseminaren eben schon auch Ihre Pädo-Neigungen mitbrigen. Und eine sehr
    hohe Prozentzahl der Priesteranwärter eben dann nur auf auf Knaben fixiert sind. Man hört auch immer wieder von deratigen Ausschweifungen und großen Unzuchtsparys in den Priesterseminaren, ,also stehen Sie doch dort schon in den Startlöchern.

    @@ Bislang fehlten wissenschaftliche Erkenntnisse, ob der Zölibat die Gefahr sexuellen Missbrauchs von Kindern erhöhe. „Die Forschung ist da noch nicht so weit, wie viele sich das vorstellen.“

    — Sehr wohl hat dieses Zölibat nach meiner Meinung eine große Mitschuld am sexuellen Missbrauch von Kindern. Das geht doch schon seit vielen Jahrhunderten so.
    Wenn man draußen dann irgendwelche Kirchen besucht, dann sieht man sehr oft auch fast nakte gemalene Knaben auf Bildern. Hätten alle Priester auch heute eine heterosexuelle Einstellung , würden also auch die Frauen lieben, so wie sich das auch gehört , dann würden die Priester auch nicht solche Neigungen nach den Knaben haben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie
    http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie

    –Auswirkungen auf die Opfer sexuellen Missbrauchs
    Sexuelle Kontakte mit Erwachsenen können bei den betroffenen Kindern zu einer psychosexuellen Traumatisierung führen, die häufig ursächlich für langanhaltende psychische Störungen ist. Die Auswirkungen auf die Opfer sexuellen Missbrauchs sind von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem ob körperliche Gewalt angewendet wurde, in welcher Beziehung das Opfer zum Täter stand, vom Alter des Opfers und von der Dauer der sexuellen Übergriffe. Sie reichen von der posttraumatischen Belastungsstörung über nichtorganische Gedeihstörungen, Depressionen und Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie dissoziativen Störungen bis hin zur multiplen Persönlichkeitsstörung. Die drei letztgenannten Störungen stehen besonders oft in engem Zusammenhang mit dem Erleiden von sexuellem Missbrauch im Kindheits- und Jugendalter.[47][48] Die traumatischen Erfahrungen prägen auch Bindungen, Beziehungen und Partnerschaften, die Missbrauchsopfer als Erwachsene eingehen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie
    http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie

  • Angelika Oetken

    |

    @Resch,

    ja, es stimmt, es gibt noch eine Menge aufzuarbeiten.

    Aber Pädo“philie“ mit Homosexualität gleichzusetzen bzw. Pädokriminalität und Pädo“philie“ in einen Topf zu werfen, spielt eigentlich nur den Leuten innerhalb der Kirchenführung in die Hände, die genauso argumentieren. Von wegen: „das hat mit der Struktur der Katholischen Kirche und den entsprechenden Grundeinstellungen nichts zu tun. Sondern ist das Problem, von „unzüchtigen“ d.h. undisziplinierten Leuten.

    Ich bin mittlerweile sogar der Meinung, dass die RKK aus der Protektion von Missbrauchstätern Vorteile zieht. Auf institutioneller Ebene.

    Das Zölibat spielt als gefährdendes Element eine Rolle. Denn es zieht Männer an, deren Persönlichkeit genauso unreif ist, wie ihre psychosexuelle Entwicklung defizitär.

    Und genau diese sitzen in der Institution RKK ganz oben. Deshalb ist bisher auch noch nicht viel rausgekommen bei Aufarbeitung, Sühne und Prophylaxe.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Es ist amtlich. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission kommt
    http://heimopfer-korntal.de/ (Aktuelles vom 20.11.2014). Sobald die ins Arbeiten kommt, wird das große Schreddern einsetzen.

    Deshalb: Opfer und Mitbetroffene, die Informationen, Dokumente oder irgendwie Auswertbares zum Thema haben, insbesondere das, was institutionellen Missbrauch betrifft, sollten sowas auf keinen Fall aus der Hand geben. Sondern sichern, kopieren und aufbewahren.

    Sollte es sich um besonders brisantes Material handeln, könnte es günstig sein, das UMGEHEND an den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs zu senden http://beauftragter-missbrauch.de/

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    @Resch,

    Männer mit Einfluss mittels Pädokriminalität gefügig bzw. kooperationsbereit zu halten ist eine bewährte Methode. Alle, die es mit den Menschenrechten und Gesetzen nicht all zu genau nehmen wollen oder müssen wenden sie an. Nachrichtendienste, Drogenkartelle, all die Apparatschiks irgendwelcher Potentaten, die Amigos von Kirchen- und Politklüngeln….

