Archiv für 22. Februar 2019

Er war unter anderem Kulturdezernent, Gründer der Ostdeutschen Galerie, des Historischen Museums und des Amtes für Denkmalpflege: Walter Boll. Im „Regensburger Almanach“ wurde er zudem als Retter jüdischen und Freimaurer-Eigentums während der NS-Zeit, als Mann mit widerständigem Geist und „staatsfeindlicher Haltung“ zum NS-Regime gezeichnet.  Was ist dran an solchen Erzählungen? Wie sind sie entstanden? Und was hatte der Lizenzinhaber der Mittelbayerischen Zeitung Karl Esser damit zu tun? Eine Recherche auf Basis der Spruchkammerakten von Bolls Entnazifizierungsverfahren.

Walter Boll bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch Oberbürgermeister Friedrich Viehbacher. Foto: Stadt Regensburg 1980, Bilddokumentation.

Im Zuge der auch den Regenburger Museen aufgezwungenen Provenienzforschung und nicht zuletzt dank der langjährigen Recherchen von Waltraud Bierwirth kam ans Tageslicht, dass Museumsdirektor Walter Boll in der NS-Zeit in großem Stil Kunst aus jüdischem Besitz bzw. aus Notverkäufen jüdischer Galeristen erwarb. Laut Bierwirth sind im Eingangsbuch des Museums allein „über 150 Bilder und Kunstgegenstände aus der Galerie Helbing vermerkt“.

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