SOZIALES SCHAUFENSTER

"Fridays for Future" in Regensburg

„Was nützt das Matheabi ohne Zukunft?“

Hunderte Schüler verschiedener Regensburger Schulen haben am Freitagmittag gegen die bestehende Klimapolitik und für mehr Umweltbewusstsein demonstriert.

Wenig Vertrauen in die älteren Generation – die Schülerinnen und Schüler auf dem Neupfarrplatz. Fotos: Bothner

Freitagvormittag – die Schülerinnen und Schüler sitzen brav in ihren Klassenzimmern und lernen all die wichtigen Sachen, die sie auf das Leben vorbereiten sollen. Wirklich alle Schüler? Gestern war die Situation in Regensburg doch ein wenig anders.

„I believe more in Santa than our politicians“

Schon ab 10.30 Uhr trudeln bei Temperaturen knapp über Null Grad nach und nach Hunderte von Schülern auf dem Neupfarrplatz ein. Viele von ihnen haben bunte Schilder dabei. „Wer hat euch das Recht gegeben über unsere Zukunft zu entscheiden?“ oder „I believe more in Santa than our politicians“ steht darauf. Sie alle, die Organisatoren sprechen von etwa 1.000 junge Demonstranten in der Spitze, folgen dem Aufruf des Regensburger „Fridays For Future“-Ableger.

Seit August 2018 stellt sich die 16jährige Schwedin Greta Thunberg jeden Freitag vor den Reichstag in Stockholm und demonstriert für mehr Umweltbewusstsein. Die Aktion hat mittlerweile Nachahmer in aller Welt gefunden, nun auch in Regensburg.

Auf der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz hatte Greta Thunberg im Dezember gesagt: „Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen.“ Auch für die Regensburger Schülerinnen und Schüler scheint das Handeln und Denken von Erwachsenen und insbesondere Politikern nicht mehr nachvollziehbar zu sein.

Kritik an den „alten, grauen Männern“

Mitorganisator Jakob Scriver

Und so bekommen die Entscheidungsträger, allen voran Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Peter Altmaier (CDU), am Freitag ihr Fett weg. „Es kann nicht sein, dass alte, graue Männer sich anmaßen, im Namen der Industrie die Zukunft der Menschheit, unsere Zukunft, die Zukunft ihrer Enkel zu zerstören, wo die Folgen der globalen Erwärmung doch glasklar sind, wo wir doch genau wissen, was wir tun, was wir ändern müssen“, wettert Mitorganisator Jakob Scriver in seiner Rede. Altmaier und Scheuer, seien vor allem dafür bekannt, notwendige Maßnahmen zu verhindern und der Industrie hörig zu sein.

Von Ignoranz der Politik und Industrie sprechen viele, die an diesem Tag auf die Straße gehen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, wird immer wieder skandiert oder: „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“. Dass immerhin 1.000 Menschen kommen sind, begeistert die jungen Demonstrantinnen: „Das ist ein tolles Gefühl. Wir sind viele, nicht nur in Regensburg. Wir sind alle dafür verantwortlich, dass sich etwas ändert“, freut sich eine Schülerin.

Vom Klimawandel und einer gerechteren Welt

Ein weiterer Redner spricht über das Verhältnis von Klimawandel und Gerechtigkeit, erklärt, wie Klimaveränderungen zu Fluchtbewegungen führen und dass unsere Lebensweise hier in Europa massive Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in den ärmsten Teilen der Welt hat. „Es geht um eine gerechtere Welt, in der wir alle gemeinsam leben können.“ Aber es scheint schlicht auch Angst zu sein, die die Anwesenden umtreibt. „Was bringt uns das Matheabi ohne Zukunft“ steht auf einem der vielen Schilder.

Zwischendurch sorgen die Regensburger Rapper Liquid und Maniac mit ihren Songs dennoch für gute Laune.

Zwei weitere Kundgebungen sind in Regensburg für Anfang und Mitte März plant. „Wir schauen nun, wie sich die ganze Sache entwickelt. Es muss ja nicht nur bei diesen drei Terminen bleiben“, so ein Sprecher des Orgateams, das sich aus etwa 40 Schülern der verschiedenen Schulen im Stadtgebiet zusammensetzt.

Weitere Demos sind geplant

Wie auch bei Greta Thunberg fand die Kundgebung während der Unterrichtszeit statt. Doch Ärger gab es deshalb keinen. Bereits im Vorfeld hatten die Regensburger Schulleitungen gemeinsam beschlossen, dass sich Teilnehmer vom Unterricht befreien lassen konnten. Auch in Passau, Cham, Amberg und Landau gingen an diesem Freitag mehrere hundert Schüler auf die Straßen.

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Kommentare (69)

  • joey

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    „Wer hat euch das Recht gegeben über unsere Zukunft zu entscheiden?“ Ganz einfach: die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland (und die, die diese Verfassung anfangs gesichert haben, also GB ,F , USA). Alles andere ist im Prinzip „Reichsbürger“.
    Über dieses Land entscheiden keine Thunbergs oder Pegida.

    Es gibt das Demonstrationsrecht und die Schulpflicht – beides schließt sich überhaupt nicht aus. Ein Thema für den Sozialkundeunterricht. Und Mathematik würde zeigen, was der deutsche Kohleausstieg bewirkt: nichts. Flüchtlingsabwehr und Energieerzeugung lagert Merkel einfach nach Ungarn und Polen aus, Hauptsache wir lügen uns ein gutes Gewissen zusammen – ein Thema für Ethik oder Religion.

  • Piedro

    |

    @joey
    „Alles andere ist im Prinzip „Reichsbürger“.“

    Bullshit. Die Verfassung verlangt nicht vom Verkehrsminister einen Eiertanz aufzuführen, um seinen wahren Herren dienlich zu sein. Sie verlangt auch nicht von Parlamentariern erst verlogene Reden zu führen und dann im Gremium anders zu entscheiden, wie es die deutschen EU-Abgeordneten seit Jahren regelmäßig tun. Die Verfassung schreibt Politikern nicht vor sich nach einer Lobby zu richten oder ihre Politik an den Profiten der Industrie auszurichten, schon gar nicht, wenn sie anderes im Maul führen.

    Der von Ihnen angeführte Kohleausstieg zeigt recht gut, was man von dieser Klientel hält. Erst werden „Ziele“ propagiert, dann wird alles vermieden was nötig wäre die auch zu erreichen. Das festzustellen hat mit Reichsbürgern so viel zu tun wie mit der Verfassung, nämlich gar nix.

  • Dieter

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    Sehr gut, weiter so. Aber vor allem auch den eigenen Konsum nicht aus den Augen lassen.

    Die Kommentarspalten-Kritiker, die jetzt „Schulpflicht!!!1!“ nölen, sind genau diejenigen die ansonsten gegen GEZ, Merkel, den achso linken Staat und die vermeintlich noch linkeren Medien, Flüchtlinge, Tempolimit und alles wettern, aber den Klimawandel leugnen (YouTube und die eigene Bequemlichkeit wissen es ja besser als die große Mehrheit der ‚blödstudierten‘ Wissenschaftler) und Homeschooling auch nicht so schlecht fänden, weil in öffentlichen Bildungseinrichtungen alle links indoktriniert werden. Genau diejenigen also, denen etwas mehr Zeit in der Schule nicht geschadet hätte und die wahrscheinlich noch nie eine Uni von innen gesehen haben.

    Im Wochenblatt hat CE übrigens seiner geifernden Zielgruppe wieder eine schöne Überschrift geliefert, die Kommentare fielen aus wie erwartet.

  • Mr. T.

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    Diametral andere Berichterstattung wie im Anzeigenblatt. Inklusive Beleidigung von Greta Thunberg durch den DrEckl. Schön, wenn sich die Kids engagieren!

  • Josef Zieghaus

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    Ein ereignisvoller Tag mit Fast- und Exabiturient(en) in Regensburg.
    Ein paar Stunden später konnten unsere Youngsters erleben was manche alte, graue Männer sich anmaßen. Analog dem alten Spontispruch: Ich bin hier, ich bin laut, weil ihr mir die Zukunft klaut.
    Siehe oben bei rd.