    Auch wenn sich einigermaßen „normale“ Menschen so etwas nicht vorstellen können: für einen Pädosexuellen ist der Missbrauch eines Kindes hoch attraktiv. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, die von rein mechanischen bis hin zu spirituellen reichen. Aber das Ganze kann Suchtcharakter annehmen.

    Außergewöhnlich ist im Falle der Untersuchung in England nur, dass sie überhaupt statt findet. Da scheint was im Gange….

    Um Kinderschutz geht es dabei natürlich nicht. Möglicherweise soll eine in Ungnade gefallene Truppe von VIPs abgeschossen und durch eine andere ersetzt werden.

    Spannend. Und hoffentlich schwappt das auch auf andere europäische Staaten über. In Deutschland ist in der Hinsicht auch genug aufzuklären.

    Da wir gerade 25 Jahre Mauerfalljubiläum gefeiert haben: manche Edelbürokraft hatte in der Nacht vom 9.November nichts Besseres zu tun, als Dokumente zu schreddern. Erpresser fotografieren und filmen soweit möglich, ihr Zielobjekt beim Missbrauch von Kindern. Diejenigen, die über solche Bilddokumente verfügen, haben buchstäblich was in der Hand.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    Es gibt noch viel Gesprächs- und Aufarbeitungsbedarf… aber so langsam kommen die üblichen Sätze, die die Katholische Kirche ihren Opfern zahlt, wenn die geloben zu Schweigen ans Licht.

    „Allerdings deutet einiges auf einen Druck aus Rom hin. Die katholische Wochenzeitung „Vida Nueva“ berichtete, Vatikan-Untersuchungen hätten ergeben, dass die Erzdiözese einem ehemaligen Diakon ungewöhnlich hohe Gehaltszahlungen überwiesen habe.

    Insgesamt 105.000 Euro soll er auf diese Weise erhalten haben – als eine Art Schweigegeld, damit er nicht mit sexuellen Bedrängungen eines Priesters an die Öffentlichkeit gehe oder sogar Anzeige erstatte. Bei dem betreffenden Geistlichen soll es sich um einen engen Freund des Erzbischofs handeln.“
    http://www.kath.net/news/48496

    „Einfache“ Opfer erhalten die üblichen 20 000. Wenn überhaupt. Wenn sie nach dem Missbrauch noch einigermaßen zu verwerten sind, dann manchmal auch einen Job in irgendeiner kirchlichen oder der Kirche verbundenen Organisation oder Firma.

    Ob das in Spanien wohl auch so ist?

    Dieser Diakon jedenfalls schien die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Und ließ sich nicht mehr mit solch lausigen Summen abspeisen.

    Ein Leben ist etwas wert. Für entstandene Schäden haben die Verursacher aufzukommen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ob die Sache in Spanien wohl inszeniert ist? Um Papa Franz gut aussehen zu lassen?

    P.P.S. „Kollektiv für eine Kirche ohne Missbrauch“… konnte nur den Facebook-Auftritt aufrufen…
    https://www.facebook.com/IglesiaSinAbusos

  • Sepp

    |

    Hi , ich war damals auch in diesem Kloster Rohr.
    Damals gab es dort einen Pater den sie immer Lesbo nannten. Damals wurden von diesem Pater wirklich viele viele unschuldige Buben angefingert.
    Dann eben mit dieser einen Gerichtsverhandlung ( das Bistum Regensburg hatte damals noch die Berufung eingelegt ) hat man diesen Typen dann für immer verräumt!
    Heute stockt die Aufarbeitung , weil eben auch dieser Altabt Gregor anscheinend doch von damals nichts mehr weiß!

    http://www.jngrohr.de/index.php/86-wir-ueber-uns/275-75-geburtstag-von-altabt-gregor

  • Angelika Oetken

    |

    „Heute stockt die Aufarbeitung , weil eben auch dieser Altabt Gregor anscheinend doch von damals nichts mehr weiß!“

    @Sepp,

    oder er weiß, wie so viele seines Schlages, viel zu viel….und „man“ hofft, dass er nichts davon der Öffentlichkeit preis gibt.

