Immer die Radfahrer …

In Regensburg scheint das Verhältnis zwischen Radfahrern und Fußgängern ein schlechtes zu sein. Jedenfalls, wenn man eine aktuelle Pressemitteilung der Stadt Regensburg zum Maßstab nimmt. Von zahlreichen Klagen über Radfahrer auf den Fußgängerstegen an Steinerner und Protzenweiherbrücke ist darin die Rede. Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig spricht von einer schriftlichen und zwölf telefonischen Beschwerden. Rücksichtslos, zu schnell, anrempeln im Vorbeifahren lauten die Vorwürfe. Eigene Beobachtungen hätten dies bestätigt. Jetzt sollen die städtischen Verkehrsüberwacher („Blaujacken“), unterstützt von der Polizei, verstärkte Kontrollen an den Stegen durchführen. Bis zu 20 Euro Bußgeld erwarten die unbotmäßigen Radler. „Wir haben das dieses Mal extra angekündigt, damit wir nicht wieder als Raubritter tituliert werden“, sagt dazu Dieter Fetzer, Leiter der Polizeiinspektion am Protzenweiher. „Die Radfahrer erwarten zu Recht mehr Rücksicht von den Autofahrern.“ Diese Rücksicht müssten die Radler aber auch gegenüber Fußgängern walten lassen. Die Stege seien einfach zu schmal, um dort mit dem Rad zu fahren. „Die Stadt Regensburg hat da völlig recht.“
Wirkt harmonisch, ist aber verboten: Fußgänger, schiebender und radelnder Radler am Protzenweihersteg. Fotos: as
Klaus Wörle vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) rät bei der Diskussion zu mehr Gelassenheit. Er könne verstehen, wenn sich Fußgänger manchmal von Radlern bedrängt fühlen, aber: „Ein Radfahrer legt es in aller Regel nicht darauf an, zu schnell und knapp an Fußgängern vorbei zu fahren. Bei einem Zusammenstoß erwischt es ihn ja auch.“ Die Stege hätte man im Vorfeld einen Meter breiter planen können, meint Wörle zudem. „Man hat ja gewusst, dass es sich um die Hauptverkehrsachse für den nicht motorisierten Verkehr nach Stadtamhof und in den Stadtnorden handelt.“ Bei einer anderen Planung hätte man sich Ärger, Zeit und Geld für die jetzt angeordneten Kontrollen sparen können. Ohnehin seien manche benutzungspflichtigen Radwege, die auch von Fußgängern benutzt werden müssen, schmäler als die beiden Stege. Generell ärgert Wörle sich darüber, wie Fahrradfahrer in Regensburg immer wieder als Buh-Männer hingestellt werden. „Bei Autounfällen fällt die Berichterstattung meist neutral und nüchtern aus. Da ist von ‚tragischem Unfall‘ oder ‚Trunkenheitsfahrt‘ die Rede.“ Bei Radfahrern sei das Vokabular gern mal schärfer. Da heiße es schnell „rücksichtslos“ oder „Radl-Rambo“, es werde aufgerechnet, inwieweit der Fahrradfahrer an Unfällen mit Autos schuld sei. „Das macht das Klima zwischen Radlern und Fußgängern nicht unbedingt besser.“ Hier nimmt Wörle auch die Politik in die Verantwortung. Dass der Oberbürgermeister wegen der Beschwerde einer Mutter über einen rücksichtslosen jugendlichen Radfahrer eigens einen Pressetermin in der Allee anberaumt, wie zuletzt vergangenen Sommer geschehen, sei in Städten wie München schlicht nicht vorstellbar. In Städten wie Frankfurt sei die Haupteinkaufsmeile für Pkw gesperrt, für Radler freigegeben, in Regensburg werde der Autoverkehr mit dem Angebot „eine Stunde kostenlos parken“ regelrecht in die Altstadt gelockt.
Abzweigung aus der Fußgängerzone Haidplatz. Wer darf hier fahren?
Ein Blick in die Regensburger Fußgängerzone zeigt: Autofahrer scheinen hier Narrenfreiheit zu genießen. Ob Haidplatz oder Neupfarrplatz: Geparkt und gefahren wird dort den ganzen Tag. Oft genug unter den Augen der Blaujacken. Die ausgeschilderte Fußgängerzone Maximilianstraße existiert de facto nicht. Hier tummeln sich rund um die Uhr Autos und Lkws. Eher selten finden hier so publicityträchtige Kontrollen statt wie zuletzt die Polizeiaktion gegen Geisterradler.
Mittagszeit in der Fußgängerzone Maximilianstraße.
Zu besonders absurden Szenen kommt es immer wieder in der Schwarzen-Bären-Straße, östlicher Zugang zur Altstadt. Wer hier mit dem Fahrrad fährt, riskiert einerseits ein Bußgeld – Polizei und Blaujacken kontrollieren das Radlverbot in schöner Regelmäßigkeit – andererseits kann es ihm auch passieren, dass ihn ein vorbei fahrender Pkw aufs Korn nimmt.
Hunnenplatz: Eingekesselter Radl-Rowdy – die Fußgänger schon im Blick.
Zurück zu den Stegen. Ein harmonisches Miteinander zwischen Radlern und Fußgängern lässt sich – abseits von Steinerner und Protzenweiherbrücke – am Grieser Steg beobachten. Der ist für beide Verkehrsteilnehmer zugelassen, entsprechend beschildert und mit weißer Linie markiert. Hier kommt es kaum zu Beschwerden oder Problemen. Der Platz scheint für beide auszureichen. Das Ganze läuft sogar so harmonisch ab, dass auch Fahrzeuge des Stadtgartenamts, mal leicht am Verkehrsschild entlang schrammend und einen Rollstuhlfahrer passierend, über den Steg huschen.
Am Grieser Steg: Städtisches Fahrzeug und Rollstuhlfahrer auf dem Weg in die Spielstraße.
In so einem Fall dürfte wohl auch Wörles Rat gelten: „Man kann nicht alles zu 100 Prozent mit Kontrollen, Schildern und Bußgeldern regeln. Stattdessen sollte man immer wieder an Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung erinnern: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“