  • Lothgaßler

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    Ich würde meinen, dass die Sozialkundelehrerinnen und -Lehrer sich freuen dürfen, die Schüler setzen die Theorie in die Praxis um. Alle sollten eine mündliche 1 bekommen. Über dieses Engagement können etliche Langweilerthemen aus dem Stoffplan verarbeitet werden, sogar Mathe, Physik, Chemie, Biologie u.a., da stimme ich JOEY zu.
    Zur „Schulpflicht“: Ja, und dann das Risiko eines Unfalls u.a., aber wir wollen mündige Bürgerinnen und Bürger. Zudem: Die obersten Bildungsziele (gelten für alle, nicht nur für Gymnasien, wie unten verlinkt) in Bayern enthalten auch „Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt“ (https://www.isb.bayern.de/gymnasium/materialien/oberste-bildungsziele-in-bayern/.). Unter der verlinkten Seite ist der schöne Satz zu lesen:
    „..Die Schule unterstützt Kinder und Jugendliche aktiv dabei, sich zu verantwortungsvollen, hilfsbereiten sowie aufgeschlossenen Erwachsenen zu entwickeln, die als mündige Staatsbürgerinnen und Staatsbürger für die Werte unserer Verfassung und unser demokratisches System eintreten… „.
    => Die Schüler halten sich streng an die Bildungsziele, es gilt Sie zu unterstützen.

  • Eingeborener

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    Eine Info im Artikel ist falsch: Straffrei war die Teilnahme während des Unterrichts nur, wenn minderjährige von ihren Eltern abgemeldet wurden, siehe Mitteilung der Schulleiter in der MZ.
    @Joey , Sie sind Generation alte ,graue Männer .Abtreten !

  • Stefan Aigner

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    @Eingeborener

    Die Info steht im Artikel:

    „Bereits im Vorfeld hatten die Regensburger Schulleitungen gemeinsam beschlossen, dass sich Teilnehmer vom Unterricht befreien lassen konnten.“

    Insofern ist nichts falsch.

  • Wackersdorf-Veteran

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    Wow, die sind ja sooo engagiert, diese laut Veranstalter rund 1000 jungen Leute. Vor allem, wenn die vorformulierten Befreiungs-Vordrucke schon im Sekretariat bereitliegen und man ab der 5. Stunde nicht Bio oder Physik büffeln muss, sondern klimafrei hat. Auf dem Neupfarrplatz noch schnell das alle zwei Jahre weggeschmissene Smartphone zücken, ein zünftiges Selfie von der Demo schießen und sich der Welt als tatkräftiger Klimaretter präsentieren… dann aber flott ab ins Wochenende (an dem dann Ü70-Senioren die Umweltarbeit vor Ort in den langweiligen BN- und LBV-Ortsgruppen wuppen).

    — Hey, nur mal so ein Gedanke: Ob man wohl auch nur 50 engagierte Jungklimaretter erblickt hätte, wenn diese Demo nicht am Frei-Freitag während der Schulzeit, sondern am Samstag gewesen wäre…?

    — Und noch so ein Gedanke: Sollte man vielleicht nicht auch ein ganz klein wenig selber tun – und nicht immer nur die bösen Erwachsenen anklagen? Jo, zum Beispiel auf die Ferienflugreise verzichten, oder mal ne Woche Eure smarten Fons ausgeschaltet lassen, oder Mit-dem-Radl-in-die-Schule-fahren (statt sich von der Mama hinkutschieren lassen)? Ihr könnt doch deutlich mehr als mal ne Stunde demonstrieren, liebe Wohlstandskids…!

  • joey

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    @eingeborener
    Abtreten? Nein.

    Die Grünen haben 20 Prozent, das reißen ein paar hysterische Jugendliche auch nicht raus. Weit von einer demokratischen Mehrheit entfernt.

  • Nörgel-Senior

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    Erinnert mich an Occupy: Wenn es bei Demos (und Gesprächskreisen) bleibt, scheitert die Bewegung. Der erkennbare Unterschied: Konkrete Forderung im Bereich Energieerzeugung. Die Kohle-„Wende“ wurde aber schon offiziell beschlossen, nur für die Demonstranten ein wenig zu langsam. Ganz schön Handzahm. Frage an die Schüler: Was macht ihr anders?

  • Joachim Datko

    |

    Die Demo sei den Schülern gegönnt!

    Zitat: „[…] Thunberg im Dezember gesagt: „Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen.““

    Außer dem angerichteten Chaos gibt es noch die gut organisierte Versorgung mit Gütern aller Art.

    Es gilt, 7 Milliarden Menschen zu ernähren:
    https://media0.faz.net/ppmedia/aktuell/2375151694/1.3670890/format_top1_breit/kein-korn-wird-vergessen-die.jpg

    Es gilt, die Menschen mit Technik zu versorgen:
    https://blog.mercedes-benz-passion.com/wp-cb4ef-content/uploads/2048_13C411_251.jpg

    Zitat: „Über dieses Engagement können etliche Langweilerthemen aus dem Stoffplan verarbeitet werden, sogar Mathe, Physik, Chemie, Biologie u.a., […]“

    Hauptsache es bleiben einige Schüler übrig, für die diese Themen super spannend sind. Sie werden als Hilfskraft die künstliche Intelligenz einsetzen und die Menschheit mit den Dingen des täglichen Bedarfs versorgen. Auf dieser Grundlage kann die Gesellschaft so ausdifferenziert wie jetzt in Wohlstand leben.

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker

  • Piedro

    |

    Ich finde es erbärmlich wie das Engagement der Kids hier niedergemacht wird. Weil sie (noch) nicht genug tun, weil das mehr sein könnte, weil sie (noch) nicht auf das eine oder andere verzichten, das eine oder andere tun oder haben, weil sie (noch) nicht den völligen Durchblick haben, und auch noch schulfrei haben weil sie ich engangieren.

    Als 1991 (an einem Samstag) die bisher größte Friedensdemo in Bonn war (damals Nato-Nachrüstung etc) hatten wir Unterricht. Die Schulleitung stellte nur Schüler frei, die einer der veranstaltenden Organisationen angehörten. Immerhin. Dass binnen kurzem viele in eine dieser Organsationen eintragen gefiel der Schulleitung nicht wirklich. Andere haben drauf gedingst und die Konsequenzen für ihr Engagement akzeptiert. Auch damals wurde ohne Ende geraunzt, auf ganz ähnliche Art. Weil mache solch ein Engagement einfach nicht wollten und es deshalb nieder schwafelten. Ganz ähnlich wie heute.

    Diese Kids machen sich Gedanken, sie informieren sich, sie nehmen eine Position ein die sie auch vertreten. Und schon kommen alte Säcke gekrochen und die sich für besser halten, für wertiger, für durchblickender, für engagierter und verdienter. Herzlichen Glückwunsch dazu, ihr Veteranen des Widerstands und Verfechter des status quo. Ab in den Kompost mit euch, und nicht aufs Verrotten vergessen.

  • Piedro

    |

    @Joachim Datko
    „Auf dieser Grundlage kann die Gesellschaft so ausdifferenziert wie jetzt in Wohlstand leben.“

    „Die“ Gesellschaft? Damit meinen Sie vermutlich unsere, die europäischen und ähnliche Gesellschaften. Wo bereits zwischen 10 und 20% (mindestens) vom Wohlstand ausgeschlossen und am oder unter dem Existenzminimum leben. Andere Gesellschaften, deren Ausbeutung Grundlage dieses Wohlstands bildet, sind wohl eher nicht gemeint, denen kann man ja problemlos die Lebensgrundlage entziehen (etwa durch das Abfischen vor ihren Küsten, durch Eigentum an deren Rohstoffen, Landwirtschaft, Infrastruktur, durch Sklavenarbeit in Nähereien, Bergwerken, in der Schiffahrt (ich weigere mich das mit drei f zu schreiben!) oder auf Plantagen.

    Wohlstand für alle Menschen wäre seit den 60ern machbar. Heute mehr denn je (nicht zuletzt durch KI und anderes), aber das wird verhindert. Auch in unserer Gesellschaft, wo der Profit weniger nach wie vor die Heilige Kuh der gesellschaftlichen Gestaltung ist.

    (PS: Sie haben den Philosophen in der Signatur vergessen ;))

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    @Piedro („Diese Kids machen sich Gedanken, sie informieren sich, sie nehmen eine Position ein die sie auch vertreten. Und schon kommen alte Säcke gekrochen und die sich für besser halten, für wertiger, für durchblickender, für engagierter und verdienter.“)

    — Gut gebrüllt, Löwe. Ich alter Sack vermag bloß nicht zu erkennen, was diese Kids anders machen als die von ihnen kritisierten und beschimpften Weltenzerstörer. Rein gar nichts. Engagement sollte bei sich selber anfangen. Andere zu kritisieren („IHR müsst den Planeten retten“) ist einfach, selber was zu tun (außer zwei Stunden schulfrei zu genießen) ist da schon härter. Die Jungspunde hätten meine vollste Unterstützung, wenn sie wirklich was machen würden, und sei es nur ganz minimal. Aber die plappern doch nur aus dem kuscheligen SUV ihres Papas heraus – ganz ähnlich übrigens wie die total engagierte Frau Schulze von den grünen Weltrettern, die im Dienste des Weltklimas (und auch privat) pro Jahr 125.000 Flugmeilen sammelt. Die war bestimmt auch schon in der Schule total engagiert…:
    https://www.facebook.com/mucpro3/videos/2063706207079358/
    (um es klarzustellen: Ich bin gegen die 3. Startbahn, aber noch viel mehr gegen solch verlogene Pharisäer)

  • Lenzerl

    |

    Ich führe die Diskussion ums Demonstrieren ja oder nein gerade zuhause. Leider sehe ich das Engagement der jungen Leute gehypt über SocialMedia und gepusht durch den Wunsch nach schulfrei. Ein gutes Stück pubertäres Aufgeregtsein und sich in der Gemeinschaft gut fühlen, ist sicher auch noch dabei. Dabei finde das Engagement und das Interesse eigentlich klasse und wünschte mir sehr, dass es von Dauer ist (wäre). Noch besser wäre es, die Schulen würden es aufgreifen, wie es hier auch bereits diskutiert wurde und wie es manche ja auch tun!

