FOS/BOS: Webers „Schmarrn“ und Riegers „Gschaftlhuberei“

„Wer der Schuldige ist, ist mir eigentlich wurscht“, sagt Norbert Hartl (Foto), „aber ich habe das Nebelrumgerede satt.“ In der Diskussion um die Raumnot an der FOS/BOS hat der SPD-Fraktionschef im Regensburger Stadtrat sowohl das Schulreferat, damit Bürgermeister Gerhard Weber, wie auch die Schulleitung, Rektor Karl-Heinz Kirchberger, aufgefordert, konkrete Zahlen zu den fehlenden Klassenzimmern auf den Tisch zu legen. „Sobald diese Fakten vorliegen, ist die SPD Fraktion bereit im Stadtrat für zusätzliche Klassenzimmer einzutreten, die dann unverzüglich bereitzustellen sind“, heißt es in einer Presseerklärung vom Donnerstag (als PDF). Das sind ganz neue Töne – oder doch nicht? Schulleiter Kirchberger hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sieben Räume fehlen und auch die derzeitige Unterbringung der Schülerinnen und Schüler geschildert. Ergebnislos. All das sei laut Hartl „zu vage“ gewesen. Er will jetzt nochmal genau wissen, welche Klassen wie wo untergebracht sind. „Jedes Klassenzimmer, dass dann nachgewiesenermaßen fehlt, wird auch zur Verfügung gestellt“, verspricht er. „Dass Platzmangel herrscht, bezweifle ich nicht.“ Den Container-Vorschlag von CSU-Stadtrat Franz Rieger lehnt Hartl allerdings rundweg ab. „Das ist doch reine Gschaftlhuberei.“ Präferenz der SPD wäre stattdessen die ehemalige Bundeswehrfachschule an der Landshuter Straße 17. Schulbürgermeister Weber hatte es bislang abgelehnt, dort zusätzliche Räume zur Verfügung zu stellen. Das leerstehende Gebäude müsse für den Notfall – einen Anstieg der Asbestbelastung im bisherigen Schulgebäude am Ziegelweg – freigehalten werden, so Webers Argumentation in der Vergangenheit. „Das ist ein Schmarrn“, sagt Hartl, der darauf hinweist, dass bereits im vergangenen Jahr Schüler des Goethe-Gymnasiums in der Landshuter Straße 17 untergebracht waren. „Was wäre dann im Notfall passiert?“ Kirchberger hat bereits auf Hartls Aufforderung reagiert und eine Auflistung der betroffenen Klassen und Räume zusammengestellt (PDF) – es fehlen bekanntlich sieben Zimmer. Nun ist auch bekannt, welche Klassen davon betroffen sind. Ob das ausreicht, um endlich Bewegung in die verfahrene Situation zu bringen? Die Zeit dafür ist in jedem Fall überreif. Bei einer Elternversammlung am Mittwochabend machten die rund 150 anwesenden Väter und Mütter ihrem Ärger und ihrer Frustration Luft. Eindrucksvolles Zeichen dafür: Die von der Stadt geforderte Verweisung von Schülern auf andere Standorte lehnte die Versammlung einstimmig ab. „Es wird Zeit, dass Bürgermeister Weber mal zum Schulbetrieb kommt, um zu sehen, unter welchen Bedingungen sich die Jugendlichen hier aufs Abitur vorbereiten müssen“, so eine Mutter. Das Verhalten der Stadt diskriminiere die Schulart FOS/BOS, so die ehemalige Elternbeirätin Elisabeth Reitberger. Sollte sich die Stadt weiter weigern, zusätzliche Räume bereitzustellen, plant der Elternbeirat, dagegen Klage einzureichen. Man wolle sich dazu mit der Landeselternvertretung beraten, sagt der Elternbeiratsvorsitzende Franz Schuster. Trotz allem gehe es aber nicht um Konfrontation betont er. „Eine Lösung geht nur mit der Stadt.“ Manchmal habe er aber den Eindruck, dass „einige Politiker in einer Parallelwelt leben. Die sind meilenweit von den Sorgen der Eltern und Schüler entfernt.“