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Kommentare (30)

  • Barbara Junghans

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    Herrn Wörles positive Einschätzung des Verhaltens von Radlern gegenüber Fußgängern kann ich leider nicht teilen. Die Radfahrer gebärden sich, als gehöre ihnen die Straße ganz allein und jede Benutzung durch Fußgänger sei ohnehin eine Zumutung für ihren Geschwindigkeitswahn. Wenn ich durch die Gesandtenstraße gehe, dann frage ich mich immer, warum diese Westentaschen-Tour-de-France-Teilnehmern partout so dicht an mir vorbeidüsen müssen, dass ich einen Zusammenstoß riskiere, nur weil ich es vieleicht wage, einen Schritt zur Seite zu tun. Daß auch Autos – besonders aus den Landkreisen – dreist durch die Straße fahren, hat damit nichts zu tun. Rüpel bleibt Rüpel – egal welches Gefährt er unterm Hintern hat!

  • Haderlump

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    Immerhin läuft gerade noch die Frist bis zu der man seine Vorschläge für den Radverkehrswegeplan einbringen kann. Man kann nur hoffen dass in den nächsten Jahren deutliche Verbesserungen eintreten. Ob Stadt und Presse tatsächlich mit zweierlei Maß messen ist eine schwierige Frage.

    Allerdings muss ich mich doch der Beobachtung anschließen dass sehr viele Autos vor allem auf dem Neupfarrplatz und in der Maxstraße unterwegs sind, die dort sicher nichts verloren haben. Dabei muss man aber berücksichtigen dass es sich hier um viele Hotelgäste handeln dürfte, denen mangels Transportmöglichkeit für ihr Gepäck (tragen ist ja so unmondän) eine Anfahrt zur Bleibe zugestanden wird. Da diese meist sehr langsam unterwegs sind empfinde ich das aber eher als störend.

    Radl-Rowdies gibt es aber wirklich eine Menge, erst vorgestern wäre ich von einem mit ca. 25 Sachen fahrenden Liegeradler im Westende des Neupfarrplatzes fast umgemäht worden. Der Kerl betrachtete Fußgängger wohl als sportlich zu umfahrende Hindernisse. Ebenso verstehe ich nicht warum man sich bei dichtestem Fußgängerverkehr schlängelnd und unsicher irgendwie durch die Massen mogeln muss, statt sich zum Absteigen zu bequemen.
    Auch schon oft erlebt: Nächtliches Queren der Kreuzung Friedensstraße/Galgenberg, richtig einmal schräg drüber, ohne Beleuchtung natürlich. Richtig lustig wird es dann wenn einem so ein Clown dann ins Auto rauscht. Man ist ziemlich sicher mit einer Teilschuld dabei, schon allein weil man das überlegene Fahrzeug fährt.

    Fahrradfahren ist schön, umweltfreundlich und sollte gefördert werden, aber viele haben anscheinend noch nie gehört, dass man sich auch als Radfahrer an gewisse Sachen halten sollte. Im Gegenteil, jede Kritik am eigenen Fahrstil wird von solchen Zeitgenossen als Angriff auf die im eigenen Schweiße durchgeführte Mission „Platz da, hier kommt der Retter dieses Planeten“ umgedeutet. ;)

  • Sebastian Wild

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    Die Stege sollen zu schmal sein? Dann frage ich mich wiso mann dann sowohl an der Protzenweiherbrücke als auch an der Steinernen so ewig breite Ersatzstege gebaut hat. Die sind so breit das man fast mit dem Auto drüberfahren könnte. Und da sollen Radfahrer und Fussgänger nicht aneinenander vorbeikommen?
    Ich bin der Meinung das man das Radfahren mit Schrittempo wegen der Fußgänger dort erlauben sollte ebenso wie in der ganzen Fußgängerzone…

  • Sebastian Wild

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    achja Herr Aigner, der NEupfarrplatz ist übrigens _keine_ Fußgängerzone!

  • Stadt am Hoferin

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    Wir werden in Stadt am Hof eingekesselt. Protzenweiherbrücke seit Ewigkeiten am Arsch, Steinerne Brücke wird saniert.
    kein bus. (der fährt komischerweise nur dann wenn dult ist… hmm…)
    man besorgt also ein umweltverpestendes, teures auto oder ein harmloses fahrrad. (im gegensatz zu supermärkten haben wir ja zwei fahrrad geschäfte…)

    und dann soll man auch noch zwanzig euro bezahlen, wenn man langsam mit dem fahrrad drüber fährt? ich weiß gar nicht, wie mich die behilfssheriffs a von meinem fahrrad ziehen sollten, wenn ich da mit 50 sachen rüber rase. das kriegt ein fahrrad schon mal schnell drauf wenn man zwei, drei mal in die pedale tritt.