    „Auch die Griechenlandfahrer (Abt Gregor war heuer zum ersten Mal Begleiter der Abiturfahrt) hatten ihm ihr Griechenlandlied („Und irgendwann bleib i dann dort“ von STS) umgewidmet“
    http://www.jngrohr.de/index.php/86-wir-ueber-uns/275-75-geburtstag-von-altabt-gregor

    Das Internat „Rohr“ wurde doch soweit ich informiert bin ziemlich zügig geschlossen, nachdem einer der Haupttäter aufgeflogen war.

    Ich wusste nicht, dass der Benediktinerorden diese Schule betreibt: http://www.jngrohr.de/

    Gilt die als Privatschule? Wie finanziert sich das? Förderverein: wer gibt da den Ton an? Auf der Homepage habe ich darüber nichts gefunden.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    @Resch,

    was das Auswahlverfahren angeht, sollte eigentlich überall dort, wo jemand Kinder und/oder Jugendliche unterrichten, behandeln oder betreuen soll, die Einstellungen und Kenntnisse der BewerberInnen zum Thema „sexuelle Ausbeutung“ Thema im Bewerbungsgespräch sein. Natürlich findet man so nicht heraus, ob ein Bewerber oder eine Bewerberin zu sexuellen Übergriffen neigt. Aber es wird ein Signal gesetzt im Sinne von „wir sprechen ganz selbstverständlich über dieses Thema“. Verbunden mit der Ankündigung, dass „Missbrauch“ natürlich auch verbindlicher Inhalt der Team- und Einzelsupervisionen sind. Die hoffentlich statt finden. Auch für das Kollegium des Domspatzeninternats.

    Was Frauen und sexuelle Übergriffe auf Heranwachsende angeht: aus Gründen eines in diesem Bereich so falschen wie tief verwurzelten Rollenverständnisses heraus, geht man davon aus, dass nur Männer bzw. Jungen missbrauchen. Das stimmt nicht. Allerdings ist es für Männer sehr schwierig, sich einzugestehen als Kind oder Jugendlicher ausgerechnet von einer Frau missbraucht worden zu sein. Das Klischee wertet Frauen als dumm, schwach und sexuell allerhöchstens rezeptiv. Im Sinne von „eine Frau wird sexuell benutzt, ihrerseits beutet sie nicht aus“.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Don Camillo

    |

    Die Akte Regensburger Domspatzen – Film von Mona Botros
    Mi, 7. Jan · 23:30-00:15 · Das Erste (ARD)
    „Sünden an den Sängerknaben“

    „Der Film erzählt die Geschichte von drei ehemaligen Domspatzen, deren Leben durch die Erfahrungen im Internat des berühmten Knabenchors für immer verändert wurde. Sie berichten über gnadenlose Misshandlungen, über Trinken- und Essensentzug, über alltägliche Demütigungen und Prügel. Und sie berichten, was ihnen nachts in den Schlafräumen der Präfekten angetan wurde. Alle drei stellten Anträge auf „Leistungen in Anerkennung des Leids“, wie es im Formular der Kirche heißt. Die Dokumentation zeigt, was aus diesen Anträgen geworden ist. Die Filmemacherin Mona Botros begleitet die drei ehemalige Sängerknaben bei ihrem stillen Kampf um Gehör und Gerechtigkeit.“

  • Angelika Oetken

    |

    @Don Camillo,

    klingt nach einem Film, den man sich angucken sollte.

    Wissen Sie ob die Filmemacherin sich auch mit dem eigentlichen Zweck der systematischen sexuellen Ausbeutung und multimodalen Misshandlung der Insassen der bekannten Einrichtungen (Domspatzeninternat, Etterzhausen, Kloster Rohr…) ?

    Denn die Verantwortlichen haben ja die Kinderquälereien im wahrsten Sinne nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert. Das Domspatzensyndikat war ja vor Allem eine Postenverteilmaschine. Und um sowas aufrecht zu erhalten, braucht man Geld. Was ja heutzutage – oh Wunder!!!! – fehlt.