  • Piedro

    |

    @Wackersdorf-Veteran

    Von einem alten Sack zum anderen: schlecht geraunzt, Bärli. Ich kann Ihre pauschale Einsicht in das Leben von 1000 jungen Menschen nicht teilen, ich weiß nicht was der Einzelne dort tut oder denkt oder nicht tut. Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich auch nicht, ob die Papis alle SUVs fahren, aber ich würde den Kids das nicht vorwerfen und ein allgemeingültiges Plätzchen draus backen. Aber von Schülern zu verlangen das zu tun, was sie von den „Verantwortlichen“ verlangen ist nicht mal mehr albern. Ich hoffe, dass nicht alle Wackersdorf-Veteranen auf so einen schmalen Trichter gekommen sind. Sie entwerten die Wortmeldungen der Jugend als Geplapper – wenn Sie mehr auf der Pfanne haben als Geplapper ließen Sie sich das noch nicht anmerken. Ich stelle jedenfalls fest, dass Ihnen der Respekt vor diesen Jungen Menschen abgeht. Da wird meinereiner richtig nostalgisch.

    Ich kann mich noch an die Sprüche erinnern, die uns von Spießern, Informationsverweigerern und Bildzeitungswiederkäuern um die Ohren gehauen wurden. Sie sind Ihren Verlautbarungen nicht unähnlich, Sie Held des Wandels von einst.

    Nachdem Sie sich an den Kids abgearbeitet haben wenden Sie sich exemplarisch einer Person zu um diese zu kritisieren. Na, da haben Sie wenigstens etwas mit den Demonstranten gemeinsam, die würden ihre Kritik teilen. Käme es zu einem Dialog mit dem einen oder der anderen dieser „plappernden“ Schüler gäbe es bestimmt einen nicht unwesentlichen Konsens. Vorausgesetzt Sie brächten es über sich diesen plappernden Smartphoneverschwendern mit SUV-Papis und Familienurlaubsreisen überhaupt zuzustimmen.

    Für mich persönlich ist da mehr Zukunft zu erkennen wie in Ihresgleichen, die ihre Verbitterung als Monstranz vor sich her tragen müssen um sich aufzuwerten. Nix für ungut. Danke, dass Sie in Wackersdorf und bestimmt auch andernorts dabei waren. Vielleicht sind wir uns sogar mal begegnet, wenn Sie ihr Engagement nicht aufs Bayernland beschränkt haben. Unsereins wird nicht mehr viel erreichen. Ich bin froh, dass sich die Jugend endlich mal wieder regt – auch wenn sie nicht so ist wie Sie sich das wohl wünschen.

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    @Lenzerl:
    Da darf ich Ihnen hundertprozentig beipflichten!
    — Nicht das (lobenswerte) Engagement empfinde ich als sehr fragwürdig, sondern dass nach dem „sich in der Gemeinschaft gut fühlen“ (das ich natürlich einst genauso wohltuend empfand) leider nichts mehr kommt. Nur wohlfeil zu plappern, dann aber nichts zu tun (z.B. den eigenen Lebensstil zu hinterfragen u.v.a. zu ÄNDERN) – genau das machen die attackierten „bösen alten Männer“ auch… (übrigens auch die „bösen alten“ Frauen).

  • Piedro

    |

    @Lenzerl
    Wird das in den Schulen nicht aufgegriffen? Kann ich mir kaum vorstellen… Gehypt… Naja, ist klar, gehört dazu. Ohne Social Media geht heute kaum was, gerade bei den Kids. So ist die Welt inzwischen, und ist ja nicht grundsätzlich schlecht. Wichtig ist was zwischen den Ohren passiert, und das ist wohl immerhin etwas. Nicht nur Schulangst und Karrieredenken. Mich freut es, dass die Jugend sich zu Wort meldet. Wenn dafür ein paar Unterrichtsstunden draufgehen ist das halt so. Die Schulleiter können das ja einplanen und die regelmäßig ausfallen Stunden mangels Lehrer auf den Freitag legen.

  • Mr. T.

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    Für einen Wackersdorf-Veteranen schon verdammt primitivpopulistisch unterwegs. Es ist eine Unverschämtheit, die demonstrierenden Kids ohne besseres (oder überhaupt ein) Wissen pauschal als Heuchler hinzustellen. Oder sind da rund um den Neupfarrplatz 1000 SUVs mit laufenden Motoren und wartenden Eltern drin gestanden, um die kleinen Partydemonstranten wieder abzuholen?
    Eine Frau Schulze kann als Politikern auch mit 250.000 Flugmeilen und einem Wegwerfbecher sicher mehr für das Weltklima machen als ein Wutbürger am PC, der sich Konsum und Verkehr komplett entsagt. Erinnert mich an die Knallhörner, die mir immer sagen, dass ich erst mal ein paar syrische Familien aufnehmen und versorgen soll, bevor ich ein linksgrün-versiffter Gutmensch sein darf.

  • Piedro

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    Schauen Sie sich die Kids doch noch mal an. Damit Sie nicht scrollen müssen: https://www.regensburg-digital.de/wp-content/uploads/2019/02/Bild-1024×684.png

    Bei denen kommt „danach“ nix mehr? Die tun nix, die hinterfragen nix, die plappern nur. Weia! Das klingt fast als ob ein Pegida-Jünger sich über Flüchtlinge auslässt. Reines Vorurteil, Vorverurteilung, pauschale Abwertung. Bei so jungen Menschen, über die Sie nichts wissen.

    Lenzerl hat nichts davon geschrieben, dass sonst nix kommt, sondern „dass es von Dauer ist (wäre)“, das Engagement. Ihr Beipflichten ist also irreführend.

    Wer sagt denn, dass diese Kids nicht auch Einfluss auf ihre Eltern nehmen? So selten ist das gar nicht mehr. Wer sagt denn, dass sie nicht dabei sind ihre Möglichkeiten auszuloten und den Papi schimpfen, weil er sich einen SUV kauft statt einem sinnvollerem Auto?

    Ach was, das bringt nix. Ich bedanke mich für Ihre Wortmeldungen, sie ließen tief blicken. Leider.

    https://image.spreadshirtmedia.net/image-server/v1/compositions/129394023/views/1,width=650,height=650,appearanceId=2,backgroundColor=b2b2b2,version=1521206251/ein-motiv-aus-ralph-ruthes-youtube-clip-werbeparodien-6.jpg

  • Dieter

    |

    Mal allgemein in die Runde:
    Nicht jeder Schüler wird mit dem SUV in die Schule gefahren, fliegt regelmäßig in den Urlaub oder bekommt alle 2 Jahre ein neues Smartphone. Ganz im Gegenteil. Auch die von Eckl im WB angeprangerten Pelzkrägen sind schon seit Jahrzehnten in.

    Man soll eben nicht immer von sich selbst auf andere schließen.

    Auch schon zu meiner Schulzeit in den 80ern gab es Schüler-Demos während des Unterrichts und daran hat sich außer dem reaktionären Lager kaum einer gestört. Die Schülerzeitungen waren teilweise hochpolitisch und durften nur ausserhalb des Schulgeländes verkauft werden.
    In Social Media Zeiten schlägt sowas natürlich andere Wellen.
    Selbst um die Studentenstreiks 2009 wurde nicht so ein Aufsehen gemacht, aber da war Facebook eben auch noch nicht so verbreitet.

    Heutzutage darf sich eben jeder 5 Minuten echauffieren und im selben Atemzug über engagierte Wohlstandskinder meckern und dann zu sagen „Aufwachen! So schlecht ging’s uns noch nie!“
    Wahlweise „Das darf man heutzutage nicht mehr sagen!“ posten und dann Schülern, die gegen den Klimawandel protestieren, den Mund verbieten wollen.

  • R.G.