    und jetzt noch was an die ganzen fahrradfahrer hasser in der fußgänger zone. genauso wie ihr alle, haben fahrrad fahrer auch termine, sie wollen heim nach der arbeit, nach der uni, nach der schule usw. genau wie ihr, die ihr mit dem auto oder dem bus fahrt. der weg z b von der uni in die stadt ist aber nicht gerade angenehm, wenn man galgenbergbrücke runter kommt richtung dachauplatz. der radweg endet und man ist mitten im wahnsinn von bus und leute die ganz schnell vorbei rasen mit ihren autos, damit sie dann im dachauplatz parkhaus parken können, um sich dann zu fuß noch in ein café in der altstadt zu bewegen.
    da hat man jeden tag erneut glück, wenn man überlebt.
    darum fahre ich langsam durch die maximilianstraße und dann durch die stadt nach hause. und leute ich fahre jeden tag da. hab bisher noch keinen radlrambo gesehen. vielleicht sind die so schnell, dass man es nicht bemerkt oder aber die kommen nur dann raus, wenn ihr vom kaffeetrinken ganz benommen zurück zu euren autos wackelt.

  • Klaus Wörle

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    Vielleicht lohnt in diesem Zusammenhang auch ein Blick in eine städtische Publikation, die erklärt, wo welche Regelungen gelten: http://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/stadt_faehrt_rad_2009_flyer.pdf
    Neupfarrplatz, Gesandtenstraße, Maxstraße, Ludwigstraße u.a. sind „Wohnverkehrsstraße“, wie das die Regensburger Stadtverwaltung nennt. Rechtlich sind das kombinierte Fuß- und Radwege, in denen Kraftverkehr zu bestimmten Zwecken erlaubt ist, z.B. Linienverkehr, Lieferverkehr, Ärzte im Dienst. Die Ausnahmen stehen jeweils auf den Tafeln bei den Verkehrszeichen. Als für den Radverkehr freigegebenen Fußgängerbereich gibt es in der Altstadt nur die Platzfolge in der Richtung Kohlenmarkt zum Haidplatz. Ergänzend wird in einem Infoblatt des ADFC allgemein aufgezeigt, welche Strecken und Wege von Radfahrern benutzt werden können bzw. müssen: http://www.adfc-regensburg.de/docs/Wo-Radfahren.pdf
    Das Problem liegt bei den Ersatzstegen und den Fußgängerbereichen in der Frage, was in welcher Situation ein angemessenes und angepasstes Verhalten ist. Und leider gibt es bei allen Verkehrsteilnehmern schware Schafe, denen der Anstand fehlt, Abstand zu anderen zu halten. Das trifft auf Radfahrer zu, die zu knapp an Fußgängern worbeifahren, ebenso wie auf Autofahrer, die Radfahrer zu knapp überholen. Wenn genau dieses Verhalten geahndet wird, kann wohl kaum jemand etwas einwenden.

  • Haderlump

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    Liebe Stadt am Hoferin,

    gemeint waren nicht diejenigen, die sich mit angepasster Geschwindigkeit durch die breite Maxstraße bewegen, sondern die Herrschaften, die am Neupfarrplatz Gas geben um dann mit Schwung halsbrecherisch das Nadelöhr Richtung Gesandtenstraße zu nehmen. Gemeint sind die, die es an gleicher Stelle bei dichtestem Wochenendtreiben nicht für nötig halten von ihrem Drahtesel zu steigen und sich lieber wackelnd zwischen Touris, Kinderwägen und Schaufensterbummlern hindurchzuschlängeln. Mountainbikeritter, die den Haidplatz als Turnierplatz mit beweglichen Hindernissen betrachten. Ja, die gibt es zur Genüge.

    Niemand hat was gegen die Fortbewegung per Fahrrad, aber bloß weil man sich umweltfreundlich fortbewegt hat man nicht die Lizenz sich hirnlos fortzubewegen.

    Ob Termindruck als Argument zur Raserei taugt?

    Jetzt ausgerechnet an den Stegen verschärft zu kontrollieren halte ich allerdings auch für übertrieben. Da gibt es mehrere Brennpunkte, die die Stadt im Blick haben sollte. Grundsätzlich mal ein paar Ermahnungen zu verteilen ist aber durchaus angebracht, grade dort wo im Innenstadtbereich Fußgänger und Radler aufeinandertreffen. Neupfarrplatz, Königstraße, Gesandtenstraße und die Platzfolge wären solche Bereiche. Vielleicht wäre eine grundsätzliche Freigabe der gesamten Inenstadt zusammen mit einer sensibilisierenden Kampagne ein besserer Weg.

  • Haderlump

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    @Sebastian Wild: Korrekt, es handelt sich beim Neupfarrplatz um eine Wohnverkehrsstraße.

    Einen schönen Überblick über die Situation gibt es übrigens von der Stadt:
    http://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/stadt_faehrt_rad_2009_flyer.pdf

    @Redaktion: Ich verstehe den Satz über die Schwarze-Bären-Straße nicht so ganz: Ich sehe dort kaum einmal Autos. Oder ist die Drei-Kronen-Gasse gemeint? Dort dürfen ja Autos und Fahrräder fahren.

    Ach ja, je öfter man die Stellungnahmen von Herrn Wörle liest, desto mehr muss man mit dem Kopf schütteln. Die Frankfurter Einkaufsmeilen mit der Regensburger Situation zu vergleichen ist doch etwas weit hergeholt. Regensburg ist keine Millionenstadt und hat keine U-Bahn. Innenstadtnahe Parkhäuser sind für Regensburg nunmal günstiger.

  • Peter Ziegler

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    Leider kann man an den Kommentaren zu diesem Artikel bereits ablesen, dass das einseitige, diskriminierende Geschmiere der Lokalpresse ihren Zweck, in den „Gehirnen“ der Menschen eine negative Meinung über Radfahrer zu zementieren, hervorragend erfüllt hat.