    Diese hochheilige Seilschaft betrieb also im Grunde nichts Anderes als das, was wir heute „Kinderhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung“ nennen. Und da verwundert das moralische Getue, was die normalerweise an den Tag legen auch nicht. „Außen hui, innen pfui“ ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Pepone

    |

    Betreff: Die Akte Domspatzen – Sünden an den Sängerknaben
    @ Angelika Oetken , Don Camillo
    In Etterzhausen wurden über Jahrzehnte viele Buben und auch deren Eltern dort nur
    ausgebeutet. Viele Eltern mussten damals nur diese teueren Pensionen in Etterzhausen zahlen , auch damit das ganze damalige System von Etterzhausen und das in Regensburg , Reichsstrasse , am Leben gehalten wurde.. Die , die in den letzten Jahrzehnten in Regensburg Ihr Domspatzenabitur machten, haben mit dem damaligen Etterzhausener Blutgeld eben auch ihr Abitur gemacht.

    ‚Und , das Thema ist bis in 10 Jahren noch nicht gegessen, oder nicht richtig aufgearbeitet , da bis heute eine Vielzahl der ehemaligen Domspatzen immer noch nicht richtig den Mund aufbringen!

    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/swr/07012015-suenden-an-den-saengerknaben-100.html

  • Angelika Oetken

    |

    @Pepone,

    „System Etterzhausen und das in Regensburg, Reichsstrasse“…. wer hat sich denn da womit auf Kosten der in Etterzhausen und im Domspatzeninternat eingebuchteten Kinder bereichert?

    Das Domspatzensyndikat bestand doch aus Menschen?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Auch heute noch mag Lindner vor der Kamera nicht von einem „Fehler im System“ sprechen. Wörtlich sagt er dazu im Interview: „Ich glaube, dass die Anforderungen dort sehr hoch sind, mit Schule und Musik und diesem Chordienst. Aber einen systematischen Fehler? Für viele Jugendliche, für viele Kinder ist das eine unglaubliche Herausforderung und Bestätigung. Da fällt mir eine pauschale Aussage – ‚was ist der Fehler des Systems‘ – schwer.“
    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/swr/07012015-suenden-an-den-saengerknaben-100.html

    „Fehler im System“? Natürlich nicht.

    Im Gegenteil. Das lief doch sicher alles wie geschmiert.

    Herr Dr. Linder hat den Posten des Missbrauchsbeauftragten für das Bistum angenommen. Er ist ein renommierter Fachmann für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Selbst wenn er anfangs die ganze Dimension der systematischen mehrfachen Ausbeutung von der Domspatzen-Zöglinge nicht geahnt haben sollte – was mich verwundern würde, hat er doch lange Jahre die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Bezirksklinikum geleitet, da bekommt man so einiges über alle Arten miesester Kriminalität mit – jetzt hat er Einblick: was soll er also sagen? Was tun?

    Dr. Lindner arbeitet im Auftrag der Verantwortlichen des Bistums. Und diesen gegenüber ist er zuallererst verpflichtet. Nicht den Opfern. Auch nicht der Öffentlichkeit.

    Was wieder mal ein gutes Argument dafür ist, dass Aufklärung, Aufarbeitung und die Entscheidung über Schmerzensgelder, Hilfen und Entschädigungen in staatliche Hände gehören. Einer multiprofessionellen Kommission von un-abhängigen Leuten anvertraut. Begleitet von einem Aufsichtsrat, in dem auch Betroffene und Mitbetroffene sitzen.
    Wir machen es sonst Menschen, denen im Laufe ihres Tuns jedes normale Unrechtsbewusstsein abhanden gekommen ist zu leicht. So wird weiterer Klüngelei besser vorgebeugt.

    Wir alle müssen solchen Typen Grenzen setzen. Das ist ein Gesamtkunstwerk ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Prügelknabe

    |

    @ Angelika Oetken

    Klar waren das alles Menschen – auch die , die damals in dem jeweiligen Kuratorium waren und die Befehle gaben!
    ( DKM Georg Ratzinger , usw, )

    Dieser Typ auf dem Bild , siehe Link , hat mir in meiner damaligen dortigen Schulzeit in Etterzhausen so sehr das Leben schwer gemacht. Bis heute denke ich daran.

    http://www.rtv.de/sendungsdetails/7805640/suenden-an-den-saengerknaben.html

  • Angelika Oetken

    |

    Nachtrag

    In der Vorankündigung zum Fernsehbeitrag heißt es: „Dieser Film dokumentiert den Umgang des Bistums mit den Vorwürfen, die so sehr im Widerspruch zu den Wert- und Moralvorstellungen der katholischen Kirche stehen.“
    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/swr/07012015-suenden-an-den-saengerknaben-100.html

    Dieser Satz beschreibt das Dilemma: der Römisch Katholischen Kirche gehören 1,2 Milliarden Menschen an. Spirituell beaufsichtigt werden sie von gut 400 000 Priestern, unter denen sich etwas mehr als 5 000 Bischöfe befinden.

