Regenbrücke: Scheppert’s in der Arberhütte?

sallernerDie Bürgerinitiative gegen eine Sallerner Regenbrücke (BI LOS) macht mobil. Für kommenden Mittwoch hat sie in die Arberhütte geladen, um über das Einwendungsverfahren zu Sallerner Brücke und Lappersdorfer Kreisel zu informieren. 5.000 Flugblätter hat die BI nach eigenen Angaben verteilt, um für die Infoveranstaltung zu werben. Wie von uns berichtet, läuft seit 26. Januar das Planfeststellungsverfahren für das umstrittene Verkehrsprojekt. Noch bis 27. Februar können Einwendungen erhoben werden (Mehr dazu). Es ist bereits der zweite Anlauf für ein solches Verfahren. Das erste Anlauf war im Herbst 2007 aufgrund zahlreicher und „gewichtiger“ Einwendungen (Stadt Regensburg) abgebrochen worden. In der aktuellen Bekanntmachung des Planfeststellungsverfahrens wird erstmals explizit erwähnt, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Bauprojekt nicht erforderlich sei. Das sorgt für Argwohn bei der BI. Immerhin stünden die Brückenpfeiler im Flussbett des Regen – und der ist FFH-Schutzgebiet. Eine Neuigkeit ist der Verzicht auf eine UVP indessen nicht. Laut Auskunft der Regierung der Oberpfalz haben lediglich neue Richtlinien für öffentliche Bekanntmachungen dazu geführt, dass dies nun auch ausdrücklich erwähnt wurde.

Auch die Verlängerung der Osttangente ist mittlerweile zur Planungsreife gelangt. Das Planfestellungsverfahren beginnt voraussichtlich am 2. März. Eine Einhausung der Osttangente wird es, den derzeitigen Planungen zufolge, nicht geben. In der SPD gibt es zwar durchaus Stimmen, die eine solche Maßnahme fordern. Allerdings hat Fraktionschef Norbert Hart derartigen Wünschen kürzlich erneut eine Absage erteilt.

Noch keine Entscheidung gibt es zum Bürgerbegehren der BI LOS – für eine Überdeckelung der Osttangente und gegen den Bau der Sallerner Regenbrücke. Die Stadt hatte einen Bürgerentscheid mit dieser Fragestellung nicht zugelassen und war vom Verwaltungsgericht Regensburg in dieser Auffassung bestätigt worden (Mehr dazu). Die Bürgerinitiative zog dagegen vor den bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Eine Entscheidung von dort steht – seit mittlerweile sieben Monaten – weiter aus. Die BI steht bereits mit einer Fragestellung für ein neues Bürgerbegehren in den Startlöchern.

Für Zündstoff dürfte am kommenden Mittwoch also gesorgt sein. Und dass die Befürworter der Regenbrücke sich nicht zu Wort melden werden, ist eher unwahrscheinlich. Termin: Mittwoch, 18. Februar, 19 Uhr, Arberhütte (Reinhausen).

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Kommentare (9)

  • Pressemitteilung Bürgerforum Sallern

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    Verärgerung über Flugblattaktion

    Das neue Flugblatt der Bürgerinitiative LOS sorgt für Ärger

    Manch ein Anwohner an der Amberger Straße staunte nicht schlecht, als er gestern ein Flugblatt im Postkasten vorfand, auf dem er – einmal wieder – aufgefordert wird, Einwendungen gegen die Sallerner Regenbrücke zu erheben. Die Amberger Straße, gleichzeitig als Bundesstraße 15 ausgewiesen, ist die Hauptstraße in Sallern und verläuft damit direkt durch ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Täglich kommt es hier zu langen Staus, zähfließendem Verkehr und einer enormen Lärmbelastung für alle Anwohner.

    Genau diese sollten sich jetzt nach Wunsch einer Bürgerinitiative gegen das geplante Bauwerk richten, das allein dafür sorgen kann, den Stadtteil vom unerträglichen Durchgangsverkehr zu entlasten. „Das einzige was ich gegen die Brücke einzuwenden habe ist, dass des Ganze viel zu lange dauert!“, so ein geplagter Hausbesitzer in der Amberger Straße.