    Die meisten Menschen fühlen sich offenbar von einigen wenigen Radfahrern in ihrer Lebenssituation weitaus stärker bedroht als von 40 Mio selbstsüchtig und rücksichtslos durch die gegend rasenden Autlrambos.

    Nachweis? Bitte sehr. Nicht für Kinder geeignet:

    http://www.open-report.de/suche-Stra%DFenverkehr

  • Tommy

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    Na, der Witz an der ganzen Sache ist, dass ich per Pedes oder per Mountainbike in meiner Stadt hingehe/hinfahre, wo ich hingehen/hinfahren will. So einfach ist das.
    Deshalb ist es ja auch meine Stadt. Natürlich lasse ich, und nicht nur ich, mir von niemandem vorschreiben, WO ich mich WIE bewege.

    Auch nicht von Polizei oder Blaujacken. Ich wohne ja, im Gegensatz zu diesen UniformträgerInnen, schon ganz lange hier. Die können mich ja gar nicht einfangen :-)

    Es gibt übrigens in dieser Sache überhaupt keinen Widerspruch zwischen den Menschen die im Süden der Regensburger Stadt wohnen und den Menschen die im Norden wohnen, oder zwischendrin drumherum.
    Da gibt es auch keinen Widerspruch zu konstruieren.

    Agressive Vollidioten gibt es zu Fuß, per Fahrrad und bekanntermaßen im PKW.
    Diese Arschgeigen fühlen sich allerdings noch mehr angezogen von einer Stadt, die nichts anderes zu tun hat , als Bonzenkinder an die Universität zu werben und (Innen-)Stadtviertel, und damit ihre BewohnerInnen, zu verschleudern.

  • Joachim Datko

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    Rücksichtnahme wichtig!

    Zu “ Tommy 7. Juli 2010 um 3:47 Uhr … Deshalb ist es ja auch meine Stadt. Natürlich lasse ich, und nicht nur ich, mir von niemandem vorschreiben, WO ich mich WIE bewege.“
    Es ist ganz einfach, wir haben uns alle rücksichtsvoll zu verhalten.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ

    Wenn jemand durch einen rasenden Radfahrer verletzt wird, kann das nicht mehr rückgängig gemacht werden. Bei grober Rücksichtslosigkeit sollte man das verwendete „Fahrzeug“ einziehen. Leider sind viele Menschen rücksichts- und skrupellos.

    Zumindest was die Verkehrstoten angeht, sind wir seit Jahren auf einem guten Weg, es werden immer weniger.
    http://www.verkehrssicherheit.de/images/statistik2008.gif

    Bei den Autos werden über kurz oder lang Assistenzsysteme zu einer weiteren, wesentlichen Verbesserung der Situation führen.
    http://www.autozeitung.de/sicherheit/technik-abstandsradar

  • Sebastian Wild

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    „Den Dorn im Auge des Anderen sehest du, aber den Balken vor dem eigenen sehest du nicht“ spricht der Volksmund.

    Ich höre hier dauernd Leute über die ach so bösen Radfahrer und Autofahrer schimpfen. Dazu kann ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten:

    Ich arbeite in der Innenstadt und wohne in Prüfening und fahre daher jeden Tag mit dem Rad die Relation Bismarckplatz -> Gesandtenstraße -> Neupfarrplatz. Wie bereits berichtet ist diese eine Wohnverkehrsstraße (bis auf das Stück vom Zacharias bis Einmündung Neupfarrplatz das nur für Radfahrer und Fußgänger und den Altstadtbus und Taxen freigegeben ist). Ich bestreite jetzt nicht das es schwarze Schaafe gibt aber in den letzten sechs Jahren (fahre da jetzt seit ich 2004 wieder nach Regensburg gezogen bin) waren nahzu alle brenzligen Situationen zwischen mir und irgendwelchen Fussgängern immer von letzteren verschuldet. Die Leute rennen da mit Scheuklappen kreuz und quer herum udn achten auf nichts und niemand. Selbst den Altstadtbus nehmen sie sehr oft nicht war und dackeln vor diesem her über den halben Neupfarrplatz. Da erscheint es fast schon verwunderlich das sie sich nicht gegenseitig über den Haufen rennen. Anscheinend haben die ihre Augen mehrheitlich in den Schaufenstern der Geschäfte. Gerade hier (Wohnverkehrstraße – für Radfahrer, Busse, Anwohner und Lieferverkehr frei) muss man aber mit Fahrzeugen rechnen. Und selbst in der Fußgängerzone gilt das zumindest während der Lieferzeiten! Ich habe es oft genug erlebt das mir die Leute trotz Schrittempo meinerseits (wie es vom Verkehrszeichen gefordert wird) sehenden Auges fast ins Rad gerannt sind weil ihnen unmittelbar vor mir plötzlich einfiel auf die andere Seite zu wollen.
    Selbst eine Mutter mit Kind rannte schon ohne zu schauen vor mir über die Gesandtenstraße – prima Vorbild für ihr Kind.
    Und dann schimpfen sie auf die bösen Radfahrer..aber stellen sich selber anscheinend einen Persilschein aus….

  • Braver Liegeradler

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    Sebastian Wild erkannte richtig:

    > Und dann schimpfen sie auf die bösen Radfahrer..aber stellen sich selber anscheinend einen Persilschein aus….