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    ; )
    Der Neid ist ein Hund…

  • Piedro

    |

    @Mr. T.
    „Erinnert mich an die Knallhörner, die mir immer sagen, dass ich erst mal ein paar syrische Familien aufnehmen und versorgen soll, bevor ich ein linksgrün-versiffter Gutmensch sein darf.“

    Diese Assoziation hatte ich ähnlich, mir kamen diese Pegida-Jünger in den Sinn, die sich über Flüchtlinge auslassen, die dieses oder jenes sind oder wollen und auch noch Smartphones haben. Naja, Hauptsache der Norwegerpulli passt noch…

  • Lothgaßler

    |

    Alte Säcke und Säckinnen (ich hoffe das ist gendergercht) kritisieren Jugendliche? Kommt mir bekannt vor!
    Mal ehrlich: Was alles kann/darf ein Heranwachsender wirklich frei und von sich aus entscheiden und für sein Leben umsetzen?
    Klar, da gibts ein paar Kleinigkeiten: z.B. die eigenen Klamotten und das geliebte Smartphone und ein paar Hobbies. Das Auto von Mama oder Papa gehören nicht dazu, die Möbel idR. auch nicht, Wohnung/Haus, Heizung, Urlaub na ja und so gehts weiter.
    Das herauszuarbeiten und deren Tragweite (also Beitrag zu Klimaschutz in physikalischen Dimensionen) könnte den schulischen Unterricht bereichern, weil ohnehin fälliger Stoffplan durch aktuelles Thema plötzlich interessanter und bedeutender wird.

    @Datko: „Künstliche Intelligenz“ muss erst noch erschaffen werden. Wenns nervt, dann hilft immer noch Stecker ziehen oder Batterien rausnehmen, bzw. man klinkt sich aus den algorithmen-gefütterten Medien einfach mal aus.

  • Obelinchen

    |

    Meine Tochter (11) war auf der Demo, ihrer ersten. Klar wars a Gaudi, klar war sie „froh“, dass die Schule nicht wegen Glatteis ausfiel. 😉
    ABER: es hat in den Schulen und in den Familien die Diskussionen zum Umweltschutz wieder aufgewärmt, angefangen von „wo und wie fahren wir in Urlaub“ bis hin zu „wie viele Hosen brauche ich tatsächlich“.

  • Lenerl

    |

    Ich habe mir am Freitag die Rednerinnen der Demo angehört. So dumm, wie sich einige die Jugend von heute hier so vorstellen, ist sie wahrlich nicht.
    Auf der Demo wurde durchaus der Bogen vom eigenen Konsum hin zur weltweiten Ausbeutung von Ressourcen und Menschen und zu den klimatischen Auswirkungen eines globalen Handels gespannt. Da wurde auch dafür plädiert Bus zu fahren und sich nicht überall „hinkutschieren“ zu lassen, ja es gab sogar einen Sprechchor, der das Fahrrad fahren anpries. Auch Ernährungsgewohnheiten wurden thematisiert und eine Verhaltensänderung angeregt. Mich haben die differenzierten Beiträge eher positiv überrascht. Ich habe den Rednerinnen aber auch zugehört.

    Ich empfehle allen (v.a. Wackersdorf- Veteranen) einfach mal wieder raus zu gehen und sich vor Ort zu informieren und ein Bild zu machen, bevor man die Welt mit der eigenen Verbitterung beunglückt. Wobei, einigen hilft das scheinbar auch nicht mehr, wie man im Wochenblatt schön nachlesen kann. Da reicht der geistige Horizont dann halt doch nur bis zum nächsten Pelzkragen, der vor einem steht. Was soll´s.

    Klar müssen die „Kids“ an der ein oder anderen Stelle noch an ihrer Argumentation feilen. Es wäre erschreckend, wenn dem nicht so wäre.
    Es ist ein netter Versuch, eine „aufmüpfige Jugend“ in Frage zu stellen (kennt man). In Wahrheit ist es aber anders herum: Die „aufmüpfige Jugend“ stellt uns infrage. Wir sollten- statt hier rum zu nölen- mal lieber an unserer Argumentation feilen!

  • Lenerl

    |

    @ Lenzerl: Ich gebe Ihnen recht. Das ist sicher auch ein Teil der Wahrheit. Aber eben nur einer. Wenn Sie/ wir wünschten, das Engagement sei von Dauer, müssten wir dann nicht mit gutem Beispiel voran gehen? Zu sagen: Die Schule müssten das aufgreifen ist richtig, kann aber auch nicht die einzige Antwort und deren alleinige Aufgabe sein.

    @ Wackersdorf- Veteran: Organisieren Sie doch mit Ihren 70- jährigen Kumpels vom Umweltschutzverein eine Solidaritätsdemo für die Schülerinnen, gerne auch samstags. Vielleicht klappt es dann mit der Jugendarbeit?!
    Gründen Sie ein Bündnis und zeigen Sie, dass es die „Veteranen“ noch drauf haben!
    Geben Sie Input, zeigen Sie Wege auf, fühlen Sie sich nochmal jung und seien Sie mit ihrer tadellosen Lebensführung Vorbild! Das haben Sie als Wackersdorfer doch bestimmt drauf? Oder san´S schon so eingerostet?

  • dugout

    |

    @Mr.T.
    „„Erinnert mich an die Knallhörner, die mir immer sagen, dass ich erst mal ein paar syrische Familien aufnehmen und versorgen soll, bevor ich ein linksgrün-versiffter Gutmensch sein darf.“

    Genau darum geht es. Diese Dummschwätzer realisieren doch in keinster Weise wie lächerlich sie sich gerade machen. Diesen Schülern einfach mal schnell ihr Engagement absprechen nur weil man selber seinen Wohlstandsarsch nicht mehr hochbekommt. Aber die waren ja alle sooo cool, damals vor hundert Jahren in Wackersdorf.
    Da war ich auch, aber gerade deshalb freu ich mich darüber wenn es auch die nächste und übernächste Generation auf die Straße treibt.

  • dugout

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    “ Die Jungspunde hätten meine vollste Unterstützung, wenn sie wirklich was machen würden, und sei es nur ganz minimal. Aber die plappern doch nur aus dem kuscheligen SUV ihres Papas heraus “

    So einen Blödsinn sollte man eigentlich gar nicht kommentieren, ich mach es trotzdem weils mir stinkt .
    Haben sie eigentlich irgendeinen Schimmer wie diese Generation tickt? Oder schwätzen sie dummes Zeug aus Langeweile.
    Ein großer Teil dieser jungen Menschen wird gar keinen Führerschein machen geschweige denn mit 18 ein eigenes Auto besitzen! Reden sie mit einem Fahrlehrer.
    Warum glauben sie sind 20% dieser Generation Vegetarier oder Veganer?
    Weil sie sich grundlegende Gedanken um ihre Umwelt machen!
    Wissen sie das sich hunderttausende sozial engagieren in freiwilligen sozialen Jahren oder ähnlichen Projekten?
    Weit mehr als es übrigens Zivis gab, früher in der guten alten „Wackersdorf Zeit“
    Diese Generation ist engagierter als jede Generation zuvor.
    Das sollten sie zur Kenntnis nehmen bevor sie hier ihren Frust ausleben

  • Giesinger

    |

    Also Frau Lenerl, ich habe auch schon in Wackersdorf demonstriert, bin aber noch keine 70, sondern gerade 52.
    An Demonstrationen, wegen denen ich Schulfrei bekommen hätte, kann ich mich wirklich nicht erinnern, ganz im Gegenteil.
    Eventuell durch bemalte Kleidung , Transparente..etc. zur Schau getragene Sympathiebekundungen für Startbahn-West-Gegner, Brockdorf- und andere Demonstranten, wurden seitens der Schulleitung rigoros unterbunden und geahndet.
    Mittlerweile weiß ich, unser Oberstudiendirektor war damals Atom – Lobbyist.
    Ehrlich gesagt, auf eine Demo, wegen der ich seitens der Schule frei bekommen hätte, wäre ich damals eh niemals hingegangen!
    Aber das wäre damals wohl eh nur wegen des Papstbesuches gewesen, und der war glaube ich eh am Samstag.

    Meinen Respekt haben Sie, Wackersdorf-Veteran, für Ihre Äußerung.

    @R.G. 18:02
    Wie recht Sie haben.
    Sind Sie jetzt eigentlich Frau Rosalia Genoveva?

    @Mr. T:
    Lassen Sie doch den Nicht-Mainstream-Kritikern auch mal ihre Kritik.
    Um es mit Ihren Worten zu sagen, den Nicht-Links-Grün-Versifften. Entspannen Sie sich, und werden Sie cooler und relaxter.

    Anbei zum Thema noch ein Link zu einem alten Link aus der SZ.
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/reisen-fliegende-konsumenten-1.3996006

  • Giesinger

    |

    Ach ja, den dugout gibt es ja auch noch.