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Kommentare (9)

  • eduard buchinger

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    an @all. ;-)

    (…) Webers „Schmarrn“ etc. .., da hat das „Gespenst der Geisterbahn“ schon aucheinmal recht!
    Wenn einer wie der Regensburger BM, auch noch an der Bildung sparren möchte, indem er sehenden Auges (bedingt durch sein „Herrschaftswissen“) die Überfüllung der hiesigen FOS/BOS „billigend in Kauf nimmt, dann gehört Weber und Konsorten gehörig der Marsch geblassen!!

    Wenn da. nicht die Altersgrenze für sein Amt als Bürgermeister (glücklicherweise) wäre, so müssten sich engagierte Schulleiter wie Herr Kirchberger nebst durch die Räumlichkeiten benachteiligte Schüler und Eltern,
    wirklich noch größere Sorgen machen.

    Ergo: Go home BM gerhard Weber, …und las andere -kompetentere „hinschmecken“, rady?!!

    Mit besten Grüssenn! Eduard Buchinger. ;-)

  • Fritz the Cat

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    Dem Weber und dem Schaidinger braucht man gar nichts mehr blasen, Die erledigen sich von ganz alleine. Dem Hartl hätte ich zugetraut das er bis 7 zählen kann, taub soll er ja nicht sein. Ergo Hartl, zurück ins Glied und Maul halten bitte. Den Platzmangel bestätigen und Herrn Dr. Franz Rieger der Gschaftlhuberei zu bezichtigen das geht wohl gar nicht. Die in Regensburg gezeigte SPD Kompetenz gipfelt beim Sozialtickett und wird getragen vom Handhochheben nach Schaidingers Gusto. Peinlich wer so etwas erklären will und aus dieser Ecke soll OB Wolbergs kommen.
    Peinliche Truppen im Rathaus, leider bei beiden Volksparteien, wobei diese Begrifflichkeit derzeit in Regensburg nicht mehr zutrifft

  • Jochen Schweizer

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    H. Hartl, der frühere Querolant gegen jedes Vorhaben der Stadt Regensburg, bis zum Jahr 2008, ist einer der Schuldigen dieser Schulhausmisere, den er gestaltet mit seiner Stadtratsfraktion die Stadtpolitk mit seit dem März 2008. Er stimmte auch im Stadtrat für die Einrichtung einer Bustrasse zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Minervastraße wie sie in der Vorlage VO/10/5445/61 ÖPNV-Anbindung Burgweinting mit der Variante 2 beschlossen wurde und bereits in Planung und im Genehmigungsverfahren ist. Gegen diese Trasse wenden sich auch SPD Mitglieder des SPD-Orstvereines Burgweinting-Harting-Irl mit einer Unterschriftenaktion, denn für Sie ist der Aubachpark und das Aubachtal eine grüne Insel und der Naherholungsraum zwischen den Wohngebieten I und III in Regensburg-Burgweinting.

  • Lang

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    Einen Einsichtigen zu beschimpfen ist wie Nachtreten beim Fußballspiel.

  • Lang

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    Riegers Idee zu beschimpfen ist ebenso ein Foul wie Nachtreten gegen Hartl. Was würde Riegers Containervermieter (oder ein anderer) für den Ankauf städtischer Containerklassenräume zahlen, wenn auch diese Klassen verlagert würden in die Landshuter Str.17?

    Kommt noch Antwort vom „Weber-Lager“ zu
    http://www.regensburg-digital.de/schulleiter-contra-schulburgermeister/10092010/comment-page-1/#comment-13583 „Schichtunterricht statt leer stehendes Gebäude als Notfalloption“ ?