    Das kommt auch daher: Viele Fußgänger sind, bevor sie in der Gesandtenstr. zum Fußgänger werden, Autofahrer. Erst können sie im Auto geschützt an die Radfahrer austeilen (hat hier nix verloren, ab auf den Gehweg *1), weil sie zu langsam sind. Dann, das schützende Auto verlassen habend, geht weiter: Jetzt muß der Oberhirte mit einer sogenannten „Fußgängerzone“ die gerade noch pöbelnden Autofahrer sie vor ihren Opfern schützen.

    Aber sie selbst sind immer die Guten: Sie halten die Straßen frei von Radfahrern (wo sie den „Verkehr“ aufhalten) und engagieren sich Lautstark gegen die Innenstadtradler (die ihnen jetzt mangels schützender Dose tatsächlich was anhaben könnten).

  • Sebastian Wild

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    Leider fehlen auch im von der Stadt in Auftrag gegeben Gutachten zum neuen Radverkehrsplan wieder einige Brennpunkte wie die immernoch radweglose Bischoff-Wittmann-Straße oder die immernoch lebensgefährliche Radfahrerlinksabbiegerspur von der Friedensstraße in die Universitätstraße oder das Regelungschaos in der Fussgängerzone Altstadt…

  • grace

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    Bereits Karl Valentin hat sich den Verkehrs- und Verständigungsproblemen gewidmet.
    z.B. in „Der Radfahrer“ oder „Verkehrsordnung (Am Montag die Radfahrer,am …)“
    Lesens-, bzw. hörenswert und vor allen Dingen sehr erheiternd!

  • ExRA

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    Es gibt nicht „die Radlfahrer“ oder „die Fussgänger“ oder „die Autofahrer“, es gibt nur einzelne Menschen, die bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen. Wer als Radlfahrer rücksichtslos durch die Fussgängerzone brettert, wird sich genauso rücksichtlos aufführen, wenn er statt einem Fahrrad-Sattel einen Auto-Sitz unter seinem Hintern hat. Mit Strafen und Kontrollen alleine wird die Gesellschaft das nicht in den Griff bekommen, es fehlt an der Erziehung zum rücksichtsvollen Miteinander schon in der Schule und im Elternhaus. Aber wenn der Papa mit den Kindern auf dem Rücksitz mit dem grossen Acht-Zylinder auf der Autobahn Polos und Twingo „scheuchen“ vormacht, dann braucht man sich später nicht zu wundern, wenn die Sprösslinge jeden anderen Verkehrsteilnehmer primär als Hindernis betrachten.

  • Braver Liegeradler

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    Ich muß ExRa entschieden widersprechen:

    Wer überwiegend mit dem Auto unterwegs ist, macht tagtäglich die Erfahrung, daß schwächere Verkehrsteilnehmer ihm aus dem Weg hüpfen und in vorauseilendem Gehorsam die Bahn frei machen, wenn sie ihn nur hören. Er merkt, daß er mehr oder weniger ungestraft andere Verkehrsteilnehmer gefährden und nötigen kann. So jemand benimmt sich dann auch auf dem Fahrrad daneben, wenn er Fußgänger „unter“ sich hat, daß ist richtig.

    Wer überwiegend mit dem Fahrrad fährt, ständig Gefährdungen und Rücksichtslosigkeit erfährt und weiß, wie unangenehm das sein kann, hat mehr Verständis für Fußgänger in einem verkehrsberuhigten Bereich und wird sich nicht derart daneben benehmen.

    So gesehen gibt es m.M.n. sehr wohl „DIE Rad- oder Autofahrer“, wobei die Rüpel wohl eher Autofahrer auf dem Fahrrad sind.

  • gifthaferl

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    „Die Leute rennen da mit Scheuklappen kreuz und quer herum udn achten auf nichts und niemand. Selbst den Altstadtbus nehmen sie sehr oft nicht war und dackeln vor diesem her über den halben Neupfarrplatz….Anscheinend haben die ihre Augen mehrheitlich in den Schaufenstern der Geschäfte. “
    Sebastian Wild

    Verstehst du nicht, dass genau dafür Fußgängerzonen gedacht sind?

    Wenn man ein Gefährt benutzt – egal welches, dann will man konkret von A nach B, wenn man sich zu Fuß in einer Fußgängerzone bewegt, dann bummelt und guckt man, einkaufen soll man nicht zuletzt, man hält sich da auf, will nicht nur durch.

    Es kann zudem grade auch der Touri nicht wissen, dass es im Welterbe Regensburg eigentlich KEINE Fußgängerzonen gibt, der kommt ja nun mal zuerst um sich diese Altstadt anzugucken, und nicht um dauernd auf das zu achten, das er in dieser Altstadt wirklich nicht vermutet.
    Schließlich gibt es Malls überall auf der Welt, nur meist ohne dass alles nach wie vor durchfährt.

    Dafür wurden Fußgängerzonen ja erfunden, als kleine Reservate für Fußgänger, die sonst immer den Nachrang haben vor allem was fährt – und zum Beispiel Umwege nehmen müssen, bevor sie überhaupt erlaubterweise über die Straße können.
    Sehr schön insbesondere für Gehbehinderte OHNE Rollstuhl, oder auch nur, wenn man was zu Tragen hat, oder es regnet, kalt ist.

    In den Fußgängerzonen hätten Fußgänger dann mal ausnahmsweise den Vorrang – AUCH in „Wohnverkehrsstraßen“, was wohl verkehrsberuhigte Zonen meint.

    AUCH die Langsamsten, also die mit Krücken und Gehwagen und KINDER!!…………alle anderen, haben zuerst auf die zu achten., und nicht umgekehrt.