    Für Sie gilt das an Mr, T gerichtete, natürlich ebenso.
    Nur noch entsprechend viel höher dosiert verordnet!

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    Herrlich, wir spielen Bullshit-Bingooooo! War ja so klar…
    „Pegida“ – topp, 1 Punkt.
    „Dummschwätzer“ – topp, 2 Punkte.
    Wann kommt der „Nazi“?
    „AFD“ ist auch noch nicht gefallen, „Trump“ auch noch nicht – nanu, was ist los?

    @Lenerl („Gründen Sie ein Bündnis und zeigen Sie, dass es die „Veteranen“ noch drauf haben! Geben Sie Input, zeigen Sie Wege auf, fühlen Sie sich nochmal jung und seien Sie mit ihrer tadellosen Lebensführung Vorbild! „)
    — Wozu? Mache ich doch längst.

    @Rest hier: Getroffene Hunde bellen. Macht’s gut, und danke für den Fisch.

  • Tobias

    |

    Wir hatten damals so um 2001 oder 2002 herum am Samstag ein „Ramadama“. Wir sind in der Nähe des Wasserwerk Sallern gestartet und haben Müll aufgesammelt. In Gummistiefeln und bei Regenwetter. Betonung: Müll aufgesammelt, Regenwetter und Samstag.

    Das, was die Internet-Kids dort machen, ist genau derselbe Blödsinn wie bei den „Demos gegen Rechts“: Nachplappern, Selfies und Frei abstauben. Wenn man das Gerede der Kinder im Bus oder in einem Schnellrestaurant anhört, merkt man, dass die überhaupt nix juckt außer das, was Jugendliche nunmal so treiben: Videospiele, saufen, rauchen, Mädels respektive Jungs. Dass ich ausgerechnet die Unterschichten-Kids treffe, und sonst alles top-gebilete Grünen-Wähler der Zukunft – das glaube ich nicht. Spätestens wenn die selber mal ihre Stromrechnung umdrehen und dort die Berechnungsgrundlage lesen, wird schnell alles andere gewählt als Grün.

  • Giesinger

    |

    @dogout nochmal.
    Für eine Antwort auf ihre Beiträge ist mir wirklich meine Zeit und meine Laune zu schade. Ich registriere Ihre Beiträge zwar regelmäßig, aber dies war meine einzige und auch letzte Stellungnahme .

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    Lieber Dugout,
    bitte ganz schnell wieder sachlich werden. Danke. Ihre obenstehenden Behauptungen sind so nämlich teils grob unzutreffend.
    — Ein Beispiel: (O-Ton Dugout) „Wissen sie das sich hunderttausende sozial engagieren in freiwilligen sozialen Jahren oder ähnlichen Projekten? Weit mehr als es übrigens Zivis gab, früher in der guten alten „Wackersdorf Zeit“.“
    Wenn Sie sich schon so weit aus dem Fenster lehnen: Das ist, mit Verlaub, so nicht korrekt, lieber Dugout. Google hilft.
    Ein freiwilliges soziales Jahr leisteten 2018 rund 41.000 Menschen (davon unter 27 Jahre alt: knapp 30.000). Zivildienst leisteten in den letzten 15 Jahres dessen Bestehens (1997-2010) zwischen (minimal, im Jahr 2010) 78.000 und (maximal, im Jahr 2002) 136.000 junge Menschen (durchschnittliche, aufs jeweilige Jahr bezogene Werte).
    Sie sehen: Selbst in den „heißen Wackersdorf-Jahren“ 1986 bis 1989, als es übrigens noch nicht so ganz einfach war, zu verweigern, leisteten immerhin mit 46.000 bis 62.000 Zivis deutlich mehr junge Menschen Zivildienst als heutzutage ein Freiwilliges Soziales Jahr.
    Auf die fundamentale Sinnlosigkeit Ihres Arguments einzugehen (was haben Kriegsdienstverweigerer der 1980er Jahre mit Klimabesorgten des Jahres 2019 zu tun?) würde hier zu weit führen. Lassen wir das also besser.
    .
    Beispiel 2: (O-Ton Dugout: „Ein großer Teil dieser jungen Menschen wird gar keinen Führerschein machen“).
    Nein. Ganz falsch – Google hilft auch hier. Ohne PKW-Führerschein (2015): 14,13 Mio., Ohne PKW-Führerschein (2018): 14,04 Mio. Fakt ist also, dass sich die Zahl der Führerscheinlosen in D in den letzten Jahren nicht verändert hat. Es ist absolut nicht zu erkennen, dass „die Jungen keinen Führerschein mehr machen werden“.
    .
    Der Rest ihrer Ausführungen ist größtenteils Polemik (O-Ton „Haben sie eigentlich irgendeinen Schimmer wie diese Generation tickt?“ – Antwort Ironie ON: Nein, Dugout, ich kenne ausschließlich hundertjährige Greise und wohne schon mein Leben lang im Seniorenheim…und wenn meine Kinder von der Schule nach Hause kommen, gucke ich in die andere Richtung…Ironie OFF).

  • Piedro

    |

    @Lothgaßler
    „„Künstliche Intelligenz“ muss erst noch erschaffen werden.“

    Oh nein, die Anfänge sind längst gemacht und werden auch eingesetzt. Es wird nicht lange dauern bis Programme den größten Teil der Büroarbeit erledigen und auch die industrielle Produktion verändern. Das wird viele Vorteile bringen – und im bestehenden System zu einem gewaltigen Problem werden, weil sehr viele Menschen nicht mehr gebraucht werden um die bisherige Arbeit zu erledigen.

  • Piedro

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    Wenn Sie kein „Bullshit-Bingo wollen hören Sie doch einfach auf damit. Der Zivildienst war eine Zwangsalternative zum Wehrdienst, der heutige Freiwilligendienst ist völlig freiwillig. Anfangs wurde man dafür sogar noch gewissensgeprüft. Es ist auch nicht zu erwarten, dass Jugendliche ein Freiwilligenjahr absolvieren, dem steht die Schule entgegen. Also sparen Sie sich diese Jongliererei mit Zahlen die nicht das ausdrücken können was Sie behaupten wollen. Und ja, die AfD wurde noch nicht genannt, aber diese Klientel hat genau das auch super drauf. Pauschalisierte Abwertung und Unterstellungen aufgrund von Merkmalen, da ethnische, bei Ihnen das Alter. Das fällt halt auf, und nicht nur den „getroffenen Hunden“, denn mit ihrer „Kritik“ treffen Sie hier keinen. Sie hacken auf den Kids rum die das Beste tun was sie tun können. Dabei anderen Polemik vorzuwerfen ist fast schon wieder putzig. Es ist nicht Ihre Zukunft um die es geht, die ist übermorgen vorbei. Es ist die Zukunft derer die Sie runtermachen, die, für deren Zukunft wir damals aufgestanden sind.

    Was soll’s. Sie bleiben ein Held. Möge die Jugend zu Ihnen aufschauen. Bis Sie den Mund aufmachen und losgeifern.

  • Piedro

    |

    @Lenerl
    10. Februar 2019 um 19:48: Sehr schön gesagt! Es ist schon sehr erniedrigend so auf diese Kids herab zu schauen und sich dabei gut zu fühlen, weil man ja viel öko-polit-moral-aktiv-besser war und ist.

  • Lenerl

    |

    @ Giesinger: Nur zur Info: „Damals“ ist vorbei.

    @Wackersdorf- Veteran: Sehr gut! Wo ist dann das Problem?

  • Giesinger

    |

    @Lenerl: „Damals“ ist natürlich vorbei, aber ich beobachte bei den jungen Leuten keine Verbesserung, eher im Gegenteil.
    Vieles ist meiner Meinung nach von der unsäglichen Bologna-Reform, G8 und anderem Unsinn verursacht.

  • Burgweintinger

    |

    @ Wackersdorf-Veteran.

    Was tun die Jugendlichen?
    Ich weiß es nicht, was ich aber weiß, es gab noch nie soviel Jugendliche, die sich fleischlos ernähren mit der Begründung, dass sie gegen Massentierhaltung sind.
    Es gab auch noch nie soviel Jugendliche, die aus Umweltgründen mit 18 nicht den Autoführerschein machen (wie es Ihre Generation gemacht hat).
    Also sie demonstrieren nicht (nur), weil es schulfrei gibt, sondern weil sie Angst um Ihre Zukunft haben…

    Warum am Freitag und nicht am Wochenende? Auch das ist völlig klar. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist viel größer an einem Schultag, das und nur das ist der Grund. Würde sich denn die Presse so interessieren, wenn ein paar Schüler am Samstag vormittag demonstrieren würden?