    Die Priester (Diakone und Ordensleute) geben vor was „man“ in der Katholischen Kirche zu glauben meint bzw. wie „man“ leben soll.

    Das Problem dabei: Priester werden während ihrer Ausbildung einer Art moralischer Umerziehung unterworfen. Ziel: eine übermäßig starke Loyalität zur Institution (sprich dem Klerus) herstellen. Hier wird davon berichtet: http://www.regensburg-digital.de/bischof-rudolf-und-sein-fragwurdiger-berater/14062013/#comment-46566

    Fazit: die Laien unter den Mitgliedern der Katholischen Kirche werden vermutlich andere Wert- und Moralvorstellungen haben, als deren geistliche Anführer. Und wir alle.

    Wenn wir „Normale“ also die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen als eine schwere Grenzverletzung und/oder Straftat ansehen, dann ist es vorstellbar, dass ein gewöhnlicher Kleriker das ganz anders sieht. Nämlich dass das Opfer sich hat etwas zu Schulden kommen lassen.

    Überhaupt sind die „Werte“ und die „Moral“ die die Priester predigen ja immer so angelegt, dass sie nie erreichbar sind. Das ist ja der eigentliche Geschäftsinhalt der Kleriker: Leuten ein immerwährendes schlechtes Gewissen einreden.

    Nur sie selbst scheinen davon ganz und gar unberührt. Das muss denen erstmal jemand nachmachen.

    Gut nur, dass es so viele Laien im kirchlichen Dienst gibt. Menschen, die noch wissen dass ein X kein U ist.

    Und die ihr Gewissen so belastet – eben weil ihnen das ja nie abhanden gekommen ist – dass sie berichten, wie schamlos die Klerikader mit dem Thema „Missbrauch“ umgehen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    @Prügelknabe,

    gibt es von den Beteiligten eigentlich sowas wie ein Organigramm, d.h. eine Schautafel oder ein Bild auf dem sie aufgelistet und die jeweiligen Beziehungen untereinander gekennzeichnet werden?
    Hier ein Beispiel für das, was ich meine: http://www.theofficialboard.de/organigramm/dow-chemical
    Was beim Chemiekonzern „Dow Chemical“ (übrigens der Produzent von „Agent Orange“ und verantwortlich für das Bhopal-Unglück seinerzeit) noch einfach aussieht, ist beim Missbrauchersyndikat in Regensburg nicht ganz so leicht darzustellen.
    Erst recht, wenn die vielen Mitwisser und Nutznießer der systematischen multimodalen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hinzugerechnet werden.

    Aber ein Organigramm zu erstellen lohnt sich immer. Schon bei der Anfertigung werden Zusammenhänge offenbar, die ansonsten verdeckt scheinen. Angeblich kann man sowas auch schon als Software nutzen. Dann ist es möglich über das Eingeben verschiedener Stichworte, zum Beispiel: „Posten“, „Titel“, „Reisen“, „Ausbildungsorte“ oder „Spenden“ neue Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren herzustellen.

    Leider bin ich laut Auskunft meines Sohnes „IT-lernbehindert“ ;-)

    Und habe keine Ahnung wo man so eine Software bekommt und wie viel das kostet. Aber Bedarf, den hätte ich. Und meine MitstreiterInnen auch. Denn so wie in Regensburg geht es überall zu, wo einige lange missbrauchen und viele zugucken und die Hand aufhalten.

    Sollte also jemand unter den ForistInnen einen Tipp für mich haben: DANKE!

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Don Camillo

    |

    „Wissen Sie ob die Filmemacherin sich auch mit dem eigentlichen Zweck der systematischen sexuellen Ausbeutung und multimodalen Misshandlung der Insassen der bekannten Einrichtungen (Domspatzeninternat, Etterzhausen, Kloster Rohr…) ?“

    Hallo Frau Oetken,
    mehr Informationen, als ich in der Vorankündigung gelesen habe, kann ich Ihnen leider auch nicht geben.