    Oder dürfen die, ohne Räder irgendwo unter sich, wirklich niemals entspannt guckend durch die Welt latschen?
    Rechtlich jedenfalls dürfen sie es da.

    Radfahrer hört man außerdem nicht, und wenn du meinst, dass wenn dich scheinbar jemand ansieht, der dich auch wahrnehmen muss, dann irrst du.
    Bei Autos springt man nahezu automatisch, auch wenn die von hinten kommen, sofern man normal hört.
    Die Altstadtbusse sind übrigens auch ziemlich leise, und nicht nur ältere Leute sind heute hörgeschädigt

    Die Gefahr für andere, die von einem Verkehrsteilnehmer ausgeht, liegt ja wohl nicht zuletzt an der Geschwindigkeit, die ihm möglich ist, da ist der Fußgänger, sofern er nicht rennt der letzte, von dem eine Gefahr für andere ausgeht oder jedenfalls bestimmt die geringste.

    Fußgänger auch Jogger, rennen ziemlich selten jemand wirklich über den Haufen.

    Übrigens, man fährt Auto und Rad prinzipiell erst mal automatisch körperlich antrainiert. Viele Raser und Drängler in Autos sind sich dessen eben keineswegs bewusst – dazu gibt es Untersuchungen – bei Radfahrern habe ich häufig den gleichen Eindruck.
    Man achtet zwar darauf, wenn was Ungewöhnliches passiert, und reagiert auch gewisserweise automatisch, aber das eigene Verhalten hat man keineswegs automatisch im „bewussten Visier“.

    Das solltest du in Fußgängerzonen, dann auch mal Fußgängern zugestehen.

    „Selbst eine Mutter mit Kind rannte schon ohne zu schauen vor mir über die Gesandtenstraße – prima Vorbild für ihr Kind.“

    Ja, stell dir vor, das darf sie – auch in einer „unechten“ Fußgängerzone.
    Deswegen wurden ja überall die (Rest) Gehsteige zurückgebaut, weil die Fußgänger eben dort NICHT auf den ihnen bestimmten Zentimetern bleiben müssen.

    Und ich wüsste nicht, warum Kinder lernen sollten, dass es wirklich keinen Platz mehr innerhalb geschlossener Ortschaften geben soll, an dem sie sich mal frei und ohne selber andauernd auf alles was fährt aufpassen zu müssen, bewegen dürfen, außer dem offiziellen Kinderspielplatz, zu dem man sie potentiell auch noch fahren muss.

    In Regensburg keine Reservate für augenblicklich radlose Menschen, die unnütz und sinnlos in der Gegend rumstehen, blöd, oder auch interessiert schauen und was anderes Denken als Achtung, oder wo kann ich ganz schnell mein Geld abliefern, damit ich nicht lange störe?

  • gifthaferl

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    „genauso wie ihr alle, haben fahrrad fahrer auch termine“
    Stadt am Hoferin

    Nein, es haben eben nicht alle Fußgänger die sich in der Fußgägnerzone aufhalten, Termine.

    „leute ich fahre jeden tag da. hab bisher noch keinen radlrambo gesehen.“

    Das glaube ich dir gerne, nur heißt das nicht, dass es keine gibt, oder nur seltenst, sondern nur, dass der Mensch eine ausgesprochen selektive Wahrnehmung hat – was ihn im Moment nicht betrifft, nicht interessiert, nimmt er auch nicht zur Kenntnis.
    Wer also dich nicht bedrängt, den nimmst du auch nicht unbedingt wahr.
    Wäre es anders wären wir nicht lebensfähig – zumal in der Welt in der wir jetzt leben.

    „wenn ihr vom kaffeetrinken ganz benommen zurück zu euren autos wackelt.“
    Darf aber schon sein, dass man einfach Kaffeetrinken und soziale Kontakte pflegen geht in der Stadt?
    Ich kenne sogar Leute, die das mit Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus machen.

    Die, die dich da nerven, sind weder verantwortlich dafür, dass Stadtamhof eingekesselt und abgekoppelt ist – DIE haben auch nichts davon.

  • Andreas

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    Selbstverständlich gibt es Radl-Rambos. Ich fahre selbst viel mit dem Fahrrad durch die Stadt, wundere mich aber doch sehr darüber, was sich einige Radler-Kollegen in den Zonen herausnehmen, wo Fußgänger eindeutig Vorrang haben.

    Besondere Gefahr für Radfahrer geht allerdings von einer viel zu laxen Haltung der Stadt gegenüber Autofahrern aus. Nicht nur, dass die Verkehrsflächen auf teilweise engen Altstadtgassen ständig von angeblichen oder tatsächlichen Lieferanten zugeparkt sind. Zunehmend ist auch zu beobachten, dass LKW-Fahrer die Radwege als Ladezone missbrauchen und das auch dann, wenn andere Flächen zum Be-/Entladen zur Verfügung stehen. Das geschieht nicht nur in der Altstadt, sondern auch an anderen Ecken der Stadt. Besonders schlimm ist es derzeit rund um die Kreuzung Galgenberg-/Furtmayr-/Friedensstraße. Das ist jeden Tag zur Mittagszeit durch LKWs zugeparkt, obwohl Hunderte von Fußgängern und Radlfahrern da durch müssen.

    Die Regensburger Polizei legt übrigens hier (und nicht nur hier) eine regelrechte Verweigerungshaltung an den Tag. Wenn man auf der zuständigen Polizeiwache anruft und um Abhilfe bittet, bekommt man nur zu hören, dass da jemand anders zuständig sei, dass kein Polizeibeamter Zeit hätte usw. Die Polizeistreifen fahren vollkommen ungerührt an den zugeparkten Fuß- und Radwegen vorbei und riskieren, dass es zu schweren Unfällen kommt.