  • Lenerl

    |

    @ Giesinger: Vielleicht lohnt es sich für Sie nochmal genauer hinzubeobachten.
    Ich sehe allerdings bei alten, mittelalten und nicht mehr ganz jungen Menschen auch keine Verbesserung. Das ist meiner Meinung nach von der unsäglichen Selbstgerechtigkeit dieser Generationen verursacht.

  • WerAuchImmer

    |

    Ich spitz ja auch gerne mal zu. Aber gerade find ich es wirklich mal wieder schlimm. Dieses dämliche Gepolter „Die Jungen sind doch alle blöd und wollen nur schulfrei!“ vs. „Nein, die sind alle viel g’scheiter und besser als ihr/wir alten zynischen Säcke!“. Können wir das vielleicht auch irgendwie ‚erwachsener‘ angehen? Gibt’s zwischen Niedermachen und Idealisieren bitte noch ein wenig Platz für die Kinder/Jugendlichen, wie sie vermutlich wirklich sind? Ein paar hochengagiert und -informiert, viele irgendwie interessiert, aber planlos (wie wahrscheinlich nicht wenige, die hier kommentieren auch), nicht wenige für das Thema gar nicht erreichbar (was einem eben so vorgelebt wird) und, und , und…

    Und speziell wenn mir als angeblichem ‚Wackersdorf-Veteran‘ nicht mehr als pauschale Diffamierungen zu dieser Geschichte einfallen, dann hab ich doch offensichtlich ein paar zentrale Aspekte meines angeblichen Engagements selbst nicht begriffen.

  • Kneipenschreck

    |

    und nach der Demo können die Schüler dann im Internet in Kommentarspalten wie dieser hier, sich auch noch praxisnah psychologisches Grundwissen aneignen; bsw. das Phänomen der Projektion :

    „Projektion bezeichnet in der Psychologie allgemein − und von Schulen unabhängig − einen Abwehrmechanismus. Der Begriff Projektion umfasst das Übertragen und Verlagern eines innerpsychischen Konfliktes durch die Abbildung eigener Emotionen, Affekte, Wünsche und Impulse, die im Widerspruch zu eigenen und/oder gesellschaftlichen Normen stehen können, auf andere Personen, Menschengruppen, Lebewesen oder Objekte der Außenwelt. “

    Zitat : Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychologie)

  • R.G.

    |

    Mich wundert der ziemlich rechts angesiedelte Protestschrei gegen die demonstrierenden Schüler, denn alle von diesen Jugendlichen vertretenen Themen habe ich persönlich noch vor wenigen Jahren bei den Rechtsparteien bzw. Söhnen bekennender Rechter angesiedelt gesehen.

    „Ludendorffer“, sehr stark in der Anti-Atom Bewegung vertreten, unter anderem durch Physiker und Autoren aus ihren Reihen; ehemalige „Wandervögel“ als Lehrer einer gesunden, vorwiegend vegetarischen Ernährung und erste Mahner wegen des Waldsterbens; Leute aus der Gruppe der „Siedler“ mit Texten über den drohenden Klimawandel; Unterschriftaktionen gegen CETA durch Elterngruppen von Privatschulmodellen dieser Kreise.
    Ich könnte die Liste weiter fortsetzen.

    Wie kommt es, dass man sich von eigenen Gruppenzielen wie in einer Amnesie verabschiedet?

    Heißt die Devise: Auf jeden Fall gegen alle Themen von Menschen außerhalb der Gruppe, Macht und Rechte nur den derzeit Lautstärksten aus eigenen Reihen?

  • wollwirker

    |

    Hallo junge Generation. Ich würde auf die Transparente erst die Forderung:“
    „Wahlrecht ab 16“ pinseln. Dann haben Eure Demos mehr Power.

  • Barnie Geröllheimer

    |

    Ich freue mich schon auf die Zeit in der schulisch Fehlgebildete feststellen werden, dass man Klimaschutz nicht essen kann….

  • Piedro

    |

    @Barnie Geröllheimer
    Freitagsdemos führen zur Fehlbildung (nicht der Lehrermangel und der damit verbundene Unterrichtsausfall, nicht die mangelhafte Ausstattung, nicht das digitale Mittelalter im Bildungsbereich…) . Wie putzig. Sonst noch was? Keine linksgrüne Fernsteuerung deutschländischer Schüler, die den genderisierten Volksverrätern hilflos ausgeliefert sind? Keine Warnung vor Demonstrationsgewöhnung, die zu Denkblockaden führt? Kein Hinweis auf pseudodemokratische Instrumentalisierung der Altparteien? Schwache Nummer.

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    DIE hier genießen meine vollste Sympathie:
    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/schueler-klimaschutz-fridays-for-future-1.4325487
    .
    Zitat: „Seit drei Wochen demonstrieren sie vor der Waldorfschule in Daglfing für mehr Klimaschutz, nicht nur freitags wie bei den „Fridays for future“-Kundgebungen, sondern täglich, und auch nicht während der Schulzeit, sondern morgens vor Unterrichtsbeginn.“
    .
    Diese jungen Leute nötigen mir großen Respekt ab. Super! Die machen mit ihrer Demo wirklich was Sinnvolles, vor allem trotz Anfeindungen/Kopfschütteln der Mehr(!)heit und trotz weiterer unangenehmer Begleiterscheinungen (freiwillig früher ausstehen etc.). Das ist wirklich lobenswert! – Dagegen mal eben eine Stunde schulfrei genießen und ein kuscheliges, gemeinschaftliches „Ihr-seid-aber-toll!“ genießen, und dann weiter wie bislang, das reicht bei weitem nicht, liebe Regensburger Möchtegernklimaschützer…
    .
    „Von den Reaktionen in der Schule sei sie eigentlich enttäuscht, sagt Mia. Bei etwa 700 Schülerinnen und Schülern seien 15 Engagierte recht wenig.“
    — Meine Rede…!

  • Piedro

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    „Die machen mit ihrer Demo wirklich was Sinnvolles…“

    Ich will dieses Engagement nicht niederreden, aber was ist so sinnvoll daran einen Parkplatz zu blockieren auf dem die heilpädagogische Schule ihre Schüler aussteigen lässt? Für die Kinder gefährliche Situationen zu verursachen ist nicht wirklich sinnvoll. Da MUSS die Schulleitung intervenieren. Mit anderen Aktionen könnten sie vielleicht ihre Mitschüler motivieren, von denen ihnen (teilweise) auch noch Heuchelei vorgeworfen wird. All das ignorieren Sie, Hauptsache Sie können weiter ins gleiche Horn tuten und die Kids in Regensburg titulieren. Naja, wer’s braucht…

    Ich denke diese Aktion ist auch darauf zurück zu führen, dass es die Freitagsdemos gibt. Es zieht Kreise, auch, wenn Sie das nicht wahrhaben oder bestreiten. Es ist ein Prozess, an dem Sie sich als Nörgler beteiligen. In den Klassenzimmern und Familien findet er trotzdem statt, und wer weiß? Vielleicht sind am Ende dieses Prozess noch mehr Menschen so edel wie Sie, möglichst ohne permanent auf andere (auf Kinder!) herab zu blicken.

  • Piedro

    |

    Hier kommen die Kids auch im Video zu Wort: https://www.br.de/nachrichten/bayern/muenchner-schueler-blockieren-parkplatz-fuer-mehr-klimaschutz,RHCsExy

    Zitat
    „Wir versuchen, bei den Elternabenden reinzukommen und da mit den Eltern zu reden. Weil da haben sie Zeit und da müssen sie es anhören und da müssen sie sich benehmen und uns ernst nehmen.“
    Bei den Elternabenden und auch bei Schulfesten wollen sie sich künftig für mehr Klimaschutz stark machen.

    Ausserdem:
    „Anfang Januar hatten die Jugendlichen die „Fridays for Future“-Demonstrationen in München besucht, ihre Schule tolerierte dies zunächst. Dann äußerte sich Bayerns Kultusminister Michael Piazolo und erinnerte an die Schulpflicht. Daraufhin untersagte auch die Daglfinger Waldorfschule ihren Schülern, während der Unterrichtszeit zu demonstrieren. Seitdem protestieren sie eben in ihrer Freizeit.“

    Andere Schüler sind bereit Konsequezen zu tragen (gut, (noch) nicht in Regensburg), diese haben einen anderen Weg gewählt, mit geringerem Widerstand. Nicht unklug, aber unterscheidet sie das von „Möchtegernen“?

    Ich finde es widerlich das Engagement der einen gegen das der anderen zu stellen um eine Gruppe zu diskreditieren. Aber wie gesagt: wer’s braucht…

  • Lenerl

    |

    Ich denke, die Sympathien und Antipathien eines Wackersdorf- Veteranen haben keinerlei Einfluss auf das weitere Geschehen. Von daher ist es eigentlich auch schon wieder wurscht und ich werde es mir sparen weiter darauf einzugehen.
    Vielen Dank aber an den Kommentator Wackersdorf- Veteran für den Einblick in seine Gedankenwelt. „Kannste dir nicht ausdenken“, wie man so schön sagt.