    Für eine solche Einstellung gilt es Verständnis aufzubringen, versprach doch ein Stadtratsbeschluss vor 46 Jahren bereits den Bau einer Regenbrücke bei Sallern. An jedem Tag, an dem der Verkehr weiter in diesem Ausmaß durch die Wohngebiete in Sallern fließt, wird mehr Bausubstanz zerstört und die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung gefährdet.

    Die unverantwortliche Blockadehaltung der Bürgerinitiative, die sie auch jetzt wieder an den Tag legt, mag vielleicht gut klingen, wenn man den Blick lediglich auf formelle Fragen der Umweltprüfung richtet. Doch gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, auf schnelle und direkte Weise den Bürger zu entlasten und gleichzeitig die Wirtschaft zu stärken. Die Stadt Regensburg täte gut daran, in der momentanen Krise durch eine bessere Infrastruktur Anreize für ansässige Unternehmen zu schaffen, deren Standorte in Regensburg und dem nördlichen Umland zu erhalten und auszubauen.

    Man kann nur hoffen, dass auch die Bürger aus den Umständen und Prozessen der Vergangenheit lernen zu dem gleichen Schluss kommen: Eine Unterstützung der Bürgerinitiative LOS ist ein Beitrag zu endloser Blockadepolitik und zum Egoismus von Einzelpersonen, welche bekanntlich persönlichen Groll gegen die Stadtverwaltung und deren Brückenpläne hegen.

    Christoph Gailer
    Sprecher des Bürgerforums Sallern

  • Werner Mayer

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    Das Bürgerforum Sallern sieht wieder nicht weiter als bis zur eigenen Nasenspitze. Als Interessenvertretung von Immobilienbesitzern in und um die Amberger Straße wird zwar der Durchgangsverkehr, die Lärmbelästigung und vor allem die Zerstörung der Bausubstanz beklagt, ignoriert wird dabei aber immer noch, dass mit einer Sallerner Regenbrücke der Verkehr vor der Haustür allerdings abnimmt, dafür kommen dann von der Rückseite die Abgas- und Lärmbelastungen von ca. 25.000 Autos pro Tag dazu. Mit vielen Anwohnern der Amberger Straße kann Herr Gailer nicht gesprochen haben, da die Bürgerinitiative LOS gerade hier große Unterstützung findet mit der Argumentation Umfahrung des Regensburger Nordens statt Durchquerung. Es ist bekannt, außer natürlich dem Bürgerforum Sallern, dass ein großer Teil des Verkehrs, der durch die Amberger Straße geht, in den Regensburger Osten will (Gewerbepark, Biopark, Siemens, BMW usw.). Mit einer vernünftigen, überdeckelten Osttangente als Umfahrung der Wohngebiete könnte also eine erhebliche Entlastung Sallerns stattfinden ohne eine Brücke, die zusätzlichen Verkehr in Richtung Nordgaustraße bringen und den halben Sallerner Berg, und große Teile von Steinweg und Reinhausen beschallen würde.
    Den Vorwurf des Egoismus von Einzelpersonen kann ich hiermit also formvollendet zurückgeben, und von Blockadepolitik kann keine Rede sein, wenn man ein seit 46 Jahren unsinniges Verkehrsprojekt verhindern will. Wenn die Stadt Regensburg die Infrastruktur verbessern will, wäre sie gut beraten, sich für eine überdeckelte Osttangente einzusetzen. Aber am politischen Willen dazu fehlt es wohl noch, wahrscheinlich so lange, bis die Gelder des Konjunkturpakets der Bundesregierung fort sind.
    Fast hätte ich noch den bekanntlichen persönlichen Groll von Einzelpersonen aus der Bürgerinitiative vergessen, eine Formulierung, zu der man Herrn Gailer wahrlich gratulieren darf, auch wenn der Wahrheitsgehalt gegen null geht, aber da halt leider keine anderen Argumente da sind, kommt so eine kleine Unterstellung ganz gelegen.