  • Haderlump

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    Leider klingt hier bei einigen Teilnehmern wiedermal ungeschönt das „Fahrradfahrer sind bessere Menschen“ durch. Was soll die ganze Aufregung eigentlich? Es gab Beschwerden, jetzt wird eben ein paar Wochen lang verschärft hingeschaut und ein paar Verwarnungen verteilt.

    Danke an Herrn Wörle für die Aufklärung darüber was eine Wohnverkehrsstraße ist und wie sie zu benutzen ist. Ich habe dazu sogar noch einen Wortlaut aus einer Beschlussvorlage der Stadt auf den Seiten des vcd-Bayern gefunden (http://www.vcd-bayern.de/regensburg/aktuell/Domplatz/b-vorl.htm):

    Mit der entsprechenden straßenverkehrsrechtlichen Widmung sind im wesentlichen folgende Auswirkungen verbunden:

    * die Verkehrsfläche ist in ganzer Breite von allen Verkehrsteilnehmern nutzbar mit Vorrang des Fußgänger- und Radverkehrs
    * die Befahrbarkeit wird auf bestimmte Nutzergruppen beschränkt (Anwohner, Taxen, Lieferverkehr etc.)
    * die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt bei ca. 7km/h („Schrittgeschwindigkeit“)

    Manche hier getätigten Äußerungen bestätigen mich teils in der Annahme, dass Radfahrer oft nicht wissen an welche Regeln sie sich halten sollten. Wenn es sich wie von Herrn Wörle geäußert um einen kombinierten Rad- und Fußweg handelt ist der Radfahrer im Zweifel in der Pflicht erhöhte Rücksicht zu üben und muss mit Schreckreaktionen rechnen. Wer nachlesen will: http://app.olg-ol.niedersachsen.de/efundus/volltext.php4?id=3317
    Es ist ja auch logisch, da man immerhin ein paar Kilo Stahl und Aluminium mit eingeschränkter Manövriermöglichkeit bewegt. Man hat also die schlechteren Karten falls etwas passiert. Die Rechtslage für Autofahrer gegenüber Radfahrern sieht wie bekannt sein dürfte ähnlich aus. Sogar noch übler, ich konnte nichts zur „Betriebsgefahr“ eines Fahrrades finden, die ja in der Rechtsprechung in Zusammenhang mit KFZ oft auftaucht.

    @braver Liegeradler:
    Das mit dem Liegerad vorm Brauhaus mit den zwei Ortliebtascherl (anschließend im Tiefflug Richtung Gesandtenstraße) waren nicht zufällig sie? ;) Ihnen ist schon bewusst dass sich ihre Aussagen vom Autofahrer der, mit einem starken Gefährt ausgestattet, auf einmal kein Verständnis mehr für Fußgänger aufbringt, 1:1 auf Radfahrer übertragen lassen?
    Dass es sich bei den rücksichtslosen Radlern ausschließlich um Sonst-Autofahrer handelt wage ich kühn zu bezweifeln, ich behaupte sogar das Gegenteil! …Und kann das genausowenig beweisen wie sie. :D Ich kann da höchstens den Einzelfall dieses rücksichtslosen Liegeradlers anführen, der mir so gar nicht wie ein Gelegenheitsradler aussah. Wobei ich diese Gefährte grundsätzlich ganz schlau finde, bloß sieht man sie leider so schlecht.

  • Jakob Spitzauer

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    Als regelmäßiger Fahrradpendler (Steinweg – Uni) bin ich jedesmal wieder froh, wenn ich gesund daheim ankomme. Ich verstehe einfach nicht, warum so viele meinen, sich nicht an die Regeln halten zu müssen. Wenn man wo mit dem Radl nicht fahren darf (dass man zB die Protzenweiherersatzbrücke hätte breiter machen können ist eine andere und berechtige Frage), dann darf man das halt einfach nicht. Wenn um 0600 kein anderer unterwegs ist, meine Güte, dann fahrt’s halt drüber, aber nicht wenn sie voll mit Leuten ist.

    Szene erst vor ein paar Tagen:
    MTBer quetscht sich mit quietschenden Reifen durch einen Fußgänger und einen schiebenden Radler durch und antwortet auf den Ausruf „Des is a Fußweg!“: „Und i fahr mit’m Radl!“

    Was, bitteschön, soll denn da die Rechtfertigung sein, wenn nicht bloße Dummheit?!

  • jimbob

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    Da könnte ich ein Gegenbeispiel bringen, wo mir an einem Tag zweimal auf der Straße (nicht Radweg) beinahe ein nicht sehr geistesgegenwärtiger Fußgänger ins Rad gelaufen wäre – einmal kam es fast zum Sturz und ich konnte nur noch abspringen um dies zu vermeiden.
    Ebenso gibts zu Hauf die Situation, daß Fußgänger auf Radwegen nur seeehr sehr langsam und geradezu mißmutig denselben verlassen, wenn man klingelnd ankommt.

    Unterschied hier ist – ich reiche bei solchen Gelegenheiten nicht gleich Beschwerden ein.

    Verkehr ist immer ein gegenseitiges Acht geben. Manchmal funktioniert dies eben nicht so gut und schwarze Schafe gibt es überall. Die Radfahrer über einen Kamm zu scheren ist doch wirklich unsinn und kindisch!

    Da verbreiten für mich persönlich extrem beschleunigende Motorräder und Autos in der Innenstadt eher ein gewisses Gefühl der Unsicherheit (und des Ärgers).