  • Thik

    |

    @Piedro 9. Februar 2019 um 16:23 | #

    „Die Verfassung verlangt nicht vom Verkehrsminister einen Eiertanz aufzuführen, um seinen wahren Herren dienlich zu sein.“

    Sie erlaubt es, das reicht joey für seine Argumentation.

    „Die Verfassung schreibt Politikern nicht vor sich nach einer Lobby zu richten oder ihre Politik an den Profiten der Industrie auszurichten, schon gar nicht, wenn sie anderes im Maul führen.“

    Das parteien-basierte Wahlrecht macht das aber unangeraten. Das ist nunmal auch Gesetz, auch von Leuten gemacht, die verfassungsgemäß ins Amt gekommen sind unter anderem, weil Prozentklauseln nur bei der Europawahl verfassungswwidrig sind. Dort werden sie jetzt übrigens dann ja deswegen auf Betreiben Deutschlands europaweit eingeführt.

    Es dürfte doch klar sein, dass die angeblich getrennten Säulen Exekutive/Legislative/Judikative nicht existieren und das ist schon in der Verfassung so angelegt. Warum sollten die gerade die „Väter der Verfassung“ frei von den Einflüssen gewesen sein, die auch jetzt herrschen?

  • WerAuchImmer

    |

    @Thik
    Ich will ja gern zugestehen, dass das mit der Gewaltentrennung bei uns nicht immer optimal läuft. Aber deren Existenz und grundsätzliche Funktionsfähigkeit in Abrede zu stellen, ist dann doch ein zu starkes Stück, um es unkommentiert zu lassen. Wenn es die Gewaltentrennung bei uns nicht in hinreichendem Umfang gäbe, könnten Sie hier nämlich sehr wahrscheinlich überhaupt nicht kommentieren. Sowas wie regensburg-digital gäbe es dann nämlich gar nicht. Vielleicht fahren sie einfach mal in eines dieser Länder, in denen wirklich ganz offiziell bzw. de facto auf die Gewaltentrennung verzichtet wird. Machen im Urlaub ja gar nicht so wenige. Wenn die denn dann wenigstens geläutert zurückkämen und sich dann um so engagierter für unseren – allen Mängeln zum Trotz eigentlich großartigen (!) – freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat einsetzen würden, fände ich das sogar gut. Quasi vom abschreckenden Beispiel lernen, wie’s nicht laufen sollte.

  • joey

    |

    Verfassung:
    Ziel (auch der „Westmächte“) war sicher, eine stabile Demokratie zu schaffen.
    Das bedeutete auch, nicht vor der Straße einzuknicken, wer auch immer da gerade laut ist. Ob nun eine neue Hitlerjugend oder Maoisten gerade marschieren oder ein neuer Kinderkreuzzug für Religionen oder deren Ersatz… (hysterische Kinder sind gar nichts Neues in der Menschengeschichte) Entscheidungen treffen wir in ordentlichen Wahlen und Volksabstimmungen, die beauftragten Parlamente nehmen das dort gewonnene Mandat wahr.

    Volksabstimmungen sind in der Schweiz sehr seriös, in Bayern haben wir auch langsam eine gute Tradition. Das sollte in der Bundespolitik nun auch endlich realisiert werden, aber nur eine neue Paria Partei fordert das.

    In meiner Jugend gab es nicht nur Duckmäuser und schwarzgrünrotgelbe Einheitspolitiker, sondern auch einige Profile, die eine grundlegende demokratische Auswahl von Politik ermöglichten.

    Es ist gut, wenn Menschen für ihre Überzeugungen einstehen. Wenn aber Kinder mit abwertenden Parolen („alte graue Männer“) aufgehetzt werden, dann sind wieder mal rote Linien überschritten. Das erste, was man als demokratischer Bürger (jung oder alt) können muß, ist Respekt vor der Meinung und der Würde anderer.

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    @Piedro (Zitat: „Ich finde es widerlich das Engagement der einen gegen das der anderen zu stellen um eine Gruppe zu diskreditieren. Aber wie gesagt: wer’s braucht…“)

    — So? Ich finde es höchstens widerlich, die mit der eigenen Meinung nicht identische Meinung als widerlich zu bezeichnen. Aber wer’s braucht…

  • Stefan Aigner

    |

    @einige

    Bitte einen Gang runterschalten. Andernfalls wird das Forum geschlossen.

  • Piedro

    |

    @joey
    Hysterisch kommen wir weder die Redner noch die Teilnehmer vor, soweit ich da was gesehen habe. Die haben schon schlüssige Argumente und Positionen. So weit da Angst als Motivator greift ist die ja auch nicht unbegründet.

    Das mit dem Einknicken ist auch so eine Sache. Jahrelang wurde gegen den schnellen Brüter in Kalkar demonstriert, oder gegen das AKW in Niederösterreich, beide wurden für Abermilliarden fertig gestellt und gingen dann nie in Betrieb, der Brüter weil es tatsächlich zu gefährlich war (von unwirtschaftlich ganz zu schweigen, aber die Folgekosten wurden ja von Anfang an vergesellschaftet). Man tat dann doch was Demonstranten forderten, nur ohne „eingeknickt“ zu sein.

    Bestimmt erwartet keiner, auch nicht die Jugendlichen bei den Demos, dass die Politik sich jetzt nach ihnen richtet. Sie erwarten allerdings gehört und verstanden zu werden, und es wäre nicht völlig abwegig auf Argumente auch mal einzugehen und seitens der Politik mit den Bürgern in Dialog zu treten, nicht erst wenn der Hut brennt wie unlängst in Dresden.

    Der Sager mit den alten Grauen Männern war das Resümee eines Redners. Ob das gleich aufhetzen ist? Es ist eine Wertung, sicher, aber werten darf man ohne gleich zu hetzen.

  • Piedro

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    Jö schau, da sind wir uns doch schon fast einig. Mir ist allerdings nicht jede von meiner Meinung abweichende widerlich, aber das kann vorkommen, insbesondere wenn so pauschalisiert wird. Trotzdem danke für das Link nach München, war interessant. Ich denke in absehbarer Zeit wird sich da noch mehr tun, nicht nur in München.

  • R.G.

    |

    Liebe unbekannte, hier erwähnte Mia:
    Sei nicht enntäuscht.
    Bei 700 Schülern sind 15 Engagierte genug viel.
    Die Jugendlichen werden sich im Laufe der Zeit auf unerschiedliche Art und zu verschiedenen Zeitpunkten einsetzen, Demonstration ist nur eine der möglchen Artikulationsformen.

  • Piedro

    |

    Schau an, da demonstrieren Schüler doch glatt ohne zu schwänzen. Sowas aber auch, sollten die etwa doch engagiert sein? https://www.waz.de/staedte/oberhausen/klimaschutz-schueler-demonstrieren-vor-oberhausener-rathaus-id216400107.html

    „„Der einzige, der wirklich die Dinge beim Namen nennt, ist ein 18-jähriger Abiturient“, staunt Schauspieler Jaenicke.“

    „Die 18-jährige Studentin Theresa Kah, eingeladener Talkgast, sagt dazu: „Ich bin froh, dass die Bewegung die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Noch nicht allen Menschen ist klar, wie akut die Bedrohung der Klimakrise ist! Ich hoffe, dass sich das ändert, damit auch der Druck auf die Politik erhöht wird.““
    https://fridaysforfuture.de/neuigkeiten/

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    Ein gewisser Herr Laschet ist übrigens ähnlicher Meinung wie die Minderheit hier im Forum:
    „Er fände es glaubwürdiger, wenn Schülerinnen und Schüler sich zu Tausenden nach Schulschluss versammeln und damit ein persönliches Opfer in ihrer Freizeit bringen würden, sagte er im WDR. Das wäre ein stärkeres Signal. Die Schule zu schwänzen sei der leichtere Weg.“

    Btw, deutlich sinnvoller für unser Klima als am Freitag Schule zu schwänzen und den Rest den bösen alten weißen Männern zu überlassen wäre zum Beispiel das hier:
    https://www.golem.de/news/imho-sechs-jahre-ein-smartphone-1902-138869.html

    Ich gehöre nicht dazu. Ich benutze das gleiche Handy seit > 10 Jahren (naja, meistens liegt es eh ausgeschaltet irgendwo in der Wohnung rum). Und ehe gleich wieder sarkastische Aggressionen eintrudeln: Nein, ich bin nicht toll. Ich will damit nur sagen: Das geht. Auch 2019. Und man kann dabei durchaus einen Job haben, bei dem tägliche Online-Arbeit nötig ist und soziale Beziehungen pflegen. Es gibt ein Leben neben Wottsäpp und Fäjsbuck …

  • Piedro

    |

    @Wackersdorf-Veteran
    Wir wissen bereits, dass Sie ein Held sind. Auch noch einer, der seit 10 Jahren das gleiche Smartphone hat. Wie relevant! Ich besitze seit etwa neun Jahren ein Telefon (nix smart), bin ich jetzt der größere Held weil da weniger Teile verbaut sind? Weil ich (wie Sie) etwas nicht habe was ich nicht brauche? Für Sie ist das Gerät nicht wichtig, es liegt nur rum. Meins auch, meist im Auto, hier habe ich ja ein Festnetztelefon. Bei der Jugend ist das anders, für die ist das Internet wichtiger, weil sie andere Bedürfnisse hat als wir. So ist das nun mal.