  • Reitberger Josef

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    Stures Verhalten der BI „LOS“

    Es ist direkt ätzend, wie sich die BI „LOS“ den geplagten Anwohnern der Amberger Straße verhält.
    Beenden Sie Ihr Geltungsbedürfnis! Sie sind doch schon aller Voraussicht nach im Verwaltungsprozess durch eine stümperhafte Fomulierung Ihrer Blätter auf die Nase gefallen.
    Sie werden auch, falls Sie einen Bürgerentscheid anstreben, wieder ein Waterloo erleben.
    Genießen Sie den kommenden Sommer, ohne bei brütender Hitze an jeder Ecke zu stehen und Unterschriften zu sammeln.

  • tn

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    Hallo Alter Skikamerad Reitberger
    Sie wohnen doch gar nicht in der Ambergerstrasse, also Klappe halten.
    Irre ich mich, oder würden Sie ganz schön von Überdeckelung (bei ex Metzg. Buckenleib)und Hausrenovierung profitieren? Wäre Ihr Haus dann nicht deutlich mehr wert? Oder haben Sie andere Beweggründe als die eigene Jacke? Trügt mich meine Erinnerung: Sie haben doch damals den Unterschriftenstand „besucht“, nicht wahr?
    Ski Heil

  • Werner Mayer

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    Herr Reitberger hat anscheinend immer noch nicht verstanden, was die BI LOS eigentlich will. Eine Umfahrung statt einer Durchquerung von Wohngebieten, also auch eine massive Verringerung des Verkehrs in der Amberger Straße und der Nordgaustraße. „Ätzend“ ist allein die Ignoranz, die sich hier zeigt. Vom Paulus zum Saulus! Erst ein streitbarer Gegner einer Sallerner Regenbrücke inklusive Petition an den Bayerischen Landtag, und kaum hat man selbst die Vorteile, ist man halt dafür. Im Tierreich nennt man das Wendehals.

  • Reitberger Josef

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    Sehr geehrter Herr Mayer,

    wie Sie sicher sehen, halte ich nicht die „Klappe“, wie sich Ihr/Ihre Mitstreiter/in völlig
    unqualifiziert ausdrückte.

    Nun zu Ihrem Kommentar:

    Schon der verehrte Bundeskanzler Konrad Adenauer hat einmal bei einer geänderten Situation gesagt:“ Was interessiert mich mein
    Geschwätz von gestern“.Können sich nicht auch die betroffenen Bürger, die entlang der gepl. Einhausung wohnen, dieses Zitats bedienen? Ich
    glaube schon!

    Man muß wissen, daß folgende Straßen betroffen sind:
    Die Hochhäuser am Judenfeld, die Häuser am Drosselweg,Röhrlbergweg,an der Bergstraße, Teile derWaldmünchener Straße und der Fichtelgebirg -bzw. Sonnenstraße und Im Gschwander. Da wird wohl von 1000 Bürgern nicht viel fehlen. Ich wurde wiederholt angerufen und um Unterstützung gebeten. Sie alle als „Wendehälse“ zu bezeichnen, nur weil sich die Situation zu früher geändert hat, ist
    einfach nicht fair!
    Zu mögl. weiteren Kommentaren werde ich keine
    Stellungnahme abgeben.
    Mit freundlichen
    Josef Reitberger

  • tn

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    q e d

  • tn

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    Und übrigens:
    Wussten Sie nicht, dass Feinstaub gesund ist und Verkehrslärm glücklich macht? Die Anlieger der Nordgaustrasse berauschen sich geradezu am Verkehr, dem Symbol für prosperierende Wirtschaft.
    Wir sind nicht so fortschrittsfeindlich und saugen deshalb die feinstpartikelbelastete Luft mit der vollen Kraft unserer Lungen ein und freuen uns bei jedem Atemzug, dass es mit jedem Transit-LKW uns und unserer Stadt besser geht. Mensch, ausserdem die vielen Mrd. Gewerbesteuer, bei jedem Transit-LKW anfällt. Noch n paar LKWs und die Stadthalle ist schon finanziert. Und wenn schon unser oberster Gutsverwalter sagt, dass wir uns den Lärm nur einbilden, den Feinstaub gar nicht abbekommen und halts Fenster zumachen sollen; tja machen Sies doch genauso.

  • Werner Mayer

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    Sehr geehrter Herr Reitberger,

    so schaut das verkörperte St.Florians-Prinzip aus!

    mit ebenfalls freundlichen
    Werner Mayer

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