  • Irren ist menschlich

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    Irren ist menschlich, das werden sich viel sagen, die 2008 die SPD und ihren heutigen Fraktionsvorsitzenden wählten. Er ist halt ein Populist, der allerdings nur einen beschränkten Ausschnitt wahrnimmt. Seine neue Aussage zur BOS/FOS ist einfach daneben. Er war es 2007, der den OB mit einem Neubau dieser beiden Schulen vor sich hertreiben wollte. Der OB versprach den sofortigen Neubau hinter dem Josefskrankenhaus, beide erklärten nach der Wahl diesen Standort für nicht realisierbar, weil das Grundstück zu teuer ist. Vielleicht hat der Sinneswandel ja was damit zu tun, dass der Fraktionsvorsitzende seit 2009 im Aufsichtsrat der Stadtbau sitzt. Es ist nachvollziehbar, dass Lehrer, Schüler und Eltern nicht nur enttäuscht, sondern auch verärgert sind, weil ihnen seit 40 Jahren immerwieder dasselbe erzählt wird. Wenn es um die Finanzierung geht, hätten sich die Verantwortlichen der Stadt, des Landkreises und weiterer Kommunen zusammensetzen und eine gemeinsame Lösung entwickeln können. Zu naiv? Vielleicht! Die menschen erwarten die Lösung ihrer Probleme und keine Hahnenkämpfe. As Fahnerl im Wind ist kein geeigneter Ansatz.

  • Irrenistmenschlich

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    Nachtrag! Wie ist es mit der Priorität? Was ist wichtiger, Fußballstadion oder Schulgebäude? Populisten entscheiden sich möglicher Weise für Fußballstadion. Ist es aber such der Wille des Volkesß Nichts anderes sollten aber Populisten im Sinn haben.

  • Johann Schmidt

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    an @Jochen Schweizer.

    Ihr Verweis auf die geplante Bustrasse durch den Aubachpark ist zwar im Rahmen des Artikels nicht angebracht, da aber der Initiator dieser Idee mit der Hauptfigur des Artikels übereinstimmt immerhin nachvollziehbar.

    Dennoch eine Frage : Sie erwähnen Unterschriftenlisten des SPD-Ortsvereins Burgweinting-Hartl-Irl, die mir bisher noch nicht belkannt waren. Es hat sich bisher meines Wissens nach lediglich die Vorstnadschaft des Ortsvorstands der CSU Burgweinting in seinem Infobrief 02/2010 einstimmig und mit Unterschrift gegen die geplante Bustrasse durch den Aubachpark geäußert.

    Eine Unterschriftenliste des SPD-Ortsvereins Burgweinting-Hartl-Irl gegen die besagte Bustrasse wäre umso erstaunlicher, da ja der Orga-Leiter des Ortsvereins – Herr Norbert Hartl – als Initiator den zitierten Beschluss in allen Punkten verteidigt ( siehe auch http://bustrasse.ibit-js.de ).

    Sollte sich die „SPD-Basis“ von Burgweinting dennoch gegen diese unsinnigen Pläne aussprechen, würde ich das nur begrüßen, unter dem Motto „laßt Worten Taten folgen…“

    Mit besten Grüßen, Johann Schmidt

  • ÖPNV-Nutzer

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    @ Jochen Schweizer

    die Bustrasse wurde nicht 2010 beschlossen. Sie ist Bestandteil des Bebauungsplans seit mehr als einen Jahrzehnt.

    Wer vor dem Hauskauf Pläne lesen kann ist also klar im Vorteil. Alle Anlieger dieser im Bebauungsplan festgehaltenen Bustrasse müssen bis vor kurzem Mit Blindheit geschlagen gewesen sein, wenn Sie von dieser Bus-(Stadtbahn-)Trasse keine Kenntnis gehabt haben wollen.

    Aber jetzt zur FOS – Wer 2007 auf kurzfristige Wahlkampfversprechen eines nach einem Strohhalm für die Wiederwahl suchenden OB Kandidaten Schaidinger mit der Plato-Wild-Straße reingefallen ist sollte sich fragen, warum er die CSU-Untätigkeit bei der FOS in den 12 Jahren CSU Allein-Herrschaft von 1996 bis 2008 nicht frühzeitiger kritisiert hat.

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