    Sicher ist es kritikwürdig, wenn die Kids nicht mehr ohne den Druck der sozialen Medien klar kommen, sicher ist es falsch, wenn man immer das neuste und tollste am Markt braucht, damit man sich nicht selbst von irgendwas abgehängt fühlt. Die gesellschaftliche Entwicklung geht seit Jahrzehnten in die falsche Richtung, meiner Meinung nach. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass Jugendliche jährlich ihr Telefon wechseln, das muss man sich ja auch leisten können, selbst wenn man das will oder zu brauchen meint.

    Was mir wieder aufstößt: Sie unterstellen pauschal, ohne irgendwas in der Hand zu haben, überhöhen sich selbst nebenbei, indem Sie sich als leuchtendes Beispiel darstellen, und erniedrigen damit viele, sehr viele, von denen Sie schlicht nichts wissen.

    Und jetzt kommen Sie auch noch mit dem Laschet (warum nicht gleich mit Söder?), dem Mann, der alles versucht um Dieselfahrverbote zu vermeiden, der genau gar nichts macht um in seinem Bundesland den ÖPVN zu stärken, der den Kohleausstieg „eine Operation am offenen Herzen nennt“, der zu denen gehört, die die von der Regierung zuvor definierten Klimaziele ad acta gelegt hat, was zum Empfinden der Dringlichstkeit, die von den Freitagsschülern transportiert wird (und von sonst keinem) noch verstärkt, der verlangt, dass erst „der Westen“ Strukturhilfen für den Ausstieg bekommt. Der Laschet der sicher stellt, dass der Hambacher Forst noch vor dem Kohleausstieg gerodet wird. Und dieser Laschet hat nun „Zweifel“ an den Demonstranten und ihrem Anliegen, der Dringlichkeit dieses Anliegens, weil sie während der Schulzeit demonstrieren statt danach. Wie putzig. Meinen Sie wirklich wir hätten irgendwas von Greta Thunberg gehört, wenn sie sich nach der Schule vor das Parlament gestellt hätte? Ich denke nicht. Laschet sollte sich lieber die Argumente der Demonstranten anhören und sich klar machen, dass auch seine Regierungsarbeit deren Zukunft gestaltet. Sie haben Grund genug damit unzufrieden zu sein.

    Das Anliegen und die Argumente dieser Schüler schmälern zu wollen weil sie sich einem medienwirksamen Schulstreik anschließen und nicht in ihrer Freizeit demonstrieren ist nach wie vor eine schwache Nummer. Es gäbe sehr viel wichtigeres zu reflektieren als die „Glaubwürdigkeit“ von Schülern, die ein Smartphone besitzen und in ihrer Unterrichtszeit demonstrieren. Weil das kein persönliches Opfer ist – „nur“ das Risiko eines Schulverweises und eines Bußgeldes in sich birgt….

    https://www.welt.de/wirtschaft/video187290580/Fridays-for-Future-Bayern-droht-mit-Schulverweisen-wegen-Teilnahme-an-Demo.html

    Aber Ihnen scheint es ja ein dringendes Anliegen zu sein die Teilnehmer pauschal und anhaltend zu diskreditieren.

    Vorangegangene Stellungnahmen zu Ihren Post empfinden sie als aggressiv und sarkastisch. Klar, waren sie zum Teil. Der Vergleich mit Rechtspopulisten ist Ihnen aufgestoßen, und doch ist Ihr Schema das gleiche. Behauptungen aufstellen und permanent wiederholen, ohne auf das eigentliche Thema einzugehen und die eigentlichen Fragestellungen zu reflektieren. Dafür bedienen Sie sich selbst eines gewissen Sarkasmus wenn Sie Bezug auf diese Jugendlichen nehmen. Das scheinen Sie wirklich nicht zu merken. Also sei’s drum. Wenn ein „Wackersdorf-Veteran“ nicht merkt, dass er mit den Kids auf einer Seite steht, dann tut er das vermutlich gar nicht. Alles was die Kids sagen ist wertlos, weil sie es in ihrer Schulzeit sagen, Smartphones besitzen, die Eltern (mutmaßlich) SUVs fahren und die Familien (vielleicht) Flugreisen machen? Na dann…

    Muss eine recht düstere Seite sein, auf der Sie stehen.

  • R.G.

    |

    @Piedro
    schrieb:
    „Wir wissen bereits, dass Sie ein Held sind. Auch noch einer, der seit 10 Jahren das gleiche Smartphone hat. Wie relevant! Ich besitze seit etwa neun Jahren ein Telefon (nix smart), bin ich jetzt der größere Held weil da weniger Teile verbaut sind? Weil ich (wie Sie) etwas nicht habe was ich nicht brauche?……!“
    Ich bin noch besser als Piedro, ich morse noch, nix Handy, nix Telefon. Sehr gerne nachts, wenn mir bei der Büroarbeit langweilig ist. Aber die Nachbarn beschweren sich über das Klopfen.
    Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

    „Bei der Jugend ist das anders, für die ist das Internet wichtiger, weil sie andere Bedürfnisse hat als wir. So ist das nun mal.“

    Aus Rücksicht auf die Nachbarn lieber ein Smartphone!

    ad Wackersdorf: Jaja, das Langzeitgedächtnis!
    (Damals lebten wir noch in Rudeln auf Äckern und in Wäldern und wuschen uns eine Woche kaum; eine strahlende Zukunft lag vor uns, nicht wahr? Was ist heute noch mal? Montag oder Donnerstag? Und weshalb fahren die SUV-Autos ohne Pferde und es steigen trotzdem Schüler draus aus?)

  • Hans

    |

    wenn man sich so manche Kommentatoren reinzieht frgast dich schon zu was mancher Alt 68er verkommen ist.

    Da ist das Eckl-Niveau ja echt nicht weit.

    Der hat wenigstens nicht Thunberg in einem Atemzug mit Pegida genannt.

    –> weitermachen

  • Piedro

    |

    @R.G.
    „Ich bin noch besser als Piedro, ich morse noch, nix Handy, nix Telefon.“

    Das ist abgrundtief böse! Wie viele Kilometer Leitungen haben Sie denn verbaut? Das mit den Nachbarn geht klar, wofür hat man Nachbarn wenn man nicht merkt, dass es sie gibt?

    Ich stelle mir gerade das RG-Morsenetz vor, wie es sich über die Stadt zieht… Weia! Da wird mit Sicherheit einiges an Luftsteuer fällig, oder hat man die inzwischen abgeschafft?

    „Aus Rücksicht auf die Nachbarn lieber ein Smartphone!“

    Das sehe ich anders, die Dinger geben ständig Laut wenn jemand ein neues Katzenvideo verschickt oder sich beschwert weil eine wahnsinnig dringende Wottsäpp nicht beantwortet wurde.

    „…das Langzeitgedächtnis…“

    Inzwischen wurdet ihr ja von Norden aus zivilisiert, ich weiß aus sicherer Quelle von fließendem Wasser und Etagentoiletten. Die Schüler werden in den SUVs gebraucht um das Navi zu lesen, damit sich der Fahrer auf den Verkehr konzentrieren kann. Deshalb steigen die auch nur aus wenn es unbedingt sein muss. Den Wochentag nenne ich Ihnen wenn ich meine Lichtsignalanlage nach Süden justiert habe. Kann etwas dauern bis das ankommt, der städtische Klackerturm (https://www.thediscworld.de/index.php/Haufen) funktioniert gerade nicht so wie er soll…

  • Wackersdorf-Veteran

    |

    Ach, bitte, Leute. Allmählich langweilt’s. Geht’s auch mal ohne erregtes und aggressives Ankläffen? Ich darf nochmal wiederholen:
    „Nein, ich bin nicht toll. Ich will damit nur sagen: Das geht. Auch 2019.“
    „Und man kann dabei durchaus einen Job haben, bei dem tägliche Online-Arbeit nötig ist und soziale Beziehungen pflegen.“

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