    Vielleicht ist das hier eine Software, die für Sie interessant sein könnte:
    http://alternativeto.net/software/yed/
    http://www.heise.de/download/yed-graph-editor.html

    Viele Grüße, D, C,

  • Missbrauchsopfer

    |

    Glaube , der Herr Dr. Lindner , neuer Missbrauchsbeauftragter vom Bistum Regensburg , eben zum Thema auch nicht alles gesagt bekommt. Seit dem Frühjahr 2010 kocht dort nämlich in Regensburg schon ein derartiges Niveau.
    Ich wurde damals auch im Kloster Rohr / Niederbayern missbraucht , und ich verzichte zur Zeit, eben vorerst , auch auf eine Meldung , mich beim aktuellen Missbrauchsbeauftragten Herrn Dr. Lindner in Regensburg zu melden.

    Zum Thema Niveau:
    http://www.merkur-online.de/lokales/dachau/landkreis/eltern-wegen-bafoeg-gericht-4546103.html

  • Angelika Oetken

    |

    @Missbrauchsopfer,

    ich formuliere jetzt mal ein wenig scharf: wenn Herr Lindner Wert darauf legen würde, in seiner Funktion als Missbrauchsbeauftragter der Diözese Regensburg von seinem Auftraggeber zum Thema „Missbrauch“ alles gesagt zu bekommen, dann hätte er den Job gar nicht erst angenommen.

    Sondern dafür plädiert, dass eine unabhängige Untersuchung statt findet. Durchgeführt von einem multiprofessionellen Team, unter Beteiligung von Betroffenen und unter staatlicher Aufsicht.

    Alles Andere ist leider albern.

    Wieso sollten die Verantwortlichen im Bistum Regensburg die Karten auf den Tisch legen? Sie könnten nur verlieren. Weil dann die gesamte kriminelle Dimension der systematischen sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Einflussbereich der „Domspatzen“ offenbar würde.

    Deshalb ja mein Hinweis: Informationen an den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herrn Johannes-Wilhelm Rörig in Berlin schicken. Das geht auch anonym.

    Das Ganze in Kopie – ebenfalls anonym – an Herrn Lindner schicken. Jeweils mit dem Verweis, wohin die andere Kopie gegangen ist.

    Wenn Sie sich dann später einmal entscheiden, sich namentlich zu offenbaren, dann kann man Ihre Post immer noch zuordnen. Sie müssen sich ja nur notieren, wann Sie sie abgeschickt haben und Ihr Anschreiben aufbewahren.

    Alles Gute wünscht Ihnen
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • P.

    |

    @
    Frau Dr. Böhm ist ja vor anderthalb Jahren sehr plötzlich nach kurzer Krankheit verstorben.
    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Schock-im-Bistum
    -Regensburg-Missbrauchsbeauftragte-stirbt-voellig-ueberraschend;art1172,1807
    25
    Man laß auch in einigen Berichten , dass Frau Dr. Böhm einigen Opfern sehr gut geholfen hat – oder geholfen haben soll. Auch dabei, überhaupt Unterlagen zu bekommen. Sie hat mit vielen Betroffenen gesprochen und sicherlich hatte auch Sie einige viele Insiderinformationen.

    Wer ganz plötzlich und unerwartet stirbt, hat gar keine oder nur wenig Zeit,
    seine Sachen zu ordnen und den Nachfolgern zu übergeben.

    Wie vollständig sind wohl die Informationen, die der neue
    Missbrauchsbeauftragte Herr Dr. Lindner heute in Regensburg wohl hat?

  • Angelika Oetken

    |

    „Man laß auch in einigen Berichten , dass Frau Dr. Böhm einigen Opfern sehr gut geholfen hat – oder geholfen haben soll. Auch dabei, überhaupt Unterlagen zu bekommen. Sie hat mit vielen Betroffenen gesprochen und sicherlich hatte auch Sie einige viele Insiderinformationen.“

    @P.,

    Frau Dr. Böhm war ganz sicher eine sehr engagierte Expertin im Bereich Psychotraumatologie.

    Hier der Nachruf ihres Arbeitgebers, der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Kehlheim, einer Einrichtung, die sich unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. befindet:

    http://www.eb-kelheim.de/dokumente/upload/Jahresbericht20132.pdf (S. 25, auf der S. 24 ist auch eine Todesanzeige eingestellt).

    2012 referierte sie auf dieser Tagung zu verschiedenen Themen
    http://www.bke.de/content/application/explorer/public/bke-tagung/wjt-2012/traumatisiertph2012b.pdf

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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