  • Luke

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    Gestern habe ich fast einen Radfahrer mit meinem Auto erwischt. Ich stand an der Ampel, wurde grün, bin losgefahren, da schießt einer mit locker 30 Sachen über die Kreuzung. Gesehen habe ich ihn nicht, weil zur Linken viele Straßenbauarbeiter tätig waren. Jedenfalls war das ganz schön riskant und bei rot ist er eben drüber gefahren. Wäre der auch nur eine Sekunde später dran gewesen, dann würde er nun an der Fahrerseite meines Autos kleben.

    Als Fußgänger musste ich auch schon das eine oder andere mal einem Radfahrer ausweichen. Gerade am Arnulfsplatz rasen die gerne drüber und vergessen oft, dass auch sie am Zebrastreifen anhalten müssten.

  • Braver Liegeradler

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    @Haderlump

    Nein, das war ich bestimmt nicht. Wenn ich es eilig habe, nehme ich die Keplerstr. Außerdem ist vom Haidplatz Richtung Gesandtenstr. Einbahnstraße, auch daran halte ich mich i.d.R.

    Interessant ist aber, wie oft ich angesprochen werde, ob ich das „letztens in der XY-Straße“ war. Als Liegeradler ist man das lila Schaf unter den schwarzen (=Radfahrern).

  • Haderlump

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    Bloß weil jetzt ein paar Kontrollen angekündigt wurden heißt das ja nun wirklich nicht, dass alle Radfahrer über einen Kamm geschoren werden. Man will eben die treffen die sich daneben benehmen.

    Und auch wenn jemand hier „die Radfahrer“ schreibt dürfte klar sein dass hier nicht die Krauterer-Oma mit ihrem Einkaufskörberl auf dem Miele-Drahtesel bei ihrer Tour zum Donaumarkt gemeint ist.

    Was mir wirklich zu denken gibt ist die Einstellung mancher(!) Radfahrer. Da gibt es welche die sehen sich selbst als missverstandene Helden des Straßenverkehrs, sind stolz drauf dass die Blaujacken sie ja sowieso nicht erwischen können und sind dabei selbst natürlich ständig Opfer der bösen bösen überall bevorzugten Autos und der Obrigkeit. Ihr Feinbild sind die Fußgänger, die natürlich ständig die Nase in die Luft stecken statt ihrer ersten Bürgerpflicht nachzukommen: Ständig in eine einzige Richtung blicken, nämlich in die des Radlers, schließlich kostet Bremsen Energie und es geht hier schließlich um ökologische Fortbewegung, wir sind nicht zum Spaß hier!

    Und dann gibt es da noch die anderen, die fahrenden Fußgänger: Rad oder Gehweg ist egal, entgegen der Fahrtrichtung auch, durch die Fuzo schlängeln ist ok, man ist ja auch ohne Motor unterwegs. Regeln? Wieso? Dass man mit dem Rad detulich schneller ist, und bei Schrittgeschwindigkeit in einer dichten Fuzo eine dahinwackelnde Gefahr für andere darstellt ist diesen einfach nicht bewusst.

    Die zwei Typen halte ich für die eigentlich gefährlichen, daneben gibt es sicher eine Mehrzahl an Radfahrern mit denen man gut auskommen kann. Die meisten halten sich nicht sklavisch an alle Regeln, und das ist auch ok, wenn es mit Hirn passiert. Nach meiner Erfahrung sind da sogar die Herren in Grün sehr tolerant.

  • Haderlump

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    @ Liegeradler: Dann entschuldige ich mich für die Stichelei, es war natürlich nicht ganz ernst gemeint.

    Fahren sie ein Liegedreirad? Wie gesagt halte ich das für ziemlich durchdachte Fortbewegungsmittel, besonders wegen der Gepäckmöglichkeiten. Bloß müsste eine völlige Umgestaltung des Radwegnetzes her. Die meisten Wege sind zu schmal und die niedrige Silhouette macht es schwer die Fahrer rechtzeitig zu erkennen.Bei der jetzigen Verkehrssituation sind Konflikte leider vorprogrammiert.

  • Braver Liegeradler

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    @Haderlump

    Nein, ich fahre Liege-zwei-rad. Aber auch dort passen 2 „kleine“ Front- (Direkt unterm Sitz) und 2 große Back-Roller ran. Ist viel angenehmer zu fahren als Front-Taschen an der Gabel.

    Wegen der Radwege: Die sollte man auch mit normalen Fahrrädern meiden. Mit dem Liegerad sind sie nur mit größter Vorsicht benutzbar (egal ob Zwei- oder Dreirad).

  • Vielradler

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    Wie man(n)s macht ist es verkehrt –

    nutzt man Radwege kann es schon mal vorkommen das ein Fussgänger mir die Fahrt behindert – denn wer in einen Bus einsteigen will MUSS über den Fahrradstreifen – und nur selten wird, wenn der erwartete Bus kommt, nach Links oder rechts gesehen ob „was kommt“.
    Auch die aussteigenden Gäste inter. es offensichtlich wenig und „erschrecken“ dabei auch noch …

    Fährt man auf der Strasse (weil wie so oft der Fahrradweg einfach mal wieder mit UPS, DPD und sonstigen „Zuliefer-Fahrzeugen“ zugekleistert sind) – wird gehupt das die Motorhaube ne Beule bekommt.

    Ich benutze das Rad zur Arbeit sowie zur Freizeit – komm im Jahr dabei auf 8-10t km.
    die „Heimfahrt“ von Arbeit (16:00) sind dabei die schlimmsten KM.

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